Mordprozess
Mindestens vier Tote nach Schüssen vor Gericht in Moskau

Moskau (nex) – Bei einer Schießerei vor einem Gericht in Moskau wurden internationalen Nachrichtenagenturen zufolge vier Menschen getötet. Wie Agenturen berichten sind in einem Moskauer Gericht Schüsse gefallen und drei Angreifer getötet worden. Die Nachrichtenagentur Interfax meldet unter Berufung auf Sicherheitsbehörden, dass zwei weitere Angreifer, die auf Wachleute geschossen hätten, festgenommen worden seien. Es seien etwa 20 Schüsse gefallen. Die genauen Vorgänge seien unklar. Bei den Angreifern soll es sich um die Angeklagten in einem Mordprozess handeln. Die Gruppe soll seit 2012 in Moskau und Umgebung 19 Autofahrer getötet haben.  

Tourismus
Türkei 2017 beliebtestes Urlaubsziel der Russen

Moskau (nex) – Wie der Verband russischer Reiseveranstalter mitteilte, gehört die Türkei in diesem Jahr zu den beliebtesten Urlaubszielen der Russen. Nach einem Bericht des Branchenverbands der russischen Reiseunternehmen (ATOR) gaben Reiseveranstalter, die Pauschalreisen für Russen anbieten, die beliebtesten Reiseziele der Russen bekannt. Der Liste nach stehe die Türkei in diesem Jahr auf dem ersten Platz und werde bis zum Ende der Sommersaison weiterhin das beliebteste Urlaubsland der Russen bleiben. Wie der türkische Nachrichtensender TRT berichtet, sei der südtürkische Badeort Kemer aufgrund der günstigen Preise auch dieses Jahr das Top-Ziel der russischen Touristen in der Türkei. Die Hälfte der russischen Urlauber hat die Türkei als bevorzugtes Urlaubsziel im Jahr 2017 gewählt. Dies gab ATOR bereits im Januar dieses Jahres bekannt. Frühe Reservierungen für Türkeireisen habe es bereits im September gegeben.

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Fipronil
Niederlande: Millionen verseuchte Eier auch nach Deutschland exportiert

Dortmund (nex) – Die niederländischen Behörden haben mehrere Millionen verseuchte Eier aus Supermärkten zurückgerufen. Ein Teil der mit einem Insektizid belasteten Eier wurde auch nach Deutschland exportiert. Das berichten Medien unter Berufung auf eine Meldung der dpa. Demnach könne der Verzehr der Eier gesundheitsschädlich sein, wie die Lebensmittelaufsichtsbehörde mitgeteilt habe. Die Eier enthielten eine zu hohe Dosis des Läusebekämpfungsmittels Fipronil. Fipronil könne in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen. In NRW seien bereits am Sonntag fast 900 000 Eier zurückgerufen worden. Bislang sei unklar, ob belastete Eier auch in andere Bundesländer gelangt sind.

Mikrozensus
Deutschland: Bevölkerung mit Migrationshintergrund steigt auf 18,6 Millionen

Wiesbaden (nex) – Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund erreichte 2016 zum fünften Mal in Folge einen neuen Höchststand. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus mitteilt, hatten im Jahr 2016 rund 18,6 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entsprach einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 8,5 %. Das ist der stärkste Zuwachs seit Beginn der Messung im Jahr 2005. Der hohe Anstieg ist vor allem auf die hohe Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern einschließlich der Schutzsuchenden in den Jahren 2015 und 2016 zurückzuführen. Europa ist weiterhin die wichtigste Herkunftsregion der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Die Bedeutung anderer Erdteile ist in den letzten fünf Jahren jedoch gestiegen. Mittlerweile haben 2,3 Millionen Menschen in Deutschland ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2011 von fast 51 %. Afrika gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Rund 740 000 Menschen sind afrikanischer Herkunft, das sind gut 46 % mehr als im Jahr 2011. Die Türkei ist noch immer mit Abstand das wichtigste Herkunftsland, hat aber seit 2011 an Relevanz verloren. 48 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind Ausländerinnen beziehungsweise Ausländer und etwa 52 % sind Deutsche. Die überwiegende Mehrheit der ausländischen Bevölkerung ist zugewandert (85 %), bei den Deutschen mit Migrationshintergrund ist es etwas mehr als die Hälfte (53 %). Die meisten Deutschen mit Migrationshintergrund besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit seit ihrer Geburt (42 %). Sie haben einen Migrationshintergrund, weil mindestens ein Elternteil ausländisch, eingebürgert oder (Spät-)Aussiedler ist. Weitere 33 % sind selbst als (Spät-)Aussiedler nach Deutschland zugewandert. Die übrigen 25 % sind eingebürgert. Mit Hilfe des Mikrozensus kann zudem die sogenannte „strukturelle Integration“ der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beschrieben werden. Die Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet sich zum Beispiel hinsichtlich ihres Bildungsstandes; dies zeigt der direkte Vergleich der Personen im Alter von 25 bis unter 35 Jahren. Personen mit Migrationshintergrund haben deutlich häufiger keinen Schulabschluss (9 %) als Personen ohne Migrationshintergrund (2 %) und haben zudem wesentlich häufiger keinen beruflichen Abschluss (32 % gegenüber 9 %). Andererseits erreichen beide Gruppen das Abitur (37 %) und auch akademische Abschlüsse (27 %) im gleichen Umfang. Innerhalb der Personen mit Migrationshintergrund haben Zuwanderer überproportional häufig keine schulischen (10 %) und beruflichen (33 %) Bildungsabschlüsse, allerdings auch überdurchschnittlich oft das Abitur (39 %) und akademische Abschlüsse (29%). Methodische Hinweise: Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Kinder dieser Gruppen. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung ziehen zu können, müssen die Daten entsprechend hochgerechnet werden. Ab dem Berichtsjahr 2016 wurde die Stichprobe des Mikrozensus auf eine neue Grundlage umgestellt. Damit basiert die Stichprobe erstmalig auf den Daten des Zensus 2011. Durch diese Umstellung ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse des Mikrozensus 2016 mit den Vorjahren eingeschränkt. Ein weiterer Effekt, der die Ergebnisse in diesem Berichtsjahr beeinflusst, ist mit der ungewöhnlich starken Zuwanderung insbesondere durch Schutzsuchende verbunden. Bei der überwiegenden Mehrheit der Aufnahmeeinrichtungen handelte es sich nicht um Wohngebäude, was zur Folge hatte, dass die dort lebenden Menschen für den Mikrozensus nicht befragt wurden. Bei der Interpretation der Ergebnisse zur ausländischen Bevölkerung sollte deshalb berücksichtigt werden, dass diese auf Angaben der in Privathaushalten lebenden Befragten beruhen.

"Verbrechen der Aggression"
Irak-Krieg: Londoner Gericht lehnt Klage gegen Tony Blair ab

London (nex) – Ein Gericht in London hat die Klage eines irakischen Ex-Generals gegen den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair wegen des Einmarsches im Irak im Jahr 2003 abgelehnt. Abdul Wahef Shannan al-Rabbat hatte Blair, den früheren britischen Außenminister Jack Straw sowie den Ex-Generalstaatsanwalt Lird Goldsmith wegen „Verbrechen der Aggression“ verklagen wollen. Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Gericht Rabbats Klage zurückgewiesen, diese aber dem High Court vorgelegt. In dem Urteil vom gestrigen Montag heißt es, dass das Führen eines Angriffskrieges nach englischem und walisischem Recht kein Verbrechen der Aggression darstelle, das strafrechtlich zu verfolgen sei. 2003 war eine Koalition westlicher Kräfte unter dem Vorwand, Saddam Hussein sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen, im Irak einmarschiert. Premier Blair schloss sich der Koalition als eifriger Unterstützer der Behauptungen an. Die Besetzung des Landes führte zu einem langwierigen, noch immer andauernden Konflikt. Sir John Chilcot, der die Untersuchungskommission zur Rolle Großbritanniens beim Irakkrieg geleitet und im vergangenen Jahr die Ergebnisse vorgestellt hatte, war zu dem Schluss gekommen, dass die Blair-Regierung nicht alle Friedensoptionen ausgeschöpft habe, bevor sie sich der Koalition anschloss. Es wird davon ausgegangen, dass seit 2003 mehr als 250 000 Menschen, darunter Kämpfer und zumeist Zivilisten, bei dem Konflikt im Irak getötet worden sind.

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Cybercrimebekämpfung
Einladung: IT-Spezialisten bei der Bayerischen Polizei gesucht

Mittelfranken (ots) – Rund 200 zusätzliche Stellen für IT-Fachkräfte geschaffen – Große Bandbreite an spannenden Tätigkeiten Die Bayerische Polizei hat bereits mehr als 300 Spezialisten im Kampf gegen Cyberkriminelle, die speziell aus- und fortgebildet sind. Die Bayerische Staatsregierung hat für 2017 rund 200 zusätzliche Stellen für IT-Fachkräfte bei der Bayerischen Polizei geschaffen, um auch künftig die Spitzenstellung bei der Cybercrimebekämpfung zu sichern und den IT-Betrieb noch stärker zu professionalisieren. Um für die Bayerische Polizei auch langfristig die besten IT-Spezialisten zu gewinnen, wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch, den 2. August 2017, um 14.00 Uhr, im Besprechungsraum 0.36 des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Jakobsplatz 5, Nürnberg, eine gezielte Werbeoffensive starten und die große Bandbreite an spannenden Tätigkeiten im IT-Sektor der Bayerischen Polizei präsentieren. Gesucht werden ‚IT-Professionals‘ unter anderem zur Softwareentwicklung und für die IT-Sicherheit, ‚IT-Forensiker‘ beispielsweise zur Analyse und Beweismittelsicherung bei Computern sowie ‚IT-Kriminalisten‘ für die Bekämpfung der Computer- und Internetkriminalität. Ein IT-Professional des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein IT-Forensiker des Bayerischen Landeskriminalamts werden ihre Arbeitsfelder vorstellen.

Automobilindustrie
Grünen-Chef Özdemir: Dobrindt mitschuldig am Dieselskandal

Düsseldorf (ots) – Grünen-Chef Cem Özdemir hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Mitschuld am Dieselskandal gegeben. „Fahrverbotsminister Dobrindt sollte nicht nur von der ,verdammten Verantwortung‘ der Autoindustrie sprechen, sondern auch von seiner eigenen“, sagte Özdemir der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Seine Bilanz ist verheerend: In der Verkehrspolitik haben wir vier verlorene Jahre erlebt“, sagte der Grünen-Spitzenkandidat. Dobrindt habe „zugesehen, wie die Leitindustrie der deutschen Wirtschaft ins Wanken gerät, und er hat durch seine Untätigkeit Hunderttausende Jobs in Gefahr gebracht“, sagte Özdemir. „Der Autogipfel darf kein Showgipfel werden“, forderte er. Die Automobilindustrie müsse überprüfbar, wirksam und schnell die Stickoxid-Emissionen deutlich reduzieren. Die Regierung müsse auf einer echten Nachrüstung der Motoren-Hardware bestehen, sagte Özdemir.

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'America First'-Industriepolitik
Gabriel kündigt Widerstand gegen Russland-Sanktionen der USA an

Düsseldorf (ots) – Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Widerstand gegen mögliche Russland-Sanktionen der Vereinigten Staaten angekündigt und von US-Präsident Donald Trump Konsultationen der EU-Staaten eingefordert. „Gegen eine ‚America First‘-Industriepolitik unter dem Vorwand von Sanktionen werden wir uns wehren“, sagte Gabriel der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Es geht uns um die Überwindung der Ukraine-Krise und den politischen Druck, den Sanktionen in Moskau erzeugen. Das geht nur, wenn wir einig sind und geschlossen agieren.“ Der SPD-Politiker betonte außerdem: „Noch ist Zeit. Offensichtlich hat Präsident Trump noch keine Entscheidung getroffen, ob und wie er das Sanktionsregime gegen Russland verschärft. Das Gesetz sieht jedenfalls Konsultationen mit uns Europäern vor, bevor das geschehen kann.“ Gabriel erklärte, dass er bereits mit seinem Ministerkollegen Tillerson dazu in engem Kontakt stehe. „Wir werden unsere Punkte in aller Deutlichkeit klarmachen.“

Reisen
Hauptbahnhof-Ranking: Das sind Deutschlands beliebteste Bahnhöfe

Berlin (ots) – Verspätete Züge und unübersichtliche Beschilderungen führen häufig zu großem Frust an Deutschlands Hauptbahnhöfen. Gleichwohl gleichen sie mit Cafés, Restaurants und diversen Einzelhändlern eher ganzen Einkaufszentren. Grund genug zu fragen, an welchem Hauptbahnhof Deutschlands sich Reisende am wohlsten fühlen. Das Vergleichsportal Netzsieger hat den Test gemacht. Der Kölner Hauptbahnhof ist der beliebteste Bahnhof Deutschlands. Das ergab eine Analyse des Vergleichsportals Netzsieger, bei der die Google-Rezensionen für die Hauptbahnhöfe der 30 größten Städte ermittelt wurden. Demnach führten insgesamt 478 Rezensionen zu dem fast perfekten Ergebnis mit 4,9 von 5,0 möglichen Sternen. Damit liegt die Domstadt noch 0,5 Sterne vor den vier zweitplatzierten Hauptbahnhöfen aus Dresden, Leipzig, Kiel und Berlin, wobei der Hauptstadtbahnhof die meisten Rezensionen (730) erhielt. Je größer die Stadt, desto beliebter der Bahnhof Die Zeiten in denen Bahnhöfen ihr schlechter Ruf meist schneller als jeder Zug voraus eilte, scheinen vorbei. Denn die Hauptbahnhöfe, die täglich die meisten Reisenden abfertigen, erhalten auch hohe Bewertungen. So reisen täglich am Münchner, Hamburger und Frankfurter Hauptbahnhof mindestens 450.000 Menschen ab und an. München ergattert mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 den dritten Platz, gleich darauf folgt Frankfurt am Main mit einer 4,1. Der meistfrequentierte Fernbahnhof der Deutschen Bahn in Hamburg landet zwar nur auf dem siebten Platz, allerdings liegt er mit einer Bewertung von 3,9 immer noch über dem deutschen Durchschnitt von 3,8. Der Wuppertaler Hauptbahnhof weist hingegen mit 2,6 Sternen die schlechteste Durchschnittsbewertung aller untersuchten Bahnhöfe auf. Auf dem vorletzten Platz liegt Mönchengladbach mit 3,0 Sternen, davor liegen Duisburg (3,1), Augsburg sowie Bonn (beide 3,2). Wenige Rezensionen gleich schlechtere Bewertung? Sechs Bahnhöfe, die weniger als 100 Rezensionen erhielten, wurden schlechter als der bundesweite Durchschnitt (3,8) bewertet. Dazu gehören neben dem letzten Wuppertal und vorletztem Mönchengladbach der Braunschweiger, Augsburger, Gelsenkirchener sowie Bielefelder Hauptbahnhof. Nur zwei Bahnhöfe, die weniger als 100 Rezensionen erhielten, bewerteten Reisende besser als den Durchschnitt: Der Kieler Hauptbahnhof landete mit nur 88 Rezensionen und 4,4 Sternen sogar auf dem zweiten Platz. Zwar erhielt der Bochumer Bahnhof neben dem Gelsenkirchener sogar die wenigsten Rezensionen (88), allerdings ist Bochum mit 4,1 Sternen weitaus besser platziert als Gelsenkirchen (3,6)

Journalismus
Studie: „Deutsche Medien haben den gewalttätigen Einwanderer als Angstfigur neu entdeckt“

Medien haben gewalttätigen Ausländer als Angstfigur neu entdeckt

Hamburg (ots) – Seit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 hat sich der mediale Blick auf Flüchtlinge und Zuwanderer deutlich verändert: Sie geraten vor allem als mutmaßliche Gewalttäter in den Fokus der Berichterstattung, während die wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge kaum thematisiert wird. Das belegt eine aktuelle Studie. „Die deutschen Medien haben den gewalttätigen Einwanderer als Angstfigur neu entdeckt“, resümiert Thomas Hestermann. Der Medienwissenschaftler ist Journalismus-Professor an der Hochschule Macromedia und stellt in der August-Ausgabe des Medienmagazins journalist die wichtigsten Ergebnisse seines aktuellen Forschungsprojekts vor, das er in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen verantwortet. Von den vier überregionalen Zeitungen und acht reichweitenstärksten deutschen Fernsehsendern, die in der Studie untersucht wurden, fiel besonders die Bild-Zeitung auf. Im untersuchten Zeitraum zwischen Januar und April 2017 berichtete Bild vor allem dann über Ausländer, wenn diese einer Straftat verdächtigt werden – das war in 64,3 Prozent der Berichte der Fall. Süddeutsche Zeitung (39,5 Prozent) und Frankfurter Allgemeine Zeitung (38,2 Prozent) thematisieren seltener Kriminalität. Nur in der taz geht es mit 18,6 Prozent der Artikel über Nichtdeutsche deutlich weniger um Straftaten. Die Berichte der meistgesehenen Fernsehnachrichten beziehen sich in 52,2 Prozent der Fälle auf Kriminalität. In der Fernsehberichterstattung habe sich der Anteil der Berichte, in denen Gewalt nichtdeutscher Tatverdächtiger thematisiert wird, seit 2014 vervierfacht – während der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in der Kriminalstatistik lediglich um ein Drittel anstieg. Im Gegensatz dazu wird im Fernsehen heute nur halb so oft über nichtdeutsche Opfer von Gewalttaten berichtet wie 2014, obwohl die Statistik des Bundeskriminalamts einen Anstieg nichtdeutscher Gewaltopfer verzeichnet. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wenn es in den Medien um Geflüchtete und Zuwanderer geht, bleibt die Sicht der Betroffenen meist außen vor. In der Bild-Zeitung kommt nur in einem von 28 Artikeln ein nichtdeutscher Gesprächspartner zu Wort, das entspricht einer Quote von 3,6 Prozent. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezieht immerhin in 20 Prozent der untersuchten Artikel (11 von 55 Artikeln) die Sicht der Betroffenen mit ein. Die Studie untersuchte 283 Artikel im überregionalen redaktionellen Teil von Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Bild und taz im Zeitraum von Januar bis April 2017 sowie 67 TV-Beiträge aus den Hauptnachrichten von ARD, ZDF, RTL, RTL2, Sat.1, ProSieben, kabel eins und Vox zu Nichtdeutschen in Deutschland. Details der Studie lesen Sie in der August-Ausgabe des Medienmagazins journalist, die Anfang August erscheint.

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