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Erneut Gewalt gegen Deutsche in Polen

Die Gewalt gegen Deutsche im Nachbarland Polen reißt nicht ab: Erneut wurde eine Gruppe Deutscher brutal zusammengeschlagen, nur weil sie Deutsch sprachen. 

(Foto: pixa)
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Warschau (nex) – Die Gewalt gegen Deutsche im Nachbarland Polen reißt nicht ab: Erneut wurde eine Gruppe Deutscher brutal zusammengeschlagen, nur weil sie Deutsch sprachen.

Die drei Deutschen waren Schüler einer Technischen Schule und absolvierten gemeinsam mit 13 weiteren Schülern und zwei Lehrern aus Deutschland ein dreiwöchiges Praktikum in einer Bosch-Fabrik in der polnischen Stadt Lodz.

Nach Abschluss des Praktikums reisten sie, wie das polnische Portal „Wyborcza berichtet, gemeinsam nach Warschau, um sich dort das Fußballspiel zwischen Legia Warschau Spiel und Wisla Krakau anzusehen. Dem Bericht zufolge hatten sie auch noch nach dem Spiel ihre Legia Warschau Fan-Schale umgebunden. Im Bus seien sie von polnischen Legia-Fans angesprochen und nach ihrer Herkunft gefragt worden. Als sie mit „Deutschland“ antworteten, hätten die polnischen Legia-Fans wie wild auf die 19-jährigen Deutschen eingeschlagen, berichtet „Wyborcza“ weiter. Mit Verletzungen sei den Deutschen die Flucht gelungen. 

Deutsche brutal zusammengeschlagen

Erst im Dezember vergangenen Jahres, wurden drei deutsche Männer von einer Gruppe Polen brutal angegriffen – auch damals angeblich nur, weil sie Deutsch gesprochen hätten. Ein Opfer wurde im Gesicht so schwer verletzt , dass eine „komplizierte Gesichtsoperation“ nötig war

Laut „Polskatimes“ (PT) arbeiten alle drei Opfer an einem Forschungsprojekt am Institut für Automobilverkehr in Warschau für den Volkswagen-Konzern und besuchten am Wochenende Lodz.

Der Vorfall habe sich auf der berühmten Ulica Piotrkowska (Petrikauer) Straße ereignet. Die Petrikauer Straße ist mit über vier Kilometern eine der längsten Einkaufsstraßen Europas und bei Touristen sehr beliebt. „Angeblich ist die Ulica Piotrkowska ein touristisches Wahrzeichen von Lodz“, so Pawel, ein Bekannter der Opfer, gegenüber PT.

Es habe vor dem Angriff keinen Streit oder ähnliches gegeben, sie seien nur aus dem Grund angegriffen worden weil sie Deutsch sprachen, berichtet die PT weiter.

Ein Opfer sei mit einer Bierflasche im Gesicht getroffen worden und muss sich laut PT einer „komplizierten Operation“ unterziehen.

Die osteuropäischen Länder, allen voran Polen, werden in Deutschland unter AfD-Wählern und Pegida-Teilnehmern für ihre Haltung gegen muslimische Einwanderung hoch gelobt und als letzte europäische Bastion gegen eine vermeintliche „Invasion“ „unzivilisierter Wilder“ aus dem Süden gepriesen.

In den Kommentarbereichen der sozialen Netzwerke fordern diese Gruppen ihre Mitmenschen immer wieder auf, muslimische Länder als Urlaubsorte zu boykottieren und stattdessen lieber das christliche und – aufgrund fehlender Flüchtlinge und Migration – „noch immer sichere“ Osteuropa als Reiseziel zu wählen.

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