Türkei
Bericht: Karlow-Attentäter bewachte auch Erdogan

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gab am gestrigen Mittwoch bekannt, dass Mevlüt Mert Altintas – der Polizist, der den russischen Botschafter ermordete, – Mitglied des Gülen-Netzwerks FETÖ gewesen sei.

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gab am gestrigen Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem albanischen Amtskollegen bekannt, dass Mevlüt Mert Altintas – der Polizist, der den russischen Botschafter ermordete, – Mitglied des Gülen-Netzwerks FETÖ gewesen sei:

„Der Mörder des russischen Botschafters war offensichtlich FETÖ-Mitglied. Es gibt daran nichts zu verheimlichen,“ betonte er und fügte hinzu, dass „alle Verbindungen“ auf eine solche Mitgliedschaft hinwiesen.

Der türkische Präsident teilte weiter mit, dass internationale Verbindungen des Attentäters vom türkischen Geheimdienst MIT enthüllt worden seien.

Einen Tag zuvor hatte auch der türkische Außenminister gegenüber seinem US-amerikanischen Amtskollegen John Kerry geäußert, dass sowohl Russland als auch die Türkei sich der Verwicklung des Gülen-Netzwerks in die Ermordung des russischen Botschafters bewusst seien. Das Telefongespräch fand auf Kerrys Veranlassung statt.

Andrej Karlow war am vergangenen Montag während seiner Rede auf einer Ausstellung in Ankara von einem als Wache getarnten bewaffneten Mann getötet worden.

Der 22-Jährige habe Medienberichten zufolge den türkischen Präsidenten bei mindestens acht Auftritten bewacht, aber nicht zu dessen persönlichen Leibwache gehört.

Insgesamt zwölf Verdächtige wurden im Zuge der Ermittlungen festgenommen, von denen anonymen Quellen zufolge sechs am heutigen Donnerstag wieder freigelassen wurden. Es handelt sich dabei um Verwandte des Attentäters.

Erdogan wies darauf hin, dass in Militär und Polizei noch immer FETÖ-Mitglieder vorhanden seien und kündigte an, dass die „Säuberungen“ fortgesetzt würden.

Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den Putschversuch vom 15. Juli 2016 mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das Gülen-nahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten. Die Türkei hat offiziell die Auslieferung Gülens an die Türkei beantragt.

Dem Prediger wird auch vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.


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