Putin in der Türkei
TurkStream Gas-Pipeline: Türkei und Russland möchten Handelsvolumen auf 100 Milliarden Dollar erhöhen

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Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin nahmen am Montag an einer Zeremonie teil, die den Abschluss des Baus des Offshore-Teils des TurkStream-Projekts, einer Gaspipeline, die russisches Gas in die Türkei und nach Europa transportieren wird, markierte. Mit der Fertigstellung der TurkStream-Pipeline werde die Türkei zu einer wichtigen internationalen Energiedrehscheibe, sagte Putin am Montag in Istanbul. Dies werde auch die geopolitische Position der Türkei stärken, betonte Putin. Der Bau der TurkStream werde sich auf die Entwicklung der gesamten Schwarzmeerregion positiv auswirken und ein wichtiger Schutz für die europäische Energiesicherheit sein, sagte er. „Die Fertigstellung des schwierigsten Abschnitts der Gaspipeline zeugt von der effektiven Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Russland in sehr wichtigen und komplexen Bereichen“, so der russische Staatschef. Die Grundlage für den Erfolg des Projekts das Vertrauen zwischen den beiden Ländern. „Ich bin sicher, dass die TurkStream, wie auch unser anderes gemeinsames Projekt – das Kernkraftwerk Akkuyu – zu einem leuchtenden Symbol für die Entwicklung einer vielschichtigen russisch-türkischen Partnerschaft und zu einem Symbol der Freundschaft zwischen unseren Völkern werden wird“, sagte er. Handelsvolumen von 100 Milliarden Dollar Erdogan nannte Russland einen „zuverlässigen“ Partner für die Türkei“ und einen „wichtigen“ Erdgaslieferanten, mit dem die Türkei langfristig zusammenarbeiten werde. Das TurkStream-Erdgaspipeline-Projekt werde nach Durchführung von Tests 2019 betriebsbereit sein, sagte Erdogan. Das Ziel der Türkei sei mit Russland ein bilaterales Handelsvolumen von 100 Mrd. Dollar, betonte Erdogan und fügte hinzu, dass die Türkei seit 1987 387 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland bezogen habe. Erdogan sagte, die Solidarität der Türkei mit der russischen Regierung und der Bevölkerung werde den Weg für größere Projekte für beide Länder in der Zukunft ebnen. Putin betonte, dass die Verwirklichung eines solchen Projekts ohne das gegenseitige Vertrauen zwischen den beiden Ländern nicht möglich gewesen wäre. TurkStream soll aus zwei Pipelines mit einer jährlichen Transportkapazität von je 15,75 Mrd. Kubikmeter bestehen. Die erste soll den türkischen Erdgasbedarf decken, die zweite Erdgas an die süd- und südosteuropäischen Staaten Europas liefern.

Nach Khashoggi-Mord
Deutschland stoppt alle Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

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Berlin (nex) – Wie das Bundeswirtschaftsministerium am heutigen Montag mitteilte, liefert Deutschland ab sofort keine Rüstungsgüter mehr nach Saudi-Arabien. Auch bereits vereinbarte Exporte würden gestoppt. Dem „Spiegel“ zufolge handele es sich um eine vollständige Einstellung aller Exporte. „Es ist aus unserer Sicht ganz klar, dass die Umstände dieses schrecklichen Verbrechens noch nicht befriedigend aufgeklärt sind“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Wegen des Mordes an dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi verhängten Deutschland und Frankreich heute zudem Einreisesperren gegen 18 der Tat oder ihrer Unterstützung verdächtige saudiarabische Staatsbürger. Am Rande eines EU-Treffens in Brüssel sagte Bundesaußenminister Heiko Maas, dass die Personen in Verbindung zu dem Mord stünden. Die Bundesregierung habe sich eng mit Frankreich und Großbritannien abgestimmt und behalte sich weitere Schritte vor. Die saudische Staatsanwaltschaft beschuldigt hochrangige Regierungsmitarbeiter, eigenmächtig ein Killerkommando zur Ausführung der Tat geschickt zu haben. Der Generalstaatsanwalt hatte zuletzt für fünf Beteiligte die Todesstrafe gefordert. Medienberichten zufolge könnte auch der saudische Kronprinz in den Fall verwickelt sein. https://twitter.com/HeikoMaas/status/1064468113469640704  

Brüssel
Mord an Khashoggi: Deutschland verhängt Einreisesperren gegen 18 Saudi-Araber

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Brüssel (nex) – Wegen der Tötung des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat Bundesaußenminister Heiko Maas am heutigen Montag Strafmaßnahmen gegen 18 Saudi-Araber verkündet. Berlin hat gemeinsam mit der französischen Regierung eine Einreisesperre gegen die Betroffenen verhängt. Am Rande eines EU-Treffens in Brüssel sagte Maas, dass die Personen in Verbindung zu dem Mord stünden. Die Bundesregierung habe sich eng mit Frankreich und Großbritannien abgestimmt und behalte sich weitere Schritte vor. Die saudische Staatsanwaltschaft beschuldigt hochrangige Regierungsmitarbeiter, eigenmächtig ein Killerkommando zur Ausführung der Tat geschickt zu haben. Der Generalstaatsanwalt hatte zuletzt für fünf Beteiligte die Todesstrafe gefordert. Medienberichten zufolge könnte auch der saudische Kronprinz in den Fall verwickelt sein. https://twitter.com/HeikoMaas/status/1064468113469640704 Erdogan: Befehl kam von obersten Ebenen der saudischen Regierung Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte Anfang November, dass der Befehl für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi von den obersten Ebenen der saudischen Regierung kam. In einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ schrieb Erdogan am 2. November: „Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudi-Arabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und abhauen.“ „Schließlich wissen wir, dass der Befehl, Khashoggi zu töten, von den höchsten Ebenen der saudischen Regierung kam“, sagte Erdogan. Khashoggi, Kolumnist der Washington Post, verschwand am 2. Oktober, nachdem er das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Der Körper Khashoggis wurde nach seiner Ermordung im saudischen Konsulat zerstückelt, teilte die Staatsanwaltschaft Istanbul am Mittwoch mit. Khashoggi wurde demnach kurz nach seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul erdrosselt. Anschließend sei der 59-jährige zerstückelt und die Körperteile fortgeschafft worden. Die Ermordung und die Beseitigung der Leiche erfolgten gemäß einem „vorgefassten Plan“.

Interview
Interview: Unternehmer Remzi Aru über die PKK in Deutschland

Die PKK-Versteher sind die Pegida der Mitte
Unternehmer Remzi Aru äußert sich im NEX24-Interview unter anderem über Wahlen in der Türkei und die Seelenverwandtschaft zwischen Pegida und PKK-Verstehern.
Die AKP hat die letzten Wahlen in der Türkei nicht zuletzt auch des starken Zuspruchs innerhalb der türkischen Diaspora in Deutschland überlegen gewonnen, während die HDP Wahlanalysen zufolge unter anderem auf Grund ihrer unklaren Haltung zur PKK wegen drastisch verloren hat – insbesondere auch innerhalb der kurdischen Volksgruppe. Einsicht ist – anders als beim inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan, der das Agieren der Terrorgruppe und der HDP scharf kritisiert hat – in der deutschen Öffentlichkeit allerdings nicht zu verzeichnen, meint der in Berlin lebende türkische Unternehmer Remzi Aru.
NEX24 sprach mit ihm über aktuelle Entwicklungen.
NEX24: Herr Aru, macht Ihnen als bekanntem Exponenten der türkischen Einwanderercommunity die Pegida-Bewegung Angst?
Aru: Nein, schon als Kind gab es zwei Dinge, die wir nicht hatten: Geld und Angst. Wir konnten uns Letztere einfach nicht leisten. Wer nichts wagt und wer nicht aneckt, der erreicht auch nichts. Und Pegida ist eine Bewegung von Menschen, die sich ihr Leben lang hinter ihrer German Angst verkrochen haben, die auf diese Weise auch nie Probleme mit dem Staat bekommen hatten, weil sie einfach auch nie aufgemuckt haben, aber die eben dadurch auch nichts erreicht haben.
Sie wollen jetzt ihre Form der „Friedensdividende“, ihren Lohn fürs Angepasst sein. Und sehen mit Neid auf Einwanderer, die etwas erreicht haben, weil sie für ihre eigenen Ideale einstanden, ihr eigenes Leben gelebt haben und nicht das, das einem andere zugedacht haben. Es sind sicher nicht alles dumme, bösartige Menschen, die dort marschieren, aber ich kann ihnen nur sagen: Leute, es mag sein, dass Ihr von Eurem Leben bislang weniger bekommen habt, als Ihr meint, dass Euch zusteht. Aber das liegt nicht an uns, das liegt nicht an den Einwanderern.
Steckt Eure Energien in etwas Sinnvolles, Konstruktives, und schafft Euch selbst ein Leben! Statt andere Kulturen herabzuwürdigen, definiert lieber Eure eigene und pflegt sie. Von mir aus muss kein „Weihnachtsmarkt“ in „Wintermarkt“ umbenannt werden, ich halte diesen Kulturkannibalismus vielmehr für einen Irrsinn. Problematischer als das deutsche Randphänomen Pegida ist aber der importierte „Links“-Terrorismus in Deutschland, der sich vor allem in Gestalt der PKK und ihrer Versteher zeigt.
Die Gesinnung ist die gleiche wie die von Pegida, es sind wildgewordene Kleingeister, deren ideologischer Fanatismus sich mit deutschem Maßregelungsdrang paart und die Unterstützer bis in die Mitte der Gesellschaft und in die Parlamente hinein finden. Leute, die ihre Gewalt verleugnen, verharmlosen oder rechtfertigen, aus Geltungsdrang, Türkenhass, Islamfeindlichkeit oder einfach auch nur aus Neid auf Türken, die mit ihrer Herkunft und ihrer Religion im Reinen sind.
NEX24: Woran macht sich das fest?
Aru: Die PKK hat in Europa gemerkt, dass es ihr nicht viel bringt, hier türkische Reisebüros in die Luft zu sprengen. Es ist ihr klar geworden, dass sie mehr davon hat, hier ein ruhiges Hinterland zu genießen, Strukturen aufzubauen, Unterstützer anzuwerben und die Gewalt in den vorpolitischen Raum zu verlagern, also in die Schutzgelderpressung („Revolutionssteuer“) und in den Drogenhandel. Sie wollen die rassistische und religionsfeindliche Grundstimmung in Europa und unter seinen Eliten nutzen, um Rückendeckung für ihren marxistisch-leninistischen Kurs zu finden.
Es gibt nicht nur der PKK untergeordnete, sondern auch ihr ideologisch nahestehende Organisationen, die, sobald der türkische Präsident Erdogan nach Deutschland kommt, zehntausende Leute auf die Straße bringen, sie finden deutsche Journalisten und Politiker, die bereitwillig ihre Propaganda reproduzieren, religiöse türkische Sunniten und nicht assimilierte Muslime zum Feindbild aufbauen und Hetz- oder Einschüchterungskampagnen durchführen. Und es gibt auch Terrortrupps, die schon einmal Moscheen überfallen und Anschläge verüben.
Angriff auf Atib-Moschee (Foto: Privat)
Angriff auf Atib-Moschee (Foto: Privat)
NEX24: Ist das jetzt nicht dramatisiert?
Aru: Nein, alleine seit Beginn der Antiterroroperation der türkischen Streitkräfte gegen die PKK vor einigen Jahren hat es mehrere Anschläge auf türkische Moscheen gegeben. Funktionäre selbst CDU-naher Vereinigungen wie Madlen Vartian hetzen in PI-Manier gegen Muslime und können dabei auf die Rückendeckung vonseiten etablierter Medien und Politiker setzen.
(Foto: screenshot/facebook)
(Foto: screenshot/facebook)
Und dann gibt es noch die Biedermänner wie Ali Ertan Toprak, Multifunktionär und Multipropagandist, der zwischen jesidischen, kurdischen und alevitischen Verbänden switcht wie andere zwischen den 63 Gendern auf Facebook und dem die Grünen trotz Claudia Roth und Cem Özdemir nicht angepasst genug waren, weshalb der in die CDU gegangen ist, weil er sich mit seinem Hass auf den Islam dort am wohlsten fühlte. Das sind die Leute, die, wenn es dem Anbiederungszweck dient, erklären, Aleviten wären keine Muslime, aber sich trotzdem in die Islamkonferenz setzt, weil er sich davon verspricht, die muslimischen Verbände ausbooten zu können.
Sobald Erdoğan Deutschland besucht, marschieren tausende Leute aus diesem Dunstkreis auf und am Rande solcher Demonstrationen kann es auch gerne schon einmal zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Andersdenkende oder Polizeibeamte kommen.
NEX24: Gibt es ein PI der PKK?
Aru: Nicht 1:1, aber es gibt Blogs, die sich selbst und die PKK/PYD gerne als Opfer inszenieren und Politiker von Sevim Dağdelen bis Tobias Huch, die permanent mit Lügen und Hetze gegen die türkische Regierung, Präsident Erdoğan und die übergroße Mehrheit jener türkischen Einwanderer auf den Plan treten, nach dem Motto: „Irgendwas wird schon hängen bleiben.“ Dabei appellieren sie bewusst und gezielt an rassistische Ressentiments innerhalb der Mehrheitsgesellschaft und reden so genannten „islamkritischen“ Kräften von Buschkowsky bis hin zur NPD nach dem Mund, deren Ziel es ist, sunnitische Muslime zu Menschen zweiter Klasse zu stempeln.
NEX24: Aber Huch oder Dagdelen sind doch wohl nicht Meinungsführer im PKK-Umfeld?
Aru: Zweifellos nicht, ich glaube nicht, dass diese Leute von jenen, die sie hofieren, überhaupt für voll genommen werden. Aber sie legen einen Eifer und ein Sendungsbewusstsein an den Tag, das sie dazu treibt, jeden Tag neue unwahre und verdrehte Behauptungen in die Welt zu setzen, um Präsident Erdogan, aber auch die Mehrheit der sunnitischen Muslime in der türkischen Einwanderercommunity, zu dämonisieren.
Sobald die türkischen Sicherheitskräfte gegen kriminelle Elemente, Terroristen oder Parallelstrukturen im Staatsapparat vorgehen, verbreiten sie ihre Märchen von wegen „Anschlag auf die Pressefreiheit“, „Islamisierung“ oder „Verhinderung des Kampfes gegen den IS“ und finden deutsche Journalisten, von Hasnain Kazim über Deniz Yücel bis hin Till Reimer Stoldt, die diese auch noch in deutschen Massenmedien aufbereiten und dem, was diese Leute sich zusammenreimen, auch noch ihren Mainstream-Segen verleihen.
Auf diese Weise stärken sie nicht nur Rechtsextremen den Rücken, sondern vergiften auch das deutsch-türkische Verhältnis. Es ist kein Wunder, dass die Nazis, etwa PI oder „Pax Europa“, einen Ali Ertan Toprak abfeiern und ihn freudig als Ikone für ihre Hetze gegen Muslime bewundern. Toprak, der am laufenden Band Lügen und Hetze gegen sunnitische Muslime verbreitet, macht sich dabei aus rein opportunistischen Beweggründen zum Faktotum rechtsradikaler Kreise und verspricht sich wohl von seinem Auftreten als Einwanderer mit Onkel-Tom-Syndrom – immer nach dem Motto „Wir sind die guten Moslems, die Sunniten die Bösen“ – Impulse für seine Karriere.
NEX24: Reicht die Steuerungsgewalt des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan tatsächlich bis in deutsche Redaktionen und Parlamente?
Aru: Offenbar hat die nächste Generation der PKK-Terroristen ihrem inhaftierten Führer längst die Butter vom Brot genommen. Jüngst hat „Apo“ ja der gesamten Organisation und der HDP die Leviten gelesen und ausrichten lassen, dass sie selbst daran schuld wären, dass die Unterstützung in der Bevölkerung flöten geht, weil sie nicht auf ihn gehört hätten. Das Zusammenspiel zwischen deutschem linksliberalem Mainstream und kommunistischer PKK erinnert an jenes zwischen den Sowjets und den 68er-Hippies im Westen. Die einen suchen sich eine Projektionsfläche für ihre Ideologie der „Befreiung von Zwängen“, die es aus europäischer Mainstreamsicht nur dort gibt, wo Menschen ihr Leben nach religiös begründeten Moralvorstellungen organisieren, die anderen wollen eine Gesellschaft, einen Staat gezielt unterminieren, um dort Macht zu erobern.
In der Türkei ist das die PKK, die immer noch davon träumt, auf türkischem Boden eine eigene, kommunistische Diktatur zu errichten, in Deutschland sind es links- und rechtstotalitäre Kräfte, deren gemeinsame Nenner die „Islamkritik“ und die Gegnerschaft zu Religion, Freihandel und der türkischen Regierung sind. Und am Ende werden die treudoofen Hippies von den zynischen Machtstrategen ausgenutzt und würden diese tatsächlich die Macht übernehmen, wären Erstere die Ersten, die in den Gulag wandern. Das Neue daran ist, dass dieses Zusammenspiel grenzüberschreitend stattfindet und es eine Querfront gegen den Islam gibt, die von der PKK und traditionellen Linksextremisten über Grüne, Feministinnen, selbsternannte Gesellschaftsarchitekten in der SPD, Hardcore-Etatisten und einige Libertäre, Kampfatheisten und christliche Fundamentalisten über Unionskreise bis hin zu PI und NPD reicht.
Beerdigung Kevin Jochim (Foto: screenshot RT)
Beerdigung Kevin Jochim (Foto: screenshot RT)
Und da solche Leute – und Ali Ertan Toprak ist da ein brillantes Beispiel dafür – alle ein Problem mit religiöser Freiheit und religiösen Rechten als solchen haben, klopfen sie sich eben gegenseitig auf die Schulter und ziehen die „Wir gegen die“-Nummer ab, während sie den von ihnen Diffamierten vorwerfen, sie würden „Feindbilder aufbauen“, sobald sie es wagen, sich zu wehren.
NEX24: Aber gibt es nicht auch ein Problem mit radikalen Türken, etwa Demonstranten, die in Berlin auf einer Ditib-Demo antisemitische Parolen wie „Juden ins Gas“ oder „Nieder mit Israel“ riefen?
Aru: Zweifellos gibt es so etwas, auch wenn ich nicht weiß, ob das Türken waren und ich ausschließen kann, dass die Ditib solche Hassparolen billigt. In einer aufgeheizten Stimmung – wie damals auf Grund des Krieges in Gaza – kann man nie ausschließen, dass sich einzelne Personen emotional nicht unter Kontrolle haben und sich in einer Weise äußern, die abstoßend und kontraproduktiv ist.
Ich würde es allerdings auch nicht allen Menschen, die sich mit Israel solidarisch erklären, pauschal anlasten, wenn jüdische Extremisten zur gleichen Zeit in Jerusalem mit Parolen wie „Morgen bleibt die Schule leer – es gibt in Gaza keine Kinder mehr“ durch die Straßen ziehen und Kabinettsmitglieder die Tötung palästinensischer Mütter fordern. Wenn jeder damit beginnen würde, vor der eigenen Türe zu kehren, wäre bald die gesamte Nachbarschaft sauberer.
Die PKK-Extremisten und ihre linksnaiven und islamfeindlichen Kumpane haben den Rückenwind der mit Blick auf die Türkei weitgehend gleichgeschalteten Medien. Die meisten deutschen Fernsehsender und Journalistendarsteller wie Deniz Yücel oder Till Reimer Stoldt reproduzieren die Feindbildrhetorik dieser Leute – gegen Erdogan, gegen den türkischen Staat, gegen die türkische Einwanderercommunity, gegen den Islam. Ihre permanenten Diffamierungen als „Islamisten“, „türkische Nationalisten“, den „Diktator“ Erdoğan sind hierzulande omnipräsent.
NEX24: Auf die türkischen Einwanderer scheint dies aber keine Wirkung zu haben, wenn man die Wahlergebnisse ansieht…
Aru: Das türkische Volk ist nicht nur stolz und mit seinen traditionellen Werten verbunden, sondern politisch auch sehr wach und lässt sich deshalb nichts vormachen. Eine gleichgeschaltete Medienlandschaft gab es vor 2002 auch in der Türkei, und auch dort war das Feindbild Islam auf seine Weise omnipräsent. Auch die Arroganz der Eliten gegenüber dem kleinen türkischen Arbeiter ist in Deutschland heute ähnlich wie in der alten Türkei.
Wenn man nun auch General Kujat erlebt, wie er die Bundeskanzlerin ihrer Türkeipolitik wegen maßregelt, ist das für die Türken auch etwas Vertrautes – nur, dass damals in der Türkei politische Statements der Armee stets unmittelbar bevorstehendes Ungemach bedeuteten und Kujat eher das ist, was man in Österreich als eine „leere Wursthaut“ bezeichnen würde.
Die Türken sind treue Menschen, gegenüber ihrer Religion, ihrer Familie, ihrem Vaterland und sie nehmen ihren Schwur ernst, den sie seit Atatürk geleistet haben. Sie lassen sich nicht unterbuttern, nicht leicht in die Irre führen und schon gar nicht einschüchtern. Das klare Resultat der Wahlen, vor allem auch aufseiten der Türken in Deutschland, ist nicht nur eine Bestätigung für die Politik der AKP, sondern auch eine klare Botschaft an die türkei- und islamfeindlichen europäischen Eliten, an die Terroristen, an Anhänger des Parallelstaates und an die PKK-Versteher: „Eure Wühlarbeit trägt keine Früchte!“
NEX24: Was erhoffen Sie sich von der deutschen Politik?
Aru: Ich erwarte mir von jedem deutschen Politiker und Medienschaffenden, dass er oder sie den souveränen, demokratischen Willen des türkischen Volkes akzeptiert und aufhört, die türkischen Einwanderer für dumm verkaufen zu wollen. Rassismus und eine kolonialistische Attitüde sind nicht nur dann zu verurteilen, wenn sie von Pegida in Dresden artikuliert werden. Sie kommen vielmehr aus der Mitte der Gesellschaft, sie sind so genuin europäisch wie der Börek türkisch ist.
Die Türken lassen sich dies aber nicht mehr gefallen. Es wird Zeit für die deutsche Politik, für deutsche Medien, vor der eigenen Türe zu kehren. Die Skandale rund um den NSU, der gestrige rassistische Übergriff auf eine schwangere Asylbewerberin in Brandenburg: Das sind Dinge, die Euch den Schlaf rauben sollten. Nicht die Tatsache, dass die Türken eine Partei wählen, die Euch nicht gefällt…
NEX24: Herr Aru, wir bedanken uns für das Gespräch.
 

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Die Terrororganisation verfüge über ein stabiles Gesamtvermögen von etwa 86 Milliarden US-Dollar (knapp 77 Milliarden Euro), das nicht nur für den Terror selbst, sondern auch dafür nutzbar gemacht wird, internationalen Druck auf die Türkei aufzubauen und eine feindselige Stimmung gegen Ankara zu schüren. Bei der Aufbringung dieser Finanzmittel spielen nicht zuletzt die Produktion und der Vertrieb von Heroin eine tragende Rolle.

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Flüchtlingspolitik
CDU-Wirtschaftspolitiker Linnemann: Über UNO-Migrationspakt abstimmen

Berlin – Der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU und CSU, Carsten Linnemann, hat sich in der Diskussion über den UNO-Migrationspakt hinter die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach einer parteiinternen Debatte gestellt. Im Inforadio vom rbb sagte Linnemann am Montag: „Er hat Recht und hat meine Unterstützung.“ Die aktuelle Diskussion erinnere ihn an die über das Freihandelsabkommen TTIP. Auch da habe es im Vorfeld nicht genug Transparenz gegeben, deshalb sei das Abkommen gescheitert. „Auch hier habe ich den Eindruck, bis dato zumindest, dass die Debatte im Keim erstickt wurde“, so Linnemann. Ebenso wie Spahn wolle auch er auf dem Parteitag der CDU am 7. und 8. Dezember 2018 nicht nur über den Migrationspakt debattieren, sondern auch darüber abstimmen lassen, ob die Bundesregierung diesem Abkommen beitreten soll. Nur wenige Tage später, am 10. Dezember soll der Pakt bei der UNO-Vollversammlung in Marokko beschlossen werden. Er ist rechtlich nicht bindend und sieht gemeinsame, internationale Standards für den Umgang mit Flucht und Arbeitsmigration vor. Linnemann sagte im Inforadio weiter, ihm fehle bei dem Vorhaben die Ausgewogenheit: „Ich glaube, insgesamt ist das ein Loblied auf die Migration. Ich will nicht sagen, dass Migration per se etwas Schlechtes ist (…). Aber man darf nicht blauäugig sein und Migration so definieren, dass sie per se etwas Gutes ist.“

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Braunschweig
Urheberrechtsprozess gegen Volkswagen: Tochter des „Käfer“-Designers zieht vor Gericht

München – Kommenden Mittwoch, den 21.11.2018, findet der Haupttermin in der Streitsache Steineck gegen die Volkswagen AG vor dem Landgericht Braunschweig statt. Ingrid Steineck (73, Rentnerin), Tochter des 1966 verstorbenen Porsche-Karosseriekonstrukteurs und Chefdesigners Erwin Komenda, verlangt sogenannten „Fairnessausgleich“ gemäß § 32a UrhG. Zum Hintergrund: Komenda hat in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Karosserie des Käfers entworfen. Die besonderen Merkmale des Käfers – wie beispielsweise das markante „Käfer-Lächeln“ – tauchen bei den Modellen „New Beetle“ und „Beetle“ unbestritten und nach erklärter Absicht von VW wieder auf. Jeder erkennt im „Beetle“ den Ur-Käfer wieder. Der VW-Konzern hat in den letzten 10 Jahren mit den Modellen „New Beetle“ und „Beetle“ erhebliche Gewinne eingefahren, die maßgeblich auf das ursprüngliche Design des Käfers zurückzuführen sind. Komenda, der Vater des Designs, erhielt lediglich eine bescheidene Vergütung. Im Grunde genommen geht es der Tochter des Chefdesigners aber gar nicht um das Finanzielle, sondern darum, dass der VW-Konzern ausdrücklich anerkennt, dass ihr Vater der Schöpfer des Designs des Ur-Käfers, aber auch des davon abgeleiteten Porsche 356 und dessen Nachfolgers des Porsche 911, ist. Der VW Konzern bestreitet die Urheberschaft an allen drei Automodellen. Während im Parallelprozess gegen Porsche wegen des 911 vor dem Landgericht Stuttgart ein erstinstanzliches Urteil gegen Frau Steineck gesprochen wurde (gegen das allerdings mittlerweile Berufung eingelegt wurde), ist hier der Ausgang noch völlig offen. Frau Steineck wird von den Fachanwälten für Urheber- und Medienrecht Prof. Dr. Lutz und Maximilian Greger aus der Wirtschaftskanzlei SNP Schlawien in München vertreten.  

Demonstrationen in Frankreich
Frankreich: Eine Tote bei Demos gegen geplante Erhöhung der Benzinsteuer

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Paris (nex) – In Frankreich sind bei landesweiten Protesten gegen die Erhöhung der Kraftstoffsteuer eine Demonstrantin getötet und über 220 Personen verletzt worden. Eine Autofahrerin habe die 63-jährige Frau am Samstag an einer Straßenblockade im Osten des Landes überfahren. Laut Innenminister Christophe Castaner sei die Autofahrerin in Panik geraten, als Demonstranten begannen, auf ihr Auto einzuschlagen. Landesweit wurden 227 Menschen verletzt, sieben von ihnen schwer. Auch ein Polizist sei unter den Schwerverletzten. Nach Angaben des französischen Innenministeriums nahmen an den rund 2.000 Demonstrationen im ganzen Land über 280 000 Menschen teil. 117 Personen seien festgenommen worden. In Südfrankreich habe ein Autofahrer versucht, eine Straßensperre zu durchbrechen und habe dabei einen Polizisten angefahren. Über 1.000 Demonstranten versammelten sich vor dem Élysée-Palast und forderten Medienberichten zufolge Präsident Emmanuel Macron zum Rücktritt auf. Organisiert wurden die Protestaktionen von der Bewegung „Gelbe Warnwesten“ (gilets jaunes). Die Bewegung richtet sich gegen die Pläne der Regierung von Staatschef Emmanuel Macron, die Steuern, unter anderem auch für Diesel und Benzin, für Autofahrer im kommenden Jahr weiter zu erhöhen.

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In der französischen Hauptstadt Paris sind tausende Demonstranten gegen die Arbeitsmarktreformen von Präsident Macron auf die Straße gegangen.

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Frankfurt
Türke stirbt bei Rettungsversuch eines Obdachlosen

Frankfurt am Main (tp) – Ein 17-jähriger Hanauer Türke ist bei dem Versuch, einen auf die Gleise einer S-Bahnhaltestelle in Frankfurt am Main gefallenen Obdachlosen zusammen mit einem weiteren Mann aufzuheben, tödlich verletzt worden. Der Obdachlose sowie der zweite Mann wurden leicht verletzt. Wie die Polizei berichtet, hielten sich am Dienstagnachmittag an der S-Bahnstation Frankfurt/Ostendstraße drei Personen auf, darunter der 17-jährige Hanauer, ein 44-jähriger Obdachloser Kasache sowie ein weiterer 44-jähriger Inder, der ebenfalls wohnsitzlos sein soll. Kurz vor der Einfahrt der S-Bahn soll der Kasache unter Alkoholeinfluss ins Gleisbett gestürzt sein. Bei dem Versuch des 17-jährigen türkischen Jungen und des Inders, den gestürzten Mann wieder aufzurichten und vom Gleisbett wegzuheben, sei die S-Bahn eingefahren und habe alle drei Personen erfasst. Während der ins Gleisbett gestürzte Mann schwer verletzt, der andere Helfer leicht verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurden, konnten die Rettungskräfte beim 17-jährigen nur noch den Tod feststellen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Lokführer sowie zwei Reisende erlitten einen Schock und mussten ebenfalls ärztlich behandelt werden.

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Kommentar
Prof. Dr. Günther: Die westlichen Alliierten waren über die Vernichtung der Juden bestens informiert

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther In diesem Monat gab es zwei Daten, die Deutschland, Europa, ja die gesamte westliche Hemisphäre, unsere vielberufene Erinnerungskultur zu aktivieren veranlasst haben: Das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und die Reichskristallnacht 1938. In dieser Erinnerungskultur ist Deutschland bekanntlich Weltmeister. Freilich, der Erste Weltkrieg, auch die gescheiterte Revolution von 1918 in Deutschland, sind – verständlicherweise – keine Daten, die in der offiziellen deutschen Erinnerungskultur eine Rolle spielen. Besser jedenfalls, als wenn in Italien bis heute der von den westlichen Alliierten geschaffene Mythos des guten Faschisten herrscht; die Werke Mussolinis in den Wohnzimmern so mancher bürgerlichen Familie stehen, und konsequenterweise nicht nur faschistische Wutbürger, sondern, wie es mir scheint, zumindest halb Italien Leute anderer Hautfarbe heute am liebsten ins Meer werden würde. Auf Deutschland komme ich noch zurück! Nur eines vorweg: Obwohl die Aufarbeitung des Nationalsozialismus heute bis zur billigen Geschichtsfälschung verkommen ist, die niemand mehr korrigiert, weil die Generation, die ihn erlebt hat, am Aussterben ist, trotzdem: Dass Deutschland nach den Verbrechen der Nazis zur Reflexion auf seine Vergangenheit gezwungen wurde, hat durchaus seine positive Seite. Bis heute fällt es den Deutschen immer noch etwas schwer, sich offen zu rassistischen Thesen und Verhaltensweisen zu bekennen, als anderen europäischen Ländern – jedenfalls denen, die ich kenne, und das sind sehr viele. Das ist gut so. Leider fehlt aber diese Vergangenheitsbewältigung vor allem im angelsächsischen Bereich völlig. Die Verbrechen des British Empire, der wohl kriminellsten Organisation der Weltgeschichte, werden bis heute unter den Tisch gekehrt. Kriegsverbrecher wie Churchill werden als Helden verehrt, die Ausrottung ganzer indigener Völker in den USA, Kanada, Australien wird ebenfalls vergessen: Jedenfalls wird nicht das geringste dafür getan, die hoffnungslose Situation der wenigen Überlebenden zu verbessern. Im neuen rassistischen Australien dürfen sie sich auch nicht selbst vertreten, sondern werden ausgerechnet von einem Mann vertreten, der meint, vor der weißen Einwanderung habe es dort nur „den Busch“ gegeben. Nichts täte der angelsächsischen Welt so gut, ebenso wie das nationalsozialistische Deutschland für seine Verbrechen bis zum Boden erniedrigt und zerstört zu werden. Das wäre der einzige – selbstverständlich völlig illusorische – Weg, zu verhindern, diese Verbrechen bis heute wie selbstverständlich fortzusetzen – so wie dies alle amerikanischen Präsidenten und fast alle britischen Premierminister von Truman und Attlee bis May und Trump getan haben und tun. Und so will ich einmal mit einem besonders bezeichnenden neueren Beispiel für Vergangenheitsbewältigung in einem Land beginnen, das nicht im Zentrum der Erinnerungskulturindustrie steht. Neulich hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau – einer der strahlenden, jugendlichen, liberalen Hoffnungsträger des Westens – in einer Rede eine in der Tat, wie er selbst betonte, längst überfällige Entschuldigung Kanadas für seinen Antisemitismus während der Nazikatastrophe ausgesprochen: Es hieß damals: „Null Juden sind bereits zu viele“, und so hat Kanada bekanntlich ein Flüchtlingsschiff zurückgeschickt und damit die Ermordung von Hunderten von Juden begünstigt. Eine analoge Entschuldigung wäre im Übrigen für die USA und fast ganz Europa angebracht: Kaum irgendwo wollte man die aus Deutschland vertriebenen Juden bedingungslos aufnehmen, kaum irgendwo hat man – außer auf privater Ebene – Juden zu retten versucht. Die westlichen Alliierten waren über die Vernichtung der Juden bestens informiert. Sie haben Sie bewusst verschwiegen und mit voller Absicht nichts dagegen getan. So angebracht und verdienstlich Trudeaus Entschuldigung ist, so perfide ist die politische Instrumentalisierung, die er nachgeschoben hat: Er hat die Verurteilung des kanadischen Antisemitismus der Vergangenheit mit einer Verurteilung der BDS-Bewegung verbunden, seine Verbundenheit mit Israel zum Ausdruck gebracht und so getan, als sei die BDS-Bewegung die heutige Form des Antisemitismus – bis zu der abstrusen Behauptung, jüdische Studenten fühlten sich an kanadischen Universitäten unwohl, weil sie von BDS-Anhängern angefeindet würden. Wer heute die wahren Antisemiten sind, das zeigt der Pittsburgh-Anschlag zur Genüge. Diese perverse Instrumentalisierung diskreditiert Trudeau und zeigt die Hypokrisie und Verlogenheit seiner Entschuldigung mit aller wünschenswerten Deutlichkeit. Auf derartige Entschuldigungen können die Opfer des Holocaust verzichten. Sie sind eine Beleidigung. Zudem ist präzise die hier zum Ausdruck kommende Gleichsetzung von jüdisch und zionistisch ein wichtiger Grund, warum Antisemitismus immer noch verbreiteter ist, als es sonst der Fall wäre. Die Zionisten okkupieren jüdische Identität. Die nicht zionistisch gesonnenen Juden werden systematisch aus der Öffentlichkeit verdrängt und diffamiert. Deshalb sprechen viele heute fälschlicherweise von einer jüdischen Lobby, die angeblich die Medien oder die westliche Politik beherrscht. Es gibt keine jüdische Lobby; es gibt keine Organisation, die heute die Juden vertritt. Juden sind nicht Zionisten. Ich bezweifle, dass die Mehrheit der Juden außerhalb Israels Zionisten sind, gewiss befürworten sie nicht die Gewaltpolitik Israels. Meine jüdischen Freunde lehnen sie ab. Juden, die aus dem Holocaust gelernt haben, gerade auch Überlebende der Todeslager, verurteilen offen, dass Israelis heute wie ein Spiegelbild der Nazis agieren. Ebenso tun es echte religiöse Juden. Der Zionismus ist eine ursprünglich areligiöse Bewegung. Erst heute hat er auch eine Anhängerschaft, die die jüdische Religion in erschreckender Weise pervertiert. Religiöse Juden haben in ihrer langen Geschichte der Verfolgung nie Gewalt angewendet. Religiöse Juden verabscheuen Verbrechen gegen andere Menschen auch heute und gehen gegen Israel auf die Straße. Nochmals: Es gibt keine jüdische Lobby. Es gibt nur eine zionistische Lobby, eine Israellobby, die die jüdische Identität in illegitimer Weise beschlagnahmt. Die beherrscht zwar nicht die Welt, aber sie ist einflussreich. Sie kauft rückgratlose Politiker wie Trudeau, die es sich bequem machen und ihr Fähnchen nach dem Wind drehen. Das ist nichts als verächtlich. Im Grunde genommen kann man die Gesinnung, die aus Trudeaus Rede spricht auch daran sehen, dass er die notorische britische Poppy am Revers trägt. Sie ist eine Erinnerung an die Gefallenen der britischen Armee. Der Armee des British Empires, insgesamt einer Verbrecherarmee, verantwortlich für Massenmord und die Verbrechen des Kolonialismus, in und auch noch nach den Weltkriegen, verantwortlich für die Verbrechen an Irland und vielen Ländern der Dritten Welt, einer Verbrecherarmee, die bis heute für Massenmord im Irak, in Afghanistan, Libyen, im Jemen etc. verantwortlich ist. In beiden Weltkriegen hat die britische (wie die französische, im Ersten Weltkrieg auch die deutsche) Armee grauenhafte rassistische Verbrechen in Afrika und Asien begangen. Die Verbrechen an den Kolonien schon im Ersten Weltkrieg waren der erste Stein, der zum Ende des Kolonialismus führte. Dazu haben Engländer und Franzosen schamlos Soldaten aus ihren Kolonien rekrutiert, sie für die Interessen ihrer Kolonialherren sterben lassen – um sie danach wieder als die Untermenschen von zuvor zu behandeln. Davon spricht bei diesen Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs niemand. Nein, in England gibt es Muslime, selbst Imame, die pervers genug sind, sich dazu überreden zu lassen, sich stolz an das „Opfer“ ihrer Vorfahren für Großbritannien in den Weltkriegen zu erinnern und eine „Poppy“ zu tragen. Aber vielleicht glauben sie, so würden weniger Briten zum Dank Moscheen beschmieren, muslimische Frauen angreifen oder in die Menge von Moscheebesuchern fahren. Nun, statt an Frankreichs Verbrechen in seinen Kolonien im Ersten Weltkrieg und noch bis in die jüngere Vergangenheit zu erinnern, hat der französische Präsident Macron bei seiner Feier zum Kriegsende des Ersten Weltkriegs den wieder aufflammenden Nationalismus gegeißelt. Die angeblich 73 Jahre Frieden in Europa verdankt man ja bekanntlich dem Verschwinden des Nationalismus zugunsten der europäischen Einheit, die in der EU ihren krönenden Abschluss fand. Als ihren Verteidiger gegen den Zerfall, den man seit einiger Zeit beobachten muss, sieht sich der selbstbewusste französische Jüngling – und hier weiß er sich auch der „Grand Dame“ bzw. Grande Mère‘ Europas Angela Merkel verbunden. Und wenn Kohl und Mitterand es beim Händchenhalten belassen haben, dann kann sich ein echter französischer Mann jetzt besonders symbolträchtig geradezu an Angela kuscheln. Vergessen hat Herr Macron freilich, dass wohl in Europa von 1945 bis 1989 kein regelrechter Krieg stattfand – nicht wegen der Eindämmung des Nationalismus, sondern weil er aufgrund des atomaren Gleichgewichts USA – Sowjetunion unmöglich war -, dass Frankreich aber nicht nur in Indochina, sondern auch in Algerien, das man geradezu als Teil Frankreichs betrachtete, in einen Krieg verwickelt war, wie er schmutziger nicht hätte sein können. Vergessen hat er auch, dass der große Architekt der deutsch-französischen Freundschaft Charles de Gaulle, den er gegenüber unzufriedenen Rentnern gerne zitiert, von der „grande nation“ und einem Europa der Vaterländer gesprochen hatte. Herr Macron unterscheidet zwar Patriotismus von Nationalismus; nur, er hat für Nationalismus keine andere Definition parat als die: Nationalisten sind diejenigen, die Macrons, „Vision“ von Europa nicht zustimmen. Und 73 Jahre Frieden auch nur in Europa? Nun, kaum war die Sowjetunion gefallen, fing in Jugoslawien ein schmutziger, höchst blutiger Krieg an, wo die EU fanatischen Nationalismus, der das Land zerschlug, kräftig unterstützte und selbst mit mörderischer, völkerrechtswidriger Gewalt eingegriffen hat. Vor allem aber tut Herr Macron so, als bedrohe heute neu erwachender Nationalismus das vereinte Europa einfach so, ohne jeden Anlass. Europa ist gescheitert, weil das richtige und notwendige Projekt Europa von unfähigen Politikern verspielt wurde. Europa startete auf dem falschen Fuß. Die Gründung der Europäischen Währungsunion fiel in eine Zeit, als gerade Deutschland den Sozialstaat begonnen hatte zu zerstören. Die völlige Zerstörung ließ nicht lange auf sich warten, und so wurde das vereinte Europa nicht ein Europa sozialer Harmonie, sondern ein Europa des Finanzkapitals. Anstatt die politisch – wirtschaftliche Integration der Kernstaaten voranzutreiben, hat man die EU auf Griechenland und Osteuropa erweitert, somit Staaten mit anderen Voraussetzungen und Interessen aufgenommen und zugleich das Angebot Russlands zur Zusammenarbeit ausgeschlagen. Warum, muss ich wohl nicht sagen. Durch die NATO-Osterweiterung wurde Europa schließlich zur Appendix der amerikanischen Hegemonialpolitik. Heute bedient Europa die nationalistische Politik aus Ressentiments von Ländern wie Polen, Litauen, Lettland und stachelt selbst in der Ukraine einen perversen russlandfeindlichen Nationalismus an. Der Ex-Bankier Herr Macron ist der letzte Politiker, der für dieses sozial und politisch gescheiterte Europa ein Konzept hat. Er hat nicht einmal eines für Frankreich, kaum mehr als 20% der Franzosen wollen ihn noch. Deshalb muss er sich seine Argumente durch Geschichtsklitterung auf Erinnerungsfeiern zusammenklauben. Das ist auch Erinnerungskultur – auf unterstem Niveau. Das alles ist so verheerend, weil es uns in Europa tatsächlich guttäte, uns an unsere Geschichte zu erinnern. Deutschland wurde zur Reflexion auf seine beschämende Nazivergangenheit gezwungen. Im Gegensatz zu den ignoranten Behauptungen vieler heute, die den Nationalsozialismus – ich möchte fast sagen: aufgrund des Fluchs der späten Geburt – nicht erlebt haben (oder als Bürger der DDR tatsächlich nichts aufgearbeitet haben, wie einer unserer prominentesten selbstberufenen Vergangenheitsbewältiger neueren Datums), hat nach dem Krieg eine Verarbeitung der Vergangenheit stattgefunden: Ich habe in meiner großen Familie und ihrem enormen Freundeskreis erlebt, dass niemand versucht hat, sich mit billigen Sprüchen herauszureden. Keiner sich wohlgefühlt hat, dabei gewesen zu sein. Jeder sich gefragt hat, hätte ich mehr wissen, anders handeln können, sollen. Damals war es noch selbstverständlich, zu glauben, dass Deutschland nie wieder Krieg führen dürfe. Die Wiederbewaffnung wurde immer wieder infrage gestellt. Und wenn sie überhaupt bejaht wurde, dann war es selbstverständlich, dass sie nur zur Landesverteidigung im engsten Sinne erlaubt war. Wer heute deutsche Auslandseinsätze infrage stellt, ist ein naiver Gutmensch! Allerdings war diese Aufarbeitung doch in einem Punkte faul, weil politisch instrumentalisiert. Die Lehre aus dem rassistischen Massenmord an Juden kann nicht sein: Sei nett zu Juden, kritisiere nur keine Juden, Juden dürfen alles, auch morden, weil sie ja so gelitten haben. Das Gedenken an den Holocaust wurde von Anfang an von den Zionisten für Israels Verbrechen instrumentalisiert. Hitlers rassistischer Massenmord war aber im Grunde nur die perverse Spitze des rassistischen Massenmords Europas und seiner Appendix Amerika an anderen Rassen über Jahrhunderte. Das besondere des nationalsozialistischen Massenmordes an den Juden war, dass hier das, was seit eh und je fern von Europa an Menschen verübt wurde, die man aufgrund ihres offenkundig so anderen Aussehens leicht für Untermenschen oder Tiere ansehen konnte, nun mitten in Europa an Menschen verübt wurde, die Teil der europäischen Gesellschaft und Kultur waren und denen niemand an der Nase ansah, dass sie anders waren als wir. Das hat zu Recht die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg so zutiefst schockiert – nicht freilich, wie gesagt, die Politik, die es längst vorher wusste und der es völlig gleichgültig war. Was die Vernichtung der Juden somit Europa hätte lehren sollen, ist, dass Rassismus ein für alle mal geächtet werden muss, dass mithin Kolonialismus ein Verbrechen ist. Stattdessen wurde sie missbraucht, den postkolonialen Staat Israel zu rechtfertigen und so seinen unvermeidlicherweise damit einhergehenden Rassismus. Charles de Gaulle hat das von Anfang an gesehen. An den katastrophalen Folgen dieser Politik leidet die Welt noch heute. Sie steht im Kontext der niemals vollzogenen Verarbeitung des europäischen Kolonialismus durch England, Frankreich und andere, des nie bewältigten Völkermords an den Wurzeln der USA, Kanadas und Australiens. Das rassistisch-koloniale Erbe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nahtlos fortgesetzt, und so lebt es fort bis heute. Ja, Europa und die USA haben noch nicht einmal ihrem Antisemitismus verarbeitet. Er lebt nur als dumpfes unreflektiertes Gefühl der Scham, das sich die Zionisten zunutze machen. Mit dem Zionismus hat eine Gruppe von Juden jüdische Identität okkupiert und sich die Mentalität der Nazis angeeignet. So sind an die Stelle der Juden als Opfer die Muslime getreten, denn sie sollen die Zeche des europäischen Antisemitismus und des Holocaust bezahlen. Diese Schieflage reflektiert in der europäischen Erinnerungskultur niemand und wird auch nie jemand reflektieren, und so zeigt unsere viel gepriesene Erinnerungskultur wieder einmal nur eines: Das Einzige, was man aus der Geschichte lernen kann, ist, dass der Mensch nie aus ihr lernt. Angesichts des scham- und maßlosen Massenmordes unserer Zeit wird das immer unerträglicher. Was wir seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erleben, vor allem was wir heute erleben, ist eine Explosion von Barbarei und Gewalt, die alles übertrifft, was die Welt je gesehen hat. Der Teil der Welt, der dem Massenmord des Westens und manch anderen Staates, jetzt besonders auch Chinas zum Opfer fällt, weiß es allein, der Westen ignoriert ihn und begräbt ihn unter hohlen Phrasen. Ich glaube, das heutige China hat einen Grad von Verrohung und Bestialität erreicht, dass es ihn noch nicht einmal zu ignorieren braucht: Massenmord und Ausrottung nicht nur von Menschen, sondern DES Menschen sind heute eine Selbstverständlichkeit geworden.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

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Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland gefeiert wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.


Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

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Voll gestillte Babys brauchen keinen Tee

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Baierbrunn – In den ersten Lebensmonaten brauchen Eltern auch einem kranken Baby noch keinen Tee anzubieten. „Rhein theoretisch können Babys tatsächlich von Anfang an auch Tee trinken. Notwendig ist das aber nicht“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. „Voll gestillte Säuglinge brauchen, selbst wenn sie krank sind, meist nur Muttermilch.“ Generell benötigt ein gestilltes Baby erst zusätzliche Flüssigkeit, wenn der dritte Brei eingeführt ist – etwa aber dem siebten Lebensmonat. Dann kann man ab und zu Tee geben. Je nach Sorte lindert er auch manche Beschwerden. Babys Favorit ist mit seinem leicht süßlichen Geschmack Fencheltee. „Er wirkt bei Blähungen und Bauchweh beruhigend“, sagt Babara Absolon, Apothekerin aus Deggendorf. Fenchelsamen enthalten ätherische Öle, die die Luftbläschen im Magen-Darm-Bereich auflösen. „Allerdings entfalten sie ihre Wirkung nur, wenn man die Samen vor dem Aufguss leicht andrückt, damit sich die Ölkammern öffnen.“ Auch Kamillen- oder Anistee kommen in Frage. Die Wirkstoffe der Kamille sind entzündungshemmend und beruhigen den Magen-Darm-Trakt. Anis löst festsitzenden Hustenschleim, lindert Blähungen und Krämpfe bei Bauchschmerzen. Dagegen sind Schwarz- und Grüntee sowie Tee mit Aromastoffen nichts für Babys.