Türkei
Khashoggi-Mord: Hollywood-Star Sean Penn für Doku in Istanbul

Istanbul (nex) –  Der US-Schauspieler und Regisseur Sean Penn plant einen Dokumentarfilm über den Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi und ist dafür bereits in die türkische Millionenmetropole Istanbul gereist. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, erschien der 58-Jährige am Mittwoch mit einem Filmteam vor dem saudischen Konsulat in Istanbul, in dem der Kolumnist der Washington Post getötet worden war. Türkische Medien veröffentlichten ein Video von Dreharbeiten vor dem Konsulat. Der zweimalige Oscargewinner sorgt in seiner Heimat durch seine Äußerungen zu politischen Themen und aktuellen Geschehnissen oder seine Filmprojekte immer wieder für Aufsehen und Kritik. Wie etwas sein Interview im Jahre 2015 mit dem damals flüchtigen mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Khashoggi verschwand, nachdem er am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte.Saudi Arabien hatte mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden Khashoggis den Tod des Journalisten eingeräumt. Im Istanbuler Konsulat sei es während des Verhörs zu einem Streit gekommen, was zu seinem Tod führte, berichteten saudische Staatsmedien. Riad hatte die Kenntnis über den Verbleib Khashoggis stets abgestritten. Medienberichten zufolge soll er in dem Konsulat schwer gefoltert und zerstückelt worden sein. Ein Gericht in Istanbul hat am gestrigen Mittwoch Haftbefehle gegen zwei ehemalige saudische Beamte wegen der Ermordung des Journalisten erlassen. Die Entscheidung des Gerichts fiel, nachdem die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft die Verhaftung von Saud al-Qahtani, einem Spitzenhelfer des Kronprinzen, und Ahmed al-Asiri, dem ehemaligen stellvertretenden Geheimdienstchef, wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Tötung Khashoggis forderte.    

Kleve
Verbrennungstod des Flüchtlings Amad A.: Experten äußern Zweifel an offizieller Version

Köln (ots) – Im Fall des aufgrund einer Verwechslung unschuldig inhaftierten Syrers Amad A., der nach einem Brand in der Justizvollzugsanstalt Kleve ums Leben kam, äußern Experten massive Zweifel an den offiziellen Darstellungen zum mutmaßlichen Verlauf des Geschehens. Das berichtet das WDR/ARD-Magazin MONITOR (Donnerstag, 21.45 Uhr, Das Erste) unter Berufung auf ein unabhängiges Gutachten und Expertenaussagen. „So wie der Brand von der Staatsanwaltschaft beschrieben wurde, ist er nicht möglich“, sagt dazu Korbinian Pasedag vom Institut für Brand- und Löschforschung in Dippoldiswalde. Das nordrhein-westfälische Justizministerium und die Staatsanwaltschaft Kleve gehen auf der Grundlage eines durch die Behörde eingeholten Brandgutachtens davon aus, dass der Brand „circa 15 Minuten bei geschlossenem Fenster eingewirkt habe, ohne dass sich der syrische Staatsangehörige bemerkbar gemacht habe.“ Erst danach soll Amad A. die Rufanlage betätigt haben. Unmittelbar danach habe er wohl das Fenster des Haftraumes geöffnet, heißt es in einem Bericht des Ministeriums an den Rechtsausschuss des Landtags. Nach Einschätzung der von MONITOR befragten Experten wäre eine Person nach 15 Minuten bei einem so beschriebenen Brandverlauf in einem geschlossenen Raum jedoch nicht mehr handlungsfähig: „Auf der einen Seite durch den dichten Rauch und auf der anderen Seite durch die Toxizität der Gase, die da entstehen“, so Korbinian Pasedag. Dies bestätigt der Direktor der Rechtsmedizin Frankfurt, Prof. Dr. Marcel A. Verhoff: „Ich würde eher erwarten, dass die Person nach einer Viertelstunde längst bewusstlos ist“, sagt er. In einem für MONITOR erstellten Gutachten geht das Institut für Brand- und Löschforschung davon aus, dass der von der Staatsanwaltschaft beschriebene Brandverlauf nur bei einer „ausreichenden Ventilation“ möglich sei, also der Zufuhr von Sauerstoff, etwa durch ein geöffnetes Fenster oder eine geöffnete Tür. Gleichzeitig würden die beim Brand entstehenden Verbrennungen „zu erheblichen Schmerzen führen, die durch Schmerzschreie geäußert werden.“ Dies deckt sich mit Schilderungen von Personen, die zum Zeitpunkt des Unglücks in der JVA waren. Demnach habe Amad A. laut geschrien. Wann Amad A. das Fenster geöffnet oder auf sich aufmerksam gemacht hat, ist wichtig für die Beurteilung des Handelns der JVA-Bediensteten. Konkret steht die Frage im Raum, ob sie den Brand früher hätten bemerken und Amad A. retten können. „Der Haftraumbrand ist eine der vielen ungeklärten Stellen dieser ganzen Geschichte von Amad A.“, sagt der NRW-Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld, Mitglied im Rechtsausschuss. Engstfeld fordert nun eine lückenlose Aufklärung im Untersuchungsausschuss. Die Staatsanwaltschaft teilte auf MONITOR-Anfrage mit, die Frage, ob, wie und wann Amad A. sich während des Brandgeschehens bemerkbar gemacht hat, sei Gegenstand der Ermittlungen. Ebenso die Frage, ob das Verhalten von JVA-Mitarbeitern von strafrechtlicher Relevanz sei. Das Justizministerium NRW wollte zu den Widersprüchen keine Stellung nehmen: „Ob die Abläufe innerhalb der JVA Kleve zu beanstanden sind, wird nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu bewerten sein“, so das Ministerium auf MONITOR-Anfrage.

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– Kampf den Drogen –

Türkei: Drogenpolizei beschlagnahmt Heroin in Rekordmenge von über 1.200 kg

Es soll sich hinsichtlich der Menge der bei einem einzigen Einsatz sichergestellten Heroins um die bisher größte Beschlagnahmung türkischer Behörden handeln.

Türkei: Drogenpolizei beschlagnahmt Heroin in Rekordmenge von über 1.200 kg

Kampf den Drogen
Türkei: Drogenpolizei beschlagnahmt Heroin in Rekordmenge von über 1.200 kg

Erzincan (nex) – Bei einer Straßenkontrolle in der osttürkischen Stadt Erzincan wurden am Mittwoch in einem LKW die Rekordmenge von über 1.200 kg Heroin sichergestellt.
Es soll sich hinsichtlich der Menge, des bei einem einzigen Einsatz sichergestellten Heroins, um die bisher größte Beschlagnahmung türkischer Behörden handeln. Anti-Drogen-Einheiten stoppten den Lastzug, der von der südosttürkischen Stadt Van nach Istanbul unterwegs war außerhalb Erzincans, so das Büro des Gouverneurs von Erzincan, Ali Arslantas, in einer Erklärung. Insgesamt seien 1.271 kg Heroin, welches in gefrorenem Tieröl versteckt war, sichergestellt worden. Arslantas lobte den erfolgreichen Polizeieinsatz und betonte, dass die Einsätze gegen Drogenschmuggler erfolgreich fortgesetzt würden. Drei Personen im Inneren des Trucks wurden wegen Drogenhandels verhaftet, heißt es in der Erklärung weiter. Ob es sich bei den Festgenommenen um Personen aus den Kreisen der Terrororganisation PKK handelt, wurde noch nicht bekannt gegeben.
Drogenhandel wichtigste Geldquelle der PKK Der Drogenhandel ist die wichtigste Geldquelle für die PKK-Terrororganisation, so ein offizieller Bericht der Türkei. Ein im September veröffentlichter Polizeibericht zeigt, dass die PKK-Terrororganisation in allen Phasen des Drogenhandels aktiv ist, einschließlich Produktion, Lieferung, Vertrieb und Verkauf. Die PKK-Terrororganisation verdient jährlich demnach 1,5 Milliarden Dollar aus dem Drogenhandel, sagte der Türkische Nationale Drogenbericht 2018, der auch die Daten des Vorjahres enthält. Dem Bericht zufolge produziert die Terrorgruppe Heroin in Labors, die in ihren Lagern im Nordirak eingerichtet wurden und schmuggelt es von dort aus nach Europa. Die Menge der in der Türkei beschlagnahmten Drogen ist größer als die Menge, die in ganz Europa beschlagnahmt wurde, sagte der türkische Politiker Recep Akdag (AKP) gegenüber türkischen Medien. Die kaum vorstellbare Menge von nahezu 13.000 kg Heroin beschlagnahmte die türkische Polizei im Jahre 2016. Einem Sprecher des türkischen Innenministeriums zufolge sei dies mehr als die europaweit beschlagnahmte Menge an Heroin. Im Vergleich: In Deutschland wurden im Jahre 2015 209,6 kg Heroin beschlagnahmt. “Die in der Türkei im Jahre 2016 beschlagnahmte Heroinmenge betrug 12,700 kg. Dies ist 1,5 mal so viel wie in ganz Europa beschlagnahmt wurde”, so Cetin Oktay Kaldirim im Namen des Innenministeriums. In ihrem Produktionsprozess zwingt die PKK-Terrororganisation Zivilisten, Cannabiswurzeln in den östlichen und südöstlichen Provinzen der Türkei zu produzieren und verwendet dieses Geld zur Finanzierung von Terroraktivitäten. Der Südosten der Türkei ist seit Jahrzehnten Schauplatz laufender Anti-Terror-Operationen gegen die PKK . Unter Berufung auf die Statistiken des Justizministeriums heißt es im Bericht, dass 2017 von 232.182 Gefangenen und Verurteilten in den 386 Gefängnissen der Türkei 50.278 wegen Drogendelikten verurteilt wurden. Die Zahl der im Zusammenhang mit Drogendelikten verhafteten Verdächtigen stieg auf 170.175, was einem Anstieg von 48,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dem Bericht zufolge wurden im Jahr 2017 86 Verdächtige bei sechs Operationen gegen die Drogenaktivitäten der PKK festgenommen. In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich.

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– PKK kontrolliert 40% des Heroinhandels in Europa –

Roberto Fragnito: PKK investiert Milliarden, um feindselige Stimmung gegen Ankara zu schüren

Die Terrororganisation verfüge über ein stabiles Gesamtvermögen von etwa 86 Milliarden US-Dollar (knapp 77 Milliarden Euro), das nicht nur für den Terror selbst, sondern auch dafür nutzbar gemacht wird, internationalen Druck auf die Türkei aufzubauen und eine feindselige Stimmung gegen Ankara zu schüren. Bei der Aufbringung dieser Finanzmittel spielen nicht zuletzt die Produktion und der Vertrieb von Heroin eine tragende Rolle.

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Menschenrechtsverletzungen in China
China: Uigurischer Autor Mutällip Sidiq Qahiri verhaftet

Berlin (nex) – Mutällip Sidiq Qahiri, bekannter uigurischer Onomastiker und Lehrbuchautor, in Xinjiang verhaftet. Aus einem Bericht von „Radio Free Asia“ vom 22. November, erfuhr der in Deutschland studierende Sohn des bekannten, uigurischen Namensforschers und Lehrbuchautors für das Arabische, dass sein Vater im September 2018 in Kaschgar, Xinjiang, V.R. China, durch die chinesische Polizei verhaftet worden ist. Tahir Mütällip Qahiri habe seit langem keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, da Auslandskontakte Uiguren direkt ins Internierungslager bringen könnten. Der Student lebe seit zwölf Jahren in Deutschland und habe zuletzt 2017 mit seiner Familie telefoniert. In einer E-Mail bat er NEX24, den Fall seines Vaters auch in Deutschland bekannt zu machen. Mutällip Sidiq Qahiri (1950*) schloss im Jahre 1983 sein Studium im Bereich der uigurischen Sprachwissenschaft und Literatur an der pädagogischen Hochschule Kaschgar ab. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2010 war der Wissenschaftler an der Universität Kaschgar als Professor für die uigurische Sprache und Chefredakteur der wissenschaftlichen Universitätszeitschrift tätig. Zu Qahiris Forschungsschwerpunkten gehörten vor allem die uigurischen Personennamen und die zeitgenössische uigurische Sprache. Sein großes Werk, Uyğur kiši isimliri qamusi [Ein neu-uigurisches Onomastikon (2010)], das mehr als 900 Seiten umfasst, gilt als Grundlagenforschung im Bereich der Uiguristik. Außerdem hat er zahlreiche Lehrbücher für das moderne Hocharabisch veröffentlicht. Bis zu seiner Verhaftung hat Qahiri über diese Themen 20 Bücher und zahlreiche Aufsätze in uigurischer Sprache publiziert. Die Verhaftung des Gelehrten durch die chinesischen Staatssicherheitspolizisten, wurde von der Polizeibehörde in Kaschgar bestätigt. Qahiri ist seit 34 Jahren Mitglied der chinesischen Kommunistischen Partei. Diesem Bericht zufolge wird dem Namensforscher vorgeworfen, mit Hilfe des oben erwähnten Werks, Islampropaganda zu betreiben und die arabische Kultur zu verbreiten. Der 68-jährige Wissenschaftler leidet seit langem unter Herzschwäche und anderen gesundheitlichen Problemen. In den letzten Jahren ist der Namensforscher mehrmals operiert worden. Unter den Millionen in Lagern festgehaltenen Uiguren, befinden sich auch prominente Wissenschaftler, Geschäftsleute und Beamte. Wie sich aus einem anderen Bericht von „Radio Free Asia“ ergibt, sollen im Rahmen einer Säuberungsaktion Anfang September. ein Rektor und drei stellvertretende Rektoren mit uigurischer Abstammung, an der Universität Kaschgar durch die chinesische Staatssicherheitspolizei verhaftet worden sein.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Kommentar: Die Liste der in China inhaftierten muslimischen Intellektuellen ist sehr lang

Nach einem Bericht von Radio Free Asia vom 30.11.2018, wurde der prominente kirgisische Historiker, der auch Mitglied der Akademie der Gesellschaftswissenschaften von Xinjiang ist, Askar Yunus, verhaftet.

Kommentar: Die Liste der in China inhaftierten muslimischen Intellektuellen ist sehr lang

Rückruf
Eier wegen Salmonellen zurückgerufen – Lidl, Netto, Aldi und Rewe betroffen

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Lohne (nex) – Wie die Eifrisch-Vermarktung GmbH & Co. KG am heutigen Mittwoch mitteilte, sind in den Eiern des Unternehmens Salmonellen nachgewiesen worden. Betroffen seien Eier mit der Printnummer 2-DE-0351691 und Mindesthaltbarkeitsdaten vom 19. bis 24. Dezember 2018. „Im Rahmen einer behördlichen Untersuchung wurden Salmonellen nachgewiesen. Salmonellen können Auslöser von schweren Magen-/Darmerkrankungen (Salmonellose) sein. Aufgrund dieses Gesundheitsrisikos sollten Kunden den Rückruf unbedingt beachten und das betroffene Produkt nicht verzehren“, so die Mitteilung. Die Eier seien bei Aldi Nord in den Regionalgesellschaften Horst und Großbeeren, bei Rewe in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, bei Netto in Bremen und Teilen Niedersachsens sowie bei Lidl in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verkauft worden.  

Schulpolitik
Länder stoppen Grundgesetzänderung zur Schul-Digitalisierung

Berlin (nex) – Wie der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Hamburgs 1. Bürgermeister Tschentscher am Mittwoch mitteilte, hätten sich im Streit um eine Grundgesetzänderung für eine verstärkte Finanzierung der Digitalisierung von Schulen aus Bundesmitteln, alle 16 Bundesländer dafür ausgesprochen, ein Vermittlungsverfahren zwischen Bundesrat und Bundestag anzustrengen. Ziel sei es, den Entwurf des Bundestages grundlegend zu überarbeiten. Erst Ende November hatte der Bundestag mehrere Grundgesetzänderungen beschlossen, mit denen es dem Bund künftig möglich sein soll, in Bildung zu investieren. Schulpolitik war bisher Ländersache und diese sehen durch die Gesetzesänderung ihre alleinige Zuständigkeit für die Bildungspolitik in Gefahr.

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– Bildungspolitik – Lehrerverband beklagt „Stillstand“ bei Digitalisierung der Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat einen „Stillstand“ bei der Digitalisierung der Schulen beklagt.

Lehrerverband beklagt „Stillstand“ bei Digitalisierung der Schulen
     

Türkei
Khashoggi-Mord: Türkei erlässt Haftbefehl gegen saudischen Ex-Geheimdienstchef

Istanbul (nex) – Ein Gericht in Istanbul hat am Mittwoch Haftbefehle gegen zwei ehemalige saudische Beamte wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi erlassen. Die Entscheidung des Gerichts fiel, nachdem die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft die Verhaftung von Saud al-Qahtani, einem Spitzenhelfer des Kronprinzen, und Ahmed al-Asiri, dem ehemaligen stellvertretenden Geheimdienstchef, wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Tötung Khashoggis forderte. Khashoggi, ein saudischer Journalist und Kolumnist der Washington Post, verschwand, nachdem er am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Saudi Arabien hatte mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden Khashoggis den Tod des Journalisten eingeräumt. Im Istanbuler Konsulat sei es während des Verhörs zu einem Streit gekommen, was zu seinem Tod führte, berichteten saudische Staatsmedien. Riad hatte die Kenntnis über den Verbleib Khashoggis stets abgestritten. Medienberichten zufolge soll er in dem Konsulat schwer gefoltert und zerstückelt worden sein. Erdogan: Befehl für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi kam von den obersten Ebenen der saudischen Regierung  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am 2. November, dass der Befehl für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi von den obersten Ebenen der saudischen Regierung kam. In einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ schrieb Erdogan: „Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudi-Arabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und abhauen.“ „Schließlich wissen wir, dass der Befehl, Khashoggi zu töten, von den höchsten Ebenen der saudischen Regierung kam“, sagte Erdogan. Kashoggi plante, seine türkische Verlobte am 3. Oktober zu heiraten. Er hatte ein Haus in Istanbul gekauft und wollte künftig seine Zeit zwischen Istanbul und dem US-Bundesstaat Virginia verbringen.

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– Abschied vom Ölkartell – Katar steigt aus der OPEC aus

Katar verlässt im Januar die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Offizieller Grund ist der vom Land beabsichtigte Ausbau der Gasförderung. Oder steckt noch mehr dahinter? Ein Kommentar.

Katar steigt aus der OPEC aus

Kultur
Zum 201. Geburtstag von Nikoloz Baratashvili

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Gestern vor 201 Jahren wurde einer der bedeutendsten Dichter der europäischen Romanik geboren, Nikoloz Baratashvili (4.11.1817 Tbilisi – 21.10.1845 Ganja). Aufgrund der Sprachbarriere ist er – wie zahlreiche georgische Schriftsteller und Dichter weitgehend unbekannt. Sein kleines Land, Georgien, besitzt eine reiche, große und wertvolle Kultu: Dichtung, Musik und Kunst, die immer noch kaum bekannt ist. Besonders Übersetzungen der großen georgischen Klassiker fehlen. Zu seinem 200. Geburtstag letztes Jahr hat das georgische Kultusministerium immerhin einen sehr schönen Band mit dem Originaltext (auch faksimiliert) und englischer, deutscher, russischer und französischer Übersetzung und guten Anmerkung herausgegeben. Für das Deutsche wurde eine verbesserte Version meiner Gesamtübersetzung, die im deutschen Buchhandel unschwer erhältlich ist, verwendet. Der wunderschöne in Georgien produzierte Band dürfe, so befürchte ich, im Ausland wenig Bekanntheit erlangen. Eine Buchhvorstellung letztes Jahr, die ich angeboten hatte, wurde – im letzten Moment – abgelehnt. Georgien ist dieses Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Organisiert wird seine Präsenz dort von einem georgischen Buchzentrum. Da diese Organisation freilich keinerlei Effizienz bei der Propagierung der wirklich wertvollen, bleibenden georgischen Literatur und Dichtung macht, genauso wie georgische Universitäten oder das Kultusministerium, hat dies für die breitere Beachtung georgischer Kulturleistung nichts gebracht. Georgien hat eine große und alte christliche Kultur. Georgische Baukunst – der armenischen verwandt – gehört zu den größten Kulturschätzen der Erde. Georgische geistliche Musik mit ihrer Westeuropa vorausliegenden Polyphonie ist ebenso ein herausragendes Kulturgut (neben einer großartige Volksmusik). Besonders erstaunlich ist es freilich, welch reiche Literatur dieses kleine Volk hervorgebracht hat. Seine Literatur beginnt mit Hagiographie und Hymnen (teilweise Übersetzungen aus dem Griechischen): bereits das erste erhaltene Werk der georgischen Literatur ,Das Martyrium der heiligen Schuschanik‘ von Jakob Tsurtaveli, verfasst ca. 480, ist ein Meisterwerk, dessen ausgereifte Erzählkunst darauf schließen lässt, dass es gewiss nicht das erste Werk der Gattung ist. Die zunächst rein geistliche Literatur des georgischen Mittelalters gipfelt in dem georgischen Nationalepos von Shota Rustaveli aus dem 12./13. Jh., das in der Blütezeit des georgischen Staates und seiner Kultur entstand. Dieses Werk liegt in deutscher Übersetzung vor. Von dieser Zeit an beginnt zunehmend ein fruchtbarer Einfluss der persischen Literatur auf die georgische Dichtung. Die georgische Sprache ist ideal geeignet, die Wortspiele der persischen Dichtkunst sich anzueignen. So gewinnt die georgische Dichtung als die eines an der Schnittstelle Asiens und Europas gelegenen Landes einen ganz eigenen unverwechselbaren Charakter. Seinen Höhepunkt erreicht die iranisierende Periode der georgischen Dichtung im Werk ihres am Safavidenhofes erzogenen Königs Teimuraz I im siebzehnten Jahrhundert: ein ganz großer, immer noch kaum bekannter Dichter der Weltliteratur. Nach einer interessanten Übergangsperiode, in der sich die georgische Literatur über russischen Einfluss Europa anzunähern beginnt, folgt im 19. Jh. die große Periode der georgischen Romantik, deren größter Dichter der jung verstorbene Nikoloz Baratashvili mit seinem schmalen, aber umso bedeutenderen Werk ist. Der Strom großer georgischer Schriftsteller reißt bis in die Moderne nicht ab. Nach einem ’naturalistischen Zwischenspiel‘ mit dem großen Folkloristen und Dialektdichter von Kleinepen aus dem Leben seiner kaukasischen Gebirgsheimal, Vazha-Pshavela (1861-1915) beginnt eine vom russischen Symbolismus beeinflusste moderne Dichtung. Ihr größter Vertreter ist der abseits von den Dichtergruppen seiner Zeit arbeitende Galaktion Tabidze (1891-1959) mit einer symbolistisch-neuromantischen Lyrik, die explizit an Baratashvili anknüpft. Das Gesamtwerk Baratashvilis, eine Auswahl aus Vazha-Pshavela und aus Galaktion Tabidze, liegt auf Deutsch in meiner Übersetzung vor. Eine Einführung in das Werk dieser Dichter aus der Feder eminenter Kenner, bereichert durch viele Übersetzungen von ihren Gedichten aus meinen Übertragen, liegt inzwischen auch in einem von mir herausgebenden Bands ,Vier georgische Dichter‘ vor, bereichert durch eine besondere kleine Delikatesse: ein Georgier, den man für gewöhnlich mit anderem assoziiert, hat in seiner Jugend 6 romantische Gedichte auf Georgisch verfasst: Josip Vissarionovich Dshugashvili, besser bekannt unter dem Namen Stalin. Der Band schließt mit einem Aufsatz des Kartvelologen und Slawisten Donald Rayfield über diese Gedichte, samt meiner erstmaligen Übersetzung dieser Werke ins Deutsche.

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– Kommentar – Prof. Dr. Hans-Christian Günther über Religion, Christentum und Politik

Religion und Politik ist heute ein brisantes Thema, denn wohin man blickt wird aus verschiedensten politischen Perspektiven  Religion immer wieder als Ursache von gewaltsamen politischen Konflikten diskutiert. Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Christian Günther.

Prof. Dr. Hans-Christian Günther über Religion, Christentum und Politik

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Rechtsradikalismus
Fast 470 Neonazis sind in Deutschland untergetaucht

Linke fordert von Sicherheitsbehörden mehr Einsatz Osnabrück – Bundesweit werden 467 Rechtsextremisten per Haftbefehl gesucht, der von den Behörden aber nicht vollstreckt werden kann, weil die Beschuldigten nicht aufzufinden sind. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegt. Die Zahl hat bis Ende September wieder leicht zugenommen. Vor einem halben Jahr, Ende März, hatten sich 457 gesuchte Neonazis dem Zugriff der Behörden entzogen. Mehr als jeder vierte Gesuchte gilt als gewalttätig. Nach 108 Verdächtigen wurde wegen eines politischen Delikts gefahndet, 99 wurden wegen eines oder mehrerer Gewaltdelikte gesucht. Insgesamt registrierte die Polizei 605 Fahndungen; gegen einzelne Personen können auch mehrere Haftbefehle existieren. Die Behörden gehen davon aus, dass die Verdächtigen künftig ähnliche Straftaten begehen, etwa bei rechten Aufmärschen, Musikkonzerten oder rechten Aktionen. In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der gesuchten Neonazis fast verdoppelt: Von 253 Personen im März 2014 auf jetzt knapp 470. Als ein Grund dafür gilt die Flüchtlingskrise, durch die die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Taten wie Anschläge auf Asylbewerberheime nach oben geschnellt war. Im März 2018 gab es zwar erstmals einen leichten Rückgang, doch nun wieder einen Anstieg. Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte: „Die Sicherheitsbehörden müssen sich endlich einmal etwas einfallen lassen, um der flüchtigen Nazis schneller habhaft zu werden.“ Es sei beunruhigend, dass für jeden Haftbefehl, der sich erledige, ein neuer hinzukomme. Auch die Tatsache, dass es einer dreistelligen Zahl von Neonazis gelinge, sich seit 2017 und teilweise sogar noch länger der Festnahme zu entziehen, sei bedenklich. Jelpke sagte: „Die Statistik ist ein alarmierendes Zeichen dafür, dass die Naziszene gewalttätig und kriminell ist und bleibt.“

Rechtsradikalismus
Bericht: 102 Neonazis in NRW per Haftbefehl gesucht

Köln – In Nordrhein-Westfalen werden derzeit 102 rechtsextreme Straftäter per Haftbefehl gesucht. Das berichtete das Innenministerium auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Bei der Abarbeitung der offenen Haftbefehle hat die Polizei bundesweit noch Luft nach oben“, räumte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ein. Insgesamt könnten in NRW derzeit knapp 33000 Haftbefehle nicht vollstreckt werden. „Dass unter denen, die frei herum laufen, auch 102 Rechtsextreme sind, ärgert mich besonders“, sagte Reul. „Jeder davon ist einer zu viel!“, fügte der Politiker hinzu. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass von den 102 nur 18 wegen politisch motivierter Straftaten gesucht würden. „Die restlichen 84 wegen Allgemeinkriminalität wie Diebstahl, Ladendiebstahl oder Schwarzfahren“, erklärte der NRW-Innenminister. Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in NRW, machte die Personalnot bei der Polizei für die Entwicklung verantwortlich. „Die Zahl von 102 gesuchten Rechtsextremen überrascht mich. Ich hätte nicht gedacht, dass es in NRW so viele sein würden“, sagte Fiedler dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Da die ostdeutschen Länder deutlich stärker mit rechtsextremen Straftaten belastet sind, hätte er für NRW eine viel geringere Zahl erwartet. Die Nachricht werfe ein Schlaglicht auf die Schwäche des Fahndungsapparats in NRW. „Reul muss die Reihen bei der Kripo schleunigst schließen. Wir haben kaum noch Fahnder, weil nicht nur der Tisch der Aufgaben für die Kripo immer größer, sondern auch noch das Tischtuch kleiner wird. Wir stärken richtigerweise zum Beispiel den Staatsschutz. Dabei fallen andere Dingen hinten runter“, sagte Fiedler. (Fotoquelle)