Amokfahrt in Münster
Oberbürgermeister von Münster nach Todesfahrt: Wir können uns nicht verbarrikadieren

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Städtetag-Präsident Lewe: Innenstädte und Plätze müssen für die Menschen zugänglich bleiben Osnabrück (ots) – Der Deutsche Städtetag hat sich dafür ausgesprochen, dass auch nach der Todesfahrt von Münster Innenstädte und Plätze für die Menschen zugänglich bleiben müssen. „Die Städte sind Orte des Zusammenlebens und des Miteinanders und wir können sie nicht überall mit Barrieren und Pollern verbarrikadieren“, sagte Präsident Markus Lewe, der auch Oberbürgermeister von Münster ist, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lewe betonte, dass Kommunen und Sicherheitsbehörden vor Ort eng zusammen arbeiten und dann gemeinsam entscheiden, wo Absperrungen sinnvoll sein könnten für einen besseren Schutz. „Aber nicht jede Straße und jeder Platz mit vielen Menschen lässt sich durch Barrieren sichern“, betonte Lewe. Auch müsste es weiterhin geeignete Zufahrtswege für die Rettungsdienste und den Lieferverkehr in den Innenstädten geben. Der OB von Münster zeigte sich „entsetzt über die menschenverachtende Gewalt“, die seine Stadt aus heiterem Himmel getroffen habe. Vor dem geplanten Katholikentag in Münster würden wie bei anderen Großveranstaltungen die Sicherheitskonzepte intensiv überprüft. „Bei allen Anstrengungen aber gilt: Hundertprozentige Sicherheit lässt sich nicht erreichen. Das sehen wir genauso wie die Innenminister von Bund und Ländern“, sagte Lewe.

Kommentar
Anschläge auf Moscheen bedrohen Frieden in Deutschland

Von Yasin Baş

Nachdem in der Nacht zu Samstag und Sonntag türkische Einrichtungen und Geschäfte wieder Ziel von Anschlägen wurden, steigt die Besorgnis und Unsicherheit innerhalb der türkischstämmigen Menschen in Deutschland.

Sorge und Unsicherheit bei Deutschtürken

In der Nacht zum Sonntag haben mutmaßliche PKK-Anhänger die Scheiben der Eingangstür der Emir-Sultan-Moschee in Darmstadt mit Steinen beworfen und zerstört. Zudem beschmierten die Täter die Fassaden des Gotteshauses mit terroristischen Parolen. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Hintergrund aus. Die Moschee gehört dem deutsch-türkischen Moscheeverband Union der „Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa“ (ATIB) an. ATIB betreibt seit 1987 Moscheen in Deutschland.

Hilferuf von Öner: „Auch das Recht der Türken und Deutschtürken verteidigen“

Deren Vorsitzender Ihsan Öner wandte sich mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit. Öner ruft in dem Schreiben die Sicherheitsbehörden zum Handeln auf und spricht von täglichen Angriffen auf Gotteshäuser in Deutschland sowie der wachsenden Sorge und einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit unter der türkischstämmigen Community. Er beklagt in seinem Hilferuf, dass bis jetzt kaum ein Täter ermittelt oder verurteilt wurde.

Mindestens 40 Anschläge seit Jahresbeginn allein auf Moscheen

Tatsächlich gab es seit Anfang des Jahres bereits 40 Anschläge auf Moscheen in Deutschland. 25 dieser Übergriffe richteten sich gegen die „Türkisch-Islamische Union“ (DITIB). Die Gebetshäuser der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş” (IGMG) wurden seit Beginn des Jahres bereits sechsmal angegriffen. Obwohl in einschlägigen Internetseiten, die der Terrororganisation PKK nahestehen, Bekennerschreiben auftauchen, beklagen Mitglieder und Vorstände islamischer Organisationen in Deutschland, dass es kaum zu nennenswerten Verhaftungen und Verurteilungen komme. Auch ATIB-Vorsitzender Ihsan Öner wendet sich an die Ermittlungsbehörden:

„Worauf warten Sie, um aktiv zu werden und die Täter zu ermitteln und zu fangen? Wenn diese Untätigkeit nicht vorsätzlich ist (wir gehen davon aus, dass es keinen Vorsatz gibt), wieso werden die Täter dann nicht verhaftet? Wem sollen wir vertrauen, wenn solche Taten und Angriffe in einem Land, das bekannt ist für seine Nachrichtendienste, ungestraft und unbeantwortet bleiben? Oder möchten einige Kreise bewusst, dass wir in Unsicherheit und Sorge leben? Das sind die Fragen, die sich heutzutage die türkische Gesellschaft in Deutschland stellt. Niemand besitzt in einem Verfassungsstaat das Recht, Menschen auf sich alleine zu stellen und sie in Sorge und Unsicherheit leben zu lassen.“

Solidaritätsaufruf an Deutsche: Auch das Recht von Türken und Deutschtürken verteidigen

Öner bittet die Verantwortlichen, nicht zuzulassen, dass „die Ruhe unter den friedlich miteinander lebenden Menschen gestört wird.“ Der Vorsitzende spricht auch von der ausgereizten Geduld der „türkischen Gesellschaft in Deutschland, die Ziel solcher Angriffen und Anschlägen ist“. Am Ende fordert er eine breite Solidarität von der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Die „besonnenen Menschen“ sollten „auch das Recht der Türken und Deutschtürken“ verteidigen.

Verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen

Deutschland ist Heimat geworden für die muslimisch-deutsch-türkische Gesellschaft. Auch wenn in regelmäßigen Abständen immer wieder hochrangige Politiker das Gegenteil behaupten. Die türkischstämmigen Menschen fühlen sich in Deutschland zu Hause. Ihre Kinder, Enkel und mittlerweile Urenkel sind hier geboren, aufgewachsen und werden auch hier ihre letzte Ruhe finden. Diese Menschen gehören genauso zu Deutschland wie ihre Religion und Kultur.

Sie fühlen sich den bundesdeutschen Gesetzen verpflichtet und sind gegenüber unserem Land loyal. Die in großen Teilen der türkischstämmigen Bevölkerung herrschende Unsicherheit muss so schnell wie möglich beendet werden. Verloren gegangenes Vertrauen in die Medien, Politik und Sicherheitsorgane sollten zurückgewonnen werden, damit ein Gefühl der Entfremdung und Resignation erst gar nicht ensteht.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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– Kommentar – Sind AfD-Politiker für antisemitische und antimuslimische Stimmung mitverantwortlich?

2017 registrierte der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst“ 2691 politisch motivierte Straftaten mit antichristlichem, antisemitischem sowie antimuslimischem Hintergrund. 1495 Delikte hatten demnach ein judenfeindliches und 1069 Fälle ein antimuslimisches Tatmotiv. Bei den politisch motivierten Verbrechen gegenüber Christen zählten die Behörden 127 Fälle.

Sind AfD-Politiker für antisemitische und antimuslimische Stimmung mitverantwortlich?

Yasin Baş

Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Türkei
Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Von Klaus Jurgens Adana setzt neue Festival-Besucher-Rekorde Eigentlich ist es ja vom offiziellen Titel her ein Karneval: Der sechste Internationale Orangenblüten-Karneval fand gerade im türkischen Adana statt. Aufgrund der sensationellen Besucherzahlen darf man ihn aber durchaus in die Kategorie Festival einreihen – oder noch besser: in die Elite-Klasse der Mega-Events. Diesen Montag wird das Organisations-Komitee zusammenkommen, um Fazit zu ziehen, aber eines ist sicher: Lange Gesichter wird es dabei nicht geben. Als NEX24 die Chance hatte, mit Ali Haydar Bozkurt – dem Mann der als Ideengeber, Gründer und somit Urheber des Karnevals nicht nur in Adana, sondern überall in der Türkei hoch geschätzt wird – zu einem persönlichen Gespräch vor Ort zusammenzukommen, gab es nur Hochrechnungen.
(Fotos by Eray Kinay)
Aber was man hörte, übertraf alle Erwartungen: Alleine zur Straßenparade mit anschließendem Open Air Konzert der bekannten Popgruppe Kıraç waren nach übereinstimmenden Schätzungen weit über 100.000 Menschen gekommen. Wenn man dann die über einhundert weiteren Veranstaltungen, die im Rahmen des Karnevals stattfanden, hinzurechnet, kommt man schnell in schwindelerregende Höhen; 100.000 ist also nur der erste Anhaltswert! Nach weiteren Berichten war die Ausstrahlung so groß, dass im Prinzip ganz Adana und Umgebung zumindest zeitweise auf den Beinen waren; dann könnte man sogar von einer potentiellen Anziehungskraft von über einer Million Menschen sprechen. Herr Bozkurt sagte mir, dass sich nunmehr ein Traum verwirklicht hätte; der Karneval werde von Jahr zu Jahr besser, größer. Als ich ihn vor vier Jahren ebenso hier im schönen Adana kennenlernen durfte, war er sich da noch nicht so sicher – der 2. Karneval war noch viel kleiner, und es war noch unsicher, ob es genügend Sponsoren geben würde, um weitere Veranstaltungen dieser Art auf die Beine zu stellen. Mit unermüdlichem Fleiß haben er und sein ehrenamtliches (!) Team aber genau das geschafft – eine Mega-Veranstaltung, wo sich potentielle Sponsoren schon lange im Voraus zusammenfinden, um gemeinsam das Beste für die Stadt, die Region und im Prinzip auch für die gesamte Türkei zu bewerkstelligen. Ali Haydar Bozkurt sagte uns auch, dass Adana eine Stadt der Harmonie sei, kosmopolitisch und weltoffen und dass der Karneval ein enormes Potential zur Tourismuswerbung und weiteren Ankurbelung der regionalen Wirtschaft habe. Einige Beispiele: Es gab eine faszinierende Modenschau, auf der die schönsten Kleider-Designs mit dem Thema Blüten (und Bienen) ausgezeichnet und mit Preisen honoriert wurden. Man konnte zu Ausstellungseröffnungen von bekannten Künstlern gehen. Für alle Fans von Volkswagen wurde ein Treffen der VW-Fans organisiert. Die gesamte Innenstadt war im Sinne der Orangenblüte dekoriert, und es ist bestimmt nicht übertrieben zu sagen, dass Adanas Innenstadt mit ihrer sehr großen Fußgängerzone in ein gigantisches Freiluftausstellungs-, Flanier- und Verkaufszentrum umgewandelt wurde. NEX24 nutzte ebenso die Gelegenheit, um mit Frau Doktor Seyda Andaç zu sprechen. Frau Andaç hatte zusammen mit einer Gruppe von 500 praktizierenden Ärztinnen aus der ganzen Türkei am Karneval teilgenommen. Diese beeindruckende Anzahl von Teilnehmerinnen, die alle dieselbe Gruppe oder Organisation repräsentieren, dürfte für sich selber genommen rekordverdächtig sein. Und dann gibt es da ihre Facebook-Gruppe, allerdings nur für Mitgliederinnen, die ebenso wie die Delegation, die nach Adana reiste, rein aus weiblichen Ärzten besteht und von Frau Doktor Figen Demir Kardeş ins Leben gerufen wurde. Dort tauschen sich rund 12.000 Personen aktiv zu medizinischen Themen aus; man kümmert sich um Anfragen der Mitglieder, unterstützt bei medizinischen oder auch kosmetischen Problemen und Anfragen und greift auch jüngeren Menschen finanziell mit kleinen Zuschüssen für ihre Ausbildung unter die Arme. Der gesamte sechste internationale Orangenblüten-Karneval, der nun zu Ende ist, zeigt, wie aktiv die türkische Zivilgesellschaft wirklich ist – ein Fakt, der im Ausland gerne absichtlich oder unwissentlich übersehen wird. Die Ärztinnen aus der ganzen Türkei, die nach Adana reisten, sind eine tolle, aber eben auch nur eine von sehr, sehr vielen und unterschiedlichen Gruppen, Vereinen und Clubs, die jeden Tag ihren Beitrag zu einer noch besseren,  noch schöneren, noch erfolgreicheren Türkei leisten. Als ich mich mit einem Handschlag und Lächeln von Ali Haydar Bozkurt verabschiedete, kam mir ein Gedanke: Mein Vorschlag für Sie, verehrte Leserinnen und Leser – streichen Sie sich den Monat April 2019 schon einmal rot im Kalender an, denn eines ist wohl sicher: Ser 7. Internationale Orangenblüten-Karneval wird wieder versuchen, neue Rekorde zu setzen. Schauen Sie einfach regelmäßig unter www.nisandaadanada.com nach!  

Klaus Jurgens

Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

Russlandkrise
Ukraine fordert politischen Boykott der Fußball-WM

Düsseldorf (ots) – Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin fordert Europas Politiker auf, die Fußballweltmeisterschaft im Sommer in Russland nicht zu besuchen. „Ich rufe die europäischen Politiker zum politischen Boykott der Fußball-WM in Russland auf“, sagte Klimkin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Klimkin warf Russland eine Fortsetzung seiner aggressiven Politik und Völkerrechtsverletzungen vor. Der Kreml führe „einen Krieg gegen die demokratische Gemeinschaft, sogar auf dem Territorium des Bündnisses: Giftmorde, Cyberangriffe, Verbreitung von Fake-Nachrichten“, sagte der Außenminister. Die bestehenden Sanktionen gegen Moskau hätten zwar eine wichtige Rolle gespielt, sich aber als nicht ausreichend erwiesen. „Es ist die höchste Zeit, auf diese und andere Angriffe des Kremls mit neuen Maßnahmen zu reagieren“, sagte Klimkin. Über einen sportlichen Boykott der Fußball-WM sollten Klimkin zufolge aber die nationalen Fußballverbände entscheiden.

Businessnews
Partner aus Singapur: 200 Millionen Dollar für Nusr-Et-Gruppe

Istanbul (nex) – Das von der türkischen DOĞUŞ-Gruppe im Jahr 2012 gegründete Unternehmen „Dogus Restaurant Entertainment and Management“ (D.ream), zu dem die weltbekannten Marken wie Nusr-Et und Zuma gehören, hat nun zwei starke Partner aus Singapur und Großbritannien an seiner Seite. Das singapurische Staatsfond Temasek und das in Großbritannien ansässige Metric Capitals sind durch den Tausch von 17% Aktienanteilen Partner von D.ream geworden. „Dream ist ein sehr gut geführtes Unternehmen mit einem unglaublich starken Markenportfolio und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz für profitables Wachstum in mehreren Märkten weltweit. Wir freuen uns über die Möglichkeit, am weiteren Wachstum des Unternehmens zu partizipieren, sowohl organisch als auch durch mögliche Akquisitionen“, sagte Bjorn Tessiore, Senior Principal von Metric, in einer Stellungnahme. John Sinik, Managing Partner von Metric, fügte hinzu: „Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Dogus und Temasek bei dieser Transaktion. Wir glauben, dass Dream eine einzigartige Plattform für Wachstum in seiner Branche darstellt und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und dem Unternehmen, um die Entwicklung von Dream in den kommenden Jahren zu unterstützen.“ Im Rahmen der Vereinbarung wurde der Gesamtwert der Gesellschaft mit 1,2 Milliarden Dollar beziffert, während sich der Wert der übertragenen Aktien auf 200 Millionen Dollar beliefe. Auch Nusr-Et gehört zu D.ream Das weltweit bekannte Restaurant Nusr-Et des türkischen Metzger-Phänomens Nusret Gökce der in letzter Zeit wegen seiner Fähigkeiten im Fleischhacken und -salzen zum Social-Media-Phänomen avancierte, ist Teil der D.ream Gruppe. Gökce, weltweit auch als Salt Bae bekannt, erlangte internationale Berühmtheit, nachdem er anfing, Fotos seiner theatralischen Salzstreu-Pose in den sozialen Netzwerken zu teilen. Nur fünf Jahre Schule Gökce sei nur fünf Jahre zur Schule gegangen und habe anschließend angefangen, als Metzger zu arbeiten. In Argentinien habe er seine Fleischschneidekünste dann perfektioniert. Kommunikation durch Fleisch Er habe zwar keine Fremdsprachen sprechen können, erzählte er in einem Gespräch mit türkischen Medien, habe jedoch „mit den Menschen durch das Fleisch kommuniziert“. „Die Leute bezeichnen mich als ungehobelt“, sagte er. „Ich bin der Sohn eines Bergarbeiters. Mein Vater und meine Mutter waren Analphabeten. Ich konnte aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen. Ich war 14, als ich bei einem Metzger in die Lehre ging. Fleisch wurde zu meiner Leidenschaft.“ Gökce betonte, dass er nicht mit einem PR-Team oder einem Unternehmen zusammenarbeite. Die Fotos und Videos hätten Kellner in seinen Restaurants aufgenommen. Auch Promis wie Rihanna, Manuel Neuer, Mesut Özil oder Tommy Hilfiger haben schon eines seiner Nusr-Et-Restaurants besucht.   Gastauftritt in der beliebten US-Serie Narcos Im vergangenen Jahr war er sogar für einen kurzen Augenblick in der beliebten US-Serie Narcos zu sehen. In der Serie geht es um das Leben des kolumbianischen Drogenhändlers und Drogenschmugglers Pablo Escobar. Gökce teilte auf seinem Twitter-Account ein Foto von sich mit Pedro Pascal, der Hauptfigur der Serie.    

Russlandkrise
EVP-Fraktionschef Weber fordert weitere Sanktionen gegen Russland

Deutsche Staatsspitze sollte Fußball-WM in Russland boykottieren Osnabrück (ots) – Der Fraktionschef der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament Manfred Weber fordert weitere Sanktionen gegen Russland. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der CSU-Europapolitiker: „Europa muss bei neuen Eskalationen seitens der russischen Regierung zu weiteren Maßnahmen bereit sein.“ Zur Begründung nannte Weber das politische Vorgehen der russischen Regierung, die nach wie vor militärische Gewalt als Mittel der Politik einsetze. „Solange Russland in der Ostukraine einen stillen Krieg führt und mit Desinformationskampagnen Europa destabilisieren will, muss sich Europa verteidigen.“ Seiner Ansicht nach hat Russland „ein schwaches und zerstrittenes Europa als Ziel, um selbst neue Stärke zu gewinnen.“ Er füge hinzu: „Das dürfen wir nicht zulassen – auch wenn wir immer gesprächsbereit bleiben müssen. Das sind die zwei Leitplanken der Russland-Politik.“ Mit Blick auf die Fußball-WM in Russland forderte Weber, die deutsche Staatsspitze sollte nach dem Vorbild der Briten nicht an den Spielen teilnehmen: „Wir dürfen Putin keinen diplomatischen Propaganda-Erfolg gönnen.“ Weber lehnt Sanktionen gegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der Aufsichtsratschef beim russischen Energiekonzern Rosneft ist und als wichtigster Lobbyist für den russischen Präsidenten Putin gilt, allerdings ab. Der CSU-Politiker sagte: „Jeder Politiker muss selbst überlegen, wie er mit seinem Andenken und seiner politischen Leistung umgeht. Da richtet sich Gerhard Schröder selbst, das muss man nicht weiter kommentieren.“

Syrien
Giftgasangriff: Opferzahl steigt auf über 100

Douma (nex) – Syrische und russische Kampfjets fliegen seit Tagen Angriffe auf die von Aufständischen gehaltene Stadt Douma. Wie Menschenrechtsorganisationen und auch Augenzeugen berichten, sei dabei Giftgas eingesetzt worden. Die syrische Regierung bestreitet das. Bei schweren Luftangriffen auf die südwestsyrische Stadt Douma in Ost-Ghouta  in der Samstagnacht ist möglicherweise Giftgas eingesetzt worden. Wie die syrische Hilfsorganisation Weißhelme und die Syrian American Medical Society berichten, litten Bewohner unter Atemnot, nachdem ein Wohngebiet mit Gas angegriffen worden sei. In Aufnahmen, die seit Samstag über die sozialen Medien verbreitet werden, sind Kleinkinder mit Sauerstoffmasken oder Tote mit Schaum vor dem Mund zu sehen.  Dies spreche für das Giftgas Sarin. Auch die Hilfsorganisation UOSSM geht von einem Giftgasangriff aus. Die Angaben über die Zahl der Toten schwanken. Es wird von bis zu 150 Toten und bis zu 1000 Verletzten berichtet. „Wir dürfen uns nicht an Bilder toter Kinder mit Schaum vor dem Mund gewöhnen – jeglicher Einsatz von Massenvernichtungswaffen darf nicht länger ohne Konsequenzen bleiben“, so Elias Perabo, Geschäftsführer der deutsch-syrischen Menschenrechtsorganisation Adopt a Revolution, die in Douma seit Jahren zwei Partnerprojekte unterstützt. „Eine internationale Untersuchung ist dringend notwendig, aber das alleine reicht nicht, um solche Taten künftig zu verhindern“, so Perabo weiter. Die EU und Deutschland hätten bislang keinerlei Konsequenzen aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der unabhängigen Untersuchungen von UN und OPCW zum Einsatz von Giftgas in Syrien gezogen. „Damit haben sie billigend auch den weiteren Einsatz von Giftgas wie gestern in Douma in Kauf genommen“, betonte Perabo. Politiker verurteilen weltweit den Angriff auf Duma Weltweit haben Politiker den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff verurteilt. Der Sprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin, sagte am Sonntag, dass das Bashar al-Assad-Regime für wiederholte Angriffe in Syrien verantwortlich gemacht werden müsse. „Wir verurteilen den chemischen Angriff in Syriens Douma, bei dem mindestens 70 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet wurden, auf das Schärfste „, sagte Kalin in einer schriftlichen Erklärung. Trump nennt Assad „Tier“. „Viele Tote, inklusive Frauen und Kinder, nach hirnlosem Chemiewaffenangriff in Syrien. Das Gebiet, in der die Gräueltaten stattfanden, ist von der syrischen Armee abgeriegelt und somit für die Außenwelt völlig unzugänglich. Präsident Putin, Russland und der Iran sind dafür verantwortlich, weil sie das Tier Assad unterstützen. Großer Preis zu bezahlen. Öffnet die Gegend sofort für medizinische Hilfe und Verifizierung. Weiteres humanitäres Unglück aus einem komplett nichtigen Grund. KRANK!“, schreibt US-Präsident Donald Trump auf Twitter. Assad-nahe Medien machen Deutschland verantwortlich Unterdessen berichten Assad-nahe Journalisten, dass Regimekräfte bei der Rückeroberung Ost-Ghoutas „chemische Substanzen, einschließlich Verpackungen von giftigem Chlorgas aus Deutschland“ gefunden hätten. Es wird die Frage gestellt, wie das Verhältnis zwischen der deutschen Fabrik, die diese chemischen Stoffe produziert hat, und den „radikal-islamistischen Terroristen“ in Syrien sei.
(Foto: Screenshot)
 

Türkei
Hatay: Orthodoxe Christen feiern Osterfest in Aziz Nikola Kirche

Hatay (nex) – Mit einem festlichen Gottesdienst wurde in einer griechisch-orthodoxen Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay am gestrigen Samstag das Osterfest gefeiert. Christliche Bewohner von Hatay und Umgebung nahmen in der Aziz Nikola Kirche in Iskenderun an der Osternachtwache teil. Pastor Dimitri Yildirim überbrachte eine Botschaft der Brüderlichkeit und des Friedens während seiner Rede bei der Feier. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde die Kirche mit Lichtern und Kerzen geschmückt. Ostern markiert die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung drei Tage später. Die im Jahre 1879 erbaute Aziz Nikola Kirche wird auch heute noch von orthodoxen Christen aus Iskenderun und Umgebung genutzt. Patriarch Bartholomäus I. betet für türkische Antiterroroffensive Olivenzweig Der griechisch-orthodoxe Patriarch Bartholomäus I. überraschte im Januar die Öffentlichkeit, indem er seine Unterstützung für die am 20. Januar begonnene Militäroffensive „Olivenzweig“ der türkischen Streitkräfte aussprach. In einem an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gerichteten Brief schrieb Bartholomeus, dass die griechische Kirche für den Erfolg der Militäroperation in Syrien bete. „Es ist eine Tradition unserer Kirche, dass wir stets für unseren Staat, die Gesundheit unserer Führer und das Wohlergehen und Glück unseres Volkes beten. Wir haben die Hunderttausenden von Menschen unserer Nachbarländer im Süden, insbesondere in Syrien, die aufgrund von Konflikten vertrieben wurden, nicht vergessen“, so Bartholomäus in seinem Brief. Die Kirche bete zu Gott, dass der Frieden in Syrien mit der Offensive „Olivenzweig“ wieder hergestellt würde. „Es ist der Wunsch unserer Gemeinschaft, dass unsere Nation sich sehr bald wieder zu einem sicheren Ort entwickelt und die Krankheit Terror, von dem alle Bürger, aber besonders die im Südosten des Landes, betroffen sind, endlich besiegen kann“, schreibt Bartholomeus. Die Kirche bete, dass Erdogan und die türkischen Streitkräfte Erfolg haben und die Antiterror-Operation Olivenzweig, so wie es der Name verspreche, Frieden in das Gebiet bringen werde.

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Die für ihr „heiliges Wasser“ bekannte Panagia Phaneromeni Kirche wurde 1890 im Stadtteil Kemal Paşa der westtürkischen Stadt Ayvalık in der Provinz Balıkesir erbaut.  Die Kirche hat eine neoklassizistische Architektur und ist vielleicht das bekannteste und wichtigste Bauwerk im Zentrum von Ayvalık.

Türkei: Sanierung einer weiteren Kirche abgeschlossen
     

Terrorismus
Bericht: 48-jähriger Deutscher Jens R. hinter LKW-Anschlag in Münster

Münster (nex) – Ein Kleintransporter ist in Münster in eine Gruppe sitzender Menschen gefahren. Medienberichten zufolge gibt es mindestens vier Tote. Der Fahrer soll sich anschließend selbst erschossen haben. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, handele es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den 48-jährigen Jens R. aus Münster. Der 1969 geborene Deutsche soll 2014 und 2016 psychisch auffällig gewesen sein. Seine Wohnung werde derzeit von SEK-Kräften durchsucht. Dem „ZDF“ zufolge war der Kleinlaster auf seinen Namen zugelassen. Vor kurzem soll er versucht haben sich umzubringen. „Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten. Den Verletzten wünschen wir schnelle und baldige Genesung. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, welche Hintergründe dieses Ereignis hatte, aber ich danke schon jetzt den vielen Einsatzkräften, die unermüdlich hier in Münster im Einsatz sind“, sagte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe in einer Stellungnahme. Wie die „Westfälischen Nachrichten“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, sei der Kleinlaster aus Richtung Innenstadt kommend mit hoher Geschwindigkeit in das Kiepenkerlviertel gefahren.  

Gaststätte Kiepenkerl
Münster: Zahl der Todesopfer steigt auf drei

Münster (nex) – Ein Kleintransporter ist in Münster in eine Gruppe sitzender Menschen gefahren. Medienberichten zufolge gibt es mindestens drei Tote. Der Fahrer soll sich anschließend selbst erschossen haben. Die Tat soll sich um 15.27 Uhr am Denkmal „Kiepenkerl“ ereignet haben. „Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten. Den Verletzten wünschen wir schnelle und baldige Genesung. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, welche Hintergründe dieses Ereignis hatte, aber ich danke schon jetzt den vielen Einsatzkräften, die unermüdlich hier in Münster im Einsatz sind“, sagte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe in einer Stellungnahme. Wie die „Westfälischen Nachrichten“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, sei der Kleinlaster aus Richtung Innenstadt kommend mit hoher Geschwindigkeit in das Kiepenkerlviertel gefahren. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sind nach aktuellem Informationsstand drei Menschen gestorben. Darunter sei auch der mutmaßliche Täter. Laut Polizeisprecher gibt es rund 30 Verletzte. Die „Westfälischen Nachrichten“ berichten unter Bezugnahme auf den Sprecher der Feuerwehr von bis zu 50 Verletzten. Die Polizei rief die Bürger über Twitter auf, die Innenstadt von Münster zu meiden. Es lasse sich noch nicht sagen, ob es sich um einen Anschlag handele. Im Zentrum von Münster laufe derzeit ein Großeinsatz. https://twitter.com/BreidsamerXXXV/status/982631182088228864