Boxen
Floyd Mayweather plant 200-Millionen-Dollar-Kampf gegen Nurmagomedov

Las Vegas (nex) – Der ehemalige Weltergewichts-Boxweltmeister Floyd Mayweather, der im vergangenen Jahr aus dem Ruhestand zurückkam und in Las Vegas den irischen MMA-Kämpfer McGregor in einem Boxkampf besiegte, betonte, dass ein Kampf mit Khabib Nurmagomedov nur nach Boxregeln stattfinden würde. Mayweather machte am Mittwoch deutlich, dass er unbedingt gegen MMA-Champ Nurmagomedov kämpfen will. Nurmagomedov bezwang McGregor in einem UFC-Match am 6. Oktober. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal TMZ sagte Mayweather, dass ein Kampf auf jeden Fall stattfinden werde, vorausgesetzt er finde nach Boxregeln in einem Boxring statt. Mayweather wisse noch nicht wie „Khabibs Seite“ entscheiden werde, aber er sei bereit. Im Falle eine Kampfes gegen Nurmagomedov erwarte Mayweather eine neunstellige Kampfprämie. „Mehr als der McGregor-Kampf. Wahrscheinlich 100 Millionen Dollar mehr, garantiert. Es könnte irgendwo aufwärts von 110 bis 200 Millionen Dollar liegen.“ Im vergangenen Jahr kämpfte Mayweather in einem „1-Milliarden-Dollar-Kampf“ gegen den Iren McGregor. Dieser hatte Mayweather herausgefordert und extra dafür sogar eine Boxlizenz beantragt. Mayweather akzeptierte schließlich und kehrte dafür sogar aus dem Ruhestand zurück. Er gewann den Kampf gegen McGregor in der zehnten Runde nach Technischem Ko. Nurmagomedov vor möglichen Disziplinarmaßnahmen Der russische UFC-Champ Nurmagomedov steht in Nevada nach dem Kampf gegen McGregor Anfang Oktober vor möglichen Disziplinarmaßnahmen. Der russische Kämpfer sprang unmittelbar nach dem Sieg aus dem Oktagon in die Ecke des McGregor-Teams und schlug auf dessen Teammitglieder ein. Nurmagomedov am Mayweather-Kampf interessiert Über einen möglichen Kampf gegen Mayweather zeigte sich Nurmagomedov begeistert. „Na los, Floyd, wir müssen jetzt kämpfen“, so Nurmagomedov. „50-0 gegen 27-0. Wir sind zwei Männer, die nie verlieren. Im Dschungel gibt es nur einen König. Natürlich bin ich der König, weil du es nicht geschafft hast McGregor umzuhauen, aber ich schon. Na komm.“          

OECD-Studie
Lehrerverband fordert Begrenzung von Migrantenanteil in Schulklassen

Osnabrück –  Angesichts der weiter deutlich geringeren Bildungschancen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien fordert der Deutsche Lehrerverband eine „nationale Kraftanstrengung“. Anders wird es nicht gehen „Wir müssen ein großes Paket schnüren, sonst sind Rückschritte nicht zu verhindern“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dazu gehöre vor allem eine stärkere Frühförderung: „Wir müssen über eine Kita-Pflicht für Kinder aus sozial benachteiligten Familien sprechen. Für sie müssen wir kostenfreie Angebote schaffen“, sagte Meidinger. „Anders geht es nicht.“ Zu dem Paket gehörten auch „flächendeckende Sprachstandstests und bezahlte Fördermaßnahmen, sonst wird das zu einem Schuss in den Ofen“, so der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes weiter. Zu den größten Problemen gehöre die Zuwanderung. „Ab einem Migrationsanteil von 40 Prozent sinkt das Niveau für alle Schüler. In Berlin haben wir Schulen mit 90 Prozent Migrantenkindern“, sagte Meidinger. „Deswegen müssen wir die Migrationsanteile steuern“, forderte er. Dazu dürfe der Staat nicht länger wegschauen, wenn bildungsorientierte Eltern ihre Kinder trotz Sprengel-Pflicht an wohnortfernen Schulen unterbrächten. „Die tolerierte Flucht der Eltern führt zur totalen Segregation“, beklagte Meidinger und forderte Politik und Behören auf, „genauer hinzuschauen“, wenn Eltern etwa mit Briefkastenadressen oder den Wohnorten von Großeltern tricksen. „Statt dessen gilt es, an Brennpunktschulen für eine bessere Ausstattung, kleinere Klassen und hoch motivierte Lehrer zu sorgen, damit sie auch für Kinder aus bildungsorientierten Familien attraktiv werden.“ Einer neuen OECD-Studie zufolge haben Schüler aus bildungsfernen Schichten in Deutschland nach wie vor deutlich geringere Bildungschancen als Akademiker-Kinder. „Das ist ein dauerhaft nicht hinnehmbarer Zustand“, sagte Meidinger und ergänzte: „Ich fürchte, dass es angesichts von Zuwanderung, Lehrermangel und schlecht ausgestatteten Schulen schon weitere Rückschritte gegeben hat, die in der Studie noch nicht auftauchen.“

Religionen
Islam: Was bedeutet „Sevap“?

Von Ertugrul Sahin Eine Sache, über die ich mich in jüngster Zeit sehr stark wundere, ist die Unübersetzbarkeit von bestimmten sprachlichen Konzepten. Klar, das betrifft eigentlich jeden Austausch zwischen den Sprachen, es gibt immer irgendwie einen Bedeutungsverlust, aber manchmal wundert man sich wirklich sehr über schlichtweg fehlende Worte. Zum Beispiel das Kunstwort „sitt“, also das Wort für „undurstig“ und somit das Gegenteil zu „durstig“, so wie es „satt“ als Gegenteil zu „hungrig“ gibt. Es fehlt einfach: So ein Wort gibt es im Deutschen nicht, dabei ist es doch eigentlich noch wichtiger als „satt“. In anderen Sprachen, im Schwedischen, gibt es das Wort beispielsweise. Aber speziell ein Wort fehlt mir im Deutschen, wenn ich als Müsliman meine religiösen Vorstellungen ausdrücken möchte: Sevap. Es gibt kein deutsches Wort, auch kein englisches Wort, das das Wort adäquat wiedergibt, weder im Englischen noch im Deutschen. Paraphrasiert heißt es eigentlich die gute Tat, das Gegenteil von „Sünde“ also. Wieso gibt es in der christlichen Welt nicht das Gegenteil von Sünde? Wie kann dieses Wort einfach fehlen? Das verblüfft mich jedes Mal. Man kann es nur umschreiben, dann aber ziemlich schwammig und völlig uneinheitlich. Im Deutschen wie im Englischen hat man dasselbe Problem, oder wie es einst in einem der unzähligen Foren über dieses Thema formuliert wurde: „English does not have a precise word for the opposite of sin in the sense you mean, so you’ll have to be content with adjectives: the opposite of „I committed a sin“ would be „I performed a good/virtuous/righteous/moral/meritorious act/deed“. (Note that the noun forms of these adjectives won’t work: goodness has a very wide range of meanings; virtue refers to qualities inhering in a person and carries no connotation of action unlike virtuous act which does, etc.)“ Womöglich hängt es schlicht mit der christlichen Konzeptionierung des Verhältnisses zwischen Mensch und Gott zusammen: Der Mensch – sündig geboren und am Sündigen – muss Sühnen durch Beichte etc. (hier natürlich stark katholizistische Vorstellungen). Man fängt also mathematisch gesprochen bei „- x“ an und muss daraus idealweise irgendwann eine positive Zahl machen. Defizite streichen. Fehler ausmerzen. Es geht quasi darum, die von Beginn an negative Zahl auszugleichen, wobei hier natürlich im mathematischen Sinne negative Zahl + negative Zahl = positive Zahl nicht gilt. Im Islam sieht die Gleichung der Taten völlig anders aus, ja sogar genau andersherum: Erbsünde gibt es nicht, die wurde nach islamischer Vorstellung vergeben, und neben „Sünde“ ist auch das Gegenteil sevap konzeptionalisiert. Man kann sevap umschreiben als „gute Tat“, besser vielleicht als „religiöser Pluspunkt“, das unübersetzbare Gegenteil von Sünde halt. Und mehr noch: Unter sevap ist nicht nur das Gegenteil von Sünde konzeptualisiert, es gilt auch eine mathematische Inequivalenz hin zur sevap (= religiösem Pluspunkt). Klar, es gibt die großen Sünden (Mord, Ehebruch etc.), die ziemlich viel Sünde/ religiöse Negativpunkte einbringen, aber schaut man sich an, wie viel sevap (= religiöse Pluspunkte) im Sinne von positiven Zahlen man durch einfachste Handlungen im Alltag gewinnen kann – also nach islamischem Glauben jetzt – merkt man einen überaus positiven Grundzug: Nicht die „Sünde“, sondern sevap (= gute Tat/ religiöser Pluspunkt) steht im Fokus des islamischen Glaubens. Das werde ich im Folgenden genauer ausführen. Zunächst als Hintergrundinfo: Für sunnitisch wie schiitisch gesinnte Muslime – und damit nahezu für alle Muslime – gilt einerseits das Befolgen der Gebote des Koran und andererseits das Nacheifern dem Vorbilde des Propheten – eigentlich aller Propheten – als sevap (= religiöser Pluspunkt). Das Leben unseres Propheten wiederum ist durch die Hadithe („Sunna“) festgehalten und darin werden im Prinzip alltäglich-basale Handlungen beschrieben, denen es nachzueifern gilt. Ließt man den Koran und die Hadithe, stellt man fest: Überall im Alltag steckt easy gain sevap, z.B. bei nachbarschaftlicher Hilfe, beim Pflanzen pflanzen, beim sparsamen Essen und Trinken, beim gesunden Ernähren, beim Gedenken und Erinnern an Allah (z.B. durch Dankbarkeit gegenüber allem, was man besitzt: Gesundheit, Glück etc.), beim Lesen des Koran oder von anderen Büchern, denn „sich bilden“ gilt auch schon als sevap, wie folgende Hadith illustriert: „Acquire knowledge, because he who acquires it in the way of the Lord performs an act of piety; who speaks of it, praises the Lord; who seeks it, adores God; who dispenses instruction in it, bestows alms; and who imparts it to its fitting objects, per- forms an act of devotion to God. Knowledge enables its possessor to distinguish what is forbidden from what is not; it lights the way to Heaven; it is our friend in the desert, our society in solitude, our companion when bereft of friends; it guides us to happiness; it sustains us in misery; it is our ornament in the company of friends; it serves as an armour against our enemies. With knowledge, the servant of God rises to the heights of goodness and to a noble position, associates with sovereigns in this world, and attains to the perfection of happiness in the next.“ (Hilyat al-Awliya, 1, S. 238-239) Neben vielen credo- und glaubensbezogenen Dingen (Beten, Fasten, Pilgerfahrt, Zakat etc.) gibt es also auch auch bei vielen nicht primär credo-bezogenen Dingen wie bei der Bildung, beim Arbeiten, Heiraten, durch das Erfreuen von Kindern (hierzu siehe die Enes-Hadithe des Propheten zum Beispiel) sevap. Und nicht nur gegenüber Muslimen: In den Hadithen kann man rekonstruieren, wie unser Prophet ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu seinen jüdischen und christlichen Nachbarn pflegte und auch vertrauensvoll-harmonisch mit ihnen zusammenlebte. Beispielsweise nahm unser Prophet Kredit von jüdischen Pfandleihern entgegen (vgl. auch Blogeintrag 53): „Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, kaufte von einem Juden Lebensmittel auf Kredit und ließ bei ihm sein eisernes Panzerhemd als Pfand zurück.“ (vgl. Sahih Buhari, Kapitel 32, Hadith 2068/ 2509) Kurzum: Immer dann, wenn Muslime gut handeln, helfen, sparen, friedlich mit Nachbarn koexistieren, beten, sich pflegen, gesund ernähren, kriegen sie „positive Punkte“ auf ihr Konto. Und dabei mit einem mathematisch hochinteressanten boni-System – man schaue sich beispielsweise folgende Hadith an, um die mathematische Dimension der Sünden und sevap (= religiösen Pluspunkte/ guten Taten) zu erfassen (aus Sahih Muslim, 235): „The Messenger of Allah (saws) said that Allah Subhanah Says: When it occurs to My bondsman that he should do a good deed but he actually does not do it, I record one good deed for him, but if he puts it into practice, I make an entry of ten good acts in his favour. When it occurs to him to do evil, but he does not commit it, I forgive that. But if he commits it, I record one evil deed against his name. The Messenger of Allah (saws) said the Angels said: That bondsman of yours intends to commit evil, though His Lord is more Vigilant than he! Upon this He (the Lord) said: Watch him; if he commits (evil), write it against his name, but if he refrains from doing it, write one good deed for him, for he desisted from doing it for My sake. The Messenger of Allah (saws) said: He who amongst you is of good faith, all his good acts are multiplied from ten to seven hundred times (and are recorded in his name) and all the evils that he commits are recorded as such (i.e. without increase) until he meets Allah.“ Ein schlechter Gedanke zählt also noch nicht als Sünde, wohingegen ein guter Gedanke als sevap zählt, ja mehr noch: Selbst die Nicht-Tat trotz schlechter Gedanken zählt als sevap. Und all die Multiplikatoren, von 10 bis 700fach bei sevap, aber bloß Faktor „1“ bei der Sünde. You know what I mean? All das führt doch letztlich zu der Konsequenz, dass die Gleichung der menschliche Tatenabsolut positiv ist, quasi eine diophantische Gleichung der Form 10x + 1y = Bilanz, beziehungsweise sogar 700x + 1y = Bilanz. „x“ dabei natürlich als Variable für sevap (= gute Tat) und „y“ für günah/ haram (= Sünde). Welche Werte letztlich für x und y eingesetzt werden, entscheiden natürlich die menschlichen Taten. Ist die Lösungsmenge eine natürliche Zahl, thumbs up, ist sie ganzzahling-negativ, nicht gut (auch wenn es sehr wahrscheinlich keine wirklich diophantische Beziehung sein dürfte…). Der springende Punkt ist: Die easy gain-Mentalität für sevap (= religiösen Pluspunkt/ guten Tat) ist klar ersichtlich und absolut markant. In den Hadithen gibt es übrigens eine ganze Reihe solcher „mathematischer“ Elemente, also Vervielfachungs-Multiplikatoren für sevap, so z.B. auch für das Gebet in der cemaat/ Gemeinde (d.h. ab 2+ Personen), dann gilt das Gebet als 27x mehr sevap. Hinzukommt, dass der am meisten genannte Name Allahs – im Koran und in allen Gebeten – rahman (= Barmherziger/ Allvergebender) ist. Das heißt: Selbst im worst case-Szenario, wenn man also nicht wirklich eine positive Bilanz aufweisen kann, ist da immer noch die Option, beziehungsweise Tendenz Allahs zur Vergebung. Prinzipiell ist im Islam die Reue ebenfalls mit sehr hohen boni versehen. Allerdings: Hier spielt die Transzendenz-Lehre im Islam eine wichtige Rolle. Allahs Beweggründe können wir als Menschen nicht verstehen, weder durch Analogiebildung zum menschlichen Denken und Fühlen („Vaterliebe“), noch durch logische Schlüsse. Wir haben lediglich eine Richtlinie: Den Koran, und quasi handlungspraktische Hinweise, die Sunna. Das heißt also, dass letzten Endes keine verlässlichen Kalkukierungen gemacht werden können – das will ich gar nicht behaupten, sondern auf den zum Positiven hin tendenziösen Grundzug im Islam hinweisen. Es ist keine Folter-und-Rache Religion, sondern ein Glaube mit Fokus auf die positiven Züge des Menschen und der Hoffnung auf Vergebung. Einige weitere Taten, die für Muslime als sevap gelten, seien aufgeführt: Zähne putzen, Sport machen, Körperpflege, das Einparfümieren – all das gibt religiöse Pluspunkte. Im Gamer-Jargon sind also überall Achievements und Belohnungen, einfache Quests und ein ständiges level up. Gemäß Sunna (d.h. in den Hadithen) hat unser Prophet beispielsweise Sport getrieben oder gutgeheißen (Ringen, Bogenschießen, Reiten), sich die Zähne ständig geputzt (mit einer Miswak), Wert auf einen guten Körpergeruch und Körperrasur gelegt, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit Muslimen sowie Nicht-Muslimen geführt (wie oben aufgeführt). Die Liste ist schier endlos weiterführbar, wenngleich eine klassische Salondebatte unter Muslimen sein dürfte, wie eng man das handlungspraktische Vorbild unseres Propheten verstehen sollte („Gilt auch das Zähneputzen mit eine Zahnbürste als sevap oder muss es eine Miswak sein?“). Für all das und noch mehr bekommen Muslime ihrem Glauben nach jedenfalls sevap (= religiöse Pluspunkte), da ja das Nacheifern den Taten des Propheten als der wünschenswerte modus operandiangesehen wird. Und aus humanistischen Gesichtspunkten macht es ja absolut Sinn, Gesundheit, soziales und ethisches Verhalten der Menschen mit Pluspunkten zu versehen. Eigentlich – mein Fazit für heute: Der Islam ist überaus humanistisch und leicht verdaulich, die sevap-Bedingungen sind nicht nur menschengerecht fair, sondern sogar mathematisch stark begünstigt. Im Fokus sind Vergebung und sevap – Strafe gibt es ohne Frage auch, aber obiges Zitat verdeutlicht ja eigentlich glasklar, dass das Verhältnis der Strafe zur Belohnung inequivalent ist, kurzum: Ethisch korrektes Verhalten und allzu-menschliche Handlungen werden nur so überhäuft mit Pluspunkten. Zu guter Letzt` vielleicht noch ein politisch korrekter Hinweis: Das Christentum wollte ich gar nicht schlecht machen, lediglich aufzeigen, dass es zwischen beiden Religionen einen markanten Paradigmenwechsel hinsichtlich basaler Gottgefälligkeitsmechanismen gibt. Die Zirkulation zwischen Sünde & Sühne im Christentum hat ja auch sehr faszinierende Dynamiken entwickelt, die Aufopferung Jesu als immer wiederkehrender Topos für Liebe etc. Der Fokus liegt auf Leid, Schmerz, Tod, Sünde und der Sühne – hier bin ich jedoch womöglich stark anachronistisch von russisch-orthodoxen Vorstellungen geprägt, weil ich sehr gerne Tolstoi, Gogol, Dostojewski, Gorki etc. lese. Kein Wunder also, dass die gesamte abendländische Philosophie und Kunst von Leid und Mitleid, Trauer und Melancholie geprägt ist, von Schopenhauer bis Dostojewski, von Chopin bis Bach. Und natürlich der ultimative Zenit: Diablo 2. Im Abendland ist die Melancholie und Trauer zur Hochkunst erhoben worden und hat wunderbare Melodien und Melodramen, Bilder und Bücher geschaffen. Exempli gratia: Spanische Kathedralen – wunderschön und unheimlich zugleich. Letzten Endes sehe ich im christlichen und muslimischen Weltbild zwei sich komplettierende, völlig unterschiedliche Perspektiven. Wie traurig wäre die Welt, wenn es eine der beiden Vorstellungswelten nicht gäbe.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Legia-Fans
Erneut Gewalt gegen Deutsche in Polen

Warschau (nex) – Die Gewalt gegen Deutsche im Nachbarland Polen reißt nicht ab: Erneut wurde eine Gruppe Deutscher brutal zusammengeschlagen, nur weil sie Deutsch sprachen. Die drei Deutschen waren Schüler einer Technischen Schule und absolvierten gemeinsam mit 13 weiteren Schülern und zwei Lehrern aus Deutschland ein dreiwöchiges Praktikum in einer Bosch-Fabrik in der polnischen Stadt Lodz. Nach Abschluss des Praktikums reisten sie, wie das polnische Portal „Wyborcza berichtet, gemeinsam nach Warschau, um sich dort das Fußballspiel zwischen Legia Warschau Spiel und Wisla Krakau anzusehen. Dem Bericht zufolge hatten sie auch noch nach dem Spiel ihre Legia Warschau Fan-Schale umgebunden. Im Bus seien sie von polnischen Legia-Fans angesprochen und nach ihrer Herkunft gefragt worden. Als sie mit „Deutschland“ antworteten, hätten die polnischen Legia-Fans wie wild auf die 19-jährigen Deutschen eingeschlagen, berichtet „Wyborcza“ weiter. Mit Verletzungen sei den Deutschen die Flucht gelungen.  Deutsche brutal zusammengeschlagen Erst im Dezember vergangenen Jahres, wurden drei deutsche Männer von einer Gruppe Polen brutal angegriffen – auch damals angeblich nur, weil sie Deutsch gesprochen hätten. Ein Opfer wurde im Gesicht so schwer verletzt , dass eine „komplizierte Gesichtsoperation“ nötig war Laut „Polskatimes“ (PT) arbeiten alle drei Opfer an einem Forschungsprojekt am Institut für Automobilverkehr in Warschau für den Volkswagen-Konzern und besuchten am Wochenende Lodz. Der Vorfall habe sich auf der berühmten Ulica Piotrkowska (Petrikauer) Straße ereignet. Die Petrikauer Straße ist mit über vier Kilometern eine der längsten Einkaufsstraßen Europas und bei Touristen sehr beliebt. „Angeblich ist die Ulica Piotrkowska ein touristisches Wahrzeichen von Lodz“, so Pawel, ein Bekannter der Opfer, gegenüber PT. Es habe vor dem Angriff keinen Streit oder ähnliches gegeben, sie seien nur aus dem Grund angegriffen worden weil sie Deutsch sprachen, berichtet die PT weiter. Ein Opfer sei mit einer Bierflasche im Gesicht getroffen worden und muss sich laut PT einer „komplizierten Operation“ unterziehen. Die osteuropäischen Länder, allen voran Polen, werden in Deutschland unter AfD-Wählern und Pegida-Teilnehmern für ihre Haltung gegen muslimische Einwanderung hoch gelobt und als letzte europäische Bastion gegen eine vermeintliche „Invasion“ „unzivilisierter Wilder“ aus dem Süden gepriesen. In den Kommentarbereichen der sozialen Netzwerke fordern diese Gruppen ihre Mitmenschen immer wieder auf, muslimische Länder als Urlaubsorte zu boykottieren und stattdessen lieber das christliche und – aufgrund fehlender Flüchtlinge und Migration – „noch immer sichere“ Osteuropa als Reiseziel zu wählen.

Auch interessant

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Fall Khashoggi
Bericht: Jamal Khashoggis Leiche wurde gefunden

Istanbul (nex) – Wie der Nachrichtensender „Sky News“ berichtet, sei die Leiche oder Leichenteile des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi gefunden worden. Das meldet der Sender unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen.
Demnach sei die Leiche oder Leichenteile im Garten des Hauses des saudischen Konsuls in Istanbul gefunden worden.
Das Gesicht sei entstellt gewesen, so Sky News weiter.
Der regelmäßige Kolumnist der Washington Post ist seit seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober vermisst.
Saudi Arabien hat mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden  Khashoggis am Freitagabend den Tod des Journalisten eingeräumt. Im Istanbuler Konsulat sei es während des Verhörs zu einem Streit gekommen, was zu seinem Tod führte, berichteten saudische Staatsmedien. Riad hatte die Kenntnis über den Verbleib Khashoggis stets abgestritten. Medienberichten zufolge soll er in dem Konsulat schwer gefoltert und zerstückelt worden sein.

Türkei
Erdogan: Diejenigen, die Frauen ausschließen, sind zum Scheitern verurteilt

Von Polat Karaburan Der türkische Präsident sagte am Montag, dass die Zahl der weiblichen Bürgermeisterinnen in der von ihm gegründeten regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) nicht ausreichend sei und steigen sollte. Recep Tayyip Erdogan sagte in seiner Eröffnungsrede zu einem Trainingsprogramm der Frauenorganisation der AKP im Parteizentrum in Ankara, dass die Anzahl der Bürgermeisterinnen den Anteil der Frauen in der Bevölkerung widerspiegeln sollte. „Die AK-Partei hat acht Bürgermeisterinnen. Wir halten das nicht für ausreichend. Unser Wunsch ist es, ein proportionales Bild entsprechend der Bevölkerung wiederzugeben“, sagte Erdogan. Er sagte, die Bewegung, die Frauen in der Türkei befreit hat, sei die AK-Partei. „Politik, die das Potenzial und die Macht von Frauen ignoriert, inaktiviert oder verschwendet, hat in der Türkei keine Chance.“ Diejenigen, die Frauen ausschließen oder als „Schaustücke“ betrachten, seien in der Politik zum Scheitern verurteilt, sagte er. Erdogan sagte weiter, dass die Frauenorganisation der AK-Partei  mit der Vorbereitung auf die bevorstehenden Kommunalwahlen 2019 bereits begonnen habe. Die Kommunalwahlen sollen am 31. März 2019 stattfinden.

Auch interessant

– Royal Islamic Strategic Studies Centre – Weltrangliste 2019: Erdogan einflussreichster Muslim der Welt

„Während seiner Amtszeit hat die Türkei ein beispielloses Wirtschaftswachstum, eine Verfassungsreform und ein Wiederaufleben als globale Großmacht erlebt“, so die Veröffentlichung.

Weltrangliste 2019: Erdogan einflussreichster Muslim der Welt
 

Berlin
Wagenknecht macht Staat für erstarkenden Populismus verantwortlich

Berlin – Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Vorsitzende der Linken, hat in einem Interview im ARD-Mittagsmagazin die Sicherheitslage in Deutschland für den erstarkenden Rechtspopulismus verantwortlich gemacht. Insbesondere seien laut Wagenknecht Sparmaßnahmen bei der Polizei daran Schuld, dass Wähler für populistische Politik empfänglich sind: „Das hat auch damit zu tun, dass Menschen Angst vor Kriminalität haben, weil wir in Deutschland seit Jahrn die Polizei kaputt gespart haben“, sagte Wagenknecht am Montag im ARD-Mittagsmagazin.“ Es sei „in großen Städten tatsächlich oft schwer, wenn man die Polizei anruft, überhaupt noch jemanden zu erreichen.“ Viele Kriminalfälle würden gar nicht aufgeklärt. „Dann ist es natürlich leicht zu sagen, es sind immer die Banden aus dem Ausland.“ Sie finde, dass der Staat Sicherheit gewährleisten müsse, sagte Wagenknecht. „Wenn er das tut, dann haben es solche Legenden und solche, wenn man so sagen will, populistischen Meinungsführer es dann eben sehr viel schwerer, Ängste auf bestimmte Sündenböcke abzulenken.“ Wagenknecht hat Anfang September die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ gegründet, sie soll Wähler ansprechen, die sich von den klassischen Parteien abgewendet haben. Ziel der Initiative ist eine linke Regierung in Deutschland.

"Ilham Tohti, der Brückenbauer”
Berlin: Veranstaltung für uigurischen Menschenrechtler Ilham Tohti

Ilham Tohti, der Brückenbauer“

Von Ingrid Widiarto Seit einigen Monaten berichten Medien weltweit über die Masseninternierung von Uiguren und Kasachen in Xinjiang/China, doch neu ist das Problem durchaus nicht. Diskriminierung, Ungerechtigkeiten, Einschränkungen in Kultur, Sprache, Religion haben schon jahrzehntelang zu Spannungen zwischen den zugewanderten Chinesen und der ansässigen ethnischen Minderheit der Uiguren geführt. Um einer Eskalierung dieser Spannungen vorzubeugen, hatte der uigurische Wirtschaftswissenschaftler Prof. Ilham Tohti auf der Grundlage seiner Forschungen konkrete Lösungen ausgearbeitet und alle Seiten zu gegenseitigem Verstehen, Respekt und einem friedlichen Miteinander ermahnt. Mit einer Webseite wollte er vor allem auch die chinesische Bevölkerung in Zentralchina über die wahren Ursachen des Konflikts und die prekären Zustände in seiner Heimat aufklären. Doch die Regierung sah darin nur Kritik an ihrem Vorgehen und verurteilte ihn 2014 zu lebenslanger Haft. Seitdem hat Ilham Tohti mehrere internationale Menschenrechtspreise erhalten und wurde für den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments und für den Friedensnobelpreis nominiert. Auch die Ilham Tohti Initiative e.V. (https://ilham-tohti-initiative.jimdo.com/) und einige Arbeitsgruppen von Amnesty International (u.a. Berlin-Kreuzberg und Mallorca) setzen sich intensiv für Prof. Tohti, seine Ziele und seine Freilassung ein, so z.B. in der Veranstaltung: „Ilham Tohti, der Brückenbauer” 6. November 2018 in der Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Hörsaal 2091 Beginn: 19:00 Uhr Unter internationaler Beteiligung soll nicht nur über Prof. Tohtis Arbeit und Ziele gesprochen werden, sondern auch allgemein über die heutige Situation in Xinjiang, das totale Kontroll- und Überwachungssystem einschließlich der zahllosen Internierungslager, die von der Regierung neuerdings als „Berufsbildungszentren“ bezeichnet werden, sowie über die geopolitischen Folgen der chinesischen Expansionspolitik. Eine Podiumsdiskussion soll den Abend beschließen. Der Eintritt ist frei und alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Zwei Bücher, die einen Einblick in das persönliche Leben von Uiguren geben: „Uigurische Geschichten“, Graphiti Verlag Berlin, 2017, von Ingrid Widiarto „Aliya und der kleine Hund“, Graphiti Verlag Berlin, 2018, von Ingrid Widiarto
Ingrid Widiarto  
Ingrid Widiarto wurde 1947 in Schleswig geboren. Sie wuchs in Kiel auf, machte in Germersheim ihren Abschluss als Diplom-Übersetzerin für romanische Sprachen und arbeitete als Übersetzerin und Sekretärin, viele Jahre an der Freien Universität Berlin. Durch Familie und Reisen lernte sie unterschiedliche Länder und Kulturen kennen, aber erst die Uiguren berührten sie so sehr, dass sie es sich zur Aufgabe machte, durch Bücher und Geschichten auf die prekäre Lebenssituation dieses Volkes in China aufmerksam zu machen. https://www.uigurkultur.com/

Verbrechungsbekämpfung
Schweiz stoppt Verkauf von Anti-Terror-Software an die Türkei

Bern (nex) – In ihrem sehr erfolgreichen Kampf gegen diverse Terrororganisationen, wie etwa die PKK oder dem IS und international agierenden kriminellen Organisationen, machen türkische Ermittlungsbehörden, wie auch ihre Kollegen im Ausland Gebrauch von High Tech. Dazu gehört auch Software zur Überwachung von Mobiltelefonen und Internet. Schweizer Medienberichten zufolge, verhinderte Bern nun eine Lieferung solch einer Software an die Türkei. Ankara habe zwischen Juli und September versucht, bei einer Schweizer Firma „Softwarelösungen für Dekodier-Ausrüstung zum Analysieren von unchiffrierten Funksignalen“ im Wert von 60 000 Franken zu erwerben. Die Behörden hätten den Export jedoch verboten. Als Grund nannte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), dass die Türkei die Lieferung für „die Repression gegen die eigene Zivilbevölkerung verwenden“ wolle. Den Entscheid habe ein Kontrollgremium mit Vertretern aus mehreren Departementen, das auch mit dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zusammenarbeitet, getroffen. Grundlage für das Verbot war die Verordnung über die Ausfuhr und Vermittlung von Gütern zur Internet- und Mobilfunküberwachung, so Seco-Sprecher Fa­bian Maienfisch gegenüber Schweizer Medien. Aufgrund des Amtsgeheimnisses wurde die involvierte Schweizer Firma nicht genannt.

Auch interessant

– Drogenkriminalität – Polizeibericht: PKK verkauft Heroin in Europa

Ein am Montag veröffentlichter Polizeibericht zeigt, dass die PKK-Terrororganisation in allen Phasen des Drogenhandels aktiv ist, einschließlich Produktion, Lieferung, Vertrieb und Verkauf.

Polizeibericht: PKK verkauft Heroin in Europa
 

Royal Islamic Strategic Studies Centre
Weltrangliste 2019: Erdogan einflussreichster Muslim der Welt

Amman (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan belegte bei der Ausgabe 2019 der 500 einflussreichsten Muslime der Welt den ersten Platz. Die Liste, die jährlich vom jordanischen Royal Islamic Strategic Studies Centre vorbereitet wird, erwähnt, dass Erdogan im August 2014 der erste vom Volk gewählte Präsident der Türkei wurde und dann bei den Wahlen 2018 – bei einer Wahlbeteiligung von 86 Prozent – mit 52,5 Prozent der Stimmen eine zweite Amtszeit sicherte. „Während seiner Amtszeit hat die Türkei ein beispielloses Wirtschaftswachstum, eine Verfassungsreform und ein Wiederaufleben als globale Großmacht erlebt“, so die Veröffentlichung. Unter Erdogans Führung habe sich die Türkei darauf konzentriert, engere Beziehungen zu allen ihren Nachbarn aufzubauen, insbesondere zu Griechenland und auch zu all den Ländern am Schwarzen Meer – einem wichtigen Handelspunkt und geopolitisch bedeutsamen Gebiet. „In Afrika hat sie über zwanzig neue Botschaften und Konsulate eröffnet, und als Somalia 2011 unter einer lähmenden Hungersnot und Dürre litt, leistete Erdogan nicht nur Hilfe, sondern wurde auch der erste Führer von außerhalb Afrikas, der seit fast zwei Jahrzehnten Somalia besuchte“, betonte sie. In den Ausgaben der Vorjahre belegte Erdogan 2016 und 2017 den 8. Platz und 2018 den 5. Platz. In der Rangliste von 2019 belegt der König von Saudi-Arabien Salman bin Abdul-Aziz Al-Saud den zweiten Platz als einflussreichster Muslim, während der jordanische König Abdullah II Ibn Al-Hussein den dritten Platz belegt. Die Liste wird seit 2009 vom Royal Islamic Strategic Studies Centre in Jordaniens Hauptstadt Amman zusammengestellt, und die Ausgabe für das Jahr 2019 wurde diesen Monat veröffentlicht. „Einfluss ist: jede Person, die die Macht hat (sei es kulturell, ideologisch, finanziell, politisch oder anderweitig), eine Veränderung vorzunehmen, die einen wesentlichen Einfluss auf die muslimische Welt haben wird“, so die Herausgeber.

Auch interessant

– Umfrage – Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Eine Umfrage des in Washington D.C ansässigen amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass den Befragten zufolge die Türkei unter den Ländern mit dem größten Einfluss in der Politik des Nahen Ostens den höchsten Anstieg verzeichne.

Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens