Hip-Hop
Türkei: En Derin arbeitet mit US-Rap-Legende RBX zusammen

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Istanbul – En Derin, einer der bekanntesten Namen der türkischen Rap-Szene, hat seinen Song „Heatmizer 2“ mit der amerikanischen Rap-Legende RBX veröffentlicht. Diese Zusammenarbeit bringt die Stile der Westküste und des türkischen Raps zusammen. RBX ist einer der etablierten Namen in der amerikanischen Rap-Musik und hat auf wichtigen Alben wie Dr. Dre’s The Chronic, Snoop Dogg’s Doggystyle und Eminem’s The Marshall Mathers LP mitgewirkt. RBX trug zu sechs Songs auf Dr. Dre’s bahnbrechendem Soloalbum The Chronic aus dem Jahr 1992 bei. Seine tiefe, dröhnende Stimme ist in Songs wie „High Powered“, „Stranded On Death Row“ und „Lyrical Gangbang“ zu hören. Außerdem schrieb er den Song „Let Me Ride“ und einige andere.
Derin Çağ aka En Derin
En Derin wurde 1989 als Derin Çağ in Nordzypern geboren und ist heute ein international anerkannter türkischer Rap-Künstler. Seine Lebensgeschichte ist ebenso bemerkenswert wie seine Musik. En Derin, der sowohl in Zypern als auch in London auf der Straße aufwuchs, hat eine Künstleridentität geschaffen, die seine Jugend unter schwierigen Bedingungen in seiner Musik widerspiegelt. En Derin lebte in London in den harten Wohnblocks, die in Netflix-Serien wie Top Boy dargestellt werden, und hat das wahre Leben in diesen Vierteln kennengelernt. Das Aufwachsen in dieser rauen Umgebung während seiner Teenagerzeit hat seiner Musik sowohl eine tiefe Straßenkultur als auch eine authentische Erzählung verliehen. Indem er diese Erfahrungen geschickt auf seine Musik überträgt, ist En Derin seinen Wurzeln treu geblieben und hat sich einen festen Platz in der internationalen Szene erobert. Neben seiner eigenen Musik engagiert sich En Derin auch für die Förderung aufstrebender Künstler. Er hat eine Schlüsselrolle dabei gespielt, mehreren türkischen Rappern – die inzwischen mehr als 100 Millionen Streams erreicht haben – zu helfen, ihre Karriere zu starten, indem er ihre ersten Beats produzierte. Für ihn ist Talent wichtig, aber der Charakter zählt noch mehr. Er glaubt an das Karma: Was man in die Welt setzt, kommt zurück. Disziplin, Entschlossenheit und Authentizität sind Eigenschaften, die er bei Künstlern schätzt, so Derin in einem Interview mit dem Fachportal Magazonsortie. Derin: „Sowohl in der Türkei als auch weltweit ist der Hip-Hop zunächst als Stimme der Unterdrückten aufgetreten. Die Rapper verteidigten die Rechte der Menschen und waren ihre Stimme. Heute jedoch machen einige Künstler, vor allem in der Türkei, Lieder, die Materialismus und moralische Werte herabsetzen. Trotzdem glaube ich, dass der Hip-Hop mit der Zeit wieder zu seiner Essenz zurückkehren wird: Bewusstere Künstler werden in den Vordergrund treten, und die Musik wird wieder zu einem kraftvollen Ausdrucksmittel. Die größte Herausforderung für junge Talente besteht darin, ihre eigene Identität zu bewahren und sich nicht von Trends vereinnahmen zu lassen. Gleichzeitig bieten sich aber auch große Chancen für diejenigen, die wirklich authentisch sind, denn auf lange Sicht sind die wahren Künstler immer die Gewinner.“  

Türkei
Türkischer Pikachu meldet sich zu Wort

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Istanbul – Die Straßen Türkei verwandelten sich in eine unerwartete dramatische Szene aus Pokemon Go, als die Bereitschaftspolizei während der Massenproteste gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoglu ein lebensgroßes Pikachu jagte. Als Tausende von Demonstranten in der Türkei auf die Straße gingen, um die ihrer Meinung nach politische Verfolgung anzuprangern, sah man in Antalya einen als Pikachu verkleideten Aktivisten neben der Menge marschieren. Doch als die Behörden mit Wasserwerfern anrückten, gelang dem kostümierten Demonstranten eine dramatische Flucht – eine Szene, die seitdem das Internet im Sturm erobert hat. Die Aufnahmen des kostümierten Demonstranten, der durch die Straßen flüchtet, haben sich viral verbreitet, wurden alleine auf X über neun Millionen Mal aufgerufen und lösten eine Welle von Reaktionen im Internet aus. Nach den Protestaktionen machte er sogar Erinnerungsfotos mit den Polizisten. Nun wurde die Identität des lustigen Demonstranten bekannt. Bei dem jungen Mann handelt es sich um den in Antalya lebenden  Hasan Taşkan. „Ich bin auf diese Idee gekommen, weil die Ereignisse in unserem Land so angespannt sind. Ich bin gekommen, um meine Freunde zu unterstützen, um ihre Anspannung ein wenig zu lindern. Ich bin glücklich, wenn ich unsere Bürger ein wenig zum Lächeln bringen kann“, sagte Taşkan.
Türkischer Pikachu in den Weltmedien
Die New York Post titelte: „Als Pikachu verkleideter Demonstrant schließt sich Massendemonstrationen in der Türkei wegen der Verhaftung von Imamoglu an“. Washington Post; „Beobachten Sie, wie ein Demonstrant im aufblasbaren Pikachu-Kostüm vor der türkischen Polizei flieht“, Indian Today: „Pikachu schließt sich Anti-Erdogan-Protesten in der Türkei an und entkommt der Polizei“ The Daily Guardian; „Pikachu schließt sich dem Protest an“  

Gastkommentar
Kommentar: Imamoglu und das Chaos namens CHP

Ein Gastkommentar von Can Ünal Letztes Wochenende bin ich aus privaten Gründen nach Istanbul geflogen und habe somit die von mir schon 2020 prophezeite Verhaftung des Istanbuler Obermeisters Ekrem Imamoglu vor Ort mitbekommen und natürlich auch die Demos.
Was war passiert?
Schon seit Jahren murmelten nicht nur Gegner, sondern eigene CHP -Parteigenossen von Ekrem Imamoglu, dass ein Netzwerk von Buddies und Imamoglu selbst die Stadtkasse von Istanbul plündert und das in einem nie gekannten Ausmaß. Insbesondere die Informationen und Zeugen der eigenen Partei CHP wurden dann Imamoglu und seinem Netzwerk zum Verhängnis. Videoaufnahmen mit regelrechten Türmen aus Banknoten, Rechnungen für Autoleasings von 50.000€ pro Monat und pro Auto (!) und sogar der Verkauf von persönlichen Daten der Istanbuler an eine Datamining-Firma in UK waren Anlaß genug für eine Anklage und letztendlich für den U-Haft von Imamoglu und 50 seiner engsten Buddies. Ach ja, ich muss erwähnen, dass sein Uniabschluss kurz davor aberkannt wurde. Denn um der erwarteten Strafverfolgung zu entgehen, diktierte dieser Mann seiner CHP Parteiführung sage und schreibe 3.5 Jahre vor der nächsten Wahl, ihn als Präsidentschaftskandidaten der CHP aufzustellen – in der Hoffnung, dadurch sich den Strafbehörden zu entziehen. Dumm nur, dass man für eine Präsidentschaftskandidatur einen Uni-Abschluss benötigt, den die CHP selbst in der Verfassung verankern ließ. Und die Gerüchte, dass zwar sein Uni-Abschluss in englischsprachiger BWL an der Uni Istanbul korrekt ist, aber seine Zugang zu dieser Uni erkauft und mit falschen Belegen belegt wurde, bewahrheiteten sich und führten zu der Aberkennung des Uni-Abschlusses. Somit steht dieser billige Camorra-Verschnitt eines Mafia-Paten vor einem Scherbenhaufen seiner dreisten und skrupellosen Machenschaften. Und was macht die von Atatürk gegründete CHP? Man macht Jagd auf die eigenen „Maulwürfe“ und „Nestbeschmutzer“ die als Zeugen der Staatsanwaltschaft auftraten und ruft als Hauptoppositionspartei zum Strassenkampf auf. Der aktuelle CHP Vorsitzende jammert erst bei CNN, dann beim BBC und aktuell bei der Deutschen Welle über die unzureichende Solidarität des Westens und ruft zum Eingreifen der „befreundeten Staaten“ auf – ein einmaliger Vorgang in der skandalreichen türkischen Politik. Die Weltpolitik hat aktuell andere Sorgen als einen fragwürdigen und korrupten Istanbuler OB zu retten – einzige Ausnahme: Deutschland Die hiesigen Medien und Politik haben wieder ihr Lieblingsthema „der böse Erdogan“ und einige der sog. „Analysen“ von irgendwelchen möchtegern-Türkei Experten ist so hanebüchen, dass man nur noch über soviel Ahnungslosigkeit den Kopf schütteln kann. Eigene Cumex-Skandale mit einem Schaden von zig Milliarden € oder Stuttgart 21 (was vor 4 Jahren fertig sein sollte und immer noch gebaut und anstatt 2 Mrd. € auf knapp 12 Mrd. € kosten soll) werden wie BER, und andere fragwürdige Großprojekte achselzuckend hingenommen. Aber hey, wenn die USA sich in den deutschen Wahlkamp einmischt, jammert man rum aber insbesondere SPD, Grüne, Linke können und dürfen aktiv sich in die Geschehnisse anderer Länder einmischen.

Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Thema

– Gastkommentar – Imamoglu-Verhaftung: Was hätte Erdogan von diesem Chaos?

Yücel: „Der gesunde Menschenverstand würde sich daher zuerst fragen: was hätte Erdoğan bei diesem Chaos davon, gegen einen İmamoğlu vorzugehen? Wohlgemerkt: gegen den schwächeren der beiden möglichen CHP-Kandidaten?“

Imamoglu-Verhaftung: Was hätte Erdogan von diesem Chaos?

US-Zölle
Marktreaktion zu US-Zöllen auf europäische Autos

Von Howard Woodward Marktstimmung: Der Markt war zwar in gewisser Weise auf zusätzliche Zölle vorbereitet, doch der Zeitpunkt und das Ausmaß waren unerwartet. Dies verschlechtert die ohnehin schon schwache Stimmung der europäischen Verbraucher für hochpreisige Autos. Wir gehen davon aus, dass die Margen der europäischen Autohersteller in diesem Jahr und wahrscheinlich bis 2026 unter Druck bleiben werden. Marktpositionierung: Nicht alle europäischen Autoanleihen werden gleichermaßen betroffen sein. Es wird erwartet, dass deutsche Hersteller, die in hohem Maße von US-Exporten abhängig sind, von Anlegern genauer unter die Lupe genommen werden. Im Gegensatz dazu könnten Unternehmen, die weniger vom US-Markt abhängig sind, Investitionsmöglichkeiten bieten. Wir rechnen mit einer zunehmenden Divergenz in der Performance einzelner europäischer Autoanleihen. Zusätzliche Herausforderungen: Diese Zölle müssen im breiteren Kontext der bestehenden Herausforderungen im Automobilsektor betrachtet werden. Chinesische Hersteller mischen den Markt mit niedrigen Preisen und fortschrittlichen Technologien auf, um im Ausland zu expandieren. Darüber hinaus stehen europäische Hersteller aufgrund der verhaltenen Verbrauchernachfrage, des Preisdrucks, der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen und der strengen EU-Emissionsvorschriften unter Margendruck. Technische Positionierung: Eine interessante Dynamik, die es zu beobachten gilt, ist das Emissionsvolumen der US-amerikanischen Autohersteller auf dem Euro-Anleihemarkt. Es bleibt abzuwarten, ob Investoren von europäischen Autoanleihen zu in Euro ausgegebenen US-amerikanischen Autoanleihen wechseln und ihr Engagement im Automobilsektor beibehalten werden. Dies könnte US-Unternehmen zugutekommen, die auf den EUR- und GBP-Märkten emittieren.
Howard Woodward, Portfolio Manager bei T. Rowe Price          

Zum Thema

– USA – Trump kündigt Mega-Zölle an: Auch deutsche Autos betroffen

US-Präsident Donald Trump hat offiziell die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 % auf alle nicht in den Vereinigten Staaten hergestellten Fahrzeuge bestätigt

Trump kündigt Mega-Zölle an: Auch deutsche Autos betroffen

Gastkommentar
Imamoglu-Verhaftung: Was hätte Erdogan von diesem Chaos?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die Parteizentrale der Türkischen Republikanischen Volkspartei (CHP) spricht in der Türkei von einem Putsch des amtierenden Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegen den ‚Präsidentschaftskandidaten‘ Ekrem İmamoğlu. Die Ableger der CHP in europäischen Hauptstädten blasen ins selbe Horn, veranstalten hierfür Demonstrationen und mobilisieren dabei deutsche Parteien, Partnerstädte sowie den Deutschen Städtetag. Gleichzeitig berichtet die europäische Presse mit großem Interesse von einem ‚Rivalen‘, der von Erdoğan abgesägt worden sei. Der Vorsitzende der CHP, Özgür Özel, tritt im US-amerikanischen TV-Sender CNN auf und beschwert sich derweil über die unhaltbaren Zustände in der Türkei, schießt anschließend im britischen TV-Sender BBC gegen Premierminister Keir Starmer, der sich in Zusammenhang mit der Inhaftierung İmamoğlus bislang bedeckt halte und stimmt im eigenen Land die Massen darauf ein, doch bitteschön die eigene Regierung in die Knie zu zwingen. Wie fing denn alles an? Da die Informationsflut immens ist, befassen wir uns nur mit den offiziellen Statements der Generalstaatsanwaltschaften von Istanbul und Ankara, ziehen dabei Presseberichte sowie Talkshows der unzähligen türkischen TV-Kanäle heran, in der Journalisten, Politiker und Experten zu Wort kommen – ja auch Oppositionelle, lassen uns dabei aber von sozialen Medien nicht wirklich beeinflussen. Die Eckpunkte der Ermittlungen gegen zahlreiche Bürgermeister, Bedienstete, freie Mitarbeiter von Stadtgemeinden oder Städten, gegenüber städtischen wie privaten Unternehmen sowie deren Angestellte sind einerseits die Bestechungs- und Korruptionsvorwürfe im Amt und andererseits die Wählerbestechung. Die Wählerbestechung bezieht sich dabei auf den 38. Parteitag der CHP (4-6. März 2023), bei der der amtierende Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, von Özgür Özel gestürzt wurde. Was löste denn die Ermittlungen aus, dass dazu führte, dass bislang mehrere Dutzend Personen, darunter auch Ekrem İmamoğlu, in Polizeigewahrsam genommen, vor den Haftrichter geführt und in Untersuchungshaft genommen wurden? In der Istanbuler Stadtgemeinde Beşiktaş wurde der Bürgermeister Rıza Akpolat Mitte Januar dieses Jahres zusammen mit dem Unternehmer Aziz İhsan Aktaş verhaftet. Laut dem oppositionellen Journalisten Fatih Altaylı wurde Akpolat von der Generalstaatsanwaltschaft von Istanbul Strafmilderung in Aussicht gestellt, wenn er geständig ist. Demnach soll Akpolat dieses Angebot auch angenommen und ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. Inzwischen geht man davon aus, dass diese Angebote auch dem einen oder anderen Inhaftierten vorgelegt wurden. In diesem Zusammenhang muss man erwähnen, dass zu diesem Zeitpunkt der CHP-Delegierte von Izmir, Hatip Karaaslan, juristisch gegen den 38. Parteitag der CHP in Bezug zu Bestechung der Delegierten zur Wahl des Parteivorsitzenden im November 2023 vorangegangen war. Dabei belastete Karaaslan auch weitere Delegierte und Mitglieder der CHP aus der Stadt Izmir und Mardin. Karaaslan hatte in seiner Klageschrift behauptet, dass die beschuldigten Delegierten und Mitglieder ihm einerseits ein Treffen mit Ekrem İmamoğlu aufgedrängt hätten, anderseits 1 Millionen Lira für ihn sowie 300.000 Lira für jeden Delegierten in seinem Umfeld angeboten hätten, der in der Wahl des neuen Vorsitzenden für Özgür Özel abstimmt. In seiner Aussage belastete Karaaslan auch Aziz İhsan Aktaş, also jenen, der ja in Zusammenhang mit der Stadtgemeinde Beşiktaş in Haft sitzt. Aktaş soll die Bestechungsgelder – zumindest für die Delegierten in Izmir – in Koordination mit Ekrem İmamoğlu, finanziert haben. Dann ging es Schlag auf Schlag. Der Bürgermeister der Istanbuler Stadtgemeinde Beykoz, Alaattin Köseler (CHP), wurde vor 3 Wochen wegen Vorteilsnahme, Vorteilsgewährung und Bestechlichkeit in Polizeigewahrsam und noch in derselben Woche in Untersuchungshaft genommen. Begründet wurde das Ermittlungsverfahren mit einem Zeugen, der aus demselben Stadtgemeinderat stammt und laut der Generalstaatsanwaltschaft Parteikollege von Köseler sein soll. Der Zeuge soll gleichzeitig der Anzeigenerstatter bei der Generalstaatsanwaltschaft von Istanbul sein. Die Geschichte wiederholte sich in gewissen Zeitabständen auch in der Stadtgemeinde Beylikdüzü in Zusammenhang mit dem Bürgermeister Mehmet Murat Çalık, dem Bürgermeister von Şişli, Resul Emrah Şahan, dem stellvertretendem Generalsekretär der Großstadt Istanbul, Mahir Polat, dem Medienberater der Istanbuler Stadtverwaltung Murat Ongun, und zuletzt von der Generalstaatsanwaltschaft als Kopf dieses „Syndikats“ gehandelt, der Oberbürgermeister der Stadt Istanbul, Ekrem İmamoğlu, sowie weiteren Vertretern von Dienstleistungsunternehmen unter dem Dach der Stadtverwaltung Istanbul und privaten Unternehmen – darunter die Baufirma der Familie İmamoğlu. Seitdem kocht die Gerüchteküche, werden in TV und sozialen Medien Aussagen der Beschuldigten rauf und runterrezitiert. Es werden mutmaßliche Audiomitschnitte breitgetreten, Verhörprotokolle in Teilen veröffentlicht oder Videoaufnahmen von Bestechungshandlungen im Amt aus vereinzelten Bürgermeisterämtern geteilt, deren Verifizierung noch aussteht. Was nicht geleugnet werden kann und ebenfalls großen Einfluss auf die Ermittlungen gegen Ekrem İmamoğlu hatte, ist der sogenannte „Geld-Türme“-Skandal, bei der u.a. der Direktor des städtischen Istanbuler Sportvereins IBB, Fatih Keleş, involviert ist. In einer Videoaufnahme, die mutmaßlich aus einer Überwachungskamera in einem Büro eines CHP-Mitglieds stammen, tragen Keleş und weitere Personen mehrere große Sporttaschen mit gebündelten türkischen Geldscheinen sowie Fremdwährungen in die Büroräume, entleeren diese, zählen die Geldbündel von Scheinen, türmem sie auf und packen diese wieder ein. Der Skandal sorgte vergangenes Jahr für Furore. Gegen die mediale Anschuldigung gegenüber der CHP in Istanbul hatte die Partei lediglich den Einwand, mit dem Geld eine Immobilie für die Partei selbst finanziert zu haben. Deshalb steht nun im Raum, die Partei habe am Fiskus vorbei eine Immobilie erworben und dabei den Verkäufer bevorteilt. Diese Vorfälle und vor allem der 38. Parteitag, mit dem Kılıçdaroğlu gestürzt und Özel mit İmamoğlu im Hintergrund die Macht der Partei an sich gerissen hatten, ist seither Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung. Von Seiten des Kılıçdaroğlu-Lagers wird dem Duo İmamoğlu-Özel seit längerem Bestechung der Delegierten vorgeworfen, wenngleich Kemal Kılıçdaroğlu sich gegenwärtig bedeckt hält. Auch das ist übrigens Teil der staatsanwaltschaftlichen Vorwürfe gegen İmamoğlu, die aus Ankara heraus betrieben wird. Sollen doch laut den Vorwürfen von etlichen Zeugenaussagen 1.200 recht teure Markenhandys von den Konten des hauseigenen Istanbuler städtischen Marketingunternehmens Medya A.Ş. bezahlt und an Delegierte verteilt worden sein, nebst einer ganzen Reihe anderer Zuwendungen, u.a. teurer Reisen. In diesem Zusammenhang ist die besonders skurrile Aussage eines Delegierten vielsagend, der sich darüber beschwert habe, dass ihm „nur“ 5.000 Dollar geboten worden sei, Delegierter X aber 10.000 Dollar erhalten habe. Mitten in den Ermittlungen, den Inhaftierungen, der anschließenden Absetzungen von Bürgermeistern, der Neubesetzung der Ämter durch Abstimmungen in Stadträten, preschte der Parteivorsitzende Özgür Özel mit dem Aufruf zum Parteitag vor, um wohl einer richterlichen Annullierung des vorigen Parteitags zuvorzukommen. Dieser ist für den 6. April anberaumt, um wohl einerseits die Ergebnisse von damals zu zementieren, andererseits die Wahl von Ekrem İmamoğlu zum Präsidentschaftskandidaten (2028) erneut von den Delegierten bestätigen zu lassen. Gegen diesen jüngst anberaumten Parteitag wird seit gestern aber ebenfalls geklagt – bei gleich 3 Verwaltungsgerichten hat der ehemalige CHP-Bürgermeister von Hatay Lütfü Savaş mit zwei weiteren Delegierten, der im Vorfeld der letzten Kommunalwahlen vom Duo İmamoğlu-Özel aus der Partei entfernt wurde, Klage eingereicht.
Kılıçdaroğlu bereitet sein Comeback vor
Derweil bereitet Kemal Kılıçdaroğlu sein Comeback vor, würde eine etwaige Annullierung des 38. Parteitags doch automatisch seine damalige Abwahl unwirksam machen, der anvisierte neue Parteitag obsolet und somit das Duo entmachtet. Für einen komplett Außenstehenden sind manche Namen nichtssagend, gibt es sehr verwirrende Details, ist der Bezug aufgrund der europäischen Berichterstattung wohl lediglich auf İmamoğlus „unrechtsstaatliche“ Inhaftierung beschränkt. Aber, im Detail und Umfang betrachtet, befindet sich die CHP seit dem 38. Parteitag in einem geradezu jämmerlichen Zustand, hat sich die Partei über Wochen in gegenseitigen Intrigen, Macht- und Ränkespielen teils öffentlich, teils im Verborgenen selbst aufgerieben.
Delegierte und Mitglieder gehen gegen CHP vor
Wenngleich gegenwärtig Stärke und Einheit suggeriert wird, so finden sich immer mehr Delegierte und Mitglieder ein, die gegen die eigene Partei in sozialen Medien, TV und Rundfunk schießen, deren großer Teil sogar juristisch vorgeht, Anzeige erstattet oder sich als Zeuge, gar ins Zeugenschutzprogramm begibt und zur Verfügung stellt.
Die Dynamik innerhalb der Partei war zuletzt so, dass İmamoğlu als schwächerer Kandidat den aussichtsreicheren derzeitigen Oberbürgermeister Mansur Yavaş (CHP) praktisch verdrängt hatte.
Es gab ja sogar schon erste Spekulationen darüber, ob Yavaş die CHP verlässt und bis 2028 seine eigene Partei aufbaut. Hierzu gab der oppositionelle Intellektuelle und Journalist Yılmaz Özdil zum CHP-internen Machtkampf um die nächste Präsidentschaftskandidatur jüngst auf YouTube eine ausführliche Meinung wieder.
Was hätte Erdoğan von diesem Chaos?
Der gesunde Menschenverstand würde sich daher zuerst fragen: was hätte Erdoğan bei diesem Chaos davon, gegen einen İmamoğlu vorzugehen? Wohlgemerkt: gegen den schwächeren der beiden möglichen CHP-Kandidaten? Mit Blick auf eine Wahl, die erst in 3,5 Jahren ansteht. Mit dem Ergebnis, dass die so heillos zerstrittene Partei zunächst einmal die Reihen geschlossen hat. Selbst Kılıçdaroğlu vergießt fleißig Krokodilstränen um İmamoğlu. Zudem wirkt die Spitze der Partei, allen voran Özgür Özel, getrieben zu werden, von den vergangenen und aktuellen Geschehnissen, schießt er doch derzeit nicht nur im Inland, sondern und vor allem auch im Ausland gegen Erdoğan. Und nicht nur das: er ruft zu einem generalstabsmäßig geplanten Boykott gegen türkische Konzerne, Unternehmen und Medien auf, die angeblich für Erdoğan arbeiten würden – wohlgemerkt, eine sozialistische Partei, die sich vorrangig um Arbeiterklassen bemüht zeigt, die in diesen Konzernen, Unternehmen selbst beschäftigt sind. Am nächsten Tag wird dann die Boykott-Liste in einer Kehrtwende wieder drastisch verkürzt, als wäre es reine Makulatur. Dann wirft Özel während einer Standpauke dem Wirtschaftsminister Mehmet Şimşek vor, diesen Putsch mitfinanziert und dabei Milliarden von Steuergeldern verpulvert zu haben, wirft dem türkischen Nachrichtendienst MIT während der Dauerkundgebung vor der Istanbuler Parteizentrale vor, diesen Machtkampf gegen die CHP zu unterstützen, während gewaltbereite Gruppierungen der Linken und kommunistischen Szene von den Reden und Handlungen zahlreicher CHP-Abgeordneter aufgewiegelt, Polizei und Hundertschaften mit Pflastersteinen, Säure, Äxten und Messern attackieren und städtisches Eigentum beschädigen. Wenn man Erdoğan für skrupellos hält, dann doch bitte nicht auch noch für dämlich. Sein Wirtschaftsminister hatte es doch in mühseliger Arbeit gerade geschafft, dass sich die Währung stabilisiert, die Inflation langsam sinkt. Die Wirtschaft brummt, trotz der noch gegenwärtig hohen Inflation, auch weil an allen Stellgliedern fein justiert vorgegangen wird, um das labile Gefüge aufrechtzuerhalten, wenn nicht gar positiver zu stimmen und die Stimmung im Land zu verbessern, wovon er am meisten ja nötig hat. Und mittendrin soll Erdoğan einen schwachen İmamoğlu absägen, 3,5 Jahre vor der eigentlichen offiziellen Präsidentschaftswahl, und dabei das labile Gefüge der Wirtschaft riskieren?
İmamoğlus Inhaftierung ist aller Wahrscheinlichkeit Folge eines innerparteilichen Machtkampfes der CHP
İmamoğlus Inhaftierung ist aller Wahrscheinlichkeit Folge eines innerparteilichen Machtkampfes der CHP, aus dessen Dynamik heraus ausgerechnet eigene Delegierte, Bürgermeister und womöglich auch Abgeordnete, eigenständig und im freien Willen Anzeigen und Beweismittel den Strafverfolgungsbehörden lieferten, ja deshalb seither die Annullierung des 38. Parteitags anstrengten. Da stellt sich automatisch die Frage: welche Theorie würde hier wohl eher zutreffen? Özgür Özel scheint kopflos zu wirken, zumal er auch noch fahrlässig genau das bedient, worüber die türkische Bevölkerung nach den Balkankriegen und dem Ersten Weltkrieg nicht wirklich hinweggekommen ist: nach dem Zusammenbruch der osmanischen Regierung wurde 1920 der Vertrag von Sèvres unterzeichnet. Dieser Vertrag teilte einen Großteil des Gebiets der heutigen Türkei unter den Entente-Mächten auf. Das Trauma des Vertrags von Sèvres wird just von Özel wiedererweckt, bedient er doch dies, in dem er sich in CNN und BBC über den türkischen Staat beschwert, ja sogar scharf angeht, dem britischen Premier die Leviten liest und seine Vertreter im Ausland einstimmt. Özgür Özel mobilisiert seine Parteiableger im Ausland, damit diese im Ausland Demonstrationen organisieren, die politischen Akteure dieser Länder um Aufmerksamkeit und um Intervention bitten und somit direkt in die Politik und damit dem Volkswillen eingreifen. Die Frage lautet daher: was treibt Özel eigentlich tatsächlich an, genau das zu tun, was die türkische Bevölkerung so gar nicht abhaben kann?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Ein in den Medien im vergangenen Jahr breit diskutiertes Thema war der Vorwurf, Delegierte des Kongresses und des Großen Parteitags der Republikanischen Volkspartei (CHP), seien von Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu und seinem engsten Kreis bestochen worden.

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Frankfurt
Traditionelles Iftar-Essen im Altenhilfezentrum

Von Henriette Wild Am vergangenen Wochenende fand im Victor-Gollancz-Haus in Frankfurt-Sossenheim das alljährliche Iftar-Essen während der muslimischen Fastenzeit statt. Damit wird die kulturelle Vielfalt und das harmonische Miteinander in dieser Einrichtung eindrucksvoll bekräftigt. Neben der hessischen Sozialministerin, Heike Hofmann, nahmen auch der türkische Generalkonsul in Frankfurt, İlknur Akdevelioğlu, der Migrationsbeauftragte Dr. Hüseyin Kurt sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an diesem Fastenbrechen teil. Es war ein Abend, der den wichtigsten Teilnehmern, den Senioren vom Altenhilfezentrum sowie ihren Angehörigen gewidmet war. Vor Beginn des offiziellen Teils dieses Essens begrüßte Ministerin Hofmann die betreuten Senioren und unterhielt sich mit ihnen und den teilnehmenden Gästen. Das Iftar-Programm begann mit einer Koran-Rezitation durch den Ditib-Höchst-Geistlichen Ramazan Şengün. Anschließend begrüßte der Leiter des Victor-Gollancz-Hauses, Martin Crede, alle Gäste und Bewohner. Ministerin Hofmann betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und lobte das Victor-Gollancz-Haus als Vorbild für gelebte Integration. Ministerin Hofmann, die ihr Amt im Januar 2024 übernommen hat, setzt sich seither intensiv für die Förderung interkultureller Projekte in Hessen ein. Die Ministerin erklärte, dass diese und ähnliche Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden, zur interkulturellen Kommunikation und zum interreligiösen Dialog leisten. Sie wies darauf hin, dass viele Bereiche, einschließlich des Dienstleistungssektors, ohne Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund stark beeinträchtigt wären. Nach dem offiziellen Teil wurde den Gästen ein vielfältiges Menü serviert, das u.a. aus traditionellen türkischen Speisen wie Linsensuppe, gefüllte Paprika und Baklava bestand. Besonders hervorzuheben ist dabei die Küche des Hauses, die großen Wert auf Halal-Zubereitung legt und somit den Bedürfnissen der muslimischen Bewohner gerecht wird.
Was macht dieses interkulturelle Altenhilfezentrum so besonders?
​Das Victor-Gollancz-Haus in Frankfurt am Main setzt Maßstäbe in der kultursensiblen Altenpflege. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 bietet es älteren Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion ein Zuhause, in dem sie ihre ganz individuellen Lebensgewohnheiten fortführen können. Die Menschen werden mit ihren kulturellen und religiösen Bedürfnissen respektiert und integriert. Es wird besonderen Wert darauf gelegt, dass Bewohner ihre Muttersprache sprechen, ihre Religion praktizieren und vertraute Speisen genießen können. Neben einem muslimischen Gebetsraum steht auch ein „Raum der Stille“ für christliche Bewohner zur Verfügung. Gerade solche Einrichtungen unterstreichen ein harmonisches Miteinander der Kulturen besonders . In Deutschland wächst die Zahl älterer Muslime, die nach einem erfüllten Leben in der Fremde auch im Alter ihre vertrauten kulturellen und religiösen Gewohnheiten beibehalten möchten. Dieser Wunsch kollidiert allerdings oft mit den bestehenden Strukturen der Pflegeeinrichtungen, die nicht immer auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe ausgerichtet sind. Die Herausforderung besteht heute darin, Pflegeangebote zu schaffen, die beispielsweise Halal-Ernährung, Gebetsräume oder die Berücksichtigung religiöser Feiertage integrieren.
Altenhilfezentren dieser Art sind noch sehr rar
Es gibt in Deutschland bisher nur eine sehr begrenzte Anzahl an Pflegeeinrichtungen, die sich speziell auf die Bedürfnisse muslimischer Seniorinnen und Senioren ausgerichtet haben. Genaue Zahlen variieren je nach Quelle, aber laut Studien und Berichten sprechen wir bundesweit von einigen wenigen Einrichtungen, die einen kultursensiblen Pflege Ansatz verfolgen (also auf Sprache, Essen, religiöse Praktiken eingehen) oder sogar eigene Wohnbereiche für muslimische Senioren anbieten. Die meisten Pflegeheime sind jedoch nicht systematisch darauf vorbereitet, weshalb viele muslimische Familien ihre Angehörigen noch immer möglichst lange selbst versorgen, was mit steigendem Pflegebedarf jedoch zunehmend schwieriger wird. Auch wenn einige Einrichtungen bereits begonnen haben, ihre Angebote entsprechend anzupassen, bleibt noch viel zu tun, um eine flächendeckende, kultursensible Pflege sicherzustellen.

Rümeysa Özturk
USA: Türkische Studentin von maskierten Männern abgeführt

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Sommerville – Eine türkische Staatsangehörige und Doktorandin an der Tufts University wurde von Agenten des US-Heimatschutzministeriums ohne Angabe von Gründen festgenommen, wie ihr Anwältin am Mittwoch mitteilte. Rümeysa Özturk, 30, hatte am Dienstagabend gerade ihr Haus in Somerville verlassen, als sie angehalten wurde, so die Anwältin Mahsa Khanbabai in einer beim Bundesgericht in Boston eingereichten Petition. Auf einem Video, das der Nachrichtenagentur Associated Press vorliegt, ist zu sehen, wie sechs Personen mit verdeckten Gesichtern Özturk das Telefon wegnehmen, während sie schreit und mit Handschellen gefesselt wird. „Wir sind die Polizei“, hört man die Mitglieder der Gruppe in dem Video sagen. Ein Mann fragt: „Warum versteckt ihr eure Gesichter?“ Khanbabai sagte, dass Özturk, die Muslima ist, sich mit Freunden zum Iftar, dem Fastenbrechen bei Sonnenuntergang während des Ramadan, treffen wollte. „Wir wissen nicht, wo sie sich aufhält und konnten sie nicht kontaktieren. Soweit uns bekannt ist, wurde bisher keine Anklage gegen Rümeysa erhoben“, so Khanbabai in einer Erklärung. Ozturk hat ein Visum, das ihr erlaubt, in den Vereinigten Staaten zu studieren, sagte Khanbabai. Nachbarn sagten, sie seien durch die Verhaftung aufgewühlt. „Es sah aus wie eine Entführung“, sagte Michael Mathis, ein 32-jähriger Software-Ingenieur, dessen Überwachungskamera die Verhaftung aufzeichnete. „Sie nähern sich ihr und fangen an, sie mit verdecktem Gesicht zu packen. Sie verdecken ihre Gesichter. Sie waren in nicht gekennzeichneten Fahrzeugen unterwegs.“ Der Präsident der Tufts-Universität, Sunil Kumar, sagte in einer Erklärung, die Schule habe erfahren, dass die Behörden eine ausländische Studentin festgenommen hätten und dass das Visum der Studentin gekündigt worden sei. „Die Universität hatte keine Vorkenntnisse über diesen Vorfall und hat vor dem Ereignis keine Informationen mit den Bundesbehörden geteilt“, sagte Kumar. Universitätssprecher Patrick Collins bestätigte, dass Özturk eine Doktorandin an der Graduate School of Arts and Sciences ist. Die demokratische US-Abgeordnete Ayanna Pressley nannte die Verhaftung „eine entsetzliche Verletzung von Rümeysas verfassungsmäßigen Rechten auf ein ordentliches Verfahren und freie Meinungsäußerung“. „Sie muss sofort freigelassen werden“, sagte Pressley in einer Erklärung. „Wir werden nicht zusehen, wie die Trump-Administration weiterhin Studenten mit legalem Status entführt und unsere Grundfreiheiten angreift.“ Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Joy Campbell, nannte das Video „beunruhigend“. „Nach dem, was wir jetzt wissen, ist es alarmierend, dass die Bundesverwaltung sie aus dem Hinterhalt überfallen und festgenommen hat, wobei sie offensichtlich eine gesetzestreue Person wegen ihrer politischen Ansichten ins Visier genommen hat“, sagte sie. „Das ist keine öffentliche Sicherheit, sondern eine Einschüchterung, die vor Gericht genau geprüft werden wird und sollte.“ Die US-Bezirksrichterin Indira Talwani gab der Regierung eine Frist bis Freitag, um die Gründe für die Inhaftierung von Öztürk zu erläutern. Talwani ordnete außerdem an, dass Öztürk nicht ohne 48 Stunden Vorankündigung aus dem Bezirk Massachusetts verbracht werden darf. Am Mittwochabend wurde sie jedoch im Online-System der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Custom Enforcement) als Gefangene im South Louisiana ICE Processing Center in Basile, Louisiana, geführt. Ein ranghoher DHS-Sprecher bestätigte die Inhaftierung von Özturk und die Beendigung ihres Visums. „Die Ermittlungen des DHS und der Einwanderungs- und Zollbehörden ergaben, dass Özturk Aktivitäten zur Unterstützung der Hamas, einer ausländischen terroristischen Organisation, die mit Vorliebe Amerikaner tötet, durchgeführt hat. Ein Visum ist ein Privileg, nicht ein Recht. Die Verherrlichung und Unterstützung von Terroristen, die Amerikaner töten, ist ein Grund für die Beendigung der Visaerteilung. Das ist gesunder Menschenverstand und Sicherheit“, sagte der Sprecher der AP.
Wer ist Rümeysa Öztürk?
Rümeysa Özturk war mit einem gültigen F-1-Visum für ein Doktorandenprogramm an der Tufts University eingeschrieben, das es internationalen Studenten ermöglicht, ein akademisches Vollzeitstudium zu absolvieren, so Khanbabai. Özturk war eine von vier Studenten, die im vergangenen März in der Zeitung The Tufts Daily einen Meinungsartikel verfassten, in dem sie die Reaktion der Universität auf die Verabschiedung von Resolutionen durch den Senat der Studentengewerkschaft kritisierten, in denen Tufts aufgefordert wurde, „den palästinensischen Völkermord anzuerkennen“, seine Investitionen offenzulegen und sich von Unternehmen mit direkten oder indirekten Verbindungen zu Israel zu trennen.

Ukraine-Krieg
Selenskyj: „Putin wird bald sterben, das ist eine Tatsache“

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Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Mittwoch eine bemerkenswerte Erklärung ab und behauptete, dass der russische Präsident Wladimir Putin „bald sterben wird, und das ist eine Tatsache“. Die kühne Aussage, die mit spürbarer Frustration geäußert wurde, erfolgte während eines Interviews mit europäischen Journalisten in Paris, angesichts anhaltender Spekulationen über Putins Gesundheit und eines sich verschärfenden Kriegs in der Ukraine. Die Äußerungen Selenskyjs waren Teil eines umfassenderen Appells an die Vereinigten Staaten und Europa, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. „Er wird bald sterben, und dann wird alles vorbei sein“, sagte Selenskyj und deutete damit an, dass Putins Ableben das Ende des Konflikts bedeuten könnte, der die Ukraine seit Februar 2022 verwüstet. Der ukrainische Staatschef forderte die westlichen Verbündeten auf, Russland politisch und wirtschaftlich zu isolieren, und warnte davor, dass jede Aufweichung der Haltung den Kreml ermutigen könnte. „Es ist sehr wichtig, dass Amerika Putin nicht dabei hilft, aus dieser globalen Isolation herauszukommen. Das ist gefährlich“, betonte er. Die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten fallen mit anhaltenden Gerüchten über Putins sich verschlechternden Gesundheitszustand zusammen. Seit Monaten kursieren Berichte über den körperlichen Verfall des russischen Staatschefs, angeheizt durch Aufnahmen, die ihn mit aufgedunsenem Gesicht, zitternden Händen und unsicherem Gang zeigen – Symptome, von denen einige vermuten, dass sie auf die Parkinson-Krankheit oder andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen könnten. Selenskyjs Vorhersage folgt auf eine Woche mit bedeutenden Entwicklungen in diesem Krieg. Am Dienstag vermittelten die Vereinigten Staaten in Riad, Saudi-Arabien, ein Teil-Waffenstillstandsabkommen, das darauf abzielt, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur zu stoppen und die sichere Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten. Selenskyj begrüßte zwar die Vereinbarung, warnte jedoch, dass Russlands nächtlicher Beschuss der Ukraine mit 117 Drohnen – von denen die meisten abgefangen wurden – Moskaus mangelndes Engagement für den Frieden zeige. „Dies ist der Beweis dafür, dass Russland diesen Krieg weiter in die Länge zieht“, sagte er in einem Beitrag in den sozialen Medien.
Weltweite Reaktionen und Spekulationen
Selenskyjs unverblümte Prognose löste gemischte Reaktionen aus. In Kiew äußerten einige ukrainische Beamte und Bürger vorsichtige Hoffnung und sahen in Putins möglichem Rückzug einen Wendepunkt. „Wenn er weg ist, könnte das von ihm aufgebaute System zusammenbrechen“, sagte Oleksiy Haran, ein politischer Analyst in der Ukraine. Andere warnten jedoch davor, dass die russische Machtstruktur über Putin hinaus fortbestehen könnte, da Nachfolger der harten Linie bereit stünden. International sorgte die Erklärung für Aufsehen, aber kaum für einen offiziellen Kommentar. Der französische Präsident Emmanuel Macron, der sich am Mittwoch mit Selenskyj in Paris traf, ging nicht direkt auf Putins Gesundheit ein. Stattdessen konzentrierte sich Macron auf die Notwendigkeit europäischer Einigkeit und verstärkter Militärhilfe für die Ukraine und warnte, dass jede Verletzung der Waffenstillstandsbedingungen durch Russland die EU-Truppen in einen direkten Konflikt hineinziehen könnte. Der Kreml wies Selenskyjs Behauptungen erwartungsgemäß zurück. Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Äußerungen als „einen weiteren verzweifelten Versuch, von den Verlusten der Ukraine auf dem Schlachtfeld abzulenken“, und betonte, Putin sei bei robuster Gesundheit und habe weiterhin das volle Kommando. Doch die reduzierten öffentlichen Auftritte des russischen Staatschefs – zuletzt eine zweiwöchige Abwesenheit im November 2024 – haben die Spekulationen nur angeheizt.

USA
Trump kündigt Mega-Zölle an: Auch deutsche Autos betroffen

Washington – US-Präsident Donald Trump hat offiziell die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 % auf alle nicht in den Vereinigten Staaten hergestellten Fahrzeuge bestätigt, die am 3. April 2025 in Kraft treten sollen. Die Ankündigung, die am Mittwoch im Oval Office gemacht wurde, markiert eine deutliche Eskalation der protektionistischen Handelspolitik der Regierung, die darauf abzielt, die heimische Produktion zu stärken, aber bereits scharfe Kritik von Verbündeten und Industrieführern weltweit hervorruft. Vor Reportern erklärte Trump: „Wir werden effektiv einen Zoll von 25 % auf alle Autos erheben, die nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. Wenn Sie Ihr Auto in den USA bauen, gibt es absolut keinen Zoll. Das wird ein enormes Wachstum auslösen, wie man es noch nie zuvor gesehen hat.“
Zölle auch auf Motoren und Getriebe
Trump unterzeichnete eine Exekutiverklärung, um die Politik zu formalisieren, die sich auch auf bestimmte Autoteile, einschließlich Motoren, Getriebe und elektrische Komponenten, erstreckt. Das Weiße Haus schätzt, dass die Zölle jährliche Einnahmen in Höhe von über 100 Milliarden Dollar generieren werden, die laut Trump zum Abbau der Staatsschulden und zur Finanzierung von Steuersenkungen verwendet werden sollen.
Trade Expansion Act
Die Entscheidung stützt sich auf Trumps langjähriges Versprechen, das amerikanische verarbeitende Gewerbe wiederzubeleben, einen Eckpfeiler seiner Wirtschaftsagenda. Unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken gemäß Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962 argumentiert die Regierung, dass die Abhängigkeit von ausländischen Fahrzeugen und Teilen die US-Autoindustrie, die einst ein globales Kraftzentrum war, geschwächt hat. „Unsere Autoindustrie war das Arsenal der Demokratie im Zweiten Weltkrieg“, sagte Peter Navarro, Senior Counselor für Handel im Weißen Haus, und griff damit Trumps Rhetorik auf. „Jetzt sind wir zu einem Fließband für ausländische Teile geworden, und das ist eine Bedrohung, die wir beseitigen müssen.“
Industrie und globale Reaktion
Die Zölle, die zu dem bestehenden Basissatz von 2,5 % auf Automobilimporte hinzukommen, sind geeignet, eine hoch integrierte globale Lieferkette zu stören. Im Jahr 2024 wird fast die Hälfte der 16 Millionen in den USA verkauften Fahrzeuge importiert, wobei Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland die wichtigsten Lieferanten sind. Selbst im Inland montierte Fahrzeuge sind oft auf Teile aus dem Ausland angewiesen, was bedeutet, dass amerikanische Autohersteller wie Ford, General Motors und Stellantis neben ihren ausländischen Konkurrenten mit höheren Kosten konfrontiert werden könnten.
Branchenexperten warnen vor erheblichen Preissteigerungen
Branchenexperten warnen vor erheblichen Preissteigerungen für die Verbraucher. Schätzungen zufolge könnten die Zölle die Kosten für importierte Fahrzeuge je nach Modell um 4.000 bis 12.000 Dollar erhöhen, was sich auch auf in den USA hergestellte Fahrzeuge auswirken dürfte. „Man kann Lieferketten nicht über Nacht verlagern“, sagte John Bozzella, Präsident der Alliance for Automotive Innovation, die große Automobilhersteller vertritt. „Dies wird die Kosten für die Käufer erhöhen, bevor es Arbeitsplätze zurückbringt – wenn es überhaupt welche gibt.
Ausländische Staatsoberhäupter verurteilten den Schritt umgehend
Der kanadische Premierminister Mark Carney nannte es einen „direkten Angriff“ auf die kanadischen Arbeitnehmer und deutete Vergeltungsmaßnahmen an. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnete die Zölle als „schlecht für die Unternehmen und noch schlechter für die Verbraucher“, während der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck eine einheitliche Antwort der EU forderte. Japans Premierminister Shigeru Ishiba sagte, Tokio werde „alle Optionen auf dem Tisch“ haben, während die Aktien japanischer Autohersteller wie Toyota und Honda stark fielen.
Uneinheitliche Reaktion im Inland
Innerhalb der USA sind die Reaktionen polarisiert. Die United Auto Workers (UAW) lobte die Zölle und ihr Präsident Shawn Fain nannte sie „einen wichtigen Schritt zur Beendigung der Freihandelskatastrophe, die die Arbeiterklasse am Boden zerstört hat“. Fain sagte Tausende von neuen Arbeitsplätzen voraus, da die Autohersteller ihre Produktion in die USA verlagern. Handelsgruppen wie Autos Drive America, die ausländische Hersteller mit Niederlassungen in den USA vertreten, warnten jedoch vor „höheren Preisen, weniger Optionen und weniger Arbeitsplätzen“ als Folge.
Aktien von General Motors, Ford und Tesla fielen
An der Wall Street spiegelte sich die Unsicherheit wider: Die Aktien von General Motors, Ford und Tesla fielen im nachbörslichen Handel am Mittwoch. Die Analysten von Wedbush Securities bezeichneten die Zölle als „orkanartigen Gegenwind“ für die Branche, spekulierten aber, dass die Politik im Rahmen der allgemeinen Handelsverhandlungen nachgeben könnte. Breiterer Handelskrieg droht Die Autozölle kommen vor dem von Trump selbst ausgerufenen „Tag der Befreiung“ am 2. April, an dem er weitere „Gegenzölle“ auf Länder mit Handelsungleichgewichten oder einer von ihm als unfair empfundenen Politik einführen will. Dies folgt auf frühere Maßnahmen, darunter ein Zoll von 10 % auf chinesische Importe und wieder eingeführte Abgaben auf Stahl und Aluminium. Trump hat Flexibilität angedeutet und am Mittwoch angedeutet, dass die EU und Kanada mit stärkeren Zöllen rechnen müssen, wenn sie ihre Vergeltungsmaßnahmen koordinieren.

Syrien
Sanktionserleichterungen: US-Forderungen an Syrien

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Washington – Die USA haben eine Reihe von Bedingungen für Syrien als Gegenleistung für eine teilweise Aufhebung der Sanktionen formuliert, wie sechs mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters erklärten. Zu den Forderungen, die bei einem persönlichen Treffen am 18. März gestellt wurden, gehörten der Abzug ausländischer Kämpfer aus wichtigen Regierungspositionen, die Zerstörung der verbliebenen Chemiewaffen und die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung. Die stellvertretende US-Sekretärin für das Engagement in der Levante und in Syrien im Büro für Angelegenheiten des Nahen Ostens, Natasha Franceschi, übergab die Liste dem syrischen Außenminister Asaad al-Shibani am Rande einer Syrien-Geberkonferenz in Brüssel. Dieses Treffen war den Quellen zufolge der erste direkte Kontakt auf hoher Ebene zwischen Damaskus und Washington seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump am 20. Januar. Zu den wichtigsten Bedingungen gehörte, dass die USA Syrien aufforderten, sicherzustellen, dass keine ausländischen Kämpfer in leitende Positionen in der Regierung berufen werden. Darüber hinaus forderte Washington die Ernennung eines Verbindungsmannes, der bei der Suche nach dem vermissten US-Journalisten Austin Tice helfen soll, der vor über zehn Jahren in Syrien verschwunden ist. Im Gegenzug für die Erfüllung dieser Forderungen würden die USA einige Sanktionserleichterungen anbieten, darunter eine zweijährige Verlängerung einer Ausnahmeregelung für Transaktionen mit syrischen Regierungseinrichtungen und möglicherweise zusätzliche Ausnahmen. Die USA würden auch eine Erklärung zur Unterstützung der territorialen Integrität Syriens abgeben, so die Quellen. Der amerikanische Vorstoß stieß in Damaskus, das unter einer lähmenden Wirtschaftskrise und strengen Beschränkungen durch die Sanktionen des Caesar Act leidet, auf vorsichtiges Interesse. Die syrische Regierung sieht in dem Angebot eine potenzielle Möglichkeit, ihre internationale Isolation teilweise zu durchbrechen und ihre kollabierende Wirtschaft wiederzubeleben. Innerhalb der US-Regierung herrscht jedoch Uneinigkeit über den Wert einer solchen Öffnung – insbesondere angesichts des starken israelischen Drucks, Syrien schwach und isoliert zu halten. Besonders bemerkenswert ist, dass diese potenzielle Annäherung zu einem sensiblen Zeitpunkt erfolgt, da sich die Region durch das Aufkommen neuer geopolitischer Achsen und den Rückzug des amerikanischen Einflusses in mehreren regionalen Bereichen stark verändert.

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