Glyphosat-Zulassung
Riexinger: Minister Schmidt ist vor Industrieinteressen eingeknickt

Parteichef  wundert sich über Zustände in geschäftsführender Bundesregierung Osnabrück (ots) – Die Linken haben das Verhalten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Abstimmung über eine Glyphosat-Zulassung auf europäischer Ebene scharf kritisiert. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Parteichef Bernd Riexinger: „Was sind denn das für Zustände, wenn eine geschäftsführende Regierung derart weitreichende Entscheidungen ohne politisches Mandat fällt?“ Der Linkenpolitiker unterstellte dem Bundesminister ein Einknicken vor den Interessen der Industrie. „Da stehen natürlich die drohenden Schadensersatzklagen von Monsanto an die EU-Kommission im Raum. Wer sich vom Big Business abhängig macht, der kann keine unabhängige Politik machen.“ Riexinger sagte, die geschäftsführende Bundesregierung hätte sich vielmehr ein Vorbild an Frankreich nehmen sollen. Das Nachbarland will ein nationales Glyphosat-Verbot durchsetzen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben am Dienstag die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um fünf Jahre verlängert. 18 der 28 Länder stimmten für den Vorschlag der EU-Kommission. Das weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetze Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift. Einige Wissenschaftler sehen darin jedoch ein hohes Krebsrisiko und Naturschützer sehen darin die Hauptursache für das große Insektensterben. Mehr als eine Million EU-Bürger haben gegen eine weitere Zulassung des Mittels unterschrieben.  

Großbritannien
Britische Premierministerin May: Unsere Beziehungen zur Türkei sind uns sehr wichtig

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Das Treffen zweier Premierminister, bei dem der Fokus auf die Entwicklung der Zusammenarbeit gerichtet war, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Verteidigung. London (nex) – Der türkische Premierminister Binali Yıldırım traf seine britische Kollegin Theresa May am Montag in Downing Street 10. May empfing eine von Yıldırım geführte türkische Delegation zu gemeinsamen Gesprächen bevor sie sich mit dem türkischen Premier zu einem Vier-Augen-Gespräch traf. „Unsere Beziehungen zur Türkei sind uns sehr wichtig. Wir sind Partner in vielen globalen Fragen und bekämpfen gemeinsam den Terrorismus. Darüber hinaus beträgt unser Handelsvolumen 15 Milliarden Pfund Sterling. Ich bin sehr erfreut über die positiven Entwicklungen unserer Beziehungen, die seit meinem Besuch in der Türkei stattgefunden haben.“ sagte May. Der Fokus der Gespräche sei auf die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit beider Länder gerichtet gewesen, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Verteidigung. Beide Premiers drückten ihre Zufriedenheit aus über den Stand der bilateralen und regionalen Fragen zwischen der Türkei und dem Vereinigten Königreich als zwei freundlich verbundene und verbündete Länder. London und Ankara stimmten überein, die bilateralen Kontakte weiterhin zu pflegen ebenso wie die Zusammenarbeit in vielen Bereichen einschließlich des Kampfes gegen den Terrorismus und der Zypernfrage. Yıldırım, der die britische Hauptstadt auf Einladung von May besuchte, traf den britischen Außenminister Boris Johnson und Innenminister Amber Rudd am Nachmittag. Yıldırıms Treffen mit May folgte einer Zusammenkunft mit britischen Geschäftsleuten am Morgen, bei der es um neue Investitionsmöglichkeiten ging. Yıldırım sagte, Ziel des Besuches sei es gewesen, zu sehen, „wie wir die Beziehungen Türkei-UK voranbringen können“. Weiterhin sagte er „die Türkei befindet sich in einer sehr dynamischen geografischen Lage“ und jede Investition dort bedeute, in einer Region mit etwa 1,5 Milliarden Menschen zu investieren. Yıldırım und seine Delegation waren später zum Abendessen bei Lord Janvrin geladen, dem Handelsbeauftragten der britischen Premierministerin für die Türkei. Vorstandsvorsitzende bekannter britischer Firmen wie BP, Shell, Lloyds, Vodafone, HSBC, Rolls Royce und GlaxoSmithKline nahmen an dem Essen teil. Yıldırım wurde begleitet vom türkischen EU-Minister Ömer Çelik, Innenminister Süleyman Soylu, Verteidigungsminister Nurettin Canikli, dem leitenden Vizevorstand der AKP für Justiz und Entwicklung Mehdi Eker und dem Fraktionsvorsitzenden der AKP-Fraktion Mustafa Elitaş. Yıldırıms Besuch endete Montag Abend. Holger Vorbeck

Zum Thema

– Brexit – Freihandelsabkommen zwischen Türkei und Großbritannien immer wahrscheinlicher

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci hat die Notwendigkeit eines Freihandelsabkommens zwischen der Türkei und Großbritannien hervorgehoben, sobald letzteres den Brexit vollzogen habe.

Freihandelsabkommen zwischen Türkei und Großbritannien immer wahrscheinlicher

Polen
Warschau: Angriff auf Moschee

Warschau (nex) – Die polnische Polizei hat am gestrigen Montag einen öffentlichen Zeugenaufruf im Zusammenhang mit einem Anschlag auf ein muslimisches Kulturzentrum in der Hauptstadt Warschau gestartet.
Unbekannte hatten Fenster der Räumlichkeiten des Zentrums eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft leitete am Wochenende zudem die Untersuchung eines rechtsextremen Protestmarsches im Süden des Landes ein.
Etwa ein Dutzend Fenster wurden Medienberichten zufolge über Nacht im muslimischen Zentrum zerstört, das 2015 eröffnet wurde und eine Moschee, eine Begegnungsstätte, ein Geschäft sowie ein Restaurant umfasst. Es sei keiner verletzt worden.
„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass dies ein rassistischer, antimuslimischer Angriff war“, erklärte der Imam der muslimischen Gemeinde, Youssef Chadid, auf einer Pressekonferenz.
Er machte dafür die „nicht sehr freundliche“ Atmosphäre in Polen verantwortlich, in der der Islam falsch dargestellt würde und appellierte an die Regierung, sich gegen Angriffe auf Muslime auszusprechen.
„Wenn die Regierung nichts zu diesem Thema sagt, wird es trotz Toleranzerklärungen keine Fortschritte geben“, sagte Chadid.
Der Warschauer Polizeisprecher Mariusz Mrozek sagte, dass Sicherheitsmaterial überprüft würde, das bei der Identifizierung der Täter helfen soll, und appellierte an die Menschen, die Informationen über den Angriff haben könnten. Mindestens zwei Menschen seien in den Aufnahmen zu sehen, so Sprecher der Muslime in Polen.
Die muslimische Gemeinschaft Warschaus besteht aus etwa 22.000 Mitgliedern und zwei Moscheen, darunter diejenige im Zentrum, die angegriffen wurde. Freitags kommen etwa 500 Gläubige in die Zentralmoschee zum Gebet, sagten die Leiter den Medien.
Seit der Machtübernahme der Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) vor zwei Jahren werden in Polen immer häufiger Hassverbrechen und Fremdenfeindlichkeit registriert. Die Regierung fördert den Katholizismus und weigert sich unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken, nichtchristliche Flüchtlinge als Teil eines EU-Verlagerungsplans aufzunehmen.

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– The Lost Requiem – Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland hochgelobt wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

NRW
Abgesetzter Aufsichtsrats-Chef des Flughafens Köln/Bonn wirft NRW-Staatskanzlei Dilettantismus vor

Bielefeld (ots) – Der auf Betreiben der NRW-Landesregierung abgesetzte Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens Köln/Bonn, der frühere Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), hat der NRW-Staatskanzlei von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ein dilettantisches Vorgehen bei seiner Abberufung vorgeworfen. Im Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen sagte Bodewig, erst habe die Staatskanzlei ihn aufgefordert, sein Aufsichtsratsmandat niederzulegen, obwohl er dies „zur Unzeit“, nämlich inmitten einer schweren Krise in der Flughafen GmbH gar nicht habe tun können, ohne in private Haftungsgefahr zu geraten. Und dann habe die Regierung offenbar übersehen, dass die außerplanmäßige Wahl eines neuen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht per Mehrheit durchgedrückt, sondern nur einvernehmlich auf die Tagesordnung einer Aufsichtsratssitzung gesetzt werden könne. Genau dies war am Montag gescheitert, und die Wahl des ehemaligen CDU-Spitzenpolitikers Friedrich Merz, den Ministerpräsident Laschet als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden installieren will, muss bis zum 11. Dezember verschoben werden. Bodewig befürchtet, dass Merz, der auch Aufsichtsratschef des deutschen Ablegers der weltweit agierenden Investmentgesellschaft BlackRock ist, die Privatisierung des Flughafens vorantreiben soll. Erst als der Bund gemerkt habe, dass die neue Landesregierung nicht mehr wie die alte generell gegen eine Privatisierung sei, habe er einen neuen Vorstoß unternommen, seinen Anteil an dem Flughafen (30,94 Prozent) zu verkaufen.

Syrienkonflikt
US-Armee: Werden die YPG weiterhin unterstützen

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Washington (nex) – Nach einem Telefongespräch zwischen dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan am Freitag, teilte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu mit, dass Trump klare Anweisungen gegeben habe, dass die YPG von nun an von den USA keine weiteren Waffen mehr erhalten werde. “Mr. Trump gab klare Anweisungen und sagte, dass die YPG von nun an keine Waffen mehr erhalten werde. Er sagte auch deutlich, dass dieser Unsinn im Prinzip früher hätte enden müssen”, so Çavuşoğlu gegenüber Reportern Eine spätere Erklärung aus dem Weißen Haus war jedoch weniger direkt. Trump habe Erdogan über „anstehende Anpassungen der militärischen Unterstützung für die Partner vor Ort in Syrien“, informiert. Da die Schlacht von Raqqqa abgeschlossen ist, trete man jetzt in eine Stabilisierungsphase ein, um sicherzustellen, dass „der IS nicht zurückkehren kann“. „Offensichtlich wird es eine Anpassung der Waffenlieferungen an die SDF nach der Vertreibung des IS geben“, sagte Abdel Karim Amr, ein kurdischer Offizieller, laut der Nachrichtenagentur AFP, und fügte hinzu, dass es keine Änderung der Politik gebe und türkische Erklärungen in dieser Angelegenheit „falsch“ seien. Die Anti-IS-Koalition hat auch nach der militärischen Niederlage des IS-Terrornetzwerks die Unterstützung der lokalen Streitkräfte fortgesetzt. In Raqqa wurde unter der Kontrolle des Raqqa Civil Council eine interne Sicherheitstruppe eingerichtet. Die Truppe setzt sich aus lokalen Freiwilligen zusammen und hat die Aufgabe, die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten und ein Wiederaufleben des IS zu verhindern. „Wir werden weiterhin diese von Syrien geführte regionale Anstrengung unterstützen, welche eine repräsentative und lokale Regierungsführung, eine gute Sicherheit und ein uneingeschränktes Engagement mit den Stammesführern und den Menschen von Raqqqa sicherstellt“, sagte Koalitionskommandant Maj, General James Jarrard in einer Erklärung letzte Woche. Ein Koalitionssprecher teilte der Jerusalem Post am Sonntag mit, dass sie „den Streitkräften der SDF weiterhin Hilfe leisten werde, solange sie sich weiterhin für das Ziel einsetzen, den IS zu bekämpfen und zu besiegen“. SDF-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. In einem Anfang November veröffentlichten Bericht des syrischen Menschenrechtsnetzwerkes heißt es unter anderem, dass die kurdischen Kräfte der SDF, die YPG, allein im Oktober 15 Zivilisten darunter sieben Frauen, getötet haben. In den letzten Monaten habe die SDF mit Unterstützung des Westens die Kontrolle über viele Provinzen gewonnen, einschließlich ar-Raqqa, und das Selbstverwaltungsmodell in den von ihnen beherrschten Wahlkreisen eingeführt. Dabei sollen Oppositionelle genötigt, verfolgt, vertrieben oder ermordet worden sein. In von der Terrormiliz IS befreite Gebiete könnten die geflüchteten Zivilisten nicht heimkehren, so in dem Bericht weiter.

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Putin: “Wir werden den Kontakt zur PYD aufrechterhalten”

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Sondierungsgespräche
Kommentar: Neuauflage der GroKo wohl das Beste für Deutschland

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Von Holger Vorbeck – Antalya Nach dem Aus der Sondierungsgespräche schlagen die Wellen der Medien hoch. Dabei sind alle Meinungen vertreten, Begeisterung auf der einen Seite und Warnungen vor dem Untergang Deutschlands andererseits. Man muss sicher nicht diese Extreme bemühen, aber es gibt zwei Aspekte, über die nachzudenken sich lohnt. Es ist sicher bedauerlich, dass die vier Parteien keinen tragfähigen Kompromiss gefunden haben, denn ein solcher Kompromiss hätte bedeutet, dass alle Beteiligten einige ihrer teils extremen Forderungen hätten abmildern oder aufgeben müssen. Damit wären die Ziele der Parteien sicher in den Bereich des Machbaren gerückt. Allerdings hatte man nicht den Eindruck, dass dies den Unterhändlern wirklich klar war bzw. dass sie dieses Ziel anstrebten. Wenn man in derartige Gespräche mit der Prämisse geht „meine Kernpunkte sind nicht ver-handelbar“, ist das Scheitern vorauszusehen. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, wie hätte ein solcher Kompromiss ausgesehen? Nahezu sämtliche politischen Ziele, die eine wirkliche Verbesserung für das Land bedeutet hätten, wären auf die Schnittmenge aller vier Parteien zusammengestrichen worden, also auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, mit dem alle hätten leben können. Wie eine solche Politik die nächsten vier Jahre ausgesehen hätte, kann man sich leicht vorstellen, langweilig, ohne Visionen, ohne wirkliche Änderungen und ohne Lösungen aller wichtigen Fragen! Während der Gespräche konnte man den Eindruck gewinnen, das wichtigste Problem in Deutschland ist die Digitalisierung! Darüber wurde immer wieder berichtet, auch dass man sich dort im Wesentlichen geeinigt habe. Ja, natürlich, was denn sonst? Dies ist ein Thema, von dem die meisten Politiker keine Ahnung haben, also haben sie auch keine und damit auch keine unterschiedlichen Argumente. Die Einigung ist also schnell herbeigeführt. Aber versuchen Sie einmal, von einer Behörde, der Post, einer Krankenkasse, einer Versicherung oder dergleichen, den auf dem Postwege verloren gegangenen Bescheid nochmals per E-Mail zu bekommen! „Nein, das dürfen wir nicht.“, „Nein, das geht nicht.“, „Das haben wir noch nie gemacht.“ und dergleichen Antworten werden Sie erhalten. Am schönsten ist der Satz „Die Daten liegen nur auf einer CD vor“. Aha, weil die Daten digital vorliegen, können sie nicht digital verschickt werden? Ja, in Punkto Digitalisierung muss noch viel getan werden. Aber das heißt nicht, dass die anderen großen Probleme Deutschlands weniger wichtig sind. Wie wäre einmal ein Konzept, die Rentenversicherung vom beitragsgedeckten System auf ein kapitalgedecktes System umzustellen? Wie wäre es, anzuerkennen, dass Deutschland Einwanderungsland geworden ist und einen rechtlichen Rahmen dafür zu schaffen? Sollte man nicht endlich die Bildungssysteme der 16 Bundesländer vereinheitlichen? Oder soll weiterhin in jedem Bundesland nach jeder Landtagswahl ein neuer Landesminister sich auf Kosten der Schulen durch unsinnige Änderungen profilieren können? Wie lange kann Deutschland sich den aufgeblähten Beamtenapparat, wie er heute ist, noch leisten? Bundestag plus 16 Länderparlamente, Diäten, Altersversorgung alles vom Feinsten! Bundesamt für Verfassungsschutz plus 16 Landesämter für Verfassungsschutz! Diese Liste kann man ewig fortsetzen über Justiz, Polizei, Bildung, Umweltschutz, Baurecht usw. Das beste für Deutschland wäre wahrscheinlich eine Neuauflage der großen Koalition mit anderen Personen. Man mag Frau Merkel mögen oder nicht, aber zumindest ist Deutschland relativ unbeschadet durch die Wirren des letzten Jahrzehnts gekommen. Und bevor man die orientierungslosen Grünen oder die FDP, die sich mehr und mehr als AfD für Intellektuelle darstellt, mitregieren lässt, ist die GroKo sicherlich das kleinere Übel. Allerdings sollte das Personal zum Großteil ausgewechselt werden. Speichellecker wie Scheuer oder Altmaier, überforderte Politiker wie Dobrindt, Herrmann oder von der Leyen und selbstgefällige arrogante Karrierestreber wie de Maiziere oder Söder haben in der Bundespolitik nichts zu suchen!

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– Deutsche in der Türkei – Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe

Der ehemalige Axel-Springer-Mitarbeiter Holger Vorbeck (71) aus Hamburg schildert in einem Kommentar seine Eindrücke zur deutschen Berichterstattung über die Türkei. Es werde massiv gegen die Türkei Stimmung gemacht. Die Berichterstattung sei seit Längerem eine „einzige Katastrophe“. „Einseitig, tendenziös, bösartig und zu einem beträchtlichen Anteil schlicht unwahr“, so Vorbeck.

Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe
 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

USA
Mann sitzt fast 40 Jahre unschuldig im Gefängnis

Sacramento (nex) – Für eine Tat, die er nie begannen hat, saß Richard Coley 39 Jahre lang in Kalifornien im Gefängnis. Nun ist er im Alter von 70 Jahren, endlich ein freier Mann. Da ein DNA-Test ergeben hatte, dass Richard Coley den Doppelmord an seiner 24-jährigen Ex-Freundin und ihrem 4 Jahre alten Sohn im Jahr 1978 nicht verübt haben konnte, ist er nach 39 Jahren zu Unrecht verbüßter Haft aus dem kalifornischen Gefängnis entlassen worden. Es war eine besondere grausame Tat, die sich vor fast 40 Jahren in einem Apartment in Simi Valley ereignete. Die 24-jährige Rhonda Wicht wurde vergewaltigt und danach mit einer Schnur stranguliert. Ihren vierjährigen Sohn erstickte der Täter in seinem Bett. Obwohl Coley stets seine Unschuld beteuerte, verurteilte ihn ein Gericht im zweiten Anlauf ein Jahr nach der Tat zu zwei Mal lebenslänglich ohne Bewährung. Vor vier Jahren stellte Coley erneut einen Antrag auf Begnadigung durch den Gouverneur von Kalifornien. „Die Verbrechen sind nicht von mir verübt worden. Hätten die Polizei-Detektive das entlastende Beweismaterial nicht zerstört, wäre der wirkliche Verdächtige längst festgenommen worden“, schrieb Coley. Der Gouverneur von Kalifornien ordnete vor zwei Jahren schließlich eine erneute Untersuchung des Falls an. Es stellte sich heraus, dass sich auf dem wesentlichen  Beweisstück keine DNA-Spuren Coleys befanden. Diese Technik war vor 40 Jahren noch nicht bekannt. Coley wurde mit sofortiger Wirkung begnadigt und verließ am vergangenen Mittwoch das Gefängnis. „Die Würde, mit der Herr Coley seine lange und ungerechte Inhaftierung ertragen hat, ist außergewöhnlich“, so der Gouverneur im Begnadigungsschreiben.      

Türkei
Erdogan: „Beweise es und ich werde zurücktreten“

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Ankara (nex) – Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin Ende 2015 die Türkei beschuldigt hatte, mit dem Terrornetzwerk IS Ölhandel zu betreiben, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ihn dazu aufgefordert, Beweise dafür zu liefern oder zurückzutreten, wenn er das nicht könne. Die Beweise blieben bis heute aus. Erdogan hat nun auch Oppositionschef, der Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kilicdaroglu dazu aufgefordert, Beweise zu liefern, dass er und seine Familie in Steuerparadiesen Geld versteckten. Wenn er das könne, werde Erdogan zurücktreten, sonst müsse Kilicdaroglu. „Wenn Tayyip Erdogan einen einzigen Cent im Ausland hat, dann soll er es beweisen. Wenn es bewiesen ist, werde ich nicht einmal eine Minute mehr diesen Präsidentenposten behalten „, sagte Erdogan am gestrigen Sonntag und fügte hinzu: „In welcher Offshore-Bank hat Tayyip Erdogan ein Konto? Beweisen Sie es. Wenn Sie es nicht beweisen können, müssen Sie selbst mit Politik Schluss machen. Sollten Sie es schaffen, werde ich die Politik und mein Amt des Präsidenten aufgeben.“ CHP-Führer Kemal Kılıçdaroglu hatte behauptet, dass Erdogan nahe stehende Personen Geld in Steuerparadiesen deponierten, nachdem im Zusammenhang mit Paradise Papers die Namen der Söhne von Premierminister Binali Yıldırım als Besitzer mehrerer Unternehmen im Steuerparadies Malta bekannt geworden waren. „Erdogan, ich werde Ihnen eine einfache Frage stellen“, hatte Kilicdaroglu am vergangenen Dienstag gesagt. „Wissen Sie, dass Ihre Kinder, Ihr Schwager, Ihr Schwiegervater, Ihr Bruder und Ihr ehemaliger Geschäftsführer Millionen von US-Dollar in ein Unternehmen mit Sitz in Off-Shore-Steueroasen gesteckt haben?“ Kilicdaroglu hatte sich dabei auf ein bestimmtes Unternehmen bezogen, den Namen jedoch nicht genannt.

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– Geopolitik – Russischer Politexperte: USA werden Erdogan aus dem Weg schaffen

Der russische Politexperte und ehemalige Senator Jewgeni Tarlo sagte in einem TV-Interview, dass die USA alles in ihrer Macht tun würden, um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus dem Weg zu schaffen.

Russischer Politexperte: USA werden Erdogan aus dem Weg schaffen
     

Regierungsbildung
Laschet: Große Koalition besser für NRW-Interessen

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Düsseldorf (nex) – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verspricht sich von einer möglichen Großen Koalition im Bund eine leichtere Durchsetzung der industriepolitischen Interessen seines Landes. „Ich setze darauf, dass ich bei der SPD für meine industriepolitischen Akzente im Bund mehr Verständnis finde als bei den Grünen“, sagte Laschet der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). „Ich hoffe, dass es mit der nordrhein-westfälischen SPD leichter wird als mit den Grünen, die Interessen von Hunderttausenden Industriearbeitern unseres Landes in Berlin zu vertreten“, sagte Laschet weiter. Die am Ende gescheiterten Jamaika-Sondierungen seien für ihn als Verhandlungsführer der CDU im Energiebereich „keineswegs ein Spaziergang“ gewesen. Er habe das als Kompromiss im Raum stehenden Angebot, sieben Gigawatt Kohlestrom einzusparen, persönlich für zu viel gehalten. „Es war auch noch nicht zu Ende verhandelt. Nur war mir klar, dass man für ein Gigawatt mehr oder weniger keine Regierungsbildung platzen lässt“, so Laschet.

Flüchtlingspolitik
Städtetag NRW fordert mehr Landesmittel für Flüchtlingsintegration

Düsseldorf (nex) – Der Städtetag NRW hat das Land aufgefordert, Finanzmittel aus der Integrationspauschale des Bundes an die Kommunen weiterzugeben. „Es ist ein Trauerspiel, dass auch die neue Landesregierung den Kommunen keine Gelder aus der Integrationspauschale des Bundes zur Verfügung stellen will“, sagte Helmut Dedy, der Geschäftsführer des NRW-Städtetags, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Das Land erhält jährlich 434 Millionen Euro aus der Integrationspauschale. „Davon muss ein angemessener Teil an die Kommunen fließen“, sagt Dedy. Heute findet im Landtag die Anhörung zum NRW-Etat für das Jahr 2018 statt. Der Städtetag will auch, dass NRW die Versorgung von Flüchtlingen übernimmt, die länger als drei Monate in Deutschland geduldet werden. Diese Menschen würden nach den drei Monaten, in denen das Land eine Pauschale zahle, ausschließlich von den Kommunen versorgt. Dedy fordert deshalb: „Den Kommunen müssen die Kosten für geduldete Flüchtlinge solange erstattet werden, wie diese Menschen Ansprüche nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben.“