Fremdenfeindlichkeit
Rostock: Unbekannte legen Schweinekopf auf Moscheegelände

Bislang unbekannte Täter haben am Dienstag Körperteile eines Schweins am Rostocker Holbeinplatz abgelegt. Passanten, die darauf aufmerksam wurden, vermuten einen Zusammenhang zum geplanten Bau einer Moschee.

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Rostock – Bislang unbekannte Täter haben am Dienstag Körperteile eines Schweins am Rostocker Holbeinplatz abgelegt. Passanten, die darauf aufmerksam wurden, vermuten einen Zusammenhang zum geplanten Bau einer Moschee auf dem Gelände zwischen Hamburger Straße, Hans-Sachs-Allee und dem Gewächshaus des Botanischen Gartens. Das berichtet die “Ostsee Zeitung“. (OZ)

„Wir behandeln das wie einen Tatort“, zitiert das Blatt Dörte Lembke, Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock. Ob ein Zusammenhang zu dem geplanten Moschee-Bau besteht, sei noch zu klären, so Lembke. Zunächst werde die Polizei untersuchen, woher die tierischen Abfälle stammen.

Wie OZ weiter berichtet sei die muslimische Gemeinde in Rostock  auf rund 2000 Mitglieder angewachsen. Der bisherige Gebetsraum an der Erich-Schlesinger-Straße reiche für diese Anzahl nicht mehr aus. Das Rathaus habe dem Islamischen Bund daher bei der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau geholfen.

Der Plan sorgt bei einem großen Teil der Anwohner jedoch für Unmut. „Kein Stadtteil will sowas hier haben“, kommentiert eine Frau in den sozialen Medien die heutige Meldung.

(Screenshot/Facebook)

Ein Mann schreibt: „Son Teil hat hier auch nichts verloren!“

(Screenshot/Facebook)

Die ostdeutsche Stadt Rostock rückt seit Jahrzehnten immer wieder durch Fremdenfeindlichkeit und Übergriffe auf Ausländer und Asylanten in den Fokus der Öffentlichkeit.

Bereits im August des Jahres 1992 machte Rostock mit gewalttätigen Übergriffen gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen von sich reden. An den Ausschreitungen, die massivsten rassistisch motivierten Angriffe in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges, beteiligten sich mehrere hundert, teilweise rechtsextreme Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer, die den Einsatz von Polizei und Feuerwehr behinderten.

Ein Wohnheim, in dem sich noch über 100 Vietnamesen und ein Fernsehteam aufhielten, wurden mit Molotowcocktails in Brand gesteckt. Die Polizei zog sich zeitweise völlig zurück und die im brennenden Haus Eingeschlossenen waren schutzlos sich selbst überlassen. Die Übergriffe in Lichtenhagen werden auch als Pogrom  bezeichnet.

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