Kirche
Kirchenrechts-Experte: Umgang mit beurlaubtem Düsseldorfer Stadtdechanten „drakonisch und unverhältnismäßig“

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Der Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller hat die Entpflichtung des Düsseldorfer Stadtdechanten Ulrich Hennes durch den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, als „kirchenrechtlich vertretbar, aber drakonisch und unverhältnismäßig“ beurteilt. Dies sagte der Theologe dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nach Darstellung des Erzbistums hat Hennes vor 18 Jahren ein Seelsorge-Gespräch mit einem damals 20-Jährigen für eine sexuelle Handlung ausgenutzt. Weder die weltliche Justiz noch ein kirchlicher Sonderermittler konnten jedoch ein strafbares Verhalten feststellen. Weil Hennes nicht freiwillig auf seine Ämter verzichten wollte, wurde er am Mittwoch von seinem Posten als Stadtdechant entbunden. Der 57-Jährige, der alle Vorwürfe gegen ihn bestreitet, soll auch sein Amt als Pfarrer verlieren. Das zumindest hält Schüller für problematisch. „Das Pfarramt ist das einzige in der Kirche, das nur unter strengen Bedingungen entzogen werden kann. Wenn der Erzbischof jeden seiner Priester des Amtes entheben wollte, der im Kontext seelsorgerlicher Kontakte gegen den Zölibat verstoßen hat, blieben bis in die höchsten Posten vermutlich nicht mehr viele übrig.“ Der „hierarchische Rekurs“, eine förmliche Beschwerde beim Vatikan, ist nach Einschätzung des Experten rechtlich möglich, aber faktisch wenig aussichtsreich. Das eigentlich Erschreckende an dem Fall sieht Schüller in dessen Signalwirkung. Hennes – und mit ihm allen im Dienst der Kirche – werde bedeutet: „Wer in seiner Lebensführung nicht auf Linie ist, muss mit voller Härte rechnen.“

Flüchtlingskrise
Türkei: Zahl syrischer Flüchtlinge erreicht 3,6 Millionen

Ankara – Die Zahl syrischer Flüchtlinge in der Türkei habe 3,6 Millionen überschritten, sagte Innenminister Süleyman Soylu, während er hinzufügte, dass nach den Militäreinsätzen der türkischen Streitkräfte im Norden Syriens mehr als 350.000 Menschen zurückgekehrt seien. „Die Zahl der Syrer, die sich in unserem Land unter dem Status des vorübergehenden Schutzes aufhalten, hat 3,6 Millionen überschritten“, sagte Soylu am Donnerstag bei einem internationalen Sicherheitskongress an der Gendarmerie- und Küstenwacheakademie in Ankara. „Dank der sicheren Umgebung, die mit den Militäreinsätzen Euphratschild und Olivenzweig erreicht wurde, sind etwa 354.000 Syrer nach eigenem Ermessen in ihre Heimatstädte zurückgekehrt“, sagte der Minister.     Nach vermehrten Terroranschlägen auf türkischem Boden, führte die Türkei zwischen 2016 und 2018 gegen die Terrororganisationen YPG und IS zwei grenzüberschreitende Militäreinsätze in Syrien durch – „Schutzschild Euphrat“ und „Olivenzweig„. Mit über 3,6 Millionen Syrern beherbergt die Türkei die meisten Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land. Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung von Flüchtlingen bislang mehr als 40 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Zum Thema

– Sicherheitszone in Syrien – Türkei: Erdogan droht mit Durchlassen der Flüchtlinge nach Europa

Die Türkei ist mit dem Flüchtlingsstrom aus dem vom Krieg zerrütteten Syrien allein gelassen worden, und sie muss möglicherweise Grenzen nach Europa öffnen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Türkei: Erdogan droht mit Durchlassen der Flüchtlinge nach Europa

"Diyarbakir-Mütter"
PKK-Oberkommandeur Karayilan nennt Proteste der Kurden „inszeniert“

Weiterer Kurdischer Vater eines mutmaßlich entführten Kindes möchte Sohn zurück Diyarbakir – Die Proteste der „Diyarbakır-Mütter”, die ihre gekidnappten Kinder zurückwollen, geht seit dem 3. September weiter. Nachdem wichtige Kurden-Clans, Politiker, Prominente, Künstler und zuletzt iranische Opferfamilien den vor der HDP-Zentrale in Diyarbakır protestierenden Müttern beistanden, beteiligte sich nun ein weiterer Vater eines entführten Sohnes an dem Sitzstreik, dem das gleiche Schicksal wie den „Diyarbakır-Müttern” widerfuhr. Sohn war Informatiker Der Vater eines Kindes wandte sich vor der Parteizentrale in Diyarbakır an die Funktionäre der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP). Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. Halit Altun, der aus der osttürkischen Provinzstadt Muş zu den Protesten stieß, sagte, dass sein Sohn Muhsin vor vier Jahren, während seines Informatikstudiums an der İnönü-Universität in Malatya, indoktriniert und zum bewaffneten Kampf in die Berge verschleppt worden sei. „Ich war schon überall wegen meines Sohnes“ Altun, der als Chauffeur seine neunköpfige Familie ernähre, sagte zudem, dass eines seiner Söhne als Soldat in Ankara diene. Der kurdische Vater, der seit vier Jahren auf der Suche nach seinen Sohn sei, erklärte außerdem: „Ich bin meinem Land, meinem Volk und meiner Fahne treu ergeben“. Altuns Nachforschungen hätten zutage geführt, dass sein Sohn in die Nähe von Kobane gebracht worden sei. „Ich war schon überall wegen meines Sohnes. Ständig lotsen sie mich woanders hin. Ich war zwei Jahre lang nicht zu Hause und habe mein ganzes Vermögen aufs Spiel gesetzt. Ich bin aber auf keine heiße Spur von meinem Sohn gestoßen.“ „Wieso bringen sie nicht ihre eigenen Kinder in die Berge?“ Altun sagte, er wollte unbedingt dabei sein, als er von dem Sitzstreik der kurdischen Mütter erfuhr. „Ich mache die HDP verantwortlich. Sie nehmen uns unsere Kinder weg. Wieso bringen sie nicht ihre eigenen Kinder in die Berge? Ihre Kinder lassen sie studieren, aber unsere Kinder schleppen sie zum bewaffneten Kampf in die Berge.“ Murat Karayilan dementiert Entführungen Der Oberkommendeur der Terrororganisation PKK, Murat Karayilan, dementierte in einem Interview mit der in den Niederlanden ansässigen PKK-nahen Nachrichtenagentur ANF, Kinder entführt zu haben. Er nannte die Proteste der kurdischen Mütter „inszeniert“ und behauptet, dass Mitglieder der Organisation freiwillig beiträten. Mehr als 30-jährige Terrorkampagne In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

Zum Thema

– Kurden gegen PKK – Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an

Der andauernde Sitzstreik gegen die Verschleppung und Rekrutierung kurdischer Kinder durch die Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP), in Diyarbakır, entwickelt sich zu einem Lauffeuer. Nachdem sich in den letzten Tagen mächtige Kurden-Clans den Protesten angeschlossen hatten, bekamen die „Mütter von Diyarbakır“, wie die Aufbegehrenden genannt werden, prominente Unterstützung.

Gesundheit
VDI warnt vor steigender Gefahr durch Antibiotika-Resistenzen

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Viele Antibiotika wirken nicht mehr, Bakterien entwickeln zunehmend Resistenzen. Die Folgen sind dramatisch. Jedes Jahr sterben in der EU Schätzungen zufolge 33.000 Menschen an resistenten Erregern. Wir brauchen also dringend neue Antibiotika. Doch neben der Entwicklung neuer Präparate braucht es aus Sicht des VDI zugleich sehr viel mehr Anstrengungen bei dem Verhindern einer Ausbreitung von Resistenzen. Resistente Bakterien und Wirkstoffe gelangen vor allem über das Abwasser kommunaler Kläranlagen sowie über Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen in die Umwelt. Ein großes Problem: Denn resistente Keime können sich in der Umwelt vermehren und ihre Resistenzgene auf andere, und für den Menschen gefährliche Krankheitserreger, übertragen. Speziell an den genannten Hotspots müssen geeignete Behandlungsmethoden die Ausbreitung von Resistenzen reduzieren. Der VDI setzt sich dafür ein, dass vor allem die technische Entwicklung von effizienten Verfahren zur Entfernung von Antibiotika in Kläranlagen, Stallungen und bei Biogasanlagen stärker gefördert wird. Außerdem sollte bereits bei der Entwicklung neuer Antibiotika auch deren Abbau in der Umwelt mitgedacht werden. Denn je schneller sich ein Wirkstoff in der Umwelt abbaut, desto geringer ist sein Beitrag zur Verbreitung von Resistenzen. Einsatz von Antibiotika auf medizinisch notwendiges Maß reduzieren Über 90 Prozent der Atemwegsinfekte wie Erkältung, akute Bronchitis oder akute Sinusitis sind viraler Natur. Eine antibiotische Behandlung ist in diesen Fällen nicht wirksam und oft mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Neben einer besseren Aufklärung der Öffentlichkeit setzt sich der VDI insbesondere für die Entwicklung von schnellen Diagnosetests ein, die die Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infektionen direkt in der Arztpraxis erlauben und unnötige Antibiotikagaben verhindern können. VDI sieht Politik in der Pflicht Immer mehr Pharmakonzerne haben in den vergangenen Jahren ihre Antibiotika-Forschung eingestellt. Niemand investiert schließlich in ein Produkt, das die Entwicklungskosten nicht decken kann. Der VDI fordert deshalb einen gesetzlichen europäischen Rahmen, der die Unternehmen in die Lage versetzt, Antibiotika-Forschung voranzutreiben. Der VDI veröffentlicht im Januar 2020 die Publikation „Lebensretter Antibiotika – Kampf gegen Resistenzen und Erforschung neuer Wirkstoffe“, die konkrete Handlungsempfehlungen formuliert und technische Maßnahmen vorstellt.

ÖPNV
Niedersachsens Ministerpräsident Weil will Ein-Euro-Tagesticket für Bus und Bahn

SPD-Politiker fordert vor Klimakabinett mehr Bundesgeld für Nahverkehr Osnabrück – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat von der Bundesregierung eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gefordert. „Ich bin sehr dafür, den ÖPNV günstiger und den Umstieg so attraktiver zu machen“, sagte der SPD-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Damit stützte Weil kurz vor der Sitzung des Klimakabinetts an diesem Freitag die SPD-Forderung nach einem Nahverkehrsticket für einen Euro am Tag. „Eines finde ich vordringlich: Deutlich günstigere Tickets für junge Menschen, für Schülerinnen und Schüler, für Azubis und für Studierende“. Die Region Hannover mache dies mit ihrem 15-Euro-Monatsticket vor. „Auch beim Ein-Euro-Tagesticket bin ich gerne dabei“, erklärte Weil. Vom Klimakabinett erwarte er sich „einen echten Fortschritt beim Klimaschutz“, sagte der SPD-Politiker. „Wir brauchen mutige Schritte in Richtung CO2-Reduzierung, dürfen die Menschen aber nicht überfordern. Klimaschutz gelingt auf Dauer nur, wenn alle mitmachen“, betonte Weil. Niedersachsens Ministerpräsident forderte von Berlin deutlich mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr: „Ohne einen erheblichen Finanzierungsanteil des Bundes wird es nicht gehen“, sagte Weil. Dabei gehe es nicht nur um günstige Tickets. „Wir müssen die Angebote des ÖPNV ausbauen, neue Strecken erschließen, bestehende ertüchtigen und neue, möglichst emissionsfreie Busse und Bahnen anschaffen.“ Dabei dürfe der Nahverkehr nicht nur in den Städten ausgebaut werden, forderte Weil. „Klar, in Großstädten ist der Umstieg einfacher. Aber wir müssen auch auf dem Land zu einem guten ÖPNV-Angebot kommen. Das ist eine echte Herausforderung“, sagte der SPD-Politiker.

MMA-News
UFC: Tierschutzverein PETA geht wegen Bären-Video gegen Khabib Nurmagomedov vor

Jetzt kommt es ganz dick für UFC-Champion Khabib Nurmagomedov. Denn die Tierschutzorganisation PETA fordert die UFC dazu auf, sich von ihrem Leichtgewichts-Champion zu trennen. Der Grund sind mehrere Videos von Nurmagomedov, in denen Bären misshandelt worden sein sollen. Wie das Kampfsportportal GNP1 weiter berichtet, habe die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) den marktführenden MMA-Veranstalter UFC aufgefordert, sich von Nurmagomedov zu trennen. „PETA ermutigt die UFC, ihre Beziehung zu Herrn Nurmagomedov neu zu evaluieren, bis er eine klare Veränderung dabei zeigt, den Tieren den Respekt zu zeigen, den sie verdienen. Mit einem angeketteten Bären zu ringen, ist ein verachtungswürdiges Verhalten, das einen kompletten Mangel an Respekt und Rücksicht gegenüber den Tieren zeigt“, zitiert GNP1 die Organisation. Zuerst hatte das Wirtschaftsmagazin Businessinsider darüber berichtet. Bei den Videos geht es unter anderem um frühere Aufnahmen Khabibs wie er spielerisch mit einem Bären ringt. Wie Nurmagomedovs Vater in einem Interview Jahre später angab, habe er seinen damals neunjährigen Sohn mit dem Bär ringen lassen, um seinen Charakter zu testen, berichtet Bei den Videos geht es unter anderem um frühere Aufnahmen Khabibs, wie er spielerisch mit einem Bären ringt. Wie Nurmagomedovs Vater in einem Interview Jahre später angab, habe er seinen damals neunjährigen Sohn mit dem Bär ringen lassen, um seinen Charakter zu testen, berichtet GNP1 weiter. Das Video ging viral und wurde millionenfach angesehen. Bei den anderen Videos handelt es sich laut GNP1 um zwei Instagram-Videos, in denen Nurmagomedov auf dem einen seinen „alten Freund aus Kindheitstagen“ begrüßt und auf dem zweiten mit einem angeketteten Bären ringt. „Mit einem verketteten Bären zu ringen, ist ein abscheuliches Verhalten, das einen völligen Mangel an Respekt und Rücksichtnahme vor dem, was diese Tiere sind, zeigt. In der Wildnis wandern Bären durch riesige Gebiete, suchen, schwimmen, graben im Dreck, klettern auf Bäume, suchen nach einem Gefährten und drücken andere wesentliche, natürliche Verhaltensweisen aus. Diejenigen, die in Russland zum ‚Boxen‘, ‚Tanzen‘ oder anderen archaischen Formen der Unterhaltung verwendet werden, werden ihren Müttern typischerweise als Jungen entrissen, angekettet, eingesperrt, mundtot gemacht, geschlagen und um alles, was für sie von Bedeutung ist, gebracht“, so Großbritanniens PETA-Chefin Elisa Allen gegenüber Businessinsider. Wie GNP1 weiter berichtet, gibt es mittlerweile auch eine Online-Petitionen, die eine Unterbringung des Bären in einem Reservat fordert und eine Trennung der UFC von ihrem Champion.

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– MMA-News – UFC: Dustin Poirier dankt Khabib Nurmagomedov für Spende

Via Twitter dankte der US-amerikanische MMA-Kämpfer Dustin Poirier dem russischen UFC-Champion Khabib Nurmagomedov für eine „großzügige Spende“ an seine Stiftung „Good Fight Foundation“.

UFC: Dustin Poirier dankt Khabib Nurmagomedov für Spende

Balkan
US-Sonderbeauftragter Palmer: Kosovo muss Strafzölle gegen Serbien beenden

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Der US-Sonderbeauftragte für den Westbalkan, Matthew Palmer, sagte gegenüber der Voice of America, dass die nächste Kosovo-Regierung bereit sein müsse, die Strafzölle auf serbische Waren auszusetzen. Seiner Meinung nach sei dies ein Hindernis für die Fortsetzung des Dialogs zwischen Belgrad und Pristina. Palmer äußerte die Hoffnung, dass Serbien mit eigenen Initiativen reagieren könnte, wie etwa einer möglichen Aussetzung der Kampagne, andere Länder davon zu überzeugen, die Anerkennung des Kosovo zu widerrufen. So könnten beide Seiten in einer positiven Atmosphäre an den Verhandlungstisch zurückkehren, berichtet der serbische TV-Sender N1. „Wir werden deutlich sagen, dass wir erwarten, dass die nächste Regierung des Kosovo den Dialog fördert und bereit sein muss die Zölle zu widerrufen und ein Verhandlungsteam mit starken Befugnissen zu bilden“, so Palmer. Die neue Regierung in Pristina müsse sich dafür einsetzen, eine Vereinbarung zur Normalisierung der Beziehungen zu erzielen. Laut Palmer werden die USA in jeder Phase des Prozesses präsent sein, warnten aber, dass der Kosovo die Kontrolle über sein eigenes Schicksal übernehmen muss. Die Republik Kosovo hatte im vergangenen Dezember begonnen, auf Waren, die aus Serbien und Bosnien-Herzegowina in den Kosovo importiert werden, 100 Prozent Zoll zu erheben. Diese Entscheidung fiel nach einer Reihe von internationalen Rückschlägen für den jungen Balkan-Staat. Unter anderem wurde Kosovo die Mitgliedschaft in der internationalen Polizeibehörde Interpol abgelehnt. Serbien, von Russland kräftig unterstützt, feierte dies als großen Sieg.  Im November erklärte Kosovos Ministerpräsident Ramusch Haradinaj, eine Aufhebung der Sonderzölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina komme nur in Frage, wenn der Kosovo durch Serbien als unabhängiger Staat anerkannt werde. „Es war ein politisch richtiger Schritt, auf die Waren von Serbien und Bosnien-Herzegowina einen Zoll in Höhe von 100 Prozent zu erheben. Die Regierung der Republik Kosovo hatte keine andere Wahl“, so Burim Piraj, Generaldirektor der Fleischbearbeitungs-Fabrik MEKA- Kosovo, gegenüber NEX24. „Der Kosovo musste sich gegen die serbische Kampagne um die Mitgliedschaft des Kosovo in internationalen Organisationen wehren. Diese waren auch dafür verantwortlich, dass einige Länder die Anerkennung des Staates Kosovo aufgehoben haben“, so Piraj. Am 6. Oktober 2019 finden im Kosovo vorgezogene Parlamentswahlen statt

Im vergangenen Monat hatten mehrere Parteien Neuwahlen gefordert, nachdem Regierungschef Ramush Haradinaj seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er hatte seine Entscheidung mit einer Vorladung vor ein Sondergericht zur Ahndung von Kriegsverbrechen begründet.  Während des Kosovo-Krieges war Haradinaj Befehlshaber der Widerstands-Organisation UCK.

Ein Sondertribunal in Den Haag hat ihn wegen seiner Rolle bei dem Aufstand gegen die serbischen Streitkräfte 1998-99 als Verdächtiger für Kriegsverbrechen vorgeladen.

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– Nis-Merdare-Pristina – „Aussöhnung mit Kosovo“: Außenminister Pacolli gratuliert Serbien zum Bau der Autobahn

Behgjet Pacolli, der scheidende Außenminister und Vize-Premierminister des Kosovo, sagte am Freitag, dass die Unterzeichnung des Abkommens über den Bau der Autobahn, die die südliche serbische Stadt Nis mit der kosovarischen Hauptstadt Pristina verbindet, „ein großer Schritt nach vorn zur Aussöhnung mit dem Kosovo“ sei.

„Aussöhnung mit Kosovo“: Außenminister Pacolli gratuliert Serbien zum Bau der Autobahn
 

WM in Thailand
Gewichtheben-WM: Gold für Türkin Saziye Erdogan

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Pattaya – Die Türkin Saziye Erdogan wurde am Mittwoch in Thailand mit dem Weltmeistertitel 2019 im Gewichtheben gekrönt. Bei den Damen (Gewichtsklasse bis 45 Kilogramm) gewann Erdogan bei der WM in Pattaya eine Goldmedaille in der Kategorie Reißen (77 kg) und eine Silbermedaille in der Kategorie Stoßen (92 kg). Die diesjährige WM geht bis zum 27. September. Insgesamt nehmen 734 Athleten aus 105 Ländern an dem Turnier teil.

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– Kasachstan – Ringer-WM: Türke Rıza Kayaalp erneut Weltmeister

Der türkische Nationalringer Rıza Kayaalp ist zum vierten Mal Weltmeister. Der türkische Sportler bezwang im Finale der Ringer-WM in Kasachstan seinen kubanischen Rivalen Oscar Pino Hinds in der Gewichtsklasse bis 130 KG.

Ringer-WM: Türke Rıza Kayaalp erneut Weltmeister
 

Sarajevo Halal Fair
„Zentrum Europas“ Halal-Messe findet ab dem 26. September in Sarajevo statt

Sarajevo (aa) – Ab dem 26. September eröffnet in Sarajevo eine dreitägige internationale Halal-Industrieausstellung ihre Tore. Auf der Sarajevo Halal Fair (SHF), die zum zweiten Mal in der bosnisch-herzegowinischen Hauptstadt stattfindet, werden voraussichtlich rund 100 Aussteller aus 30 Ländern ihre Produkte präsentieren. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Bosna Bank International (BBI), dem Organisator der Veranstaltung, ist die Anzahl der Teilnehmer im Vergleich zum vorherigen Jahr gestiegen. „Die Messe macht Sarajevo im Bereich der Halalproduktion zum Zentrum Europas“, so Amer Bukvic, Vorstandsvorsitzender der BBI, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Damir Alihodzic, der Leiter der Agentur für Halal-Qualitätszertifizierung in Bosnien und Herzegowina, sagte, dass seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in den Ländern der Region 141 Unternehmen die Halal-Lebensmittel-Zertifizierung erhalten haben. Die Messe wird es den Teilnehmern aus den Balkanländern – darunter Serbien, Slowenien und Albanien – sowie aus der Türkei, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Malaysia und den EU-Ländern ermöglichen, Halal-Lebensmittel vorzustellen. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu ist der globale Kommunikationspartner der Veranstaltung, die von der Bosna Bank International (BBI) organisiert wird.

Ausland
Russland und Iran stellen auf SWIFT-freies Bankensystem um

Der Iran wird im nächsten Monat offiziell Mitglied der Freihandelszone der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU).

Nun hat der Chef der iranischen Zentralbank mitgeteilt, dass Moskau und Teheran in Zukunft Zahlungen durch ein Alternativsystem zum SWIFT tätigen werden,

Nun hat der Chef der iranischen Zentralbank mitgeteilt, dass Moskau und Teheran in Zukunft Zahlungen durch ein Alternativsystem zum SWIFT tätigen werden, berichtet RT Deutsch, unter Berufung auf eine Mitteilung des Gouverneurs der iranischen Zentralbank Abdolnaser Hemmati. Demnach werden Russland und der Iran künftig ihre eigenen  Finanznachrichtensysteme, das iranische SEPAM und das russische SPFS, verwenden. „Die Nutzung dieses Systems für den Handel- und Unternehmensaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten der EAWU kann auch dazu beitragen, den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten zu entwickeln und auszuweiten“, zitiert RT Deutsch den iranischen Gouverneur. Teheran werde im kommenden Monat offiziell der von Russland geführten Freihandelszone der EAWU beitreten. Wie RT Deutsch weiter berichtet, wurde das Dokument über die Beteiligung des Iran im Juni vom iranischen Parlament ratifiziert. Der iranische Präsident Hassan Rouhani habe bereits die Umsetzung des Freihandelsabkommens angeordnet. Anfang dieses Monats sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow, dass Teheran und Moskau an einer Alternative zu SWIFT arbeiten würden, so RT Deutsch. Russland begann im Jahr 2014 mit der Entwicklung des SPFS, nachdem Washington damit drohte, das Land von SWIFT zu trennen. Die erste Transaktion in dem SPFS-Netzwerk mit einem Unternehmen sei bereits im Dezember 2017 durchgeführt worden. Rund 500 Teilnehmer, darunter große russische Finanzinstitute und Unternehmen, hätten sich bereits dem Zahlungskanal angeschlossen, während weitere ausländische Banken Interesse an einer Teilnahme gezeigt haben, so RT Deutsch weiter.