Genozid an Krimtataren
Ukraine: Völkermord an Krimtataren soll anerkannt werden

Das ukrainische Parlament hat am gestrigen Mittwoch die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die gewaltsame Deportation der Krimtataren im Jahre 1944 durch die Sowjetunion als einen ‚Genozid‘ anzuerkennen.

Teilen

Kiew (nex) – Das ukrainische Parlament hat am gestrigen Mittwoch die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die gewaltsame Deportation der Krimtataren im Jahre 1944 durch die Sowjetunion als einen ‚Genozid‘ anzuerkennen.

Außerdem gab das Parlament dem Antrag zum Aufruf der Vereinten Nationen, des Europäischen Parlaments und weiterer internationaler Organisationen zur Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Tataren auf der Krim statt, die von der Russischen Föderation besetzt worden ist.


Mehr zum Thema:
Sevim Dagdelen und ihre Liebe für armenische Huntschak-Terroristen

Refat Tschubarow, der Präsident des Medschlis, der Versammlung der Krimtataren, teilte dem Parlament ihre Dankbarkeit gegenüber den Ländern, die die „systematische Unterdrückung“ der Krimtataren und die Urteile russischer Gerichte, die auf den Medschlis abzielten, verurteilt hätten.

Russland annektierte im März 2014 die Halbinsel. Seitdem erleidet die tatarische Minderheit in der Region Unterdrückung einschließlich willkürlicher Festnahmen und Verhaftungen.

Der Medschlis wurde im vergangenen April vom Obersten Gerichtshof der Krim als eine „extremistische Organisation“ eingestuft, nachdem im Februar ein Antrag auf Strafverfolgung gestellt worden war.


Mehr zum Thema:
Wie Russland die Tscherkessen verhöhnt und die westeuropäische Öffentlichkeit dabei wegsieht

Das ukrainische wie auch das türkische Außenministerium bezeichneten diesen Schritt als einen „Verstoß gegen die Menschenrechte“ und als Teil einer fortgesetzten Kampagne der „Einschüchterung und Unterdrückung“.
Am 18. Mai 1944 ließ Josef Stalin Zehntausende Krimtataren nach Zentralasien deportieren. Sie wurden vom Sowjetregime der Kollaboration mit der nationalsozialistischen Besatzungsmacht beschuldigt.

Etwa 180 000 Menschen wurden in verschiedene Regionen auf sowjetischem Territorium, vor allem nach Sibirien und Usbekistan, deportiert. Es wird davon ausgegangen, dass die Hälfte der Vertriebenen, die monatelang unter katastrophalen Bedingungen leben mussten, durch Hunger oder Krankheit starben.

Das 30-jährige  Exil dauerte bis zum Jahr 1987 an. Damals erlaubte die sowjetische Regierung 2 300 Krimtataren, in ihre Heimat zurückzukehren. Weitere 19 300 Menschen durften ihnen im Jahr 1988 folgen.

Auch interessant

Trotz US-Sanktionen: Spanien verleiht Albanese Auszeichnung

Madrid - Trotz US-amerikanischer Sanktionen und drohender Strafverfolgung in Deutschland hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese,...

Türkei baut Europas größte Speicher-Pipeline für erneuerbare Energien

Ankara – Was vor wenigen Jahren noch wie ein ambitionierter Ferntraum klang, ist inzwischen messbare Realität: Die Türkei hat sich still und leise an...

Nachhaltiger bauen – warum Aluminium beim Heimwerken immer beliebter wird

Aluminium hat sich vom industriellen Werkstoff zum vertrauten Material für Haus, Garten, Werkstatt und Ausbau entwickelt. Der Trend hat gute Gründe: Alu-Profile sind leicht,...

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest zu beeinflussen, umfassender waren und...

Schwerer Imageschaden: Israel steigert Hasbara-Ausgaben auf über 700 Mio Dollar

Jerusalem - Israel hat sein Budget für öffentliche Diplomatie auf ein historisches Rekordniveau angehoben. Die Knesset verabschiedete im vergangenen Monat einen Nationalhaushalt für 2026, der...

Headlines

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest...

Algerien gedenkt: Als Frankreich 45.000 Menschen massakrierte

Algier – Während Europa am 8. Mai den 81. Jahrestag des Kriegsendes feierte, begingen Algerier einen anderen Jahrestag —...

Aliyev: EU-Beobachter in Armenien spielen falsche Helden

Baku - Erst gestern hatte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan für Aufsehen gesorgt: Bergkarabach, jahrzehntelang Kriegsschauplatz zwischen Armenien und...

Paschinjan: Bergkarabach gehörte nie uns

Eriwan – Der Südkaukasus erlebt seit dem Ende des Karabach-Krieges eine Annäherung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien....

Meinung

Eurovision: Heimliche Millionen aus Israel

Wien/Tel Aviv – Eine Untersuchung der New York Times ergab, dass Israels Bemühungen, die Abstimmung beim Eurovision Song Contest zu beeinflussen, umfassender waren und...

Palästina: Zum Jahrestag der Erdmordung von Shireen Abu Akleh

Ramallah/Washington – Heute, am 11. Mai 2026, jährt sich die Ermordung der palästinensisch-amerikanischen Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh durch israelische Soldaten zum vierten Mal. Sie wurde...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...