Nicht die politisch korrekte Lesart in Deutschland ist hier von Bedeutung, sondern die Erblast Europas und des Westens an sich. Ihre Geschichten mit „Massenvernichtungswaffen“ von Saddam, Fass- und Chemiebomben des Assad oder die Sicherheit am Hindukusch haben doch dafür gesorgt, dass die Migrationsbewegungen losgetreten wurden. Nicht ohne Grund wollen Menschen aufgrund der zunichte gemachten Zukunft jetzt zum Nabel der Welt, wo vor allem Sicherheit herrscht, Milch und Honig fließt, Demokratie und Humanismus herrscht – alles Selbstzuschreibungen. Inzwischen, Deutschland hat es zwar „geschafft“, die erste oder zweite Flüchtlingswelle aufzunehmen, aber die moralische Instanz vermochte es nicht, dabei alle anderen Europäer miteinzubeziehen. Nur Italien oder Griechenland, die unter der Last der anströmenden Flüchtlingswellen stöhnen und dabei mittlerweile jede moralische europäische Hürde geradezu platt walzen, ziehen mit, weil sie als Außenposten Europas dazu verdammt sind. Deshalb juckte es die Deutschen nicht sonderlich, dass die deutsche und europäische Erblast z.B. an der griechisch-türkischen Grenze niedergeprügelt, bis auf die nackte Haut ausgezogen und mit Peitschenhieben drapiert wurde. Wie denn auch, wenn man nur widerwillig darüber berichtet oder gleich andere dafür verantwortlich macht. Es hat auch nicht Aufhebens darum gegeben, dass die Flüchtlingsbewegung über das Mittelmeer mehr Wasserleichen hinterlassen hat als Schiffe und Boote, die in der gesamten Menschheitsgeschichte bislang darin versunken sind. Mag sein, dass das übergroße Wandgemälde von Alan Kurdi, einem syrischen Jungen kurdischer Abstammung, dessen Leiche an die türkische Mittelmeerküste angeschwemmt wurde, heute in Frankfurt zu bestaunen ist oder die Puppe des Flüchtlingsmädchens Amal 8.000 km durch Europa getragen wurde. Es zeigt nur, wie Europa verzweifelt versucht, sich das Gewissen reinzuwaschen und den bedrängten Menschen im Nahen Osten zu signalisieren: Wir sind da, wir helfen euch vor Ort. Doch nichts geschieht! So kann es nicht weiter gehen. Die Erblast, die man sich mit Chartas und Verträgen sowie Selbstzuschreibungen eingehandelt hat, wiegt schwerer. Dieses Rechthaberische, als Europäer handle man moralisch richtig, also müssten die anderen folgen oder zur Verantwortung gezogen werden, zieht nicht mehr, weil die Flüchtlinge selbst entscheiden, wohin sie wollen und wo sie nicht bleiben wollen. Dafür plündern sie ihr Hab und Gut, kratzen das letzte Geld zusammen, um im reichen wohlhabenden Europa eine neue Zukunft aufzubauen. Dafür nutzen Flüchtlinge Transitländer, ob auf legalen oder illegalen Wege, das spielt dann eine untergeordnete Rolle, zumal jeder den Weg wählt, den er sich leisten kann. Und wie kommt das? Tja, die europäische Politik und Berichterstattung hat mit dafür gesorgt, dass die Flüchtlinge weder in der Türkei noch in Belarus bleiben wollen. Sind es doch schließlich Länder in denen Regime das sagen haben, damit Recht und Gesetz nicht gelten. Nun stehen Flüchtlinge vor der polnischen Grenze, einem Land, das laut Europäern sich von den europäischen Werten abgewendet hat und dafür gemaßregelt werden soll. Mal schauen, ob die Maßregelung Polens angesichts der neuerlichen Flüchtlingskrise angewendet wird oder erst eine Atempause gönnt und man zu einer einvernehmlichen Lösung kommt. Währenddessen dürfen Flüchtlinge an der polnisch-belarussischen Grenze vorhersagen nach sich mit einem der härtesten Winter beschäftigen, die auf sie zurollt.A significant number of these migrants are Kurds from Kurdistan Region.
The 🇬🇧 and European countries can invest in the Kurdistan Region to create jobs, help the economy and effectively reduce the influx of migrants. pic.twitter.com/d0Q3PdlW5a — Ruwayda (@RuwaydaMustafah) November 8, 2021
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Seit Wochen kommen tausende Flüchtlinge über Belarus nach Deutschland. Wie die BILD-Zeitung über Sicherheitskreise erfahren haben soll, nutzten Schleuser einen Flugplan, der von dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin unterstützt werde.
BILD-Zeitung: Putin und Erdogan stecken hinter Flüchtlingsansturm aus Belarus




