1. Bundesweiter solidarischer Kopftuchtragetag
„Ich bin auf die Idee gekommen, diese Aktion zu starten, weil wir der Meinung sind, dass wir Rassismus nur so angreifbar machen können, wenn wir der AfD zeigen, was wir von ihrer Hetze halten. Frau Weidel hat nicht ’nur‘ muslimische Frauen damit beleidigt, sondern alle die, die ein Kopftuch tragen. Alle, die aus religiösen und modischen Zwecken ein Kopftuch tragen wollen. Diesen Frauen gilt die Solidarisierung“, so Initiator Maxim Schmidt in einer Stellungnahme. Man habe zu Beginn der Aktion nicht mit so einem überwältigenden Zuspruch gerechnet, betont Schmidt gegenüber NEX24. „So viele liebe Menschen, die ihr Gesicht gegen Rassismus, Hass und Hetze zeigen und sich für ein weltoffenes, tolerantes und buntes Deutschland einsetzen.“
„Ich fand die Idee von Bianca von Anfang genial und war direkt Feuer und Flamme und dachte mir ‚das muss man groß aufziehen‘, weshalb ich froh war, dass Maxim direkt eine Veranstaltung daraus machte. Am Anfang hatte ich etwas Bedenken, wie diese Aktion wohl bei unseren muslimischen Mitbürgern ankommt. Stoßen wir damit vielleicht auf Ablehnung? Doch das Gegenteil war der Fall! Die Ablehnung kam eher von Personen aus dem Kreis der sogenannten Wutbürger“, so Imke Janßen, eine Mitinitiatorin.
Ihre Solidarisierung gelte allen Menschen, die, aus welchem Grund auch immer, Kopftücher tragen. Doch die Solidarisierung mit muslimischen Frauen hätte bei ihr noch einen etwas höheren Stellenwert.
„Ich weiß, wie oft Muslimas auf ihr Kopftuch reduziert werden, die abfälligen Blicke, rassistischen Äußerungen, sie werden als dumm und unterdrückt dargestellt. Sie haben Angst, ihr Kopftuch in Deutschland zu tragen. Angst vor schlechten Noten, Angst davor, dass sie keinen Ausbildungsplatz oder Arbeit bekommen, ganz abgesehen von der Angst vor Übergriffen, körperlich und verbal. Und das auf Grund eines Kleidungsstückes?!?
Das kann und möchte ich nicht hinnehmen, das ist nicht mein Deutschland!“, so Janßen gegenüber NEX24.
Bettina Jung von der Tierschutzorganisation ETHIA:
„Ich unterstütze die Kopftuchmädchen-Aktion aus Solidarität, mit den von Frau Weidel diffamierten „Kopftuchmädchen“ und „Messermännern“. Mir haben unzählige Frauen dankbare Nachrichten geschrieben, die sich zum Teil auch selbst nicht trauen, auf ihrer Arbeit Kopftuch zu tragen, obwohl sie es gerne tun würden, von Muslimas mit und ohne Kopftuch, die einfach nur glücklich über die Solidarisierung sind. Und eine Freundin, die direkte Holocaust-Opfer-Nachfahrin von Sinti ist und die ebenfalls mitmacht. Sie ist in der Flüchtlingshilfe aktiv und Referentin für Menschenrechte und Holocaust.“
Nathalie Niederbacher:
„Wieso unterstütze ich #Kopftuchmädchen? Weil ich gegen jede Form von Zwang und Instrumentalisierung bin. Es soll jeder Frau möglich sein, selbstbestimmt und freiwillig, das zu tun, was sie tun will, ohne dafür stigmatisiert zu werden, wie es Frau Weidel in ihrer Rede tat. Egal welcher Nationalität oder Religion. Dafür steht Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes. Grotesk empfinde ich momentan die Diskussion einiger Feministinnen, die nicht verstehen können oder wollen, dass diese Aktion nicht im Widerspruch zu dem Kampf mancher Frauen in islamischen Ländern steht, die sich GEGEN den Kopftuchzwang wehren. Hier und dort geht es um Selbstbestimmung und eine Haltung gegen Zwang. Hier gibt es sehr viele Muslimas, die freiwillig das Kopftuch tragen, als Zeichen ihres Glaubens. So wie sich Christen ein Kreuz um den Hals hängen. Dass sich einige AfD Ortsverbände in die Debatte um diese Aktion einmischen und sie verunglimpfen mit dem Hinweis, im Iran kämpfen Frauen um das Recht, das Kopftuch ablegen zu dürfen, empfinde ich als Travestie. Die fremdenfeindliche AfD kämpft für muslimische Frauen im Irak. Ein Paradoxon für sich.“
Kaia Carola Laybourne schreibt:
„Meine Eltern, die beide den Weltkrieg miterlebten, haben mich für Unrecht, Rassismus, Nazis, Intoleranz und das Aufstehen und Gesichtzeigen sensibilisiert.
Deshalb nehme ich aus tiefster Überzeugung an der Aktion #Kopftuchmädchen teil.
Ich bin froh und dankbar, dass es Menschen gibt, die sich nicht entmutigen lassen!“
Katrin Eid:
„Diskriminierung von Minderheiten und Alltagrassismus nehmen in Deutschland deutlich zu. Sprache dient hierbei als mächtiges Instrument. Eine bewusst diffamierende Sprache bereitet den Boden für Ausgrenzungen und Gewalt. Gegen eine Politik, die derartige Strategien benutzt, gilt es deutlich Stellung zu beziehen. Das ist meine Aufgabe als Teil dieser offenen, freien Gesellschaft“
Ines Hormann-Scholl (ehmaliges AfD Mitglied, heute Antifaschistin):
„Durch meinem Ausstieg aus der rechten Szene habe ich erst gelernt, wie bunt und schön die Vielfalt ist. Zum Streitthema Kopftuch: Auch Frauen, die eine Chemotherapie haben, tragen Kopftuch, christliche Frauen, Frauen aus jüdischen Glaubensrichtungen usw. Das Kopftuch nur auf muslimische Frauen zu reduzieren, finde ich schäbig und diskriminierend. Das ist in meine Augen Rassismus pur und hat mit einem freien demokratischen Land nichts mehr zu tun. Ich kenne viele Frauen, die Kopftuch tragen, die hart arbeiten und Steuern zahlen, deshalb solidarisiere ich mich mit all jenen Frauen, die ihr Kopftuch freiwillig tragen.“
Daniela Groß:
„Warum ich die Kopftuchmädchen unterstütze? Weil dem Versuch, das ‚christliche Abendland‘ zu retten, wie es AfD, Pegida und Co vorhaben, jede Empathie fehlt. Jesus hat gesagt ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘, und das ist auch meine eigene Messlatte. Ich möchte in einem Land leben, in dem ich alle Freiheiten habe, und diese auch nutzen kann. Die Freiheit, ein Kopftuch zu tragen oder es abzulegen. Die Freiheit, eine Religion auszuüben oder sie abzulehnen. Ohne dass mir da jemand reinredet oder Vorschriften macht.“
Miriam Thumser schreibt:
„Warum mache ich bei dieser Aktion mit? Die AfD spaltet unsere Gesellschaft auf vielen Ebenen. Es werden Ressentiments geschürt und Ausgrenzung bewusst vorangetrieben. Einzelne Personengruppen werden zum Feindbild erklärt. Dabei ist es egal, ob es sich um Muslime, Homosexuelle, Behinderte oder politisch Andersdenkende handelt. Hätte die AfD wirklich was zu sagen, müsste ich als linkspolitischer Mensch Angst haben, meine Meinung zu vertreten, ich wüsste, dass es für mein Kind aufgrund seiner Behinderung keinen Platz inmitten dieser Gesellschaft geben würde. In einer solchen Gesellschaft will ich nicht leben. Ich will, ganz einfach, dass die Werte, die in unserem Grundgesetz verankert sind, weiter Bestand haben. Dazu zählt für mich auch, dass eine Muslima sich für ihr Kopftuch entscheiden kann, und dies ohne Zwang in die eine oder die andere Richtung.
Ich habe die Rede von Frau Weidel live verfolgt und war einfach nur entsetzt, dass solche Worte im Bundestag fallen. Ich möchte mich klar und öffentlich positionieren, indem ich mich mit #Kopftuchmädchen solidarisiere. Die AfD und ihre Anhänger sollen spüren, dass es Menschen gibt, die sich ihnen entgegenstellen, die für unsere freiheitlichen Werte eintreten!“
(Video: Women’s march Lübeck)
Zur Aktion:


Bekannt ist die Stadt jedoch nicht nur aufgrund ihrer Feste, sondern auch aus zahlreichen berühmten Opern, die in der Stadt spielen, wie Mozarts „Don Juan“ und „Figaros Hochzeit“, Rossinis „Barbier von Sevilla“ und Bizets „Carmen“. Kulturbegeisterte Besucher, die in die Stadt kommen, sind nie enttäuscht, obgleich sie in Sevilla keine atemberaubenden Bauten aus der maurischen Zeit vorfinden, wie etwa in Granada und Córdoba. Dafür ist die Verbindung von maurischer und christlicher Baukunst in kaum einer anderen Stadt so vollendet, wie man sie hier anhand der Kathedrale und Alcázar bewundern kann.
Dieser machte die Stadt kurzzeitig zu seiner Residenz. Die Wichtigkeit Sevillas wuchs mit der zunehmenden Seefahrt und, als Kolumbus von seiner ersten Entdeckungsreise zurückkehrte, landete er hier in Sevilla, wo ihm ein großer Empfang bereitet wurde. Anschließend wurden auch die Reisen von Amerigo Vespucci und Magellan hier vorbereitet und gestartet, so dass sich Sevilla innerhalb kurzer Zeit zur wichtigsten Hafenstadt Spaniens mauserte und die Monopolstellung im Überseehandel inne hatte.
Doch mit dem Verlust der spanischen Kolonien sank auch Sevillas Stern und bis heute blieb ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung aus. Nicht einmal die EXPO ’92 konnte eine Verbesserung herbeiführen.
Der berühmteste Gebäudeteil ist wohl die „Wetterfahne“, die Giralda mit ihren 97 Metern Höhe, die das Minarett der maurischen Moschee war, das auf römischen Sockeln errichtet wurde und inzwischen Wahrzeichen der Stadt ist.
Erst 1568 wurde ein Glockenturm aufgesetzt, auf dem die vier Meter hohe Windfahne, der Giraldillo thront und den Turm noch gigantischer wirken lässt. Durch die Puerta del Perdón im Patio de los Naranjos, dem Orangenhof, der von der maurischen Moschee übernommen wurde, gelangt man ins Innere der Kathedrale. Im Hof fällt vor allem der noch aus westgotischen Zeiten stammende achteckige Brunnen auf, der später für die islamischen Waschungen genutzt wurde sowie die Puerta del Perdón, deren bronzene Torplatten noch aus maurischer Zeit stammen, die Verzierungen wurden allerdings erst später angefügt.
Der Kirchenraum selbst ist fünfschiffig angelegt und sicher eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der spanischen Gotik mit seinen zahlreichen Kunstwerken. Bemerkenswert ist vor allem das gotische Chorgestühl, das eines der wenigen noch erhaltenen seiner Art aus der spanischen Gotik ist.
Doch auch der Retablo in der Capilla Mayor sollte auf keinen Fall ausgelassen werden. Er ist mit seinen 23 Metern Höhe und 20 Metern Breite das größte geschnitzte Altarbild der Welt.
Hinter der Capilla Mayor befindet sich die Capilla Real, in der Ferdinand III. und seine Frau sowie ihr Sohn Alfons X. bestattet sind. Zudem findet man hier in der Apsis einen silbernen Reliquienschrein Ferdinands sowie einen Altar mit der Virgen de los Reyes, der Schutzpatronin Sevillas aus dem 13. Jahrhundert.
Über diese Kapelle gelangt man in die Sakristei „Sacristía Mayor“, einem Prachtraum aus dem 16. Jahrhundert, in dem der Kirchenschatz aufbewahrt wird, zu dem unter anderem der silberne Schlüssel von Sevilla gehört. Der Sacristía Mayor schließt sich die Sacristía de los Cálices an, mit zahlreichen Kunstschätzen berühmter Maler wie Goya, Morales und Murillo, die schließlich zu einem Grabdenkmal Kolumbus’ führt, bei dem aber strittig ist, ob der berühmte Entdecker tatsächlich darin begraben liegt.
Wer nicht nach rechts die Treppe hinaufsteigt, sondern gen Süden hochgeht, erkennt den eigentlichen Palast, in den der Besucher über einen engen Gang gelangt. Dieser führt zunächst in den Patio de las Donacellas, den Mädchenhof, der den Mittelpunkt des Palastes bildet.
Im maurischen Stil gehalten verzückt dieser durch seine verspielten Dekore und die vielen Marmorsäulen, die rundherum Bögen spannen. Von hier aus geradeaus weiter tritt man in den Gesandtensaal, den Salón de Embajadores, der der älteste und zugleich schönste erhaltene Saal des Alcázars ist, dank der Schmuckfriese und goldenen Schriftzüge sowie der Decke aus Zedernholz.
Besonders sehenswert sind hier im Alcázar die Gemächer Karls V. sowie die von ihm angelegten Gärten mit den unterirdischen Badeanlagen und Grotten. Im Alcázar werden regelmäßig Führungen angeboten, bei denen die meisten Räume betretbar sind. Die Gäste bekommen außerdem erklärt, welche Könige wo residierten.