Istanbul
Türkei: Simone Kaslowski neuer Chef des mächtigen Wirtschaftsverbandes TÜSIAD

Istanbul – Simone Kaslowski wurde am Mittwoch zum Präsidenten des türkischen Industrie- und Wirtschaftsverbandes (TUSIAD) gewählt. „Zum Glück hat unser Land aufgrund seiner jungen Bevölkerung und der Quellen für innovative Ideen große Chancen. Sie waren die Haupttreiber für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zeit in den letzten Jahren. Wir werden mit Mühe, Stabilität und Erfolg eine ganz neue türkische Geschichte schreiben“, sagte Koslowski bei seiner heutigen Rede. Er betonte jedoch auch, dass die Türkei momentan wirtschaftlich eine schwierige Phase durchmache. „Vor uns liegt eine herausfordernde, aber spannende Zeit“, sagte Kaslowski vor der 49. Generalversammlung des Verbandes. Die Türkei müsse ihr Wachstumsmodell stärken, um ihre Ziele zu erreichen, sagte der neu gewählte Chef. Erol Bilecik, scheidender TUSIAD-Chef, sagte, die Türkei werde ihre Position als Wirtschaftskraft bewahren und von ihrer geografischen Lage profitieren. Kaslowski, 56, ist CEO von Organik Kimya, einem Unternehmen, das Chemikalien herstellt und in 80 Ländern tätig ist. Seit 2017 ist er stellvertretender Präsident von TUSIAD. Seine Eltern sind aus Italien in die Türkei eingewandert. TUSIAD, gegründet 1971, ist eine freiwillige, unabhängige Nichtregierungsorganisation, die 85 Prozent des gesamten türkischen Außenhandels repräsentiert.

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– Evim Türkiye 2019 – Düsseldorf: Großes Interesse an türkischer Immobilienmesse

„Wir sind uns bewusst, dass viele im Ausland lebende türkische Bürger beim Erwerb von Immobilien in der Türkei, negative Erfahrungen gemacht haben. Sie stehen nun einem Kauf natürlich kritisch gegenüber. Wir möchten helfen, diese Ängste aus der Welt zu schaffen. Aus diesem Grund haben wir an dieser Messe teilgenommen. Hier hat der Kaufinteressent die Möglichkeit, sich vorab mit etablierten und vertrauenswürdigen Baufirmen zu treffen und sich zu informieren“, so Cem Ergüven von MESA gegenüber NEX24.
Düsseldorf: Großes Interesse an türkischer Immobilienmesse

Fremdenfeindlichkeit
Rostock: Unbekannte legen Schweinekopf auf Moscheegelände

Rostock – Bislang unbekannte Täter haben am Dienstag Körperteile eines Schweins am Rostocker Holbeinplatz abgelegt. Passanten, die darauf aufmerksam wurden, vermuten einen Zusammenhang zum geplanten Bau einer Moschee auf dem Gelände zwischen Hamburger Straße, Hans-Sachs-Allee und dem Gewächshaus des Botanischen Gartens. Das berichtet die “Ostsee Zeitung“. (OZ) „Wir behandeln das wie einen Tatort“, zitiert das Blatt Dörte Lembke, Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock. Ob ein Zusammenhang zu dem geplanten Moschee-Bau besteht, sei noch zu klären, so Lembke. Zunächst werde die Polizei untersuchen, woher die tierischen Abfälle stammen. Wie OZ weiter berichtet sei die muslimische Gemeinde in Rostock  auf rund 2000 Mitglieder angewachsen. Der bisherige Gebetsraum an der Erich-Schlesinger-Straße reiche für diese Anzahl nicht mehr aus. Das Rathaus habe dem Islamischen Bund daher bei der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau geholfen. Der Plan sorgt bei einem großen Teil der Anwohner jedoch für Unmut. „Kein Stadtteil will sowas hier haben“, kommentiert eine Frau in den sozialen Medien die heutige Meldung.
(Screenshot/Facebook)
Ein Mann schreibt: „Son Teil hat hier auch nichts verloren!“
(Screenshot/Facebook)
Die ostdeutsche Stadt Rostock rückt seit Jahrzehnten immer wieder durch Fremdenfeindlichkeit und Übergriffe auf Ausländer und Asylanten in den Fokus der Öffentlichkeit. Bereits im August des Jahres 1992 machte Rostock mit gewalttätigen Übergriffen gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen von sich reden. An den Ausschreitungen, die massivsten rassistisch motivierten Angriffe in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges, beteiligten sich mehrere hundert, teilweise rechtsextreme Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer, die den Einsatz von Polizei und Feuerwehr behinderten. Ein Wohnheim, in dem sich noch über 100 Vietnamesen und ein Fernsehteam aufhielten, wurden mit Molotowcocktails in Brand gesteckt. Die Polizei zog sich zeitweise völlig zurück und die im brennenden Haus Eingeschlossenen waren schutzlos sich selbst überlassen. Die Übergriffe in Lichtenhagen werden auch als Pogrom  bezeichnet.

Karriere
Studie: Das sind die fairsten Arbeitgeber Deutschlands

In vielen deutschen Unternehmen wird Wert gelegt auf ein Arbeitsklima, das von Fairness und sozialem Engagement geprägt ist. Arbeitgeber von der Hamburger Sparkasse über das Pharmaunternehmen Pfizer bis zum Flughafen München nehmen ihre Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft ernst. Das hat das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) mithilfe einer kombinierten Fragebogen- und Social-Listening-Analyse im Auftrag von Focus und Focus Money herausgefunden. Untersucht wurden die nach Mitarbeiteranzahl größten 20.000 Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Dabei wurden die Faktoren Unternehmenskultur, Arbeitsklima und Fairness analysiert. 464 Firmen aus unterschiedlichen Branchen, die dabei am besten abschnitten, wurden mit dem Siegel „Höchste Fairness im Job“ ausgezeichnet. Das Siegel zeigt Bewerbern, wo sie mit Wertschätzung am Arbeitsplatz rechnen können. Ihre Jobwahl treffen Fachkräfte nicht mehr nur nach Bezahlung und Aufstiegschancen. Sie legen vielmehr immer öfter auch Wert auf das soziale Engagement des Unternehmens. Was tut die Firma für die Mitarbeiter, was für die Gesellschaft? Welche Werte werden vertreten? Die Firma soll sich auch Angestellten und der Gesellschaft gegenüber gut verhalten. Selbstverständlich sollen Frauen und Männer nach dem Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ fair bezahlt werden. Auch ein inspirierendes Miteinander verschiedener Kulturen sollte mit einem Diversity Management gefördert werden. Diese Faktoren belohnt die Studie genauso mit Punkten wie Angebote zur Integration von Behinderten und die Förderung des Mitarbeiterengagements (Social Volunteering). Auch regelmäßige Spenden an wohltätige Organisationen oder das Sponsoring von Sport und Kultur tragen zur Auszeichnung eines fairen Arbeitgebers bei. Diese Werte herrschen augenscheinlich in der Pharmaindustrie vor. Denn in dieser Branche wurden gleich zehn Unternehmen ausgezeichnet und damit so viele, wie in keinem anderen Bereich. Besonders fair geht es bei Pfizer zu, dem größten Pharmaunternehmen der Welt mit Deutschlandsitz in Berlin. Pfizer ist beispielsweise Gewinner der Franz-von-Mendelssohn-Medaille 2017 für sein soziales Engagement. Diese und andere Kriterien flossen in die Bewertung ein und brachten dem Branchensieger 100 Punkte. Er setzt damit den Benchmark für diese Kategorie. Alle anderen ausgezeichneten Firmen müssen mindestens 60 Punkte vorweisen. Den schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca trennen nur 0,2 Punkte vom ersten Platz. Neben den internationalen Konzernen landen mit dem Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck und der Aachener Grünenthal GmbH auch deutsche Firmen auf den vorderen Plätzen im Fairness-Ranking. Merck gilt beispielsweise als großer Kultur- und Breitensportförderer in der Region und richtet in Hessen „Jugend forscht“ aus. Ranking: Höchste Fairness in der Pharmaindustrie:
Pfizer             100,0
AstraZeneca         99,8
Merck               93,9
Grünenthal          93,7
Hexa               l92,8
Medac Gesellschaft  89,3
Stada Arzneimittel  84,8
Johnson & Johnson   77,8
Takeda Pharma       77,4
ABBOTT              69,4
Finanzindustrie setzt auf Fairness In Zeiten des Fachkräftemangels haben es Banken und Versicherer nicht immer leicht, geeignete Bewerber für sich zu gewinnen. Gerade für Hochqualifizierte wird der Aspekt der Entlohnung immer öfter von sozialen Faktoren ergänzt. Wer ein Arbeitsverhältnis auf Augenhöhe sucht, findet bei den Sparkassen häufig faire Bedingungen vor. Die höchste Punktzahl konnte die Hamburger Sparkasse (Haspa) erzielen, doch auch die Stadtsparkasse München und die Kreissparkasse Köln sind in Sachen Fairness und soziales Engagement weit vorn. Die Haspa bringt beispielsweise auf einer Internetplattform Hilfsprojekte in der Metropolregion Hamburg und interessierte Spender zusammen. Aus derselben Branche haben sich auch fünf Finanzdienstleister ein Siegel für Fairness im Job verdient. Führend ist die Autobank Volkswagen Financial Services. Das Braunschweiger Unternehmen engagiert sich für Mitarbeiter und Region durch eine betriebliche Kinderbetreuung, Sponsoring von Kultur, sozialen Projekten und Sport. Das kununu-„open company“-Siegel steht für Offenheit und Diversität. Die ReiseBank mit Sitz in Frankfurt am Main handelt mit mehr als 100 Währungen und setzt auch im Berufsumfeld auf internationale Vielfalt. Die Nürnberger TeamBank wirbt nicht nur für einen fairen Kredit, sondern auch für eine offene Teamkultur und die Förderung finanzieller Bildung in der Gesellschaft. Werte sind auch in der Tourismusbranche wichtig Rund um die Touristik in Deutschland hat unter den Flughäfen München die Nase vorn, dicht gefolgt von Berlin Tegel und Hamburg. Der gerade als „Fünf-Sterne-Flughafen“ ausgezeichnete Airport der bayerischen Landeshauptstadt unterstützt rund 700 Projekte mit Finanz- und Sachmitteln, die Mitarbeiter stammen aus 70 Nationen. Die deutsche Luxushotelkette Althoff Hotels mit Unterkünften in Schlössern oder in exquisiten Lagen wie etwa am Tegernsee sticht unter den Hotels hervor. Althoff schreibt sich besonders einen fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern auf die Fahnen. Allerdings bieten auch Kempinski und Best Western faire Arbeitsbedingungen und werden mit einem Siegel ausgezeichnet. Hintergrundinformationen Für die Studie „Höchste Fairness im Job“ wurden vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 rund 6,5 Millionen Nennungen der untersuchten Unternehmen aus dem Internet herausgesucht und den Kategorien Unternehmenskultur, Arbeitsklima und Fairness zugeordnet. Diese Methodik des Social Listenings erfasst Nachrichtenportale, Blogs und Social Media. Arbeitsklima und Unternehmenskultur sollten dabei das soziale Klima der Firmen messen, Fairness das Meinungsbild zu Themen wie Gerechtigkeit und fairer Behandlung widerspiegeln. Zusätzlich wurden die 20.000 nach Mitarbeiterzahl größten Unternehmen mit Sitz in Deutschland mit einem Fragebogen angeschrieben. Die Auswertungsergebnisse zur Integration von Behinderten, Diversity Management, Corporate Volunteering, Spendentätigkeit, Sponsoring und Lohngerechtigkeit flossen ebenfalls in das Ranking ein.

Diesel-Debatte
Dieselfahrverbote: Mathematiker wirft Umweltbundesamt Rechenfehler vor

Die Debatte um  und Gesundheitsgefahren durch Stickstoffdioxid (NO2) nimmt weiter Fahrt auf: Nach der Kritik von mehr als 100 Lungenärzten und Ingenieuren an Grenzwerten und Messverfahren melden sich im ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ (Sendung: Mittwoch, 22. Februar, 21.45 Uhr, Das Erste) nun auch Mathematiker zu Wort. Sie werfen dem Münchener Helmholtz-Institut vor, in seiner umstrittenen Studie für das Umweltbundesamt ohne wissenschaftliche Grundlage übertriebene Ängste vor mehr als 6000 vorzeitigen Todesfällen durch Stickstoffdioxid zu schüren. „In diesem Report wird eine Formel verwendet, die falsch ist“, sagt Prof. Peter Morfeld von der Ruhr-Universität Bochum. „Wir können diesen Daten in dem Bericht des Umweltbundesamtes nicht trauen. Eine solche Aussage ist Unsinn.“ In der Studie vom März 2018 hatte das Helmholtz-Institut mit statistischen Methoden Zusammenhänge von Stickstoffdioxid-Belastungen und Krankheitsverläufen errechnet. Dabei kamen die Forscher zu dem Schluss, dass im Jahr 2014 rund 6000 Menschen in Deutschland vorzeitig durch Stickstoffdioxid verstorben seien. Die Studie wurde auch in der Debatte um Fahrverbote für Diesel-PKW wiederholt als Argument verwendet. Im Interview mit dem ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ wirft der habilitierte Epidemiologe und Mathematiker Morfeld dem Helmholtz-Institut vor, eine in der Mathematik gebräuchliche Formel, die sogenannte AF-Formel (Attributale Fraktion), falsch angewendet zu haben. Für eine Errechnung vorzeitiger Todesfälle fehle die notwendige Datengrundlage. Um vorzeitige Todesfälle durch Stickstoffdioxid bestimmen zu können, müsse jeder Person, die beurteilt werden soll, ein statistischer Zwilling zugeordnet werden, mit genau derselben Lebensweise wie regelmäßigem Sport, oder etwa dem genau gleichen Alkoholkonsum. Es dürfe nur einen Unterschied geben: die Belastung durch NO2. „Wenn wir solche Daten nicht zur Verfügung haben, können wir den Begriff der vorzeitigen Todesfälle nicht sinnvoll verwenden“, sagt Prof. Peter Morfeld. „Und solche Daten gibt es in der Epidemiologie nicht.“ Wenn man nur auf die Größe schaue, die mit der Formel gemessen werden könne, nämlich generell verlorene Lebenszeit, ergebe sich ein ganz anderes Bild der Schadstoffbelastung als öffentlich dargestellt. Der Effekt der NO2-Exposition sei in Wahrheit klein, im Jahr 2014 statistisch für die Gesamtbevölkerung betrachtet nur acht Stunden pro Person. „Diese große, plakative Wirkung mit dem vielen Todesfällen, die ergibt sich nur, wenn ich die Formel falsch anwende.“ Das Umweltbundesamt geht nach eigener Aussage offen mit Kritik um und will die Anwendung der Formel nun überprüfen. Die Frage sei dabei nicht, ob die Formel falsch oder richtig sei. Bezweifelt werde lediglich, ob sie auch für die Ableitung vorzeitiger Todesfälle verwendbar ist, wie von der WHO empfohlen. Hierfür stünde das Umweltbundesamt mit dem US-amerikanischen Institute for Health Metrics and Evaluation aus Seattle in Kontakt, das auf dem Gebiet der Krankheitslaststudien weltweit führend sei und die kritisierte Formel ebenfalls verwende. Eine endgültige Position werde das UBA erst im Anschluss einnehmen. Prof. Morfeld fordert unterdessen eine Versachlichung der Diesel-Debatte. Man müsse klar sagen, dass vorzeitige Todesfälle nicht bestimmt werden könnten. Andernfalls könnte das Vertrauen der Bürger in Politik und Wissenschaft erschüttert werden – vor allem angesichts anstehender Dieselfahrverbote und drohender finanzieller Verluste für die Betroffenen. Das Umweltbundesamt fordert der Epidemiologe deshalb auf, seinen Bericht zu den 6000 vorzeitigen Todesfällen zurückzuziehen: „Sicher ist das ein schwieriger Schritt für das Umweltbundesamt, aber ich halte ihn für überfällig.“ Die Lungenärzte um den früheren Chef der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie Prof. Dieter Köhler haben nach einem Bericht der tageszeitung (taz) inzwischen ihre Stellungnahme zu Gesundheitsgefahren durch Luftschadstoffe korrigiert. Dieter Köhler hat Fehler bei der Berechnung von Feinstaubbelastungen von Rauchern bzw. falsche Ausgangswerte über den tatsächlichen Schadstoffgehalt von Zigaretten eingeräumt. In einer Pressemitteilung verteidigte Köhler aber die These der Lungenärzte, wonach das Beispiel der Raucher mit ihren hohen Schadstoffbelastungen die Annahmen des Umweltbundesamts zu Gesundheitsgefahren von Luftschadstoffen in niedrigen Dosen widerlege. Auch der Mathematiker Peter Morfeld hat die Berechnungen von Prof. Köhler überprüft. Dem NDR sagte Morfeld dazu: „Es ist richtig, dass ein Rechenfehler in eigenen Aussagen, die Herr Köhler gemacht hat, vorliegt. Aber dieser Rechenfehler hat keine große Relevanz für das eigentliche Argument, das er führt. Das ist mehr ein Nebensatz gewesen, in dem dies auftritt. Die eigentliche Logik der gesamten Argumentation wird dadurch nicht betroffen.“ Die Zahl der Lungenärzte, die die kritische Stellungnahme zu Luftschadstoffen unterzeichnet haben, ist inzwischen auf rund 130 angestiegen.

Demonstrationen im Sudan
Sudan: „Müssen Blutbad an demonstrierenden Jugendlichen verhindern“

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Die Gewalt bei den Protesten im Sudan gerät außer Kontrolle, jetzt steht der Kollaps der Regierung kurz bevor. Das vermelden die SOS-Kinderdörfer aus der Hauptstadt Khartum. „Die Regierung lässt auf die Demonstranten schießen, setzt Tränengas und Scharfschützen ein. Aber das wird die Menschen nicht mehr aufhalten. Sie leben seit Jahren in Hoffnungslosigkeit, unterdrückt und ohne Perspektive. Sie haben nichts mehr zu verlieren“, sagt Abdelrahman Mubarak, der Leiter der SOS-Kinderdörfer im Sudan. In einem Appell an die EU fordert Mubarak die Staatengemeinschaft dazu auf, den Druck auf Langzeit-Diktator Umar al-Baschir zu erhöhen, er befürchte ein Blutbad. „Die Opfer werden vor allem Jugendliche sein“, sagt Mubarak. Denn die meisten, die jetzt demonstrierten, seien junge Leute, darunter viele Frauen und Mädchen. „Wir rechnen mit einer landesweiten Hungersnot, mit noch mehr Chaos, Tumulten und Krawallen“, so Mubarak weiter. Auslöser der Unruhen war die bereits im Dezember gefällte Entscheidung der Regierung, die Preise für Brot, Medikamente und Benzin drastisch zu erhöhen. „Die Menschen gehen aus Verzweiflung auf die Straße, aber auch aus Wut auf Baschir“, sagt Mubarak. „Sie fordern ihn auf, die Macht abzugeben.“ Die Gewalt hat auch die SOS-Kinderdörfer erreicht. Ein SOS-Jugendleiter wurde von einem Gummigeschoss getroffen, zwei Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Khartum vorübergehend festgenommen. „Sie wurden noch am gleichen Tag freigelassen, da die Regierung weder genügend Platz in den Gefängnissen hat, noch die Verpflegung und die Bewachung der Inhaftierten bezahlen kann“, sagt Mubarak. 30 Jahre Korruption, finanzielle Misswirtschaft und Unterdrückung hätten das Land in den Bankrott getrieben. Die Armut nehme zu, viele Menschen hätten nicht mal Geld für Lebensmittel, sodass vor allem Kinder lebensgefährlich bedroht seien. Die Arbeitslosigkeit steige rapide an, vor allem unter jungen Menschen, die Inflation habe unbekannte Ausmaße angenommen. Die Regierung selbst habe ebenfalls kein Geld mehr, könne keine Gehälter mehr zahlen. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und ihre Familien im Sudan seit Mitte der 70er-Jahre und haben ihre Hilfe als eine von wenigen Organisationen trotz der zahlreichen Konflikte im Land kontinuierlich fortgeführt.

Slowakei
Mord an Journalist Jan Kuciak: ROG fordert unabhängige Ermittlungen

Ein Jahr nach dem Mord an dem slowakischen Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die slowakischen Behörden auf, unabhängige Ermittlungen sicherzustellen. Zwar haben die Ermittler eindeutige Fortschritte gemacht, doch gibt es immer wieder Anzeichen politischer Einflussnahme. „Ein Jahr nach dem Mord an Jan Kuciak sollten die Politikerinnen und Politiker in der Slowakei alles dafür tun, Polizei und Justiz in ihrer unabhängigen Arbeit zu unterstützen und so ein sicheres Umfeld für Journalisten zu schaffen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Leider ist immer noch oft das Gegenteil der Fall. Einige in der Politik scheinen vor allem darauf aus zu sein, sich selbst und ihren Ruf zu schützen.“ Die regierende Partei Smer hat jüngst einen umstrittenen Gesetzesentwurf eingebracht, nach dem Medien mit hohen Strafzahlungen belegt werden können, wenn sie Politikerinnen oder Politikern, die sich von Berichterstattung in ihrem Ruf oder ihrer Privatsphäre verletzt sehen, keine Möglichkeit für Erwiderungen einräumen. Peter Bardy, Chefredakteur von Kuciaks Nachrichtenseite Aktuality.sk, betrachtet den Vorstoß als Versuch, „unabhängige Medien zu knebeln und zu bestrafen“. Der Gesetzesentwurf kommt vor allem deshalb zu einem sehr bedenklichen Zeitpunkt, weil Enthüllungen über die Verwicklungen von Politikern bedeutend dazu beigetragen haben, die Ermittlungen im Fall Kuciak voranzubringen.
Demonstranten und Journalisten im Visier der Behörden
Auch sind die Ermittlungsbehörden wiederholt gegen die Organisatorinnen und Organisatoren der Massenproteste für eine unabhängige Aufklärung des Mordfalls vorgegangen. Im November hat ROG zusammen mit dem European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) bei den slowakischen Behörden dagegen protestiert, dass die Unterstützerinnen und Unterstützer der Bewegung „Für eine anständige Slowakei“, darunter auch Medienschaffende, eingeschüchtert und juristisch verfolgt wurden. Der 27 Jahre alte Investigativjournalist Jan Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte wurden am 21. Februar 2018 in ihrem Haus in der Nähe von Bratislava erschossen. Er hatte zuvor über Korruption, Steuerhinterziehung und Verbindungen hochrangiger slowakischer Politiker zur italienischen Mafia recherchiert. Im September 2018 verhaftete die Polizei vier Tatverdächtige, unter ihnen Alena Zs. Sie wird auch in anderen Fällen der Beihilfe zum Mord verdächtigt. Zs. arbeitete für den slowakischen Geschäftsmann Marian Kocner, über dessen Geschäftsverbindungen Kuciak wiederholt geschrieben hatte, zum letzten Mal kurz vor seinem Tod. Kocner ließ Kuciak überwachen, Ende 2017 bedrohte er den Journalisten am Telefon. Kuciak meldete den Drohanruf bei den Behörden, es geschah jedoch nichts. Seit Sommer 2018 sitzt Kocner ebenfalls in Haft, da gegen ihn mehrere Verfahren wegen anderer Vergehen laufen. Gegen ihn wird inzwischen auch im Fall Kuciak ermittelt. Diesen Fortschritten stehen scharfe Vorwürfe der Anwälte gegenüber, die die Familien von Kuciak und seiner Verlobten vertreten. Sie kritisieren, dass sich jüngst mehrfach Politiker und Funktionsträger in die Mordermittlungen eingemischt hätten. Der Innenminister, der Generalstaatsanwalt und der Polizeipräsident beschlossen am 5. Februar, einen Teil der Ermittlungen abzuspalten und an die Polizeiaufsichtsbehörde zu überstellen. Diese ermittelt normalerweise nach Fehlverhalten innerhalb der Polizeikräfte und ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Der abgespaltene Teil der Ermittlungen betrifft Daniel Lipsic, den Anwalt der Familie Kuciak, gegen den die Tatverdächtigen ebenfalls ein Mordkomplott geschmiedet haben sollen. Lipsic war Justiz- und Innenminister der heute oppositionellen Christlich-Demokratischen Bewegung (KDH) und gilt als Erzfeind des Geschäftsmanns Kocner.
Verdächtiger mit Netzwerk einflussreicher Unterstützer
Marian Kocner gilt inzwischen als dringend tatverdächtig, der Auftraggeber oder einer der Auftraggeber hinter dem Mord an Kuciak zu sein. Selbst aus dem Gefängnis heraus soll er noch ein großes Netzwerk an einflussreichen Unterstützern haben. Alena Zs., eine der vier festgenommenen Tatverdächtigen, soll zu hochrangigen slowakischen Funktionsträgern und Politikern Kontakt gehabt haben. Die Zeitung Dennik N berichtete im Januar, sie sei vor dem Mord an Kuciak in Kontakt mit dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt Rene Vanek und dem stellvertretenden Parlamentssprecher Martin Glvac gewesen, mit Vanek habe sie noch drei Tage vor ihrer Festnahme Kontakt gehabt. Vanek trat nach diesen Enthüllungen zurück, Glvac (der Mitglied der Regierungspartei ist) jedoch nicht. Er gab zu, er habe Textnachrichten und Selfies mit Alena Zs. ausgetauscht, bestreitet aber, unter Druck gesetzt worden zu sein. Der Anwalt von Kuciaks ebenfalls ermordeter Verlobter, Roman Kvasnica, befürchtete im Gespräch mit ROG, dass Personen, die wie Glvac mit dem Fall in Verbindung stehen, mit kompromittierendem Material erpresst werden könnten, um sie zum Schweigen zu bringen und so die Ermittlungen zu behindern. Besonders brisant ist laut Kvasnica der Verdacht, dass „Personen, die im Dienste der Slowakischen Republik standen oder noch stehen, die Voraussetzungen für den Mord an zwei unschuldigen jungen Menschen geschaffen haben“. Kuciak und seine Verlobte sollen demnach von einem ehemaligen Polizisten erschossen worden sein, nachdem ehemalige Geheimdienstler ihn mithilfe von Informationen der Polizei ausspioniert haben sollen. Kvasnica zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass die Ermittlungen erfolgreich zu Ende geführt werden könnten, dank der Integrität des Chefermittlers, der auch aufgrund der nationalen wie internationalen Aufmerksamkeit sicher vor Einflussnahme sei.

Gesundheit
Ärzte warnen vor „Krebsdiäten“

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Eine sogenannte Krebsdiät schadet Medizinern zufolge mehr, als sie nützt. „Krebs lässt sich nicht aushungern“, betont Dr. Tilman Kühn, Ernährungsexperte am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Stattdessen fördern Fastenvorschriften eine bedrohliche Mangelernährung, unter der viele Tumorpatienten leiden. Sich von Brokkoli, Rote-Beete-Saft und Zitronen zu ernähren oder Krebs mit Tee oder Himbeeren vorbeugen oder heilen zu wollen, ist wenig sinnvoll, auch wenn solche Mythen durch Internet und Ratgeberliteratur geistern. Zwar haben Wissenschaftler einige Inhaltsstoffe aufgespürt, die im Labor das Krebswachstum hemmen. „Von der Hoffnung, dass einzelne Lebensmittel eine nahezu pharmakologische Wirkung gegen Krebs haben, ist man aber völlig weg“, erklärt Kühn. Dennoch habe Ernährung „durchaus Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf einer Krebserkrankung“, sagt der Experte. Aber anders als viele denken. Oft übersehen wird: Egal ob Schnitzel oder Schokolade – sein Krebsrisiko erhöht vor allem, wer zu viel davon isst. Übergewicht gilt mittlerweile als Risikofaktor, der das Rauchen bald überholen könnte. Auch der Konsum von Alkohol erhöht das Risiko für einige häufige Tumorarten. Zudem beeinflusst die Ernährung das Rückfallrisiko. „Jeder Krebspatient sollte eine Ernährungstherapie erhalten“, fordert die Münchner Ernährungsmedizinerin Dr. Dagmar Hauner. Nicht nur, weil sich so die Prognose verbessern kann. „Es schützt die Patienten auch davor, Scharlatanen in die Hände zu fallen.“

Gesundheit
Allergologe: Immuntherapie bei Hausstauballergie meist wirksam

Trotz guter Behandlungsmöglichkeit profitieren Schätzungen zufolge derzeit nur rund zehn Prozent der Milbenallergiker von einer adäquaten Therapie. Als Goldstandard gilt aktuell die spezifische Immuntherapie, wie das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ schreibt. Dabei werden den Patienten im Abstand von mehreren Wochen winzige Mengen des auslösenden Allergens unter die Haut gespritzt. Das Immunsystem lernt auf diese Weise, den Eiweißstoff zu tolerieren. Mittlerweile sind auch Tabletten und Tropfen auf dem Markt, die der Patient selbst einnehmen kann. Weil die Allergenextrakte dabei über die Mundschleimhaut unter der Zunge aufgenommen werden, heißt das Verfahren sublinguale Immuntherapie. „Das ist für viele Patienten bequemer, weil sie nicht so oft zum Arzt müssen“, sagt Professor Timo Buhl, Allergologe an der Uniklinik Göttingen. Allerdings müssen die Präparate in der Regel täglich eingenommen werden. Und sie haben oft örtliche Nebenwirkungen, zum Beispiel ein Kribbeln auf der Zunge oder eine leichte Lippenschwellung. Welche Methode man wähle, sei eine Sache der persönlichen Vorliebe, so Buhl. Sie wirken nach heutigem Wissensstand etwa gleich gut. Ob Spritze, Tabletten oder Tropfen – in jedem Fall dauert eine erfolgreiche Immuntherapie mindestens rund drei Jahre. Das hält nicht jeder Patient durch. „Vor allem zu Beginn ist die Abbrecherquote leider sehr hoch“, so Buhl. Wer durchhält, wird belohnt: Rund 90 Prozent der Patienten erfahren dem Experten zufolge durch eine spezifische Immuntherapie eine deutliche Besserung.

Autoexport
Über 27 Milliarden Dollar: USA weiterhin größter Abnehmer deutscher Fahrzeuge

Im Jahr 2018 wurden nach vorläufigen Ergebnissen Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 229,7 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren Kraftwagen und Kraftwagenteile damit seit 2010 Deutschlands wichtigste Exportgüter. Auf den Rängen zwei und drei folgten Maschinen im Wert von 193,2 Milliarden Euro und chemische Erzeugnisse im Wert von 117,7 Milliarden Euro. Die wichtigsten Importgüter für Deutschland waren im Jahr 2018 Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 117,4 Milliarden Euro, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen im Wert von 116,9 Milliarden Euro und chemischen Erzeugnissen im Wert von 88,2 Milliarden Euro. Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland im Jahr 2018 bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen (112,7 Milliarden Euro), Maschinen (106,6 Milliarden Euro) und chemischen Erzeugnissen (29,5 Milliarden Euro) aus. Importüberschüsse wurden vor allem bei Erdöl und Erdgas sowie bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen erfasst. Für diese Güter wies der deutsche Außenhandel im Jahr 2018 einen Importüberschuss von 56,4 Milliarden Euro für Erdöl und Erdgas und von 21,3 Milliarden Euro für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Größter Abnehmer von Kraftwagen und Kraftwagenteilen waren die Vereinigten Staaten mit einem Exportwert von 27,2 Milliarden Euro. Aus den Vereinigten Staaten importiert wurden Kraftwagen und Kraftwagenteile mit einem Wert von 5,2 Milliarden Euro. Das ergibt einen deutschen Exportüberschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten für Kraftfahrzeuge in Höhe von 22,0 Milliarden Euro.

Fußball
Performance Index: Die besten Spieler der laufenden Bundesliga-Saison

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Wer sind die Fußballhelden der Nation?
Zur Ermittlung der besten Spieler unserer 1. Bundesliga nutzen wir den sogenannten Performance Index, der sich aus verschiedenen Noten und Punkten zusammensetzt. In die Wertung gelangen ausschließlich aktive Fußballer, die mindestens 30 Prozent der für sie möglichen Zeit auf dem Spielfeld waren. Die Gesamtpunktzahl fasst die Saison-Leistung prägnant zusammen, sie gilt unabhängig davon, wie lange der jeweilige Spieler insgesamt im Einsatz war. Die Webseite Ligainsider stellt diese Daten öffentlich zur Verfügung, die uns einen objektiven Blick auf die Dinge ermöglichen.
Die Bewerber zum besten Stürmer der Saison
Der junge Serbe Luka Jović steht ganz oben auf der Stürmerliste, er tritt für Eintracht Frankfurt an. Mit seinen 21 Jahren bringt er jede Menge Power aufs Feld, nicht ohne Grund verdingt er sich nebenbei auch als serbischer Nationalspieler und wurde bereits 2014 gemeinsam mit seiner dortigen Mannschaft serbischer Meister. Mit Genuss erinnern sich deutsche Fußballfans daran, wie er in einem einzigen Spiel, im Oktober 2018 gegen Fortuna Düsseldorf, fünf Tore erzielte. Der erste Treffer per Seitfallzieher schaffte es bei der Wahl zum Tor des Jahres auf den zweiten Platz. Das kicker-Magazin ernannte Jović prompt zum drittbesten Stürmer unserer Bundesliga. Im Performance Index sind ihm einige bekannte Größen dicht auf den Fersen, darunter Robert Lewandowski von Bayern München, Sébastien Haller von Eintracht Frankfurt und Paco Alcácer von Borussia Dortmund. Lewandowski erhielt bereits 2017 die Auszeichnung, 2018 durfte er sich über sein 100. Tor für Bayern München freuen – und mit ihm jubelten abertausende Fans. Wer von den genannten Bundesliga-Stars ganz real der stärkste Stürmer ist, lässt sich schwer ermitteln. Hier geht es eben nicht nur um selbstgeschossene Tore, sondern auch um die weitere Performance auf dem Platz. Zugegeben, zum Teil handelt es sich auch um eine Herzensentscheidung.
Wer ist der aktuelle Torschützenkönig?
Im Gegensatz zu anderen Kategorien ist die Frage nach dem besten Torschützen tatsächlich etwas, was sich glasklar aus der Statistik heraus beantworten lässt. Wer die meisten Tore schießt, ist der König. Dies muss nicht zwingend mit der Leistung des Spielers zusammenhängen, denn jedes Tor muss auch lange vorbereitet werden. Trotzdem handelt es sich bei Torschützenkönigen in der Regel um die Paradespieler eines Vereins. Die klare Ermittlung des besten Torschützen macht es auch möglich, dass Wettbüros diesbezüglich unterschiedliche Quoten aufstellen können. So zeichnet sich bezüglich der ersten Bundesliga bereits jetzt eine sehr eindeutige Prognose ab. Dennoch sollte man sich gerade im vielseitigen Fußballsport niemals zu sicher sein! Aktuell hat Robert Lewandowski bei den Experten deutlich die Nase vorn. In der aktuellen Saison residiert der Pole aber bisher nur auf einen 3. Platz mit 13 Treffern – und damit auf Gleichstand mit dem kürzlich verletzten Marco Reus. Luka Jovic führt mit 14 Treffern die Liste an. Die meisten Tore der gesamten Bundesligageschichte versenkte übrigens Gerd Müller. Es waren so viele, wie das Jahr Tage hat: Dreihundertfünfundsechzig!
Gerd Müller (Archivfoto: Screenshot/Youtube)
Welcher Spieler punktet im zentralen Mittelfeld?
Im Performance Index des zentralen Mittelfeldes hat sich Thiago Alcântara do Nascimento, kurz Thiago, aktuell an die Spitze gesetzt. Der 27-Jährige ist nicht nur spanischer Nationalspieler, sondern er steht auch bei Bayern München unter Vertrag. Vor allem seine Passquote von über 90 Prozent sieht absolut überzeugend aus. In Zweikämpfen geht er zudem meistens als Sieger hervor. Die Ballverlustquote liegt weit unter 2 Prozent, hingegen sind Thiagos Dribblings fast immer erfolgreich. Der belgische Nationalfußballer Axel Witsel, der sich seit 2018 Borusse nennen darf, belegt im Index einen ehrenvollen zweiten Platz. Der immerhin schon 30-Jährige erzielte gleich bei seinem ersten Auftritt bei Borussia Dortmund ein wichtiges Ausgleichstor im DFB-Pokal-Spiel. Kerem Demirbay vom TSG 1899 Hoffenheim ist Witsel dicht auf den Fersen, ebenso wie der Borusse Mahmoud Dahoud. Dahoud überzeugt durch seine häufigen Torschussvorlagen sowie die zahlreichen Balleroberungen und abgefangenen Bälle. Die Passquote glänzt mit mehr als 80 Prozent und bei Zweikämpfen hat der 23-Jährige meistens knapp die Nase vorn. Auch hier lässt sich auf seriösem Wege keine feste Entscheidung treffen, wer nun zum besten Mittelfeldspieler gekürt werden soll. Für echte Fußballfans bietet jeder der Genannten im Spiel eine echte Augenweide – zumindest meistens. Die Helden der Verteidigung im Bundesliga-Zirkus Auch Innenverteidiger braucht das Land, sie hüten das Tor wie scharfe Wachhunde und lassen im besten Fall nichts und niemand passieren. Jordan Torunarigha vom Hertha BSC hat sich in diesem Sinne ebenso verdient gemacht wie Willi Orban, der beim RB Leipzig seinen Platz gefunden hat. Torunarigha ist eine echter Luftkampfakrobat, fast immer behält er in luftigen Höhen die Oberhand. Auch seine Tacklingquote erscheint enorm, die von ihm geschossenen Pässe erreichen fast immer ihr Ziel: möglichst weit vom eigenen Tor entfernt. Auch Orban besteht den Luft- und Zweikampftest mit Bravour, seine Passquote tendiert in Richtung 80 Prozent. Insgesamt zwei ordentliche Verteidiger, die ihren Vereinen alle Ehre machen. Über den Drittplatzierten Manuel Akanji möchten wir ein paar mehr Worte verlieren. Der 23-Jährige gehört dem Schweizer Nationalkader an und die Borussen haben sich ihn bis zum Jahr 2022 gesichert. Das Ausnahmetalent gilt als blitzschneller Läufer, nebenbei ist er ein Genie im Kopfrechnen. Letzteres wird ihm auf dem grünen Rasen nicht viel weiterhelfen, Ersteres bildet hingegen die Basis für seinen grandiosen Erfolg. Seine Passquote von 92 Prozent erscheint nebenbei wirklich beeindruckend! Kein Wunder also, dass er während der WM 2018 für die Schweiz sämtliche Spiele absolvierte, bis das Team unseres Nachbarlandes im Achtelfinale ausschied. Von Akanji und den anderen genannten Verteidigern dürfen wir in Zukunft noch einiges erwarten. Denn merke: Wenn die Stürmer versagen, aber die Verteidigung hält, lässt sich eine drohende Niederlage immer noch abwenden.
Manuel Akanji (Archivfoto: Screenshot/Youtube)
Fußballer wie aus dem Bilderbuch
Kurz und gut: Der Performance Index lässt sich wunderbar dafür nutzen, Vergleiche anzustellen und den besten Fußballspielern auf die Spur zu kommen. Dabei gelangen immer wieder interessante Daten und Fakten ans Tageslicht, die unser bisheriges Bild ergänzen oder verändern.Doch die beste Methode, sich dem Fußball zu nähern, ist immer noch, aktiv zuzuschauen und mitzujubeln.