USA
Zwei US-Türken wegen Schlägerei bei Erdogan-Besuch schuldig gesprochen

Washington D.C. (nex) – Zwei Männer haben sich am gestrigen Donnerstag bei der Gerichtsverhandlung wegen einer Schlägerei im vergangenen Mai in der Nähe der türkischen Botschaft in Washington während eines Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schuldig bekannt. Dies hat das US-Justizministerium mitgeteilt. Sinan Narin (45) aus McLean, Virginia, und Eyup Yildirim (50) aus Manchester, New Jersey, bekannten sich vor dem Obersten Gericht des District of Columbia des tätlichen Angriffs schuldig. Die Staatsanwaltschaft sagte, dass auf einer Videoaufnahme zu sehen ist, wie Narin, der als Limousinenfahrer angestellt war und dem keine Verbindung zum türkischen Sicherheitspersonal nachgewiesen werden konnte, einen Demonstranten tritt, der deshalb eine Gehirnerschütterung erlitt. Auch Yildirims Angriff sei auf Videoaufnahmen dokumentiert, der einen anderen Demonstranten getreten hatte, so die Staatsanwälte. Dieser Demonstrant erlitt ebenfalls eine Gehirnerschütterung und musste mit fünf Stichen genäht werden. Yildirim stand ebenfalls in keiner Verbindung zum türkischem Sicherheitspersonal, gab das Justizministerium bekannt. Die Verurteilung der beiden US-Bürger ist laut einem Sprecher der Washingtoner Staatsanwaltschaft für den 15. März vorgesehen. Der Zusammenstoß zwischen türkischem Sicherheitspersonal und Protestierenden gegen Erdogans Regierung am 16. Mai belastete die Beziehungen zwischen Ankara und Washington. Elf Menschen wurden dabei verletzt. Im Juni wurden ein Dutzend türkische Sicherheits- und Polizeibeamte wegen tätlichem Angriff und Körperverletzung angeklagt. Ankara zufolge sei die Aggression in der Schlägerei vor der türkischen Botschaft in Washington von PKK-nahen Demonstranten ausgegangen. Washingtons Polizeichef bezeichnete den Vorfall dagegen als einen „brutalen Angriff“ seitens der Angeklagten auf „friedliche Demonstranten“.

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– New York – Sieg für Erdogan: UN-Vollversammlung stimmt gegen Trump-Entscheidung

Am heutigen Donnerstag hat die UN-Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA verurteilt. Nur neun Staaten stimmten dagegen, darunter die USA und Israel. 128 Staaten stimmten dafür und 33 Staaten enthielten sich.

Sieg für Erdogan: UN-Vollversammlung stimmt gegen Trump-Entscheidung

Jerusalem-Krise
UN-Resolution: Palau und Nauru gehören zum Trump-Lager

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Ngerulmud (nex) – Am gestrigen Donnerstag haben in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan initiierten UN-Resolution 128 Staaten mit einer überwältigenden Mehrheit gegen den Jerusalem-Beschluss des US-Präsidenten Donald Trump gestimmt. Darin werden die USA aufgefordert, die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zurückzunehmen. Sogar Staaten wie zum Beispiel Deutschland und Österreich, die sonst für ihre historisch Türkei-kritische Haltung bekannt sind und traditionell mit einem „Hayir“ stimmen, wenn es um Dinge geht, die in irgendeiner Form mit Ankara zu tun haben, stellten sich gestern überraschenderweise gegen die US-Regierung. Nur neun Staaten stimmten für die Trump-Entscheidung und 33 Staaten enthielten sich. Palau, die Marshallinseln, Nauru, Togo, Guatemala, Honduras, Mikronesien, die USA und Israel stimmten für die Entscheidung von Trump. Vier dieser Länder sind kleine Inseln im Pazifik mit einer Gesamtbevölkerung von weniger als 200.000 Einwohnern. Von den vier Inseln haben drei tiefe diplomatische Beziehungen zu den USA, die sich aus den Verträgen nach der Unabhängigkeit ergeben. Palau ist eine Ansammlung von winzigen Inseln im Pazifik, die bis zu ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1994 unter US-Kontrolle stand. Allerdings steht der Inselstaat nach wie vor unter einem Abkommen, das Washington 50 Jahre lang für die Verteidigung verantwortlich macht. https://youtu.be/pQ3Lm3V1228 Mikronesien, dessen Name im Altgriechischen kleine Inseln bedeutet, wird von 104.000 Menschen bewohnt. Die Pazifikinsel ist zwar ein unabhängiges Land, stand aber bis 1986 unter amerikanischer Kontrolle, als die beiden Länder ein „freies Assoziierungsabkommen“ unterzeichneten. Die Marshallinseln, eine Inselkette im Pazifischen Ozean, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter US-Kontrolle kam, hat 53.000 Einwohner. Der Mini-Staat hat 1986 zwar die Unabhängigkeit von den USA erlangt, schloss daraufhin jedoch einen Pakt mit Washington, der den USA Befugnisse über ihre Außenpolitik einräumt. Das Ergebnis der UNO zeige, dass die einseitige Entscheidung Trumps über Jerusalem, gegen den internationalen Konsens verstoße und der Status der heiligen Stadt durch Verhandlungen entschieden werden sollte, sagten Kritiker des US-Präsidenten. Am Montag verhinderten die USA mit ihrem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten dafür. Ein Veto-Recht gibt es im UN-Plenum anders als im Sicherheitsrat nicht, jeder der 193 Staaten hat eine Stimme. Die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend. Donald Trump warnte am Mittwoch andere Länder, bei der Abstimmung in der Vollversammlung gegen die USA zu votieren. Er drohte offen, finanzielle Hilfen zu stoppen. Es gebe Länder, die das Geld der USA nähmen und dann gegen sie stimmten. “Wir beobachten diese Staaten. Lasst sie gegen uns stimmen. Wir werden eine Menge sparen. Es ist uns egal”, so Trump. Vor der Abstimmung in New York hatte Erdogan an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich nicht dem Druck der USA zu beugen. “Die Wiege der Demokratie sucht in der Welt Willen, den man mit Dollar kaufen kann. Herr Trump, Sie können den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Ihren Dollars kaufen”, sagte Erdogan. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte die Abstimmung zurückgewiesen, bevor sie überhaupt stattgefunden hatte. „Jerusalem ist Israels Hauptstadt, ob die Vereinten Nationen dies anerkennen oder nicht“, sagte er bei einer Rede in Israel.

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Türkischer Popstar Tarkan: “Die BILD lügt”

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Familienpolitik
Familienbund warnt vor Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz

Düsseldorf (nex) – Der Familienbund der Katholiken hat davor gewarnt, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. „Die politische Forderung suggeriert eine rechtliche Lücke beim Schutz von Kindern – eine Lücke, die es nicht gibt“, schreibt Verbandspräsident Stefan Becker in einem Namensbeitrag für die „Rheinische Post“. Stattdessen drohten Gefahren, würden Kinderrechte den Weg ins Grundgesetz finden. „Wer das will, der schwächt die Elternrechte“, so Becker. „Machen wir uns bewusst: Die Interessen des Kindes werden in aller Regel am besten von den Eltern wahrgenommen.“ Der Staat greife nur dann ein, wenn das Kindeswohl gefährdet sei. „Und wenn er eingreift, leistet er Hilfe zur Selbsthilfe, damit Eltern schnell wieder ihrer Erziehungsverantwortung gerecht werden können“, schreibt Becker. Unter Berufung auf neu geschaffene Kinderrechte könnte der Staat weitere Eingriffsrechte beanspruchen, zum Beispiel beim Sorgerecht und der Erziehung, warnte der Präsident des Familienbundes. „Das Grundgesetz folgt einem im besten Sinne liberalen Geist: Der Schutz von Kindern ist in idealer Weise verbunden mit dem Freiheitsvertrauen in die Sorge- und Erziehungsarbeit der Eltern.“ Es spreche deshalb Vieles dafür, bei den bewährten Regelungen zu bleiben, so Becker.

Arbeitsmarkt
Bericht: Paketboom wirkt als Jobmotor

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Düsseldorf (ots) – Der Paketboom in Deutschland wirkt für die Branche auch als Jobmotor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei Post-, Kurier- und Expressdiensten sei zwischen 2012 und 2016 von 215.00 auf über 263.000 gestiegen. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende Tageszeitung Rheinische Post unter Berufung auf Regierungsberechnungen. Wie es in der Antwort auf eine Anfrage der Linken weiter heißt, nahm auch die Zahl der atypisch Beschäftigten im Wirtschaftszweig Verkehr und Lagerei zu, und zwar binnen eines Jahres von 332.000 auf 355.000. Die Statistiken seien jedoch wegen der unterschiedlichen Abgrenzungen nicht direkt vergleichbar. Die Linken kritisierten die Zustände in der Branche. „Arbeiten im Wirtschaftszweig Post-, Kurier- und Expressdienste heißt, dass man oftmals mit prekären Bedingungen, unbezahlten Überstunden und oft krank machender Arbeitsbelastung abgespeist wird“, sagte Linken-Arbeitsexpertin Jutta Krellmann der Redaktion.

Institut der deutschen Wirtschaft
Studie: Fachkräftemangel setzt Unternehmen in Deutschland immer heftiger zu

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Düsseldorf (ots) – Der Fachkräftemangel setzt Unternehmen in Deutschland immer heftiger zu. Inzwischen würden zwei Drittel aller offenen Stellen in Berufen ausgeschrieben, die Probleme haben, Fachpersonal zu finden, heißt es in einer Studie des arbeitgebernahen  (IW), die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. Das bedeute, dass zwei von drei offenen Stellen 2016/2017 nur schwer, verspätet oder gar nicht besetzt werden konnten. Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern müssten ihre Personalsuche in fast jedem dritten Fall ganz abbrechen. Es fehlten vor allem Techniker, Handwerker und Pflegekräfte und insbesondere Kältetechniker, Altenpfleger, Sanitär- und Heizungstechniker, Physiotherapeuten, Informatiker, Vermessungstechniker, Fachärzte und Elektrotechniker. Die größten Engpässe insgesamt hätten Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie zahlreiche Regionen in Ostdeutschland. Berlin und Hamburg seien weniger betroffen, weil viele junge Leute in die Städte zögen. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen hätten im Ausbildungsjahr 2016/2017 ein neues Rekordhoch erreicht. Zum 30. September hätten 48.900 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. Das seien 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sei die Zahl der Bewerber ohne Lehrstelle auf 27.300 gestiegen.

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– Arbeitspolitik – Handwerkspräsident Wollseifer: Fachkräftemangel wird zur Wachstumsbremse

„Rund die Hälfte unserer Betriebe beklagt, dass die Besetzung offener Stellen sehr, sehr lange dauert oder gar niemand zu finden ist“, sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Handwerkspräsident Wollseifer: Fachkräftemangel wird zur Wachstumsbremse

Essen
Vize-Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp spricht von „sehr gutem Ergebnis“

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Düsseldorf (ots) – Markus Grolms, stellvertretender Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp, hat die erzielte Vereinbarung bei dem Industriekonzern gelobt. „Insgesamt haben wir ein sehr gutes Ergebnis für die Beschäftigten herausgeholt. Damit herrscht nun Sicherheit für einen langen Zeitraum“, sagte der IG-Metall-Vertreter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Die Tarifkommission habe entsprechend dem Ergebnis zugestimmt und es auch den Beschäftigten zur Zustimmung empfohlen. Man werde die Mitarbeiter nun in den Betrieben über die Vereinbarung abstimmen lassen. Mit einem Ergebnis rechne Grolms bis zum 5. Februar. Er bedauerte, dass man sich nicht mit der Forderung durchsetzen konnte, den Sitz der neuen Gesellschaft nach Deutschland zu holen. In diesem Zusammenhang sei er von der Haltung der Landesregierung sehr enttäuscht. Insbesondere Wirtschaftsminister Pinkwart habe da keine gute Figur gemacht. „Er hat ja ein Mandat für NRW und nicht für die Niederlande“, so Grolms gegenüber der Rheinischen Post. Die nun getroffene Vereinbarung erfolge unabhängig von der Zustimmung der Arbeitnehmer zu der Fusion, sagte Grolms. „Die steht immer noch unter dem Vorbehalt der wirtschaftlichen Prüfung. Sollten die Gutachter am Ende zu dem Ergebnis kommen, dass es keine tragfähige Lösung gibt, würden wir – Vereinbarung hin oder her – im Aufsichtsrat auch nicht zustimmen.“

Türkei
Fußball: Fatih Terim zum vierten Mal Galatasaray-Trainer

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Istanbul (nex) – Der ehemalige türkische Nationaltrainer Fatih Terim wird neuer Trainer bei Galatasaray Istanbul Eigentlich ist das im doppelten Sinne keine neue oder zumindest aktuelle Nachricht. Einerseits pfiffen es die Spatzen schon vom Dach, da war Terims Vorgänger bei Gala noch gar nicht entlassen. Und andererseits „Terim als Trainer von Galatasaray“ ist ja nichts Neues. Schließlich war Terim dort zuvor schon dreimal Trainer, trainiert Gala jetzt also zum vierten Mal. Zuletzt war der 64-jährige „Imperator“ von 2011 bis 2013 für den türkischen Traditionsklub tätig, wurde anschließend Nationaltrainer. Galatasaray hüllt sich hinsichtlich des neuen Trainers und/oder Fathi Terim zwar noch in Schweigen. Doch letztlich war es Terim selbst, der die Wiederaufnahme der alten/neuen Ehe zwischen Galatasaray und seiner Person auf Twitter verraten hat. „Wo waren wir stehen geblieben, Galatasaray“, fragte er am Donnerstagabend. Außer Erfolgen in der Türkei, feierte Terim im Jahr 2000 auch den Sieg des UEFA Super Cups. Es war der erste europäische Titel für einen türkischen Verein. Thomas Bernhard

#SolidarityWithKarim
Bayern-Star Franck Ribéry solidarisiert sich mit Baby Karim

München (nex) – Der französische Bayern-Star Ribéry hat mit einer Geste auf Twitter seine Solidarität mit dem zwei Monate alten syrischen Baby Karim und den Bewohnern eines belagerten Vorortes von Damaskus zum Ausdruck gebracht. Baby Karim, der im vergangenen Monat bei einem Angriff der Regierungstruppen von Machthaber Assad auf Ost-Ghouta nicht nur ein Auge, sondern auch seine Mutter verloren hat, ist zum Symbol des Widerstands gegen das Assad-Regime geworden. Ein berührendes Foto des schwerverletzten Babys geht momentan viral und bewegt die Menschen weltweit. Der ehemalige französische Nationalspieler Ribéry hat ein Foto von sich auf Twitter gepostet, auf dem er sein linkes Auge bedeckt, um Solidarität mit Karim zu zeigen. Er fügte seinem Post den Hashtag #SolidarityWithKarim hinzu. In den sozialen Medien nehmen Tausende Menschen an der Kampagne teil und posten Fotos von sich, auf denen sie sich symbolisch das linke Auge zuhalten. https://twitter.com/_IamRina23/status/943575117778620417 https://twitter.com/NDRinfo/status/943515977177882631 Dem von Assad-Regierungstruppen belagerten Ort Ost-Ghouta mangelt es an Medikamenten, Impfstoffen und auch Nahrung. 60.000 der Einwohner sind unter fünf Jahre alt. Die UN spricht von einem gezielten Aushungern der Bevölkerung und erklärte die Stadt zum „humanitären Notfall“. Das Leid der 400 000 Zivilisten in der Vorstadt von Damaskus sei unerträglich, sagte UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland.

Meinung
Israels Justizministerin: Zionismus wird sich nicht individuellen Rechten unterwerfen

Von Arn Strohmeyer Es gibt äußerst selten Positives aus dem „Heiligen Land“ zu berichten. Das ganze Leben dort wird von der Besatzung, Unterdrückung und den Rechtsbrüchen der Israelis beherrscht, die es ja nach offizieller Version dieses Staates gar nicht gibt. Da gab es die Botschaft aus Washington, in der US-Präsident Donald Trump Jerusalem als die Hauptstadt Israels anerkannte, ein verhängnisvoller Schritt, der alles andere als dem Frieden in dieser Region dienlich ist. Um diese Botschaft soll es aber hier nicht gehen, sondern um eine andere. Ob diese aber wirklich „froh“ war, ist eine Frage des Standpunkts, also der persönlichen Bewertung. Es war der eine Satz, den Israels Justizministerin Eyelet Shaked im August 2017 auf einer Konferenz in Tel Aviv sagte. Er lautete:
„Der Zionismus darf sich nicht, und ich sage hier, er wird sich nicht weiterhin dem System der individuellen Rechte unterwerfen, das in einer universellen Weise interpretiert wird, die sie von der Geschichte der Knesset und der Geschichte der Gesetzgebung trennt, die wir allen kennen.“
Die Ablehnung der Menschenrechte und des Völkerrechts durch die Zionisten ist lange bekannt (vor allem auch durch ihre Taten), aber noch nie vorher hat ein Mitglied der israelischen Regierung sie in letzter Zeit so offen zugegeben. Mit anderen Worten: Der Staat Israel ist also auf Fundamenten der Ungerechtigkeit aufgebaut und muss deshalb vor Kritik, die von außen an ihn herangetragen wird, geschützt werden. Es handelt sich hier aber nicht um eine Einzelmeinung. Schon in den dreißiger Jahren hatte der führende Ideologe der zionistischen Arbeiterbewegung Berl Katznelson (1887 – 1944) die Auffassung vertreten, dass der Zionismus gegen den Strom agieren und gegen den Willen der Mehrheit beziehungsweise gegen den Gang der Geschichte seine Ziele erreichen müsse. Er unterliege daher anderen Maßstäben als der „formalen Moralität“. Die eigene nationalstaatliche Existenz wird somit vom Handeln nach „eigenen Regeln“, von eigenen moralischen Maßstäben abhängig gemacht. Diese Existenz – in diesem Zusammenhang ist von „maximalistischem Zionismus“ die Rede – lasse sich letztlich nur durch Verdrängung des anderen Kollektivs [der Palästinenser] aus dem Land und auch aus dem Bewusstsein erreichen. Katznelson spricht von „Umsiedlung“, eine harmlose Umschreibung für Vertreibung. Wie wahr der Tatbestand ist, dass das offizielle Israel mit Menschenrechten und Völkerrecht auf dem Kriegsfuß steht, hat auch die israelischen Soziologin Eva Illouz in ihrem Buch „Israel“ (die deutsche Übersetzung ist 2015 bei Suhrkamp erschienen) beschrieben: Die Menschenrechte gefährden nach Ansicht der meisten Israelis das Überleben des Staates, wer sich zu ihnen bekennt, gilt als „Verräter“. Der eine von der Justizministerin – also der höchsten Vertreterin des Rechts in Israel – ausgesprochene Satz hätte eigentlich in den westlichen Staaten, die Israel nahestehen, einen Aufschrei der Empörung auslösen müssen, denn die Ministerin hat damit ja klar ausgedrückt: Israel ist keine Demokratie und kein Rechtsstaat, denn beide Institutionen setzen die Gleichheit vor dem Gesetz voraus, die es nach Aussage von Eyelet Shaked in diesem Staat nicht gibt und auch nicht geben darf. Demokratie und Rechtsstaat sind also ein privilegierter Status nur für Juden, für die Palästinenser in Israel gilt er nur sehr eingeschränkt, für die Palästinenser im israelischen Besatzungsbereich (Westjordanland und Gazastreifen) gilt er überhaupt nicht. Wo blieb also der empörte Aufschrei der Verbündeten Israels und der Mainstream-Medien, die nicht müde werden, die Wertegemeinschaft mit diesem Staat zu betonen? Aber niemand rührte sich zu einer Äußerung des Protestes. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nicht, die in ihrer berühmt-berüchtigten Rede vor der Knesset in Jerusalem anlässlich des 60. Jahrestages der israelischen Staatsgründung im März 2008 insgesamt acht Mal die gemeinsamen Werte mit Israel (Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat) beschworen hatte. Stattdessen schickte die Bundesregierung im November deutsche Kampfflugzeuge nach Israel, um in einem gemeinsamen Manöver mit der israelischen Luftwaffe die „Wertegemeinschaft“ zu demonstrieren. Und wo blieben die Empörung und die Kritik bei der EU? Denn in der Präambel des Assoziationsvertrages mit Israel wird ausdrücklich auf die Erfüllung der Menschenrechte hingewiesen. Das Schweigen in Europa ist sehr beredt. Es verrät, wie sehr man eine Debatte über dieses Thema scheut: einen guten Freund und Verbündeten zu haben, der offen und öffentlich seine Verachtung für die angeblich höchsten westlichen Werte verkündet. Und die deutschen Pro-Israel-Aktivisten und Anhänger der Politik dieses Staates? Hätten sie nicht angesichts der Shaked-Äußerung vor Scham und Entsetzen in sich gehen und die eigene Position hinterfragen müssen, wenn hier so deutlich gegen eine zivilisatorische Errungenschaft ersten Ranges (Menschenrechte und Völkerrecht, an deren Ausarbeitung übrigens viele Juden führend beteiligt waren) Stellung bezogen wird? Deren Hassgesänge gegen die Kritiker der israelischen Politik reduzieren sich aber inzwischen auf die Primitiv-Parole „Palästina, halt’s Maul!“. Was alles über die Haltung dieser Leute zu Demokratie und Rechtsstaat aussagt. Da kann einem nur angst und bange werden! Was aber ist aber das „Frohe“ an der Botschaft? Eyelet Shaked hat für Klarheit gesorgt. Einmal darüber, wo Israels Politik wirklich steht und warum eine Lösung des Konflikts mit den Palästinensern unmöglich ist. Und zweitens hat sie auch klar definiert, was heute Antisemitismus bedeutet. Da gibt es zwar immer noch das widerwärtige Treiben der rechtsradikalen oder Neonazi-Judenhasser, aber das ist selbst nach Henryk M. Broder „Steinzeit-Antisemitismus“. Die neue Definition von Antisemitismus lautet: Ein Antisemit ist jemand, der sich in seiner Kritik an der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern offen auf eine universalistische Moral stützt– sich also zu Menschenrechten und Völkerrecht bekennt. Oder umgekehrt: Um nicht als Antisemit angeprangert zu werden, darf man sich also nicht zu den Menschenrechten und dem Völkerrecht bekennen, ja man muss sie verachten und mit Füßen treten. Und man muss sich zu Israels unmenschlicher Politik bekennen, um nicht zum „Verräter“ zu werden. Damit ist auch die Aufgabe des „Antisemitismusbeauftragten“ klar umrissen, den die Bundesregierung jetzt einsetzen will. Er muss vor allem sein Auge auf die gefährlichen Menschrechts- und Völkerrechtsaktivisten werfen und gegen diese inquisitorisch vorgehen, die darauf bestehen, dass auch Israel diese Normen endlich einhält. Gut, dass man das alles jetzt weiß. Eyelet Shaked sei Dank für diese „gute“ Botschaft! Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Jerusalem-Krise – Strohmeyer: “Beim Massaker von Deir Yassin starben 250 Palästinenser”

In ganz Palästina sind zwischen dem 30. März und dem 15. Mai 1948 etwa 200 palästinensische Ortschaften besetzt und ihre Einwohner vertrieben worden. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass der israelische Mythos nicht der Wahrheit entspricht, dass die Araber „freiwillig“ geflüchtet sind. Das alles geschah, bevor ein einziger arabischer Soldat palästinensischen Boden betreten hat.

Strohmeyer: „Beim Massaker von Deir Yassin starben 250 Palästinenser“
 
Arn Strohmeyer
Arn Strohmeyer wurde 1942 in Berlin geboren. Aufgewachsen ist er im Osten Deutschlands, später in Soest in Westfalen. Das Abitur machte er in Göttingen und hat dann dort und in Bonn Philosophie, Soziologie und Slawistik studiert und 1972 das Magisterexamen abgelegt. Darauf folgten Tätigkeit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und einer politischen Monatszeitschrift. Heute lebt und arbeitet er in Bremen.
Arn Strohmeyer: Ist Antizionismus gleich Antisemitismus? Eine Antwort auf Kritiker meines Buches Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt. Hitlers langer verhängnisvoller Schatten, Gabriele Schäfer Verlag Herne, ISBN 978-3-944487-48-9, 16,80 Euro.
 

New York
Sieg für Erdogan: UN-Vollversammlung stimmt gegen Trump-Entscheidung

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New York (nex) – Als amtierende Vorsitzende der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) hatte die Türkei die nicht bindende Resolution eingebracht. Darin werden die USA aufgefordert, die Entscheidung zurückzunehmen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Am heutigen Donnerstag hat die UN-Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA verurteilt. Nur neun Staaten stimmten dagegen, darunter die USA und Israel. 128 Staaten stimmten dafür und 33 Staaten enthielten sich. Erst am Montag verhinderten die USA mit ihrem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten dafür. In der UN-Vollversammlung, in der alle 193 UN-Mitgliedsstaaten vertreten sind, haben die USA dagegen kein Vetorecht. Donald Trump warnte am Mittwoch andere Länder, bei der Abstimmung in der heutigen Vollversammlung gegen die USA zu votieren. Er drohte offen, finanzielle Hilfen zu stoppen. Es gebe Länder, die das Geld der USA nähmen und dann gegen sie stimmten. „Wir beobachten diese Staaten. Lasst sie gegen uns stimmen. Wir werden eine Menge sparen. Es ist uns egal“, so Trump. Vor der Abstimmung in New York hatte Erdogan an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich nicht dem Druck der USA zu beugen. „Die Wiege der Demokratie sucht in der Welt Willen, die man mit Dollar kaufen kann. Herr Trump, Sie können den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Ihren Dollars kaufen“, sagte Erdogan.