Türkei
Erdbeben erschüttert Ankara

Ankara – Die türkische Hauptstadt Ankara wurde am Donnerstag von einem schweren Erdbeben erschüttert. Nach den neuesten Informationen der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD ereignete sich um 15:46 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,2 im Bezirk Kulu der zentralanatolischen Stadt Konya. Die Tiefe des Bebens betrug 18,73 Kilometer. Das Erdbeben wurde in den Nachbarprovinzen, insbesondere in Ankara, gespürt. Das Kandilli-Observatorium gab die Stärke des Bebens ebenfalls mit 5,2 an.
In den sozialen Medien beschrieben Menschen vor Ort das Beben als „sehr stark“.
„In Konya Kulu hat sich ein Erdbeben der Stärke 5,2 ereignet. Angesichts des Erdbebens, das auch in den Nachbarprovinzen zu spüren war, haben AFAD und alle Teams unserer zuständigen Institutionen sofort mit der Suche vor Ort begonnen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine ungünstige Situation“, sagte Innenminister Ali Yerlikaya auf X.

Gastkommentar
Thomas: Israel und der European Song Contest

Ein Gastbeitrag von Michael Thomas Die augenblicklich leidenschaftlich diskutierte Frage, ob Israel am European Song Contest, ESC, nun teilnehmen soll oder nicht, wird meines Erachtens am falschen Ende aufgehängt. Denn dazu muss man zunächst wissen, weshalb ein außereuropäisches Land überhaupt an diesem Wettbewerb teilnimmt. Das liegt am Betreiber des ESC, nämlich an der EBU, der European Broadcasting Union. Die wiederum hatte als europäische Vereinigung dereinst eine Plattform für Journalisten geschaffen, um Nachrichten unkompliziert anbieten und nachfragen zu können. Besonders interessant daran ist, dass teilnehmende Staaten aufgrund schwerer Vorwürfe gegen ihren Umgang mit Journalismus ihre Mitgliedschaft verlieren können. So schloss man 2021 Belarus aus, weil von dort Interviews präsentiert worden waren, die augenscheinlich unter Druck zustande gekommen waren. Hier zeigte die EBU eine konsequente Verbundenheit mit journalistischen Standards. Da der ESC ein Produkt der EBU ist, müssen die daran teilnehmenden Staaten zwangsläufig diesen Standards folgen. Allerdings vermeldet im Falle Israel die z.T. gezielte Tötung von ca. 200 Medienschaffenden seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Angriffs der Hamas. (1)
Israels Regierungen beschränken Medien seit Jahren stark
Der restriktive Umgang jeder jeweiligen israelischen Regierung mit Medien ist seit vielen Jahren bestens bekannt; wie der SPIEGEL etwa bereits 2010 berichtete, arbeitet dort eine offen als solche bezeichnete Zensurabteilung. (2) Insgesamt wird Israel auf der Rangliste für Pressefreiheit Israel mit der zweit schlechtesten Bewertung „schwierige Lage“ geführt. (3) Ein gleich doppeltes Problem ergibt sich durch die gezielte Exekution der Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Aqleh am 11. Mai 2022 durch einen israelischen Soldaten, denn hier tritt zur absichtsvollen Tötung einer Journalistin der Versuch der israelischen Regierung, zunächst palästinensischen Kämpfern die Verantwortung zugeschoben zu haben. Erst nach Vorhaltung forensischer Beweise, die vor Ort gesichert werden konnten, gab die Regierung zu, Abu Aqleh getötet zu haben. Der Sender Al-Jazeera zeigte sich überaus gut vernetzt, mobil, hervorragend informiert und wurde daher im Zuge des Gaza-Krieges von Israel gleich vollständig verboten. Durch all diese Vorkommnisse kann Israel unmöglich weiterhin Mitglied der EBU sein und darf im Rahmen des ESC keine Präsenz in einem kulturellen Bereich zeigen. Wenn ein unter Druck erzeugtes Interview ausreichte, Belarus von der Mitgliederliste zu streichen, so wiegen die Verstöße Israels gegen die Freiheit der Presse ein solches Vergehen ganz erheblich schwerer. Schon im Sportbereich hat der weltweite Fußball meiner Meinung nach jämmerlich versagt; es kann nicht sein, dass ein Land, das alle Trainingsplätze in Gaza vernichtet und den Großteil der dort aktiven Spieler verstümmelt oder tötet, trotzdem in internationalen Turnieren antreten kann. (4) Wie bereits beim letzten ESC, so wird es auch diesmal fraglos zu großen Demonstrationen kommen, die widersinnigerweise als „antisemitsch“ bezeichnet werden. Wir alle wissen aber, dass auch diese Veranstaltung ein Solidaritätsbeweis der europäischen Regierungen Israel gegenüber darstellt und wieder einmal nur eine Gelegenheit gesucht wird, Kritik am Völkermord zu diskriminieren. Aber wir sollten uns alle bewusst machen, dass das Problem tatsächlich in der Tatsache liegt, dass seitens der EBU selbst das Verständnis von freier Presse zugunsten Israels verbogen und ktitiklos hingenommen wird, dass dies Land jede Freiheit von Journalisten durch Verbote und Hinrichtung beschneidet.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.
 
  1. Situation der Medien im Gazastreifen
  2. So funktioniert Israels Zensurmaschine
  3. Rangliste der Pressefreiheit
  4. Fifa untersucht Vorwürfe gegen Israel
 

Recht
Glücksspielwerbung auf niederländischer Bildungswebseite für Grundschüler entdeckt

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In Holland tauchte auf einem Online Lernportal für Grundschüler Glücksspielwerbung auf. Dieses Ereignis sorgte in ganz Europa für Aufsehen. Die zuständige Behörde der Niederlande sprach konsequent eine Verwarnung bezüglich des Betreibers der Online Glücksspiel Plattform aus. Die KSA ist die zuständige Behörde des Landes, welche sich in Holland mit der Regulierung hinsichtlich des Online Glücksspiels befasst. Der Kansspelautoriteit (KSA) wurde vor kurzem ein Fall gemeldet, welcher als besonders besorgniserregend gilt. Auf einer Lern Webseite für Grundschüler wurde Werbematerial des 711 Online Casinos gesichtet. Die KSA verwarnte den Anbieter prompt und plant weitere Maßnahmen. Doch wie ist es möglich, dass Werbung für Online Glücksspielangebote auf einer Webseite geschaltet werden konnte, welche sich auf den Aspekt der Bildung von Grundschülern spezialisiert hat?

Die Technik hinter den Filtermechaniken in der Kritik

Die betroffene Online Lernplattform trägt in diesem Fall nur einen Teil der Schuld. Das Portal verließ sich zum Zeitpunkt des Vorfalls, wie viele andere Online Portale der unterschiedlichsten Kategorien, auf einen Drittanbieter, in Hinsicht auf Schaltung von Werbung. Diese Drittanbieter nutzen Mechanismen, um Werbung auf eine Weise zu filtern, welche adäquat zum Inhalt des Online Portals passt. Die freien Flächen, welche zu Werbezwecken eingesetzt werden, können durch die verschiedensten Anbieter ersteigert werden. Der Filter, welcher durch den Drittanbieter angewendet wurde, erwies sich in diesem Fall jedoch als fehlerhaft.

So wird iGaming Marketing perfekt umgesetzt

Um ein positives Beispiel anzuführen, welches zeigt, auf welche Weise das Marketing im Bereich Online Glücksspiel ablaufen sollte, muss das Golden Panda Casino in die Diskussion eingebracht werden. Der Anbieter ist dafür bekannt, Werbung so anzupassen, dass diese sich vornehmlich an eine erwachsene Zielgruppe richtet. Zudem setzt Golden Panda auf Mechanismen hinsichtlich der Filterung, welche gewährleisten, dass Werbung bezüglich der Plattform unter keinen Umständen auf Online Portalen landet, welche von Minderjährigen genutzt werden. Obendrein wird das Thema Jugendschutz großgeschrieben, denn wer bei Golden Panda spielen möchte, muss zuerst nachweisen, dass er volljährig ist. Ausgefeilte und moderne Technologien hinsichtlich der Verifikation stellen dies sicher. Viele weitere Online Casino Plattformen arbeiten vergleichsweise sauber, wenn es darum geht, Werbung zu schalten und die Jugend zu schützen.

Wen trifft die Schuld hinsichtlich dieses Vorfalls?

Dem 711 Online Casino kann eine Teilschuld an diesem empörenden Vorfall zugesprochen werden. Zwar ist das 711 Online Casino nicht für die Platzierung der Werbung verantwortlich, da diese durch einen Drittanbieter stattfand, jedoch ist das 711 Online Casino dazu verpflichtet stets zu prüfen, auf welchen Online Portalen die Werbung landet. Außerdem kann davon ausgegangen werden, dass der Betreiber versuchte, den Vorfall zu verschleiern, denn beim KSA der Niederlande ging keine Meldung hinsichtlich des Sachverhalts seitens des 711 Online Casinos ein. Laut dem Betreiber des 711 Online Casinos wurde auf eine fragwürdige Weise reagiert. Anstatt die Behörden auf direktem Wege hinsichtlich des Vorfalls zu informieren, sperrte der Betreiber den Drittanbieter. Das Online Casino steht damit im Kreuzfeuer des KSA, denn die Meldepflicht eines solchen Vorfalls wurde wissentlich versäumt. Das KSA verwarnte daraufhin das 711 Online Casino. Im Hinblick auf die Schaltung von Werbung möchte das KSA in Zukunft noch strikter vorgehen und neue Mechanismen und Regulierungen einsetzen.

Blacklisting und weitere technische Maßnahmen zur Überwachung von Online Casino Werbung

Nicht nur Betreiber von Online Casino Portalen und weiteren Plattformen, die sich an ein erwachsenes Publikum richten, haben Möglichkeiten, einem solchen alarmierenden Vorfall vorzubeugen.
  • Die heutige Technik ermöglicht es auf einfache Weise, Inhalte auf eine sogenannte Blacklist zu setzen. Auf diese Weise können Anbieter bestimmte Branchen und Themen spezifisch von der Präsenz auf deren Online Portalen ausschließen.
  • Seriöse Anbieter des iGamings müssen dafür sorgen, dass stets eine genaue Überprüfung stattfindet, wenn es um die Platzierung von Werbung durch Drittanbieter geht.
  • Die Forderungen des Verbraucherschutzes, Online Glücksspielwerbung noch stärker zu überwachen, sollte hinsichtlich dieses Vorfalls überdacht werden.
  • Politik und Behörden müssen an einem Strang ziehen, um Lösungsansätze zu finden, welche realistisch umzusetzen sind und Spielern sowie Betreibern gleichzeitig zugutekommen.

Der Jugendschutz muss im Vordergrund stehen

Kinder und Jugendliche befinden sich in einer Entwicklungsphase. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, diese Zielgruppe von Werbung hinsichtlich des Online Glücksspiels fernzuhalten. Kinder und Jugendliche sind sehr anfällig, wenn es darum geht, auf bunte visuelle Reize zu reagieren. Besonders das Versprechen von Online Casino Anbietern, hohe Geldgewinne erlangen zu können, stellt eine große Gefahr dar. Das BZgA aus Deutschland ist besorgt. Kinder und Jugendliche, welche sehr früh mit dem Thema Glücksspiel in Berührung kommen, laufen Gefahr, im späteren Leben eine Glücksspielsucht zu entwickeln. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde bereits 2023 festgestellt, dass 7 % dieser Zielgruppe schon einmal an einem Online Glücksspielangebot teilgenommen haben.

Die niederländische KSA setzt ein klares Signal für die EU

Durch die Verwarnung, welche durch die KSA gegenüber dem 711 Online Casino ausgesprochen wurde, konnte ein Grundstein gesetzt werden, an welchem sich weitere EU Länder hinsichtlich der Überwachung von Online Casino Werbung orientieren sollten. Ob der Vorsatz bestand, Kinder und Jugendliche zu werben, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Drittanbieter, welche zur Schaltung von Werbung angeheuert werden, müssen durch die Betreiber von Online Casino Portalen stärker kontrolliert werden.

Online Marketing muss verantwortungsvoll betrieben werden

Das Online Marketing muss stärker überwacht werden. Nur auf diesem Wege ist es möglich, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren zu schützen, welche mit der Suchtentwicklung verbunden sind. Dass es auch anders geht, zeigen einige seriöse Anbieter der Branche, welche ihre Stellung und Verantwortung ernst nehmen.

Horn von Afrika
20 Milliarden Barrel: Türkei entdeckt Ölfeld in Somalia

Mogadischu – Die Türkei hat einen bahnbrechenden Ölfund in Ostafrika bekannt gegeben: In zwei von drei Explorationsblöcken vor der Küste Somalias wurden Reserven von schätzungsweise 20 Milliarden Barrel kommerziell nutzbaren Rohöls entdeckt. Die Ankündigung stellt einen bedeutenden Meilenstein in den expandierenden Energieambitionen der Türkei am Horn von Afrika dar und könnte die wirtschaftliche Zukunft Somalias neu gestalten, berichtet Business Insider Afrika. Die Entdeckung folgt auf ein umstrittenes bilaterales Abkommen, das am 7. März 2024 zwischen dem türkischen Energieminister Alparslan Bayraktar und dem somalischen Erdölminister Abdirizak Omar Mohamed in Istanbul unterzeichnet wurde. Das Abkommen, das der Türkei einen Anteil von 90 % an der Öl- und Gasproduktion einräumt und türkische Unternehmen von den üblichen Vorabkosten wie Unterschriftsprämien befreit, hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Kritiker argumentieren, dass Ankara dadurch stark begünstigt wird und Somalia möglicherweise langfristig nicht in den Genuss seiner eigenen Ressourcen kommt. Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat das Abkommen jedoch verteidigt und sein Potenzial betont, die somalische Wirtschaft anzukurbeln. Vorläufige Bohrungen und geologische Untersuchungen in zwei Blöcken haben Reserven von jeweils etwa 10 Milliarden Barrel bestätigt, während der dritte Block noch erkundet wird. Die türkischen Behörden erwarten bis August 2025 Ergebnisse aus dem dritten Block, wobei durch Laboranalysen die Qualität und der Gehalt des Öls bestimmt werden sollen. Die strategische Lage Somalias am Meer und die riesigen unerschlossenen Reserven – Schätzungen zufolge bis zu 30 Milliarden Barrel Öl und 6 Milliarden Kubikmeter Erdgas – haben das Land zu einem Schwerpunkt der türkischen Energiestrategie gemacht. „Dies ist ein Wendepunkt für Somalias Energiesektor und unsere Partnerschaft mit der Türkei“, sagte Präsident Mohamud und hob das Potenzial des Abkommens zur Finanzierung von Infrastruktur und Entwicklung hervor. Führende Oppositionspolitiker haben die Bedingungen jedoch kritisiert. Einige bezeichneten sie als „Ausbeutung“ der somalischen Ressourcen, da die Türkei die nahezu vollständige Kontrolle über die Produktion habe. Die staatliche türkische Turkish Petroleum Corporation (TPAO) ist federführend bei der Exploration und nutzt moderne seismische Untersuchungen, die von Schiffen wie der Oruç Reis durchgeführt werden. Die Entdeckung kommt zu einer Zeit, in der Somalia, ein Land, das seit dem Bürgerkrieg von 1991 von Instabilität geplagt ist, versucht, wieder auf dem globalen Energiemarkt Fuß zu fassen. Vor dem Konflikt hatten Unternehmen wie Agip und Chevron die Reserven Somalias erkundet, doch wurde der Betrieb inmitten jahrzehntelanger Unruhen eingestellt. Sollten die Reserven realisiert werden, könnte Somalia zu den größten Ölproduzenten Afrikas aufsteigen und mit Nigeria oder Libyen konkurrieren, die über 37,5 bzw. 48,4 Milliarden Barrel verfügen, berichtet USA Today. Für die Türkei steht die Entdeckung im Einklang mit ihrem allgemeinen Ziel, die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, die fast den gesamten Verbrauch von 941.861 Barrel pro Tag ausmachen. Jüngste inländische Funde, wie das 1-Milliarde-Barrel-Feld in Şirnak im Jahr 2023, haben das türkische Energieportfolio gestärkt, aber die Entdeckung in Somalia stellt diese in den Schatten.

Zum Thema

– Somalia – 152 weitere Soldaten absolvieren Training auf türkischer Militärbasis

Etwa 152 somalische Soldaten absolvierten erfolgreich ihr Militärtraining im türkischen Stützpunkt in Somalia.

Somalia: 152 weitere Soldaten absolvieren Training auf türkischer Militärbasis
 

Großbritannien
Mann nach 38 Jahren Haft wegen Mordes freigesprochen

Birkenhead – Nach fast vier Jahrzehnten hinter Gittern wurde die Verurteilung des heute 74-jährigen Peter Sullivan für den Mord an Diane Sindall im Jahr 1986 aufgehoben. Die Entscheidung des Berufungsgerichts markiert ein dramatisches Ende eines der am längsten andauernden Justizirrtümer in Großbritannien, berichtet BBC. Sullivan wurde 1987 für den brutalen Mord an der 21-jährigen Blumenhändlerin Diane Sindall verurteilt, die im August 1986 in einer Gasse in Birkenhead verprügelt und vergewaltigt worden war. Die Anklage stützte sich vor allem auf Indizienbeweise, darunter Sullivans Nähe zum Tatort und Zeugenaussagen, die später in Zweifel gezogen wurden. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, wobei er während seiner gesamten Haftzeit seine Unschuld beteuerte. Der Durchbruch kam nach jahrelangen Kampagnen von Sullivans Anwaltsteam und Interessengruppen, die argumentierten, dass die ursprüngliche Untersuchung fehlerhaft war. Fortschritte in der forensischen Technologie und eine erneute Prüfung der Beweise brachten Ungereimtheiten im Fall der Staatsanwaltschaft ans Licht. Entscheidend ist, dass DNA-Beweise, die zum Zeitpunkt des Prozesses nicht verfügbar waren, Sullivan nicht mit dem Verbrechen in Verbindung brachten, und dass neue Zeugenaussagen Zweifel an der Zuverlässigkeit der ursprünglichen Aussagen aufkommen ließen. „Es war ein langer Kampf, aber die Gerechtigkeit hat endlich gesiegt“, sagte Sullivans Anwältin, Emily Harper, vor dem Gericht. „Peter hat unvorstellbares Leid ertragen müssen, aber heute ist er frei und entlastet“. Sullivans Freispruch hat die Diskussion über ungerechtfertigte Verurteilungen im Vereinigten Königreich neu entfacht, und die Anwälte fordern Reformen, um ähnliche Ungerechtigkeiten zu verhindern. Die Kommission zur Überprüfung von Strafsachen (Criminal Cases Review Commission, CCRC), die Sullivans Fall an das Berufungsgericht verwiesen hat, wurde für ihre Rolle gelobt, aber auch für das langsame Tempo solcher Überprüfungen kritisiert. Der Fall hat auch die Polizei von Merseyside veranlasst, eine Erklärung abzugeben, in der sie das Urteil anerkennt und eine Überprüfung der ursprünglichen Untersuchung zusagt. „Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts und werden uns weiterhin um Gerechtigkeit für die Familie von Diane Sindall bemühen“, so ein Sprecher. Es wurden keine neuen Verdächtigen benannt, und der Mord bleibt ungelöst. Sullivans Familie, die sich versammelt hatte, um seine Freilassung zu feiern, bezeichnete den Moment als bittersüß“. Seine Tochter Karen bemerkte unter Tränen:
„Wir sind überglücklich, dass unser Vater wieder da ist, aber niemand kann ihm die Jahre zurückgeben, die uns gestohlen wurden.“
Während Sullivan beginnt, sein Leben neu aufzubauen, erinnert sein Fall eindringlich an die menschlichen Kosten von Justizirrtümern und an die anhaltende Notwendigkeit, bei der Suche nach der Wahrheit wachsam zu sein.

Auch interessant

– Vatikan – Papst Franziskus ruft zu Abschaffung der Todesstrafe auf

Das Gebot „Du sollst nicht töten“ gelte für die Schuldigen wie auch für die Unschuldigen, sagte das ehemalige Oberhaupt der katholischen Kirche.

Papst Franziskus ruft zu Abschaffung der Todesstrafe auf
 

PKK-Ankündigung
Aserbaidschan: Alijew gratuliert Erdogan zur PKK-Auflösung

Baku – Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan zur angekündigten Auflösung und Waffenniederlegung der als Terrororganisation eingestuften PKK gratuliert.

In einem Post auf X wandte er sich an das türkische Volk und bezeichnete Erdoğan als „Bruder“:

Dieses Ereignis stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung des von meinem geschätzten Bruder verkündeten Ziels einer „Türkei ohne Terrorismus“ dar. Es ist das Ergebnis einer entschlossenen Politik, die das Land auf seinem Weg zu einem starken und bedeutenden Staat verfolgt – ein Sieg der starken Führung, des unbeirrbaren Willens sowie der nationalen Einheit und Solidarität. Ich wünsche dem türkischen Staat und Volk viel Erfolg bei der vollständigen Umsetzung dieser richtungsweisenden Entscheidung.

PKK kündigt Auflösung an

Die Terrororganisation PKK hat am heutigen Montag in einer offiziellen Mitteilung angekündigt, nach 40 Jahren die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen.

Die heutige Ankündigung markiert einen möglichen Wendepunkt in einem Konflikt, der sich über vier Jahrzehnte erstreckt und mindestens 40.000 Menschenleben gefordert hat. Das Exekutivkomitee der PKK veröffentlichte eine Erklärung, die von der PKK-freundlichen Nachrichtenagentur ANF zitiert wurde und in der die Entscheidung der Gruppe bestätigt wurde, sich nach einem Aufruf ihres inhaftierten Gründers und Führers Abdullah Öcalan aufzulösen. „Wir haben beschlossen, den bewaffneten Kampf zu beenden und unsere Organisation aufzulösen“, hieß es in der Erklärung, in der das Engagement der Gruppe für Öcalans Vision von Frieden und demokratischem Engagement betont wurde. Die Ankündigung stützt sich auf einen am 1. März 2025 erklärten Waffenstillstand, den die PKK als Reaktion auf Öcalans Aufruf, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen, initiiert hatte. Der Entscheidung der PKK gingen monatelange diskrete Verhandlungen voraus, die von der türkischen Regierung unter maßgeblicher Beteiligung von Devlet Bahçeli, dem Vorsitzenden der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und einem wichtigen Verbündeten von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, geführt wurden. Im Oktober 2024 machte Bahçeli eine überraschende Friedensgeste und schlug vor, dass Öcalan vor dem Parlament die Auflösung der PKK verkünden könnte, was den Weg für verbesserte Haftbedingungen oder eine bedingte Freilassung ebnen könnte. Dieses Angebot und Besuche von Vertretern der DEM-Partei bei Öcalan ebneten den Weg für die endgültige Auflösung der Gruppe. Der 75-jährige Öcalan, der seit seiner Gefangennahme im Jahr 1999 in nahezu völliger Isolation auf der Insel İmralı festgehalten wird, gab im Februar 2025 eine bahnbrechende Erklärung ab, in der er die PKK aufforderte, ihren bewaffneten Kampf aufzugeben und sich aufzulösen. Er argumentierte, dass die ursprünglichen Ziele der Gruppe, ein separates kurdisches Heimatland oder eine Autonomie zu sichern, nicht mehr realisierbar seien, und nannte die Anerkennung der kurdischen Identität durch die Türkei und das Potenzial für eine demokratische Beteiligung als Alternativen zur Gewalt. „Die Achtung der Identitäten, die freie Selbstdarstellung und die demokratische Selbstorganisation sind nur durch die Existenz einer demokratischen Gesellschaft und eines politischen Raums möglich“, erklärte Öcalan, wie von Mitgliedern der prokurdischen Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker (DEM) berichtet wurde.
Erdoğan begrüßt die Ankündigung der PKK
Erdoğan begrüßte die Ankündigung der PKK und bezeichnete sie als „historische Chance“, einen Konflikt zu beenden, der den Südosten der Türkei seit langem destabilisiert und die Beziehungen zu den Nachbarländern Irak und Syrien, in denen PKK-Mitglieder operieren, belastet hat. Er warnte jedoch davor, dass die Türkei ihre Militäroperationen wieder aufnehmen würde, wenn die Gruppe nicht vollständig entwaffnet würde. „Wenn die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden, werden wir unsere laufenden Operationen fortsetzen“, sagte Erdoğan während einer Ramadan-Veranstaltung in Istanbul zu Beginn dieses Jahres.
Weitreichende Auswirkungen auf die Region
Die Auflösung der PKK könnte weitreichende Auswirkungen auf die Region haben. In Syrien stehen die PKK-nahen Volksschutzeinheiten (YPG), ein Kernbestandteil der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), unter Druck, sich zu entwaffnen, da die Türkei versucht, militante kurdische Gruppen an ihren Grenzen zu neutralisieren. Salih Muslim, Ko-Vorsitzender der Partei der Demokratischen Union (PYD), einer mit der PKK verbundenen syrischen Kurdengruppe, erklärte, er unterstütze Öcalans Aufruf, betonte jedoch, dass jede Entwaffnung von politischen Garantien abhängen würde. Im Irak, wo die PKK in den Qandil-Bergen Stützpunkte unterhält, könnte die Auflösung der Gruppe die Spannungen zwischen Bagdad und Ankara, das häufig grenzüberschreitende Operationen gegen PKK-Ziele durchführt, verringern. Analysten führen die Entscheidung der PKK auf eine Kombination von Faktoren zurück, darunter die fortgeschrittenen militärischen Kampagnen der Türkei, die die operative Kapazität der Gruppe seit 2016 erheblich geschwächt haben, und die sich verändernde regionale Dynamik nach dem Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Dezember 2024. „Die PKK ist sich sehr wohl bewusst, dass sich der regionale Kontext verändert hat“, sagt Bayram Balci, Analyst bei Sciences Po Paris. „Sie hat nicht mehr die Unterstützung von Assad, und die amerikanische Unterstützung für ihre syrischen Verbündete ist ungewiss.“

Fußball International
Ancelotti verlässt Real Madrid und wird Brasilien-Trainer

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Madrid – Carlo Ancelotti, Trainer von Real Madrid, wird den spanischen Klub am Ende der Saison 2024/25 verlassen, um das Amt des Cheftrainers der brasilianischen Nationalmannschaft zu übernehmen. Dies bestätigte der brasilianische Fußballverband (CBF) am heutigen Montag. Der 65-jährige Italiener, einer der höchstdekorierten Trainer der Fußballgeschichte, wird sein neues Amt am 26. Mai antreten, noch vor den brasilianischen WM-Qualifikationsspielen gegen Ecuador und Paraguay im Juni. Ancelotti, der in seinen zwei Amtszeiten bei Real Madrid 15 Trophäen gewann, darunter drei Champions-League-Titel und zwei La-Liga-Kronen, verlässt das Santiago Bernabéu nach einer trophäenlosen Saison. Real Madrid musste im Viertelfinale der Champions League eine 1:5-Niederlage gegen Arsenal hinnehmen, verlor das Finale der Copa del Rey gegen Barcelona und liegt nach der jüngsten Niederlage im El Clásico sieben Punkte hinter dem Tabellenführer Barcelona. Der CBF würdigte Ancelotti als „Legende des Fußballs“ und hob seine „unvergleichliche Bilanz in den europäischen Elitewettbewerben“ hervor. Sein Vertrag mit Brasilien läuft bis zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, mit einer Option auf eine Verlängerung im Erfolgsfall. Es wird erwartet, dass Ancelottis Vertrautheit mit brasilianischen Stars wie Vinícius Júnior, Rodrygo und Endrick Brasiliens Kampagne zur Wiedererlangung des Weltmeistertitels, der zuletzt 2002 errungen wurde, unterstützen wird. Real Madrid wird voraussichtlich Bayer Leverkusens Xabi Alonso als Ancelottis Nachfolger ernennen. Der 43-jährige Spanier soll das Amt rechtzeitig vor der FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Juni übernehmen. Der derzeitige Fußballdirektor Santiago Solari wird wahrscheinlich als Interimstrainer bei dem Turnier fungieren. Ancelottis Wechsel ist ein historischer Moment, denn er wird der erste ausländische Trainer, der Brasilien, den fünfmaligen Weltmeister, führt.

Türkei
PKK kündigt Waffenstillstand und Auflösung an

Ankara – In einer historischen Entwicklung hat die Terrororganisation PKK ihre Auflösung und die Einstellung ihres bewaffneten Kampfes gegen den türkischen Staat angekündigt. Die heutige Ankündigung markiert einen möglichen Wendepunkt in einem Konflikt, der sich über vier Jahrzehnte erstreckt und mindestens 40.000 Menschenleben gefordert hat. Das Exekutivkomitee der PKK veröffentlichte eine Erklärung, die von der PKK-freundlichen Nachrichtenagentur ANF zitiert wurde und in der die Entscheidung der Gruppe bestätigt wurde, sich nach einem Aufruf ihres inhaftierten Gründers und Führers Abdullah Öcalan aufzulösen. „Wir haben beschlossen, den bewaffneten Kampf zu beenden und unsere Organisation aufzulösen“, hieß es in der Erklärung, in der das Engagement der Gruppe für Öcalans Vision von Frieden und demokratischem Engagement betont wurde. Die Ankündigung stützt sich auf einen am 1. März 2025 erklärten Waffenstillstand, den die PKK als Reaktion auf Öcalans Aufruf, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen, initiiert hatte. Der Entscheidung der PKK gingen monatelange diskrete Verhandlungen voraus, die von der türkischen Regierung unter maßgeblicher Beteiligung von Devlet Bahçeli, dem Vorsitzenden der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und einem wichtigen Verbündeten von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, geführt wurden. Im Oktober 2024 machte Bahçeli eine überraschende Friedensgeste und schlug vor, dass Öcalan vor dem Parlament die Auflösung der PKK verkünden könnte, was den Weg für verbesserte Haftbedingungen oder eine bedingte Freilassung ebnen könnte. Dieses Angebot und Besuche von Vertretern der DEM-Partei bei Öcalan ebneten den Weg für die endgültige Auflösung der Gruppe. Der 75-jährige Öcalan, der seit seiner Gefangennahme im Jahr 1999 in nahezu völliger Isolation auf der Insel İmralı festgehalten wird, gab im Februar 2025 eine bahnbrechende Erklärung ab, in der er die PKK aufforderte, ihren bewaffneten Kampf aufzugeben und sich aufzulösen. Er argumentierte, dass die ursprünglichen Ziele der Gruppe, ein separates kurdisches Heimatland oder eine Autonomie zu sichern, nicht mehr realisierbar seien, und nannte die Anerkennung der kurdischen Identität durch die Türkei und das Potenzial für eine demokratische Beteiligung als Alternativen zur Gewalt. „Die Achtung der Identitäten, die freie Selbstdarstellung und die demokratische Selbstorganisation sind nur durch die Existenz einer demokratischen Gesellschaft und eines politischen Raums möglich“, erklärte Öcalan, wie von Mitgliedern der prokurdischen Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker (DEM) berichtet wurde. Erdoğan begrüßte die Ankündigung der PKK und bezeichnete sie als „historische Chance“, einen Konflikt zu beenden, der den Südosten der Türkei seit langem destabilisiert und die Beziehungen zu den Nachbarländern Irak und Syrien, in denen PKK-Mitglieder operieren, belastet hat. Er warnte jedoch davor, dass die Türkei ihre Militäroperationen wieder aufnehmen würde, wenn die Gruppe nicht vollständig entwaffnet würde. „Wenn die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden, werden wir unsere laufenden Operationen fortsetzen“, sagte Erdoğan während einer Ramadan-Veranstaltung in Istanbul zu Beginn dieses Jahres. Die Auflösung der PKK könnte weitreichende Auswirkungen auf die Region haben. In Syrien stehen die PKK-nahen Volksschutzeinheiten (YPG), ein Kernbestandteil der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), unter Druck, sich zu entwaffnen, da die Türkei versucht, militante kurdische Gruppen an ihren Grenzen zu neutralisieren. Salih Muslim, Ko-Vorsitzender der Partei der Demokratischen Union (PYD), einer mit der PKK verbundenen syrischen Kurdengruppe, erklärte, er unterstütze Öcalans Aufruf, betonte jedoch, dass jede Entwaffnung von politischen Garantien abhängen würde. Im Irak, wo die PKK in den Qandil-Bergen Stützpunkte unterhält, könnte die Auflösung der Gruppe die Spannungen zwischen Bagdad und Ankara, das häufig grenzüberschreitende Operationen gegen PKK-Ziele durchführt, verringern. Analysten führen die Entscheidung der PKK auf eine Kombination von Faktoren zurück, darunter die fortgeschrittenen militärischen Kampagnen der Türkei, die die operative Kapazität der Gruppe seit 2016 erheblich geschwächt haben, und die sich verändernde regionale Dynamik nach dem Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Dezember 2024. „Die PKK ist sich sehr wohl bewusst, dass sich der regionale Kontext verändert hat“, sagt Bayram Balci, Analyst bei Sciences Po Paris. „Sie hat nicht mehr die Unterstützung von Assad, und die amerikanische Unterstützung für ihre syrischen Verbündete ist ungewiss.“

Türkei
Kappadokien: Platz 1 für den weltschönsten Sonnenuntergang

Von Henriette Wild Das türkische Kappadokien wurde jüngst zum besten Ort der Welt gekürt, um einen Sonnenuntergang zu erleben.
Mit ihren märchenhaften Felsformationen, schroffen Tälern und Heißluftballons, die bei besonderen Wetterverhältnissen auch im goldenen Abendlicht über die Landschaft gleiten, bietet sie eine Kulisse wie aus einem Märchen. Kappadokien ist berühmt für seine Heißluftballonfahrten. Hunderte von Ballons, die über den Tälern schweben, bieten einen einzigartigen Aussichtspunkt, der die zerklüftete Landschaft einrahmt und in ikonische, malerische Szenen schafft.
In der klaren, trockenen Luft leuchten Himmel und Felsen in intensiven Rot- und Orangetönen. Kappadokien vereint Naturwunder, Atmosphäre und perfekte Bedingungen wie kaum ein anderer Ort. Besonders empfehlenswerte Aussichtspunkte sind das Kızılçukur-Tal mit seinen rosa schimmernden Felsen, der Lover’s Hill (Sunset Point) am Rande von Göreme sowie die Burg von Uçhisar, die einen weiten Blick über die Landschaft bietet. Romantiker können den Sonnenuntergang auch bei einem Ausritt durch das Meskendere- oder Rosental genießen.
Studie kürt die Top 10 weltweit
Durchgeführt wurde das Ranking vom britischen Reiseversicherer AllClear Travel Insurance, der historische Wetterdaten und Social-Media-Trends ausgewertet hat. Anhand eines sogenannten „Sunset Scores“ wurden über 100 Orte weltweit analysiert.

Die Top 10 der besten Orte für Sonnenuntergänge

1. Kappadokien, Türkei

(Foto: pixa)

2. Waikiki Beach, Hawaii, USA

3. Grand Canyon Nationalpark, Arizona, USA

4. Uluru (Ayers Rock), Australien

5. Grand-Teton-Nationalpark, Wyoming, USA

6. Taj Mahal, Indien

7. Piazzale Michelangelo, Florenz, Italien

8. Ipanema Beach, Brasilien

9. Haleakalā-Gipfel, Hawaii, USA

10. Arthur’s Seat, Edinburgh, Schottland

Was macht einen Sonnenuntergang besonders?

Ob ein Sonnenuntergang beeindruckt, hängt stark vom Zusammenspiel aus Licht und Atmosphäre ab. Wenn die Sonne tief steht, durchdringt ihr Licht mehr Luftschichten – dabei werden kurze Wellenlängen wie Blau gefiltert, während warme Töne wie Rot, Orange und Gelb dominieren. Diese Farbenpracht entsteht durch ein physikalisches Phänomen namens Streuung, das von Partikeln in der Luft beeinflusst wird. Doch kein Sonnenuntergang gleicht dem anderen. Faktoren wie 30–70 % Bewölkung, leichter Wind, trockene Luft und minimale Niederschläge schaffen die besten Bedingungen. Für das Ranking wurden all diese Wetterwerte mit der Instagram-Präsenz der Orte kombiniert – und daraus ein globaler Sonnenuntergangs-Index mit maximal 100 Punkten berechnet. Hierzu schreibt Allclear: „Experten sind sich im Allgemeinen einig, dass eine Bewölkung zwischen 30 und 70 % der ideale Ort für einen fantastischen Sonnenuntergang ist. Ruhige bis mäßige Winde, die schwere Wolken verlagern und Schadstoffe zerstreuen können, minimale Niederschläge und eine mäßige Luftfeuchtigkeit, die das Licht weiter streuen kann, sind weitere positive Anzeichen dafür, dass Sie ein beeindruckendes Schauspiel am Himmel erleben werden. Um herauszufinden, welche Orte auf der ganzen Welt im Durchschnitt die besten Wetterbedingungen für einen lebendigen Sonnenuntergang bieten, haben wir historische Wetterdaten für über 100 berühmte Sonnenuntergangsorte analysiert und sie anhand der oben genannten Kriterien sowie ihrer Verbreitung in den sozialen Medien als Indikator für ihre Beliebtheit bewertet. Alle Bewertungen wurden normalisiert und danach gewichtet, wie stark sie sich auf die Sonnenuntergänge auswirken, und es wurde eine Sonnenuntergangsbewertung von 100 vergeben (wobei 100 die höchste Bewertung ist).“  

Tod von Margot Friedländer
Die Türkei und der Schutz verfolgter Juden

Von Henriette Wild Mit dem Tod von Margot Friedländer am 10. Mai 2025, verliert die Welt eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen der Schoah. Ihre Stimme erinnerte unermüdlich an die dunkelste Epoche deutscher Geschichte und zugleich aber auch an die Kraft der Menschlichkeit. In dieser Zeit des Innehaltens lohnt es sich, auch auf jene weniger bekannten Geschichten zu blicken, in denen Mut, Hilfe und Mitgefühl stärker waren als Hass und Gleichgültigkeit. Die Rolle der Türkei im Zweiten Weltkrieg ist ein solches Beispiel. Während ganz Europa von nationalsozialistischem Terror überzogen wurde, suchten viele Jüdinnen und Juden nach Zuflucht. Die junge Republik Türkei, unter Mustafa Kemal Atatürk modernisiert und westlich orientiert, wurde für manche zu einem rettenden Ufer. Still, entschlossen und oft unbeachtet von der Weltöffentlichkeit.
Retter in diplomatischer Mission
Türkische Diplomaten wie Selahattin Ülkümen auf Rhodos oder Necdet Kent in Marseille riskierten Karrieren, vielleicht auch ihr Leben, um jüdische Menschen vor der Deportation zu bewahren. Sie protestierten, argumentierten mit Staatsbürgerschaften und setzten die Macht des Passes gegen die Gewalt der Gestapo. Ülkümen rettete mindestens 50 Menschen vor dem sicheren Tod. Sein Name steht heute in Yad Vashem unter den „Gerechten unter den Völkern“.
Zuflucht der Wissenschaft
Nach 1933 bot die Türkei jüdischen Wissenschaftlern und Intellektuellen aus Deutschland eine neue Heimat. Etwa 1000 Akademiker, unter ihnen Juristen, Ärzte, Architekten und Musiker, fanden an türkischen Universitäten nicht nur Arbeitsmöglichkeiten, sondern auch Anerkennung. Menschen wie Prof. Ernst Reuter, Eduard Zuckmayer oder Philipp Schwartz halfen beim Aufbau einer modernen Hochschullandschaft in Istanbul und Ankara.
Licht und Schatten
Doch es ist auch eine Geschichte mit Brüchen. Die Tragödie des Flüchtlingsschiffs „Struma“ ist ein schmerzhaftes Beispiel dafür. Im Winter 1942 lag das Schiff wochenlang vor Istanbul fest, an Bord über 760 jüdische Flüchtlinge aus Rumänien, auf dem Weg nach Palästina. Unter internationalem Druck, vor allem aus Großbritannien, das die jüdische Einwanderung in das Mandatsgebiet einschränken wollte, wurde die “Struma” am 23. Februar ohne funktionierenden Motor zurück ins Schwarze Meer geschleppt. Nur einen Tag später torpedierte ein sowjetisches U-Boot das treibende Schiff. Alle bis auf einen Passagier kamen ums Leben. Die Sowjets hielten das Schiff offenbar irrtümlich für ein feindliches Versorgungsschiff. Die „Struma“ wurde so zum Symbol einer Flucht, die in einer globalen Gleichgültigkeit endete.
Ein Vermächtnis des Erinnerns
Margot Friedländer, die mit 21 Jahren untertauchte, ihre Familie verlor und nur durch Zufall überlebte, verkörperte bis zuletzt die Hoffnung, dass Erinnerung Verantwortung gebiert. In ihrem Geiste ist es wichtig, auch jene Geschichten des Widerstands und der Hilfe zu erzählen, selbst wenn sie nicht vollkommen und nicht frei von Widersprüchen sind. Die Türkei hat in jener Zeit nicht laut gesprochen, dafür aber leise gehandelt. Und dieses leise Handeln rettete Leben.

Zum Thema

– Selahattin Ülkümen – Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.

Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete