Moscheeanschlag in Neuseeland
Terroropfer: „Ich vergebe ihm“

Christchurch (nex) –  Farid Ahmed, Führungsmitglied der Deans Ave Moschee, der bei dem Terroranschlag in Christchurch seine Frau verloren hat, sagte in einem Interview mit dem neuseeländischen Nachrichtenportal „Newshub“, dass er dem Attentäter vergeben habe. Die außergewöhnliche Geste für den Mann, der so viele seiner Freunde getötet hat, sei das, was seine Frau gewollt hätte, so Ahmed. Husna Ahmed leitete Kurse für Kinder in der Moschee, während ihr Mann Predigten hielt. „Sie war wahrscheinlich offener als ich. Sie konnte jeden erreichen, sie hatte eine Anziehungskraft“, sagte Farid Ahmed gegenüber Newshub. Am Freitag brach ihr friedliches Leben zusammen, als ein rechtsradikaler Terrorist einen Anschlag auf die Moschee verübte, wo sie 20 Jahre lang gedient hatten. Das Paar war in getrennten Zimmern, und Farid Ahmed – der einen Rollstuhl benutzt – konnte nicht fliehen, berichtet Newshub weiter. „Ich dachte, ich würde nicht rauskommen, und ich war bereit zu sterben. Deshalb dachte ich in dem Moment einfach: „Kein Grund zur Panik, ich bin besser ruhig und bereit“, so der Witwer. Husna führte die Frauen und Kinder zusammen und brachte sie in Sicherheit, bevor sie zurückkehrte, um ihren Mann zu retten. Dieses gelang ihr jedoch nicht mehr, sie starb auf dem Weg zurück in die Moschee. „Ich liebe ihn, um ehrlich zu sein“, so Ahmed. „Ich glaube, er hat wahrscheinlich ein Trauma in seinem Leben durchgemacht, wahrscheinlich wurde er nicht geliebt…. Ich hasse ihn überhaupt nicht, ich hasse ihn überhaupt nicht, überhaupt nicht.“ Vergebung ist das was seine Frau Husna gewollt hätte, so Ahmed. „Sie war mutig, und sie hat ihr Leben gegeben, um andere zu retten“, sagt er. „Wenn dir jemand etwas Böses antut, tue im Gegenzug Gutes.“ Der Australier Brenton Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich Medienberichten zufolge auch Kinder. Bei drei der Verletzten handele es sich um türkische Staatsbürger. „Wir kommen nach Konstantinopel“ Bei einem vor dem Anschlag veröffentlichten Manifest ruft Tarrant dazu auf, Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, zu töten.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter. Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.    

Islamfeindlichkeit
Australien: Mann fährt Auto gegen Moschee

Stockleigh (nex) – Ein 23-jähriger Mann wurde verhaftet und angeklagt, nachdem er Polizeiangaben zufolge sein Auto am gestrigen Samstag gegen die Tore einer Moschee in Queensland Australien gefahren und dabei Beleidigungen gegen Muslime geschrien habe. Dem australischen Nachrichtenportal 9News zufolge, handelt es sich dabei um die Baitul Masroor Moschee in der Ortschaft Stockleigh. Stunden zuvor sei der Mann bereits wegen Drogen am Steuer festgenommen und mit einem 24-stündigen Fahrverbot sowie einem Gerichtstermin freigelassen worden. Gegen 19.00 Uhr sei er dann mit seinem Auto gegen die Tore der Moschee gefahren und habe Obszönitäten von sich gegeben. Daraufhin sei er weggefahren und wurde noch am selben Abend in seinem Haus verhaftet. Für heute war in dieser Moschee ein Gottesdienst für die Opfer des Terroranschlags in Neuseeland geplant. Der Islamische Rat von Queensland und der Rat der Imame von Queensland hatten Muslime und Nicht-Muslime eingeladen, daran teilzunehmen. Der Australier Brenton Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich Medienberichten zufolge auch Kinder. Bei drei der Verletzten handele es sich um türkische Staatsbürger. „Wir kommen nach Konstantinopel“ Bei einem vor dem Anschlag veröffentlichten Manifest ruft Tarrant dazu auf, Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, zu töten.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter. Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.    

Moscheeanschlag in Neuseeland
Kommentar: Tarrant hat aus Rassismus, Islamfeindlichkeit und Hass getötet

Christchurch – 49 Menschen brutal ermordet, die einfach nur friedlich in einer Moschee gebetet haben. War es Rache? Hatte der Täter Angst vor der Islamisierung? Wollte er ein Zeichen setzen? Es wird nach Gründen gesucht, obwohl es für diese Tat keinen einzigen verschissenen Grund geben kann. Er hat aus Rassismus getötet, aus Islamfeindlichkeit, aus Hass. Weil er durch und durch verkommen ist. Genau wie die, die täglich ihr Gift verspritzen, hetzen und solche Massaker beklatschen. Woanders nennt man sie Hassprediger, hierzulande heißen sie Presse, Islamkritiker oder Alternative.
Viel zu lange wurden Unterschiede gemacht, weil die mit ihren langen Bärten uns fremd aussahen und die mit den Dackelkrawatten so normal. Sie mögen vom Aussehen anders sein, in ihren Worten und in ihrem Denken sind sie gleich. Die Zeit der Besonnenheit ist vorbei. Seit Breivik und der NSU hätte klar sein müssen, dass das keine harmlosen Idioten sind, sondern Terroristen, die die Welt brennen sehen möchten. Sie sind nicht krank oder verblendet, all das wäre eine billige Entschuldigung, sondern bösartig und eine Gefahr für jeden Menschen, der in Frieden leben möchte. Sie sind Terroristen. Terrorunterstützer. Terroristenversteher. Und als solche sollten sie behandelt werden. Wird dieses Verbrechen uns eine Lehre sein? Sollte die Welt jetzt zusammenrücken und sich ohne Hass und Vorurteile begegnen? Für diese Erkenntnis hätte nicht ein Mensch sein Leben lassen müssen. Sahin Karanlik

Zum Thema

– Anschlag in Neuseeland – Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so das Manifest.

Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben

Christchurch
Türkischer Außenminister Cavusoglu in Neuseeland eingetroffen

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Christchurch (nex) – Eine hochrangige türkische Delegation traf am Sonntag in der neuseeländischen Stadt Christchurch ein, um den Opfern der beiden Terroranschläge vom Freitag Respekt zu erweisen. „Wir reisen mit Vizepräsident Fuat Oktay nach Neuseeland, um im Namen von Präsident Recep Tayyip Erdogan und der türkischen Nation unser Beileid auszusprechen und unsere Solidarität mit dem neuseeländischen Volk zu zeigen“, so Außenminister Mevlut Cavusoglu am Samstag gegenüber Reportern. Vizepräsident Fuat Oktay und Außenminister Mevlut Cavusoglu wurden bei ihrer Ankunft am Sonntag vom türkischen Botschafter in Wellington Ahmet Ergin empfangen und werden voraussichtlich die Orte besuchen, an denen die blutigen Anschläge am Montag stattfanden.
Cavusoglu (3.l) mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters (2.r)
Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern bedankte sich für den Besuch der türkischen Delegation. „Die Delegation aus der Türkei, einem Land mit muslimischer Mehrheit, ist eingetroffen, um den Muslimen ihre Unterstützung zu zeigen“, so Ardern in einer Pressekonferenz. Der Australier Brenton Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich Medienberichten zufolge auch Kinder. Bei drei der Verletzten handele es sich um türkische Staatsbürger. „Wir kommen nach Konstantinopel“ Bei einem vor dem Anschlag veröffentlichten Manifest ruft Tarrant dazu auf, Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, zu töten.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter. Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.  

Finanzen
Deutsche Bank und Commerzbank planen Fusion

Frankfurt (nex) – Commerzbank und Deutsche Bank nehmen nach Informationen aus Branchenkreisen Gespräche über eine mögliche Fusion auf. Seit Monaten wird bereits über eine Fusion der beiden Banken spekuliert. Dies berichten Medien unter Berufung auf eine Meldung der dpa. „Deutschland braucht starke Banken“, so der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef, Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Die Bundesregierung stehe „wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber“. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Kukies sollen die Bankenchefs Martin Zielke (Commerzbank) und Christian Sewing (Deutsche Bank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen, idealerweise vor der Europawahl Ende Mai. Das berichtet die Frankfurter Rundschau (FR). Demnach habe sich Kukies  im vergangenen Jahr fast zwei Dutzend Mal mit führenden Vertretern der Deutschen Bank getroffen. Bei der Commerzbank hat der Bund über seine Aktienbeteiligung von gut 15 Prozent, die er seit der Finanzkrise hält, Mitspracherecht, berichtet FR. Deutschland fehle eine internationale Großbank. Während die US-Banken wieder bestens verdienen, dümpele Deutschlands Großbanken zehn Jahre nach der Finanzkrise vor sich hin, so FR.

Moscheeanschlag in Neuseeland
Bericht: Brenton Tarrant besuchte vor und nach dem Putschversuch 2016 die Türkei

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Istanbul (nex) – Der australische Rechtsextremist Brenton Tarrant besuchte im Jahr 2016 mehrmals die Türkei.

„Der Terrorist reiste 2016 in die Türkei ein. Ich glaube, er verbrachte etwa 43 Tage im Land. Die türkischen Ermittlungsbehörden versuchen nun herauszufinden, was er hier gemacht hat. Wir können aus dem Manifest ersehen, dass er ein sehr großes Interesse für Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte, es könnte vielleicht ein Attentatsplan gegeben haben“, so Yusuf Erim, ein hochrangiger türkischer politischer Analyst, gegenüber dem Nachrichtensender TRT World.

Tarrant habe die Türkei 2016 zweimal besucht. Erim betonte, dass der 28-jährige Terrorverdächtige nach zukünftigen Anschlagszielen in der Türkei gesucht haben könnte.

„Wir wissen auch, dass er viele frühchristliche Stätten in der Türkei besuchte“, sagte Erim. Tarrant habe die Türkei vor und nach dem gescheiterten Putsch besucht und zwar zwischen dem 17. und 20. März und noch einmal zwischen dem 13. September und 25. Oktober.

„Wir kommen nach Konstantinopel“

In dem vor dem Anschlag veröffentlichten Manifest ruft Tarrant dazu auf, Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Bürgermeister von London, Sadiq Khan, zu töten.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter.

Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.

Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befindet sich Medienberichten zufolge auch Kinder.

Transformations-Kurzarbeitergeld
IG Metall fordert neues Kurzarbeitergeld

Essen – Um den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb für die Beschäftigten abzufedern, fordert die IG Metall eine neue Form des Kurzarbeitergeldes. Es soll betroffenen Betrieben während ihrer Umbruch-Phase helfen. „Ein Transformations-Kurzarbeitergeld könnte es Betrieben ermöglichen, bei Strukturumbrüchen ihre Mitarbeiter umzuschulen, ohne dass sie arbeitslos werden“, sagte Gewerkschafts-Chef Jörg Hofmann der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Mit dieser Forderung will die IG Metall auf die Bundesregierung zugehen. Bereits während der großen Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren hatte eine Ausweitung der Kurzarbeit auf Betreiben der IG Metall Massenentlassungen verhindert. Hofmann erwartet den Wegfall von 150.000 Stellen allein durch den Umstieg auf E-Mobilität. Regionen mit vielen Zulieferer-Betrieben seien besonders betroffen, für sie fordert der IG-Metall-Vorsitzende Hilfen, wie sie etwa auch die Braunkohlereviere für den vorzeitigen Kohleausstieg erhalten. „Auch hier wird es nicht ohne staatliche Unterstützung der betroffenen Regionen gehen“, sagte der IG-Metall-Vorsitzende mit Blick auf die Auto- und Zulieferer-Industrie.

Lohnpolitik
Deutscher Gewerkschaftsbund fordert Verschärfung des Gesetzes zur Lohntransparenz

Stuttgart – Vor dem nächsten bundesweiten „Equal Pay Day“ am 18. März fordert die stellvertretende Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, eine Verschärfung des Entgelttransparenzgesetzes, das in den Betrieben bisher praktisch folgenlos bleibt. „Das Gesetz hilft, ein Tabu zu brechen – mehr nicht“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Seitdem es existiert, werde vermehrt über Gehälter gesprochen. „Für ein wirksames Gesetz fehlt jedoch an vielen Stellen die Verbindlichkeit – Arbeitgeber und Teile der Union haben diese erfolgreich verhindert.“ Die im Gesetz vorgesehene Evaluation sollte daher für „deutliche Verbesserungen“ genutzt werden. Eine Frau, die in einem Betrieb mit 199 oder weniger Beschäftigten arbeitet, habe nach dem geltenden Gesetz keinen Auskunftsanspruch, so die DGB-Vize. Allerdings arbeiteten zwei Drittel aller erwerbstätigen Frauen in kleinen und Kleinstbetrieben. „Das Gesetz muss auch für kleinere Betriebe gelten“, forderte Hannack. Auch sollte es die Unternehmen verpflichten, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und Benachteiligungen zu beseitigen. „Zudem braucht es ein Verbandsklagerecht, damit Betroffene ihr Recht nicht selbst einklagen müssen.“ Pressekontakt:

Tierschutz
Tierquälerei: Drei Jahre Gefängnis für Gütesiegel-Schweinemäster

Ulm – Am Freitag den 15.03.2019 verurteilte das Amtsgericht Ulm einen Massentierhalter aus Merklingen Baden-Württemberg zu einer Haftstrafe von drei Jahren ohne Bewährung wegen hunderter Fälle von Tierquälerei, besonderer Grausamkeit und Misshandlung der Tiere aus Profitgier. Das Urteil ist das erste seiner Art in der bundesdeutschen Justizgeschichte. Der Stall war 2016 von SOKO Tierschutz aufgedeckt worden und offenbarte ein Bild des Schreckens. Die von SOKO-Chef Mülln bei Nacht und mit versteckter Kamera geheim aufgenommenen Videos zeigen sterbende, verwahrloste Tiere, Haufen mit schlimm zugerichteten toten Tieren, hunderte, schwer verletzte Schweine und das brutale Töten der Tiere mit einem Vorschlaghammer. Ermittlungen der Polizei belegten zudem, dass der Stall massiv und über Jahre überbelegt war und dadurch massiver Kannibalismus und Todesraten von über 20 % ausgelöst wurden. „In dem Stall herrschte das pure Grauen, selbst in 26 Jahren als Tierschutzermittler, habe ich weltweit nichts Vergleichbares gesehen“, berichtete SOKO-Ermittler Friedrich Mülln dem Gericht. Der Stall, dessen Fleisch EU weit im Handel war, schmückte sich mit diversen Fleischsiegeln wie Qualität aus Baden-Württemberg, QS und der Initiative Tierwohl. Der Fall legte auch das massive Versagen der Behörden offen. Diese gaben vor Gericht an eine 50 m lange Halle mit hunderten, verletzten Schweinen direkt neben dem Hauptstall über Jahre „übersehen“ zu haben und wollten von der Tierquälerei und den bis zu dreimal zu hohen Tierbeständen nichts mitbekommen haben. Die Zeugen von SOKO Tierschutz und Polizei gaben hingegen an, “ dass selbst ein Blinder diesen Stall hätte finden müssen“. Die Vernehmung der Amtsveterinäre zeichnete auch darüber hinaus ein erschreckendes Bild einer Behörde, die den Verdacht auf Unfähigkeit und sogar Korruption nährt. Einerseits arbeitete der Tierquäler neben der Haltung tausender Schweine selbst wenige Büros weiter im Landratsamt, anderseits verfügte die Behörde nicht einmal über Geräte zur Überprüfung der Stallluft, die selbst bei den Tierschützern zur Standard-Ausrüstung gehören und innerhalb von Sekunden beweisen konnten, dass die Luft in dem Stall toxisch und für die Tiere gefährlich war. In der Urteilsbegründung übte der Richter massive Kritik an der Verquickung der Behörden mit der Massentierhaltungsindustrie, dem institutionalisierten Rechtsbruch in der Branche und sprach von einem rechtsfreien Raum, der von juristischer Verantwortung beraubt, Tierquälerei aus Profitstreben verursacht. SOKO Tierschutz begrüßt das Urteil ausdrücklich und sieht darin die Chance auf eine Zeitenwende, um den rechtsfreien Raum in den Ställen endlich zu beenden. „Bisher wurde jedes Verfahren gegen Tierquälerei in der Massentierhaltung eingestellt oder mit Mini- Bußgeldern ad acta gelegt. Das Urteil von Ulm ist ein Zeichen, das die Branche erschüttern wird, denn es berührt Rechtsbrüche wie die massive Überbelegung der Ställe, den Kannibalismus und Verwahrlosung schwacher Tiere, die in tausenden Ställen Alltag sind. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Richter den nötigen Mut aufbringen, das deutsche Tierschutzgesetz endlich anzuwenden und damit dem Wildwuchs in der Tierhaltung ein für alle mal klar zu stellen, dass die Schonzeit vorbei ist und Tiere in Deutschland Rechte haben.“

Terroranschlag in Neuseeland
Kommentar: Flächendeckender Objektschutz von Moscheen dringend erforderlich

Islamfeindlicher Terrorismus ist ein Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten
Von Yasin Baş Die hinterhältigen Anschläge auf Muslime und ihre Gotteshäuser in Christchurch/Neuseeland rufen weltweit tiefe Bestürzung hervor. Dieser rassistische Massenmord, diese islamfeindliche Schandtat, die weder im Namen einer politischen Ideologie noch in der christlichen Religion begründet sein kann, wie von den Tätern intendiert, ist ekelerregend und klar zu verurteilen. Terrorismus widerspricht allen religiösen Lehren. Und Politik sollte ebenso eine Umgangsform sein, sich verbal auseinanderzusetzen. Dieses Massaker trifft uns alle zusammen Dieses Massaker ist nicht nur gegen Muslime gerichtet, sondern trifft neben der neuseeländischen Demokratie auch das friedliche und gemeinsame Zusammenleben aller Menschen. Die Tat beabsichtigt, Zwietracht zu schüren, die offene sowie tolerante Gesellschaft zu spalten und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Die Tat bezweckt ferner, den Frieden in der Welt zu schänden und Hass zu säen. Und diese Tat verfolgt nicht zuletzt, unsere gemeinsamen Werte zu zerstören. Politik, Medien und Zivilgesellschaft sind mehr gefordert als zuvor Politik, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen sind mehr denn je gefordert, sich entschlossener gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung zu erheben. Die hetzerische Stimmung gegenüber manchen gesellschaftlichen Gruppen nimmt in den letzten Jahren – auch und insbesondere in Europa – weiter zu. Die Etablierung rechtspopulistischer und rassistischer Parteien, islamfeindlicher Mainstream-Akteure sowie sogenannter islamkritischer Journalisten, die immer mehr Platz in der gesellschaftlichen Mitte finden, weist leider nicht in eine hoffnungsvolle Zukunft. Sicherheitsbehörden müssen Schutz und Vertrauen schaffen Zugleich sind unsere Behörden mehr denn je gefordert, Sicherheit und Vertrauen herzustellen. Denn nicht zuletzt die rechtsterroristischen Morde des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Deutschland oder sehr dubiose V-Leute bzw. Kontaktpersonen im Umfeld sogenannter „islamistischer“ Täter zeigen immer wieder, dass auf diesem Feld noch viele Fragen unbeantwortet sind. Einen Beauftragten für Islamfeindlichkeit Überdies ist es beunruhigend, dass trotz steigender Übergriffe auf Moscheen und muslimische Mitbürger immer noch keine ausreichenden Konzepte dagegen existieren. Wie wäre es zum Beispiel, dass es neben dem jetzigen Beauftragten für Antisemitismus auch das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für Islamfeindlichkeit (Islamophobiebeauftragten) zu schaffen? Außerdem muss schließlich die Frage öffentlich erörtert werden, ob Moscheen genauso wie Synagogen besonders durch unsere Polizei geschützt werden müssen. Der Zeitpunkt für einen flächendeckenden Objektschutz von Moscheen scheint sogar überschritten und somit dringend erforderlich. Jede Art von Gewalt muss aufs Schärfste verurteilt und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln geahndet werden. Dieser Massenmord und deren Hintergründe mit all ihren verzweigten Netzwerkstrukturen müssen dringend lückenlos aufgeklärt werden. Das ist man nicht nur den Opfern und deren Hinterbliebenen schuldig. Das ist auch im Sinne unserer offenen und toleranten Gesellschaft und unserer Demokratie überaus bedeutend.
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Zum Thema

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„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so das Manifest.

Terroranschlag: Täter wollte Erdogan und Merkel töten sowie Türken vertreiben