Elektromobilität
Oettinger lehnt EU-weites Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotor ab

Düsseldorf (ots) – EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich gegen ein gemeinsames Ausstiegsdatum der EU-Staaten für Autos mit Verbrennungsmotor ausgesprochen. „Ein einheitliches EU-Ausstiegsdatum für den Verbrennungsmotor zum jetzigen Zeitpunkt wäre deutlich verfrüht und falsch“, sagte Oettinger der „Rheinischen Post“. Die Ausgangslage in den einzelnen Ländern sei dafür zu unterschiedlich. „Viele EU-Staaten wie Polen gewinnen ihren Strom überwiegend aus Kohle. Wenn die zu früh auf Elektromobilität umsteigen würden, wäre dem Klima wegen steigender CO2-Emissionen auch nicht gedient“, sagte Oettinger. Der Verbrennungsmotor habe zudem noch Zukunftspotenzial. „Verbesserungen des Verbrennungsmotors stehen unmittelbar bevor“, sagte Oettinger. Neue, CO2-freie Kraftstoffe würden gerade entwickelt. Großbritannien und Frankreich wollen ab 2040 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr auf den Straßen zulassen.

Türkei
Angeblicher Drogentransport: US-Behörde äußert sich weiterhin nicht zum türkisch-griechischen Vorfall

Ankara (nex) – Die US-Antidrogenbehörde DEA steckt hinter der an Griechenland übermittelte Nachricht, dass ein Frachtschiff unter türkischer Flagge, auf das die griechische Küstenwache am 3. Juli das Feuer eröffnet hatte, angeblich Drogen transportierte. Dies meldete die türkische Tageszeitung Habertürk. Die griechische Küstenwache habe 16 Kugeln auf das türkische Handelsschiff M/V ACT abgefeuert, das vom südtürkischen Hafen Iskenderun auf dem Weg zum Hafen in Izmit im Nordwesten des Landes war. Den griechischen Behörden zufolge habe das Schiff ihre Aufforderung, an einem griechischen Hafen anzuhalten, nicht befolgt. Türkische Behörden hätten später eine diplomatische Note an Griechenland mit der Bitte geschickt, ihnen detaillierte Informationen über den Vorfall zukommen zu lassen. Griechenland habe daraufhin diesen mitgeteilt, dass die DEA sie über einen angeblichen Vorfall von Drogenhandel informiert habe. Als das türkische Frachtschiff „die Warnungen ignorierte“, hätten sie laut der Meldung von Habertürk „der Prozedur entsprechend auf sichere Stellen des Schiffs geschossen“. Den Informationen der griechischen Behörden zufolge soll die türkische Küstenwache das Schiff am Hafen der türkischen Mittelmeerstadt Marmaris andocken lassen, um es mit Spürhunden zu untersuchen. Jedoch wurden dabei keine Drogen gefunden. Die Türkei habe daraufhin laut der Meldung in Habertürk bei den DEA-Büros in Ankara und Istanbul nach der Quelle ihrer Information gefragt. Diese sollen zunächst behauptet haben, dass die Mitteilung nicht von ihnen stamme, woraufhin die Türkei um eine Erklärung zum Vorfall gebeten habe. Die US-Behörde bleibt das Statement seit nunmehr fast drei Wochen schuldig, so Habertürk weiter. In der Zwischenzeit hätten griechischen Behörden erneut bekräftigt, die Information von der DEA erhalten zu haben.

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"Transition"
Chaos in Venezuela: Präsident Maduro verlangt Erklärung von USA über CIA-Verwicklung

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Caracas (nex) – Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat von den Regierungen der USA, Mexikos und Kolumbiens eine Stellungnahme zur mutmaßlichen Verwicklung in eine Verschwörung des US-Geheimdienstes CIA zu seinem Sturz verlangt. Während einer Militärzeremonie sagte der Staatschef am Montag, er fordere US-Präsident Donald Trump auf, sich zu entsprechenden Äußerungen des CIA-Chefs Mike Pompeo zu äußern. Das berichten Medien unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Demnach habe der CIA-Chef zu verstehen gegeben, dass Washington in „direkter Zusammenarbeit“ mit Mexiko und Kolumbien an der Beseitigung der venezolanischen Regierung arbeite. Berichten zufolge habe Venezuelas Außenminister Samuel Moncada auf Twitter Ausschnitte aus einem Interview mit Pompeo veröffentlicht, das dieser im Zusammenhang mit einem Sicherheitsforum am 20. Juli in Aspen im US-Bundesstaat Colorado gegeben haben soll. In diesem Interview habe der CIA-Chef gesagt, dass er zwei Wochen zuvor in Bogotá und Mexiko-Stadt über den politischen Wechsel in Venezuela gesprochen habe Er habe dabei versucht, seinen Gesprächspartnern zu erklären, was sie tun könnten, „um bessere Ergebnisse in dieser Ecke der Welt zu erzielen“. Man sei „sehr hoffnungsvoll“, dass es in Venezuela eine „Transition“, also einen Regierungswechsel, geben werde. Wie die Tageszeitung „Junge Welt“ berichtet, antwortete Pompeo mit seinen Äußerungen auf die Frage einer Teilnehmerin, die davor gewarnt hatte, dass Venezuela „entweder in den nächsten zwei Wochen Kuba sein“ oder aber innerhalb der nächsten 60 bis 90 Tage einen „Wandel“ erleben werde. „Immer, wenn es um ein so großes und wirtschaftlich fähiges Land wie Venezuela geht, hat Amerika großes Interesse daran sicherzustellen, dass es stabil und so demokratisch wie möglich ist. Wir arbeiten deshalb hart daran“, zitiert ihn „Junge Welt“ weiter. Deutlicher habe er nicht werden wollen. „Ich bin immer vorsichtig, wenn wir über Süd- und Mittelamerika und die CIA sprechen, denn da gibt es viele Geschichten.“ Das Publikum habe daraufhin gelacht. Das kolumbianische Außenministerium habe laut AFP erklärt, sich niemals in Venezuelas innere Angelegenheiten eingemischt zu haben. Kolumbien bestreite die „Existenz irgendeiner Aktion oder Maßnahme zur Einmischung in venezolanische Angelegenheiten“. Auch das mexikanische Außenministerium habe die Vorwürfe dementiert.

Israel
Netanjahu will Todesstrafe für palästinensischen Attentäter

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Jerusalem (nex) – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Todesstrafe für den palästinensischen Attentäter (19) gefordert, der in einer Siedlung im besetzten Westjordanland drei Israelis erstochen hatte. Das berichten Medien unter Berufung auf ein auf Twitter veröffentlichtes Video. „Die Todesstrafe für Terroristen – es ist Zeit, sie in schweren Fällen anzuwenden“, habe Netanjahu demnach in dem Video am Donnerstag im Gespräch mit Angehörigen der Opfer gesagt. In einem solchen Fall sollte der Attentäter „hingerichtet werden“ und „einfach nie wieder lächeln“. Der israelische Ministerpräsident verwies darauf, dass die Todesstrafe im Gesetz verankert sei. In der vergangenen Woche war der Angreifer in ein Haus in der Nähe von Ramallah eingedrungen. Dabei stach er auf vier Israelis ein und ermordete drei von ihnen. Er wurde dann von einem Nachbarn angeschossen und schließlich festgenommen.

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TV-Tipp
„Dark Tourism“: Kriegstouristen in Somalia

Unterföhring (ots) – Warum macht ein Familienvater Urlaub in einem Kriegsgebiet? Was motiviert die Anhänger des „Dark Tourism“, bei Ferien im Krisengebiet ihr Leben zu riskieren? Thilo Mischke begleitet für „Uncovered“ auf ProSieben (Montag, 31. Juli 2017, 21:10 Uhr) den britischen Kriegstouristen Andrew Drury, Vater von vier Kindern, in die Hauptstadt Somalias, Mogadischu. Was treibt den Bauunternehmer an, sein Leben aufs Spiel zu setzen? Sind seine Reisen das bloße Sammeln von Adrenalin-Trophäen? Urlaub pervers. 225.000 Euro hat der Brite für seine mehr als 70 Trips in Krisengebiete wie Somalia, Afghanistan oder Syrien bereits ausgegeben. In Mogadischu wird Andrew auf Schritt und Tritt von vier bewaffneten Kämpfern begleitet – zum Schutz: „Ich habe das gemacht, um zu sehen, wie das Rechtssystem funktioniert. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht auch voyeuristisch ist, weil es das ist. Aber es ist auch Bildung für mich persönlich und deswegen ist das was Anderes.“ Eine der „Sehenswürdigkeiten“ ist das Gefängnis. Für Thilo Mischke ist der Besuch ohne einen journalistischen Auftrag schwer einzuordnen: „Ich bin jetzt nicht als Journalist hier, sondern ich bin Thilo, der Tourist, der Andrew begleitet in so einem Gefängnis. Und jetzt bekommt das gerade ein bisschen so was zoomäßiges, was ich eigentlich als recht unangenehmes Gefühl empfinde.“ Hintergrund Terror-Hochburg Somalia Mehr als 200 Terror-Tote gab es in Somalia 2017 bisher. Die Hauptstadt ist vom Bürgerkrieg verwüstet. Immer wieder verübt die Terror-Miliz Al Shabaab Bombenanschläge auf beliebte Hotels und Cafés von Mogadischu. Somalia gilt als eines der ärmsten und der gefährlichsten Länder der Erde – das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen dorthin. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei einem Besuch im Frühjahr den Flughafen nicht verlassen. Die Behörden hatten Angst vor Anschlägen. „Uncovered: Tourismus extrem“ mit Thilo Mischke – am Montag, 31. Juli 2017, um 21:10 Uhr auf ProSieben

Türkei
Kommentar: „Man will Türkei für Kauf der russischen S-400 bestrafen“

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Ankara (nex) – Der geplante Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 sei kein Grund „zur Sorge“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach seiner Rückkehr von einer Staatsreise in die Golfstaaten.

„Warum sollte es besorgniserregend sein? Jedes Land muss für seine eigene Sicherheit bestimmte Maßnahmen ergreifen „, betonte Erdogan gegenüber Reportern am Flughafen Ankara Esenboga.

Einen Tag zuvor hatte US-General Joseph Dunford Medienberichte über den Kauf des S-400-Systems als „unwahr“ bezeichnet. „Das wäre besorgniserregend, falls sie das tun, das haben sie aber nicht getan“, so Dunford gegenüber Reportern. 

Laut Erdogan sei für die Türkei eine Partnerschaft mit einem Unternehmen sehr wichtig, in der gemeinsame Entwicklungen von neuen Systemen möglich seien.

Erdogan fügte hinzu, dass die Verhandlungen mit Russland weitgehend abgeschlossen seien.

Die Türkei versucht, die Hindernisse der NATO zu umgehen, indem sie das russische Raketensystem in ihrem eigenen nationalen Luftnetz einsetzt, anstatt es in das Netzwerk der NATO zu integrieren. „Die russischen S-400 werden nicht in das Raketenabwehrsystem der Nato integriert werden“, sagte der türkische Verteidigungsminister Fikri Işık etwa im März dieses Jahres laut türkischen Medien. 

Während die Türkei beim Aufbau eines adäquaten Langstrecken-Flugabwehr-Raketensystems von ihren NATO-Verbündeten nicht die erhoffte Unterstützung erhält, sei das Land türkischen Medien zufolge bei der Suche nach Alternativen wiederholt mit Hindernissen konfrontiert worden. „Man will die Türkei für den Kauf der russischen S-400 bestrafen“, schrieb etwa ein Journalist im türkischen Nachrichtenportal Yeni Safak English.

Das jüngste Beispiel sei ein Deal über ein Langstrecken-Flugabwehr-Raketensystem mit dem chinesischen Unternehmen CPMIEC, welcher gekündigt wurde. Enthüllungen hätten ergeben, dass es während der türkisch-chinesischen Verhandlungen vonseiten der USA zu Drohungen gekommen und aufgrund dieser dann der Deal schließlich geplatzt sei.

Berichten zufolge hätten US-Militärbehörden gleich nach der Unterzeichnung des Abkommens gegenüber der Türkei Druck ausgeübt, damit das chinesische Abwehrsystem nicht in das Luftnetz der NATO integriert würde.

Letztendlich habe die Türkei dann nachgegeben und mitgeteilt, dass das chinesische Abwehrsystem nicht in das NATO-System integriert, sondern im nationalen Luftnetz verwendet würde.

Jedoch habe dieser Schritt den NATO-Partner nicht überzeugen können. Die USA habe daraufhin den Druck noch einmal erhöht und behauptet, dass das chinesische Unternehmen in Geldwäsche involviert sei.

Daraufhin sei der Türkei mit der Einleitung internationaler Ermittlungen sowie der Auferlegung von Strafen gedroht worden, falls der Deal nicht gekündigt würde. Die Türkei habe dann anschließend ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen beendet.

Da auch andere NATO-Staaten der Türkei bei ihrem Wunsch zu einer Kooperation bei der Entwicklung eines Raketensystems nicht entgegenkamen, habe die Türkei beschlossen, ihr eigenes nationales System zu entwickeln und ihre Forschung auf diesem Gebiet zu intensivieren. 

Aufgrund der steigenden Bedrohung durch Terrorangriffe aus Nordsyrien und Schwierigkeiten der NATO bei der Bereitstellung von Patriot-Raketen an der türkischen Grenze musste die Türkei ihren Bedarf allerdings in kürzester Zeit decken.

Das russische S-400-System ist mit einer Reichweite von 400 Kilometern gegen alle Typen von Flugzeugen über Drohnen bis zu Marschflugkörpern wirksam und könne Berichten zufolge auch taktische Raketen abfangen. Selbst Tarnkappenflugzeuge hätten keine Chance. Jedes System könne gleichzeitig 36 Ziele in bis zu 27 Kilometer Höhe mit insgesamt 72 Raketen beschießen. Das System ist mit vier Raketentypen kompatibel, die sich in Gewicht und Reichweite unterscheiden.

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Fußball International
Türkei: Fußball-Nationaltrainer Fatih Terim zurückgetreten

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Istanbul (nex) – Der Teamchef der türkischen Nationalmannschaft ist heute überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Das gab der türkische Verband auf seiner Webseite bekannt. Die Zusammenarbeit sei wegen „fußballfremder Dinge“ beendet worden. Der 63-jährige Nationaltrainer war vor zwei Wochen in einen Streit in einem Restaurant verwickelt gewesen. Zwischen 1993 und 1996 sowie 2005 und 2009 war Terim bereits türkischer Teamchef.
Seit 2013 war er erneut für die türkische Nationalmannschaft zuständig. Der Coach hatte auch Galatasaray Istanbul trainiert. Bei der EM 2008 führte er die Türken bis ins Halbfinale, wo sie knapp mit einem 2:3 gegen die DFB-Auswahl ausschieden.

Bildungspolitik
NRW-Schulministerin lehnt „Schreiben nach Hören“ grundsätzlich ab

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Düsseldorf (ots) – Nordrhein-Westfalens neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) lehnt das umstrittene Verfahren „Schreiben nach Hören“ für Grundschüler grundsätzlich ab. „Das werden wir uns genau ansehen. Ich bin keine Freundin dieser Methode“, sagte Gebauer der Rheinischen Post. „,Schreiben nach Hören‘ ist in meinen Augen nur bis zum Ende des ersten Schuljahres sinnvoll nach dem Motto: Komm, schreib doch einfach mal was auf“, sagte Gebauer: „Danach ist diese Methode nicht mehr zielführend, gerade für Kinder mit Migrationshintergrund.“ Die Methode „Schreiben nach Hören“, von Fachleuten auch häufig „Lesen durch Schreiben“ genannt, wurde in den 70er Jahren von dem Schweizer Pädagogen Jürgen Reichen entwickelt. Kinder sollen dabei Lesen lernen, indem sie Wörter aufschreiben; die Korrektur der Rechtschreibung ist zunächst nicht zentral. Gebauer sagte, sie werde sich nun ansehen, wie andere Bundesländer mit der Methode umgingen: „Dann treffen wir zügig eine Entscheidung.“ Hamburg und Baden-Württemberg haben „Schreiben nach Hören“ an den Schulen bereits unterbunden.

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EuGH-Urteil
Lambsdorff: „Merkel hat EU-Flüchtlingspolitik ruiniert“

FDP: EuGH-Urteil bestätigt Rechtsbruch in der Flüchtlingspolitik durch die Bundesregierung Osnabrück (nex) – Nach Ansicht der FDP hat die Bundesregierung in der Flüchtlingskrise gegen geltendes Recht verstoßen. „Das EuGH-Urteil bestätigt, was die Freien Demokraten seit Beginn der Flüchtlingskrise scharf kritisieren. Die Bundesregierung hat erst die überfällige Reform des Dublin-Systems verschleppt und sich dann in der Flüchtlingskrise des Rechtsbruchs schuldig gemacht“, sagte der stellvertretende EU-Parlamentspräsident Alexander Graf Lambsdorff (FDP) der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Höchstrichterlich bestätigt ist jetzt: Kanzlerin Merkel hat 2015 die europäische Flüchtlingspolitik ruiniert, unsere Nachbarn brüskiert und Deutschland isoliert“, sagte Lambsdorff weiter. Nun werde es „höchste Zeit für eine neue Europapolitik. Die Zeit der angeblich alternativlosen Alleingänge muss einer partnerschaftlichen Führung weichen, wie sie Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher über Jahrzehnte erfolgreich praktiziert haben“, sagte Lambsdorff. Nach Ansicht des Liberalen-Politikers hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „die Hilferufe aus Athen, Rom und Madrid ignoriert und europäische Solidarität verweigert.“ Dann habe sie ohne Beratung mit den EU-Partnern eine Million Menschen nach Deutschland gerufen und sich dabei über geltendes Recht hinweggesetzt. Von den zuvor ignorierten EU-Nachbarn habe die Bundesregierung plötzlich „Solidarität eingefordert, die sie selbst jahrelang verweigert hat. Das hat die Partner zusätzlich vor den Kopf gestoßen, sogar Frankreich und Österreich erklärten öffentlich, die deutsche Linie nicht mehr zu unterstützen“, sagte Lambsdorff.

Tourismus
Last-Minute-Reisen: Immer mehr Deutsche entscheiden sich für Türkei

Berlin (nex) – Deutsche Reiseveranstalter verzeichnen in diesem Sommer trotz der politischen Unstimmigkeiten zwischen Berlin und Ankara eine große Nachfrage für Urlaub in der Türkei. TUI, Deutschlands größter Reiseveranstalter, teilte Medienberichten zufolge am gestrigen Dienstag mit, dass in jüngster Zeit die Nachfrage nach Last-Minute-Reisen in die Türkei zugenommen hätten. „Viele Touristen entscheiden sich wegen der – verglichen mit anderen Reisezielen – günstigen Preise für einen Urlaub in der Türkei“, erklärte TUI-Sprecher Bernd Hoffmann gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu und ergänzte: „Auch bei der Hotelwahl haben sie mehr Möglichkeiten.“ Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei hatten Berlin in der vergangenen Woche veranlasst, wirtschaftliche Maßnahmen zur Ausübung von Druck auf Ankara zu ergreifen. Außerdem hatte die Bundesregierung die Reisehinweise für das Land verschärft.
(Foto: Screenshot/Facebook)
Dieser Schritt habe jedoch keinerlei Einfluss auf die Türkeibuchungen, betont Hoffmann gegenüber Anadolu: „Das Bundesaußenministerium hat zwar die Reisehinweise für die Türkei verschärft, aber keine Reisewarnung ausgegeben.“ Öger Tours-Chefin Songül Göktas-Rosati beobachtet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen positiven Trend vor allem bei den Last-Minute-Buchungen, berichtet Anadolu weiter. „Die Türkei bietet einen in jeder Hinsicht perfekten Urlaub: Wunderschöne Hotels, sehr gastfreundliches Personal, lange Sandstrände, schöne Buchten, eine reiche Kultur und exzellentes Essen“, schwärmt sie. https://youtu.be/6ptHelZCHw4 FTI, ein weiterer Reiseveranstalter, spricht sich laut der Meldung optimistisch aus, was die steigende Nachfrage nach der Türkei angeht. „Zurzeit verzeichnen wir im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Zunahme bei Verkäufen und Besuchern im zweistelligen Prozentbereich“, so das Unternehmen in einer schriftlichen Erklärung vom gestrigen Dienstag. „Wir können seit dem verschärften Reisehinweis der Bundesregierung keine großen Bedenken bei unseren Kunden feststellen noch eine große Änderung in ihrem Buchungsverhalten“, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens und ergänzt: „Viele unserer Kunden kennen die Türkei ziemlich gut und lieben sie und werden ihren Urlaub dort genießen.“ Das deutsche Ehepaar Petra Erika und Helmut Kästner haben im türkischen Badeort Alanya an der türkischen Riviera sogar ein Haus gekauft: „Das milde Klima und die im Vergleich niedrigen Lebenskosten waren einer der Gründe für unsere Entscheidung, hier ein Haus zu kaufen.“ Das Klima und die türkische Gastfreundschaft hätten ihre Gesundheit verbessert. „Die Dinge sind nicht so schlimm wie in den Medien dargestellt „, sagt Frau Kästner gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu und fügt hinzu, dass sie sich für eine Aufenthaltsgenehmigung bewerben werde.
Petra Erika Käster und ihr Ehemann Helmut leben nun in der türkischen Stadt Alanya
(Foto: AA)
„Selbst bei uns – hier ist keine Massentourismusregion und es finden fast nur Individualisten hier her – saßen bereits vor Beginn der offiziellen Saison am 15. Mai mehr Touristen in den Cafes als letztes Jahr“, so Marina Bütün im Gespräch mit NEX24. Bütün lebt seit fast 20 Jahren in der Türkei und kommt ursprünglich aus Bayern. Die Türkei ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen, aber die Zahl der Touristen war wegen Sicherheitsbedenken und Konflikten in den Nachbarstaaten des Landes zurückgegangen. 2016 besuchten 3,9 Millionen deutsche Touristen die Türkei.

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