Truppenabzug aus Syrien
Donald Trump bekräftigt Ankündigung: US-Truppen werden aus Syrien abgezogen

0
Washington (nex) – In einem Tweet hat US-Präsident Donald Trump seine Pläne. die amerikanischen Truppen aus Syrien abzuziehen. nochmal bestätigt und sein Vorhaben verteidigt. „Ich tue nur das, was ich schon lange angekündigt hatte“, sagte er am Montag. Er habe damit Wahlkampf gemacht, die Soldaten aus Syrien und anderen Orten nach Hause zu holen. Für seine Entscheidung erntete Trump Kritik von allen Seiten. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sowie der US-Sondergesandte in Syrien, Brett McGurk, reichten daraufhin ihren Rücktritt ein. Zu der heutigen Behauptung des republikanischen Senators Lindsey Graham, dass es nun zu einer Verzögerung des Abzugs kommen könnte, äußerte sich das Weiße Haus bisher noch nicht. „Der Präsident versteht die Notwendigkeit, die Arbeit zu Ende zu bringen“, sagte Graham nach einem zweistündigen Gespräch mit dem Präsidenten in Washington am Sonntag. Trump habe ihm Dinge gesagt, die er nicht wusste und die ihm ein viel besseres Gefühl dafür gegeben hätten, worauf die USA in Syrien zusteuern. Vor zwei Wochen überraschte US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung eines Truppenabzugs aus Syrien. Diese Entscheidung sei nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gefallen. Die Türkei begrüßt die Ankündigung Trumps, da die Unterstützung der YPG durch die USA immer wieder zu Konflikten mit Washington geführt hat. Ankara betrachtet die YPG als terroristische Gruppe und syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. YPG-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. .

Russland
Moskau: US-Bürger wegen Spionageverdacht verhaftet

Moskau (nex) – Ein US-Bürger wurde in Moskau wegen des Verdachts der Spionage verhaftet. Wie der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Montag mitteilte, wurde der Amerikaner mit dem Namen Paul Whelan „während einer Spionagemission“ festgenommen. Weitere Details wurden noch nicht bekannt gegeben. Eine strafrechtliche Untersuchung sei eingeleitet worden.

Auch interessant

– Türkischer Militäreinsatz – Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch, dass Russland seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei koordiniere.

Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“
 

Skandal-Schlagzeile
Islamrat nach BILD-Bericht: „Wir zeigen uns solidarisch mit der DITIB“

0
Köln (nex) – Nach der DITIB hat sich nun auch der Islamrat zu dem skandalösen Bericht der BILD-Online geäußert. „Der gestrige Bericht inklusive seines Framings mit der DITIB-Zentralmoschee in der Onlineversion der Bild ist Hetze und Aufstachelung. Er muss auch gerichtlich geahndet werden. Mit Meinungs- und Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun“, sagte der Vorsitzende des Islamrates, Burhan Kesici, anlässlich der Berichterstattung der Bild am 29.12.2018. Die BILD-Zeitung habe sich „puncto islamfeindliche Aufmachung in der eigenen Berichterstattung selbst übertroffen“, so Kesici in der am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung weiter. Der Eindruck, welcher über das Bild der gestrigen Berichterstattung von Bild-Online über vermeintliche Terrorfinanzierung aus den Golfstaaten produziert wurde, sei eindeutig. Moscheen in Deutschland unterstützten den Terror. Durch diese Art der hetzerischen Berichterstattung habe die islamfeindliche Berichterstattung in Deutschland einen neuen Tiefpunkt erreicht. „Sie macht Moscheen, die ohnehin regelmäßig angegriffen werden offen zur Zielscheibe, setzen Moscheebesucher unter Generalverdacht und vergiften somit den gesellschaftlichen Frieden. Das ist nicht mehr nur geistige Brandstiftung“, so die Mitteilung des Islamrats. Es müsse auch juristisch überprüft werden, ob hier nicht auch eine direkte Aufstachelung vorhanden sei. „Wir zeigen uns solidarisch mit der DITIB und empfehlen den Rechtsweg. Sie haben unsere Unterstützung. Weiter fordern wir den Presserat, diese Art der Berichterstattung zu rügen. Des Weiteren vermissen wir eine notwendige Kritik von Seiten der Politik. Sie darf zu solchen Vorfällen nicht schweigen.“

Zum Thema

– Medien – Nach Skandal-Schlagzeile: DITIB droht der BILD mit rechtlichen Schritten

Die DITIB-Zentrale in Köln hat eine Schlagzeile der BILD-Online scharf verurteilt. Sie droht nun mit rechtlichen Konsequenzen und fordert den Presserat auf, die BILD zu ermahnen.

Nach Skandal-Schlagzeile: DITIB droht der BILD mit rechtlichen Schritten
 

Menschenrechtsverletzungen in China
Kommentar: „Türkei hat es nicht notwendig, sich von China bedrohen zu lassen“

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther  Mit der Entwicklung der VR China zum Schurkenstaat ungeahnten Ausmaßes sieht sich die Welt heute einem in dieser Form neuen Phänomen gegenüber, und es ist nicht verwunderlich, dass man allseits um eine adäquate Antwort verlegen ist. Zunächst einmal muss man sich ins Bewusstsein rufen, dass wir uns in der Endphase einer Epoche befinden, die mit dem Zusammenbruch der SU begann und zunächst die USA als die Welt allein dominierende Macht zurückließ. Die NATO wurde zu einem Instrument der gewaltsamen Durchsetzung der US-Hegemonie mit Hilfe ihrer Satellitenstaaten umfunktioniert. Brutale Machtpolitik deklariert sich kaum je als solche: es scheint, Menschen haben das Bedürfnis, ihr Handeln in ein wie auch immer geartetes System von Werten integriert zu sehen. Der Vorwand für die rücksichtslose Machtpolitik des sich als ,der Westen‘ titulierenden Machtkomplexes waren die Durchsetzung der Menschenrechte und die Verbreitung der Demokratie, d.h. der repräsentativen Demokratie eben des Westens (dass es andere Staatsformen oder Konzepte gibt, die dich demokratisch nennen, wurde geflissentlich übersehen). Das Ergebnis dieser Politik sowie ihre unerträgliche Hypokrisie liegt heute so offen auf der Hand, dass es sich erübrigt, viele Worte darüber zu verlieren. Wir befinden uns in der Phase, in der der ,Westen‘ zu lernen beginnt, dass er verloren hat, und man beginnt langsam den riesigen Scherbenhaufen aufzuräumen. Das dürfte noch lange dauern. Die besagte Politik ist gescheitert, weil sie nicht nur verbrecherisch, sondern ohnehin auch noch dumm und unrealistisch war; wesentlich dazu beigetragen, dass sie endlich zu Ende kam, hat aber vor allem das endlich wieder erstarkte Russland Putins, der der Faust des Westens rücksichtslos die eigene geballte Faust entgegengestreckt hat – allerdings mit Sinn für Maß und für die Realitäten. Deshalb hat er gewonnen. Als Fazit aus dieser Situation ergibt sich zunächst einmal Folgendes: 1) es ist absurd, jedes Regime, das den Standards irgendeiner Gruppe von Staaten oder auch den Standards der Menschenrechte nicht voll entspricht, beseitigen zu wollen. Man müsste dann so gut wie jedes Regime weltweit beseitigen. So etwas hat man ja auch nie versucht zu tun. Man hat es nur dort versucht, als Grund vorzuschieben, wo man ein Regime aus anderen Gründen beseitigen wollte. Im Grunde genommen ist so gut wie jedes real existierende Regime mehr oder weniger repressiv – der Westen auch -, damit muss man realpolitisch umgehen. Auch kann man nicht immer sofort zu Wirtschaftssanktionen greifen, wenn einem etwas missfällt. Man kann nur nüchtern abwägen, wie eng man mit einem Regime zusammenarbeiten will. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. 2) Militärische Interventionen sind in jedem Falle kontraproduktiv. Es ist eigentlich ein Zeichen dafür, wie perfide die gegenwärtige Politik ist, dass man auf das fundamentale Prinzip der UN-Charta des Gewaltverzichts eigens hinweisen muss. Kurzum, was heute ansteht, ist Realpolitik und Respekt vor den elementarsten Regeln zivilisierten internationalen Zusammenlebens. Das bedeutet auch, dass es keinen Sinn hat, sich in jeden Bürgerkrieg gewaltsam einzumischen, wenn er auch noch so brutal ist. Das gilt etwa für die gewaltsamen Konflikte derzeit in Afrika. Zivilisiertes Zusammenleben kann aber auch nicht bedeuten, dass es keinerlei moralisch Minimalmaßstäbe gibt, die jeder ,zivilisierte‘ Staat einhalten muss. Minimalmaßstäbe bedeutet, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord oder Massenmord (ob er nun strikt unter die Definition für Völkermord fällt oder nicht), rassistische Diskriminierung als Prinzip nicht hingenommen werden können. Gegen Staaten, die eklatant, in eminentem Maße gegen minimale Standards dieser Art verstoßen, muss es eine entsprechende Reaktion geben. Nach dem, was ich im vorigen gesagt habe, kann diese Reaktion aber in keinem Falle militärische Gewalt sein. Sanktioniert werden könnte derartige Gewalt ohnehin nur durch den UN-Sicherheitsrat. Er konnte für Gewalt in der abnormalen Situation nach dem Fall der SU missbraucht werden. Wirklich funktionstüchtig ist er freilich ohnehin nicht: die Stärksten, die in der Regel die größten Verbrechen begehen, können durch den Sicherheitsrat nie sanktioniert werden. Der Sicherheitsrat ist aber nicht nur untauglich, er ist überflüssig, da Gewaltanwendung ohnehin in der heutigen Welt nicht produktiv ist. Für Wirtschaftssanktionen, für alle gewaltfreien Mittel bedarf des keines UN-Sicherheitsrates. Das einzige legitime Mittel heute gegen Staaten, die unerträgliche Verbrechen im oben genannten Sinne begehen, ist der Ausschluss eines Staates aus der internationalen Staatengemeinschaft, zumindest eine Reduktion der Zusammenarbeit auf das jeweils mögliche Minimum. Das kann auch wirksam sein, wenn ein genügend großer Teil der Welt so agiert. Ein Beispiel, wie die internationale Staatengemeinschaft einen Staat, der nicht hinnehmbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat, ohne Gewalt in die Knie gezwungen hat, ist Südafrika. Selbstverständlich spielte auch der gewaltsame Kampf des ANC eine Rolle, aber das war keine Gewalt von außen. Gewalt unterdrückter Völker gegen ihre Unterdrücker ist immer legitim. Abgesehen von den verbleibenden Desastern der westlichen Politik der letzten Jahrzehnte, die es durch Verhandlungen aller Seiten und schrittweisem Gewaltverzicht zu lösen gilt, gibt es heute auf der Welt drei Staaten , die unerträgliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit in großem Stil verüben, die nicht ohne entschiedenen Widerstand hingenommen werden dürfen: 1) das illegale, völkermörderische Apartheitsystem Israels, 2) die Entartung der VR China zum größten Völkermörder und offenen, aggressiven Verächter jeder Regeln des internationalen Zusammenlebens, 3) der Völkermord an den Rohingyas durch Myanmar. Wie die Welt mit Israel umgehen muss, scheint mir offenkundig: Israel muss ebenso wie einst Südafrika ein Pariastaat werden; die BDS-Bewegung ist ein erster Schritt. Für Myanmar gilt Ähnliches. Wie man realistischerweise mit einer Supermacht wie China umgeht, ist eine wesentlich komplexere Frage. Die Gründe, warum der Rest der Welt dem ,neuen‘ China, d.h. dem China Xi Jinpings, entgegentreten sollte und warum er auch ein handfestes Interesse daran hat, sind von zwei Themenkomplexen geprägt. 1) der fast unglaublich scheinende Völkermord an den muslimischen Minderheiten, der die Naziverbrechen und diejenigen Israels noch übertrifft. Eine gesamte Volksgruppe wird systematisch ihrer Kultur und Religion beraubt, interniert, zu Tode gefoltert, indoktriniert, über ganz China verteilt, zu Arbeitssklaven und einem Repertorium zur Organentnahme degradiert, jüngere Männer ausgerottet, Frauen systematisch vergewaltigt, sterilisiert oder an Han-Chinesen zwangsverheiratet, Kinder von ihren Eltern getrennt und in staatlich geführten Waisenlagern zu Parteibütteln deformiert. Inzwischen ist die Aktion Xinjiang fast beendet; dasselbe erwartet jetzt unmittelbar die Hui-Muslime. Man hat begonnen, die Methoden von Xinjiang auf letztere auszudehnen. Das zeigt, dass der Terrorismus in Xinjiang nur ein Vorwand ist. Hui-Muslime haben mit Terrorismus nichts zu tun. Die immer härter werdende Verfolgung der Christen, ja sogar der Buddhisten zeigt, dass die Maßnahmen auf eine Ausrottung der Religion und aller Minderheitkulturen zielt. Letztziel ist die totale Gleichschaltung der gesamten Bevölkerung durch Totalüberwachung und das bereits für 2020 angekündigte Sozialpunktesystem. Die Gründe für diese Maßnahmen liegen auf der Hand: die Ausrottung der Minderheiten soll Chinas geopolitische Schwäche, von Nord über West bis Süd von Minderheiten umgeben zu sein, beseitigen. Die sinisierende Gleichschaltung aller soll einer wertelosen Gesellschaft hemmungslosen Chauvinismus als sozialen Kitt einflößen. Dass Sinomarxismus – den ohnehin kein Chinese versteht – einen Beitrag zu einem System gesellschaftlicher Werte leisten soll, das glaubt wohl nicht einmal Xi Jinping. 2) Der Gleichschaltung im Innern hin zu hemmungslosem Chauvinismus entspricht eine neue Außenpolitik: Ablösung der USA als hegemoniale Macht. In scharfem Kontrast zu der seit der Mao-Ära von Zhou En Lai formulierten Politik, wiederholt von Deng Xiaoping und Nachfolgern, China strebe keinerlei Hegemonie und Blockbildung an, ist China durch seine Außenhandelspolitik in Afrika längst DIE – unerträglich rassistisch operierende – Kolonialmacht dort geworden, es infiltriert systematische die Wirtschaft asiatischer Länder, letztlich der ganzen Welt. Die BRI ist das Großprojekt, das China als die neue Hegemonialmacht der Welt etablieren soll. Sofern es sich um hochentwickelte Länder handelt, bedient China sich auch jeder Form der Wirtschaftsspionage, es erpresst systematisch Länder wirtschaftlich zu politischem Wohlverhalten, vor allem diejenigen, die es in seine Schuldenfalle gelockt hat, es nimmt keinerlei Rücksicht auf die Souveränität anderer Staaten: Auslandschinesen, besonders Auslandsuiguren werden rücksichtslos bedroht, erpresst, bespitzelt, auch ausländische Akademiker sind nicht sicher, man geht bis zur physischen Bedrohung oder entführt missliebige Personen auf dem Territorium fremder Staaten. So wird die Souveränität anderer Staaten grob missachtet. Um seine Außenhandelsinteressen zu sichern, beginnt China inzwischen selbst Truppen im Ausland zu stationieren und unterhält enge Sicherheitspartnerschaften mit Staaten an sensiblen Punkten. China formuliert seine Kerninteressen ohne Rücksicht auf andere. In Ostasien beansprucht China bereits jetzt die Führungsrolle, indem es sich völkerrechtswidrig in einer so unglaublich frechen Weise, dass es fast unglaublich wirkt, internationale Gewässer aneignet. Inzwischen droht es auch Taiwan wieder mit aggressiver militärischer Gewalt. Es müsste eigentlich leicht sein, hier eine Koalition der verschiedensten Staaten zustande zu bringen, die allein aus geopolitischen Interessen an einer Einschränkung chinesischen Machtanspruchs interessiert sind. Neben der USA und Europa regt sich ja auch in der Nachbarschaft Widerstand: Vietnam, die Großmacht Indien sehen sich bedroht, Australien erlebt die unverschämteste chinesische Einmischung in seine Angelegenheiten und zeigt, dass es seiner Partnerschaft zu den USA Priorität einräumt. Ich frage mich, wann Indonesien einsehen wird, dass eine wachsende Abhängigkeit von China seinen nationalen Interessen zuwiderläuft. Jedenfalls ist inzwischen zumindest der Protest der Straße in muslimischen Ländern immer lauter geworden. Zunächst hatte die IUIS, zuletzt die indonesische Ulema gefordert, China entgegenzutreten. Nachdem der indonesische Vizepräsident das abgelehnt hat, häufen sich in Indonesien die Straßenproteste. Dasselbe gilt für Bangladesch, Kasachstan, Kirgisistan, Chinas engsten muslimischen Verbündeten Pakistan, die Reaktionen der Regierung sind widersprüchlich und verständlicherweise vorsichtig. Der Iran ist derzeit zu sehr unter Druck, um etwas tun zu können. Auch für die Türkei sind die Umstände nicht die günstigsten, doch die Türkei hat es nicht nötig, sich von China bedrohen zu lassen. Immerhin gewährt die Türkei Uiguren Schutz. Der Protest ist inzwischen stark genug, dass die Opposition eine Initiative im Parlament zur Beratung über Maßnahmen gegen China gestartet hat. Es ist enttäuschend, dass die AKP das abgeblockt hat. Man kann nur hoffen, dass die Türkei bald deutlichere Worte findet und ihre Teilnahme an der BRI in Frage stellt. Und andere muslimische Länder und der Westen müssen dasselbe tun. Selbst die OIC hat inzwischen endlich ihre Besorgnis über China geäußert. Die Situation ist immer noch eine Schande für die gesamte muslimische Welt; angesichts der korrupten Regine in vielen Staaten muss der Druck der Straße größer werden. Er muss Sanktionen gegen China oder etwa auch die Einstellung des enormen muslimischen Tourismus fordern. Es zeigt sich aber deutlich, es bewegt sich etwas in der muslimischen Welt. Vor allem sehen immer mehr Staaten ein, dass chinesische Kredite eine zweischneidige Sache sind: Malaysia hat zwei Großprojekte auf Eis gelegt, Pakistan wird vorsichtiger. Auch anderswo, gerade in Afrika, regt sich Widerstand. Die USA müssen China die wirtschaftlichen Daumenschrauben ansetzen. Im Augenblick sind sie in der besseren Lage. Chinas Wachstum ist unzureichend, die Versprechen der Regierung auf mehr Wohlstand zu erfüllen: im Gegenteil, die verborgene Staatsverschuldung der Staatsbetriebe und der lokalen Verwaltungen machen die Lage des Landes äußert prekär. Dem unverschämten Raub internationaler Gewässer und Gewaltandrohungen können die USA (samt Verbündeten) mit Truppenverlegungen und gut gerüsteten Demonstrationen von militärischer Macht begegnen. Man kann China signalisieren, dass jede Aggression zur unmittelbaren Konfrontation mit den USA führen wird, wobei alle militärischen Optionen offen bleiben. Auch Außenhandelsinteressen muss gerade Europa in Afrika und Asien klüger und aggressiver vertreten.  Sicherlich ist es auch sinnvoll, wenn kleinere Nachbarstaaten wie Kirgisistan ohne große Worte humanitäre Hilfe leisten, wie das der kirgisische Präsident erklärt hat, Kasachstan tut dies, Pakistan, so darf man durchaus glauben, versucht den in China festgehalten Ehefrauen seiner Staatsbürger zu helfen. Die Türkei ist – im Gegensatz zu Verbrecherregimen wie Ägypten, ja selbst die VAE – ein sicherer Zufluchtsort für Uiguren. Mit China im Gespräch zu bleiben, auch zu versuchen, China davon zu überzeugen, dass seine Repression nicht im langfristigen Interesse Chinas ist, ebensowenig wie sein aggressiver Versuch, die USA als Hegemonialmacht abzulösen, ist sicher sinnvoll: man redet mit dem Gegner, nicht dem Freund! Nur, ich befürchte, fruchten wird das wenig. Und deshalb sind dieses Maßnahmen gerade heute auch für Chinas traditionelle Freunde zu wenig. Wenn nötig, muss massiver Druck der Straße letztere zu einer härteren Gangart zwingen. Der geballten Faust Chinas muss man die geballte Faust entgegenhalten. Das arrogante China Xis versteht nur die Sprache des Geldes und der Gewaltandrohung. Putin hat den USA mit der geballten Faust ihre Grenzen aufgezeigt, für China gilt dasselbe. Die muslimische Welt muss in ihrer Mehrheit gegen China aufstehen. Wenn Malaysia deutliche Worte finden kann, können es andere auch. Der Einkauf muslimischer Länder durch China ist ohnehin langfristig gegen deren nationale Interessen. Sie müssen daran denken, ob sie sich in Zukunft von einer Macht erpressen lassen wollen, die den Islam systematisch beleidigt und Muslime radikal auszurotten, bestrebt ist. Wenn sich hier Muslime und der Westen aus je eigenen nationalen Interessen zusammentun, ist China verwundbar und wird nachgeben müssen. Chinas Hauptinteresse ist immer noch wirtschaftliches Wachstum. Militärisch ist China bisher den USA in der Marine deutlich unterlegen. Die USA müssen das China durch rücksichtslosen Ausbau ihrer militärischen Macht in Ostasien (zusammen mit ihren Verbündeten) klar machen, bevor China weiter aufholt. Sanktionen jeder Art, auch im akademischen Bereich, auch die Auflösung von Konfuziusinstituten als Orten politischer Propaganda müssen erwogen werden. Eines muss dabei allerdings klar sein, und hier liegt ein grobes Fehlverhalten uigurischer Auslandsorganisationen vor. Es geht NICHT um die Unabhängigkeit Xinjiangs als Ostturkestan. Es geht nicht um einen Systemwechsel in China im Sinne eines Mehrparteiensystems. Kein Staat wird und kann seine territoriale Integrität in Frage stellen. Wenige Länder in der Welt können etwas derartiges unterstützen. Gerade manche muslimische Länder haben selbst Probleme mit Separatismus. Die VR China hat jedes Recht Separatismus zu bekämpfen und Terrorismus durch verschärfte Kontrolle und gezielte Maßnahmen gegen gefährliche Individuen ebenfalls. Was nicht hingenommen werden kann, ist, dass eine Bevölkerungsgruppe kollektiv in Sippenhaft genommen und ausgerottet wird – zumal der Terrorismus nur ein billiger Vorwand ist. Ob es uns gefällt oder nicht, hat China auch – wie jedes Land – das Recht autonom über seine Staatsform zu entscheiden – hier einzugreifen, ist nicht Sache des Auslandes. Eine große internationale Koalition kann zustande kommen, wenn diese Prinzipien beachtet werden. Das Ziel des Druckes auf die VR China darf nicht deren Destabilisierung sein. Sie ist in niemandes Interesse, und China kann und wird sich derartigen Maßnahmen nicht beugen. Ziel des Druckes auf China muss einzig und allein sein: jeder Bürger, jede Ethnizität muss ihr verfassungsmäßiges (nach der chinesischen Verfassung!) Recht auf ihre Sprache, Kultur und Religion behalten. Religion darf nicht grundsätzlich bekämpft oder zur Unkenntlichkeit entstellt werden. Es geht um elementare Bürgerrechte für alle Bürger Chinas; nur da diese in krassester Form mit unbeschreiblich brutalen, systematischen Verbrechen eingeschränkt werden, ist hier eine Einmischung der internationalen Gemeinschaft berechtigt und nötig. In der Außenpolitik muss China die elementaren Regeln des Völkerrechts beachten – so wie im übrigen der Westen sich daran gewöhnen muss, sie zu beachten. China muss aufhören, nach hegemonialer Dominanz zu streben – so wie die USA sich daran gewöhnen müssen, diese Aspiration aufzugeben. Wie gesagt, China versteht nur die Sprache der Androhung von Wirtschaftssanktionen und militärischer Gewalt, hier muss man hart sein. Zugleich muss man freilich klar machen: niemand verlangt von der VR China, dass sie sich aufgibt. Ihre territoriale Integrität steht nicht zur Debatte, ebenso ist der Herrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei nicht Angelegenheit des Auslandes. Ebenso wie man mit geballter Faust klarmachen muss, dass es so nicht weitergeht, muss man klarmachen, dass legitime Machtinteressen Chinas respektiert werden. Dass man es bei weitem vorziehen würde, wieder mir einem stabilen China, das seine Grenzen kennt, dass keine unerträglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht, das Regeln zivilisierten internationalen Umgangs und die Interessen auch anderer respektiert, freundschaftlich zusammenzuarbeiten. So bestünde die Chance, China davon zu überzeugen, dass eine Wende seiner gegenwärtigen Politik im eigenen nationalen Interesse liegt. Um dies einzusehen, müsste China nur darauf gestoßen werden, ob es wirklich in seinem Interesse liegen kann, dass heute international immer mehr Protestveranstaltungen stattfinden, wo die Flagge Ostturkestans gezeigt wird, wo die Unabhängigkeit Ostturkestans gefordert wird. So etwas gab es früher nur – und inzwischen weit weniger stark – im Falle von Tibet. Xinjiang war international kein Thema. Inzwischen hat Chinas Politik es dazu gemacht. Das sollte China zu denken geben.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.

Prof. Dr. Günther: Es geht China um die Auslöschung des Islam

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Türkei
Telefonat am Sonntag: Erdogan und Merkel sprechen über Syrien

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident und die deutsche Bundeskanzlerin besprachen am heutigen Sonntag in einem Telefonat die Entwicklung in Syrien und die illegale Migration nach Europa. Des Weiteren sprachen Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkel auch über die deutsch-türkischen Beziehungen und den Kampf gegen den Terrorismus, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Bezugnahme einer Mitteilung des türkischen Präsidialamtes. Die beiden Staats- und Regierungschefs vereinbarten, nach dem Gipfeltreffen im Oktober über Syrien sowie nach der überraschenden Entscheidung der USA, ihre Streitkräfte aus dem Land abzuziehen, in engem Kontakt zu bleiben. Am 27. Oktober fand in Istanbul der erste Vierer-Gipfel über Syrien statt. Türkische, russische, französische und deutsche Führer diskutierten die Situation im Land und boten einen Plan zur Krisenbewältigung an. Am 19. Dezember kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass die USA ihre Truppen aus Syrien abziehen würden. Seine Entscheidung erfolgte nach einem Telefonat mit Erdogan, in dem sich die beiden Führer über die Notwendigkeit einer effektiveren Koordination des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes einig waren. Die Türkei begrüßt die Ankündigung Trumps, da die Unterstützung der YPG durch die USA immer wieder zu Konflikten mit Washington geführt hat. Ankara betrachtet die YPG als terroristische Gruppe und syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. YPG-Milizen werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum, die Tötung von Zivilisten sowie Folter und Mord von Oppositionellen. .

Auch interessant

– Türkischer Militäreinsatz – Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch, dass Russland seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei koordiniere.

Moskau: „Russland koordiniert seine Aktionen in Syrien eng mit der Türkei“

Medien
Nach Skandal-Schlagzeile: DITIB droht der BILD mit rechtlichen Schritten

0
Köln (tp) – Die DITIB-Zentrale in Köln hat eine Schlagzeile der BILD-Online scharf verurteilt. Sie droht nun mit rechtlichen Konsequenzen und fordert den Presserat auf, die BILD zu ermahnen. Mit der Schlagzeile „Wie Terror-Geld Moscheen in Deutschland finanziert“ und einem Bild von der DITIB Zentralmoschee in Köln, hat die BILD-Online Redaktion für Empörung unter der türkischen Community gesorgt. Nun reagiert auch der Zentralverband der DITIB in Köln nach zahlreichen von Türken vorgebrachten Beschwerden auf die tendenziöse Berichterstattung und droht mit rechtlichen Konsequenzen. Der Online-Bericht der BILD von Freitag sorgte bereits kurz nach Erscheinen für heftige Kritik. In sozialen Medien wurde der Bezug zwischen dem Titelbild und der Schlagzeile kritisiert, man forderte darin den Verband der Türkisch Islamischen Union energisch auf, die tendenziösen Berichte scharf zu verurteilen und rechtlich endlich zu unterbinden. Namhafte Persönlichkeiten innerhalb der türkischen Community forderten die DITIB gar auf, gegen sämtliche Berichte oder Meinungen, die der DITIB bzw. deren Gemeinden unterstellen, Gelder aus dem Ausland zu erhalten oder gegen die verfassungsgemäße Ordnung zu agieren, juristisch vorzugehen und dem ein Riegel vorzuschieben. Offenbar hat der Druck die Kölner Zentrale dazu bewogen, in einer ersten Stellungnahme die BILD-Online öffentlich zu rügen und ihr juristisch zu drohen, sofern man den Bericht nicht abändere. Darin fordert man die BILD auf, die „Falschdarstellung“ zu korrigieren und in der selben Aufmachung auf „prominenten Ort“ richtig zu stellen. Ferner will man den Fall dem Presserat vorlegen und hat angekündigt, juristische Schritte gegen die BILD einzuleiten. Der Schritt der DITIB wird derzeit von der türkischen Community begrüßt. Viele sprechen von Hetze gegen die DITIB und Volksverhetzung, die von der BILD vorneweg betrieben werde.  

Auch interessant:

Axel Springer-Chef Döpfner plant Anti-Erdogan Kampagne

Axel Springer-Chef Döpfner plant Anti-Erdogan Kampagne

Auch interessant

 

 

Menschenrechtsverletzungen in China
Nürnberg: Demo gegen Verfolgung der Uiguren in China

Nürnberg (nex) – Über Tausend Menschen demonstrierten auf dem Nürnberger Jakobsplatz heute gegen die brutale Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China.
(Foto: Ertem)
Laut Menschenrechtsorganisationen halte China eine unglaublich große Zahl von Personen der weitgehend muslimischen Minderheit in über den ganzen Nordosten verstreuten sogenannten Umerziehungslagern gefangen. Bis zu einer Million, etwa sieben Prozent der muslimischen Bevölkerung in der chinesischen Region Xinjiang, sind nach Experten der Vereinten Nationen jetzt in einem sich erweiternden Netzwerk von „politischen Umerziehungslagern“ eingesperrt. Der volle Umfang des Internierungssystems war lange Zeit deswegen im Dunkel, weil viele Uiguren sich fürchteten auszusagen Menschenrechtsorganisationen berichten über Folter und massiver Gewalt gegenüber den Inhaftierten. Nachdem China die Existenz dieser Lager zunächst lange Zeit leugnete, gab man sie dann doch zu, betonte aber, dass dies Lagerstätten seien, in denen „berufliche Bildung erworben, die chinesische Sprache erlernt und zu Extremismus neigende Personen durch Umerziehung wieder in die Gesellschaft eingegliedert“ würden. Die Demoteilnehmer in Nürnberg wollten mit der heutigen Aktion auf das Leiden der Uiguren aufmerksam machen und forderten Politiker und Medien auf, das Thema auf die Agenda zu setzen. „Das Leiden und die Verfolgung der Uiguren in Xinjiang darf nicht in Vergessenheit geraten. Wir dürfen uns nicht nur von wirtschaftlichen Interessen leiten lassen und Pekings massive Menschenrechtsverletzungen ignorieren“, so Demoteilnehmer Halil Ertem, Gründer und Bundesgeneralsekretär der Partei AD-Demokraten.

NEX24-Exklusivinterview
Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Pristina (nex) – Das kosovarische Parlament hat am 14. Dezember in einer für den jungen Staat historischen Abstimmung ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee einstimmig beschlossen. Die leichtbewaffnete Kosovo Security Forces (KSF) soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Nicht nur das kosovarische Parlament schrieb in diesem Monat Geschichte: Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung, seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. Der aus dem nordkosovarischen Dorf Rrezallë bei Skënderaj stammende 27-Jährige sprach mit unserem Kosovo-Korrespondenten Mustafë Mehmeti in der Hauptstadt Pristina Herr Zabeli, Sie sind der erste Hubschrauberpilot der neuen Streitkräfte des Kosovo. Sie haben damit Geschichte geschrieben, was bedeutet das für Sie? Zabeli: Ich habe viel Glück gehabt, dass ich an dieser Ausbildung teilnehmen durfte und ich konnte sie erfolgreich abschließen. Nicht jeder bekommt diese Gelegenheit. Ich bin sehr stolz, dass ich der erste Pilot der kosovarischen Streitkräfte bin. Dass ich meine Ausbildung nur einen Tag vor dieser historischen Entscheidung beenden konnte, macht mich noch glücklicher. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich dieses große Ziel erreicht habe. Dafür habe ich viel gearbeitet. Wo haben Sie ihre Ausbildung abgeschlossen und wie lange hat diese gedauert? Zabeli: Meine Ausbildung habe ich am 13. November 2017 an der Militärflugschule „Kara Havacilik Okulu“ in der türkischen Hauptstadt Ankara begonnen und am 13. Dezember 2018 in Isparta abgeschlossen. Die Ausbildung sollte zunächst elf Monate dauern, aufgrund des Umzugs der Schule von Ankara nach Isparta, den Wetterbedingungen und einigen technischen Gründen, hat sie 13 Monate gedauert. Waren Sie alleine dort oder gab es weitere Auszubildende der KSF? Zabeli: Die Schulung haben wir mit zwei Soldaten der KSF begonnen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste die zweite Person die Ausbildung früher beenden. Haben Sie für die kosovarischen Streitkräfte weitere Ausbildungen absolviert und falls ja, wo? Zabeli: Abgesehen von meiner Ausbildung zum Hubschrauberpiloten, habe ich in Ankara an der Militärakademie der türkischen Landstreitkräfte eine fünfjährige Ausbildung abgeschlossen. Im ersten Jahr stand die türkische Sprache im Vordergrund, in den restlichen vier Jahren nahm ich an der allgemeinen Militärausbildung teil. In dieser Zeit durchliefen wir verschiedene Bereiche der Akademie. Dazu gehörte auch eine neunwöchige Basisausbildung bei den Spezialeinheiten, in der neben der Praxis auch theoretisches Wissen vermittelt wurde. Haben Sie an der feierlichen Zeremonie der KSF teilgenommen, in der die Umwandlung der KSF in eine Nationalarmee zelebriert wurde? Wenn ja, können Sie Ihre Gefühle in diesen Momenten beschreiben? Zabeli: Nein, es war mir zeitlich leider nicht möglich, an diesen Feierlichkeiten teilzunehmen. Ich konnte meine Ausbildung erst am 13. Dezember abschließen und anschließend fand die Diplomübergabe statt. Die Zeremonie habe ich jedoch im Fernsehen verfolgt, es war für mich ein ganz besonderes Gefühl mit vielen Emotionen. Wer hat Sie auf Ihrem Weg zum ersten Militärhubschrauber-Piloten des Kosovo unterstützt? Zabeli: Die größte Unterstützung bekam ich von meinem engen Familienkreis. Da ich im Kosovo-Krieg meinen Vater und Bruder verloren habe, lebten wir in sehr armen Verhältnissen. Wir waren alle noch sehr jung, meine älteste Schwester war gerade mal zwölf Jahre alt. Eine große finanzielle Unterstützung erhielten wir von unseren im Ausland lebenden Verwandten. Und auch vom Sohn meines Onkels, Avni Zabeli, der jetzt Teil der kosovarischen Polizei ist. Er stand mir bei meiner Ausbildung stets zur Seite und hat seine Unterstützung niemals aufgegeben. Es ist sein Verdienst, dass ich der erste Pilot der kosovarischen Armee wurde. Und ich möchte mich bei der KSF, der zukünftigen Armee des Kosovos, bedanken, die es mir ermöglicht hat, meine Schulung mit Erfolg abzuschließen. Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie erwähnt haben, Pilot zu werden? Zabeli: Wie jedes Kind, das einen bestimmten Berufswunsch hat, war mein Wunsch schon immer, dass ich eines Tages Uniform tragen und meinem Vaterland dienen möchte. Der Wunsch Pilot zu werden, entstand während meiner Ausbildung in der Militärakademie, als ich die verschiedenen Bereiche durchlief. Dazu gehörte auch der Bereich der Pilotenausbildung. Ich fing an mich zu informieren und habe viele Bücher zu diesem Thema gelesen. Es war zwar ein schwieriger Weg, mit vielen Herausforderungen, doch es hat sich gelohnt und nun bin ich der erste Hubschrauberpilot der Kosovo-Armee. Während des Kosovo-Krieges haben Sie Ihren Vater und Ihren Bruder verloren, aber Sie haben nicht aufgegeben und haben Ihre Ausbildung fortgesetzt. Was ist Ihre Botschaft an die kosovarische Jugend? Zabeli: Zuerst bin ich stolz, dass ich ein Kind und ein Bruder von Veteranen des Kosovo-Krieges bin, die für die Freiheit des Kosovo das höchste Gut, nämlich ihr Leben, gegeben haben. Immer wenn ich im Leben vor großen Schwierigkeiten stand, dachte ich an meinen Vater, meinen Bruder und alle anderen Märtyrer, die für die Freiheit des Kosovo gefallen sind. Das machte mich stärker und stolzer und ich habe nie aufgegeben bis zu dem Moment, wo ich jetzt stehe. Für die Jugend im Kosovo habe ich einen Aufruf: Egal in welche Schwierigkeiten Ihr geraten werdet, gebt nie auf, verliert nie Euer Selbstvertrauen. Glaubt an Euch und vergesst nie Euer Ziel, so werdet Ihr erfolgreich sein. Die Jugend des Kosovo sollte ihre Bildung als Ziel setzen und nicht vernachlässigen. Ihnen muss bewusst sein, dass sie in der Zukunft die Entscheidungsträger des Kosovo sein werden. Sind Sie als Hubschrauberpilot schon über das Kosovo geflogen? Zabeli: Nein noch nicht, aber ich kann kaum den Tag erwarten, über den Kosovo zu fliegen und meinem Land als Pilot zu dienen. Die kosovarische Regierung betont, dass die geplante neue Nationalarmee multiethnisch sei, und keine Minderheit des Kosovo etwas zu befürchten hätte. Haben Sie auch nichtalbanische Kameraden in den Streitkräften und wie sind die Beziehungen untereinander? Zabeli: Ich hatte die Gelegenheit, Kameraden von verschiedenen Minderheiten zu haben, darunter auch Serben, die Teil der Armee sind. Die Beziehungen zwischen uns waren sowohl beruflich als auch im Alltag gut. Sie wissen, dass ihnen nicht Unrecht geschehen wird, nur weil sie keine Albaner sind. Der Kosovo ist ein Vielvölkerstaat. Die Sterne auf unserer Fahne repräsentieren die verschiedenen Ethnien unseres jungen Staates. Herr Zabeli, wir bedanken uns für das Gespräch. © NEX24

Zum Thema

– Balkan – Kosovo: 250 US-Panzerfahrzeuge für neue Armee

Neben den jüngst aus den USA erhaltenen Humvee Militärfahrzeugen, werde der junge Staat bald auch 250 Panzerfahrzeuge bekommen, so der Parlamentspräsident des Kosovo, Kadri Vesel.

Kosovo: 250 US-Panzerfahrzeuge für neue Armee

"Devil's breath"
Kolumbien: Türkisch-kanadischer Professor Ramazan Gencay tot aufgefunden

Medellin (nex) – Der türkisch-kanadische Wissenschaftler Prof. Dr. Ramazan Gencay, der seit dem 6. Dezember in der kolumbianischen Stadt Medellin vermisst wurde, ist tot aufgefunden worden. Die am 24. Dezember an einem Flussufer am Rande der Stadt Medellin gefundene Leiche gehöre Gencay, berichten Medien unter Bezugnahme auf eine Mitteilung des kolumbianischen Instituts für Rechtsmedizin. Der Tod des Professors wurde auch von seiner Frau Carole Gencay auf ihrem Social Media Account bekannt gegeben. Lokalen Medien zufolge sei Gencay vor seinem Tod in einem Getränk oder Essen „Scopolamin“ verabreicht worden. Dabei handele es sich um eine Droge, die Personen willenlos mache und von Kriminellen in Kolumbien oft benutzt werde. Scopolamin, auch bekannt als „Devil’s breath“ oder Burandanga, wurde in kolmbianischen Medien als „die gefährlichste Droge der Welt“ bezeichnet. Gencay reiste am 28. November nach Kolumbien, um dort an mehreren Seminaren am Zentrum für Wirtschaftsforschung der EAFIT Universität in Medellin teilzunehmen. Den Aufnahmen einer Überwachungskamera nach, war er am 6. Dezember um 22:30 Uhr mit einer Gruppe von noch nicht identifizierten Personen in einem Salsa-Club in Medellin. Seine persönlichen Gegenstände und sein Pass wurden laut Medienberichten in seinem Hotelzimmer gefunden. Allerdings sei seine Kreditkarte noch am  7. und 8. Dezember benutzt worden. Das kanadische Außenministerium bestätigte den Tod des türkisch-kanadischen Professors und teilte mit, dass sie bereits mit den kolumbianischen Behörden in Kontakt stünden. Gencay war Wirtschaftsprofessor an der Simon Fraser Universität.  Im Jahr 2000 gewann er den Young Scientist Award der Türkischen Akademie der Wissenschaften.  

Grenzkontrollen
Polizeigewerkschaft fordert zusätzliche Kräfte an der NRW-Westgrenze

GdP-Landesvorsitzender Mertens: „Einseitiger Schutz zugunsten Bayerns Bielefeld – Angesichts der länderübergreifenden Kriminalität verlangt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zusätzliche Kräfte an der NRW-Westgrenze. In einem Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen sagte der GdP-Chef in NRW, Michael Mertens, wegen der angespannten Personallage könnten sich „im grenzübergreifenden Hinterland Schleuserkriminalität, Menschenhandel und Drogenschmuggel ausbreiten“. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) setze „einseitig auf den Schutz der Übergänge in Bayern – zulasten der Westgrenze“. Nach GdP-Angaben sind derzeit weniger als 200 der rund 300 Planstellen im Aachener Dreiländereck besetzt. Die Gewerkschaft warnte vor den Auswirkungen auf die Landespolizei. Häufig verlagerten sich die Aufgaben auf die Grenzregionen. In Städten nahe der 486 Kilometer langen NRW-Westgrenze registrierten die Beamten immer mehr Autodiebstähle. In der Region um Aachen geht die Polizei von organisierten Tätergruppen aus, „die den Schutz der Grenze nutzen“, sagte Mertens. „Wir wissen die Freizügigkeit in Europa zu schätzen, leiden aber unter den fehlenden Grenzkontrollen.“ Füllt das Bundesinnenministerium die Teams an der Westgrenze auf, „könnten wir gezielt kontrollieren und den Druck auf die Straftäter erhöhen“. Mertens lobte das Instrument der „strategischen Fahndung“. Die anlassbezogene, verdachtsunabhängige Suche nach Straftätern ist eines der zentralen Elemente des „Sicherheitspakets I“ der schwarz-gelben NRW-Landesregierung. „Damit können wir gerade in Grenzregionen besser und leichter kontrollieren“, sagte der GdP-Landesvorsitzende. Dagegen wartet die Polizei weiterhin auf eine im Koalitionsvertrag geregelte Vereinbarung, wonach die Beschäftigtenzahl sogenannter Einsatztrupps der Autobahnpolizei „mindestens verdoppelt“ und mobile Fahndungsgruppen für Polizeikontrollen auf Autobahnen und Bundesstraßen eingerichtet werden soll. In dem Punkt sei bislang „noch nichts passiert“, sagte Mertens.