München
Film über Adidas-Brüder mit Preis ausgezeichnet

München (ots) – Der ARD-Degeto-Zweiteiler „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ wurde gestern, am 4. Juli 2017, mit dem Sonderpreis „Deutsche Wirtschaftsgeschichte“ beim diesjährigen Deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgezeichnet. Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis ist einer der ältesten deutschen Filmpreise und wird bereits seit 1968 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für filmische Dokumentationen vergeben. Sascha Schwingel, Redaktionsleiter der ARD Degeto, freut sich über diese besondere Auszeichnung: „‚Die Dasslers‘ sind eine der spannendsten und größten Erfolgsgeschichten Deutschlands: Der Zweiteiler erzählt den Aufstieg der Brüder Dassler von einfachen Schuhmachersöhnen in der Provinz zu Unternehmern konkurrierender Weltkonzerne. Der erbitterte Kampf zwischen den beiden Brüdern war der Motor dieses weltweiten Erfolgs. Aber zu welch hohem Preis. Diese tragische Familiengeschichte war für uns ausschlaggebend, um dieses emotionsgeladene Familienepos zu verfilmen.“ Die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert inszenierten die Geschichte von Adi und Rudi Dassler (Christian Friedel und Hanno Koffler) nach einem Drehbuch von Christoph Silber. Der Zweiteiler „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ ist eine Koproduktion von Wiedemann & Berg Television und ARD Degeto für Das Erste. Produzenten waren Quirin Berg und Max Wiedemann, ausführende Produzentin Susanne Hildebrand. Die Redaktion lag bei Claudia Luzius und Sascha Schwingel (ARD Degeto). Das Projekt wurde gefördert durch den FilmFernsehFonds Bayern und das Filmanreizprogramm des tschechischen Staatlichen Kinematographie Fonds.  

Reisen
Schlichtungsstelle hilft TuiFly-Kunden

Berlin (ots) – Im Streit um die massenhaften Flugausfälle bei TuiFly hat die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in zahlreichen Fällen eine gütliche Einigung zwischen Kunden und der Airline erreichen können. „Wir konnten in all den Fällen einen interessengerechten Ausgleich finden und vorschlagen“, sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe dem Tagesspiegel. Zu 81 Prozent seien die Schlichtungsempfehlungen sowohl von den Verbrauchern als auch von Tuifly angenommen worden. Aus Protest gegen die geplante Zusammenlegung mit der Air Berlin-Tochter Niki hatten im vergangenen Herbst viele Piloten und Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt und sich krank gemeldet. An mehreren Tagen fielen Flüge aus. Im Rahmen des Schlichtungsverfahrens konnte die SÖP nach eigenen Angaben in jedem Einzelfall eine Schlichtungsempfehlung erarbeiten, die dem individuellen Sachverhalt der jeweiligen Beschwerde Rechnung getragen habe. Neben der Entschädigung für verspätete oder annullierte Flüge seien etwa auch die Kosten für Betreuungsleistungen direkt berücksichtigt worden. „Die Rückmeldungen der Beschwerdeführer sind ausgesprochen positiv, konnte doch auf schnellem Wege und ohne finanziellen Aufwand die Kundenzufriedenheit wieder hergestellt werden“, sagte Klewe.

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Verkehrspolitik
Pistorius fordert bis zu 500 Euro Strafe für Rettungsgassensünder

Niedersachsen beantragt am Freitag im Bundesrat Geldbußen bis zu 500 Euro und Fahrverbote Osnabrück (nex) – Das Nichtbilden einer Rettungsgasse soll nach dem Willen Niedersachsens schärfer geahndet werden. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Innenminister Boris Pistorius (SPD). Das Land will demnach bereits am Freitag im Bundesrat einen entsprechenden Antrag einbringen. Niedersachsen werde im Bundesrat eine Erhöhung des Bußgeldes auf 200 bis 500 Euro beantragen. Die bisher geplante Erhöhung des Regelsatzes von bisher 20 Euro auf bis zu 95 Euro reicht aus Pistorius‘ Sicht bei Weitem nicht aus. Weit höhere Strafen seien wirkungsvoll, wie das Beispiel Österreich zeige. „Uns geht die vorgeschlagene Erhöhung nicht weit genug“, sagte Pistorius. Zudem soll es ein Fahrverbot von einem Monat geben. Das Landeskabinett verabschiedete am Dienstag einen entsprechenden Antrag. Pistorius hatte bereits vor Monaten deutlich höhere Bußgelder gefordert. Damals hätten die unionsgeführten Bundesländer einschließlich Bayerns nicht mitgehen wollen. Nach dem schweren Busunglück auf der A 9 vom 3. Juli mit zahlreichen Todesopfern hatten sich sowohl Verkehrsminister Alexander Dobrindt als auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) für ein härteres Vorgehen gegen Rettungsgassensünder ausgesprochen. „Wir sind gespannt, ob Bayern den Worten Taten folgen lassen wird“, sagte Pistorius.

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Studie
Millennials: das macht die Generation aus

Was die Generation der Millennials ausmacht Hamburg (ipsos) – Über die Generation der Millennials gibt es weltweit viele Vorurteile: Als technikversessen (54%), materialistisch (45%) und egoistisch (39%) beschreiben viele Menschen die zwischen 1980 und 1995 geborenen Personen. Sogar unter den Millennials selbst werden diese drei Charaktereigenschaften am häufigsten genannt. Im Vergleich dazu bezeichnen die Befragten die Generation der Babyboomer (1945 bis 1965) als respektvoll (47%), arbeits- (41%) und gemeinschaftsorientiert (32%). Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Millennials sind zukunftspessimistisch trotz hoher Bildung Die Millennials in westlichen Demokratien blicken wenig optimistisch in die Zukunft. Auch in Deutschland trifft das zu: Nur knapp jede zweite Person (46%) dieser Alterskohorte glaubt, dass er oder sie es einmal besser haben wird als die Eltern. Dieser Zukunftspessimismus fällt umso stärker ins Gewicht, da die Millennials besser ausgebildet sind als die Generation vor ihnen. 2014 hatte ein Viertel der Millennials (25%) einen Hochschulabschluss, sechs Prozentpunkte mehr als die Generation X (geboren zwischen 1966 und 1979) im selben Alter hatte.1 Millennials sind nicht arbeitsscheu Millennials scheuen keine Arbeit: Im Alter von 27 Jahren arbeiten die Angehörigen dieser Generation im Durchschnitt 40,2 Stunden in der Woche. Bei der Generation X waren es im selben Alter nahezu genauso viele Stunden (40h).2 Auch die Arbeitsmoral scheint bei den Millennials nicht geringer auszufallen, im Gegenteil: Jede fünfte Person (19%) in Deutschland unter 30 Jahren sagt von sich, dass sie eine steigende Motivation bei der Arbeit hätte. Bei den Menschen über 30 sagen das nur sieben Prozent.3 Marken sind auch den Millennials wichtig Knapp jeder vierte Millennial in Deutschland (23%) versucht stets Markenprodukte zu kaufen. Ethische Grundsätze spielen bei ihnen dabei eine ebenso große Rolle wie in anderen Generationen: sechs von zehn deutschen Millennials (61%) wird es immer wichtiger, dass die Marken einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten, im Bevölkerungsdurchschnitt liegt dieser Wert knapp darüber (63%). Wenige Millennials vertrauen anderen Menschen Millennials sind nicht sehr vertrauensselig. In Deutschland sagt nur jede fünfte Person (21%), die zwischen 1980 und 1995 zur Welt gekommen ist, dass sie den meisten anderen Personen vertraut. Bei allen anderen Generationen liegt dieser Wert deutlich höher bei circa 29 Prozent. Im Rahmen der Studie „Global Trends“ wurden insgesamt 18.180 Interviews mit Personen zwischen 16 und 64 Jahren durchgeführt (USA und Kanada: 18-64). Feldzeit: 12. September bis 11. Oktober 2016. Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in insgesamt 23 Ländern durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Spanien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Türkei, USA. Die Daten wurden anhand der jeweils aktuellsten Zensusdaten nach demographischen Merkmalen gewichtet, um eine Annäherung an die Grundgesamtheit zu gewährleisten. Brasilien, China, Indien, Mexiko, Peru, Russland, Südafrika und die Türkei haben eine niedrigere Internetdichte und repräsentieren bei dieser Online-Umfrage daher die Bevölkerung in eher urbanen Gebieten mit höherer Bildung und höherem Einkommen als die Gesamtbevölkerung.

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Kaukasus
Aserbaidschan: Bei Angriff der armenischen Armee sterben zwei Zivilisten

Baku (nex/trt) – Die armenische Armee hat erneut auf Zivilisten in Aserbaidschan geschossen. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitteilte, seien dabei gestern eine 50-jährige Frau und ein 2-jähriges Kind getötet worden. Das Dorf Alhanli sei durch Artilleriefeuer der armenischen Streitkräfte getroffen worden. Daraufhin habe die aserbaidschanische Armee das Gegenfeuer eröffnet. Man habe internationale Institutionen über den Angriff der armenischen Armee informiert, heißt es in der Erklärung des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums weiter. Die Türkei hat den Angriff auf Zivilisten in Aserbaidschan aufs Schärfste verurteilt. „Dieser Angriff hat ganz offen gezeigt, dass die Provokationen von Armenien in den Grenzgebieten mit schweren Waffen das internationale Recht und die menschlichen Werte missachtend auf Zivilisten, insbesondere auf Frauen und Kinder zielen“ heißt es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums und: „Wir wünschen den Todesopfern Gottes Segen, dem Verletzten eine schnelle Genesung und drücken den Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aus.“ Die Beerdigung der getöteten Zahra und ihrer Großmutter findet heute statt.
(Foto: AZVision)
 

Terrorismus
Bericht: PKK verdoppelt Spendeneinnahmen in Europa auf 25 Millionen Euro

Berlin (nex) – Die Terrororganisation PKK sammelt jährlich europaweit 25 Millionen Euro an Spenden. Dies teilt der Bundesverfassungsschutz in ihrem am gestrigen Dienstag veröffentlichten Bericht mit. Die von der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe habe allein in Deutschland zwischen September 2015 und Anfang 2016 13 Millionen Euro gesammelt. „Die PKK hat damit in Deutschland ihre Spendeneinnahmen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppeln können“, heißt es weiter. In Deutschland ist die PKK seit 1993 verboten. Die Türkei wirft jedoch den deutschen Behörden vor, dass diese trotz wiederholter Warnung vonseiten der Türkei keine starken Maßnahmen gegen die Finanzierung, Propaganda und Rekrutierungsmaßnahmen der Gruppe ergriffen. Der Widerwillen Berlins, die Aktivitäten der PKK in Deutschland zu bekämpfen, hat zu großen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei geführt. Die Terrorgruppe hat laut dem Verfassungsschutzbericht fast 14 000 Anhänger in Deutschland und verstärkte in jüngster Vergangenheit ihre Rekrutierungsaktivitäten. So habe sie bereits Dutzende Personen in Trainingslager im Nordirak geschickt. Es wird auch vor Gewaltanwendung vonseiten der PKK-Anhänger in Deutschland gewarnt. „Wenngleich in Europa weitgehend störungsfrei verlaufende Veranstaltungen im Vordergrund stehen, bleibt Gewalt eine Option der PKK-Ideologie“, warnt der Bundesverfassungsschutz. „Das wird nicht zuletzt durch in Deutschland durchgeführte Rekrutierungen für die Guerillaeinheiten deutlich. Die PKK ist in der Lage und im Bedarfsfall auch bereit, zumindest punktuell Gewalt in Deutschland einzusetzen beziehungsweise Gewalttaten ihrer jugendlichen Anhängerschaft zu dulden.“

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Völkermord in Srebrenica
Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 70 Opfer am 22. Jahrestag

Belgrad (nex) – Etwa 70 weitere identifizierte Opfer des Völkermords von Srebrenica sollen am 11. Juli, dem 22. Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, bestattet werden. Die Leichname der Opfer seien nach Angaben des „Instituts für vermisste Personen in Bosnien und Herzegowina“ aus Massengräbern im ostbosnischen Dorf Potocari, etwa 6 Kilometer nordwestlich von Srebrenica, exhumiert worden. Sieben der zu beerdigenden Opfer seien bei ihrer Ermordung unter 18 Jahre alt gewesen. Damir Suljic war mit seinen 15 Jahren das jüngste Opfer, und Alija Salihovic war 72, als sie ermordet wurde. In der Erklärung des Instituts heißt es, dass zum diesjährigen Gedenktag nicht mehr als 70 Opfer identifiziert worden seien. Wenn aber die Familien der zuvor identifizierten Opfer dem Institut ihr Einverständnis „zur Vollendung des Prozesses“ gegeben hätten, wäre die Zahl der in diesem Jahr zu bestattenden Opfer gestiegen, so das „Institut Institut für vermisste Personen in Bosnien und Herzegowina“ weiter. Die meisten exhumierten Leichen aus den Massengräbern sind nach Jahren der Untersuchungen und Ausgrabungen nicht mehr vollständig. Deshalb warten einige Familien darauf, dass mehr Leichenteile geborgen werden, bevor sie ihre Angehörigen beerdigen. Serbische Milizen versuchten damals, Territorien an sich zu reißen, die von bosnischen Muslimen und Kroaten bevölkert waren, und dort einen eigenen Staat zu gründen. Der UN-Weltsicherheitsrat hatte Srebrenica im Frühjahr 1993 zu einer „Schutzzone“ erklärt. Dennoch überrannten serbische Truppen unter der Führung des Generals Ratko Mladic – der derzeit in Den Haag wegen des Verdachts des Völkermordes vor Gericht steht – die UN-Zone. Die etwa 450 niederländischen Soldaten, deren Aufgabe es gewesen wäre, als UN-Friedenserhalter unschuldige Zivilisten zu schützen, unternahmen nichts gegen die Aggression. Nach der Einnahme der Zone töteten die serbischen Invasoren an einem einzigen Tag, dem 11. Juli 1995, etwa 2000 Männer und Knaben. Etwa 15 000 Männer flohen daraufhin in die Berge rund um die Stadt, die serbischen Truppen verfolgten sie jedoch und töteten weitere 6000 von ihnen.  

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Berlin
Verfassungsschutzbericht: Russland, China und Türkei spionieren Deutschland aus

Dortmund (nex) – In dem am Dienstag von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere vorgelegten Verfassungsschutzbericht 2016 heißt es, dass auch deutsche Parteien oder Politiker „Ziel russischer Einflussnahme“ werden könnten. Dies berichten Medien unter Berufung auf eine dpa-Mitteilung. Die „aufgebrachten Reaktionen in den USA“ verdeutlichten, dass solche Einflussoperationen erhebliche Auswirkungen auf die innenpolitischen Verhältnisse eines Landes haben könnten. Der Bericht warne auch vor russischen Cyberangriffen auf die Bundestagswahl in diesem Jahr. Es bestehe eine Gefahr, dass brisante oder kompromittierende Sachverhalte publik gemacht würden. Als Angreifer würden in dem Bericht primär China und Russland genannt. Allerdings verfügten auch Nachrichtendienste anderer Staaten über die erforderlichen Fähigkeiten und Ressourcen. Die Türkei und der Iran etwa gehörten zu den Staaten, die Deutschland ausspionierten. Hauptsächlich seien das Auswärtige Amt und dessen Vertretungen im Ausland, das Wirtschaftsministerium sowie das Finanzministerium betroffen. Auch das Kanzleramt und Dienststellen der Bundeswehr stünden dem Bericht zufolge im Fokus.    

Dortmund
Sonderbehandlung für „SS-Siggi“ im Dortmunder Jobcenter

Dortmund (nex) – Ausgerechnet der stadtbekannte Rechtsextremist Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt hat beim Dortmunder Jobcenter eine Sonderbehandlung bekommen. Das berichtet die Tageszeitung „Der Westen“ unter Berufung auf eine Meldung der „Ruhr Nachrichten“.

Demnach muss der mehrfach vorbestrafte rechtsradikale Aktivist und ehemalige Funktionär der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei nicht regelmäßig beim Jobcenter vorstellig werden. Grund sei laut einem Vermerk in seiner Kundenakte Borchardts „bedenkliche Einstellung zum Grundgesetz“.

Wie „Der Westen“ weiter berichtet, liege den „Ruhr Nachrichten“ eine Stellungnahme des Arbeitamtes vor, wonach die Entscheidung mit einer Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern begründet werde. Man müsse die zuständigen Kolleginnen und Kollegen vor den Auswirkungen psychischer oder sogar physischer Gewalt schützen.

Ob Borchardt wirklich schon einen Mitarbeiter des Jobcenters angegriffen hat, habe man dort nicht kommentieren wollen. Unklar sei auch, wie viele Kunden des Jobcenters solche Ausnahmeregelungen genießen, berichtet „Der Westen“ weiter.

Im Jahre 2014 errang „SS-Siggi“ bei den Kommunalwahlen in Dortmund als Spitzenkandidat der Partei „Die Rechte“ ein Mandat im Stadtrat. Von diesem musste er nach zwei Monaten jedoch zurücktreten. Wie „Der Westen“ berichtete, habe er in einem Brief an Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau gesundheitliche und zeitliche Gründe für diese Entscheidung genannt.

Medien
ARD-aktuell-Chefredakteur: „Das Herz eines Journalisten darf nie übers Hirn bestimmen“

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Hamburg (ots) – „Das Herz eines Journalisten darf nie übers Hirn bestimmen.“ Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat sich im Interview mit dem Medienmagazin journalist für eine sachlich-nüchterne Berichterstattung ausgesprochen – „egal ob uns populistische Bewegungen oder demokratisch gewählte Präsidenten gefallen oder nicht“. So verfahre die Tageschau auch bei US-Präsident Donald Trump. Gniffke: „Wir haben uns nicht zu positionieren, sondern nur nüchtern zu beschreiben, wie sich Trumps Politik unter Berücksichtigung aller Fakten darstellt. Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat. Auch nicht zwischen den Zeilen. Das wäre das Ende unserer Glaubwürdigkeit und ehrlich gesagt auch das Gegenteil von dem, was ich unter guten Journalismus verstehe.“ Gniffke wehrt damit Vorwürfe gegen die ARD-Berichterstattung über Pegida und den US-Präsidenten ab, die manche als zu negativ und einseitig kritisiert haben. In Bezug auf Pegida räumt er ein, dass man den Berichten anfangs gelegentlich angemerkt habe, dass Journalisten Pegida kritisch sehen. „Aber daraus haben wir gelernt.“ Beim bevorstehenden G20-Gipfel werde sich die Tagesschau nicht nur auf Donald Trump konzentrieren. „Wir haben keine Trump-Festspiele, sondern einen G20-Gipfel“, so Gniffke gegenüber dem journalist. Dennoch wird sich die ARD um ein Interview mit dem US-Präsidenten bemühen: „Ich kann mir im Moment kaum jemanden vorstellen, mit dem ein Gespräch spannender wäre. Wenn wir die Chance bekommen, nutzen wir sie.“

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