Start Politik Ausland Yavuz Agiralioglu Türkei: Oppositionspartei IYI beim Kauf der S-400 auf „Erdogans Seite“

Yavuz Agiralioglu
Türkei: Oppositionspartei IYI beim Kauf der S-400 auf „Erdogans Seite“

Ein Vertreter der türkischen Oppositionspartei IYI betonte am Donnerstag, dass sie die Regierung beim Kauf russischer S-400-Raketenabwehrsysteme unterstützen. 

(Foto: Screenshot/Twitter)
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Ankara (nex/aa) – Ein Vertreter der türkischen Oppositionspartei IYI betonte am Donnerstag, dass sie die Regierung beim Kauf russischer S-400-Raketenabwehrsysteme unterstützen.

Yavuz Agiralioglu, der stellvertretende Vorsitzende der IYI-Partei, unterstütze Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Entscheidung der Türkei, das S-400 Raketenabwehrsystem zu kaufen, und erinnerte daran, dass die USA Waffen und Munition an die PKK-Terrorgruppe und ihren syrischen Ableger YPG lieferten.

„Wenn Sie dem Feind Ihres Verbündeten Waffen und Munition zur Verfügung stellen, ergreift die Türkei alle möglichen Maßnahmen, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Agiralioglu bei einer Rede im türkischen Parlament.

„Trotz unserer Meinungsverschiedenheiten mit der AK-Partei in der Innenpolitik, gehen wir davon aus, dass der drohend ausgestreckte Zeigefinger nicht Herrn Erdogan sondern der Türkei gilt“, so Agiralioglu weiter. Agiralioglu betonte, dass sie eine „nationale Haltung“ zum Fall S-400 einnehmen würden.

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt.

Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner gewarnt, dass sie, wenn der Kauf voranschreitet, die Teilnahme Ankaras am Jagdflugzeugprogramm F-35 neu bewerten müssten.

„Die Türkei muss sich entscheiden“, warnte der amerikanische Vizepräsident Mike Pence.

„Will sie ein echter Partner im erfolgreichsten Militärbündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft gefährden, indem sie solche rücksichtslosen Entscheidungen trifft, die unser NATO-Bündnis untergraben“, fragte Pence. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte daraufhin mit einem Kauf russischer Kampfjets.

„Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu.

Moskau lobt Erdogans „harte Haltung“

Russland begrüßt die „harte Haltung“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegenüber den USA.

„Der Druck ist in der Tat beispiellos. Wir begrüßen die ziemlich harte und kategorische Haltung von Präsident Erdogan. Wir glauben, dass nur diese Position es uns ermöglicht, tatsächlich einen freien und souveränen Dialog aufzubauen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin“ des russischen TV-Kanals Rossiya-1TV. Russland und die Türkei gehörten laut Peskow zu den wenigen Länder auf der Welt, die souverän und selbstständig handeln könnten.

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