USA
Los Angeles: US-Armenier „erhängen“ Azeri-Puppe vor türkischem Konsulat

Los Angeles – Nachdem US-Präsident Joe Biden die damaligen Ereignisse im Osmanischen Reich am Samstag als „Völkermord“ bezeichnet hatte, feierte eine US-armenische Organisation bei einer lautstarken Kundgebung vor dem türkischen Generalkonsulat in Los Angeles diese Entscheidung mit der  „Erhängung“ einer aserbaidschanischen Puppe. Organisiert wurde die Kundgebung von der 1933 in den USA gegründeten einflussreichen Armenian Youth Federation (AYF). Zahlreiche Mitglieder hielten teils hetzerische Reden. „Die armenische Nation wird sich nicht beugen“, rief Raffi Hamparian, ein Führer der US-Armenier und Vorstandsmitglied der Lobbyorganisation Armenian National Committee of America (ANCA), bei seiner Rede. Neben ihm auf der Bühne ist eine aufgehängte Puppe zu sehen, die mit einer aserbaidschanische Fahne umwickelt wurde.
(Screenshot/Twitter)
Türkei verurteilt armenische Extremisten Die türkische Regierung hat die zahlreichen weltweiten Aktionen armenischer Extremisten aufs Schärfste verurteilt. In Frankreich etwa brachen armenische Extremisten in die Wohnung einer türkischen Familie ein und verletzten dabei vier Familienmitglieder schwer. „Die Verzerrung der Geschichte ermutigt armenische Extremisten weiter, die Gewalt gegen Aserbaidschaner in den USA androhen“, sagte Erdogan-Sprecher Fahrettin Altun auf Twitter und teilte das Video der Kundgebung vor dem türkischen Generalkonsulat in Los Angeles. Indem er die Besorgnis der Türkei zum Ausdruck brachte, unterstrich Altun ihre Solidarität mit Aserbaidschan gegen solche Drohungen und forderte „die Behörden zum Handeln auf.“ Biden stuft Tod Hunderttausender als Völkermord ein Als erster US-Präsident hatte Joe Biden am Samstag die Einstufung der Ereignisse von 1915 als Genozid bezeichnet.

„Wir gedenken all derer, die im Völkermord an den Armeniern während der Zeit der Osmanen gestorben sind“, erklärte er zum 106. Jahrestag der Massaker. Es handele sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen“, betonte Biden. Die Anerkennung der Geschichte sei wichtig um zu verhindern, „dass solch eine Gräueltat sich jemals wiederholt“.

Türkische Regierung weist Erklärung zurück Das türkische Außenministerium wies die Erklärung Bidens „in schärfster Form“ zurück. Die Aussagen Biden hätten „keinen Wert“. Zudem habe Biden „weder legale noch moralische Autorität zur Bewertung historischer Ereignisse“. Laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu basiere die Aussage „nur auf Populismus“. „Wir haben nichts von niemandem über unsere eigene Vergangenheit zu lernen. Politischer Opportunismus ist der größte Verrat an Frieden und Gerechtigkeit“, schrieb er auf Twitter. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen Hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie.

Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt – Turkologe Heß: Bei uns herrscht eine pro-armenische Sicht auf den Konflikt

Hier teile ich noch ein paar recht unsystematische Gedanken, die zum Teil das Ergebnis der Social-Media-Diskussionen der letzten Tage und Wochen sind. Was dieser Post hier bezweckt, ist, einige grundlegende Fragen aufzuwerfen, die einerseits die Darstellung des Konflikts, anderseits den Umgang damit, im privaten Bereich wie in den Medien, betrifft.

Turkologe Heß: Bei uns herrscht eine pro-armenische Sicht auf den Konflikt
       

Corona-Pandemie
Brandenburg: Woidke kündigt weitere Lockerungen für Geimpfte an

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat weitere Lockerungen für Corona-Geimpfte angekündigt. Zur Quarantäne von Kontaktpersonen sagte Woidke am Dienstag im Inforadio vom rbb, derzeit führe man noch die Diskussion, „aber ich gehe davon aus, dass wir diese Regelung so umsetzen werden, dass es eine Quarantäne nicht nötig macht, wenn es Menschen sind, die mit in Europa zugelassenem Impfstoff geimpft sind.“ Der Ministerpräsident betonte, es mache keinen Sinn, Dinge einzuschränken, wenn es nicht nötig sei. Er verwies darauf, dass Brandenburg bereits „unterm Radar“ Regelungen beschlossen habe. Etwa für Senioren- und Pflegeheime, „wo die Besucherregeln anders sind, wo die Gruppen wieder zusammenkommen können, wo Gruppenarbeit gemacht werden kann, wo gemeinsam gesungen werden kann und Spiele gespielt werden können.“ In Brandenburg habe man zuletzt den Fokus auf die Zweitimpfung gelegt, „weil die Zeiten einfach abgelaufen waren.“ Was die Logistik angeht, sei man „super aufgestellt“, so der SPD-Politiker. „Wir könnten mittlerweile pro Woche 200.000 Menschen impfen“, so Woidke. Man hatte zuletzt aber wöchentlich Impfstoff für 80.000 bis 100.000. „Da ist noch Luft nach oben, wir könnten noch ein bisschen mehr Impfstoff vertragen.“ Je schneller geimpft werde, desto schneller haben alle ihre Normalität wieder. „Und das muss unser Ziel sein“, so Woidke.

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– Corona-Pandemie – Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Nach dem deutsch-türkischen Power-Paar Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrem Unternehmen BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Virus Covid-19 entwickelten, könnte einem weiteren türkischstämmigen Forscher im Kampf gegen Corona ein Durchbruch gelingen.

Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Wohnmarkt
Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen steigt in Berlin auf Rekordhoch

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Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ist in Berlin im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen. Rund 18.800 Wohnungen waren betroffen, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Im Vorjahr waren es gerade einmal 12.689 Fälle, 2018 gut 12.800 gewesen. Mit der Umwandlung wollen die Vermieter von den steigenden Immobilienpreisen in Berlin profitieren. Mieterschützer warnen jedoch vor einer Verdrängung der Mieter, die nach Ablauf der gesetzlichen Schonfrist mit einer Eigenbedarfskündigung rechnen müssten. Abhilfe sollen schärfere Vorschriften für eine Umwandlung schaffen, die Bundesbauminister Horst Seehofer auf den Weg gebracht hat. Doch die Verhandlungen zwischen den Regierungsfraktionen sind schwierig. Die Union hat Bedenken, dagegen drängt die SPD auf eine Einigung: „Die Umwandlung ist eine tickende Zeitbombe“, sagte der SPD-Baupolitiker Klaus Mindrup dem Tagesspiegel. „Die Mieterinnen und Mieter können nahezu sicher sein, dass sie die Eigenbedarfskündigung bekommen, sobald die Schutzfrist abgelaufen ist.“

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– Wohnpolitik – Bündnis für Wohnen bremst Mieten in Hamburg

Durch ein Bündnis für das Wohnen hat Hamburg den Anstieg der Mieten gebremst.

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Berlin
Groß-Razzia mit 70 Beamt*innen in Berlin und Potsdam bei unseriösen Teppichreinigern

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Mehrfach hatte der rbb in seinem Verbrauchermagazin SUPER.MARKT von unseriösen Teppichreinigern berichtet, die Kund*innen mit überteuerten Rechnungen für Säuberung und Reparatur um jeweils tausende Euro geprellt hatten. Auch aufgrund der Recherchen, die immer wieder zu einem großem Berliner Familienclan führten, hat das Landeskriminalamt Berlin am Mittwoch, den 21.04., eine großflächige Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumen durchgeführt. 70 Polizistinnen und Polizisten waren an acht Orten in Berlin zeitgleich im Einsatz. Auch in Potsdam und Nordrhein-Westfalen wurden Objekte gesichert. Polizeisprecher Stefan Petersen-Stümann begründet im rbb das massive Vorgehen: „Die Ermittlungen, die hier geführt werden, richten sich gegen vier Männer. Diese sollen im Rahmen von einem ganzen komplexen Firmensystem – letzten Endes von Teppichreinigungsfirmen – agiert haben, […] die Leute überzeugt haben, Teppiche reinigen zu lassen […] und dann horrende Kosten in Rechnung gestellt haben.“ Das lief immer nach dem immer gleichen Muster ab: Verbraucher*innen wurde vorgegaukelt, ihre Teppiche seien viel mehr wert als sie je geahnt hätten – und seien zugleich durch Mottenfraß oder andere Schäden bedroht. Aus Angst um ihre guten Stücke ließen sich offenbar zahlreiche Opfer überreden, tausende Euro für überflüssige, oft nicht einmal fachgerecht durchgeführte Reinigungen und Reparaturen zu zahlen. Ermittelt wird aufgrund der zahlreichen Anzeigen nun nicht mehr in jedem Einzelfall, sondern wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mona Lorenz bekräftigt damit den Verdacht, den auch die jahrelangen Recherchen des rbb-Verbrauchermagazins ergeben haben. „Der Verdacht ist Betrug, in dem Fall gewerbsmäßig. Das bedeutet, wir gehen davon aus, dass man sich eine fortlaufende Einnahmequelle von einigem Umfang und von einiger Dauer verschaffen wollte durch diese Taten.“ Beim Verbrauchermagazin SUPER.MARKT und bei der Polizei melden sich aufgrund der Berichterstattung nach wie vor Opfer des vermeintlichen Betrugs. Der rbb berichtete am 26.04.2021 um 20.15 Uhr über die Razzia, den Stand der Ermittlungen und weitere Betrugsopfer.

Großbritannien
Jüdische Hilfsgruppe startet Spendenaufruf für uigurische Flüchtlinge in der Türkei

London – Laut der Hilfsorganisation World Jewish Relief (WJR) benötigen 6.000 Uiguren dringend finanzielle und medizinische Hilfe. Eine in Großbritannien ansässige jüdische Hilfsgruppe hat einen Spendenaufruf für uigurische Flüchtlinge veröffentlicht, die vor der Unterdrückung in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang geflohen sind und in die Türkei umgesiedelt wurden, wo sie finanzielle und medizinische Unterstützung benötigen, um sich in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. „In den letzten Jahren haben über 11.000 Uiguren eine gefährliche Reise riskiert und sind in die Türkei geflohen, um dieser Verfolgung zu entkommen“, heißt es in dem Aufruf. „Die Türkei hat ihre Ankunft zunächst willkommen geheißen, aber tragischerweise sind viele jetzt dort gestrandet, ohne Recht auf Arbeit, ohne Nahrung und ohne Mittel zur Unterstützung. Die meisten haben keinen Zugang zu Arbeit oder dem Gesundheitssystem und können weder die Staatsbürgerschaft noch den Flüchtlingsstatus erhalten. Sie riskieren, interniert zu werden, wenn sie nach China zurückkehren und leben in einem ständigen Zustand der Angst.“ Die Türkei ist die Heimat von mehr als 50.000 der weltweit fast 12 Millionen Uiguren, die historisch gesehen eine befreundete türkische Nation als Zufluchtsort betrachten und für ihre religiösen und kulturellen Rechte eintreten. „Mehr als 6.000 uigurische Flüchtlinge in der Türkei benötigen dringend unsere Hilfe und World Jewish Relief hat das Fachwissen und die Fähigkeit, sie heute zu unterstützen. Daher haben wir uns entschlossen, einen Appell zu starten, um dieser extrem gefährdeten Gemeinschaft im Exil zu helfen“, so die Organisation in einer Mitteilung. Ephraim Mirvis, Oberrabbiner der United Hebrew Congregations of the Commonwealth (Vereinigte hebräische Gemeinden des Commonwealth), hat seine Unterstützung für die Kampagne in einem an den Online-Appell angehängten Unterstützungswort festgehalten und darauf hingewiesen, dass der WJR selbst bei Erreichen seiner Finanzierungsziele letztlich nicht in der Lage sein wird, allen hilfsbedürftigen Uiguren zu helfen.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Jüdische Menschenrechtler verurteilen „Genozid“ gegen Uiguren in China

Vor 70 Jahren war “nie wieder“ die Reaktion auf die Grauen des Holocausts. Doch es finden immer noch Genozide statt. Besorgniserregende Zeichen weisen darauf hin, dass dies auch gerade im äußersten Westen Chinas geschehe.

Jüdische Menschenrechtler verurteilen „Genozid“ gegen Uiguren in China
 

Wahlen in Albanien
Rama bei Auszählung knapp in Führung

Tirana – Albaniens Sozialistische Partei ist auf dem besten Weg an die Macht zurückzukehren, wenn die Stimmen nach den Parlamentswahlen am Sonntag ausgezählt sind – ein Ergebnis, das dem albanischen Premierminister Edi Rama eine dritte Amtszeit bescheren würde. Nach der Auszählung von fast der Hälfte der Stimmen der Parlamentswahlen vom Sonntag, liegt die regierende Sozialistische Partei von Premierminister Edi Rama in dem immer noch knappen Rennen um die Mehrheit im Parlament vorn. Ob sie weiter die absolute Mehrheit im Parlament halten können, ist jedoch noch unsicher. Der äußerst knappe Ausgang erfordere es, die Auszählung der Stimmen durch die Zentrale Wahlkommission in Tirana abzuwarten, hieß es in Medienberichten.
Premierminister Edi Rama (Archivfoto: Twitter)
Nach Auszählung von fast der Hälfte der Wahlurnen – 2.244 von 5.199 – hat Edi Ramas regierende Sozialistische Partei, die seit 2013 acht Jahre lang an der Macht ist, mit 49,29 Prozent der abgegebenen Stimmen einen knappen Vorsprung. Die Mitte-Rechts-Oppositionspartei, die Demokratische Partei, liegt mit 39 Prozent der ausgezählten Stimmen auf dem zweiten Platz. Eine von Euronews Albanien durchgeführte Wahltagsbefragung der MRB, die zur Londoner Kantar Group gehört, sagte voraus, dass die Sozialistische Partei 46 Prozent der Stimmen erhalten würde, während die Demokratische Partei mit 42 Prozent der Stimmen abschneiden würde. Albanien ist seit 2014 ein EU-Kandidat und diese Wahl wird als Möglichkeit gesehen, die Gespräche über einen Beitritt zum Block voranzutreiben. Als solches wurde die Wahl von Brüssel genau beobachtet. Sowohl die USA als auch die EU haben zur Ruhe gemahnt, nachdem bei einer Schießerei zwischen Anhängern der Sozialisten und der Demokraten in der vergangenen Woche ein Mensch getötet und vier Menschen verletzt wurden.

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– Edi Rama in der Türkei – Albanien und Türkei planen Kooperation in der Rüstungsindustrie

Am zweiten Tag seines offiziellen Türkei-Besuchs besprach der albanische Premierminister Edi Rama bei einer Besichtigung in der türkischen Rüstungsschmiede ASELSAN mit dem türkischen Vizepräsidenten Fuat Oktay eine mögliche Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie zwischen Albanien und der Türkei.

Albanien und Türkei planen Kooperation in der Rüstungsindustrie

"Völkermord-Anerkennung"
Nach Biden-Äußerungen: Türkei kündigt Maßnahmen gegen USA an

Ankara – Der Sprecher des türkischen Präsidenten bezeichnete in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag die Äußerungen des US-Präsidenten als „unverschämt“ und betonte, dass die Türkei sehr bald darauf antworten werde. „Es wird in den kommenden Tagen und Monaten eine Reaktion in verschiedenen Formen, Arten und Graden geben“, sagte Ibrahim Kalin, Sprecher und Berater von Präsident Tayyip Erdogan. Wie Reuters weiter berichtet, habe Kalin nicht angegeben, ob eine Einschränkung des US-Zugangs um Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Südtürkei Teil der Maßnahmen sei. „Zu einem Zeitpunkt und Ort, die wir für angemessen halten, werden wir auf diese sehr unglückliche und unfaire Aussage reagieren“, betonte Kalin weiter. Das türkische Parlament werde voraussichtlich diese Woche eine Erklärung abgeben Biden stuft Tod Hunderttausender als Völkermord ein Als erster US-Präsident hatte Joe Biden am Samstag die Einstufung der Ereignisse von 1915 als Genozid bezeichnet.

„Wir gedenken all derer, die im Völkermord an den Armeniern während der Zeit der Osmanen gestorben sind“, erklärte er zum 106. Jahrestag der Massaker. Es handele sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen“, betonte Biden. Die Anerkennung der Geschichte sei wichtig um zu verhindern, „dass solch eine Gräueltat sich jemals wiederholt“.

Türkische Regierung weist Erklärung zurück Das türkische Außenministerium wies die Erklärung Bidens „in schärfster Form“ zurück. Die Aussagen Biden hätten „keinen Wert“. Zudem habe Biden „weder legale noch moralische Autorität zur Bewertung historischer Ereignisse“. Laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu basiere die Aussage „nur auf Populismus“. „Wir haben nichts von niemandem über unsere eigene Vergangenheit zu lernen. Politischer Opportunismus ist der größte Verrat an Frieden und Gerechtigkeit“, schrieb er auf Twitter. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen Hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie.

Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

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– Türkei – Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915

Der armenische „Patriarch von Konstantinopel“, Sahag Maschalian, hat die Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich scharf verurteilt.

Armenischer Patriarch Maschalian verurteilt Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915

Kampf gegen den Terror
Drahtzieher blutiger PKK-Anschläge bei Anti-Terror Operation im Nordirak getötet

Von Kemal Bölge Der türkischen Armee ist es offenbar gelungen, bei Anti-Terror Operationen im Nordirak einen der meistgesuchten Anführer der Terrororganisation PKK, Dalokay Şanlı, außer Gefecht zu setzen, gegen den auch ein internationaler Haftbefehl vorlag. Türkische Sicherheitsbehörden verhindern die Durchführung weiterer Anschläge Wie es aus Sicherheitskreisen hieß, lagen dem türkischen Nachrichtendienst MIT Informationen vor, wonach Şanlı sich auf dem Weg zu den Terrorcamps in Gara/Nordirak befand. Es sollen Informationen vorgelegen haben, dass der Drahtzieher zahlreicher blutiger Terroranschläge Mitglieder der PKK beauftragt habe, als Selbstmordattentäter in den türkischen Großstädten Anschläge zu verüben sowie Angriffe auf strategische Ziele angeordnet zu haben. Daraufhin entschlossen sich die Sicherheitsbehörden zum Einsatz gegen den „Funktionär“ der PKK. Der Terrorist Şanlı schloss sich 1999 aus Griechenland der PKK an und war verantwortlich für die Ausbildung von Extremisten, die für Attentate, Sabotageakte sowie Selbstmordanschläge bestimmt waren. Şanlı soll nach Erkenntnissen türkischer Sicherheitsbehörden auch der Organisator für die in den vergangenen Sommermonaten immer wieder gelegten Waldbrände sein, bei dem Tausende Hektar Waldfläche den Flammen zum Opfer fielen. Schwerer Schlag der türkischen Armee gegen PKK im Nordirak Unterdessen versetzten Spezialeinsatzkräfte der türkischen Armee im Rahmen der Operation „Adlerkralle-Blitz“ der Terrororganisation PKK einen schweren Schlag. Die Abteilung für Auslandseinsätze des türkischen Nachrichtendienstes wertete seit Wochen Erkenntnisse aus, wonach etwa 120 PKK-Terroristen in kleinen Gruppen aus den Terrorcamps Gara und Zap schwere Waffen und Sprengstoff zum Terrorcamp Metina, das sich an der Grenze zum Irak befindet, transportiert haben sollen. Türkische Aufklärungsdrohnen, die über dem Operationsgebiet flogen, unterstützten die Beamten bei den Ermittlungen, da Angriffe auf türkische Grenzposten und Militärbasen in der Vorbereitung gewesen seien. Die Aufklärungsdrohnen markierten die Flugabwehrstellungen, Unterkünfte, Durchgangsrouten, Lager für Waffen- und Sprengstoff sowie Lebensmittel der PKK- Terroristen mit einem Laser. Danach wurden F-16 Kampfflugzeuge und Atak-Kampfhubschraubern eingesetzt, die diese Ziele aus der Luft zerstörten. Mehrere Bataillone von türkischen Spezialeinheiten wurden mit Hubschraubern zu den Zielorten gebracht und die Terrorcamps Stuna, Zendura und Derar vollständig zerstört.

Karriere
Corona: „Mein Job ist nicht krisenfest“

Egal ob systemrelevant und vor Ort oder mit Laptop und Kindern im Homeoffice – für Berufstätige bleibt die Pandemie eine Belastungsprobe. Bei vielen Menschen führt dies dazu, dass sie sich intensiv mit ihrer beruflichen Situation auseinandersetzen. So hat sich jede*r vierte Beschäftigte vor dem Hintergrund der Krise dazu entschieden, bald den Job zu wechseln. Und: Rund 28 Prozent haben ihre Bemühungen um einen neuen Job wegen Corona verstärkt. Das zeigt eine Studie der Jobplattform StepStone, für die rund 28.000 Menschen befragt wurden und die repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung ist. Doch was sind die Gründe dafür, dass Arbeitnehmer*innen ihren Job ausgerechnet jetzt auf den Prüfstand stellen? Auf Basis der Studie ergeben sich vier häufige Szenarien: „Mein Job ist nicht krisenfest. Manche Branchen leiden deutlich stärker und länger unter Corona als andere – so z.B. Touristik, Freizeit oder Kultur. Kein Wunder, dass 10 Prozent der dort Beschäftigten sagen, dass sie aufgrund der Krise den Entschluss gefasst haben, beruflich umzuschulen. Über alle Branchen hinweg gaben zudem 13 Prozent der Befragten an, ihr aktueller Job werde ihrem Sicherheitsbedürfnis nicht gerecht. Der Wunsch nach einem krisenfesten Arbeitgeber zeigt sich auch im Verhalten der Jobsuchenden. So zeigt eine aktuelle Auswertung der Bewerbungen über StepStone, dass das Interesse an Stellen im öffentlichen Dienst in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gestiegen ist. Suchbegriffe wie „Verwaltung“ (+31 Prozent) und „Verwaltungsfachangestellte*r“ (+14 Prozent) haben seit Corona an Beliebtheit gewonnen. Und: Quereinsteiger-Jobs im Öffentlichen Dienst haben es im ersten Quartal 2021 erstmals unter die Top-20-Suchbegriffe geschafft. „Mein Job erscheint mir plötzlich sinnlos.“ Große Veränderungen, wie Corona sie mit sich gebracht hat, machen viele Menschen nachdenklich. Wer seine Art zu leben in Frage stellt, überdenkt früher oder später auch seinen Job. Laut StepStone-Studie glauben fast sechs von zehn Befragten, dass sie in fünf Jahren nicht mehr bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber beschäftigt sein werden. Einer der meistgenannten Gründe dafür: Sie erleben ihren Job nicht mehr als sinnhaft. „Vielen Menschen ist es wichtig, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Das heißt nicht per se, dass sie mit ihrer Arbeit die Welt verbessern wollen – aber die Mehrheit möchte mit ihrer Arbeit einen erkennbaren positiven Effekt erzielen“, sagt Inga Rottländer, Karriereexpertin bei StepStone. „Führungskräfte sollten ihren Mitarbeiter*innen die Ziele und Vision des Unternehmens vermitteln und ihnen klarmachen, wie ihr Beitrag zum Erfolg aussieht.“ „Mein Arbeitgeber war nicht für mich da.“ Während viele Arbeitgeber in der Krise über sich hinausgewachsen sind, haben andere ihre Beschäftigten enttäuscht. Wie verständnisvoll Führungskräfte und Management in dieser besonderen Zeit auf Gesundheits- oder Betreuungssorgen reagiert haben, war für viele Arbeitnehmer*innen ein Aha-Erlebnis. So sagt immerhin rund ein Fünftel (21 Prozent) derjenigen, die sich jetzt beruflich verändern wollen, dass sie wechseln wollen, weil sie vom Krisenmanagement ihres Arbeitgebers enttäuscht seien. „Ich bin nicht fit für die Zukunft.“ Corona hat unseren Arbeitsalltag mit einem Schlag verändert, digitale Tools waren plötzlich unerlässlich. Viele Menschen haben festgestellt, dass sie schlecht aufgestellt sind und etwas ändern müssen, wenn sie auch in Zukunft im Job erfolgreich sein wollen. 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer*innen glauben, dass sie ihren gelernten Beruf nicht bis zur Rente ausüben werden. 21 Prozent der Befragten meinen, dass sie ihren Beruf nur dann bis zur Rente beibehalten können, wenn sie sich laufend weiterbilden. „Die Pandemie hat deutlich gezeigt, wie stark Job und Arbeitgeber unser Leben prägen. Gibt mir die Arbeit in der Krise Sicherheit? Oder muss ich um meine Stelle bangen? Zeigt mein Arbeitgeber Verständnis für meine familiäre Situation? Die Antworten auf diese Fragen haben unser Wohlergehen im letzten Jahr maßgeblich beeinflusst“, sagt Rottländer. „Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass sie im falschen Job stecken. Sie wünschen sich eine Stelle, die besser zu ihnen und ihren Lebensumständen passt. Denn beim richtigen Job geht es um viel mehr als nur um ein bestimmtes Aufgabenfeld und eine entsprechende Qualifikation. Deshalb berücksichtigen wir bei StepStone künftig auch viele weitere Faktoren wie zum Beispiel die Motivation und die Persönlichkeit eines Menschen, wenn wir Jobsuchende mit Arbeitgebern verbinden.“ Über die Studie Die Studie untersucht die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt für Beschäftigte unterschiedlicher Berufsgruppen, gibt Einblick in die Präferenzen und Erwartungen bei der Jobsuche und schildert die Erlebnisse der Arbeitnehmer*innen im Bewerbungsprozess. Auch die Erfahrungen von Recruiter*innen in Bezug auf die Erstellung von Stellenanzeigen und Personalgewinnung wird analysiert. Außerdem zeigt die Studie erste Auswirkungen der Covid-Pandemie auf Gehaltserwartungen und -verhandlungen. Für die Studie hat StepStone im September und Oktober 2020 in zwei Online-Befragungen insgesamt 28.000 Beschäftigte befragt. Darunter waren rund 2.700 Führungskräfte sowie rund 2.000 Recruiter*innen und Manager*innen, die für die Personalbeschaffung zuständig sind.

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Corona-Krise
Kommentar: An die Corona-Leugner

Ein Gastbeitrag von Sahin Karanlik Und sogar nach einem Jahr behaupten immer noch welche, Corona ist wie eine Grippe, man müsse doch sehen, dass 99 Prozent der Infizierten daran nicht sterben, ist nur Panikmache. Das höre ich sogar von Freunden und Kollegen, die normalerweise nicht doof sind. Ich erkläre es dann immer so: Jemand reicht dir einen Beutel mit hundert Zettel drin und du darfst einen Zettel ziehen. Bei 81 der Zettel hast du einen milden Verlauf. Du merkst vielleicht nichts oder du bekommst Husten, Fieber, Halskratzen. Also nicht schlimm, ist nach wenigen Tagen vorbei. Auf 14 der Zettel steht schwerer Verlauf. Das Virus löst eine Lungenentzündung aus, du bekommst Atemnot und musst ins Krankenhaus und hast danach vielleicht Langzeitschäden. Bei 4 der Zettel kommst du auf die Intensivstation und musst beatmet werden. Narkose und sie schieben dir einen Schlauch tief in die Luftröhre. Nicht schön. Mit größter Sicherheit hast du danach Langzeitschäden, aber du überlebst es. Und bei einem Zettel hast du den Jackpot. Du bist tot. Warum willst du also unbedingt in diesen Beutel greifen und dein Glück testen, wenn du es mit den bekannten Maßnahmen weitgehend vermeiden kannst? Und wenn du so neugierig bist, wie dein Körper auf das Virus reagiert, warum zwingst du andere dazu, ebenfalls ein Glückslos zu ziehen, indem du sie ansteckst? Niemand hat mehr Lust auf diesen Corona-Mist und auch nicht auf die Maßnahmen. Mit Sicherheit nicht die, deren Existenz bedroht ist oder dadurch praktisch Berufsverbot haben. Die Krankenschwestern nicht. Die Ärzte nicht. Niemand. Aber inzwischen haben wir allein in Deutschland über 80.000 Tote. Ohne die Maßnahmen wären es vielleicht eine halbe Million geworden. Weltweit gibt es bisher über drei Millionen Tote. Da kann sich jeder gerne mal unter den Verwandten und Freunden umsehen und überlegen, wen er opfern möchte, damit er wieder ohne Maske einkaufen gehen darf. Also beißt noch ein wenig die Zähne zusammen, auch wenn es schwerfällt, und wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, können wir wieder Party machen.

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– Corona-Pandemie – Ex-Corona-Leugner fordert Mitmenschen zum Maskentragen auf

Der 50-jährige Chuck Stacey aus Florida nahm das Virus bis vor Kurzem nicht so ernst und hielt es wie viele Skeptiker für eine Art Grippe. Auch Masken hielt er für nutzlos und trug sie nicht.

Ex-Corona-Leugner fordert Mitmenschen zum Maskentragen auf