Grünen-Wahl
Niederlage für Cem Özdemir: Hofreiter bleibt Grünen-Fraktionschef

Anton Hofreiter hat die Kampfabstimmung bei den Grünen gegen seinen Herausforderer Cem Özdemir für sich entschieden. Hofreiter wurde am frühen Abend erneut zum Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag gewählt.

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Niederlage für Özdemir bei Kampfabstimmung – Hofreiter bleibt Grünen-Fraktionschef

Anton Hofreiter hat die Kampfabstimmung bei den Grünen gegen seinen Herausforderer Cem Özdemir für sich entschieden. Hofreiter wurde am frühen Abend erneut zum Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag gewählt.

Der 49-Jährige setzte sich am Dienstag in Berlin bereits im ersten Wahlgang mit einer deutlichen Mehrheit von 58,2 Prozent der Stimmen gegen den ehemaligen Parteivorsitzenden Cem Özdemir durch. Hofreiter, der seit 2005 für den Wahlkreis München-Land im Bundestag sitzt, führt seit Oktober 2013 gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt die Grünenfraktion. Bei der Abstimmung um die Spitze der Fraktion wurde zuerst der weibliche Posten gewählt. Göring-Eckardt setzte sich dabei gegen ihre Herausforderin Kirsten Kappert-Gonther mit 61,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang durch.

Özdemirs Kandidatur hatte für Unbehagen gesorgt

Der ehemalige Parteivorsitzende Özdemir hatte mit der bisher überwiegend unbekannten Gesundheitsexpertin Kirsten Kappert-Gonther für die Grünen-Doppelspitze kandidiert. Die Medizinerin, die aus Bremen stammt und erst seit 2017 im Bundestag sitzt, gehört dem Linken-Flügel der Grünen an. Özdemir gilt dagegen als sogenannter Realo. Özdemir hatte darauf gedrängt, dass sich die Grünen viel energischer auf eine zukünftige Regierungskoalition im Bund vorbereiten sollten.

Seine überraschende Kandidatur mit Kappert-Gonther hatte aber in der Partei für große Diskussionen und Missstimmung gesorgt. Kritiker werfen Özdemir vor, er habe während seiner zehn Jahre an der Parteispitze zu autoritär und wirtschaftsliberal geherrscht. Seine vielen Alleingänge wurden Özdemir zum Verhängnis, sodass er sich nach dem Scheitern einer Jamaika-Koalition im Bund, in der er als potentieller Außenminister gehandelt wurde, zurückziehen und sich mit einer Mitgliedschaft im Verkehrsausschuss begnügen musste.

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