Türkei
Gewichtheber-Legende Naim Süleymanoglu gestorben

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Istanbul (nex) – Der ehemalige türkische Weltmeister und Olypiasieger im Gewichtheben ist heute im Alter von nur 50 Jahren gestorben. Naimoglu lag seit einer Lebertransplantation auf der Intensivstation und starb heute aufgrund der darauffolgenden Komplikationen. Eine chronische Zirrhose hatte den Eingriff unumgänglich gemacht. In den 1980er und 90er-Jahren stellte Süleymanoglu insgesamt 46 Weltrekorde im Gewichtheben auf. 1988, 1992 und 1996 holte er zudem Gold bei den Olympischen Spielen. Süleymanoglu gehörte zu den wenigen Gewichthebern, die es schafften, das Dreifache ihres eigenen Gewichts zu stoßen. Er war Angehöriger der türkischen Minderheit in Bulgarien und erwarb 1996 die Staatsbürgerschaft der Türkei.

Neuer Gesetzesentwurf
Türkei: Bewaffnetes Sicherheitspersonal in Flugzeugen

Ankara (nex) – Nach einem vor kurzem vom türkischen Parlament verabschiedeten Gesetz sollen bewaffnete Sicherheitskräfte als Vorsichtsmaßnahme gegen Terroranschläge in Flugzeugen in die und aus der Türkei eingesetzt werden. Dies berichtet die Tageszeitung Habertürk. Nach einer speziellen Schulung sollen die Sicherheitskräfte im Rahmen einer gemeinsamen Initiative von Zivilluftfahrtunternehmen bei Flügen eingesetzt werden, die als besonders riskant eingestuft wurden. Laut dem Gesetzentwurf werden die in den Flugzeugen eingesetzten Personen einschließlich Polizeibeamten Angestellte des Innenministeriums und nicht Personal von privaten Sicherheitsunternehmen sein. Sie sollen im hinteren Teil des Flugzeugs sitzen und unerkannt bleiben, da sie in Zivilkleidung unterwegs sein werden. Auch werde nicht zu erkennen sein, ob sie eine Waffe bei sich führen. Bei besonders riskanten Flügen soll mindestens ein Wachmann eingesetzt werden. Das Innenministerium wird die Anwesenheit von bewaffneten Sicherheitskräften auf ausländischen Zivilluftfahrtflügen in die Türkei zulassen, sofern das Prinzip der Gegenseitigkeit beibehalten wird. Die neuen Regelungen berücksichtigten die Kriterien und Bestimmungn der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), berichtet Habertürk unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle. „Es gibt spezielle internationale Bestimmungen der ICAO, was diese Angelegenheit betrifft, und die neue Regelung in der Türkei wurde entsprechend ausgearbeitet“, so die Quelle gegenüber Habertürk.    

Skandal in Norwegen
NATO entschuldigt sich bei Türkei

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Stavanger (nex) – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich mit einer Erklärung zu einem Vorfall im Nato-Kriegsführungszentrum in Norwegen bei der Türkei entschuldigt. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, habe der Mitarbeiter während einer computergestützten Übung Erdogan als Kollaborateur mit dem Feind dargestellt. Die Türkei zog daraufhin 40 seiner teilnehmenden Soldaten aus Norwegen ab. „Solch einen Pakt, solch ein Bündnis kann es nicht geben“, verurteilte Erdogan den Vorfall. „Der Vorfall spiegelt nicht die Sicht der Nato wider“, so der Generalsekretär. Die Türkei sei ein geschätzter Nato-Verbündeter, der wichtige Beiträge zur Bündnissicherheit leiste. „Ich entschuldige mich für die verursachten Beleidigungen“, sagte Stoltenberg. Der Vorfall sei die Tat eines Einzelnen und spiegele nicht die Sicht der Nato wider. Bei der Person handele es sich nicht um einen Nato-Mitarbeiter, sondern einen Zivilangestellten Norwegens. Er sei bereits von der Übung „Trident Javelin“ in Stavanger ausgeschlossen und eine Untersuchung des Vorfalls sei eingeleitet worden. Die Nato habe die norwegischen Behörden kontaktiert, über disziplinarische Maßnahmen müsse Norwegen entscheiden.

Stoltenberg hatte im April dieses davor gewarnt, dass eine Nato ohne die Türkei schwächer wäre.

“Die Nato wäre ohne die Türkei zweifellos schwächer”, erklärte Stoltenberg gegenüber der “Welt am Sonntag” und fügte hinzu: “Die Türkei ist ein Schlüsselland für die Sicherheit in Europa und für die Nato.”

Die Türkei leiste bei den Nato-Missionen in Kosovo, Afghanistan sowie bei der Umsetzung des Flüchtlingsabkommens im Mittelmeer bedeutende Beiträge, so der Nato-Chef weiter.

Wegen ihrer geografischen Lage spiele sie außerdem eine wichtige Rolle im Kampf gegen den IS (Daesh) in den Krisengebieten Syrien und Irak, betonte er gegenüber der Sonntagszeitung.

In Richtung der westlichen Länder, die die Türkei kritisieren, sagte er, man solle sich irgendein anderes Nato-Land vorstellen, das solchen massiven Terrorattacken ausgesetzt wäre wie die Türkei und wies darauf hin, dass die Türkei das Recht habe, sich zu verteidigen und die Menschen zu bestrafen, die im Juli vergangenen Jahres den vereitelten Putschversuch durchgeführt hätten.

Syrische Kirche der Jungfrau Maria
Türkei: Weiterer Bau einer Kirche angekündigt

Istanbul (nex) – Jüdische Synagogen, christliche Kirchen, alevitische Gotteshäuser oder kurdische TV-Sender: die Regierung in Ankara scheint innerhalb kürzester Zeit einen Rückstand von achtzig Jahren wieder gut machen zu wollen. Noch nie in ihrer Geschichte hat die Türkei für ihre Minderheiten so viel getan wie in den letzten 15 Jahren. Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll. Sanierungen armenischer Kirchen Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“ Erster Neubau einer christlichen Kirche in Istanbul Bereits im Juni dieses Jahres wurde in Antalya eine weitere evangelische Kirche eröffnet. Das dreistöckige Gebäude mit einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen hat Platz für 220 Gläubige. Nun ist auch ein Streit um die Errichtung einer Kirche in Istanbul zu Ende, der Weg zum ersten Neubau eines christlichen Gotteshaus in der Millionenmetropole seit der Republiksgründung frei. Das Bauvorhaben war mehrere Jahre von katholischen Priestern blockiert worden Aber es waren im Grunde nicht etwa türkische Behörden, die den Bau der christlichen Kirche jahrelang blockiert hatten, sondern katholisch-christliche Priester. Türkische Behörden hatten die Pläne der christlichen Kirchengemeinde „Syrische Kirche der Jungfrau Maria“ schon vor Jahren genehmigt. Die syrischen Christen wollten im Istanbuler Stadtteil Yeşilköy auf dem Gelände eines ehemaligen christlichen Friedhofs eine Kirche errichten, hatten dazu die Kosten von rund 1,5 Millionen US-Dollar weitgehend aus Spenden gesammelt. Allein christlich-gläubige Menschen aus der türkischen Provinz Mardin im Südosten des Landes hatten mit ihren Spenden 200.000 Euro hierzu beigetragen. Doch dann wurde die Umsetzung des Projekts durch den von einem türkischen Gericht verordneten Baustopp unterbrochen. International wurde das Urteil hart kritisiert, konservative Christen sahen sich in ihren Vorurteilen gegen Muslime und deren angebliche Unterdrückung der Christen in der Türkei bestätigt. Doch, wer es wissen wollte, hatte schon lange davon Kenntnis: Das türkische Gericht handelte seinerzeit auf die Klage katholischer Geistlicher hin. Im Auftrag derer hatte der katholische Priester Pawel Symalaza eine Klage gegen den Bau der Kirche aufgrund von Eigentumsrechten eingereicht. Nunmehr jedoch ist der Einspruch der katholischen Priester sogar, kirchlich-katholisch fast „höchst-instanzlich“ vom Tisch: Papst Franziskus nämlich, das irdische Oberhaupt der katholischen Kirche, hat den Bau einer syrischen Kirche an Stelle des ehemaligen „katholischen Friedhofs“ in Istanbul bestätigt, erklärte der Botschafter des Vatikan, Paul Russell, in Istanbul. Wie bereits angemerkt, es wird der erste komplette Neubau einer christlichen Kirche in Istanbul seit Gründung der türkischen Republik sein. Zuvor, auch das ist wohlweislich erwähnenswert, waren schon zahlreiche bestehende christliche Kirchen in der Türkei nicht nur wieder ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt, sondern mit finanziellen Zuschüssen der türkischen Seite baulich restauriert und wiederhergestellt worden. Momentan leben rund 25.000 syrische Christen in der Türkei – 18.000 davon in Istanbul. Allerdings gibt es dort auch zahlreiche weitere Menschen christlichen Glaubens, auch unter den immer zahlreicher werdenden Residenten aus Deutschland in der Region der türkischen Riviera. Dort werden beispielsweise seit mehr als fünf Jahren in Antalya und Alanya, zusätzlich auch Bursa und Izmir, sowie Istanbul, Ankara und Antakya, christlich-überkonfessionelle Gottesdienste angeboten. Thomas Bernhard, Polat Karaburan.

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– Restaurierungsprojekt – Türkei: Unter Erdogan-Regierung begonnene Kirchen-Sanierungen gehen erfolgreich weiter

„Der Respekt gegenüber den Gotteshäusern anderer Menschen ist die Basis des Respekts gegenüber dem Glauben anderer Menschen“, erklärte das amtierende Oberhaupt des armenischen Patriarchats, Erzbischof Aram Ateşyan.

Türkei: Unter Erdogan-Regierung begonnene Kirchen-Sanierungen gehen erfolgreich weiter

Chile
Eduardo Artes: „Israel Bedrohung für Weltfrieden“

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Santiago de Chile (nex) – Ein Kandidat der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Chile erklärte Israel zur „Bedrohung des Weltfriedens“. Eduardo Artes, Führer der linken Partei der Patriotischen Union, machte diese Äußerung in einem Interview, das am Freitag bei HispanTV, einer iranischen staatlichen Rundfunkanstalt, ausgestrahlt wurde. Er versprach auch, dass er als Präsident eine umfassende Überprüfung der Beziehungen seines Landes zum jüdischen Staat durchführen werde. „Die Verträge, die Chile derzeit mit dem israelischen zionistischen Staat im militärischen, polizeilichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich unterhält, müssen alle in einer patriotischen und populären Regierung überprüft werden, da sie eindeutig unsere Unabhängigkeit beschädigen“, sagte Artes. „Wir werden alle unsere Beziehungen mit dem zionistischen Staat überprüfen, weil diese unter Beziehungen fallen, die allgemein den Weltfrieden schädigen, nicht nur den Frieden und das Überleben der arabischen Völker, besonders des palästinensischen Volkes im Nahen Osten.“ Artes gab das Interview wenige Tage vor den Präsidentschafts-, Parlaments- und Regionalratswahlen in Chile, die für den 19. November geplant sind. Im Juli hatte die Patriotische Union eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der Israel des „Völkermordes“ und der „ethnischen Säuberung“ beschuldigt wurde. Die Erklärung enthielt ein Foto von Artes, der ein Banner, auf dem die palästinensische Flagge abgebildet war, trug. Vor einigen Tagen sind Vertreter der jüdischen Gemeinde Chiles an die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet mit der Bitte herangetreten, einen neuen Gesetzentwurf zum Schutz der Bürger vor Hass und Diskriminierung zu billigen. Chile ist die Heimat von etwa 15.000 Juden und gilt mit mehr als 300.000 Mitgliedern als die größte palästinensische Gemeinde außerhalb der arabischen Welt.

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Während der seit über einer Woche andauernden Spannungen infolge neuer Einschränkungen beim Zugang zur Al-Aqsa-Moschee ist der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Jerusalem Theodosius Atallah Hanna zu einem der lautstärksten Unterstützer der Einheit der palästinensischen Christen und Muslime geworden.

Palästinensische Christen: „Geschlossen gegen Gier Israels“
   

Medien
ARD-Chefin bereit zu mehr Sparsamkeit

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Halle (ots) – Die Vorsitzende der ARD, MDR-Intendantin Karola Wille, stellt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zusätzliche Kostenersparnisse in Aussicht. Auf dem Weg zu einem integrierten Medienverbund würden bei der ARD „noch weitere Effizienzmaßnahmen zu entdecken sein“, sagte sie der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. Eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages nach 2020 schloss sie nicht aus, sagte jedoch: „Wir wissen, dass Beitragsakzeptanz wichtig ist und haben die Zeichen der Zeit verstanden.“ Zuletzt hatten die Ministerpräsidenten die Einsparvorschläge der öffentlich-rechtlichen Anstalten als unzureichend eingestuft. Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra (CDU) will die ARD auf fundamentale Reformen verpflichten. Eine Absage erteilte Wille der Forderung Robras nach einer Beschränkung der Tagesschau auf regionale Themen. „Die Tagesschau ist die erfolgreichste unabhängige deutsche Nachrichtensendung. Dass sich über zehn Millionen Menschen, darunter auch viele junge Leute, täglich vor dem Fernseher versammeln und Informationen und Meinungsaustausch vermittelt bekommen, ist ein Wert an sich.“ Sowohl ARD als auch ZDF müssten überregionale Nachrichten präsentieren. Wille verteidigte zudem den Ausbau des Online-Angebots zu einer dritten Säule neben Radio und Fernsehen. „Meinungs- und Willensbildung findet nicht mehr allein in Radio, Fernsehen und Zeitung statt. Die Internetwelt entwickelt neue Kommunikationsräume. Dort wird manipuliert und informiert. Die öffentlich-rechtlichen Redaktionen sind politisch und wirtschaftlich unabhängig. Mit unseren strukturellen und finanziellen Voraussetzungen können wir auch online ein verlässliches, vielfältiges Angebot schaffen – das ist seit einigen Jahren unser gesetzlicher Auftrag: auch online für alle da zu sein und Orientierung zu bieten.“  
(Foto: Wikitionary)

Systematische Gewalt
Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

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Aktueller Report von Save the Children dokumentiert unermessliche Grausamkeiten Berlin (nex) – Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlicht heute einen neuen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden. Die Erlebnisberichte wurden im Flüchtlingscamp Cox´s Bazar in Bangladesch dokumentiert. Jedes befragte Kind berichtet von Todesfällen „Das Schlimmste an diesen tragischen Geschichten ist, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um systematische Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen handelt. Nahezu jedes Kind, mit dem wir gesprochen haben, berichtet fürchterliche Geschichten, die es erleben oder mit ansehen musste“, betont Helle Thorning-Schmidt, CEO von Save the Children International, die kürzlich das Rohingya- Flüchtlingscamp in Cox´s Bazar besuchte. 60 Prozent der mehr als 600.000 Rohingya-Flüchtlinge sind Kinder. Unter ihnen die 16 Jahre alte Shadibabiran*, die ebenso wie viele andere Kinder Erschütterndes berichtet: „Einige Soldaten nahmen mich und zwei andere Mädchen mit in ein Haus. Sie schlugen mir mit einer Waffe ins Gesicht, traten gegen meinen Brustkorb und trampelten auf meine Arme und Beine. Anschließend vergewaltigten mich drei von ihnen über mehrere Stunden. Irgendwann wurde ich ohnmächtig.“ Die Soldaten brachen Shadibabiran eine Rippe. „Das war enorm schmerzhaft und ich konnte kaum atmen. Nach wie vor habe ich mit dem Atmen Probleme, aber ich gehe nicht zum Arzt, weil ich mich so sehr schäme.“ Der Report „Horrors I will never forget“ beleuchtet noch weitere schreckliche Schicksale. So musste die 24-jährige Rehema* miterleben, wie eine Frau und ein Baby lebendig verbrannt wurden. „Ich sah einen Soldaten, wie er eine hochschwangere Frau mit Benzin übergoss und anzündete“, berichtet sie. „Ein weiterer Soldat riss einer anderen Frau ihr Baby aus den Händen und warf es ins Feuer. Sein Name war Sahab* und er war noch nicht einmal ein Jahr alt. Die Schreie werde ich niemals vergessen.“ Der 12-jährige Hosan* floh aus seinem Heimatdorf in Myanmar, als das Militär begann, Menschen mit Macheten zu attackieren. Auf der Flucht kam er in ein verlassenes Dorf. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser erreichte er schließlich eine Wasserstelle. „Als ich näher kam, sah ich, dass darin mindestens 50 Leichen trieben. Den Geruch verbrannter Häuser und den Anblick aufgedunsener Leichen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“ „Die Mehrzahl der geflüchteten Rohingya sind Kinder unter 18 Jahren. Viele Kinder sind schwer traumatisiert von den schrecklichen Dingen, die sie auf der Flucht erlebt haben und leben nun im Flüchtlingslager, in dem sie völlig schutzlos sind“, sagt Helle Thorning-Schmidt. Der Save the Children-Bericht erscheint anlässlich des Treffens der Außenminister aus Europa, Asien, Australien und Neuseeland, das am 20./21. November in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw stattfindet. Außenminister-Konferenz muss sich gegen Gewalt aussprechen Save the Children fordert von den Außenministern, ein deutliches Zeichen gegen die Gewalt an den Rohingya zu setzen, die Krise zu beenden und die Kinder zu schützen. „Die Not der Rohingya muss im Fokus der Außenminister-Gespräche stehen. Wir erwarten, dass die Minister ihren diplomatischen Einfluss nutzen, um die Krise zu beenden und die Kinder zu schützen“, fordert Helle Thorning-Schmidt. *Namen aus Kinderschutzgründen geändert

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– Türkei – Rohingya-Verfolgung: Erdogan kritisiert Gleichgültigkeit muslimischer Länder

„Bedauerlicherweise interessieren sich die meisten muslimischen Länder nicht für das Leid der Rohingya-Muslime“, sagte Erdogan bei einer Rede im Präsidentenpalast in Ankara.

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Krise in der SDF
Syrien: PYD-Überläufer liefert türkischem Geheimdienst wichtige Informationen

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Ankara (nex) – Eine führende Persönlichkeit des syrischen PKK-Ablegers PYD hat gegenüber dem türkischen Geheimdienst wichtige Aussagen gemacht. Nachdem er sich am gestrigen Mittwoch den von der Türkei unterstützten Streitkräften der Freien Syrischen Armee (FSA) gestellt hatte, lieferte der Syrer Talal Silo dem türkischen militärischen Nachrichtendienst wichtige Hinweise zu Aufbau und Strukturierung der PYD, die aufgrund ihrer Verbindung zur PKK von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Zudem habe er die Sicherheitskräfte über die Lage in der nordsyrischen Stadt Afrin informiert. Das berichten internationale Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise. Beobachtern zufolge deute dies auf innere Konflikte der SDF.
„Talal Silos Bruch mit den sogenannten Syrischen Demokratischen Einheiten, welche vom syrischen Ableger der PKK angeführt werden, könnte der Beginn einer neuen Welle sein. Die SDF-Allianz basierte auf der gemeinsamen Feindschaft gegen den IS. Die Araber in der Allianz sahen keine Alternative zur YPG und akzeptierten ihre Vorherrschaft in allen politischen und militärischen Strukturen, um ihre Heimat vom IS zu befreien“, so der politische Analyst Ömer Özkizilcik aus Ankara gegenüber NEX24.
Mit dem Zurückdrängen des IS in der Region gehe auch die Grundlage für die Allianz verloren, und die Alleinherrschaft der YPG werde zunehmend infrage gestellt, betonte Özkizilcik und fügte hinzu:
„Außerdem gibt es in der lokalen Bevölkerung aufseiten der Araber und Kurden Widerstand gegen die Zwangsrekrutierung der YPG. Die Desertation von Talal Silo basiert auf internen Ungereimtheiten innerhalb der SDF-Allianz. Als einer der seltenen Turkmenen in der Allianz spielte er eine wichtige symbolische Rolle für die Propaganda der YPG.“
Laut FSA habe sich Talal Silo am gestrigen Mittwoch am Stadtrand von Aleppo gestellt. Silo war Sprecher der sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die erst 2015 hauptsächlich aus Kämpfern der PYD gegründet wurde. Die USA unterstützen die SDF im Kampf gegen das Terrornetzwerk IS (Daesh), allerdings landen laut türkischen Angaben US-Waffen immer wieder beim SDF-Verbündeten PKK. Die Türkei hat die USA bereits mehrmals zur Beendigung ihrer Unterstützung der PYD/SDF aufgefordert. „Die YPG [der bewaffnete Arm der PYD, Anm. d. Red.] und die PKK sind beide Terrororganisationen, es gibt keinen Unterschied außer dass die Namen unterschiedlich sind, und jede Waffe, die sie erhalten, bedeutet eine Bedrohung für die Türkei“, hatte zuvor der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gewarnt.

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– Irak – Erdbeben: Kurdische Regionalregierung dankt Türkei

Der Türkische Rote Halbmond war die erste Hilfsorganisation, die nach dem gestrigen Erdbeben 30 km südwestlich der irakischen Stadt Halabja nahe der iranischen Grenze, die Region erreichte.

Erdbeben: Kurdische Regionalregierung dankt Türkei
         
Syrien: USA liefern weiterhin schwere Waffen an PKK-Ableger PYD

TELL MAMA Studie
lslamfeindlichkeit: Suchmaschinen offen für rechtsextreme Manipulation

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London (nex) – Rechtsextreme Manipulation von Suchergebnissen, um Islamfeindlichkeit und Rassismus zu schüren, sollte von Suchmaschinen-Giganten bekämpft werden, warnte eine britische Beobachtungsstelle für Hassverbrechen. Tell MAMA fordert in ihrem jüngsten Bericht Google und andere dazu auf, „zu überprüfen, wie rechtsextreme Websites den Suchalgorithmus durch Suchmaschinenoptimierung (SEO) betrügen, um ihre Rankings in Bezug auf Kriminalität, sexuelle Ausbeutung und Terrorismus zu verbessern“. „Ein höheres Ranking erhöht nicht nur die [extremistische] Legitimität, sondern kann auch gefährdete Personen in extreme Filterblasen ziehen“, heißt es. Tell MAMA teilte mit, dass die Arbeit in Partnerschaft mit Social-Media-Unternehmen ihnen helfen werde, antimuslimische Vorurteile besser zu verstehen und Online-Gegendarstellungen zu fördern. Über 640 islamfeindliche Vorfälle wurden von Tell MAMA im Jahr 2016 – gegenüber 437 im Vorjahr – verzeichnet. In dem am Donnerstag unter dem Titel „A Constructed Threat: Identity, Intolerance and the Impact of Anti-Muslim Hatred“ (Eine konstruierte Bedrohung: Identität, Intoleranz und die Auswirkungen von antimuslimischem Hass) veröffentlichten Bericht weisen die Autoren darauf hin, dass muslimische Frauen in islamischer Kleidung am anfälligsten für Angriffe gewesen seien. Die Mehrheit der Täter waren Männer (66 Prozent) und, in den Fällen, in denen es festgestellt werden konnte, meistens weiß „Wir müssen verstehen, dass angesichts der geschlechtsspezifischen Natur antimuslimischer Rassismus auf der Straße mehrere Auswirkungen auf das Opfer und deren Familien hat“, betont TELL MAMA-Chefin Iman Atta und ergänzt: „Er beeinflusst die Mobilität muslimischer Frauen und ihr Zugehörigkeitsgefühl, das sich auch auf ihre Kinder auswirkt und ihr Selbstvertrauen einschränkt.“

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– Islamophobie – Bericht: Hass gegen Muslime mit über 200 Millionen US-Dollar gefördert

Nach einem gemeinsam veröffentlichten Bericht des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) und des Center for Race and Gender der California Berkeley Universität sind in den USA zwischen 2008 und 2013 circa 206 Millionen US-Dollar in Organisationen geflossen, die den Hass gegen Muslime fördern.

Bericht: Hass gegen Muslime mit über 200 Millionen US-Dollar gefördert

"Gewaltexzesse"
Rassismus in der DDR: Immer noch viele ungeklärte Todesfälle

Leipzig (ots) – „Mord verjährt nicht“ und deshalb müssen Gewaltverbrechen mit Todesfolge in der DDR, bei denen rassistische Motive eine Rolle gespielt haben, auch heute noch so lückenlos wie möglich aufgeklärt werden. Das fordert Martin Heger, Professor für Strafrecht an der Berliner Humboldt-Universität, in der MDR-Sendung „Exakt – Die Story“. Nach Recherchen des Historikers Harry Waibel und des MDR gibt es mindestens vier Todesfälle, die bis heute nicht verjährt sein könnten. Dabei geht es um den Tod von zwei Kubanern 1979 in Merseburg, den Tod eines Mosambikaners 1986 in Borne/Bad Belzig und den Tod eines weiteren Mosambikaners 1987 in Staßfurt. Alle vier waren als sogenannte Vertragsarbeiter in die DDR gekommen. In allen vier Fällen wurden die Ermittlungen aufgrund der Einflussnahme von DDR-Politik und Staatssicherheit eingestellt oder stark beeinflusst. “Wir können bisher 700 Vorfälle nachweisen und belegen, bei denen es mindestens 12 Tote gegeben hat”, erklärte Waibel gegenüber MDR bereits im April 2016. Der Historiker hatte für seine Recherchen umfängliche Bestände der Stasi-, Polizei- und Gerichtsakten ausgewertet und stieß dabei auf Vorkommnisse im gesamten Gebiet der DDR. Demnach gab es über mehrere Jahre ausländerfeindliche Parolen, Beleidigungen, Hetze, gewalttätige Übergriffe und Körperverletzungen, Ausschreitungen und sogar Tote. Laut Waibel sei die homogene Gesellschaft der DDR weitgehend nicht in der Lage gewesen, mit Fremden umzugehen. So wurde am 19.September 1987 in Staßfurt ein Lehrling aus Mosambik von mehreren Männern mit fremdenfeindlichen Motiven bewusstlos getreten und in den Fluss Bode geworfen. Einen Tag später wurde die Leiche gefunden. Sechs Staßfurter sollen laut Stasi-Akten für seinen Tod verantwortlich sein. Doch nur ein Täter, ein bereits Vorbestrafter, wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Erfurt wurde am 10. August 1975 zum Schauplatz eines bis dahin nie dagewesenen Gewaltexzesses. Fünf Tage lang jagten Gruppen von bis zu 300 Deutschen algerische Vertragsarbeiter durch die Innenstadt und verprügelten sie mit Latten und Stangen. Ein besonders schwerer Fall ereignete sich in Merseburg am 12. August 1979. Dabei wurden zwei kubanische Vertragsarbeiter von mehreren Merseburgern in den Fluss Saale gejagt und wurden durch Flaschen- und Steinwürfe offensichtlich so schwer verletzt, dass sie anschließend ertranken. Die anfänglichen Ermittlungen der Polizei wurden durch die Staats- und Regierungsführung unter Kenntnisname von Erich Honecker eingestellt. Professor Martin Heger, der sich mit den Tötungen der Vertragsarbeiter in der DDR beschäftigt hat, übt im MDR scharfe Kritik an den ostdeutschen Staatsanwaltschaften: „Es ist frustrierend, wie wenig Wille bei den betroffenen Staatsanwaltschaften besteht, diese Ausländerfeindlichkeit, die bekannt ist in der früheren DDR, aufzuarbeiten. Leider hat man in der Tat den Eindruck, dass die Staatsanwaltschaften in den neuen Bundesländern hier etwas vorsichtig an diese Themen herangehen.“ Für Heger gebe es bei allen vier Todesfällen ausreichende Anhaltspunkte, die einen möglichen Mordvorsatz nahelegen. 2016 leitete die Staatsanwaltschaft Halle (Saale) im Fall der zwei getöteten Kubaner ein Prüfverfahren ein, welches jedoch wieder eingestellt wurde. Für Martin Heger ist das völlig unverständlich: „Ich halte die Einstellungsverfügung vor allem mit Blick auf ihre Begründung für sehr problematisch. Hier gibt es ja einige Anhaltspunkte, die auch heute noch nahelegen, dass man ihnen nachgeht. Diese zu ignorieren, ist schon rechtsstaatlich sehr problematisch, denn Mord verjährt nicht.“ Die Staatsanwaltschaft Halle (Saale) hatte ihren Schritt damit begründet, dass laut Akten „kein primärer rassistischer Hintergrund“ als auch „keine Belege für die Unterdrückung der damaligen Ermittlungen durch die DDR-Staatssicherheit“ zu finden seien. Zeugen waren nicht befragt worden. Die Münchner Rechtsanwältin Claudia Neher vertritt in diesem Fall die Familie eines getöteten kubanischen Vertragsarbeiters. Sie kündigt nun rechtliche Schritte an: „Wir haben im Moment noch eine Möglichkeit, das Verfahren noch einmal in Gang zu bringen. Wir werden ein Klageerzwingungsverfahren auf den Weg bringen.“ Auch aus Mosambik gibt es Kritik. António Muchanga, der Sprecher der größten mosambikanischen Oppositionsbewegung Renamo: „Ich bin überzeugt, dass die Todesfälle unserer Landsleute noch nicht vollständig aufgeklärt wurden und da wir nicht wissen, ob die Schuldigen bestraft worden sind, appelliere ich an die deutschen Behörden und an die Bundesregierung, diese Fälle aufzuklären und uns über die Ergebnisse der Ermittlungen zu informieren.“ In Deutschland kritisiert der Parlamentarische Geschäftsführer von Bündnis 90/Grüne in Sachsen-Anhalt, Sebastian Striegel, die Ermittlungsbehörden: „Ich habe die klare Erwartungshaltung an die Staatsanwaltschaften, dass die zur Verfügung stehenden Mittel auch ausgeschöpft werden. Wir reden hier nicht über einen Ladendiebstahl, der zu DDR-Zeiten nicht entsprechend verfolgt wurde, sondern davon, dass Menschen ums Leben gekommen sind. Und es gebietet der Respekt vor den Toten, vor allem aber auch die Verantwortung gegenüber rechtsstaatlichen Standards, diese Tode auch aufzuklären.“ „Exakt – Die Story“ beschäftigt sich am Mittwoch um 20.45 Uhr mit dem Thema.