TB2-Byraktar
Litauer sammeln Millionen für Kauf türkischer Kampfdrohnen

Vilnius – In einer von einem Journalisten initiierten Sammelaktion schlossen sich zahlreiche Litauer zusammen, um die türkische Kampfdrohne TB2-Bayraktar zu kaufen. Die litauische Regierung habe bereits einen Vertreter zum Einkauf in die Türkei geschickt. „Vermutlich das erste Mal in der Geschichte, können die Staatsbürger eines Staates eine solche schwere Waffe kaufen und einem anderen Staat spenden“, zitiert ntv Andrias Tapinus vom Internet-Fernsehsender Laisves TV, der die Spendenaktion ins Leben gerufen hatte „Bevor dieser Krieg begann, dachte niemand von uns, dass wir Waffen kaufen würden. Aber jetzt ist es normal. Es muss etwas getan werden, damit die Welt besser wird“, sagte Agne Belickaite, 32, die sofort nach dem Start der Spendenaktion am Mittwoch 100 Euro überwies. „Während die Regierungen der größten Länder der Welt endlos debattieren… kommt die litauische Gesellschaft einfach zusammen“, so Belickaite. „Ich spende schon seit einiger Zeit, um Waffen für die Ukraine zu kaufen. Und das werde ich auch bis zum Sieg tun“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters und fügte hinzu, sie sei zum Teil durch die Angst motiviert, Russland könnte Litauen angreifen. Die Ukraine hat in den letzten Jahren mehr als 20 bewaffnete Drohnen des Typs Bayraktar TB2 des türkischen Unternehmens Baykar gekauft und am 27. Januar weitere 16 bestellt. Diese Charge wurde Anfang März geliefert. Die Regierung in Kiew bezeichnet diese Drohnen als besonders schlagkräftige Waffen im Kampf gegen Russland. Türkische Angriffsdrohnen

Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt.

Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni vergangenen Jahres.

Bereits im vergangenen Jahr setzte die ukrainische Armee gegen pro-russische Separatisten zum ersten Mal türkische Kampfdrohnen in der umkämpften Donbass-Region ein. Die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen wurden von der ukrainischen Armee eingesetzt, um eine Haubitze zu zerstören, die von prorussischen Separatisten im Donbass eingesetzt wurde.

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– Rüstungstechnologie – Rüstung: Die türkische Angriffsdrohne Bayraktar Akıncı

Es ist der 6. Dezember 2019, Militärflugplatz Çorlu in der Provinz Tekirdağ. Aus dem Flugzeughangar wird mit einem Schlepper ein Ungetüm zum Rollfeld gebracht, denn auf diesen Augenblick haben die Ingenieure und Techniker von Baykar Technologies seit langer Zeit hingearbeitet.

Rüstung: Die türkische Angriffsdrohne Bayraktar Akıncı

Xinjiang
China warnt Auslands-Uiguren

New York – Zwei Wochen vor dem Besuch der UN-Menschenrechtskommissarin warnte Chinas Staatssicherheitspolizei die in Xinjiang lebenden Uiguren, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen hätten, wenn ihre im Ausland lebenden Verwandten über Internierungslager in der Region berichteten. Michelle Bachelet, die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, befindet sich derzeit auf einer sechstägigen Reise in China, die sie unter anderem in die Küstenstadt Guangzhou sowie nach Urumqi (chinesisch: Wulumuqi) und Kashgar (Kashi) in der autonomen Region Xinjiang führt. Wie Radio Free Asia (RFA) berichtet, forderte die in den USA lebende Kalbinur Gheni in einem Tweet Bachelet auf, sich mit ihrer Schwester zu treffen, die in einem Frauengefängnis in Sanji (Changji), einer Stadt in der Nähe von Urumqi, der Hauptstadt der Autonomieregion, inhaftiert sei. Gheni sagte, Mitglieder der chinesischen Staatssicherheitspolizei in Korla (Kuerle), der zweitgrößten Stadt in Xinjiang, hätten ihre Mutter am nächsten Tag besucht und sie gedrängt, Gheni davon zu überzeugen, nicht mehr über die Inhaftierung ihrer Schwester zu twittern. „Deine Tochter in den Vereinigten Staaten spricht gegen die Regierung. Wenn du nicht mit diesem Mädchen sprichst und sie bittest, zuzustimmen, alles auf Twitter zu löschen, wirst du selbst als doppelzüngige Person verurteilt“, drohten die Sicherheitsbeamten ihrer Mutter, so Gheni. Die Kommunistische Partei Chinas verwendet diesen Begriff, um Personen – in der Regel Beamte oder Parteimitglieder – zu bezeichnen, die entweder korrupt oder ideologisch illoyal gegenüber der Partei sind. Als sie ihre Mutter am folgenden Tag anrief, habe sie geweint und sie angefleht ihre Tweets zu löschen. Auch ihr jüngerer Bruder habe ihr eine Nachricht hinterlassen, in der er sie aufforderte, ihre Twitter-Posts zu löschen. „Wir haben gehört, dass du dich im Ausland gegen China geäußert hast. Wirst du uns am Leben lassen oder nicht? Hör auf, diese Aussagen zu machen und lösche alles, was du gepostet hast“, habe der Bruder gesagt. Ghenis Schwester, Renagul Gheni, war Grundschullehrerin im Kreis Tschertschen, als die Behörden sie 2018 angeblich in ein Internierungslager brachten. Zwei Jahre später wurde sie laut Kalbinur Gheni zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt – sieben Jahre, weil sie während der Beerdigung ihres Vaters gebetet hatte, und zehn Jahre, weil sie einen Koran besaß. „Derselbe Beamte des Staatssicherheitsdienstes hat mich seit über einem Jahr direkt kontaktiert“, sagte Gheni gegenüber RFA und fügte hinzu, dass der Agent ihr gesagt habe, er kümmere sich um ihre Familienmitglieder in Xinjiang. Kein Uigure ist sicher Die in den USA lebende Uigurin Gulruy Esqer sagte gegenüber RFA, dass die chinesischen Behörden auch versucht hätten, sie zum Schweigen zu bringen, indem sie einen Verwandten in der Autonomieregion erneut verhaftet hätten. Esmet Behti, ein Geschichtsprofessor an der Bingtuan Pädagogischen Schule des Xinjiang Production and Construction Corps, wurde demnach im Mai 2021 erneut verhaftet, um Esqer zum Schweigen zu bringen. Der Lehrer wurde erstmals 2019 verhaftet und in ein Internierungslager gebracht, aber neun Monate später wieder freigelassen. „Ich dachte, dass er wegen meines Aktivismus in den USA freigelassen wurde und dass er vor weiterem Schaden durch die chinesischen Behörden sicher sein würde, aber ich habe mich geirrt“, sagte sie gegenüber RFA. „Kein Uigure ist vor den chinesischen Behörden sicher. Zu diesem Schluss bin ich jetzt gekommen. Jeder Uigure kann an jedem beliebigen Tag oder in jeder beliebigen Nacht von den chinesischen Behörden mitgenommen werden.“ Kurz vor Beginn des Besuchs von Bachelet habe die chinesische Regierung eine Kampagne zum „Schutz von Staatsgeheimnissen“ gestartet und die Uiguren davor gewarnt, über „Staatsgeheimnisse“ zu sprechen oder sie zu diskutieren, d.h. über die Inhaftierung von Uiguren oder andere Maßnahmen zu ihrer Unterdrückung. Internationale Menschenrechtsorganisationen sagen, dass Chinas Bemühungen, die Uiguren im Ausland zum Schweigen zu bringen, dem gleichen Zweck dienen wie die Propaganda, um die Realität der Rechtsverletzungen in Xinjiang zu vertuschen. Bachelets Besuch fiel mit der Veröffentlichung durchgesickerter chinesischer Polizeiakten über Uiguren zusammen. In den Akten wird die Brutalität der chinesischen Behörden gegenüber den Uiguren detailliert beschrieben und die direkte Beteiligung führender chinesischer Politiker an der Masseninternierungskampagne nachgewiesen. Über eine Million Gefangene Laut Menschenrechtsorganisationen halte China eine unglaublich große Zahl von Personen der weitgehend muslimischen Minderheit in über den ganzen Nordosten verstreuten sogenannten Umerziehungslagern gefangen. Über eine Million, mehr als sieben Prozent der muslimischen Bevölkerung in der chinesischen Region Xinjiang, sind nach Experten der Vereinten Nationen jetzt in einem sich erweiternden Netzwerk von „politischen Umerziehungslagern“ eingesperrt. Der volle Umfang des Internierungssystems war lange Zeit deswegen im Dunkel, weil viele Uiguren sich fürchteten auszusagen, so die Tageszeitung Wallstreet Journal. Jetzt erzählen mehr von ihren Erfahrungen, einschließlich von sechs früheren Häftlingen, die das Journal interviewt hat; sie beschrieben, wie sie oder andere Gefangene an Stühle gebunden wurden oder kein adäquates Essen erhielten.

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– „Xinjiang Police Files“ – Uiguren in China: Neue Leaks offenbaren grausame Maßnahmen

Neues Datenleak gibt Einblick in Alltag der Masseninternierung von Uiguren in China. Die Dokumente sind Teil des bisher umfassendsten Leaks über die Lager.

Uiguren in China: Neue Leaks offenbaren grausame Maßnahmen

Krim
Russisches Militär verhaftet türkische Fischer

Sewastopol – Vor der Küste der Halbinsel Krim hat die russische Marine im Schwarzen Meer zwei türkische Fischereischiffe festgesetzt und 12 Besatzungsmitglieder festgenommen.

Wie der türkische Nachrichtensender CNN Türk berichtet, ereignete sich der Vorfall bereits am 18. Mai. Dem Bericht zufolge wurden die Schiffe auf ihrem Rückweg in die Türkei etwa 50 Seemeilen vor der Krimhalbinsel von russischen Marineschiffen gestoppt. Die Fischer, bei denen es sich um türkische Staatsbürger handele, seien nach Sewastopol gebracht worden. Die russischen Behörden beschuldigten die Fischer der Wilderei und verurteilten sie zur Zahlung einer Geldstrafe von 30.000 Dollar. Dem Bericht zufolge kontaktierten daraufhin Angehörige der Verhafteten das türkische Außenministerium. Laut dem Sprecher einer türkischen Fischereigenossenschaft seien die Schiffe nicht registriert und die Festgenommenen tatsächlich Wilderer.

Affenpocken-Virus
Weltärztechef: Thema Affenpocken wird bald erledigt sein

Osnabrück. Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery hat weitgehende Affenpocken-Entwarnung gegeben. „Die Affenpocken sind eine im Kern seit Jahren bekannte Erkrankung, die Ansteckungsgefahr ist viel geringer als bei Corona. Mit Isolation, Quarantäne und Impfung der Gefährdeten ist das Virus schnell einzufangen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Ausbrüche seien schon lokalisiert, betroffen seien nur bestimmte Personengruppen. „Das Thema Affenpocken wird bald erledigt sein.“ Die Affenpocken seien gleichwohl eine Warnung, dass „mit der Zunahme der Weltbevölkerung sowie der zunehmenden Mobilität und der Kontakte zwischen Menschen und Tieren die Zahl der Zoonosen und der daraus abgeleiteten Viruserkrankungen immer weiter steigen wird“, sagte Montgomery. Die Abstände zwischen den Infektionen würden immer kleiner. Um dem zu begegnen, müssten „die Warnmechanismen der WHO und der EU geschärft werden“, forderte er. Auch müsse die Bevölkerung schneller über Risiken informiert werden. „Es braucht aber, drittens, auch einen gesellschaftlichen Konsens, dass auf die Wissenschaft gehört wird und nicht auf fachfremde Einwürfe aus der Politik“, sagte Montgomery. „Die Versuche, bei Gesundheitsgefahren politisch Land zu gewinnen, verunsichern die Menschen und untergraben die Akzeptanz notwendiger Schutzmaßnahmen.“

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– Medizin – „Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Als Lady Mary Wortley Montagu, die Frau des englischen Botschafters am osmanischen Hof in Konstantinopel, 1717 beobachtet, wie Haremsfrauen ihre Kinder absichtlich mit Pocken infizieren, glaubt sie erst an eine barbarische Praxis.

„Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Rüstung
Militärhistoriker fordert Beschaffung von F35-Kampfjet

Osnabrück – Militärhistoriker Sönke Neitzel hat bei der Aufrüstung der Bundeswehr Tempo angemahnt: Die Pläne der Bundesregierung gingen „in die richtige Richtung“, müssten nun aber auch „rasch in Angriff genommen werden“, sagte Neitzel mit Blick auf die Ampel-Verhandlungen zum 100-Milliarden-Sondervermögen für die Truppe an diesem Sonntag im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Tarnkappenbomber „elementar“ Ausdrücklich sprach sich der Professor für Militärgeschichte an der Uni Potsdam für die Beschaffung von F35-Tarnkappenbombern aus. „Entscheidend ist doch, dass ihre schiere Präsenz und Einsatzfähigkeit abschrecken wird“, betonte Neitzel. „Abschreckung ist eine Verhinderungsstrategie. Das funktioniert aber nur mit einer Armee, die kämpfen kann und angemessen ausgestattet ist. Die Beschaffung von F35-Bombern ist dafür elementar.“ SPD, Grüne und FDP wollten an diesem Sonntag über das von Kanzler Olaf Scholz angekündigte Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr beraten. Raketenschild hat „enorme Lücken“ Angesichts des Ukraine-Krieges könnte derzeit niemand voraussagen, ob oder wie womöglich auch in 20 oder 30 Jahren Krieg geführt werde und für welche Angriffsszenarien Deutschland dann gewappnet sein müsse, sagte Neitzel der „NOZ“. Deswegen werde auch eine neue Raketenabwehr benötigt: „Der Nato-Raketenabwehrschild hat enorme Lücken, ist nicht zu vergleichen mit der effektiven Luftabwehr aus Zeiten des Kalten Krieges, die nach 1990 aufgegeben worden ist“, sagte der Militärhistoriker. „Um uns besser zu schützen, muss massiv investiert werden, und zwar auch in eine europäische Raketenabwehr, die nur noch aus Restbeständen besteht und große Lücken hat.“ Deutschland habe zwar als einer von wenigen Nato-Staaten noch Patriot-Abwehrraketen, die aber in die Slowakei verlegt worden seien. „Gerade für diese mittlere Reichweite braucht es deutlich mehr Schutz, also zum Beispiel gegen die russischen Iskander-Kurzstreckenraketen“, sagte Neitzel. Der Experte plädierte für ein „ein multinationales Projekt“, denn es werde „ja auch nicht nur ein Staat geschützt, sondern ganz Europa. Es ist allerhöchste Zeit, dass hier an einem Strang gezogen wird“.

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– Ukraine-Krise – TB2-Bayraktar: Ukraine kauft weitere türkische Kampfdrohnen

Türkische Kampfdrohnen haben sich auch im aktuellen Ukraine-Konflikt als äußerst effektiv erwiesen. Medienberichten zufolge hat Kiew nun den Erwerb von weiteren Drohnen aus der Türkei angekündigt.

TB2-Bayraktar: Ukraine kauft weitere türkische Kampfdrohnen

Nigeria
31 Tote bei Ansturm auf Lebensmittelspenden

Port Harcourt – Mindestens 31 Menschen sind am Samstag bei einer Massenpanik während einer Wohltätigkeitsveranstaltung in der Stadt Port Harcourt im Süden Nigerias ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge seien unter den Opfern vor allem Kinder. Das Unglück ereignete sich demnach kurz vor dem Beginn einer Kirchenveranstaltung. Der Vorfall ereignete sich in einem örtlichen Polo-Club, wo die nahe gelegene Kings Assembly Church eine Spendenaktion organisiert hatte, so Olufemi Ayodele, ein regionaler Sprecher des nigerianischen Zivilschutzkorps, gegenüber dem Nachrichtensender CNN. „Bei der Verteilung der Geschenke kam es zu einer Massenpanik aufgrund von Überfüllung“, sagte er. „Unter den Opfern waren vor allem Kinder. Einige Menschen hätten sich bereits seit Ende der Woche vor Ort eingefunden, berichtete die Zeitung Punch. Hunderte von Menschen, die sich am frühen Samstag in der Kirche eingefunden hatten, um Lebensmittel zu erhalten, durchbrachen ein Tor und verursachten so den Ansturm, sagte Grace Iringe-Koko, Polizeisprecherin im Bundesstaat Rivers. „Die Leute waren schon früher da, und einige wurden ungeduldig und begannen zu rennen, was zu einer Massenpanik führte. Die Polizei ist vor Ort und beobachtet die Situation, während die Ermittlungen weitergehen“, sagte Iringe-Koko. Für die Versorgung seiner Bevölkerung ist Nigeria unter anderem auf den Import von Getreide aus Russland und der Ukraine angewiesen, berichtet die Zeit. Die weltweite Versorgung mit Getreide ist derzeit gefährdet, da die russische Marine ukrainische Häfen für die Ausfuhr blockiert hat.

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– Ukraine-Krieg – Reuters: Erdogan könnte Hungersnot in Afrika verhindern

Aufgrund einer russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen, können derzeit mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide die Ukraine nicht verlassen.

Reuters: Erdogan könnte Hungersnot in Afrika verhindern

Ukraine-Krieg
Reuters: Erdogan könnte Hungersnot in Afrika verhindern

Ankara – Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind auf Agrarexporte aus der Ukraine angewiesen. Aufgrund einer russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen, können jedoch mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide derzeit das Land nicht verlassen. Vor allem in ärmeren Ländern in Afrika und Asien drohe somit eine verheerende Hungerkatastrophe. Auf Russland und die Ukraine entfällt fast ein Drittel der weltweiten Getreidelieferungen. „Eine Hungersnot in Ostafrika, der Sahelzone und dem Nahen Osten kann im Sommer drohen, wenn Ernten vor Ort und in der Ukraine ausfallen, weil nicht ausgesät wurde oder der Dünger knapp ist“, schreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium laut Neuer Osnabrücker Zeitung auf eine Anfrage der Unionsfraktion.  Unter Verweis auf Schätzungen der Welternährungsorganisation „könnten die Folgen des Krieges kurzfristig zu einem zusätzlichen Anstieg der unterernährten Menschen um acht bis dreizehn Millionen Menschen führen“. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verhandele Erdogan aktuell mit Russland und der Ukraine über die Errichtung eines Korridors für Getreideexporte über türkisches Territorium. Falls dem türkischen Staatschef dies gelingt, könnte er womöglich Millionen Hungertote verhindern. „Die Türkei verhandelt sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine über die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine“, zitiert Reuters einen namentlich nicht genannten türkischen Beamten. „Da ein Korridor von der Türkei aus geöffnet werden soll, besteht eine Nachfrage nach diesem Getreide, um die Zielmärkte zu erreichen. Die Verhandlungen sind noch im Gange“, fügte der Beamte hinzu. Die Türkei grenzt am Schwarzen Meer an die Ukraine und Russland und unterhält gute Beziehungen zu beiden, obwohl sie die russische Invasion verurteilt hatte. Unabhängig davon bestätigten zwei weitere Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, Gespräche über die Unterstützung der Türkei bei der Verschiffung des Getreides aus der Ukraine. Eine der Personen betonte, dass die Türkei trotz ihrer Mitgliedschaft in der NATO von Russland als „neutraler“ angesehen werde als andere westliche Mitglieder des Bündnisses. „Die Türkei ist bereit, zu einer Art Überwachung dieser Exporte von Odessa durch das Schwarze Meer beizutragen, weil die Türkei traditionell sehr stark im Schwarzen Meer ist und sie bereit ist, zu helfen“, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat gegenüber Reuters am Mittwoch unter der Bedingung der Anonymität. „Die Türkei verfügt bereits über zwei Fregatten, zwei U-Boote und ein halbes Dutzend Patrouillen- und Schnellangriffsschiffe im Schwarzen Meer, und noch viel mehr könnten schnell für eine solche Mission herbeigerufen werden“, sagte Yörük Isik, Leiter des Beratungsunternehmens Bosphorus Observer in Istanbul. Der stellvertretende russische Außenminister Andrei Rudenko wurde am Mittwoch mit den Worten zitiert, Moskau sei bereit, im Gegenzug für die Aufhebung einiger westlicher Sanktionen einen Korridor für Schiffe mit Nahrungsmitteln bereitzustellen.

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– Türkei-Sanktionen – Großbritannien hebt Sanktionen gegen Türkei auf

Nach Aufhebung der Beschränkungen im Dezember erlaubt Großbritannien nun die Ausfuhr aller Verteidigungsgüter in die Türkei.

Großbritannien hebt Sanktionen gegen Türkei auf
   

Nahrungsmittelknappheit
Ukraine-Krieg: „Hunger-Sommer“ erwartet

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Osnabrück – Die Bundesregierung befürchtet, dass sich die Ernährungssituation in Teilen der Welt in diesem Sommer zuspitzt. „Eine Hungersnot in Ostafrika, der Sahelzone und dem Nahen Osten kann im Sommer drohen, wenn Ernten vor Ort und in der Ukraine ausfallen, weil nicht ausgesät wurde oder der Dünger knapp ist“, schreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ auf eine Anfrage der Unionsfraktion. Die Lagervorräte in den importierenden Ländern reichten nur noch bis etwa Sommer. „Hinzu kommen Ernteeinbußen durch anhaltende Dürren. Dies bedroht auch die politische Stabilität“, so Staatssekretärin Ophelia Nick. Hintergrund der Befürchtungen ist der Krieg in der Ukraine. Das Land ist wichtiger Exporteur von Getreide. Der Angriff Russlands hat aber vielerorts die Aussaat verzögert. Zudem kann gelagertes Getreide nicht über Schwarzmeerhäfen exportiert werden. Unter Verweis auf Schätzungen der Welternährungsorganisation „könnten die Folgen des Krieges kurzfristig zu einem zusätzlichen Anstieg der unterernährten Menschen um acht bis dreizehn Millionen Menschen führen“, zitiert die „NOZ“ das Ministerium. Union: Stilllegung von Ackerflächen verschieben Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der Union, erneuerte die Forderung, die geplante Stilllegung von vier Prozent Ackerfläche in Deutschland ab 2023 zu verschieben. Der Boden werde für den Getreideanbau dringend benötigt, so der CDU-Politiker in der „NOZ“. Rücke der Bund indes nicht von den Stilllegungsplänen ab, würde das die Ernährungssituation nur weiter verschärfen. Das Ministerium beruft sich in seiner Antwort auf eine Schätzung bundeseigener Experten, wonach in Deutschland rund 360.000 Hektar stillgelegt werden könnten. Darauf ließe sich laut Ministerium theoretisch eine Getreideproduktion von zwei Millionen Tonnen realisieren. Die Regierung hält aber daran fest: „Eine Möglichkeit zum Aussetzen dieser Regelung sieht das EU-Recht […] nicht vor.“

Ankara
Erdoğan wirft Mitsotakis Wortbruch vor

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Kyriakos Mitsotakis Wortbruch vorgeworfen. Nach einer mehrstündigen Kabinettssitzung am Montag trat Erdoğan vor die Presse in Ankara und erinnerte daran, dass er mit dem griechischen Ministerpräsidenten bei ihren Treffen zuvor Gespräche geführt habe und sie sich darauf verständigt hätten, dass bei Problemen zwischen der Türkei und Griechenland keine Drittstaaten involviert werden sollten. Trotz dieser Übereinkunft, habe Mitsotakis bei seinem Besuch der USA letzte Woche vor dem Senat „alles Mögliche gegen die Türkei gesagt“ sowie seine Gastgeber gebeten Ankara auf keinen Fall F-16 Kampfflugzeuge zu verkaufen. Erdoğan bekräftigte: „Wir wollten dieses Jahr einen Strategieratsgipfel durchführen, aber ein Mitsotakis existiert für mich nicht mehr. Ich werde es auch auf keinen Fall akzeptieren mit ihm darüber Gespräche zu führen, weil wir diesen Weg mit ehrenwerten Persönlichkeiten von Politikern fortführen werden, die ihr Wort halten.“ Was danach passiert, so Erdoğan, darüber solle sich Mitsotakis Gedanken machen. Mit wem dieser Gespräche führe, an welchem Ort und wo Stützpunkte errichten würden, das entscheide Mitsotakis selbst und das könne er gerne tun. Präsident Erdoğan glaubt nicht, dass die Entscheidung der US-Regierung über einen möglichen Verkauf von F-16 Kampfflugzeugen an der Meinung von Mitsotakis hänge. Erdoğan ging auch auf die Unterstützung von Terrororganisationen ein. Die Türkei habe unmissverständlich klargestellt, dass sie es nicht akzeptieren werde, wenn Terrororganisationen im transatlantischen Bündnis seien, da die NATO für die Sicherheit der Menschheit existiere. Zu jener Zeit als Griechenland und Frankreich aus der NATO ausgetreten seien, habe die Türkei beide Länder unterstützt. Der türkische Staatschef hob fragend hervor:
Was ist dann passiert? In welchem Einklang befinden wir uns derzeit mit Griechenland? Ist Griechenland nicht die Route von FETÖ [Anm. d. Red. Gülen-Netzwerk], um nach Europa zu gelangen? Werden Terrororganisationen, die sich dort befinden, von ihnen nicht durchgefüttert? Insgesamt gibt es in Griechenland fast zehn Stützpunkte. Wen bedroht Griechenland mit diesen Stützpunkten? Es existiert ein Griechenland, das 400 Milliarden Euro Schulden an die EU-Mitgliedsstaaten vorweist.
Kemal Bölge/Ankara

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– Erdoğan-Mitsotakis-Treffen – Türkei und Griechenland wollen Beziehungen verbessern

Die Türkei und Griechenland wollen nach Konflikten über Hoheitsrechte im Mittelmeer und anderen Streitigkeiten ihre Beziehungen verbessern.

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Kampf gegen Terror
Erdoğan kündigt neue Militäroperation gegen PKK in Syrien an

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montag eine neue Militäroperation gegen die Terrororganisation PKK/YPG in Syrien angekündigt.

Wann ein Feldzug gegen die Extremistenorganisation durchgeführt wird, ließ das Staatsoberhaupt offen, der gleichzeitig auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Die von der Türkei entlang ihrer 911 km langen Grenze zu Syrien bereits eingerichteten Sicherheitszonen von 30 km Länge sind nach Ansicht von Erdoğan „unvollendet“, die es weiterzuführen gelte und kündigte dazu konkrete Schritte an. Die Türkei betrachtet die Terrormiliz YPG als einen Ableger der Terrororganisation PKK in Syrien.

Immer wieder kommt es zu Terroranschlägen der PKK/YPG auf Zivilisten und türkische Armeeposten, bei dem viele Bewohner und Soldaten getötet wurden. Wegen der Angriffe hatte die türkische Armee bereits mehrfach in Syrien militärisch interveniert und sich dabei unter anderem auf das Adana-Abkommen von 1998 mit Damaskus berufen, dass das Verbot von PKK-Aktivitäten in Syrien regelt.

„Wir haben es geschafft, dass Terrororganisationen keine Anschläge mehr verüben können“

Das türkische Staatsoberhaupt verwies auf die Erfolge der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus. Ankara habe es geschafft, dass Terrororganisationen keine Anschläge mehr verüben könnten. Die Sicherheit der eigenen Grenzen habe man auf die Gebiete ausgeweitet, indem Terrororganisationen Unterschlupf gefunden hätten.

Damit sei es gelungen, ein Eindringen und die Flucht zum großen Teil zu unterbinden. Die Militäroffensiven und Aktionen entlang der südlichen Grenzen der Türkei sind Erdoğans Angaben zufolge auf diesen Zweck ausgerichtet.

Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

Kemal Bölge/Ankara

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Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Assyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.

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