Sport
Iranische Gewichtheberinnen dürfen künftig international antreten

Teheran (nex) – Iranische Gewichtheberinnen dürfen zum ersten Mal in der Geschichte des Landes auch international antreten. Das teilte der Präsident des iranischen Gewichtheberverbands mit. „Wir haben den Gewichtheberverband für Frauen gegründet und haben auch talentierte Athletinnen“, sagte Ali Moradi gegenüber Reuters. „Sie sind genauso leistungsstark wie männliche Sportler, und ich hoffe, dass sie mit spezieller muslimischer Bekleidung in naher Zukunft an internationalen Wettbewerben teilnehmen können“, betonte Moradi. Attila Adamfi, Generaldirektor der Internationalen Gewichtheberföderation, erklärte gegenüber Reuters: „Das ist eine gute Nachricht, und das ist sehr wichtig für den Iran, wo sich Männer beim Gewichtheben auf höchstem Niveau befinden, die Frauen stehen leider noch am Anfang.“ Wie Reuters weiter berichtet, hat Moradi die USA zum Fajr Cup, einem internationalen Wettbewerb für Männer im März in Ahvaz, in den Iran eingeladen. Er habe die USA zudem darum gebeten, eine Frauendelegation zu entsenden. Das Männerteam der Vereinigten Staaten habe die Einladung bereits angenommen und werde in Ahvaz antreten. Zudem planten die Amerikaner auch weibliche Gewichtheber, Trainer und technische Offizielle zu entsenden. Die amerikanischen Frauen sollen iranische Trainerinnen und Technikexpertinnen ausbilden. „Prinzipiell ist alles vereinbart und wir arbeiten an den Details“, sagte Phil Andrews, CEO von USA Weightlifting der Reuters und fügte hinzu „Trotz der politischen Differenzen zwischen unseren Ländern haben wir immer ein sehr gutes Verhältnis zum iranischen Gewichtheberverband gehabt.“ Der Iran gehört zu den erfolgreichsten Gewichthebernationen der Welt; männliche Gewichtheber haben in diesem Jahrhundert bereits sieben olympische Goldmedaillen gewonnen.

Koalitionsverhandlungen
Kommentar: Neuwahlen derzeit beste Alternative

Von Yasin Baş Nachdem die Jamaika-Sondierungen zwischen Union, FDP und Grünen gescheitert sind, erhöht sich der Druck auf die SPD, sich nicht vor einer großen Koalition mit der CDU/CSU zu verschließen. Die immer schärfer auftretende und zunehmend nationalliberal wirkende FDP hatte einen entscheidenden Anteil am vorläufigen Scheitern des möglichen Jamaika-Bündnisses. Es ist leicht, den „schwarzen Peter“ der SPD weiterzureichen. Zumal die gebeutelten Sozialdemokraten, die sich immer noch nicht von ihrer historischen Bundestagswahlpleite erholt haben im Begriff sind, sich in eine unangenehme Situation zu manövrieren. Die derzeitige Situation in der Partei, mit Befürwortern und Gegnern einer großen Koalition könnte die Partei vor eine interne Zerreißprobe stellen. Jetzt bloß keine Schnellschüsse und Verzweiflungstaten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier tut natürlich seine Aufgabe. Er möchte für stabile Verhältnisse sorgen und den großen Staatsmann abgeben. Daher nimmt er seine ehemaligen Parteigenossen auch an die enge Leine und redet auf sie ein. Aber eine erneute Fortführung des schwarz-roten Bündnisses würde die äußeren Ränder gewiss noch weiter stärken. Links- wie Rechtspopulisten würden sich darüber klar freuen. Für die Stabilität unserer Demokratie sorgt eine große Koalition derzeit nicht. Für keine stabilen Verhältnisse würde eine mögliche Tolerierung einer Minderheitenregierung ebenso wenig sorgen. So ein System steht auf zu wackeligen Füßen und ist von viel zu vielen Faktoren abhängig. Eine Minderheitenregierung darf sich nicht erpressbar machen und sollte aus diesem Grunde von so einem Vorhaben Abstand nehmen. Neuwahlen wären die derzeit beste Alternative, um für gesicherte Verhältnisse zu sorgen. Auch wenn die Wählerinnen und Wähler am Ende einer möglichen Neuwahl wieder zu einem Jamaika-Bündnis tendieren, wäre diesmal der Druck auf die Sondierungspartner zu hoch, um das Projekt „Jamaika“ gegen die Wand zu fahren. Die SPD hätte nach Neuwahlen ebenso – evtl. durch Unterstützung eines Mitgliederbeschlusses – eine Möglichkeit an einem Regierungsbündnis teilzuhaben. Die derzeitige politische Situation erscheint im Moment etwas unruhig zu sein. Der Schein kann aber auch trügen. Wir brauchen uns daher keine großen Sorgen machen. Denn die deutsche Nachkriegsdemokratie hat keine Erfahrungen mit so vielen Parteien im Bundestag und so vielen möglichen Regierungskonstellationen. Andere EU-Staaten wie Italien oder Griechenland haben solche Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit viel zu oft machen müssen. Deutschland wird auch diese Mini-Krise mit Bravour meistern und eine stabile Regierung errichten. Es wird höchstens etwas länger als es für unsere Generation sonst so gewöhnlich ist dauern. Als Lokomotive der EU ist Deutschland ein zu wichtiges Vorbild für die Demokratien in Europa. Diese Vorbildfunktion wird unser Land sicher nicht aufs Spiel setzen. Daher: Keine Angst vor Neuwahlen.
  Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”

Luftfahrt-News
Turkish Airlines plant im kommenden Jahr fast 7000 Neueinstellungen

Istanbul (nex) – Turkish Airlines plant, im kommenden Jahr fast 7.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen und jährlich 100 Millionen Passagiere zu befördern, sobald der dritte Flughafen in Istanbul eröffnet wird. Dies hat der CEO der türkischen teilstaatlichen Fluggesellschaft Ilker Ayci am gestrigen Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu bekannt gegeben. „Wir wollen 2018 zusammen mit unseren Tochtergesellschaften zwischen 6.500 und 7.000 Menschen einstellen“, sagte er. Ayci teilte des Weiteren mit, dass das Unternehmen im nächsten Jahr anfangen werde, neue Destinationen anzufliegen. Er sei überzeugt, dass die Eröffnung des neuen Flughafens von Istanbul die Kapazität der Fluggesellschaft erhöhen werde. „Unser Ziel ist es, in diesem Jahr fast 69 Millionen Passagiere zu befördern“, erklärte der CEO und fügte hinzu: „Wenn die Eröffnung des dritten Flughafens in Istanbul unsere Kapazitätsprobleme löst, sollte diese Zahl innerhalb kurzer Zeit 100 Millionen Passagiere erreichen“. Schmalrumpfflugzeug könnten von Istanbul aus 60 Landeshauptstädte erreichen. Mit der Eröffnung des dritten Flughafens in Istanbul soll das Unternehmen Turkish Cargo bis 2023 zu einem der fünf größten Frachtunternehmen der Welt werden, so Aycı weiter. Er gehe davon aus, dass neue Partnerschaftsabkommen mit Turkish Airlines auf dem neuen Flughafen von Istanbul weitergehen würden. Aycı zählte Afrika, China und Indien als die Regionen auf, in denen das Unternehmen wachsen will. „Wir werden in Afrika weiter wachsen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auch auf China und Indien“, sagte er und fügte hinzu, dass das Unternehmen verschiedene Wege beschritten habe, um in den geschlossenen chinesischen Markt einzutreten. Der Turkish Airlines-Chef wies auch darauf hin, dass seine Fluggesellschaft nun 51 Destinationen in Afrika anfliege und plane, diese Zahl auf 55 zu erhöhen.    

Türkisch-amerikanische Beziehungen
Trump verspricht sofortige Beendigung der YPG-Unterstützung

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Ankara (nex) – Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat bei einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan die sofortige Einstellung der US-Waffenlieferungen an den syrischen PKK-Ableger YPG versprochen. Dies hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am heutigen Freitag mitgeteilt. „Mr. Trump gab klare Anweisungen und sagte, dass die YPG von nun an keine Waffen mehr erhalten werde. Er sagte auch deutlich, dass dieser Unsinn im Prinzip früher hätte enden müssen“, so Çavuşoğlu gegenüber Reportern. Erdoğan und Trump hätten während des Telefongesprächs die jüngsten Entwicklungen in Syrien, die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sowie ein Gipfeltreffen im russischen Sotschi erörtert, teilte ein Sprecher des türkischen Präsidialamtes gegenüber Medien mit. „Heute haben wir mit dem US-Präsidenten Donald Trump ein fruchtbares Telefongespräch geführt“, twitterte auch Erdogan. Erdogans Büro werde noch heute eine schriftliche Erklärung darüber veröffentlichen. Trump twitterte heute, dass er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan anrufen wird, um dem Nahen Osten „Frieden zu bringen“. „Wir werden heute Morgen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan darüber sprechen, wie man in das Chaos, das ich im Nahen Osten geerbt habe, Frieden bringen kann“, twitterte Trump. Er werde „alles wieder gut machen“.

Syrien nach dem IS
Türkische Postfilialen eröffnen in IS-befreiten Gebieten

Aleppo (nex) – Die türkische Postbehörde eröffnet in den Städten Al-Bab und Al-Rai (Cobanbey auf Türkisch) der Aleppo-Provinz im Nordosten Syriens in Kürze ihre ersten Filialen nach der Vertreibung der IS-Terrormiliz. Nach der Eröffnung plane die türkische Generaldirektion der Post- und Telegraphenorganisation (PTT) in beiden Städten Post-, Bank- und Logistikdienstleistungen anzubieten. Seitdem die Terrormiliz IS nach der Militäroperation „Schutzschild Euphrat“ der türkischen Armee aus den Gebieten im Nordosten Syriens vertrieben wurde, versorgt die Türkei die Menschen vor Ort mit Bildungs-, Gesundheits- und Sicherheitsdienstleistungen. Für die geplante Filiale in Al-Bab sei ein altes Gebäude renoviert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Die Filiale in Al-Rai, jenseits der Grenze zur türkischen Provinz Kilis gelegen, stünde kurz vor der Eröffnung. Im vergangenen Monat eröffnete die PTT bereits eine Niederlassung in der syrischen Stadt Jarabulus nahe der türkischen Provinz Gaziantep. Die offizielle Einweihungsfeier werde in Kürze stattfinden, berichtet AA weiter. „Das ist so ein Segen für alle Menschen dieser Gegend, ein Stück Normalität nach vielen Jahren des Krieges, Terrors und Leids“, betonte Oscar Bergamin gegenüber NEX24 und ergänzte: „Wir sind der Türkei für das, was sie für die Menschen hier in Syrien getan hat und tut, unendlich dankbar.“ Allerdings seien noch viele Städte von syrischen Regierungstruppen umlagert und von der Außenwelt abgeriegelt. In vielen Gebieten herrsche noch immer Hungersnot, und Hilfe sei dringend benötigt. Im März 2013 gründete Bergamin die Hilfsorganisation Ash-Sham Care mit dem Ziel, humanitäre Nothilfe in Syrien zu leisten.

Syrien befand sich seit Anfang 2011 in einem Bürgerkrieg. Das Assad-Regime hatte damals die Demonstrationen für Demokratie, die als Teil der Aufstände im „Arabischen Frühling“ entstanden waren, mit unerwarteter Brutalität und unverhältnismäßiger Gewalt niedergeschlagen. Seitdem wurden laut UN Hunderttausende Menschen getötet und Millionen vertrieben.

Auch interessant

– Flüchtlingspolitik – Syrien: Türkisches Erziehungsministerium baut über 450 Schulen wieder auf

In den vergangenen acht Monaten hat die Türkei in der syrischen Region Aleppo über 400 zerstörte Schulen wiederaufgebaut, sodass 152.000 Kinder ihre Ausbildung fortsetzen konnten.

Syrien: Türkisches Erziehungsministerium baut über 450 Schulen wieder auf

Terrorismus
Moscheeanschlag in Ägypten: Opferzahl steigt auf über 184

Kairo (nex) –  Nach jüngsten Angaben ägyptischer Medien ist die Zahl der Todesopfer nach einem Angriff auf eine Moschee am Freitag auf Mindestens 184 gestiegen. Zudem seien über 120 Menschen verletzt worden. Schwer bewaffnete Terroristen stürmten die Moschee in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arish im Norden des Sinai, als sich die Gläubigen dort zum Freitagsgebet versammelt hatten. Nach Angaben der Polizei zündeten sie dabei zunächst eine Bombe und eröffneten dann aus vier Geländewagen das Feuer. Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu Terroranschlägen eines IS-Ablegers. Vor allem Sicherheitskräfte sind im Visier der Terroristen. https://twitter.com/Dilsedesh/status/934058604146995201 Bisher habe sich noch keine Organisation zu dem Anschlag bekannt. Die ägyptische Regierung hat eine dreitägige Trauer angeordnet.      

Kampf gegen den Terror
Ankara begrüßt neues PKK-Verbot des EU-Parlaments

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Ankara (nex) – Die Türkei begrüßt das vom Europäischen Parlament (EP) beschlossene Verbot für  Terrorgruppen – zu denen auch die PKK gehört -, dessen Räumlichkeiten zu betreten.

Das Europäische Parlament hat am vergangenen Mittwoch eine aktualisierte Liste von Personen und Gruppen herausgegeben, die den Räumlichkeiten der gesetzgebenden Gewalt der EU, einschließlich der Terrorgruppe, fernbleiben müssen. „Wir begrüßen die Entscheidung des Präsidiums des Europäischen Parlaments, die den von der EU als Terrororganisationen aufgeführten Gruppen den Zugang verweigert, einschließlich der PKK und anderer Gruppen, die an terroristischen Aktivitäten gegen die Türkei beteiligt sind“, gab das türkische Außenministerium in einer schriftlichen Erklärung bekannt.

„Nach dieser Entscheidung können Personen, die diese Gruppen vertreten, nicht in das Europäische Parlament eingeladen werden, noch dürfen diese Gruppen in den Räumlichkeiten des EP gefördert werden“, heißt es weiter.

Die Liste enthielt jedoch nicht die Namen der Gebietsleiter der Terrororganisation in Europa, die häufig an PKK-Kundgebungen teilnahmen. Die PKK hatte in der Vergangenheit Propaganda-Veranstaltungen im EP organisiert die Ankara verärgerten. Die Türkei verurteilte beispielsweise, dass auf einer Veranstaltung im Europäischen Parlament im vergangenen Jahr Fotos des PKK-Führers Abdullah Öcalan am Veranstaltungsort angebracht worden waren. In der Erklärung bezeichnet das türkische Außenministerium die Entscheidung des Europäischen Parlaments als „einen Schritt nach vorn“ in Bezug auf die internationalen Verpflichtungen der EU im Bereich der Terrorismusbekämpfung. „Wir werden die Umsetzung der Entscheidung des EP genau überwachen“, ist in der Erklärung weiterzulesen.

Zum Thema

– Terrorismus – Tschechischer Politiker fordert Verbot von PKK-Propaganda im EU-Parlament

Ein tschechisches Mitglied des Europäischen Parlaments (EP) hat am gestrigen Sonntag dazu aufgerufen, die Propaganda der Terrorgruppe PKK im Parlamentsgebäude zu verbieten.

Tschechischer Politiker fordert Verbot von PKK-Propaganda im EU-Parlament
   

"Neuauflage der großen Koalition"
Pistorius für Gespräche mit Union offen

Düsseldorf (ots) – Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat seine Partei zu Gesprächen mit der Union aufgerufen. Neuwahlen dürften nur die letzte Wahl sein. „Man muss buchstäblich alle Optionen abwägen und ernsthafte Gespräche führen. Erst, wenn an deren Ende nur die eine Option Neuwahlen übrig bleibt, kann man dies auch den Wählern vermitteln“, sagte Pistorius der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Pistorius setzt sich für eine Wiederwahl von Martin Schulz als Parteivorsitzender ein. „Was die SPD aktuell sicher nicht braucht, ist eine ausufernde Personaldiskussion. Auf dem Parteitag Anfang Dezember sollte Martin Schulz deswegen als Parteivorsitzender in seinem Amt bestätigt werden.“ In der Debatte um eine Neuauflage der großen Koalition betonte die geschäftsführende Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) das Verantwortungsbewusstsein der Sozialdemokraten. „In einer Demokratie muss man immer dazu bereits sein, den Dialog mit anderen demokratischen Parteien zu führen“, sagte Hendricks „Rheinischen Post“. Die Sozialdemokratie sei sich „ihrer Verantwortung gegenüber ihren Wählerinnen und Wählern, aber auch dem ganzen Land gegenüber, bewusst“.

Parteitag
Özdemir bekräftigt Rückzug von Grünen-Parteispitze

Düsseldorf (ots) – Grünen-Chef Cem Özdemir hat bekräftigt, dass er nicht für eine weitere Amtsperiode an der Parteispitze zur Verfügung steht. „Ich habe immer gesagt, dass ich nach der Bundestagswahl als Bundesvorsitzender gerne die Verantwortung für die Partei in andere Hände legen würde“, sagte Özdemir der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Klar ist, dass wir jetzt erst mal sehen müssen, wie geht es weiter mit der Regierungsbildung“, sagte Özdemir. „Wenn das geklärt ist, kommen alle weiteren Schritte.“ Als ein möglicher Nachfolger Özdemirs an der Parteispitze gilt Schleswig-Holsteins Vize-Regierungschef Robert Habeck, den Özdemir „einen unserer Besten“ nannte. „Er wird künftig hoffentlich eine wichtige Rolle spielen“, sagte Özdemir. Auf dem Parteitag am kommenden Sonnabend erwartet Özdemir Unterstützung für den Kurs der Führungsriege bei den Jamaika-Sondierungsgesprächen. „Es mag auch Kritik geben. Aber insgesamt war die Partei nach meinem Eindruck sehr zufrieden, wie wir das gemacht haben“, sagte er. „Ich bin stolz auf meine Partei, dass sie so standhaft und geschlossen geblieben ist, obwohl wir bis an die Schmerzgrenze und manchmal darüber hinaus gegangen sind im Ringen um Kompromisse in der Verantwortung für unser Land“, sagte der Grünen-Vorsitzende. Özdemir hat sich über die Option einer Neuwahl skeptisch geäußert. „Der Bundespräsident hat Recht, dass man nun versuchen muss, aus der Mitte des Parlaments heraus eine Regierung zu bilden“, sagte Özdemir der „Rheinischen Post“. „Neuwahlen ruft man nicht einfach aus. Die Bevölkerung darf nicht den Eindruck bekommen, dass wir so lange wählen lassen, bis das Ergebnis passt“, sagte der Grünen-Vorsitzende. Auf die Frage, ob die Grünen in eine schwarz-grüne Minderheitsregierung eintreten würden, sagte Özdemir: „Ich sehe derzeit nicht, wie dies möglich werden soll. Jetzt sind erst einmal der Bundespräsident und die Union als größte Fraktion im Bundestag am Zuge.“ Die SPD müsse entscheiden, ob sie wieder in eine große Koalition gehen wolle. Er rechne „derzeit eher mit der Bildung einer großen Koalition“ als mit einer Neuwahl.

Türkei
Trotz IS-Niederlage: USA beliefern PKK-Ableger YPG weiterhin mit Waffen

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Ankara (nex/tp) – Die USA beliefern die PKK-nahe Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien weiterhin mit Unmengen an Waffen. Die türkische Regierung zeigt sich über die unkontrollierten Waffenlieferungen sehr besorgt. Verteidigungsminister Canikli hatte erst vergangene Woche während eines NATO-Treffens in Brüssel erneut darauf hingewiesen, dass die Anhäufung von Waffen an der türkischen Grenze nicht mehr zu rechtfertigen sei, vor allem dann nicht, wenn die Terrormiliz IS sich aus weiten Teilen des Landes zurückgezogen oder komplett aufgelöst habe. Trotz des raschen Rückzugs der Terrormiliz IS (DAESH) aus weiten landesteilen Nordsyriens, erhält die PKK-nahe Kurdenmiliz YPG von den USA weiterhin Waffen und gepanzerte Fahrzeuge. Laut türkischen Medien wurden allein in dieser Woche über 120 gepanzerte Hummer, schwere Maschinengewehre, Panzerfäuste und Granatwerfer über die nordirakische Grenze gebracht. Dem türkischen Verteidigungsministerium zufolge sind es bislang über 3.000 LKW-Ladungen, die an die YPG und der ihr zugehörenden Kräften des militärischen Dachbündnis der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) geliefert wurden, um die Terrormiliz IS zu bekämpfen. Der internationalen russischen Online-Nachrichtenplattform „Sputnik“ zufolge sollen es rund 1.900 LKW-Ladungen sein, die an die YPG bislang von den USA geliefert wurden. Die Terrormiliz IS hält sich noch an einem schmalen Streifen entlang der nordirakischen Grenze im Osten von Deir ez-Zor. Laut den USA dienen die Waffenlieferungen lediglich der weiteren Unterstützung der YPG, um die IS aus diesem Gebiet zu vertreiben. Dem türkischen Verteidigungsministerium zufolge handelt es sich bei den weiteren Waffenlieferungen eher um die Stärkung der YPG in Nordsyrien gegenüber größeren Kampfverbänden, darunter der türkischen Armee. Derart massive Waffenlieferungen in Zeiten, in der die Terrormiliz IS sich im Rückzug befinde und bald zerschlagen sei, würde die nationale Sicherheit der Türkei unmittelbar betreffen und werde nicht mehr toleriert, so Verteidigungsminister Nurettin Canikli während einer NATO-Tagung in Brüssel in der vergangenen Woche. Canikli erklärte ferner, dass die US-Koalition keine Garantie dafür geben könne, dass diese Waffen nicht gegen den NATO-Bündnispartner Türkei gerichtet werden. Immer wieder meldet der türkische Generalstab Angriffe auf Stellungen der türkischen Streitkräfte durch die Terrormiliz YPG. Die türkische Armee die seit dem 12. Oktober unter anderem in der nordsyrischen Provinz Idlib eine De-Eskalationszone eingerichtet hat und den Waffenstillstand überwacht, meldete am 20. November einen Angriff der YPG mit Mörsergranaten auf ein Beobachtungsstützpunkt. Dabei sollen 5 Granaten gezielt auf den Stützpunkt abgefeuert worden sein, wobei niemand verletzt wurde. Der Angriff erfolgte demnach aus der Provinz Afrin heraus, die von der YPG gehalten wird. Am 22.November meldeten syrische Oppositionsbeobachter, dass die türkische Armee weitere Kräfte in den nördlichen Teil der Provinz Idlib zusammengezogen hat, um südwestlich von Afrin drei weitere Beobachtungsposten einzurichten. Der jüngste US-Waffenkonvoi erreichte am 19. November über die nordirakische autonome Kurdenregion die nordsyrische Stadt Hasaka, wo sie von der YPG in einer Demonstration der Stärke durch die Stadt geleitet wurden. Danach wurde der Lastwagen-Konvoi in den Norden der Provinz Deir ez-Zor gelenkt. Die Stadt Deir ez-Zor sowie der Südosten der Provinz ist jedoch von syrischen Regimekräften von der Terrormiliz IS befreit. Diese stoßen nun mit russischen Luftangriffen entlang der irakischen Grenze nach Norden vor. Während sich der Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien sich dem Ende nähert, versucht die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sowie ihre größte Kraft, die YPG, Konflikte mit dem syrischen Regime zu vermeiden, stattdessen oppositionelle Milizen im Land zu bekämpfen, so SDF-Sprecher Mustafa Bali. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Syria Direct“ am vergangenem Dienstag, sagte Bali, dass nach der Niederlage der Terrormiliz IS die kurdisch-dominierte SDF das Ziel verfolge, die Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien zu schützen, die die SDF seit Beginn des Bürgerkrieges von der Terrormiliz IS befreit hat. SDF-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. In einem Anfang November veröffentlichten Bericht des syrischen Menschenrechtsnetzwerkes heißt es unter anderem, dass die kurdischen Kräfte der SDF, die YPG, allein im Oktober 15 Zivilisten darunter sieben Frauen, getötet haben. In den letzten Monaten habe die SDF mit Unterstützung des Westens die Kontrolle über viele Provinzen gewonnen, einschließlich ar-Raqqa, und das Selbstverwaltungsmodell in den von ihnen beherrschten Wahlkreisen eingeführt. Dabei sollen Oppositionelle genötigt, verfolgt, vertrieben oder ermordet worden sein. In von der Terrormiliz IS befreite Gebiete könnten die geflüchteten Zivilisten nicht heimkehren, so in dem Bericht weiter.

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Die USA informieren die Türkei monatlich über die an die Terrororganisation gesendeten Waffen in Form einer Liste mit den Seriennummern sowie Fotobeweismaterial.

Waffen an PKK-Ableger YPG: USA versprichen Einsammlung nach Kriegsende