Türkei
Neue iranische Krimiserie „Ghando“ wird in Antalya gedreht

Antalya (aa) – In der türkischen Provinz Antalya werden derzeit Szenen aus einem neuen iranischen Fernsehkrimi gedreht. Mindestens 35 historische und touristische Orte der südlichen Provinz werden für die Fernsehserie „Ghando“ genutzt. Die erste Staffel umfasst 30 Episoden, von denen vier in der Türkei spielen werden. „ Die Handlung der TV-Serie hat Szenen im Ausland. Wir haben hierfür alle Nachbarländer abgeklappert“, sagte der iranische Direktor Jawad Afshar in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu (AA). „Die Türkei und der Iran sind seit Jahren Brüdernationen, also haben wir uns für die Türkei entschieden.“ Szenen die in der Türkei oder den USA spielen, sollen in Antalya gedreht werden, so Afshar. „Zum Beispiel kann ich in Antalya leicht eine Straße finden, die aussieht wie eine Straße in New Jersey“, sagte er. Antalya sei ein idealer Ort, um Filme und Fernsehserien zu drehen. Seinen Kollegen aus der Filmbranche werde er empfehlen, Orte in der Türkei zu nutzen. Fast 200 iranische und 50 ausländische Künstler seien in „Ghando“ zu sehen. Der iranische Produzent Mustafa Soltani sagte, dass sie sich aufgrund kultureller Ähnlichkeiten für die Türkei entschieden hätten. Die Produktion habe vor fünf Monaten begonnen und bisher habe man an fast 180 Standorten gedreht. Der berühmte iranische Schauspieler Payam Afshar, der auch die Hauptfigur in der Serie ist, sagte, er spiele einen Journalisten der Washington Post, der der Sohn amerikanischer und iranischer Eltern ist. Der Schauspieler erzählte, er habe für seine Rolle 25 Kilogramm zugenommen. Er habe auch versucht, für die Szenen in Englisch seine Aussprache zu verbessern. Seit 33 Jahren besuche er die Türkei schon, allerdings immer nur Istanbul, dies sei sein erster Besuch in Antalya. „Es ist mein erstes Mal in Antalya und ich kann sagen, dass Antalya eine wirklich internationale Stadt ist“, so Afshar gegenüber AA. „Ghando“ sei nicht das erste Kunstprojekt zwischen der Türkei und dem Iran, aber das erste offizielle Projekt, so die türkische Produzentin Eda Surmeli der AA. „Sie kamen mit einem Team von 50 Personen nach Antalya, aber jetzt sagen sie: „Wir wünschten uns, dass wir mit 200 Leuten gekommen wären“, sagte Surmeli.

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Inspiriert von den sehr beliebten türkischen Seifenopern und TV-Serien wenden sich immer mehr Eltern in Chile von den traditionellen lateinamerikanischen Vornamen ab und geben ihren Kindern türkische Namen.

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"Institut für Digitalisierungsforschung"
NRW strebt Vorreiterrolle bei künstlicher Intelligenz an

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Das Land Nordrhein-Westfalen will bei der Erforschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) eine Vorreiterrolle einnehmen. Es gehe darum, die Spitzenforschung mit der Wirtschaft bestmöglich zu vernetzen, sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Eine Plattform mit Teilnehmern von Fraunhofer Instituten, Grundlagenforschern sowie Unternehmen und Gewerkschaften diskutiere bereits mögliche Potenziale. „Wir müssen uns in bestimmten Bereichen profilieren, diese auch personell entsprechend ausstatten und Programme für Startups auflegen“, sagte die Ministerin der Zeitung. Man müsse sich dabei „genau überlegen, was man macht, denn wir können nicht mithalten mit Amazon, Facebook oder Google, die Hunderte Millionen Dollar investieren.“ Beim Thema KI gehe es nicht nur um die Technik, sondern auch um ethische Fragen: „Was wir gerne in Angriff nehmen würden, ist ein Institut für Digitalisierungsforschung. Da gibt es bereits einen Nukleus mit einem Kreis von Wissenschaftlern mit Sitz in Bochum, aus dem heraus sich das entwickeln soll.“ Pfeiffer-Poensgen plädiert zudem für eine engere Kooperation in der Medizinforschung. Ein gutes Beispiel hierfür sei der Zusammenschluss zwischen den Unis in Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf in der Krebsforschung. Den in Köln diskutierten Plan eines Verbundes von Uniklinik und städtischen Kliniken nennt die Ministerin „konsequent“. Es müsse aber erst geprüft werden, was auf die Uniklinik an finanziellen Belastungen zukäme.

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– Klinik-Verbund – Köln plant zweitgrößtes Klinikum Deutschlands

Nach der Vorstellung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker soll die Uniklinik mit den drei städtischen Kliniken Merheim, Holweide und Amsterdamer Straße eine weitreichende strategische Zusammenarbeit eingehen.

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Köln
Mediengruppe RTL Deutschland verkauft Universum Film

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Die Mediengruppe RTL Deutschland hat heute bekanntgegeben, dass sie eine Vereinbarung zum Verkauf ihres Tochterunternehmens Universum Film unterzeichnet hat. Neuer Eigentümer von Universum Film wird der Investor KKR. Bernhard zu Castell bleibt unverändert Geschäftsführer von Universum Film. Der Vollzug der Transaktion steht unter der aufschiebenden Bedingung behördlicher Genehmigungen. Jörg Graf, Geschäftsführer RTL und COO Programme Affairs Mediengruppe RTL Deutschland: „Die Mediengruppe RTL Deutschland und Universum Film haben gemeinsam zahlreiche Erfolge gefeiert. Hierfür möchte ich mich ausdrücklich bei allen Mitarbeitern der Universum Film unter der Geschäftsführung von Bernhard zu Castell bedanken. Der anhaltende wirtschaftliche Erfolg der Universum Film basiert auf dem Erwerb und Vertrieb von Filmrechten sowie ihrer erfolgreichen digitalen Transformation mit einem Schwerpunkt auf dem transaktionsbasierten Geschäft. Bei der Mediengruppe RTL Deutschland fokussieren wir unsere Strategie auf eigenproduzierte Inhalte sowie auf den Ausbau unseres Streamingdienstes TVNOW. Wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Universum Film auf vielen Ebenen fortsetzen, sind jedoch aufgrund der von uns gesetzten strategischen Schwerpunkte der Überzeugung, dass wir unsere jeweiligen Erfolgsgeschichten noch besser fortschreiben können, wenn wir voneinander unabhängig agieren.“ Bernhard zu Castell, Geschäftsführer Universum Film: „Ich bedanke mich bei der Mediengruppe RTL für spannende und erfolgreiche 15 Jahre und freue mich darauf, dass wir auch zukünftig unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen. Diese Transaktion bietet Universum Film die Möglichkeit, ihre vielfältigen Kompetenzen in einem sehr dynamischen Markt voller Chancen in eine große Content-Plattform einzubringen, die von Medienunternehmer Fred Kogel geleitet wird und hinter der das Renommee und die große Medien-Erfahrung von KKR stehen.“ „Ich bin stolz darauf, dass wir unserer Vision, in der deutschen Entertainment-Industrie etwas wirklich Neues und Einzigartiges zu schaffen, einen weiteren Schritt nähergekommen sind. Universum ergänzt unsere Plattform ideal: Wie kein Zweiter bringt das Unternehmen Inhalte maßgeschneidert zum Zuschauer – im Kino oder Zuhause. Mit Universum und TMG gehört die Plattform bereits heute in vielen Bereichen zu den Besten der Branche. Auf diesen Stärken wollen wir aufsetzen und weiter wachsen“, sagte Philipp Freise, Partner und Leiter des europäischen Investmentteams für Technologie, Medien und Telekommunikation bei KKR. Im Content-Bereich bleiben die Mediengruppe RTL Deutschland und Universum Film auch künftig verbunden, werden im Bereich Serien- und Filmentwicklung und -einkauf weiterhin eng zusammenzuarbeiten und perspektivisch weitere Marken der Mediengruppe RTL gemeinsam auf die Kinoleinwand bringen und auswerten. Ein erstes entsprechendes Projekt wurde mit dem Film „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ realisiert, das auf der VOX-Erfolgsserie basiert und am 14. Februar erfolgreich im Kino gestartet ist. Über Universum Universum ist ein Unternehmen mit Sitz in München, das auf dem nationalen und internationalen Markt Spielfilm- und Serienrechte in allen Genres erwirbt sowie koproduziert und diese im Kino und Home Entertainment auswertet. Universum ist führender Independent-Videoanbieter im deutschsprachigen Raum und betreibt die Auswertung von Lizenzen im DVD/Blu-ray- und Digitalbereich auch als Aggregator für zahlreiche externe Partner. Daneben ist Universum im Bereich Hörspiel aktiv und besitzt zwei eigene SVOD-Channels.

Bestellerprinzip
IW-Ökonom begrüßt Barley-Plan für Immobilienkäufe

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Sagner: Bestellerprinzip sorgt für mehr Wettbewerb unter Maklern Osnabrück – Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) begrüßt den Plan von Justizministerin Katarina Barley (SPD), das Bestellerprinzip von Mietwohnungen auf Kaufimmobilien auszuweiten. „Die Einführung des Bestellerprinzips bei Immobilienkäufen ist ein Schritt zu mehr Transparenz am Markt und würde zu mehr Wettbewerb unter den Maklern führen“, sagte IW-Immobilienexperte Pekko Sagner im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der Verkäufer eines Hauses oder einer Wohnung könne eher mit den Maklern über deren Bezahlung verhandeln, schließlich biete er das gesuchte Gut an. „Als Käufer sind Sie dagegen Bittsteller und haben eine deutlich schlechtere Verhandlungsposition“, sagte Sagner. Bisher bestehe für die Immobilienmakler kein Anreiz, in einen Wettbewerb zueinander zu treten.

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– Türkei – Immobilienverkäufe an Ausländer um fast 130 Prozent gestiegen

Der Verkauf von Wohnimmobilien in der Türkei an Ausländer hat sich im August gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt, berichtete das Türkische Statistische Institut (TurkStat) am Mittwoch.

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Donauwörth
Katholisches Kinderheim war über Jahrzehnte ein Ort des Grauens

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Schläge, „Teufelsbesuche“, Vergewaltigungen – in einem früheren katholischen Heim in Donauwörth widerfuhr Kindern Schlimmes. Wie “Katholisch.de“ unter Berufung auf den am Donnerstag vorgelegten Schlussbericht einer vom Augsburger Bischof Konrad Zdarsa beauftragten unabhängigen Arbeitsgruppe, berichtet, gab es dort Jahrzehntelang körperlichen, seelischen und sexuellen Missbrauch durch den Heimleiter, Erzieherinnen, ältere und frühere Bewohner. In dem Bericht sprechen 14 Personen von Gewalttaten aus den 1950er bis 1970er Jahren. 1977 schloss die Einrichtung der Pädagogischen Stiftung Cassianeum, so “Katholisch.de“ Doch das 1916 eröffnete Heim sei schon vorher ein Ort des Grauens gewesen, sagt die Theologin Gerda Riedl, Hauptabteilungsleiterin im Ordinariat und an der Arbeitsgruppe beteiligt. „Weniger der sozialen Not geschuldet, sollte damit vielmehr die Richtigkeit des pädagogischen Konzeptes des Stiftungsgründers – Ludwig Auer – erwiesen werden.“ Ein paternalistischer Geist mit strengen Befehls- und Gehorsamsketten habe von Anfang an durch das Haus geweht und später ein Sich-Wehren gegen Missstände praktisch unmöglich gemacht, schreibt “Katholisch.de“ weiter. Der 68-seitige Schlussbericht lese sich als eine einzige Bilanz des Schreckens. Kinder seien blutig geschlagen worden und hätten stundenlang auf Kleiderbügeln knien müssen. Es habe Toiletten- und Trinkverbote gegeben. Die Kinder hätten ungenießbare Fettbrocken aus der Hausschlachtung essen und Erbrochenes wieder zu sich nehmen müssen. Die Kleinen seien stundenlang alleine in dunkle Keller gesperrt worden. Auch über sexuelle Gewalt berichten die Zeugen. Das alles ist jetzt ans Licht gekommen, weil Anfang 2018 eine heute 59-Jährige einstige Heimbewohnerin im Bayerischen Rundfunk über ihr Schicksal sprach.

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– Irland – Grausiger Fund: 800 Babyleichen unter ehemaligem Heim einer Kirche entdeckt

Wie eine vom Staat beauftragte Untersuchungskommission am Freitag mitteilte, wurde damit ein bereits 2014 von einer Historikerin vorgelegter Bericht bestätigt.

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"Strategische Ziele"
Türkei beginnt Offshorebohrungen im Mittelmeer

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Aydin (aa) – Die Türkei werde in den nächsten Tagen nahe der Insel Zypern mit Offshorebohrungen beginnen, sagte der türkische Außenminister am Donnerstag. „Sowohl diejenigen, die aus der Ferne in diese Region kamen, als auch ihre Unternehmen sollten sehen, dass niemand etwas ohne uns dort tun kann“, sagte Mevlut Cavusoglu bei einer Veranstaltung von Geschäftsleuten der Region in der westtürkischen Provinz Aydin. „Ohne die Türkei kann man im Mittelmeerraum nichts tun“, betonte Cavusoglu und fügte hinzu: „Wir werden es nicht zulassen.“ Die natürlichen Ressourcen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer sowie in Zypern seien „strategische Ziele und nationale Themen“ für die Türkei. Über die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sagte Cavusoglu, obwohl die westlichen Länder die guten Beziehungen der Türkei zu Russland kritisierten, „haben die meisten dieser NATO-Mitgliedsländer bessere Beziehungen zu Russland“. Cavusoglu beschrieb die Sichtweise der westlichen Länder auf die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland als „Doppelmoral“. „Heute decken wir 50 Prozent unseres Gasbedarfs aus Russland. Einige der europäischen Länder sogar 80-90 Prozent. Das ist der Grund, warum Trump in jüngster Zeit Deutschland kritisiert hat“, so Cavusoglu. Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum immer wieder angefochten und erklärt, dass türkische Zyprioten auch Rechte auf die Ressourcen in der Region haben. Die Insel wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei, nach gewalttätigen Übergriffen auf die türkische Minderheit, als Garantiemacht interveniert hatte.

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– Energiepolitik – Krise mit Europa: Türkei startet Gasbohrungen nun im Alleingang

Das seismische Messungsschiff „Barbaros Hayrettin Pasa“ der Türkischen Petroleum-Gesellschaft hat Tiefseebohrungen zur Erkundigung von Erdgasreserven im Schwarzen Meer gestartet.

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Krise in Venezuela
Kommentar: Den USA geht es in Venezuela um den Petro-Dollar

Ein Kommentar von Ernst Wolff Die Krise in Venezuela spitzt sich immer weiter zu. Armut, Hunger und Obdachlosigkeit nehmen rasant zu, Plünderungen und Überfälle gehören in den Großstädten zum Straßenbild. Drei Millionen Menschen, ein Zehntel der Bevölkerung, haben das Land bereits verlassen. Ein Großteil der übrigen 27 Millionen Einwohner muss bei einer Inflationsrate von über 1.000 Prozent ums nackte Überleben kämpfen. Vor knapp drei Wochen hat sich Parlamentspräsident Juan Guaidó eigenmächtig zum Staatspräsidenten ernannt. Die USA, Kanada und die Europäische Union haben ihn umgehend als rechtmäßigen Nachfolger des erst im vergangenen Jahr erneut gewählten Präsidenten Maduro anerkannt. Die Bank of England hat zusätzliches Öl ins Feuer gekippt, indem sie Caracas die Auslieferung der venezolanischen Goldreserven verweigert hat. Außerdem wurden die Konten der venezolanischen Regierung in den USA eingefroren und die seit Jahren gegen das Land bestehenden Sanktionen weiter verschärft. Hintergrund und Motiv für die drastische Erhöhung des US-Druckes auf Venezuela ist eine Entscheidung, die Präsident Maduro im vergangenen Jahr getroffen hat und die in Washington als Todsünde gilt: Den Petro-Dollar als Zahlungsmittel für Öllieferungen zu verweigern. Seit der US-Dollar Mitte der siebziger Jahre durch ein Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien zum alleinigen Zahlungsmittel für die meistgehandelte Ware der Welt, das Öl, erklärt wurde, ist er als „Petro-Dollar“ neben dem US-Militär die wichtigste Stütze der US-Weltherrschaft. In den vergangenen zwanzig Jahren haben mehrere Staatschefs versucht, dem Petro-Dollar den Kampf anzusagen – mit der Folge, dass sie umgebracht und ihre Länder auf Jahrzehnte hinaus destabilisiert wurden. Genau dieses Schicksal droht Venezuela jetzt: Ein Regimewechsel wird keinesfalls, wie die Mainstream-Medien behaupten – zu „mehr Demokratie“ führen. Die arbeitende Bevölkerung Venezuelas ist zwar von Maduro, der ein Großteil der Reformen seines Vorgängers Hugo Chavez zurückgenommen hat, bitter enttäuscht. Dennoch ist sie nicht bereit, mit Guaidó eine Marionette der im gesamten Land verhassten USA als Staatspräsident zu akzeptieren. Die Aussichten für Venezuelas arbeitende Bevölkerung sind also düster: So lange Maduro im Amt bleibt, wird sich die wirtschaftliche Situation des Landes auf Grund der internationalen Isolierung weiter verschlechtern. Mit Guaidó an der Spitze wird sie sich aber keinesfalls verbessern, denn er wird einer noch drastischeren Plünderung des Landes durch ausländische Konzerne und einer verschärften Austeritätspolitik umgehend grünes Licht erteilen. Dass Maduro seit einiger Zeit versucht, sich mit chinesischer und russischer Hilfe über Wasser zu halten, verschlimmert die Situation nur noch: Da China und Russland den Petro-Dollar seit einigen Jahren ebenfalls boykottieren, indem sie untereinander und mit Drittländern immer mehr Ölverträge in Yuan und Rubel abschließen, sind auch sie längst ins Fadenkreuz der USA geraten. Weil es sich bei beiden aber im Gegensatz zu Libyen und Irak um Großmächte handelt, die nicht durch konventionelle militärische Eingriffe zu besiegen sind, wird der Konflikt mit ihnen nicht direkt, sondern in verschiedenen Regionen der Welt indirekt ausgetragen. Venezuela könnte sich so neben dem Nahen Osten zum Schauplatz für einen weiteren Stellvertreterkrieg und damit zu einem zusätzlichen internationalen Pulverfass entwickeln. Der militärisch-industrielle Komplex der USA würde einen solchen Krieg mit Sicherheit genauso begrüßen wie die US-Ölindustrie und eine Heerschar internationaler Großinvestoren. Für den US-Präsidenten käme er ebenfalls gelegen, denn er könnte die gigantischen Flüchtlingsströme, die ein solcher Krieg mit Sicherheit nach sich ziehen würde, nutzen, um mit Hilfe einer Verschärfung seiner Anti-Immigranten-Politik von der Nicht-Einhaltung seiner vielen Wahlversprechen abzulenken. In Venezuela zeigt sich einmal mehr, dass der Versuch der USA, den Petro-Dollar zu stützen und damit die eigene Macht über das globale Finanzsystem aufrecht zu erhalten, nur noch mit den Mitteln der Zerstörung, der Destabilisierung und um den Preis der Inkaufnahme von unendlichem menschlichem Leid möglich ist.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Währungskrieg – Nach Russland, Iran und China: Auch Venezuela möchte Handel in Dollar beenden

Staaten wie Russland, der Iran, China und die Türkei hatten es bereits angekündigt, die Hegemonie der US-Währung Dollar in der Weltwirtschaft einzudämmen.

Nach Russland, Iran und China: Auch Venezuela möchte Handel in Dollar beenden
 
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“.
Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

"Signal für Exportverbot"
Kinderhilfswerk begrüßt Strafe gegen Heckler und Koch

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes begrüßt die Verurteilung zweier Mitarbeiter des Waffenherstellers Heckler und Koch durch das Landgericht Stuttgart und die hohe Geldstrafe von 3,7 Millionen Euro gegen das Unternehmen. »Wir erwarten, dass von diesem Urteil ein Signal für ein grundsätzliches Exportverbot von Kleinwaffen ausgeht«, erklärte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Denn die Verbreitung von Kleinwaffen ist nicht kontrollierbar und deren Missbrauch für Verbrechen und schwere Menschenrechtsverletzungen nicht verhinderbar. Zudem ist ein restriktives, wirksames Rüstungsexportkontrollgesetz jetzt überfällig. Das Landgericht hat festgestellt, dass die sogenannte Endverbleibserklärung kein Vertragsbestandteil und damit in der Praxis wertlos ist. Dies bestätigt unsere Kritik, dass die deutsche Waffenexportkontrolle nicht ansatzweise funktioniert und grundsätzlich reformiert werden muss. Es wird daher Zeit, dass Deutschland die Konsequenzen zieht und sich zu seiner Verantwortung bekennt«, forderte Albert Recknagel. terre des hommes hat dazu eine Petition zur Verschärfung der Rüstungsexportgesetze gestartet, die bereits rund 150.000 Menschen unterzeichnet haben. Die Mitarbeiter waren von 2006 bis 2009 an dem Verkauf von insgesamt etwa 4700 Sturmgewehren und Zubehörteilen in mexikanische Unruheprovinzen beteiligt. Dorthin waren Waffenexporte nicht erlaubt. Auf den „Endverbleibserklärungen“ waren stattdessen mexikanische Bundesstaaten angegeben, in die die Lieferung von Waffen als unproblematisch galt, berichtet die “Tagesschau“. Zum Thema

– Vernehmungsprotokolle – Berlin: Bundesregierung lässt Unterlagen für Waffenverkauf fälschen

Um den Verkauf von rund 2.000 Sturmgewehren an Mexiko genehmigen zu können, hat die Bundesregierung 2005 einen Waffenhersteller zur Manipulation seiner Unterlagen aufgefordert. In den Genehmigungsunterlagen sollen die problematischen Bundesstaaten, in denen Menschenrechtsverletzungen damals an der Tagesordnung waren, durch harmlose (z.B.Puebla) ersetzt worden sein.

Berlin: Bundesregierung lässt Unterlagen für Waffenverkauf fälschen

Fußballnews
Mercedes für ein Like: Fußball-Jungstar Emre Mor beglückt brasilianisches Model Angelica Perla

Vigo (nex) – Emre Mor galt mal als großes Talent im europäischen Fußball. In letzter Zeit macht er allerdings eher mit außersportlichen Negativschlagzeilen von sich reden. Laut türkischen Medien habe der dänisch-türkische Fußballer dem brasilianischen Instagram-Model für ihre Likes einen Mercedes geschenkt. Der beim spanischen Erstligisten Celta Vigo unter Vertrag stehende 21-Jährige habe die Fotos der Samba-Schönheit bereits vor Wochen geliked, erhielt jedoch keine Reaktion der Brasilianerin, die bei Instagram mit ihren Fotos von sich reden macht.
(Foto: Screenshot/Instagram)
Daraufhin habe Mor eine Pause eingelegt und erst einige Wochen später ein weiteres Foto Angelica Perlas mit dem Kommentar „still hoping“ (immer noch hoffnungsvoll) geliked, berichten türkische Medien unter Bezugnahme auf namentlich nicht genannte spanische Medien.
(Foto: Screenshot/Instagram)
Schließlich habe das Model dann doch reagiert und begonnen, unter Mors Fotos ihr „gefällt mir“ zu setzen. Falls die Meldungen stimmen, war der ehemalige BVB-Profi über das neugewonnene Interesse der Brasilianerin so begeistert, dass er ihr dafür einen nagelneuen Mercedes schenkte. Perla war davon verständlicherweise sehr begeistert und habe sich bedankt.  

"Elfenbeinkönigin"
Tansania: Chinesische Schmugglerin zu 15 Jahre Haft verurteilt

Dar es Salam – Ein tansanisches Gericht verurteilte am Dienstag eine Chinesin, die wegen ihrer Rolle beim Handel mit Stoßzähnen von fast 900 Elefanten die „Elfenbeinkönigin“ genannt wurde. Zudem muss sie umgerechnet rund fünf Millionen Euro als Geldbuße zahlen. Die Strafe soll Wilderern und Schmugglern als Abschreckung dienen, so das Gericht. Die 69-jährige Yang Fenlan sei zwischen 2000 und 2014 der Kopf eines Schmugglerring und bis zu ihrer Verhaftung für den Schmuggel von 860 Elefantenstoßzähnen nach Asien verantwortlich gewesen. Zwei tansanische Männer seien ebenfalls für schuldig gesprochen worden. Als sie im Jahr 2015 verhaftet wurde, war sie noch Vizepräsidentin des China-Africa Business Council of Tanzania. Der WWF begrüßte die Entscheidung: „Das Urteil setzt ein klares Zeichen: Der illegale Artenhandel ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen. Statt der Strippenzieher trifft es meistens nur die kleinen Fische. Das ist diesmal anders. Wir hoffen auf eine abschreckende Wirkung“, sagt Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland. Die Wilderei für Elfenbein gilt als die Hauptursache für den Rückgang der Elefantenpopulationen in Afrika. Allein in den letzten zehn Jahren verlor der Kontinent etwa 110.000 Dickhäuter. In Tansania sank ihre Zahl zwischen 2007 und 2016 um etwa 55 Prozent auf etwa 50.000 Tiere. Für ganz Afrika rechnet man mit noch etwa 415.000 Elefanten. Hauptabnehmer für das Elfenbein sind asiatische Länder wie China, Vietnam oder Thailand, wo es zu Schmuck und Schnitzereien verarbeitet wird, berichtet WWF.