Migrationsgipfel
Maas sieht UN-Migrationspakt positiv

Trotz der international kritischen Diskussion um den Pakt wertete der SPD-Politiker ihn uneingeschränkt positiv. "Es ist ein großer Erfolg, dass sich so viele Länder auf die Ziele im Grundsatz verständigt haben." Eine "Wiederbelebung" in Marrakesch sei nicht notwendig, weil der Pakt nicht tot sei.

Teilen

Gipfel beginnt an diesem Montag in Marrakesch

Osnabrück – Vor dem UN-Migrationsgipfel in Marrakesch an diesem Montag und Dienstag hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) für den umstrittenen globalen Pakt zur Migration geworben, der dort angenommen werden soll. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Maas, Zweck des Paktes sei es, Migration zu reduzieren, nicht zu befördern.

„Wenn sich alle bei dem Thema Fluchtursachen, Rückführung und Schleuserei so engagieren, wie wir das tun, würde es auf der Welt weniger Migration geben, und das ist unser Ziel“, erklärte der Minister. In Deutschland seien die in dem Pakt angesprochenen Punkte „überwiegend längst Realität“. Das sei aber leider nicht überall auf der Welt so.

„Wenn Menschen in ihrer Heimat eine bessere Lebensperspektive hätten, werden sie sich seltener aufmachen, um anderswo in der Welt ihr Glück zu suchen“, führte Maas die deutsche Motivation für den Pakt weiter aus. Ihm zufolge leitet die Bundesregierung keine verbindlichen Schritte aus der Erklärung ab.

„Wir haben nach meiner Überzeugung keinen gesetzlichen Umsetzungsbedarf in Deutschland“, sagte der SPD-Politiker. „Wohl aber wollen wir thematisieren, welche politischen Schwerpunkte wir bei der Migration setzen wollen“, erklärte er. Dazu zählten die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Stärkung des internationalen Kampfes gegen Schleuserkriminalität.

Ferner sei es das Ziel, Rückführungen zu vereinfachen und verstärkt anzustreben. „Dabei wird es helfen, wenn zum Beispiel Länder wie Marokko sich in dem Pakt dazu bereiterklären. So können wir sie in die Pflicht nehmen – zwar nicht rechtlich, aber politisch“, sagte Maas.

Trotz der international kritischen Diskussion um den Pakt wertete der SPD-Politiker ihn uneingeschränkt positiv. „Es ist ein großer Erfolg, dass sich so viele Länder auf die Ziele im Grundsatz verständigt haben.“ Eine „Wiederbelebung“ in Marrakesch sei nicht notwendig, weil der Pakt nicht tot sei.

„Über 180 Staaten sind dabei, weniger als 15 ausgeschert. Diese Zahlen zeigen: Die überwiegende Mehrheit steht zu dem Pakt“, sagte Maas. Vom Vorgehen verglich er die Übereinkunft mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. „Sie ist 70 Jahre alt, ein großer Fortschritt der Menschheit und in ihrem rechtlichen Charakter dem Migrationspakt ähnlich“, so der Minister.

Auch interessant

Deutschland: Rüstungsexporte nach Israel mehr als verdreifacht

Berlin – Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 Rüstungsexporte nach Israel im Wert von rund 799,3 Millionen Euro genehmigt. Damit liegt der Genehmigungswert deutlich...

Nach Israel-Kritik: Über 170 jüdische Kulturschaffende verteidigen Mark Ruffalo

Los Angeles - Der Schauspieler Mark Ruffalo, der in den USA seit langem als einer der lautstärksten Kritiker der israelischen Regierungspolitik in Hollywood gilt und...

NSU: 25 Jahre nach dem Mord an Habil Kılıç

Von Kemal Bölge Am 29. August 2001 wurde Habil Kılıç in München erschossen. Er war 38 Jahre alt. Heute, 25 Jahre später, erinnert sein Tod...

Bosnien: Serbische Mladić-Anhänger skandieren Völkermord-Parolen

Zvornik – Nach dem Tod des wegen Völkermords verurteilten bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladić sind in der bosnischen Stadt Zvornik erneut Tausende seiner Anhänger zu...

Michael Thomas: „Wir brauchen Israel“

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Die ganze Welt arbeitet sich derzeit an Israel ab. Es sind große Emotionen, Empörung, Wut, Hass, Verzweiflung, Leid, Trauer und...

Headlines

Israels Verteidigungsminister Katz fordert Massenvertreibung aus dem Gazastreifen

Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat sich erneut für eine großangelegte Übersiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus...

MEMO: „Die Türkei gewinnt den Machtkampf gegen Israel“

London - Die Türkei befindet sich im regionalen Machtgefüge des Nahen Ostens in einer Position der Stärke und setzt...

Israels „Knochenbrecher-Politik“ von 1988 und das Erbe der Gewalt

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Ein CBS-Video aus dem Jahr 1988, das zeigt, wie israelische Soldaten die palästinensischen Cousins Wael...

Israel: Fake-Thinktank soll KI-Chatbots beeinflussen

Tel Aviv - Die Methode der KI-Beeinflussung: Wie ein fiktives Institut den Diskurs steuern sollte Eine mutmaßlich von der israelischen...

Meinung

Deutschland: Rüstungsexporte nach Israel mehr als verdreifacht

Berlin – Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 Rüstungsexporte nach Israel im Wert von rund 799,3 Millionen Euro genehmigt. Damit liegt der Genehmigungswert deutlich...

Kritik an Deutschland nach Staatsbürgerschaft für IDF-Soldaten

Berlin - Der Fall des im Oktober 2025 freigelassenen Rom Braslavski sorgt für eine internationale Debatte. In einem gemeinsamen Podcast mit Israels rechtsextremem Sicherheitsminister...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...