"Völkermord-Anerkennung"
Aserbaidschan: Die türkischen Opfer werden bewusst verschwiegen

Baku – In einer gemeinsamen Erklärung haben in Aserbaidschan fast 50 Parteien die Bezeichnung der Ereignisse im damaligen Osmanischen Reich durch US-Präsident Joe Biden als „Völkermord“ aufs Schärfste verurteilt. „Untermauert von historischen Fälschungen hat der armenische Staat immer wieder zu verschiedenen Provokationen gegriffen. Seit Jahrzehnten versuchen die armenische Propagandamaschine und ihre Unterstützer zu beweisen, dass im Osmanischen Reich ein „Völkermord“ an den Armeniern begangen wurde und die ganze Welt davon zu überzeugen“, so die Stellungnahme. In Wahrheit seien jedoch „viele Armenier aufgrund der schwierigen Kampfbedingungen, interner Konflikte, Hungersnöte und Krankheiten“ ums Leben gekommen, betonten die Parteien in der gemeinsamen Erklärung.
Es wird jedoch absichtlich übersehen, dass in dieser Zeit mehr Türken als Armenier starben
Wenn das Ziel eine objektive Untersuchung der historischen Fakten ist, sollte die historische Realität nicht für politische Zwecke verzerrt werden, so die Stellungnahme weiter. Diese Arbeit solle spezialisierten internationalen Forschungseinrichtungen sowie bekannten Historikern anvertraut werden. Die Türkei habe wiederholt ihre Bereitschaft erklärt, ihre Archive für Historiker zu öffnen und die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission zur Wahrheitsfindung vorgeschlagen.
„Die heimtückische Politik Eriwans wird durch aberwitzige Forderungen und Ansprüche wie Entschädigung und Abtretung eines Teils des türkischen Territoriums an Armenien untermauert. Die Benennung der östlichen Provinzen der Türkei als „Westarmenien“ in der armenischen Literatur dient ebenfalls dazu, diese Ansprüche zu formalisieren.“
Hodschali Massaker In der Stellungnahme sprachen die Politiker auch die Gräueltaten an der aserbaidschanischen Bevölkerung während des „Hodschali Massakers“ durch armenische Einheiten an. In der Ortschaft Hodschali haben armenische Einheiten in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 über 613 Zivilisten (Frauen, Kinder und Alte) mit einer unglaublichen Brutalität auf bestialische Weise ermordet und die Ortschaft komplett zerstört. Deutsch-aserbaidschaner kritisieren Äußerungen Auch in Deutschland lebende Aserbaidschaner haben die Äußerungen des US-Präsidenten verurteilt. „Die Vereinigten Staaten und Armenien werden am meisten unter Bidens Aussage leiden. Es ist klar, dass sich in der Realität nichts Wesentliches ändern wird, egal was Biden sagt. Das Wort des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist kein internationales Gericht, es hat keine Rechtskraft. Zuletzt möchte ich die Worte des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu zitieren: „Worte können die Geschichte nicht verändern oder umschreiben“, so etwa der in Berlin lebende Adil Schamiyev, Student an der Potsdam Universität und ehemaliger Korrespondent der AzVision gegenüber NEX24.  Schamiyev: „Vor sechsunddreißig Jahren benutzte Präsident Reagan den Begriff des “Genozids” in Bezug auf die Ereignisse zwischen 1915 und 1923 im Osmanischen Reich. Jetzt hat dies Biden gemacht. Es ist anzumerken, dass die Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten jedes Jahr am Vorabend des 24. April psychologischen Druck auf die Türkei ausgeübt haben, und es wurde mit Interesse beobachtet, wie die Präsidenten der Vereinigten Staaten diese Ereignisse einstufen werden. Jetzt hat die USA dieses wichtige Druckmittel verloren. Diese Erklärung, die Ereignisse von 1915 als Völkermord zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach ein Geschenk für Pashinjan. Es ist kein Zufall, dass die armenische Opposition derzeit die Erklärung des US-Präsidenten vom 24. April als eine Änderung der Kräfteverhältnisse zugunsten Pashinjans bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 20. Juni interpretiert.“ Biden stuft Tod Hunderttausender als Völkermord ein Als erster US-Präsident hatte Joe Biden am Samstag die Einstufung der Ereignisse von 1915 als Genozid bezeichnet.

„Wir gedenken all derer, die im Völkermord an den Armeniern während der Zeit der Osmanen gestorben sind“, erklärte er zum 106. Jahrestag der Massaker. Es handele sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen“, betonte Biden. Die Anerkennung der Geschichte sei wichtig um zu verhindern, „dass solch eine Gräueltat sich jemals wiederholt“.

Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen Hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie.

Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

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– Türkei – Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915

Der armenische „Patriarch von Konstantinopel“, Sahag Maschalian, hat die Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich scharf verurteilt.

Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915
     

Turn-Europameisterschaft
Turn-EM: Türkischer Turner Ferhat Arican wird Europameister

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Basel – Drei Monate vor den Spielen in Tokio hat der türkische Kunstturner Ferhat Arican bei der Turn-Europameisterschaften in Basel Gold gewonnen und somit seinen Titel verteidigt. Der türkische Kunstturner gewann auch bei den Meisterschaften im vergangenen Dezember in Mersin Gold, als er sich mit 15,100 vor Petro Pakhniuk aus der Ukraine und Robert Tvorogal aus Litauen durchsetzte. Für seine anspruchsvolle Übung am Barren bekam der 27-Jährige Türke in Basel 15,300 Punkte. Der russische Turner David Beljawski erreichte mit 15,133 den zweiten Platz und Bronze ging an den deutschen Turner Lukas Dauser, der mit 15,100 Punkten den dritten Platz belegte. Der Unterhachinger teilte sich Rang drei mit dem Schweizer Christian Baumann.
(Screenshot/Twitter)

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– Kunstturn-WM in Stuttgart – Erstmals in der Geschichte: Gold für Türkei im Kunstturnen

İbrahim Çolak ist bei der Kunstturn-WM (Geräteturnen) in Stuttgart als erster türkischer Sportler Weltmeister im Ringturnen geworden.

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Türkei
Istanbuls Bürgermeister Imamoglu verurteilt US-Entscheidung und wird dafür kritisiert

Istanbul – Istanbuls Oberbürgermeister Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu hat in einer Mitteilung die Anerkennung der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich als „Völkermord“ aufs Schärfste verurteilt. Hierfür wurde er in den sozialen Medien kritisiert. „Sie sind Erdogans Bruder im Geiste“, so etwa ein dem Anschein nach griechischer User auf Twitter.  Ein User mit den Namen „Roj: „Dieser Kerl soll eine Alternative zu Erdogan sein? die sind doch alle die gleiche Sch**e“. Ein weiterer schreibt:
Sie sind genau wie Erdogan. Kein Unterschied. Fanatischer Nationalismus und Tribalismus ist das, was alle Türken eint.
„Sie tun so, als wären Sie Erdogans Erzfeind. In Wirklichkeit sind Sie sein Schoßhündchen. Dieser Tweet von Ihnen hat jede (wenn es jemals eine gab) Unterstützung aus dem Westen vermasselt“, so ein „Locrian“ Imamoglu verurteilt Äußerungen Bidens Imamoglu hatte am Samstag Bidens Anerkennung der Ereignisse von 1915 als Völkermord scharf verurteilt. „Ich verurteile die Äußerungen der US-Regierung zu den Ereignissen von 1915 aufs Schärfste. Dies ist ein schwerer Fehler. Wir lehnen solche Versuche, Versuche die türkische Türkei zu belasten, lehnen wir ab, schrieb Imamoglu. Biden stuft Tod Hunderttausender als Völkermord ein Als erster US-Präsident hatte Joe Biden am Samstag die Einstufung der Ereignisse von 1915 als Genozid bezeichnet. „Wir gedenken all derer, die im Völkermord an den Armeniern während der Zeit der Osmanen gestorben sind“, erklärte er zum 106. Jahrestag der Massaker. Es handele sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen“, betonte Biden. Die Anerkennung der Geschichte sei wichtig um zu verhindern, „dass solch eine Gräueltat sich jemals wiederholt“. Türkische Regierung weist Erklärung zurück Das türkische Außenministerium wies die Erklärung Bidens „in schärfster Form“ zurück. Die Aussagen Biden hätten „keinen Wert“. Zudem habe Biden „weder legale noch moralische Autorität zur Bewertung historischer Ereignisse“. Laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu basiere die Aussage „nur auf Populismus“. „Wir haben nichts von niemandem über unsere eigene Vergangenheit zu lernen. Politischer Opportunismus ist der größte Verrat an Frieden und Gerechtigkeit“, schrieb er auf Twitter. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen Hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie.

Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

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– Türkei – Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915

Der armenische „Patriarch von Konstantinopel“, Sahag Maschalian, hat die Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich scharf verurteilt.

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Serbien
Vučić: Serbien will stärkere Beziehungen zu Bosniaken und Kroaten in Bosnien

Belgrad – Serbien will in Bosnien und Herzegowina ihre Beziehungen auch mit Bosniern und Kroaten stärken und nicht nur mit Serben, sagte der serbische Präsident Aleksandar Vučić am Donnerstag in Banja Luka, bei einem offiziellen Besuch der serbischen Delegation in der Stadt. „Wir haben nicht die Absicht, bei den Konflikten und Kriegen zu verweilen, und ich betrachte die Äußerungen, die in diese Richtung gehen, als unverantwortlich, genauso wie die Beleidigungen auf Kosten anderer Menschen“, sagte Vučić nach der Sitzung des Rates für die Zusammenarbeit zwischen Serbien und der Republika Srpska in Banja Luka. Er erinnerte daran, dass Bosnien als Ganzes das drittgrößte Exportziel für Serbien und der siebtgrößte Handelspartner sei, und sagte, er glaube, dass das Handelsvolumen im Jahr 2021 noch steigen könnte. Das mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnte Banja Luka ist eine Stadt im Norden von Bosnien und Herzegowina und De-facto-Hauptstadt der Republika Srpska. Die Republika Srpska ist neben der Föderation Bosnien und Herzegowina eine von zwei Entitäten von Bosnien und Herzegowina (BiH). Republika Srpska existiert seit dem Bosnienkrieg und war ein Schauplatz des von 1992 bis 1995 dauernden Bosnienkrieges. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen, darunter dem Massaker von Srebrenica.

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– Völkermord an bosnischen Muslimen – Düsseldorf: Bosnische Gemeinde fordert vom Bundestag Srebrenica-Resolution

Das Islamische Kulturzentrum Düsseldorf e.V. hat am Freitag die Abgeordneten des Deutschen Bundestages aufgefordert die Srebrenica-Resolution zu verabschieden.

Düsseldorf: Bosnische Gemeinde fordert vom Bundestag Srebrenica-Resolution

Türkei
Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915

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Istanbul – Der armenische „Patriarch von Konstantinopel“, Sahag Maschalian, hat die Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich scharf verurteilt. „Es macht uns traurig zu sehen, dass das Leiden unseres Volkes und das Leiden unserer Vorfahren von einigen Ländern für tagespolitische Zwecke instrumentalisiert wird“, so Maschalian in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu. Seit Jahrzehnten schon werde das Thema in den Parlamenten anderer Länder ausgeschlachtet und politisch instrumentalisiert. Dies habe bisher bloß zu Spannungen geführt und einer Annäherung nicht gedient., so Maschalian. „Im Gegenteil, sie provoziert feindliche Gefühle und verzögert den Frieden“, sagte er. Er betonte, dass die Freundschaft und Aufrichtigkeit zwischen der türkischen und armenischen Nation gestärkt werden müsse. Unter diesen Bedingungen würde auch die Bewertung der historischen Ereignisse viel konstruktiver und zufriedenstellender sein. Er fügte hinzu, dass von Drittländern ein ermutigender Beitrag in dieser Richtung erwartet werde. „Wir werden, genau wie unsere Vorgänger und verstorbenen Patriarchen, weiterhin Frieden, Freundschaft und Wohlergehen zwischen Türken und Armeniern wünschen. Wir werden den raschen Wiederaufbau der Beziehungen auf der Grundlage von Nachbarschaft und Gemeinsamkeiten fördern“, erklärte der Geistliche weiter. In Anbetracht ihrer geografischen Lage und historischen Erfahrungen seien Armenien und die Türkei als Nachbarländer dazu bestimmt zu koexistieren. „Wir ziehen es vor, zu denjenigen zu gehören, die hoffnungsvoll die Wiederbelebung der nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien erwarten, die für diese Länder einzigartig sind und in den Traditionen der beiden Gemeinschaften bestehen“, fügte er hinzu. „Der verehrte Recep Tayyip Erdogan ist in seiner Zeit sowohl als Ministerpräsident als auch als Staatspräsident der einzige hohe Staatsbeamte in der Geschichte der Türkischen Republik, der Botschaften zu diesem Anlass überbringt“, sagte Maschalian. „Diese Botschaften zeigen einen Geist, der unseren Schmerz teilt und einen gewissen Respekt für die Kinder unserer Nation, die ihr Leben im Exil verloren haben.“ Dies solle man als als positive Schritte in Richtung einer zukünftigen Annäherung sehen. „Wenn nur die gemeinsame Geschichtskommission, die sie vorgeschlagen haben, hätte eingerichtet werden können, dann wären mindestens 15 Jahre Fortschritt gemacht worden. Wenn nur die Abkommensprotokolle hätten umgesetzt werden können, dann hätte man die Grenzen öffnen können. Dann hätte die Lösung für Karabach anders ausfallen können“, fuhr er fort. Es  sei jedoch noch immer nicht zu spät. „Das Projekt zum Aufbau eines Sechs-Länder-Beckens, das unser  Präsident für den Kaukasus vorgeschlagen hat, kann den Gemeinden in der Region den Frieden des Jahrhunderts bringen.“ Bei einem Staatsbesuch in Aserbaidschan im Dezember hatte Erdogan in einer bedeutungsvollen Geste des Friedens in einer Rede eine mögliche Öffnung der Grenzen zu Armenien angekündigt. „Wir hegen keinen Groll gegen das Volk von Armenien. Das Problem ist mit der armenischen Regierung. Über 100.000 Armenier leben in meinem Land“, betonte Erdogan. Erdogan erwähnte in seiner Rede einen Plan für einen „Sechs-Nationen-Block“. Auch Russland befürworte dieses Vorhaben. „Russland, die Türkei, Aserbaidschan, Iran, Georgien….Armenien könnten in diese Plattform einbezogen werden“, so der  türkische Staatschef damals.
Der Kommunikationsdirektor der Türkei, Fahrettin Altun, stimmte den Äußerungen Maschalians mit einer Erklärung in den sozialen Medien zu: „Sahak Mashalian, der armenische Patriarch der Türkei, hat treffend festgestellt, dass vergangenes Leid nicht für kurzfristige politische Gewinne ausgenutzt werden darf“, so Altun „Wir werden weiterhin friedlich und als Brüder und Schwestern in diesem Land zusammenleben“, fügte er hinzu. „Gemeinsam sind wir die Türkei“, bemerkte Altun Der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin unterstützte Maschalians Äußerungen auf Twitter mit den Worten: „Die Geschichte für eine enge politische Agenda zu missbrauchen, hilft weder der Vergangenheit noch der Gegenwart.“ „Wir werden nicht zulassen, dass jemand unseren gemeinsamen Schmerz und unsere gemeinsame Geschichte manipuliert“, fuhr er fort.

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–  Istanbul – Türkei: Präsident Erdogan bringt Beileid gegenüber Armeniern zum Ausdruck

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am heutigen Montag eine schriftliche Erklärung anlässlich des Gedenkens der Ereignisse des Jahres 1915 herausgegeben, in der er gegenüber den Enkelkindern der osmanischen Armenier, die zu jener Zeit ums Leben kamen, sein Beileid zum Ausdruck bringt.

Türkei: Präsident Erdogan bringt Beileid gegenüber Armeniern zum Ausdruck
 

Bundestagswahlen
Grünen-Chef Harbeck würde am liebsten mit der SPD koalieren

Osnabrück – Nach der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur bei den Grünen will der unterlegene Parteichef Robert Habeck rasch in den Bundestagswahlkampf starten. „Ich habe jetzt Bock auf den Wahlkampf. Wir haben die Entscheidung gut hingekriegt, der Rückenwind ist gigantisch. Ich glaube, wir können in diesem Wahlkampf Geschichte schreiben“, sagte er im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Grünen hätten „große Chancen, mit Annalena Baerbock an der Spitze das beste Ergebnis zu erzielen, das wir je im Bund hatten“. Ziel der Grünen sei es, die Regierung anzuführen, sagte Habeck: „Letztes Mal hatten wir 8,9 Prozent, diesmal kämpfen wir um das Kanzleramt.“ Zudem forderte der Grünen-Chef seine Partei auf, sich hinter der frisch gekürten Kanzlerkandidatin und Co-Vorsitzenden Baerbock zu versammeln. „Wir werden enormen Gegenwind kriegen, da sind Geschlossenheit, Wahlkampflust und Loyalität entscheidend für den Erfolg“, mahnte Habeck. Der Grünen-Chef bekräftigte, dass er im Fall eines Wahlerfolgs ein Ministeramt in Berlin anstrebt: „Selbstverständlich würde ich gern wieder operative, exekutive Verantwortung übernehmen“, sagte Habeck und erinnerte an seine Amtszeit als Umweltminister in Schleswig-Holstein von 2012 bis 2018: „Obwohl ich jetzt gut drei Jahre Parteichef bin, hat mich die Zeit in der Regierung in Schleswig-Holstein am stärksten geprägt.“ Die Zeit im Landeskabinett sei für ihn „die bisher erfüllendste“ gewesen, erklärte der in Flensburg lebende Habeck. Ob ihm schon ein bestimmtes Ressort im Bund vorschwebt, behielt der 51-Jährige für sich: „Darüber spekuliere ich nicht.“ Koalieren würde Habeck am liebsten mit der SPD: „Am meisten von unseren Zielen durchsetzbar wäre mit Grün-Rot, also einem grün geführten Bündnis mit der SPD“, sagte er. Allerdings sei die Chance für eine solche Koalition angesichts der aktuellen Umfragewerte „nicht sehr wahrscheinlich“. Über andere Optionen wollte Habeck nicht spekulieren: „Wir wollen so stark wie möglich werden. Dann müssen sich die anderen zu uns verhalten.“ Zu seiner Enttäuschung über die Entscheidung zugunsten Baerbocks und seinem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur äußerte sich Habeck nicht näher. „Dazu ist alles gesagt. Die letzten Tage zeigen, dass es eine starke Entscheidung war, die uns nach vorn gebracht hat. Jetzt geht es darum, die Stärke zu halten“, sagte Habeck. Zuvor hatte er den zwischen ihm und Baerbock ausgehandelten und am Montag verkündeten Beschluss in einem Interview mit der „Zeit“ als „schmerzhaftesten Tag“ seiner politischen Laufbahn bezeichnet. Auch konkrete Gründe für die Nominierung Baerbocks nannte Habeck nicht. „Wir haben intensiv miteinander über alle verschiedenen Aspekte gesprochen“, sagte er nur. Über alles Weitere hätten beide Stillschweigen vereinbart: „Das bleibt in unserem gemeinsamen, geschützten Vertrauensraum.“ Baerbock selbst hatte am Montag erklärt, dass „auch die Frage der Emanzipation eine zentrale Rolle gespielt habe“ – also die Tatsache, dass sie eine Frau ist.

Ausgangssperren
Corona: „Ende Mai wird Lage deutlich entspannter sein“

Osnabrück – Nach Inkrafttreten der Ausgangssperren bei Hochinzidenzen erwartet Ärztechef Dirk Heinrich rasch sinkende Corona-Zahlen. „Ich sehe die Chance, dass die dritte Welle gerade gebrochen wird“, sagte der Vorsitzende des Virchowbundes, des Verbandes von Deutschlands niedergelassenen Ärzten, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der wachsende Impfeffekt und die bisherigen Lockdown-Maßnahmen hätten die Zahlen bereits stabilisiert, nun greife die Notbremse. „In Hamburg haben Ausgangssperren die Zahl der Neuansteckungen schon deutlich gedrückt. Das wird auch in Berlin und anderswo gelingen“, sagte Heinrich, der selbst in Hamburg als Arzt praktiziert. Die Ausgangssperren würden „die riskanten Treffen in den Abendstunden wirksam verhindern, denn man kommt sonst ja nicht mehr nach Hause“, erklärte der Verbandschef. „Derzeit finden noch zu viele Ansteckungen im Privatbereich statt.“ Wenn sich das ändere, sei Corona rasch zu bezwingen. „Meine Überzeugung: Wir werden den Wettlauf zwischen Impfquote und Inzidenzen gewinnen, wenn wir jetzt noch zwei, drei Wochen die Füße still halten, den Lockdown ertragen und beim Impfen schneller werden“, sagte Heinrich der NOZ. „Ende Mai wird die Lage deutlich entspannter sein. Dann werden wir etwa zwölf Millionen Menschen zusätzlich geimpft haben, dann sind 30, 35 Prozent der Menschen geimpft, und das hilft ganz enorm.“

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– Corona-Pandemie – Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Nach dem deutsch-türkischen Power-Paar Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrem Unternehmen BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Virus Covid-19 entwickelten, könnte einem weiteren türkischstämmigen Forscher im Kampf gegen Corona ein Durchbruch gelingen.

Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

NRW
Kamener Kreuz: Größter öffentlicher Schnellladepark Europas für alle E-Autos

Die EnBW plant einen neuen Flagship-Ladepark am Kamener Kreuz in Nordrhein-Westfalen. Mit 52 Ladepunkten wird der Standort der größte öffentliche Schnellladepark Europas. Die HPC-Ladepunkte (High Power Charger) verfügen über eine Leistung von bis zu 300 Kilowatt. E-Autofahrer*innen können dort je nach Fahrzeug in nur fünf Minuten Strom für 100 Kilometer Reichweite laden. Wie an allen EnBW-Ladepunkten fließt auch hier 100 Prozent Ökostrom. „Der Standort in Kamen ist der nächste Schritt beim Schnellladen, nachdem wir seit mehr als einem Jahr im Schnitt täglich einen neuen Schnellladestandort in Betrieb nehmen. Er zeigt, wie das Laden heute und in Zukunft einfach und schnell funktioniert“, sagt Timo Sillober, Chief Sales and Operations Officer bei der EnBW. Der Schnellladepark soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Die Ladesäulen im neuen Park sind überdacht und beleuchtet. Eine Photovoltaik-Anlage versorgt den Standort mit einer Leistung von bis zu 120 Kilowatt mit Strom und speist überschüssige Energie in das örtliche Netz ein. Zudem gibt es vor Ort eine Toilette – damit kommt die EnBW einem vielfach geäußerten Kundenwunsch nach. Direkt an der Ausfahrt Kamen am Kamener-Kreuz gelegen, befindet sich der Standort an einer hochfrequentierten Fernverkehrsader in der Metropolregion Rhein-Ruhr. In unmittelbarer Umgebung befinden sich Restaurants und Einkaufsgeschäfte. Bis 2025: mehr Schnellladestandorte als Tankstellen „Der Standort in Kamen zeigt die Qualität und den Fortschritt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland“, sagt Sillober. „Wo heute noch eine grüne Wiese ist, werden in rund einem halben Jahr über 50 Autos gleichzeitig schnellladen können. Mit unserem konsequenten Ausbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur treiben wir die Mobilitätswende in Deutschland mit Nachdruck voran.“ Bis 2025 möchte die EnBW bundesweit 2.500 Schnellladestandorte betreiben. Das sind mehr Standorte als es bei Deutschlands führenden Mineralölunternehmen jeweils Tankstellen gibt. Allein seit Anfang 2020 hat das Unternehmen bundesweit 13 große Schnellladeparks mehr als 350 Schnellladestandorte vor allem im urbanen und suburbanen Raum fertiggestellt. Die EnBW hat zusätzlich 50 Großstandorte in Realisierung und Projektierung und plant weitere 300 bis 400 kleinere Schnellladestandorte. Für den flächendeckenden Ausbau der Schnellladeinfrastruktur investiert sie jährlich 100 Mio. Euro. „Egal, ob E-Autofahrer*innen schnell was in der Stadt erledigen, einkaufen gehen oder eine lange Fahrt planen: Mit dem EnBW HyperNetz bringen wir öffentliches Laden dorthin, wo E-Mobilist*innen es brauchen“, erklärt Sillober die Ausbaustrategie der EnBW: „Dafür setzen wir sowohl auf eigene Standorte wie in Kamen oder Rutesheim als auch und auf Kooperationen mit starken Partnern aus verschiedenen Branchen.“ Über das EnBW HyperNetz Das EnBW HyperNetz® bietet E-Autofahrer*innen Zugang zu mehr als 150.000 Ladepunkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Die EnBW Mobility+ App findet überall dort stets die nächste Lademöglichkeit. E-Autofahrer*innen können über die App auch bequem und kontaktlos bezahlen. Dabei gelten an allen Ladepunkten im EnBW HyperNetz transparente Preise je Kilowattstunde. Mit diesem Angebot gewann die EnBW wiederholt den Test zum besten Elektromobilitätsanbieter Deutschlands (connect 07/2020 und 12/2020) sowie den Test zur besten Elektromobilitäts-App (connect 05/2021).

Ereignisse von 1915
Erdogan-Sprecher Altun zu den Ereignissen 1915: „Wir empfinden tiefes Mitgefühl“

Ankara – In seiner Eröffnungsrede bei der „Internationalen Konferenz zu den Ereignissen von 1915“ hat der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidialamtes, Fahrettin Altun, die Bezeichnung der tragischen Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich als „Völkermord“ scharf verurteilt. „Die Behauptung des sogenannten ‚armenischen Völkermordes‘ ist eine unsachliche Verleumdung, die sich ausschließlich auf politische Begründungen stützt“, so Altun. Die Konferenz wurde von der Kommunikationsdirektion der Präsidentschaft organisiert, um den historischen Hintergrund, rechtliche Aspekte und aktuelle Überlegungen zu den Ereignissen von 1915 zu diskutieren. Kommunikationsdirektor Altun erklärte, dass die in der Veranstaltung vorgebrachten Ideen zur Aufdeckung der Tatsachen beitragen würden, weil die Geschichte mit dem bescheidenen, aber mutigen Vertrauen der Menschen in die Wahrheit genau verstanden werden könne. Altun definierte das letzte Jahrhundert als eine außergewöhnliche Periode, die kritische Wendepunkte in der Geschichte erlebt hat, und betonte:
„Das 20. Jahrhundert war geprägt von Weltkriegen, zusammenbrechenden Imperien, sich verändernden Grenzen und dem Aufstieg der Demokratie. Die Welt hat einen massiven politischen Wandel durchgemacht, wie einen Wechsel der Hülle. Während sich jahrhundertealte Praktiken, Grenzen und Regierungen verändert haben, wurden große Schmerzen ertragen. Das Leid, das in fast jeder Region erlebt wurde, wurde von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben, nicht nur durch Geschichtsbücher, sondern durch Erzählungen und Erinnerungen. Während manche Ereignisse zu Mythen wurden und den Bezug zur Realität verloren, bekamen manche Ereignisse nicht den Anteil an der Realität, den sie verdient hätten.“
„Das Osmanische Reich, Österreich-Ungarn und das zaristische Russland erlebten alle komplexe Transformationen mit Auswirkungen, die bis heute andauern. Den Aufzeichnungen zufolge wurden in diesem ersten globalen Krieg 65 Millionen Soldaten mobilisiert, und 38 Millionen Zivilisten und Soldaten starben. In Anbetracht der geringen Bevölkerungszahl dieser Zeit verursachte ein solch hoher Verlust zwangsläufig ein erhebliches Trauma in allen Ländern, die an diesem Krieg teilnahmen“, so Altun weiter. „Wir empfinden für das, was wir bei der Umsiedlung erfahren haben, tiefes Mitleid“ Fahrettin Altun erklärte weiter, dass die türkische Nation, die an „zahlreichen Fronten Heldentum bewiesen“ habe, durch den Krieg, der Millionen von Menschen das Leben kostete, ernsthaft beeinträchtigt worden war: „Die osmanische Nation als Ganzes kämpfte in den letzten Jahren des Reiches gegen noch nie dagewesene Herausforderungen. Wir kämpften hart in Çanakkale, dem Kaukasus, Hejaz, Palästina und Irak. Leider verursachten die Ereignisse während des Ersten Weltkrieges großes Leid für das anatolische Volk, das alle Seiten des Krieges, einschließlich des Osmanischen Reiches, in ein unbeschreibliches Chaos stürzte. In dieser Zeit erfroren in Sarıkamış tausende unserer Soldaten und wurden so zu Märtyrern; und an der kaukasischen Front wurden unsere Truppen, die gegen die russischen Armeen kämpften, die die osmanischen Länder angriffen, von den armenischen Banden, die mit dem Feind zusammenarbeiteten, fielen uns in den Rücken. Während sich verschiedene Fragmente der osmanischen Nation um der Heimat willen zusammenschlossen, entstanden an einigen Orten Strukturen, die mit dem damaligen Feind kollaborierten. Als Ergebnis der Konflikte in Ostanatolien verloren Zehntausende von Türken und Armeniern ihr Leben. Nach diesen Ereignissen wurden einige osmanische Bürger armenischer Herkunft 1915 der Umsiedlung nach Syrien unterworfen. Für die Sicherheit der Zivilisten und die Verteidigung des Heimatlandes wurden die in bestimmten Regionen lebenden Armenier unter Kriegsbedingungen deportiert. Leider kam es bei der Umsetzung dieser Sicherheitsmaßnahme unter den Bedingungen eines andauernden und gewaltsamen Krieges zu unerwünschten Zwischenfällen; sowohl Türken als auch Armenier erlitten Verluste, und es kam zu Tragödien. Diese Erfahrungen bildeten auch die Grundlage für die Debatten, die heute geführt werden.“ Altun sagte: „Als Nation empfinden wir tief und aus tiefstem Herzen den Schmerz der Vorfälle, der im Umsetzungsprozess des 1915 vom Osmanischen Reich verabschiedeten Umsiedlungsgesetzes erlebt wurde. Wir betrachten es als eine Voraussetzung unserer gewissenhaften und moralischen Haltung, den Schmerz zu teilen, den unsere armenischen Bürger im letzten Jahrhundert erlitten haben. Wie von unserem Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angedeutet, glauben wir, dass es möglich ist, ‚als Türkei geeint zu sein‘, in guten und in schlechten Zeiten geeint zu sein.“ „Wir machen keinen Unterschied zwischen den Leiden dieser Länder“ Fahrettin Altun fügte hinzu: „Heute sind wir jedoch mit einem Narrativ konfrontiert, das versucht, aus der Geschichte Feindschaft zu schaffen, indem es die gemeinsame Vergangenheit des türkischen und des armenischen Volkes verzerrt, die seit Jahrhunderten friedlich zusammengelebt haben. Wir lehnen solche Narrative ab, weil wir keinen Unterschied zwischen den Leiden machen, die in jeder Ecke dieser Länder erlebt wurden. Wir sind uns bewusst, dass Menschen jeglicher Herkunft, Religion, Ethnie und Sekte in diesen Ländern seit Jahrhunderten friedlich zusammenleben.“ „Einige versuchen, das Thema für imperialistische Zwecke zu nutzen“ Altun betonte, dass die anhaltende Kontroverse über die Geschehnisse von 1915 nach mehr als einem Jahrhundert darauf zurückzuführen sei, dass die Ereignisse von 1915 ausschließlich als politisches und ideologisches Thema betrachtet würden. Altun wies darauf hin, dass einige versuchten, das Thema für imperialistische Zwecke zu nutzen, indem sie es auf die politische Tagesordnung setzten: „Es ist offensichtlich, dass die sich ständig ändernden aktuellen politischen Ansätze die 100 Jahre alten historischen Themen nicht richtig behandeln können. Wenn sie politisiert werden, werden solche historischen Themen unweigerlich zu einem Werkzeug für tägliche bösartige Debatten. Daher machen die Entscheidungen, die von verschiedenen Parlamenten zu kontroversen historischen Themen getroffen werden, sie nicht zu Demokraten, sondern bevormundend und tyrannisch. Das in der Vergangenheit erlebte Leid wird auch für die heutigen Politiker zu einem Element des Interesses. Und das ist die größte Respektlosigkeit, die man den Opfern und ihrem Leid antun kann.“ „Der Aufruf unseres Präsidenten zur Wahrheit ist ein Indikator für unsere Aufrichtigkeit“ Altun betonte, dass das grundsätzliche Ziel der Türkei Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Bereichen sei:
„Diese grundsätzliche Sichtweise erfordert nicht nur, sich den heute erlebten Ungerechtigkeiten entgegenzustellen, sondern auch die Ereignisse in der Geschichte gerecht zu behandeln. Deshalb ist unser Kampf für die Wahrheit ein Kampf für die reine Wahrheit. Unser Wunsch, die Wahrheit zu erreichen, ist nicht für politischen Gewinn, sondern für die Wahrheit selbst. Darauf zielt auch die Forderung unseres Präsidenten nach einer wissenschaftlichen Herangehensweise und der Offenlegung der Archive für die Ereignisse von 1915. Dies ist ein Ruf nach der Wahrheit. Deshalb ist der Ruf nach der Wahrheit ohne Zögern ein Indikator für unsere Aufrichtigkeit in dieser Frage.“
„Geschichte sollte durch eine faire Erinnerungsperspektive untersucht werden“ Fahrettin Altun erklärte, dass der beste Weg, den Opfern Respekt zu erweisen, darin bestehe, die Geschichte durch eine faire Gedächtnisperspektive zu untersuchen: „Der Weg, dies zu erreichen, besteht darin, auf transparente, ehrliche und wissenschaftliche Weise aufzudecken, was genau in diesen Ländern im letzten Jahrhundert passiert ist.“ Unter dem Hinweis, dass die umfassendsten und aufrichtigsten Schritte unter der Führung von Präsident Erdoğan unternommen wurden, erklärte Altun, dass die seit 2005 ausgesprochenen Beileidsbekundungen für die Armenier, die ihr Leben verloren haben, auf höchster Ebene übermittelt wurden. Altun erinnerte auch an die Worte von Präsident Erdoğan, die er in einem Brief an den armenischen Patriarchen der Türkei, Maschalian, im vergangenen Jahr geäußert hatte:
„Wir sind uns alle der Kreise bewusst, die daran arbeiten, Feindschaft aus der Vergangenheit zu schaffen, indem sie unsere Einheit ignorieren, die aus dem Schoß Anatoliens hervorgegangen ist. Während wir uns eine Zukunft voller Einheit, Wohlstand und Ruhe wünschen und daran arbeiten, ist es unser wichtigster Wunsch, dass die Kreise, die das Gegenteil anstreben, nicht zugelassen werden.“
„Unserer Meinung nach macht es keinen Unterschied, welches Parlament welche Entscheidung trifft“ Mit dem Hinweis, dass die so genannte Völkermord-Behauptung an den Armeniern die Voraussetzung für das Phänomen sei, das heute als „Post-Wahrheit“ bekannt sei, sagte Altun: „Das ist eine Verleumdung, die nichts mit den Fakten zu tun hat und nur durch politisches Kalkül angeheizt wird. Es ist eine emotionale, irrationale und illegitime Anschuldigung.“ Mit dem Hinweis, dass man sich der Tatsache bewusst sei, dass es denjenigen, die die Türkei mit einer bequemen Lüge angreifen, nicht um die osmanischen Armenier oder historische Viktimisierungen gehe, fuhr Altun wie folgt fort: „Hrant Dink, der tapfere Sohn dieser Länder, erklärte dies am besten wie folgt: ‚Wer ist unser Freund, wer wird die Vergangenheit heilen? Die Entscheidung des französischen Senats? Die Entscheidung des amerikanischen Senats? Sind das unsere Freunde?“. Diese Worte von Hrant fassen zusammen, wie das Leiden zu einem bequemen Werkzeug für imperialistische Impulse gemacht wurde. Er war sich dessen bewusst. Auch wir sind uns dessen bewusst. Unserer Meinung nach macht es keinen Unterschied, welches Parlament welche Entscheidung trifft oder welches ausländische Staatsoberhaupt welches Urteil fällt. Das Wichtigste für uns ist, dass wir einen rechtmäßigen Platz in den Herzen der Kinder dieses Landes haben, von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Deshalb werden wir nicht müde werden, auch nur einen Moment lang nach der Wahrheit zu suchen.“ „Plünderung der Geschichte sollte ausgeschlossen werden“ Altun glaube, dass diese Konferenz eine bedeutende Rolle bei der Verhinderung der „Plünderung der Geschichte“, der Wiedererfassung des historischen Hintergrunds von 1915 und der Verhinderung der Versuche, die Türkei durch die sogenannte „armenische Genozid“-Verleumdung in die Knie zu zwingen, spielen wird. Mit dem Hinweis, dass sie sich wünschen, dass die Geschichte durch die wissenschaftliche Analyse der Ereignisse von 1915 effizient verstanden und der nationalen und internationalen Öffentlichkeit genau wiedergegeben wird, sagte Altun, dass sie in diesem Rahmen, wie das Direktorat für Kommunikation und alle Institutionen, ihr Bestes tun werden. Indem er der Direktion der Staatsarchive, der Türkischen Historischen Gesellschaft, den Universitäten und allen anderen Institutionen dankte, die bisher wichtige Arbeiten in diesem Prozess geleistet haben, sagte Altun: „Ich hoffe, dass die Wahrheit und das Gewissen unsere Wunden heilen und zu Frieden und Stabilität in der ganzen Welt, besonders im Kaukasus, beitragen werden.“

USA
Erdogan und Biden führen erstes Telefongespräch

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Washington – Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses telefonierten der türkische Präsident und sein amerikanischer Amtskollege am Donnerstag miteinander. Die beiden Staatschefs hätten ein Treffen während des NATO-Gipfels in Belgien im Juni vereinbart. Dabei soll „die gesamte Palette der bilateralen und regionalen Fragen“ erörtert werden. Während des Gesprächs habe US-Präsident Joe Biden „sein Interesse an einer konstruktiven bilateralen Beziehung mit erweiterten Bereichen der Zusammenarbeit und einem effektiven Management von Meinungsverschiedenheiten“, vermittelt. Beide Staatsführer waren sich einig über den strategischen Charakter der bilateralen Beziehungen und die Bedeutung der Zusammenarbeit, um eine größere Kooperation in Fragen von gemeinsamem Interesse aufzubauen“, so eine Mitteilung des türkischen Präsidentenamts im Anschluss an das Gespräch. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle berichtet, habe Biden Erdogan jedoch auch mitgeteilt, dass er beabsichtige, die Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich, die zu unzähligen armenischen Toten führten, als Völkermord anzuerkennen.