Islam in Deutschland
Kommentar: Kalte Duschpflicht, ehhh, Deutschpflicht für Imame

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die Bundesregierung will eine Deutschpflicht für ausländische „Religionsbedienstete“ wie Imame einführen. In dem Gesetzentwurf der SPD und CSU wird gefordert, dass die „Religionsbediensteten“ „bereits bei der Einreise über deutsche Sprachkenntnisse verfügen“. Wie soll man denn diese Languagewall verstehen? Man will ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen ermöglichen, sowie für die erfolgreiche Integration neu Eingewanderter in Deutschland wirken, heißt es in dem Entwurf. Fehlende Sprachkenntnisse würden einer „bereits erfolgten Integration von Gemeindegliedern“ womöglich entgegentreten. Unabhängig davon bleibe es den Religionsbediensteten unbenommen, die Sprache für ihre religiösen Handlungen selbst zu wählen. Unter besonderen Umständen und in Härtefällen soll das für den ersten Aufenthaltstitel auch bei fehlenden Deutschkenntnissen gelten. Allerdings müsse der Nachweis über „einfache deutsche Sprachkenntnisse“ innerhalb eines Zeitraumes „von weniger als einem Jahr nach Einreise“ erbracht werden. Alles schön und gut; nur, was zum Teufel ist das für ein neues lückenhaftes Regelwerk und wird es denn überhaupt dem Anspruch gerecht, den man angeblich stellt? Wenn das Selbstbestimmungsrecht religiöser Verbände, Vereine und Gemeinden selbst an ihnen liegt, was zum Teufel will dann die Bundesregierung wiederherstellen und sichern? Offenbar will man den religiösen Gemeinschaften, Verbänden, Vereinen und Gemeinden nicht einmal mehr zugestehen oder gar zutrauen, ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen zu gewährleisten. Schlimmer noch, man unterstellt ihnen, die erfolgreiche Integration neu Eingewanderter zu behindern, in dem man ausländische „Religionsbedienstete“ ihre Sprache sprechen lässt, die neu Eingewanderte nun mal besser verstehen als Deutsch. Dieser Vorstoß ist entweder plumper Populismus oder reine Schikane. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ausländische Religionsbedienstete – nennen wir das Kind doch beim Namen, es geht hier vor allem um die DITIB, aber auch um alle anderen türkisch-angehauchten Gemeinschaften – in halbwegs akzeptabler Zeit so gut Deutsch lernen könnten, als dass sie damit den Erfordernissen ihres Berufes gerecht werden. Es geht hier nicht um sprachliche Fertigkeiten, die einem neu Eingewanderten morgens beim Bäcker weiterhelfen oder um Deutschkenntnisse in irgendwelchen technischen Berufen, sondern um Seelsorge; um sprachliche Fertigkeiten, die einem in religiösen, philosophischen oder auch soziologischen Dimensionen abverlangt werden. Selbst der qualitativ hochwertigste Sprachkurs vermag das nicht leisten, was man von Imamen nun abverlangen will. Aber sei es drum, dem Argument kann im Rahmen einer breiten Imam-Ausbildung in Deutschland ja Rechnung getragen werden – dann aber doch bitte ohne bevormundende Einmischung der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft und Politik in die inhaltliche Lehre der Religion. Aber bereits hier hakt es doch gewaltig. Weder will man den islamischen Religionsgemeinschaften selbstverantwortlich eine Imam-Ausbildung gewähren, noch ist man imstande, eine islamische Religionsgemeinschaft als solche auch nur ansatzweise anzuerkennen. Stattdessen eiert man mit der Deutschen Islam-Konferenz sowie landesspezifischen Staatsverträgen seit Jahrzehnten herum. Und wieso? Weil man sie aufgrund des politischen Tiefdrucks nicht anerkennen will, nicht anerkennen kann, nicht anerkennen darf. Dieses heiße Eisen von juristisch anerkannter „islamischen Religionsgemeinschaft“, die man in allen politischen Lagern bislang selbst zur Weißglut hin bearbeitet hat, will man nicht anfassen; es wäre letztlich nach all den politischen Parolen, Phrasen und Plattitüden der politische Super-Gau schlechthin. Deshalb eiern die Parteien drum herum und setzen einen faulen Kompromiss nach dem anderen auf, die das Selbstbestimmungsrecht im Grunde konterkarieren. Es ist vor allem völlig ausgeschlossen, dass man in irgendwelchen Intensivkursen als Nichtmuttersprachler Deutsch auf einem Niveau erlernen kann, das einem als Gläubigen die erforderliche spirituelle Tiefsinnigkeit ermöglicht, die einer solchen Tätigkeit abverlangt wird. Erst recht ist das unmöglich, wenn die eigene Muttersprache eine agglutinierende ist. Natürlich geht es hier auch nicht um ausländische Religionsbedienstete, sondern primär um die DITIB-Imame. Es gibt keine andere breit angelegte systematische Struktur, in die Imame aus dem Ausland entsandt werden. Es gibt tausend gute Gründe, die dafür sprechen, dass Imame Deutsch können, müssen, sollten. Dann sollte man halt zusehen, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden – und zwar von den Gemeinden selbst, die entscheiden, welchen Weg sie einschlagen. Aber darum geht es in der Politik ja in Wahrheit auch nicht. Der eigentliche Hintergrund ist von politischer Natur und soll die natürliche Bande zwischen türkischen Muslimen und Ankara schwächen, ohne dabei Gefahr zu laufen, verfassungsrechtliche Grenzen zu verletzen, die man ja dennoch ständig unterhöhlt. Derlei juristische Hütchenspielertricks sind doch seit Jahren sattsam bekannt. Zudem geht es den politischen Akteuren der CDU/CSU, der SPD, FDP oder Grünen doch auch nur darum, das eigene Wahlvolk bei der Stange zu halten. AfD und Konsorten machen es doch bereits vor, wie man die Wählerschaft für sich gewinnt, in dem man populistisch vorgibt das Selbstbestimmungsrecht religiöser Verbände, Vereine und Gemeinden“ zu sichern – erst kürzlich stellte die AfD doch selbst einen Antrag an den Bundestag mit dem selben Inhalt. Und wie will man sie sichern? In dem man genau das tut, was derzeit dieser Entwurf vorgibt zu tun: Selbstbestimmungsrecht sichern. Schön, dass die Politik, dass der Bundestag es einheitlich so sieht und um unser aller islamischen Seelenfrieden bemüht ist. Schützte das Beherrschen der deutschen Sprache denn eigentlich vor rechtsradikalem Gedankengut? Sicher nicht! Aber sie soll Integration fördern und friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen ermöglichen. Wer es glaubt!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Ausland – Österreich: Politiker will türkische Häftlinge „zurückschicken“

Nach der Drohung des türkischen Präsidenten, ab Montag, IS-Mitglieder in ihre Heimatländer zu schicken, reagiert nun FPÖ-Klubobmann Kickl.

Österreich: Politiker will türkische Häftlinge „zurückschicken“

Ausland
Österreich: Politiker will türkische Häftlinge „zurückschicken“

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Wien – Nach der Drohung des türkischen Präsidenten, ab Montag, IS-Mitglieder in ihre Heimatländer zu schicken, reagiert nun FPÖ-Klubobmann Kickl.
„Die Türkei will uns Dschihadisten schicken? Dann schicken wir Österreicher ihnen doch gleich einmal alle in unseren Gefängnissen einsitzenden türkischen Häftlinge. Das wäre mal ein Anfang“, zitiert die österreichische Tageszeitung OE24 Kickl.
Einstellung von Förderungen türkischer Institutionen, wie beispielsweise Kultur- und Bildungsvereine, nennt Kickl als weitere Maßnahmen, sollte Erdogan und die Türkei ihre Drohung ernst machen und IS-Mitglieder in ihre Heimatländer zurückschicken. Außerdem könne man bis auf Weiteres keine österreichische Staatsbürgerschaft an Türken verleihen.
Die Türkei hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in Syrien gefangen genommene ausländische IS-Kämpfer in ihre Heimatländer auszuweisen. Ab dem kommenden Montag werde Ankara die ersten 20 der 1.200 in der Türkei inhaftierten europäischen IS-Mitglieder „nach Hause schicken“, so Soylu
„Die PKK hat sie laufen gelassen, wir haben sie jedoch bereits wieder eingefangen“, sagte der türkische Innenminister.
„Die Europäer haben sie ausgebürgert und wollen sie nicht mehr haben, wir werden sie aber trotzdem in ihre Länder schicken“, so Soylu. Die Türkei werde sie ausliefern, egal was passiert.
Bereits am Montag sagte Soylu, dass gefangen genommene ausländische IS-Kämpfer samt ihren Familien ausgewiesen werden sollen.
Er reagierte damit auf Initiativen mehrerer europäischer Länder, islamistischen Kämpfern die Staatsbürgerschaft abzuerkennen oder die strafrechtliche Verfolgung in ihren derzeitigen Aufenthaltsorten vorzunehmen. Soylu sagte, das sei offenbar eine neue Methode, um die Menschen nicht zurücknehmen zu müssen. Die Türkei sei aber kein „Hotel für IS-Kämpfer“.

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– Flüchtlingskrise – Orban: EU wird Flüchtlingswelle nicht ohne Hilfe der Türkei stoppen können

Die Europäische Union kann die Flüchtlingswelle nicht ohne die Unterstützung der Türkei stoppen, sagte der ungarische Premierminister Viktor Orbán nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag.

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53 Milliarden Barrel
Iran kündigt Entdeckung eines riesigen Ölfelds an

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Teheran – Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat die Entdeckung eines neuen Ölfelds in der Chuzestan Provinz im Süden des Landes verkündet. Der Iran hat ein neues Ölfeld mit einem Potenzial von 53 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Rohöl entdeckt, sagte Präsident Hassan Rouhani am Sonntag im Staatsfernsehen IRIB. Ein Fund, der die bekannten 150 Milliarden Barrel Reserven des Landes um ein Drittel steigern könnte. „Meine Worte an das Weiße Haus, während sie den Verkauf von iranischem Öl sanktionieren, entdeckten Arbeiter und Ingenieure des Landes 53 Milliarden Barrel Öl“, sagte er nach Angaben der halboffiziellen Nachrichtenagentur Fars. Der Iran verfügt derzeit über die viertgrößten nachgewiesenen Erdölvorkommen der Welt und die zweitgrößten Erdgasvorkommen der Welt. Das neue Ölfeld könnte nach Ahvaz – mit 65 Milliarden Barrel – das zweitgrößte Feld des Iran werden. Jedoch erschweren US-Sanktionen gegen den Iran die Ausfuhr in andere Länder.

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– Währungspolitik – Türkei und Iran wollen Handel in eigenen Währungen abwickeln

Die Türkei hat gestern ein weiteres Abkommen abgeschlossen, welches die europäischen Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder irritieren und womöglich zu weiteren Strafmaßnahmen bewegen wird. Es sei unnötig, unter dem Druck von Währungen wie Dollar und Euro die Wirtschaften einzuschränken, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnungszeremonie der D8.

Türkei und Iran wollen Handel in eigenen Währungen abwickeln
     

Flüchtlingskrise
Orban: EU wird Flüchtlingswelle nicht ohne Hilfe der Türkei stoppen können

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Budapest – Die Europäische Union kann die Flüchtlingswelle nicht ohne die Unterstützung der Türkei stoppen, sagte der ungarische Premierminister Viktor Orbán nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag. Auf einer Pressekonferenz in Budapest sagte Herr Orbán, die Türkei sei der „strategische Partner Ungarns in den Bereichen Sicherheit und Migration“, und die beiden Länder strebten eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich an. Herr Orbán fügte hinzu, dass die staatliche ungarische Eximbank eine Kreditfazilität von 200 Millionen US-Dollar zur Finanzierung türkisch-ungarischer Joint Ventures eröffnet habe. Ungarn war das einzige EU-Land, das die türkische Anti-Terror-Offensive in Nordsyrien offen unterstützte und argumentierte, dass es notwendig sei, die Migration nach Europa zu reduzieren. „Wir sollten das Problem nicht nach Europa bringen, sondern die Hilfe dorthin, wo es gebraucht wird“, sagte er und bezog sich auf die vier Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Erdogan drohte erneut mit der „Öffnung der Tore“ um die Flüchtlinge nach Europa weiterreisen zu lassen, wenn die Türkei nicht die notwendige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erhält und wenn die geplante Sicherheitszone innerhalb Syriens nicht bald eingerichtet wird. „Ob Unterstützung kommt oder nicht, wir werden unsere Gäste weiter beherbergen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt“, sagte Erdogan. „Wir werden gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Wir können nicht gezwungen werden, die Last allein zu tragen“, sagte er. Der türkische Staatschef fügte lächelnd hinzu, dass die Flüchtlinge nicht nach Ungarn wollten. „Wenn wir die Grenzen öffnen, ist es klar, wohin sie gehen“, sagte Erdogan mit Hinblick auf Frankreich und Deutschland. Ankara forderte die Europäische Union wiederholt auf, ihr Versprechen von über drei Milliarden Euro an Hilfe für syrische Flüchtlinge zu erfüllen. Ein Abkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sieht vor, dass die Europäische Union „3+3 Milliarden Euro an Hilfe“ für die Betreuung von Flüchtlingen in der Türkei bereitstellt. Die Türkei sagt, dass bisher nur 850 Millionen Euro geflossen seien.

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– Syrienkrise – Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“

Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.

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Landwirtschaft
Kälberpreise in Deutschland stark eingebrochen: Weniger als 10 Euro für ein Tier

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Grund ist das Überangebot in Deutschland  Osnabrück – Der Preis für Kälber ist in Deutschland in den vergangenen Monaten „stark eingebrochen“. Das schreibt die Bundesregierung laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ auf eine Anfrage der Grünen. Demnach bekamen Landwirte im Oktober im Schnitt gerade 8,49 Euro für ein Kuhkalb. Im Mai lag der Preis nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums noch bei gut 25 Euro, und schon das war deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Wie die „NOZ“ unter Berufung auf Abrechnungen berichtet, haben einzelne Landwirte aber noch deutlich weniger für ihre Tiere erhalten – zum Teil nur einen Euro pro Tier. Das Ministerium bezieht sich auf Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Demzufolge bekamen Bauern auch für Bullenkälber deutlich weniger Geld: Im Oktober lag der durchschnittliche Preis bei unter 50 Euro. Im Mai waren es noch fast 105 Euro. Die Bundesregierung begründet den Preiseinbruch mit einem Überangebot an Kälbern. Grüne: Kälber verkommen zu wertlosem Nebenprodukt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte in der „NOZ“: „In der industriellen Milchproduktion verkommen die nicht benötigten Kälber zu wertlosen Nebenprodukten.“ Vor allem männliche Kälber werden auf Milchviehbetrieben nicht benötigt. Sie werden häufig an spezialisierte Betriebe verkauft, die die Tiere bis zur Schlachtreife mästen. Die weiblichen Tiere werden überwiegend in der Milchproduktion eingesetzt, überzählige oder unfruchtbare Kuhkälber werden verkauft. Viele dieser Mastbetriebe befinden sich im Ausland. Der Export ist allerdings ins Stocken geraten, wie Transportzahlen der Bundesregierung zeigen. Der Bauernverband beklagt, dass einzelne Veterinärämter keine Genehmigungen mehr für Kälbertransporte in andere EU-Länder erteilten. Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, teilte der „NOZ“ mit: „Das führt direkt und unmittelbar zu einem starken regionalen Angebotsüberhang und zu diesem Preisverfall. Dieses Verhalten der Behörden halten wir für untragbar.“ Hinzu kommen laut Regierung in manchen Regionen Deutschlands Vermarktungsprobleme infolge von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit.

Promi-News
Torsten Sträter: „Depression ist eine tiefschwarze, unendliche Traurigkeit“

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Comedian litt jahrelang unter Depressionen  Osnabrück – Torsten Sträter ist derzeit einer der beliebtesten deutschen Komiker und erfolgreicher Autor, kennt aber auch ganz andere Zeiten in seinem Leben. Jahrelang litt der 53-Jährige unter Depressionen. „Bei mir gab es diese Leere und Hoffnungslosigkeit, ich konnte über nichts lachen und nichts fühlen. Absolut entsetzlich“, sagte Sträter in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Depression ist eine tiefschwarze, unendliche Traurigkeit, die dir Dinge plausibel macht wie Suizid. Du denkst: Wenn du es geschickt anstellst, kannst du alle Probleme auf einen Schlag lösen. Wenn sich diese Plausibilität der schwarzen Gedanken einschleicht, musst du unbedingt etwas dagegen unternehmen.“ Sträter begab sich mehrmals in Behandlung: „Ich habe eine Therapie angefangen, zwischendurch eine gemacht und gehe auch jetzt ab und zu zum Therapeuten. Ich habe damals vor 20 Jahren Antidepressiva bekommen. Vor vier Jahren habe ich die noch einmal genommen, weil mich der Tod meiner Mutter so erwischt hat. Jetzt ist aber alles gut.“ „Ich habe nie viel Kohle gehabt“ Seine Vergangenheit sei insgesamt nicht gerade rosig gewesen: „Nach der Scheidung meiner Eltern verarmten wir. Ich habe nie viel Kohle gehabt. Irgendwann kommt es dir normal vor, nur mit den paar Euro auszukommen und zu wissen, an Urlaub ist gar nicht zu denken, und ich muss noch zehn Tage warten, bis ich mir dies oder das leisten kann – wie zum Beispiel essen gehen.“ Über diese Erfahrung sei er heute froh: „Wenn ich mit 30 viel mehr Geld verdient hätte, wäre ich wahrscheinlich durchgedreht. Und ich hätte versucht, all meine pubertären und postpubertären Fantasien finanziell zu erfüllen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Ich brauche ganz viele Sachen nicht.“ Das gilt allerdings nicht für Schuhe: „Ich habe ein Faible für Schuhe entdeckt, also für schöne Stiefel. Weil ich immer billige Schuhe hatte, trage ich jetzt teurere. Das gönne ich mir einfach. Genauso geht es mir mit Klamotten. Wenn ich irgendwo in einer netten Boutique etwas sehe und es mir dann auch noch passt, also wo ich die Plauze drunterkriege, dann kaufe ich das. Das ist ein reiner Lustkauf.“ Nach seinem Wehrdienst machte Sträter in den 1980er-Jahren eine Ausbildung zum Herrenschneider. „Fand ich gut“, sagte der Comedian im „NOZ“-Interview. „Ich war und bin ein großer Kostüm- und Maskenfreund. Batman, Zorro, all diese Charaktere haben mich als Kind sehr geprägt. Ich habe als Jugendlicher versucht, etwas zu nähen, und dabei die Bluse meiner Mutter kaputt geschnitten. Die fand das mäßig geil, also war richtig sauer. Ich war einer von den Jungs mit 14, von denen es hieß: Der ist bestimmt schwul. Weil ich oft in Stoffläden unterwegs war und nach billigen Stoffresten gefragt habe. Daraus habe ich dann etwas Brauchbares genäht.“

Türkei
Sänger Yusuf Islam lädt Erdogan zur Moschee-Eröffnung ein

London – Der britische Sänger und Songwriter Yusuf Islam, der vor seinem Übertritt zum Islam (1977) als Cat Stevens bekannt war, hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Eröffnungsfeier der Cambridge-Moschee im kommenden Monat eingeladen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt berichtet, lud Islam den türkischen Staatschef bei einem persönlichen Treffen im vergangenen Monat in Istanbul ein. Islam habe sich bei Erdogan auch für die Unterstützung der Türkei beim Bau der neuen Moschee im ostenglischen Cambridge bedankt. Die Abu Bakr Jamia Moschee soll 1.000 Gläubigen Platz bieten. Diyanet, das türkische Präsidium für religiöse Angelegenheiten, beteiligte sich am Bau. Laut Islam ist die Cambridge Moschee die erste umweltfreundliche Moschee in Europa und werde in der historischen Stadt als Brücke zwischen den Kulturen dienen.

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– Sinead O‘ Conner wird Muslima – Sängerin Sinead O’Connor bedankt sich bei Muslimen

In einem neuen Tweet dankte die irische Sängerin, die mit dem Song „Nothing compares to you“ Weltruhm erlangte, den Muslimen für ihre Unterstützung und freundliche Aufnahme in die „Ummah“, der muslimischen Weltgemeinschaft.

Sängerin Sinead O’Connor bedankt sich bei Muslimen

Justiz
Kommentar zu IS-Rückkehrern: Deutschland steht nun da wie der Ochs vorm Berg

Türkei macht Sack im Geschacher um Rücknahme von IS-Kämpfern zu Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Deutschland ist Meister bei der Selbstregulierung: Die Rücknahme pfandpflichtiger Einweggetränkeverpackungen, die Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte oder die Rückrufaktion fehlerhafter Waren… Wie aber umgehen mit den in Nordsyrien, in der Türkei oder im Irak inhaftierten deutschen IS-Kämpfern? Da sind die Deutschen ziemlich überfragt und ratlos. Deutsche Politiker und Medien sind Meister darin, sich dieser Aufgabe eben nicht zu stellen. Sie erwarten unter anderem, dass das Problem erst nicht verlagert wird, die IS-Kämpfer dort bleiben wo sie derzeit sind; quasi im Endlager, fernab der Heimat. Nun, der türkische Innenminister Süleyman Soylu und dicht dahinter, der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar, wollen aber, dass Deutschland seiner völkerrechtlichen Pflicht nachkommt und die deutschen Staatsbürger zurücknimmt; ohne Wenn und Aber. Aber beim Wenn und Aber sind die Deutschen nun mal wie moralisch verkaterte Konformisten, besinnen sich schnell mal auch an den Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft im Sinne des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 zurück. Wenn da nicht die Unterschrift von Hitler drunter stehen würde, dass Gesetz wäre längst vom Bundestag verabschiedet worden. Da steht nun Deutschland wie der Ochs vorm Berg und ist damit beschäftigt, eine pfiffige Lösung zu finden. Wie wäre es z.B., wenn ein Deutscher seine deutsche Staatsangehörigkeit verliert, weil er ohne Zustimmung des deutschen Staates Wehrdienst in Streitkräften eines fremden Staates leistet? Diesen Paragraphen gibt es. Es ist wie eine Hintertür die man im Grundgesetz klammheimlich eingebaut hat, nur kennt es nicht jeder. Aber, dazu müsste die Bundesregierung diesen Kalifatsverein des IS erst einmal als Staat anerkennen. Nein, dazu wird es ganz bestimmt nicht kommen, dass ein zivilisierter demokratischer Rechtsstaat einen Haufen von Halsabschneidern auf einem fremden Staat als Staat anerkennt! Oder doch? Wie auch immer die Debatte in Deutschland nun fortgesetzt wird, welche irren Ideen man sich dabei noch ausdenkt, um die ausgedienten IS-Kämpfer nicht zurücknehmen zu müssen, der türkische Innenminister Süleyman Soylu hat die Faxen dicke und will die ersten 20 IS-Kämpfer am Montag zurückschicken. Deutschland kann diese IS-Kämpfer ja nach rechtsstaatlichen Maßstäben wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und mit nachgewiesenen Verbrechen für mehrere Jahre hinter Gitter bringen; aber freigelassen werden sie ganz sicher wieder, weil die Strafmaße nicht lächerlicher sein können, als sie es schon sind. Das grundlegende Problem ist aber, diesen Halsabschneidern die Verbrechen erst einmal nachzuweisen. Der deutsche Innenminister Seehofer hat es des Öfteren schon durchklingen lassen, weshalb man so reagiert wie man reagiert. Man wird nicht drumherum kommen, diese IS-Kämpfer zurückzunehmen, aber man will so viel Zeit gewinnen, dass man mit dieser gewonnenen Zeit jeden einzelnen Rückkehrer erst gar nicht frei herumlaufen lässt, sondern gleich einbuchtet und zur Anklage bringt, wenn sie deutschen Boden betreten. Innenminister Seehofer hat nur ein Problem: seine Justiz hat nicht die Manpower und die Gesetze, um auch noch die Verbrechen der IS-Kämpfer im Ausland zu verfolgen, nachzuweisen und sie dann ganz sicher für wenigstens ein Jahrzehnt wegzusperren. Das bedeutet, im Grunde könnten die IS-Kämpfer zurückkehren und dennoch frei bleiben, weil die Justiz sie bei der Rückkehr nicht nahtlos einkassieren kann. Und dann das nächste Problem, was auf Deutschland zukommt: weil die deutsche Justiz ihren entsprechenden Werkzeugen bereits beraubt wurde, die Täter für wenigstens ein Jahrzehnt wegzusperren, darf man sich spätestens nach wenigen Jahren darauf freuen, mit diesen Burschen mit im gleichen Linienbus zu sitzen. Die Wattebäuschen-Strafmaße in Deutschland sind geradezu Motivation für solche Burschen, dort anzufangen, wo sie kurz zuvor aufgehört haben; aber wem erzählt man denn das als Türke, dessen Land mitunter von solchen Burschen und ähnlichen Terrororganisationen wie der PKK seit Jahrzehnten heimgesucht wird? Da ist die Türkei in diesem Punkt viel härter, schneller und effektiver, nur Frankreich oder Spanien können da mithalten. Nicht nur, dass man ausländische Terroristen und Terror-Sympathisanten abschiebt und nicht wie Deutschland auch noch zu Hochburgen von Terrororganisationen wird, nein, Terrorverherrlicher werden für ihre Propaganda empfindlich bestraft, damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, noch weiter zu gehen. Kämpfer von Terrororganisationen werden für mindestens ein Jahrzehnt weggesperrt, bis sie in ein Alter eintreten, wo ihnen der Sinn des Lebens erst bewusst wird. Das dankt ihnen die türkische Bevölkerung, denn es gab genug Linienbusse, die von solchen und anderen Burschen angegriffen wurden und tödlich endeten. In Deutschland herrscht doch noch die Wagenburg-Mentalität, in sogenannten Asylverfahren Terroristen und Verbrecher der PKK oder der FETÖ zu schützen und das auch noch zu verteidigen. Sie zu beherbergen und mit ihnen eigene politische Süppchen zu kochen, scheint diese Mentalität auch noch zu unterstreichen. Bislang war Deutschland vor Terror geradezu in Wattebäuschen eingepackt, hatte keinerlei Probleme mit Terrorismus; höchstens welche in Zusammenhang mit dem Rechtsterrorismus. Aber die richtete sich auch nicht gegen Deutschland selbst, sondern gegen Ausländer, Deutsche mit Migrationshintergrund und Juden. Jetzt wo Deutschland selbst seit Jahren in Syrien aktiv beteiligt ist und ebenso ins Visier des sogenannten Kalifatsstaates rückt, macht man sich ernsthaft Sorgen, mit welchen Mitteln man dem nun Herr wird. Nun, vielleicht versteht man jetzt so langsam, weshalb die türkische Justiz so vorgeht, wie sie vorgeht und weshalb man so stinkig ist.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Militäroffensive Friedensquelle – Türkei weist ab Montag 1.200 IS-Kämpfer nach Europa aus

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu kündigte am Freitag die Ausweisung ausländischer IS-Kämpfer in ihre Heimatländer an.

Türkei weist ab Montag 1.200 IS-Kämpfer nach Europa aus

Diplomatie
Soft-Power-Index: Türkei erneut in der Top 30 – Deutschland wieder auf Platz 3

London (nex) – Portland Communications, eine in London ansässige Agentur für politische Beratung, hat ihr Soft-Power-Index für 2019 veröffentlicht. Frankreich ist im Soft-Power-Ranking, der sogenannten Softpower30, in diesem Jahr einen Platz aufgestiegen und löste somit Großbritannien als führende Nation ab. Deutschland befindet sich wie im vergangenen Jahr auf Platz drei der Liste. Schweden hat sich in diesem Jahr um gleich vier Plätze verbessert und verdrängte die USA von Rang vier. Die Vereinigten Staaten befinden sich nun auf Platz fünf. Nachdem sich die Türkei 2018 nicht im Top-30-Ranking platzieren konnte, erreicht sie 2019 vor Russland Rang 29. Softpower30-Index 2019 1. Frankreich 2. Großbritannien 3. Deutschland 4. Schweden 5. USA 6. Schweiz 7. Kanada 8. Japan 9. Australien 10. Niederlande 11. Italien 12. Norwegen 13. Spanien 14. Dänemark 15. Finnland 16. Österreich 17. Neuseeland 18. Belgien 19. Südkorea 20. Irland 21. Singapur 22. Portugal 23. Polen 24. Tschechische Republik 25. Griechenland 26. Brasilien 27. China 28. Ungarn 29. Türkei 30. Russland „Soft Power (im Deutschen auch als weiche Macht bezeichnet) ist ein von US-Politikwissenschaftler Joseph Nye geprägter politikwissenschaftlicher Begriff, der die politische Machtausübung (insbesondere die Einflussnahme in den internationalen Beziehungen) auf Grundlage kultureller Attraktivität, der Ideologie und auch mit Hilfe Internationaler Institutionen beschreibt. Zentrales Merkmal der Soft Power ist die Machtausübung durch die Beeinflussung der Ziele politischer Akteure, ohne dass dazu (wirtschaftliche) Anreize oder (militärische) Bedrohungen eingesetzt werden„, so Wikipedia.  

Metro
Verdi sieht bei Verkauf von Real-Filialen an Edeka Mitbestimmung in Gefahr

Die Gewerkschaft Verdi übt scharfe Kritik an den Plänen des Handelskonzerns Metro, einen Teil der Real-Filialen an den Handelsriesen Edeka zu verkaufen. „Die Ausgliederung an selbstständige Kaufleute der Edeka bedeutet zum Beispiel, dass die vorhandenen Mitbestimmungsstrukturen zerschlagen werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagsausgabe). Nutzenberger bemängelt, dass beim geplanten Verkauf der SB-Warenhauskette Verdi-Tarifverträge und die Vertretung der Beschäftigten durch Betriebsräte „offenbar überhaupt keine Rolle“ spielten. Der Düsseldorfer Mutterkonzern Metro will seine kriselnde Tochter Real an den Immobilien-Investor Redos verkaufen. Doch Metro und Redos wollen nur einen Teil der Real-Märkte künftig selbst betreiben. Unprofitable Standorte sollen geschlossen, die restlichen an andere Unternehmen weitergegeben werden. Bislang hat aber nur der Handelsriese Edeka sein Interesse an einem Paket von 87 Real-Filialen beim Kartellamt angemeldet. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung dürfte Wochen dauern. Der Verkaufsprozess zieht sich bereits seit mehr als einem Jahr hin. Die 34.000 Real-Mitarbeiter, die um ihre Stellen bangen, bitten jetzt die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel um Hilfe. „Wir leiden unter Zukunftsängsten und wollen endlich wissen, wie es weiter geht“, schreiben sie in einem bewegenden Brief. „Unsere Familien leiden unter dem Druck der Ungewissheit, ob wir im Jahr 2020 unsere Arbeitsplätze noch haben werden oder nicht.“ Von der Bundesregierung fordern die Real-Beschäftigten nun, „ein Machtwort“ zu sprechen.