Izmir
In der Türkei entwickelter „unsichtbarer Stoff“ bereit für Export

Izmir (nex) – Ein von der Türkei hergestellter unsichtbarer Stoff, der nicht von Radar und Wärmebildkameras entdeckt werden kann, soll bald an NATO-Länder verkauft werden. Der von Sun Textile and Research Development Center entwickelte Stoff wurde von der türkischen Armee getestet und wartet nun auf die Genehmigung vonseiten des türkischen Verteidigungsministeriums für den Export. Sabri Ünlütürk, Vorstandsvorsitzender der Sun Holding, sagte am vergangenen Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass der Stoff von zwei Wissenschaftlern am Teknokent der Hacettepe Universität in Ankara entwickelt worden sei. Er fügte hinzu, dass sie in ihrer Fabrik in der westtürkischen Provinz Izmir mit der Produktion des Stoffes beginnen würden. Laut Ünlütürk gibt es weltweit nur sehr wenige Länder, die in der Lage sind, diese Textilart zu produzieren. Die Türkei sei nach den USA und Israel nun der dritte Staat mit dieser Technologie. „Wir sind stolz darauf, dass die türkische Armee diesen Stoff verwenden wird“, betonte Ünlütürk und ergänzte: „Die bisherigen Produkte waren nur für die visuelle Tarnung gedacht.“ Der Stoff verteile die Körperwärme so, dass die Person die sie trägt, unmöglich von Wärmebildkameras entdeckt werden könne, so der Sun-Chef weiter. Auch die Tests für Uniformen aus diesem Stoff liefen zurzeit. „Diese Uniformen wurden für unsere Soldaten entworfen, um sie vor Nachtsichtgeräten zu verstecken. Sie werden vom Militäreinheiten getestet“, sagte Ünlütürk.

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– Türkei – Antalya: “Feueradler” Burcu Dincer wird erste Hubschrauberpilotin der türkischen Feuerwehr

Nach einer kurzen Berufserfahrung bei einer privaten Fluggesellschaft nahm Dincer ihre Arbeit als Feuerwehr-Hubschrauberpilotin beim türkischen Ministerium für Forstwirtschaft in der Mittelmeerprovinz Antalya auf.

Antalya: „Feueradler“ Burcu Dincer wird erste Hubschrauberpilotin der türkischen Feuerwehr
 

Türkei
Streit um S-400-Kauf: Ankara könnte US-Radarsystem abschalten

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Ankara (nex) – Der Druck der NATO und USA auf die Türkei wegen des Erwerbs des russischen Raketenabwehrsystems S-400 wächst: Die US-Regierung droht damit, die Lieferung von F-35 Kampfflugzeugen an die Türkei zu stoppen. Bis zum Jahr 2030 sollten die türkischen Streitkräfte insgesamt 116 F-35-Kampfflugzeuge der fünften Generation erhalten, die zum Teil in der Türkei von TAI-TUSA hergestellt werden. Wie türkische Medien unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen aus Sicherheitskreisen berichten, könnte Ankara als Reaktion auf die amerikanischen Drohungen eigene Maßnahmen ergreifen – im Extremfall sogar die Demontage des mächtigen Malatya-Kürecik AN-TPY-2-Radars, das 2012 von den USA aufgestellt worden war. Das AN/TPY-2 ist ein bodengestütztes Radar zur Erfassung und Verfolgung von ballistischen Raketen. Die Demontage des Radars würde Israel einer Bedrohung durch ballistische Raketen aussetzen. Dank des in Kürecik stationierten Systems sind die gesamten westlichen Territorien des Iran bis an die Grenzen von Teheran für die NATO sichtbar. Ähnliche Radarsysteme befänden sich auch in Israel, Jordanien, Katar und den vereinten Arabischen Emiraten, jedoch erreiche etwa das System in Israel mit einer Reichweite von 1.300 Kilometer nur die Grenzen des Iran. Die Systeme in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die nicht zur NATO gehören, könnten nur die südlichen Regionen des Iran beobachten. Im Rahmen ihres Abkommens mit der NATO erteilte die Türkei damals die Erlaubnis für den Einsatz des Radars auf ihrem Staatsgebiet, was zu Spannungen mit Russland und dem Iran führte, die sich heftig gegen einen solchen Schritt ausgesprochen hatten. Dazu der politische Analyst Ömer Özkizilcik gegenüber NEX24:
„Die türkisch-amerikanischen Beziehungen sind angespannt, insbesondere seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 und der Weigerung der USA, ein Justizverfahren gegen Fethullah Gülen, den Drahtzieher des Putsches, einzuleiten oder ihn an die Türkei auszuliefern. Mit der Unterstützung der YPG in Syrien seitens der USA fand sich die Türkei in einer gefährdeten Position. Der NATO-Allierte der Türkei unterstützt bzw. gewährt den zwei Hauptgefährdern der Türkei Schutz“.
In dieser misslichen Lage habe sich die Türkei Russland angenähert und versucht, eine geostrategische Balance zwischen den USA und Russland zu finden, so Özkizilcik weiter. Die S-400 Luftabwehrsysteme aus Russland sollten mit den geplanten Luftabwehrsystemen aus gemeinsamer Produktion der Türkei mit Frankreich und Italien die Luftsicherheit gewährleisten. Somit habe die Türkei auch sicherheitspolitisch zwei verschiedene Systeme verwenden wollen, um die eigene Verteidigung zu maximieren, betont Özkizilcik und fügt hinzu:
„Die USA sahen lange Zeit in den Verhandlungen für den Kauf der S-400 Systeme ein Mittel, um für einen Preisnachlass für amerikanische Luftabwehrsysteme zu sorgen. Nachdem der Kauf des S-400 Luftabwehrsystems abgeschlossen wurde, versuchten die USA, mit Drohungen wie die Verwehren von F-35 Jets oder anderen Militärtechnologien die Türkei von ihrem Unternehmen abzubringen. Die Türkei selbst ist an der Produktion der F-35 Jets beteiligt und verzeichnet ein rasantes Wachstum in der Verteidigungsindustrie“
 

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– Türkei – Kommentar: “Man will Türkei für Kauf der russischen S-400 bestrafen”

Der geplante Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 sei kein Grund „zur Sorge“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach seiner Rückkehr von einer Staatsreise in die Golfstaaten.

Kommentar: „Man will Türkei für Kauf der russischen S-400 bestrafen“
   

Krise in Jemen
Saudi-Blockade: 400.000 Kinder in Jemen dem Hungertod nah

Bonn (ots) – Drei UN-Organisationen haben davor gewarnt, dass Tausende von hungernden jemenitischen Kindern „dem Risiko des Todes ausgesetzt“ sind, wenn sie nicht bald Hilfe erhalten. In einer gemeinsamen Erklärung teilten die WHO, UNICEF und das Welternährungsprogramm (WFP) mit, dass Tausende unschuldiger Opfer, darunter viele Kinder im Jemen, sterben werden, wenn ihnen nicht bald humanitäre Hilfe zukommt. Mehr als 20 Millionen Menschen, darunter 10 Millionen Kinder, bräuchten dringend humanitäre Hilfe und über 400.000 Kinder seien durch „akute Unterernährung“ dem Risiko des Todes ausgesetzt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ist alarmiert über die Verschlimmerung der humanitären Lage im Jemen, die durch die aktuelle Grenzblockade eingetreten ist. Die Schließung der Land-, See- und Luftgrenzen, die am 6. November begonnen hatte, geht bereits in die zweite Woche. Die Grenzschließung hat dazu geführt, dass die Auslieferung von Hilfsgütern nahezu zum Erliegen gekommen ist. Nach UNHCR-Planungen sollten ursprünglich rund 280.000 Vertriebene im Jemen mit Basisgütern versorgt werden. Auch UNHCR-Mitarbeiter sind von der Blockade betroffen. Einige können nicht mehr ins Land einreisen, andere sitzen im Jemen fest, weil kein Benzin mehr für den Transport zur Verfügung steht. „Bis Ende des Jahres sollten eigentlich 140.000 Menschen mit Hilfsgütern versorgt werden. 13.000 Haushalte sollten Bargeldhilfen erhalten, um Vorbereitungen für den Winter zu treffen. Außerdem war geplant, 9.000 Haushalten Mietzuschüsse zu geben. Diese dringend benötigte Unterstützung ist akut gefährdet“, so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. Weil der gewerbliche Verkehr im Jemen weitgehend stillliegt, sind die Preise für Nahrung, Wasser, Haushaltsgas und Benzin ins Astromische gestiegen. In der Hauptstadt Sanaa erhöhte sich zum Beispiel der Preis für Benzin um 60, für Trinkwasser aus Tanklastzügen um 133 Prozent. Immer mehr Bedürftige suchen daher Unterstützung im UNHCR-Zentrum für Vertriebene in Sanaa. Bis zu 800 Menschen sind es täglich. Vor der Grenzschließung waren es zwischen 400 und 600. Der Jemenkonflikt, der im März 2015 begann, hat sich zur größten humanitären Katastrophe weltweit entwickelt. 21 Millionen Jemeniten sind betroffen. Zwei Millionen Vertriebene, eine Million Rückkehrer, 280.000 Flüchtlinge und Asylsuchende kämpfen derzeit ums Überleben. Aufgrund der katastrophalen Situation im Jemen ruft die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des UNHCR, dringend zu Spenden auf. Die Vereinten Nationen hatten am vergangenen Dienstag Saudi-Arabien erneut aufgefordert, die anhaltende Blockade der Seehäfen des Jemen sofort zu beenden. Andernfalls sei das Leben von Millionen Menschen in Gefahr, sagte Jamie McGoldrick, UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen.

Klinik-Verbund
Köln plant zweitgrößtes Klinikum Deutschlands

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Köln (ots) – Köln könnte in den kommenden Jahren das zweitgrößte Klinikum Deutschlands entstehen. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Samstagausgabe. Nach der Vorstellung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker soll die Uniklinik mit den drei städtischen Kliniken Merheim, Holweide und Amsterdamer Straße eine weitreichende strategische Zusammenarbeit eingehen. Durch das Zusammengehen entstünde mit 3000 Betten und etwa 15 000 Mitarbeitern, davon 2100 Ärzten und 5400 Pflegekräften, ein Klinik-Verbund in der Größenordnung der Berliner Charité. Als neues Gesundheitszentrum sollen die beiden Einrichtungen demnach ihre Kräfte bündeln, um den steigenden Herausforderungen „einer wachsenden Stadt und einer älter werdenden Gesellschaft bei der medizinischen Versorgung gerecht zu werden“, so Oberbürgermeisterin Reker gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Die wirtschaftlichen Probleme der städtischen Kliniken seien ein weiterer Grund für diesen Schritt. Diese hatten das vergangene Geschäftsjahr 2016 mit einem Minus von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Wie der Kölner Stadtanzeiger unter Berufung auf eine Stellungnahme des NRW-Gesundheitsministeriums weiter berichtet habe es bereits mehrere Gespräche zwischen Vertretern der Landesregierung und der Uniklinik gegeben. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stehe dem Plan positiv gegenüber.    

Fußball Bundesliga
Gladbachs Herrmann: „Muss schauen, wie es sich für mich entwickelt“

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Düsseldorf (ots) – Mehr als 250 Spiele hat Patrick Herrmann für Borussia Mönchengladbach absolviert, in der aktuellen Saison kommt er aber nur selten von Beginn an zum Zug. „Es ist schwierig, das gebe ich zu. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich gern spielen will. Und das kann ich momentan selten. Natürlich habe ich ein paar Spiele gemacht in dieser Saison, aber dass ich damit komplett zufrieden bin, kann ich nicht sagen“, sagte der Flügelspieler im Interview mit der „Rheinischen Post“. Entsprechend mache er sich Gedanken um seine Zukunft, 2019 läuft Herrmanns Vertrag aus. „Es ist keineswegs so, dass ich unbedingt weg will, im Gegenteil. Aber man muss eben schauen, wie es sich entwickelt für mich. Wir werden darüber in Ruhe reden mit Borussia.“ „Wir spielen ja trotz der Schwankungen noch eine gute Saison. Wir haben viele Punkte geholt, und das auch verdient“, sagte Herrmann. „Dennoch müssen wir noch an ein paar Stellschrauben drehen, damit es runder wird. Das will jeder Spieler und jeder im Verein. Aber ich denke nicht, dass man mit der Situation aktuell sehr unzufrieden sein muss.“

Fußball International
Wird Thomas Tuchel neuer Trainer von Fenerbahce Istanbul?

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Istanbul (nex) – Für den 19-maligen türkischen Meister läuft es derzeit wahrlich nicht rund. In der Liga stand man vor diesem Spieltag auf Platz sieben, neun Punkte hinter der Spitze. Nachdem an diesem Wochenende bereits mehrere Spiele stattfanden, findet sich, (diese eingerechnet) Fenerbahçe sogar auf Platz 9 wieder. Das bedeutet, auch ohne jede Trainerdiskussion, ist der Verein heute gegen die Mannschaft des aktuellen 5. der Tabelle zum siegen verdammt. Die Qualifikation zur Europa League verpasste Fenerbahçe im Sommer ja schon. Für den erst zu Saisonbeginn installierten Kocaman könnte es beim ambitionierten Istanbul-Klub also äußert eng werden. Inzwischen hat in Istanbul bereits die Diskussion über mögliche neue Namen für den Platz auf der Trainerbank begonnen. Und bei Fenerbahçe träumt man dabei von einem großen Namen. Die beiden gegenwärtig vereinslosen Trainer Carlo Ancelotti und Luis Enrique sollen beispielsweise ein Thema sein und in der Vorwoche vermeldeten sowohl türkische, wie deutsche Zeitungen, davon, dass Fenerbahçe an erster Stelle an einer Verpflichtung des ehemaligen Trainers von Borussia Dortmund, Thomas Tuchel, interessiert sei. Der gegenwärtig ebenfalls vereinslose Tuchel und Dortmund hatten sich zum Ende der vergangenen Saison, trotz des Gewinns des deutschen Pokals, getrennt. Vor einigen Wochen war Thomas Tuchel dann ein Kandidat die das Traineramt des deutschen Meisters Bayern München gewesen, bevor man Jupp Heynckes dort, befristet bis nächsten Sommer, als Nachfolger von bereits erwähntem Carlo Ancelotti verpflichtete. Allerdings gilt Tuchel, glaubt man deutschen Medien, aber trotzdem auch als ein möglicher Kandidat für die Besetzung des Trainerstuhls in München ab dem kommenden Sommer. Ausserdem sollen Tuchel auch noch weitere Angebote anderer Vereine, darunter auch aus England, vorliegen. Unterdessen ist ein ehemaliger Fenerbahçe-Trainer, der deutsche Friedel Rausch, der die Elf von Fenerbahçe in der Zeit von 1980 bis 1982 betreute, im Alter von 77 Jahren in der Nacht zum gestrigen Samstag gestorben. Thomas Bernhard

Skandal in Norwegen
NATO-Chef Stoltenberg entschuldigt sich persönlich bei Erdogan

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Ankara (nex) – NATO-Chef Jens Stoltenberg hat sich am gestrigen Samstag persönlich beim türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan entschuldigt. Ein ziviler norwegischer Angestellter hatte Erdogan während einer Übung in Norwegen als „feindlichen Kollaborateur“ dargestellt. Der namentlich nicht genannten Quelle zufolge habe der NATO-Generalsekretär die Entschuldigung am Telefon ausgesprochen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Während einer computergestützten Übung war ein Porträt des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk und Erdogans in der „feindlichen Anführerliste“ gezeigt worden. Die Türkei zog sich nach dem Vorfall in Norwegen am Freitag aus der NATO-Militärübung zurück. Im Telefongespräch habe Stoltenberg dem türkischen Präsidenten mitgeteilt, dass eine Untersuchung durch den kommandierenden Offizier eingeleitet und das Arbeitsverhältnis des an dem Vorfall beteiligten norwegischen Technikers sofort beendet worden sei. Der NATO-Chef habe auch darauf hingewiesen, dass die Türkei ein wichtiger Verbündeter der NATO sei und dass er alle notwendigen Vorkehrungen treffen werde, um eine Wiederholung eines solchen Vorfalls zu vermeiden. Er hoffe, der Skandal werde die Beziehungen zwischen der NATO und der Türkei nicht beeinträchtigen, so die Quelle weiter.

Stoltenberg hatte sich bereits am Freitag in einer schriftlichen Erklärung bei der Türkei entschuldigt.

“Der Vorfall spiegelt nicht die Sicht der Nato wider”, so der Generalsekretär. Die Türkei sei ein geschätzter NATO-Verbündeter, der wichtige Beiträge zur Bündnissicherheit leiste. “Ich entschuldige mich für die verursachten Beleidigungen”, sagte Stoltenberg. Der Vorfall sei die Tat eines Einzelnen und spiegele nicht die Sicht der Nato wider, heißt es in dem Statement. Bei der Person handele es sich nicht um einen Nato-Mitarbeiter, sondern einen Zivilangestellten Norwegens. Er sei bereits von der Übung “Trident Javelin“ in Stavanger ausgeschlossen und eine Untersuchung des Vorfalls sei eingeleitet worden. Erdogan hatte die Entschuldigung der NATO am Samstag zurückgewiesen. Er sagte, ein solch respektloses Verhalten könne nicht so leicht verziehen werden. „Wir haben gestern ein respektloses Verhalten gesehen. Diese Angelegenheit kann nicht mit einer einfachen Entschuldigung beendet werden“, sagte Erdogan in einer live im Fernsehen übertragenen Rede am Samstag und fügte hinzu: “Solch einen Pakt, solch ein Bündnis kann es nicht geben“

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NATO entschuldigt sich bei Türkei
 

Flüchtlingspolitik
Türkei: Regelmäßiger Schulunterricht für fast 500.000 syrische Kinder

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Ankara (nex) – Laut offiziellen Daten hat das türkische Bildungsministerium im Schuljahr 2016/17 die Beschulung von fast einer halben Million syrischer Kinder gewährleistet. Wie Daten des Ministeriums zu entnehmen ist, wurden im Schuljahr 2016/17 492.544 von knapp über 833.000 syrischen Kindern in das türkische Bildungssystem integriert. Das sind fast 60 Prozent der schulpflichtigen syrischen Flüchtlinge in der Türkei. Unter den fast einer halben Million syrischen Kindern im türkischen Bildungssystem befanden sich im vergangenen Schuljahr 25.761 in Kindergärten, 106.257 in Mittelschulen und 51.889 in Oberstufen. Zudem hätten über 308.637 syrische Kinder eine Grundschule besucht. Das Ministerium strebe an, den Bildungszugang für syrische Kinder im Schuljahr 2017/18 auf 65 Prozent zu erhöhen. Christian Berger, Botschafter der EU-Delegation in Ankara, lobte am vergangenen Donnerstag die Bemühungen der Türkei bei der Sicherstellung von Bildung für Flüchtlingskinder. Berger sagte, dass das türkische Bildungsministerium und die Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD) große Anstrengungen für die Bildung von mehr als 500.000 Kindern aus Syrien zeigten. Von den weltweit 65 Millionen Flüchtlingen beherbergt die Türkei über drei Millionen, die laut einer Statistik vom vergangenen Jahr vor allem aus Syrien stammen. So soll die Zahl der irakischen Flüchtlinge in der Türkei bei 30,400 liegen. Pakistan belegt mit 1,4 Millionen Flüchtlingen den zweiten, der Libanon mit einer Million Flüchtlingen den dritten Platz. In den vergangenen 20 Jahren hat sich nach dem neuen “Global Trends“- Report von UNHCR die Zahl der Zwangsvertriebenen von 33,9 Millionen im Jahr 1997 auf 65,6  im Jahr 2016 verdoppelt. Demnach würden pro Minute 20 Menschen zur Flucht gezwungen. Lediglich 8 Prozent dieser Flüchtlinge leben in den 26 für sie vorgesehenen Camps in der gesamten Türkei. Der Rest ist in Städte gezogen, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlagen. Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung der Flüchtlinge bislang mehr als 25 Milliarden US-Dollar ausgegeben.  

Musik
Tallia Storm: Mein Instagram hat mein Debütalbum finanziert

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London (nex) – Sir Elton John beschrieb sie als „eine der beeindruckendsten individuellen Soul-Stimmen, die er in 20 Jahren gehört hat“ und Nile Rodgers bezeichnete sie sei einen seiner „bevorzugten neuen weltweiten Künstler“. Tallia Storm ist gerade mal 19 Jahre alt und hat ihren souligen Powerhouse-Gesang zum Einsatz gebracht, um ihr vorliegendes Debütalbum mit dem Titel „Teenage Tears“ zu veröffentlichen. Die Singer-Songwriterin hat die Musikproduktion unabhängig finanziert und arbeitete mit Branchengrößen in LA, Atlanta und London zusammen. Dies alles verdankt sie ihrem 300.000-Follower starken Instagram-Profil als Teenager-Influencer und Fashion-It-Girl. Tallia ist Teil der wachsenden Gruppe von Künstlern, die nicht von einem großen Label vertreten werden. Sie vertritt die Generation-Z-Demografie, die unternehmerisch und unabhängig ist und global, nicht lokal mit großem Ehrgeiz und Originalität denkt. Mit der Veröffentlichung der Single „The Good Lie“ im Sommer 2017 und dem heute veröffentlichten Album „Teenage Tears“ ist es leicht, ihre Einflüsse zu entdecken, die sie als Jill ScottErykah Badu, Amy Winehouse und Alicia Keys sowie die Jazz-Größen Fitzgerald und Vaughan bezeichnet. Es gibt 15 Tracks auf dem Album, die einen wahren Touch ihres souligen, Jazz-inspirierten R&B-Gesangs bieten. Tallia Storm sagte: „Dieses Album ist eine Achterbahn der Gefühle – real, roh und ehrlich. Es ist eine Entdeckungs- und Selbstfindungsreise durch eine Sammlung an Teenager-Geschichten aus meinem Leben. Der Track ‚Everyday‘ war für mich am emotionalsten, da meine Mutter dieses Jahr mit einer Krebserkrankung zu kämpfen hatte. Ich habe mich ins Songwriting gestürzt und ‚Everyday‘ ist das Ergebnis. Es gibt so viele Zwänge da draußen, aber wenn wir sie langsam bewältigen, können wir mit allem fertig werden.“ Die in London ansässige R&B-Sängerin und Songwriterin aus Schottland erregte die Aufmerksamkeit von Sir Elton John, als sie gerade 13 Jahre alt war und seinem Partner David Furnish in einem Hotelrestaurant eine Demo-CD überreichte. Sir Elton rief sie 24 Stunden später an und lud sie ein, sein Konzert in Großbritannien für 17.000 Menschen zu eröffnen. Seitdem tritt sie überall auf der Welt auf, zieht prominente Fans wie Eva Longoria an und hat sich einen Namen als bedeutende Mode-Influencerin gemacht. Von einigen der größten High-Street- und Luxusmarken der Welt eingekleidet zu werden und damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, hat es ihr ermöglicht, die Art von Musik zu liefern, die „sie will“!

Fernsehen
Türkische TV-Serien weltweit auf Platz zwei

Ankara (nex) – Türkische TV-Serien haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der lukrativsten Exportgüter der Türkei entwickelt und haben noch dazu den Nebeneffekt, dass das Interesse der Touristen, das Land zu besuchen, geweckt wird. Nach Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus ist die Türkei nach den USA die zweitgrößte Exporteurin von TV-Serien. „Beim Export von TV-Serien befindet sich die Türkei nach den USA weltweit auf dem zweiten Platz“, sagte Kultur- und Tourismusminister Numan Kurtulmus vor dem Planungs- und Haushaltsausschuss des türkischen Parlaments am Freitag und fügte hinzu, dass dem weltweiten Export türkischer TV-Serien nun große Bedeutung beigemessen werde. In Europa stünden türkische Serien bereits an erster Stelle, so Kurtulmus. Türkische TV-Serien wurden erstmals im Jahr 2001 in die Balkanstaaten, den Nahen Osten und nach Lateinamerika exportiert. Ende 2014 lagen die Exportzahlen bei 200 Millionen Dollar und 2015 bereits bei 250 Millionen Dollar. Im Dezember 2016 wurden türkische TV-Serien erstmals auch beim Asia TV Forum in Singapur beworben. Bislang wurden etwa 150 türkische Fernsehserien (Stand 2016) ins Ausland verkauft, die von 500 Millionen Zuschauern in 100 Ländern im Nahen Osten und Nordafrika sowie Ost- und Westeuropa verfolgt werden. Türkische Vornamen in Südamerika Inspiriert von den sehr beliebten Seifenopern und TV-Serien wenden sich immer mehr Eltern in Chile sogar von den traditionellen lateinamerikanischen Vornamen ab und geben ihren Kindern türkische Namen. „Es gibt aus jeder Schicht der chilenischen Gesellschaft eine Riesenresonanz auf die türkischen Serien, und Binbir Gece – die erste Serie, die wir ausstrahlten – stellte einen historischen Erfolg mit sehr hohen Einschaltquoten dar“, erklärte Juan Ignacio Vicente vom Mega TV gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Chilenische Familien fühlten sich mittlerweile von den türkischen Serien inspiriert und gäben ihren Neugeborenen Namen wie Elif, Nilüfer, Fatmagül oder Ibrahim. Nach offiziellen Angaben wurden viele chilenische Mädchen, die im vergangenen Jahr zur Welt kamen, Elif genannt – ein traditioneller türkischer Vorname. Elif toppte selbst den in Lateinamerika weitverbreiteten Namen Veronica. „In den letzten Jahren sind in Lateinamerika türkische Schauspieler dank der TV-Serien sehr berühmt geworden“, sagte Vicente und fügte hinzu, dass chilenische Fans Serienstars wie Bergüzar Korel, Halit Ergenc, Cagatay Ulusoy und Kivanc Tatlitug persönlich erleben wollten. Er sei überrascht, dass die Namen der Charaktere aus den Serien zu einem Teil der chilenischen Kultur geworden seien: „Ich denke, dass die Leute sich mit ihnen identifizieren und sich deshalb diese Charaktere als Vorbilder für ihre Kinder wünschen.“ https://youtu.be/WaXXRl1vapQ Dank Serien: Interesse an türkischer Sprache gestiegen Seref Ates vom Yunus-Emre-Insitut erklärte gegenüber AA, dass türkische Serien und Filme eine große Wirkung bei der Weiterverbreitung des Interesses an der türkischen Sprache und Kultur im Ausland hätten: „Dank diesen Serien und Filmen wird der türkische Lebensstil im Ausland vorgestellt. Die Serien haben vor allem in den Balkanstaaten, der arabischen Welt, aber auch in lateinamerikanischen Ländern sowie Russland viele Zuschauer.“ „Es gibt sogar Leute, die Türkisch lernen, um sich die türkischen Serien anschauen zu können“, fügte Ates hinzu. Historie-Serie “Diriliş Ertuğrul” in über 60 Länder exportiert Auch die Historie-Serie “Diriliş Ertuğrul” erfreut sich im Ausland hoher Beliebtheit und wurde nach Angaben des Staatsenders TRT in bereits über 60 Länder exportiert. „Videos der Serie Dirilis Ertugrul stießen bei arabischsprachigen Zuschauern im Internet auf so großes Interesse, dass arabische Sender die Rechte der Serie kaufen mussten,“ so der stellvertretende Generaldirektor des staatlichen TV-Senders TRT, Ibrahim Eren gegenüber Medien. Der TRT-Vizegeneraldirektor wies auch darauf hin, dass der Sender nach der Premiere von Dirilis Ertugul einen Anstieg der Einschaltquoten verzeichnet habe. Dies habe man der neuen Generation von Historie-Serien mit dem Schwerpunkt Osmanisches Reich zu verdanken, so Eren weiter. Dirilis spielt im oghusischen Anatolien des 13. Jahrhunderts. Im Zentrum steht das Leben von Ertugrul Gazi, dem Vater von Osman I., der das Osmanische Reich gründete. Ertugrul war der Anführer des oghusischen Kayi-Stammes. Als er mit seinen 400 Reitern aus Turkmenistan in Anatolien ankommt, um den Seldschuken gegen die Byzantiner zu helfen, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die letztlich zur Gründung des Osmanischen Reiches führen. Die Serie gibt einen Einblick in die Gründungsjahre des 700 Jahre währenden Imperiums. https://youtu.be/nbPBC25UA1I