Ankara – Über eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 auf den Straßen der Türkei unterwegs sein, so der türkische Energie- und Rohstoffminister Fatih Donmez.
„Bis 2022 oder 2023 hoffen wir, unser eigenes einheimisches Auto auf den Straßen zu sehen“, sagte Dönmez in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu.
Nachdem die Türkei im vergangenen Dezember ihren ersten einheimischen, rein elektrisch betriebenen Autoprototypen vorgestellt hat, plane das Energieministerium nun, die Auswirkungen von einer Million Ladestationen auf das Stromverteilungsnetz des Landes zu bewerten, sagte Dönmez.
Am 27. Dezember stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde.
Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus.
TOGG arbeite derzeit mit dem Ministerium zusammen, um den optimalen Standort für die Einrichtung von Schnellladestationen im Land zu ermitteln.
„Diese Punkte sollten in der Lage sein, ein Auto in etwa 15-25 Minuten aufzuladen, je nach Kapazität und Ausstattung der Autobatterie, was bedeutet, dass eine Kapazität von 50-100 Kilowattstunden im Netz vorhanden sein muss“, so Dönmez.
Daher müssen die Schnellladegeräte in den ausgewählten Gebieten über eine ausreichende Stromversorgung verfügen, um diesen Strombedarf zu decken.
„TOGG erwartet von uns [dem Energieministerium], dass wir nicht nur die großen Städte in der Türkei, sondern auch andere kleinere Städte in Anatolien einbeziehen, wo großes Interesse besteht“, sagte Dönmez.
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Moskau: Putin und Erdogan besprechen Turkish Stream und Atomkraftwerk Akkuyu
Der russische Staatspräsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben in einem Telefongespräch ihren Wunsch für eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern geäußert.
Osnabrück – Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Einigung mit den Bundesländern auf die Einzelheiten des Kohleausstiegs gegen Kritik verteidigt.
Möglichkeit früherer Kraftwerksabschaltung „wichtiger Erfolg“
„2026 wird geprüft, ob wir den Kohleausstieg beschleunigen können, wenn wir mit dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie vorankommen“, sagte Schulze der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Dann werde die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, die derzeit ab 2030 vorgesehen sei, um drei Jahre vorgezogen. „Das haben wir neu vereinbart, und das ist ein wichtiger Erfolg.“
Schulze: Es wird keine Schlupflöcher geben
Laut Schulze werden für Steinkohlekraftwerke auch Zwangsabschaltungen möglich, wenn sich nicht ausreichend Energieversorger melden, die ihre Kohlekraftwerke freiwillig vom Netz nehmen, um die Kohleverstromung entsprechend zu mindern. „Es wird keine Schlupflöcher geben“, stellte die Ministerin klar. Bund und Kohle-Länder hatten sich in der Nacht zu Donnerstag auf Einzelheiten des geplanten Kohleausstiegs geeinigt, die nun in ein Gesetz münden sollen.
Grünes Licht für Datteln „schmerzhaft“
An diesem Dienstag wollen Vertreter der Kohlekommission die Vereinbarung bewerten. Umweltverbände hatten es als „Skandal“ bezeichnet, dass zur Bund-Länder-Einigung auch grünes Licht für die Inbetriebnahme des neuen Kohlkraftwerks Datteln in NRW gehört. „Natürlich ist es für mich als Umweltministerin schmerzhaft, wenn ein neues Kohlekraftwerk ans Netz geht“, sagte Schulze dazu in der NOZ.
„Für Datteln werden aber mehr alte Kraftwerke abgeschaltet. Das ist entscheidend für die Klimabilanz“, ergänzte sie. Der Ausstiegspfad bleibe von Datteln unberührt. „Die Kohleverstromung wird auf null heruntergefahren, und das erste Kraftwerk geht schon dieses Jahr vom Netz“, sagte die Ministerin.
Belgrad – Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Serbiens, Nebojsa Stefanovic, und Palästinas Außenminister, Riyad Al-Maliki, haben am 8. Januar ein Abkommen im Bereich der Sicherheitszusammenarbeit unterzeichnet.
Wie die serbische Regierung auf ihrer offiziellen Webseite mitteilte, regelt das Abkommen die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus, der High-Tech-Kriminalität sowie des Drogen- und Menschenhandels.
Stefanovic dankte Al-Maliki zudem für die Unterstützung Palästinas für Serbien bei der Ablehnung der Mitgliedschaft des Kosovo bei Interpol.
Al-Maliki habe unterstrichen, dass Palästina an seiner prinzipiellen Haltung zur Nichtanerkennung der einseitig proklamierten Unabhängigkeit des Kosovo festhalten werde, so eine Erklärung des serbischen Innenministeriums.
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– Energiepolitik –
Vucic: Serbien wird dank Turkish Stream Millionen verdienen
Die Gaspipeline Turkish Stream (auch TurkStream) ist für Serbien laut dem Präsidenten Alexandar Vucic ein strategisches Projekt, das Millionengewinne in die Staatskasse bringen soll. Konkret soll Belgrad aus dem Transit des russischen Erdgases auf 185 Millionen US-Dollar Einnahmen jährlich kommen.
Berlin – Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben Russland und die Türkei den Deal über die Lieferung von Fla-Raketen-Systemen S-400 aus russischer Produktion an die Türkei abgeschlossen, berichtet Sputnik.
„Wir haben das vergangene Jahr in Bezug auf die bilateralen Beziehungen als gut eingeschätzt. Trotz allen Drucks haben wir den S-400-Deal entschieden abgeschlossen“, zitiert Sputnik den türkischen Staatschef, der am Sonntag am Rande der Libyen-Konferenz in Berlin den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf.
(Screenshot/tccb)Ausschluss aus dem F-35-Programm
Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.
Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen. Schon sehr bald müssten türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen. Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein.
Wie Sputnik weiter berichtet, erinnerte Erdogan zudem an den Bauabschluss für das Pipeline-Projekt Turkish Stream und verwies auf das gemeinsame Projekt zur Errichtung eines Atomkraftwerks in der Türkei.
Libyen-Konferenz in Berlin
Mit dem Ziel die Gewalt in Libyen zu stoppen, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, den britischen Premier Boris Johnson und US-Außenminister Mike Pompeo nach Berlin geladen.
In dem seit Jahren andauernden Konflikt in Libyen mischen zahlreiche internationale Akteure mit. General Haftar, der die von der UN anerkannte Einheitsregierung in Tripolis bekämpft, wird unter anderem von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt. Die Türkei steht in dem Konflikt an der Seite der Einheitsregierung, meldet die Tagesschau. (Foto: tccb)
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Wie das US-Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, hat der Franzose Bernard Arnault, CEO des französischen Unternehmens LVMH, Amazon-Chef Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt abgelöst.
Athen – Ein griechischer Oppositionsparteiführer hat Libyens abtrünnigen Kommandanten Khalifa Haftar mit dem ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic, einem verurteilten Kriegsverbrecher, verglichen.
Vor seiner Reise nach Berlin besuchte Haftar am Freitag den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und Außenminister Nikos Dendias in Athen
„In Athen war heute der libysche Kriegsherr Haftar zu Gast. Ein Eigentor für die griechische Diplomatie – ähnlich wie in den 90er Jahren, als die von Mitsotakis snr. geführte Regierung Karadžić umarmte. Wie sind wir hierher gekommen? Alles begann mit dem unheiligen Bündnis Tsipras-Netanyahu-Exxon, um in der E. Med nach Öl & Gas zu bohren“, schrieb Yanis Varoufakis, der ehemalige Finanzminister Griechenlands, auf Twitter.
(Screenshot/Twitter)
Ein UN-Tribunal in Den Haag verurteilte Karadzic im vergangenen Jahr wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzung der Gesetze und Bräuche des Krieges während des Bosnienkrieges 1992-1995 zu lebenslanger Haft.
Türkei verurteilt Athen wegen Haftar-Besuch
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der griechischen Regierung wegen des Empfangs des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar „Sabotage“ der Friedensbemühungen vorgeworfen. „Haftar nach Griechenland einzuladen und die nationale griechische Agenda zu betonen, sabotiert die Bemühungen, Frieden nach Libyen zu bringen“, berichtet die Welt.Libyen-Konferenz in Berlin
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Erdogan an Europa: Die Welt lässt sich nicht durch Klagen und Jammern verbessern
In einem Gastbeitrag in der US-Tageszeitung Politico äußerte sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zur Lage in Libyen und der bevorstehenden Friedenskonferenz am morgigen Sonntag.
Köln – Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach steht seiner Partei nicht als Kandidat für die Kölner Oberbürgermeisterwahl im kommenden September zur Verfügung.
„Ich werde mich weiterhin auf meine Arbeit im Parlament und in meinem Wahlkreis in Mülheim und Leverkusen konzentrieren“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er sei in den zurückliegenden Wochen und Monaten von vielen Menschen in seinem Wahlkreis angesprochen worden, sich für das Spitzenamt im Rathaus zu bewerben, so Lauterbach. Innerhalb der SPD, deren Personalsuche andauert, galt der bekannte Gesundheitspolitiker als ein möglicher Kandidat.
Ungeachtet seines Verzichts auf die OB-Kandidatur wolle er sich „stärker als in der Vergangenheit in den Kommunalwahlkampf einmischen“, kündigte Lauterbach an. Es gehe ihm vor allem um die Zukunft des Krankenhauses in Köln-Holweide sowie das Thema Verkehr. Den von Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Mehrheit des Stadtrates befürworteten Verbund der städtischen Krankenhäuser und der Universitätsklinik, lehnt der SPD-Politiker ab.
Die Unternehmerin Isabel Dos Santos aus Angola, mutmaßlich reichste Frau Afrikas, hat offenbar systematisch von Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme profitiert und so ihren wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben. Diesen Verdacht erhärten interne Unterlagen zu ihren Geschäften, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ gemeinsam mit internationalen Medienpartnern auswerten konnten.
Die 46-jährige Unternehmerin ist die Tochter des ehemaligen angolanischen Staatspräsidenten Jose Eduardo Dos Santos. Mit dessen Unterstützung soll sie große Wettbewerbsvorteile erhalten haben. Auch der Verdacht der Veruntreuung von Staatsgeldern steht im Raum. Ende Dezember hat die angolanische Justiz bekannt gegeben, dass man Konten und Firmenanteile beschlagnahmt habe. Isabel dos Santos bestreitet sämtliche Vorwürfe vehement. Es handle sich um eine Kampagne gegen ihre Familie.
Die internationalen Recherchen stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den Ermittlungen der angolanischen Justiz, allerdings gibt es Überschneidungen. Unter anderem hat die Justiz die Firmenanteile von Dos Santos an der Getränke-Firma Sodiba beschlagnahmt. Die Unterlagen belegen, dass Sodiba ein Darlehen der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten hatte, mutmaßlich ohne dass eine umfassende Prüfung des Geschäfts durch die KfW stattgefunden hat. Mit den rund 50 Millionen Euro kaufte Dos Santos im Jahr 2015 eine Anlage zum Bierbrauen und zwei Abfüll-Linien bei der Krones AG aus der Oberpfalz.
Problematisch macht das Engagement der KfW, dass der Aufstieg der Sodiba im afrikanischen Getränkemarkt neben dem Geld aus Deutschland auch ein Eingriff des Präsidenten zu verdanken war. Dos Santos‘ Vater nutzte seine Macht, um das Investitionsprojekt überhaupt erst zu genehmigen.
Außerdem sagte seine Regierung dem Unternehmen Steuererleichterungen zu. Gleichzeitig gewährte eine Bank, die zu 75 Prozent dem angolanischen Staat gehört, der Sodiba ein Darlehen. Weder die KfW noch der Anlagenbauer Krones können ein Fehlverhalten an dem Geschäft erkennen.
Mehr als 400 Firmen in 41 Jurisdiktionen haben Isabel Dos Santos und ihr Umfeld in den vergangenen Jahren gegründet, fast 100 davon in Steueroasen wie Malta, Mauritius und Hong Kong. Immer wieder haben diese Firmen von öffentlichen Aufträgen in Angola, von Beratertätigkeiten und von Darlehen profitiert.
Salvadore de Freire, Menschenrechtsanwalt in Luanda, sagte dem ICIJ, Ex-Präsident „Dos Santos hat Angola wie seine persönliche Farm behandelt“. Im Herbst 2017 war Jose Eduardo Dos Santos nach 38 Jahren an der Spitze des Landes ausgeschieden. Er reagierte auf eine Anfrage nicht.
Insgesamt geht die angolanische Justiz davon aus, dass Isabel Dos Santos sich in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar an angolanischen Staatskonzernen bereichert habe. Das Geld fordert die Justiz nun zurück. Seit 2016 führte Isabel Dos Santos zum Beispiel den staatlichen Ölkonzern Sonangol. Sie wurde abberufen, als ihr Vater aus dem Präsidentenamt ausschied. Noch am Tag ihres Ausscheidens wurden aus dem Konzern ausweislich der Unterlagen rund 38 Millionen US-Dollar auf ein Konto nach Dubai überwiesen.
Im Rahmen der gemeinsamen Recherche hat Isabel Dos Santos dem Nachrichtensender BBC ein Interview gegeben: Sie bestreitet, das Geld veruntreut zu haben. Bei der Überweisung nach Dubai handle es sich um legitime Honorare für Beratungsleistungen.
Die rund 715.000 Dokumente aus dem Inneren der Dos-Santos-Geschäfte wurden der afrikanischen Journalistengruppe PPLAAF zugespielt, die sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) teilte. Rund 120 Journalisten aus 20 Ländern haben die Unterlagen gemeinsam ausgewertet und veröffentlichen die Erkenntnisse unter dem Schlagwort „Luanda Leaks“, benannt nach der Hauptstadt Angolas. In Deutschland sind NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ an dem Projekt beteiligt.
Isabel Dos Santos scheint nun die Flucht nach vorne zu suchen: In demselben Interview mit der BBC wurde sie mehrfach darauf angesprochen, ob sie sich in Zukunft vorstellen könne, als Präsidentin zu kandidieren – Dos Santos wollte das nicht ausschließen.
Ermittler Tamer Bakiner lässt Bande falscher Polizisten aus Deutschland in Izmir auffliegen: Türkische Polizei nimmt nach Informationen von RTL und LKA Baden-Württemberg rund 45 Betrüger fest
Köln – Unmittelbar vor einer großen Livesendung des Senders RTL über sogenannte falsche Polizisten aus Deutschland (Montag, 20:15 Uhr, live) ist der türkischen Polizei am Donnerstag nach Informationen von RTL ein spektakulärer Zugriff gelungen. Ausgelöst durch Hinweise des für RTL recherchierenden bekannten deutschen Ermittlers Tamer Bakiner gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg, führten Einsatzkräfte demnach eine umfangreiche Razzia in Izmir durch. Dabei sollen rund 45 Personen verhaftet worden sein.
Der jetzt erfolgte Zugriff steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Recherchen von Tamer Bakiner für das RTL-Spezial „Vorsicht – Falsche Polizisten!“ am kommenden Montag. Bakiner war es im Oktober gelungen, sich in ein Callcenter in Izmir einzuschleusen. Bei seinem Undercover-Einsatz hatte er dokumentieren können, mit welch perfiden Methoden die Betrügerbanden aus Deutschland dort vorgehen und sich dabei als falsche Polizisten ausgeben.
Nachdem Bakiner das Vertrauen der Hintermänner gewinnen konnte, wurde er in einem Appartement Zeuge, wie sie ihre Opfer am Telefon unter der gefakten Polizei-Notrufnummer 110 unter Druck setzten und manipulierten. Mit versteckter Kamera konnte er dabei dokumentieren, wie die Männer eine Frau in Baden-Württemberg davon überzeugten konnten, wegen einer angeblichen Gefahrenlage einen Geldbetrag im mittleren fünfstelligen Bereich an Kollegen zu übergeben.
Sofort informierte Tamer Bakiner das zuständige LKA in Stuttgart. Als es dann zwei Tage später vor dem Haus der Frau zur Geldübergabe kommen soll, griffen Polizeikräfte zu und verhafteten den sogenannten Abholer. Zugleich schaltete das LKA auch die türkische Polizei ein und versorgte die zuständige Behörde mit allen Informationen und Bildmaterial von Tamer Bakiner. Daraufhin beschloss die Polizei in Izmir, die Betrüger zunächst zu observieren und weiterführende Ermittlungen aufzunehmen.
Am Donnerstagabend erfolgte nun der Zugriff. Dabei konnten offenbar auch alle Betrüger, die Tamer Bakiner bei seinem Undercovereinsatz erlebt und dokumentiert hatte, verhaftet werden. Eine offizielle Bestätigung der Festnahmen seitens der türkischen Behörden steht zwar noch aus, da noch nicht alle Personen dem Haftrichter vorgeführt werden konnten. Ein Sprecher des LKA Baden-Württemberg bestätigte jedoch auf Anfrage: „Wir gehen davon aus, dass das stimmt. Wir haben aber noch keine offizielle Bestätigung aus der Türkei.“
Immer mehr Menschen in Deutschland gehen dieser perfiden Spielart organisierter Kriminalität auf den Leim: Im Jahr 2018 wurden bundesweit rund 41.000 Fälle registriert, die Schadenssumme lag bei rund 50 Millionen Euro. RTL will am Montagabend mit Unterstützung des LKA Baden-Württemberg und der Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes in der Livesendung aufzeigen, mit welchen Maschen die Betrüger arbeiten und wie man sich dagegen schützen kann.
Zuschauer, die bereits Opfer von falschen Polizisten geworden sind oder verdächtige Anrufe erhalten haben, können sich live unter der kostenfreien Hotline-Nummer 0800-2008008 melden. Für schriftliche Eingaben ist unter der Adresse falschepolizisten@rtl.de ein Email-Postfach eingerichtet. RTL.de und die Social-Media-Kanäle des Senders werden die Live-Sendung umfangreich begleiten (#falschepolizisten). Auf dem Onlineportal RTL.de läuft während der gesamten Sendung ein Liveticker mit Fakten, kurzen Videos und weiteren Fragen der Zuschauer.
Die Doku ist im Anschluss bei TVNOW zu sehen, ntv wiederholt die Sendung am Dienstag um 19.10 Uhr.
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat eine Meldepflicht für Ferienwohnungsportale wie Airbnb gefordert, um besser gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen.
Die Plattformbetreiber sollten darüber Auskunft geben müssen, „wie oft und für welche Zeiträume die Vermietung einer bestimmten Wohnung vermittelt wurde“, schreibt Geisel in einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Nur dann wird es möglich sein, mit vertretbarem Aufwand der Zweckentfremdung von Wohnraum Einhalt zu gebieten.“
Der OB beklagte, es gebe eine „besondere Beißhemmung“ des Gesetzgebers gegenüber der „Internet Economy“. Die Zweckentfremdung von Wohnungen mit Hilfe von Airbnb verschärfe aber den „in den meisten Metropolen ohnehin bereits bestehenden Mangel an Wohnraum“.
Geisel beklagte, bisher könne man dem Problem „ohne eine aufwendige Wohnungsaufsichtsbürokratie oder die Schaffung von Anreizen zu nachbarlichem Denunziantentum“ kaum beikommen.
Libyen-Konferenz: Treffen zwischen Putin und Erdogan in Berlin
Berlin – Im Rahmen der Libyen-Konferenz in Berlin traf am Vormittag der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin zusammen.
Bei der teils öffentlichen und teils vertraulichen Unterredung sagte Erdogan: „Unsere gemeinsamen Anstrengungen haben auf dem Felde für eine gewisse Ruhe gesorgt. Jedoch werden wir die eigentlichen Früchte unserer Mühen mit dem Zusammentreffen bei der Libyen-Konferenz in Berlin ernten.“
Erdogan: „Projekte im Rahmen bilateraler, nationaler Interessen zum Abschluss gebracht“
Der Großteil des Gipfeltreffens zwischen Erdogan und Putin fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bei der für Journalisten freien Runde sagte der türkische Präsident:
„Unser intensiver und konstruktiver Dialog und unsere mehrdimensionale Kooperation hat eine enorme Bedeutung für die Lösung der Probleme in unserer gemeinsamen Region und Nachbarschaft. Das Jahr 2019 haben wir für die bilateralen Beziehungen [zwischen Russland und der Türkei] gut genutzt. Wir haben das Raketenabwehrsystem S-400 trotzt großen Drucks vorangebracht und im Rahmen unserer nationalen Interessen zum Abschluss gebracht.“
Erdogan sagte ferner, dass das Pipline-Projekt „Turkish Stream“ oder das Nuklearreaktorprojekt Akkuyu wichtige strategische Entwicklungen in den türkisch-russischen Beziehungen einnähmen.
Putin: „Haben gelernt, Gemeinsamkeiten und Kompromisse zu finden“
„Sehr geehrter Herr Präsident, mein verehrter Freund, ich bin glücklich darüber, dass ich Sie erneut treffe. Wir waren alle erfreut über den gemeinsamen Gipfel am 8. Januar und die Führung in Istanbul. Wir haben zudem an der Eröffnungszeremonie des Projekts „Turkish Stream“ teilgenommen und denken, dass das Projekt sowohl für unsere beiden Staaten als auch für die europäischen Länder eine sehr wichtige Entwicklung darstellt“, sagte Putin.
Der russische Präsident wies zudem auf die Kooperation zwischen beiden Staaten hin und sagte: „Unser auf allen ebenen stattfindender Dialog ist konstruktiv, arbeits- und sachorientiert. Wir haben gelernt, Gemeinsamkeiten und Kompromisse zu finden.“
Putin sagte, dass beide Staaten in regionalen Fragen wie beim Thema Syrien, Iran oder Libyen wichtige Schritte unternommen und in Istanbul beide libyschen Konfliktparteien zur Waffenruhe aufgerufen hätten. Trotzt einiger Zwischenfälle sei der russische Präsident glücklich, dass die Konfliktparteien der Waffenruhe zugestimmt hätten und sich auch daran hielten. Aufgrund dieser Umstände sei es überhaupt zur heutigen Libyen-Konferenz in Berlin gekommen.
„Sowohl auf libyscher als auch auf europäischer Seite seien aufgrund der Vorfälle in dem Bürgerkriegsland alle Parteien tief besorgt“, so der russische Präsident.
Zum Thema
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