Türkei
Erdogan empfängt russischen Außenminister Lawrow

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Freitag den russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen in der Hauptstadt Ankara empfangen. Erdoğan und Lawrow trafen sich hinter verschlossenen Türen im Präsidialkomplex, wie die türkische Kommunikationsdirektion mitteilte. Zuvor waren Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlut Çavuşoğlu zu Gesprächen über die bilateralen Beziehungen sowie regionale und internationale Fragen zusammengekommen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärten die beiden Minister, dass regionale Themen, der Krieg in der Ukraine, der vierseitige Gipfel zur Syrienkrise, die Annäherung zwischen Ankara und Damaskus sowie der Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien im Mittelpunkt ihrer Gespräche standen. Çavuşoğlu bekräftigte die Hoffnung der Türkei auf eine Beendigung des Krieges auf dem Verhandlungsweg und ihre Entschlossenheit, Frieden zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, während Lawrow sagte, man wolle, dass sich alle Friedensgespräche in der Ukraine auf die Schaffung einer „neuen Weltordnung“ konzentrieren, und betonte, dass „jede Verhandlung auf der Berücksichtigung russischer Interessen und russischer Anliegen basieren muss“. Çavuşoğlu dankte Russland auch für die schnelle Hilfe nach den Erdbeben vom 6. Februar, die im Südosten der Türkei Tausende von Menschenleben gefordert hatten. Lawrow ist der ranghöchste russische Beamte, der Türkiye seit den Erdbeben besucht hat. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sind von Nordafrika über den Nahen Osten bis hin zum Kaukasus in einer Mischung aus Rivalität und Zusammenarbeit miteinander verflochten. Die beiden Länder haben auch eine sich vertiefende Partnerschaft im Energiebereich.

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– „Das Dritte Rom“ – Russland: Ex-Parlamentarier möchte Istanbul erobern

Der ehemalige russische Abgeordnete und Historiker Semen Bagdasarow hat in einem TV-Interview die Eroberung der türkischen Millionenmetropole Istanbul gefordert.

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China
7.000 Tote: Muslimische Uiguren gedenken an Baren-Massaker

Es war der 5. April 1990, als Tausende Uiguren in der Ortschaft Baren (Autonome chinesische Provinz Xinjiang) gegen die damalige Ein-Kind-Politik und die Ansiedlung von Han-Chinesen auf die Straße gingen. Bereits zuvor hatte die Volksgruppe der Uiguren von der chinesischen Zentralregierung in Peking eine Beendigung der rigorosen Familienpolitik und den Stopp des Zuzugs von Chinesen aus anderen Landesteilen gefordert.

Die chinesische Armee setzte schwere Waffen gegen Demonstranten ein

Die chinesische Regierung schickte die Armee, die den Protest mit Gewalt gegen die Demonstranten beenden sollte. Schwer bewaffnete Soldaten feuerten wahllos auf unbewaffnete Dorfbewohner, die friedlich gegen die Politik der chinesischen Regierung demonstriert hatten. Nach uigurischen Angaben wurden Tausende Uiguren durch den Einsatz des chinesischen Militärs getötet oder verwundet, über 7.600 Demonstranten festgenommen, vor Gericht gestellt und zu langjährige Haftstrafen verurteilt. Zahlreiche Versammlungsteilnehmer sollen beim Gerichtsprozess zu Todesstrafen verurteilt worden sein.

„Kampf der uigurischen Bauern gegen kulturelle und ethnische Unterdrückung“

Der Vorsitzende des Zentrums für Uigurische Studien (CUS), İlşat-Hasan Kökböre, erklärte in einer Pressemitteilung anlässlich des 33. Jahrestags des Massakers von Baren:

„Das Massaker von Baren ist eine eindringliche Erinnerung an den mutigen Kampf der uigurischen Bauern gegen die kulturelle und ethnische Unterdrückung durch das chinesische Regime. Die Opfer, die diese tapferen Märtyrer gebracht haben, zeugen von ihrem unnachgiebigen Engagement für die Verteidigung ihres Patriotismus, ihrer Würde und ihres Rechts auf Gleichheit. Wenn wir heute des Massakers von Baren gedenken, ehren wir ihr Vermächtnis, indem wir den Marsch für Freiheit und Gerechtigkeit fortsetzen und gemeinsam gegen den anhaltenden Völkermord an den Uiguren kämpfen.“

Bei den Uiguren handelt es sich um eine turksprachige muslimische Minderheit, die überwiegend in der autonomen Region Xinjiang auf dem Territorium der Volksrepublik China lebt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft China schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Uiguren vor und beschuldigt die chinesischen Behörden seit 1980er-Jahren, diese systematisch zu verfolgen. Mitglieder dieser Volksgruppe würden aufgrund ihrer Herkunft und muslimischen Religion willkürlich festgenommen und inhaftiert sowie in Internierungslager gesteckt.

In der Haft hätten diese Menschen keinen „Kontakt zur Außenwelt“ und seien „starken Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit sowie ihrer sozialen und kulturellen Rechte“ ausgesetzt. Alljährlich gedenken Uiguren weltweit an das Baren-Massaker vom 5. April 1990. In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

Erschienen auf FEM

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– China – Uiguren-Verfolgung: Mesut Özil verurteilt muslimische Medien und Staaten für ihr Schweigen

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil hat in einem Tweet muslimische Medien und Staaten für ihr Schweigen zur Unterdrückung und Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China scharf verurteilt.

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Türkei-Wahlen
Türkei: Oppositionspolitiker verspricht visafreies Reisen nach Europa

Istanbul – Der gemeinsame Präsidentschaftskandidat des Oppositionsbündnisses der „Allianz der Nation, Kemal Kılıçdaroğlu, erklärte in einem TV-Interview, dass Türken kein Schengen-Visum für die Einreise in die EU benötigen würden, wenn die Opposition bei den nächsten Wahlen an die Macht käme. „Wir werden die Präsidentschaft gewinnen. Wir werden an die Macht kommen. Wir werden [das Land] in einem Jahr endlich atmen lassen. Wir werden die Visaprobleme in drei Monaten lösen. Sie werden ohne Visum nach Europa reisen. Wir werden die Visumspflicht abschaffen“, so der Chef der größten Oppositionsparte, der CHP, in einem Interview mit dem Nachrichensender Habertürk. „Wir werden die Demokratie in dieses Land bringen. Wenn man die Gedankenfreiheit einschränkt, wird man kein Visum erteilen. Wir werden sagen, dass jeder frei Kritik üben kann. Ich sage den jungen Leuten: Macht euch keine Sorgen, ihr werdet mich am leichtesten kritisieren können. Wenn sich diese Struktur ändert, wird nicht nur Europa, sondern die ganze Welt anders auf uns schauen“, erklärte Kılıçdaroğlu weiter. Am 14. Mai finden in der Türkei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Ein Großteil der Opposition hat sich zu einem Sechser-Bündnis formiert, das von der CHP angeführt wird. Neben der CHP und der nationalkonservativen Iyi-Partei gehören vier kleinere Parteien zum Sechser-Bündnis, darunter auch die Gelecek Partisi (Zukunftspartei) des ehemalige Weggefährten Erdogans und Ex-Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu. Der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan tritt mit seiner islamisch-konservativen AKP im Bündnis mit der nationalistischen MHP und der kleinen BBP an  

Medizin
AC-Gelenk: Arthrose im Schultereckgelenk

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Das AC-Gelenk (Akromioklavikulargelenk) ist die gelenkige Verbindung zwischen dem oberen Ende des Schulterblattes, dem sogenannten Schulterdach (Akromion), und dem äußeren Ende des Schlüsselbeins (Klavikula). Man spricht auch vom Schultereckgelenk. Die Verletzung des AC-Gelenks ist eine typische Sportverletzung. Bei der AC-Gelenkarthrose (Schultergelenkarthrose) handelt es sich um eine degenerative Erkrankung des Akromioklavikulargelenks (AC-Gelenk), das sich zwischen dem Schlüsselbein und dem Schulterblatt befindet. Es tritt auf, wenn der Knorpel im Gelenk abgenutzt ist und sich Knochensporne bilden. Eine Arthrose verläuft schleichend. Anfangs sind Betroffene noch schmerzfrei, erst im weiteren Verlauf treten Schmerzen bei Belastung oder beim Liegen auf der Schulter auf. Eine Arthrose im AC-Gelenk ist oft das Ergebnis von Alterung oder Überbeanspruchung und führt typischerweise zu Schmerzen im Bereich des Schultergelenks, insbesondere bei Bewegung oder Belastung. Dies kann zu Schmerzen, Steifheit und Schwellungen im Bereich des Schultergürtels führen. Eine AC-Gelenk Arthrose kann nicht vollständig geheilt werden, aber ihre Symptome können durch eine Kombination aus konservativen (nicht-chirurgischen) und chirurgischen Behandlungen gelindert werden. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikation, Kälte- oder Wärmeanwendungen sowie Injektionen von Cortison oder Hyaluronsäure. Kann durch konservative Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden erreicht werden oder handelt es sich um eine posttraumatische ACG-Arthrose mit verbleibender Instabilität des Gelenks, wird der behandelnde Arzt eine Operation erwägen. Dabei wird das äußere Ende des Schlüsselbeins arthroskopisch mit einer kleinen Fräse um etwa 5 mm gekürzt und der entzündete Schleimbeutel unterhalb des Schulterdachs entfernt. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Auch knöcherne Anhaftungen (Osteophyten), die auf die Rotatorenmanschette drücken, werden entfernt. Wichtig ist, dass der Bandapparat, der das Schlüsselbein an Schulterblatt und Schulterdach fixiert, geschont wird, da es sonst zu einer Instabilität des Schultergelenks kommt. Eine AC-Gelenk Arthrose kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter Überbeanspruchung, Verletzungen, altersbedingter Verschleiß oder Arthritis. Es tritt häufiger bei älteren Menschen auf, kann aber auch bei jüngeren Menschen auftreten, insbesondere bei Sportlern, die regelmäßig Überkopfbewegungen ausführen, wie z.B. Gewichtheber oder Tennis- und Volleyballspieler. Auch Personen, die bereits eine Verletzung des Schultereckgelenks erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko.

Terrorismus
17 Jahre später: Der NSU-Mord an Halit Yozgat

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von Kemal Bölge Heute vor 17 Jahren, am 6. April 2006, wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel vom NSU-Killerkommando ermordet. Er wurde 21 Jahre alt. Zur Tatzeit saß ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes, Andreas Temme, im Café.

Dieser muss, bevor er das Geschäft verließ, den hinter dem Tresen in einer Blutlache liegenden Yozgat gesehen haben. In mehreren Befragungen und als Zeuge im NSU-Prozess in München bestritt Temme den von tödlichen Schüssen getroffenen Halit Yozgat auf dem Boden gesehen zu haben. Das OLG hielt die Aussage von Temme 2016 dennoch für glaubwürdig.

Britisches Forscherteam widerlegt Temmes Aussage vor Gericht Das britische Forscherteam Forensic Architecture der Goldsmith University kam allerdings zu einem anderen Ergebnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler muss Temme den am Boden liegenden Halit Yozgat gesehen haben, als er die 50-Cent-Münze auf den Tresen legte. Außerdem hinterlasse der Schuss aus einer Waffe (Ceska 83) in geschlossenen Räumen einen verbrannten Geruch von Schießpulver, den Temme wahrgenommen haben müsste. Fallanalyse von Profiler Alexander Horn ging bereits 2006 von Ausländerhass als Tatmotiv aus

Der NSU hatte von 2000 bis zu seiner Selbstenttarnung 2011 quer durch Deutschland neun gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet. Hinzu kommen drei Sprengstoffanschläge mit Dutzenden verletzten und 15 Raubüberfälle, ohne dass die Polizei trotz intensiver Ermittlungen auf ihre Spur gekommen wäre. Der bayerische Kriminalbeamte und Profiler Alexander Horn ging in einer operativen Fallanalyse bereits 2006 von Ausländerhass als Tatmotiv aus.

Das Bundeskriminalamt (BKA) glaubte der Fallanalyse nicht und ließ weiter in Richtung Organisierte Kriminalität ermitteln. Statt nach den wahren Tätern zu suchen, wurden die Opferfamilien von der Polizei jahrelang beschuldigt und kriminalisiert. Die Bundesanwaltschaft und auch das Oberlandesgericht in München gingen während und nach dem NSU-Prozess von einem isoliert agierenden NSU-Trio aus. Nachforschungen der Nebenklageanwälte zum NSU-Komplex investigativer Journalisten und parlamentarischer Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern lassen berechtigte Zweifel an einem isoliert handelnden NSU zu, zumal sich der NSU selbst als ein „Netzwerk von Kameraden“ sah. Terrororganisation NSU war durchsetzt mit V-Leuten des Verfassungsschutzes Zahlreiche Personen, die zum Unterstützerkreis des NSU gehörten, waren Spitzel bzw. V-Leute unterschiedlicher Verfassungsschutzämter. Nachdem der NSU 2011 aufgeflogen war, wurden bei verschiedenen VS-Ämtern beim Bund und in den Ländern Akten zu V-Männern in der rechtsextremistischen Szene geschreddert. Wenn es nichts gab, was diese V-Leute über den NSU wussten, warum wurden diese Dokumente dann vernichtet, statt sie dem Gericht zur Verfügung zu stellen? Staatsanwaltschaft Köln leitete wegen der Vernichtung von Akten keine Ermittlungen gegen Verfassungsschutzmitarbeiter ein Eine Anzeige der Nebenklage-Anwälte im NSU-Prozess gegen einen Referatsleiter beim Bundesamt für Verfassungsschutz, der Akten schreddern ließ, hatte für diesen Mitarbeiter keine Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft in Köln hatte darauf verzichtet, Ermittlungen gegen den Mitarbeiter des BfV aufzunehmen. Weshalb hat die Staatsanwaltschaft in Köln kein Ermittlungsverfahren eingeleitet? Nach Ansicht des ehemaligen Vize-Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Fritsche, ging es beim Akten-Schreddern um Staatsgeheimnisse. Wenn das stimmt, könnte der oberste Dienstherr der Staatsanwaltschaften, der Justizminister, interveniert oder darauf bestanden haben, dass in diesem Fall nicht ermittelt werden darf. Nach dem Gerichtsverfassungsgesetz Paragraf 146 ermitteln Staatsanwälte in Deutschland weisungsgebunden, d. h. sie arbeiten auf Anordnung des Justizministers und in den Bundesländern ist der Landesjustizminister und auf Bundesebene der Bundesjustizminister der oberste Dienstherr.

Zum Thema

– NSU-Zeugensterben – Neunter Todesfall im NSU-Komplex: Das große Sterben geht weiter

Das Zeugensterben im Zusammenhang mit der NSU-Terrorzelle geht weiter. Ein weiterer vermeintlicher Selbstmord wird aus Karlsruhe gemeldet. Es handelt sich dabei um den Ex-Verlobten einer bereits 2015 verstorbenen Zeugin, deren vorheriger Freund im September 2013 in einem Auto verbrannte, bevor er zum Mord an der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter aussagen sollte.

Neunter Todesfall im NSU-Komplex: Das große Sterben geht weiter

Künstliche Intelligenz
BWA: Künstliche Intelligenz könnte 50 % der Arbeitsplätze vernichten

„Der breitflächige Einzug von Künstlicher Intelligenz wird einen Kahlschlag auf dem Arbeitsmarkt auslösen, auf den Deutschland nicht vorbereitet ist“, warnt Harald Müller, Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). Er verweist auf Studien, die davon ausgehen, dass bis zu 80 Prozent aller gewerblichen Arbeitsplätze in Deutschland der Künstlichen Intelligenz (KI) zum Opfer fallen werden. „Selbst wenn diese Zahlen zu hoch gegriffen sind und nur ein Drittel aller Jobs durch KI vernichtet wird, würde das zu Verwüstungen auf dem Arbeitsmarkt führen“, gibt er zu bedenken. Harald Müller ist sich sicher: „Überall dort, wo es um Rollenspiele nach festgelegten Regeln geht, wird Künstliche Intelligenz auf Dauer Einzug halten: Algorithmen statt Sachbearbeiter. Das bedeutet, dass beinahe jeder Arbeitsplatz, an dem jemand vor einem Computer sitzt, gefährdet ist.“ In einigen Branchen wie dem Versicherungswesen könnten durch KI mehr als 90 Prozent aller Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, sagt Müller unter Bezugnahme auf entsprechende Studien. Über alle Branchen hinweg soll die „KI-Vernichtungsquote“ bei knapp 50 Prozent liegen. „Es stehen auf jeden Fall viel zu viele Jobs im Feuer, als dass wir das als Gesellschaft einfach so hinnehmen können“, mahnt der Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie. KI hilft nicht gegen den Fachkräftemangel Das Argument, dass KI dazu beitragen könnte, den Fachkräftemangel zu beheben, hält BWA-Chef Harald Müller für „nicht stichhaltig“. Er erklärt dazu: „Wer sich die Zahlen anschaut, erkennt sehr schnell, dass der größte Mangel an qualifiziertem Personal im Handwerk und im Pflegebereich besteht. Das sind jedoch zwei Segmente, die auf absehbare Zeit gerade nicht von Künstlicher Intelligenz betroffen sein werden.“ „Natürlich führt Künstliche Intelligenz zu massiven Produktivitätssteigerungen und wird auch neue Berufsbilder schaffen“, räumt der BWA-Chef positive Aspekte des Fortschritts ein. Er befürchtet jedoch: „Der KI-Kahlschlag auf dem Arbeitsmarkt wird über viele Jahre hinweg nicht ausgeglichen werden können.“ KI-Einzug hat eine historische Dimension BWA-Chef Harald Müller ordnet den breitflächigen Einzug von Künstlicher Intelligenz in einer historischen Dimension ein, vergleichbar mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Er sagt: „Damals wurde die menschliche Muskelkraft durch Maschinen abgelöst, mit den bekannten Folgen. Heute stehen wir an der Schwelle zur Ablösung des menschlichen Denkens durch Algorithmen. Im Endeffekt hat die Industrialisierung erst die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand in weiten Teilen der Welt wie auch in Deutschland geschaffen. Aber die Jahrzehnte auf diesem Weg waren für viele Menschen schwere Zeiten. Eine ähnliche Entwicklung steht jetzt vor uns: Am Ende mag KI den Wohlstand weiter erhöhen. Aber die Bewältigung der damit verbundenen Umwälzungen wird für die heutige und wohl auch die nächsten Generationen nicht leicht werden.“

Aserbaidschan
Türkisches E-Auto TOGG für Aserbaidschans Präsident Alijew

Baku – Nach dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erhielt am heutigen Dienstag auch sein aserbaidschanischer Amtskollege, Ilham Alijew, sein E-Auto TOGG. Bei einer feierlichen Zeremonie in Aserbaidschans Hauptstadt Baku, an der auch der türkische Technologieminister Mustafa Varank teilnahm, wurde ein Fahrzeug vom ersten Modell – SUV mit der Bezeichnung T10X – Alijew übergeben.

In einer Erklärung bedankte sich Alijew bei Erdogan und drückte  seine Zufriedenheit mit der Ankunft des Fahrzeugs in Baku aus.

In einem Tweet gratulierte Erdogan seinem Amtskollegen zum neuen Fahrezug.

Es ist das erste türkische E-Auto und mit fast 180.000 Vorbestellungen bereits ein voller Erfolg. In einer feierlichen Zeremonie im Präsidentenpalast wurden gestern zwei Fahrzeuge  vom ersten Modell Erdogan und der Firstlady Emine Erdogan übergeben. Die Auslieferung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Käufer der ersten Charge des T10X durch eine digitale Verlosung ausgewählt worden waren. Die Nachfrage war so groß, dass der Automobilhersteller die Anzahl der Fahrzeuge erhöhen musste. Letztendlich werden ab April 20.000 statt der ursprünglich geplanten 12.000 Einheiten ausgeliefert. Innerhalb von nur 21 Tagen haben über 177.400 Menschen Vorbestellungen für das Fahrzeug abgegeben. Die Auslieferungen sollen in den kommenden Tagen beginnen. „TOGG wurde als Symbol für die technologische Entwicklung, die wirtschaftliche Entwicklung und das weltweite Ansehen unseres Landes geboren“, sagte Erdogan.
„Ab heute werden wir Togg auf den Straßen sehen.“
Erdogan und Alijew hatten bereits im Dezember 2019, als Erdogan die ersten TOGG-Prototypen vorstellte, angeboten, ihre Namen auf eine mögliche Liste für Vorbestellungen zu setzen. Die derzeitige Produktionskapazität liegt bei rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr und soll auf 175.000 steigen, sobald die Gesamtkapazität des TOGG-Werks im Bezirk Gemlik in der nordwestlichen Provinz Bursa erreicht ist. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 1 Million Fahrzeuge zu produzieren.

Türkei-Erdbeben
Türkei: Wunder-Baby nach 54 Tagen mit Mutter vereint

Hatay – Ein Baby, das fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in der Türkei im Februar wie durch ein Wunder lebend aus den Trümmern geborgen wurde, ist endlich wieder mit seiner Mutter vereint, von der man annahm, dass sie bei der Katastrophe ums Leben gekommen war. Die dreieinhalb Monate alte Vetin Begdas – die von den Rettungskräften den Namen „Gizem“ oder „Geheimnis“ erhielt – wurde am Samstag ihrer Mutter Yasemin Begdas übergeben, 54 Tage nachdem das Kind aus einem eingestürzten Gebäude in der Provinz Hatay gerettet worden war. Das Baby überlebte wie ein Wunder 128 Stunden unter den Trümmern.   Die türkische Ministerin für Familie und Soziales, Derya Yanik, führte Mutter und Kind wieder zusammen, nachdem ihre Beziehung durch einen DNA-Test bestätigt worden war. „Eine der unbezahlbarsten Aufgaben der Welt ist es, eine Mutter mit ihrem Kind wieder zusammenzubringen“, sagte Yanik. „Ein Teil dieses Glücks zu sein, bedeutete auch für uns sehr viel. Die Ministerin teilte am Montag auf Twitter ein Video des freudigen Wiedersehens, auf dem Mutter und Tochter kuschelnd in einem Krankenhausbett zu sehen sind. „Das Baby ist wirklich ein Wunder. Die Tatsache, dass sie überlebt hat und keine gesundheitlichen Probleme hatte, hat uns sehr berührt“, sagte Yanık. Der Vater und zwei Brüder des Babys kamen bei dem Erdbeben am 6. Februar ums Leben.

Künstliche Intelligenz
ChatGPT könnte in Deutschland gesperrt werden

Berlin – Nach der Sperrung von ChatGPT in Italien, hält der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber, auch eine Sperrung für Deutschland möglich. Deutschland habe Italien um nähere Angaben zu seinem vorübergehenden Verbot gebeten, das OpenAI, unterstützt von Microsoft (MSFT.O), dazu veranlasste, ChatGPT in dem Land offline zu nehmen. so Kelber gegenüber Handelsblatt. Laut der italienischen Datenschutzbehörde halte sich OpenAI nicht an Daten- und Jugendschutzregeln. So habe das US-Unternehmen keine Rechtsgrundlage für das massenhafte Sammeln und Speichern personenbezogener Daten und hole auch keine Einwilligung der betroffenen Menschen ein. Unterdessen warnte das deutsche Bundesministerium für Digitales und Verkehr vor einem generellen Verbot des Chatbots ChatGPT. „Wir brauchen kein Verbot von KI-Anwendungen. Vielmehr müssen wir Wege finden, um Werte wie Demokratie und Transparenz zu gewährleisten“, sagte ein Ministeriumssprecher. Nach dem Verbot sagte ChatGPT-Gründer Sam Altman, dass Italien eines seiner Lieblingsländer sei und fügte hinzu: „Wir respektieren natürlich die italienische Regierung und haben ChatGPT in Italien eingestellt (obwohl wir denken, dass wir alle Datenschutzgesetze einhalten). Italien ist eines meiner Lieblingsländer und ich freue mich darauf, es bald wieder zu besuchen!“ In den letzten Monaten hat die künstliche Intelligenz (KI) die Technologiewelt dominiert, und ein großer Verdienst gebührt dem Chatbot ChatGPT von OpenAI, der KI in die Mainstream-Berichterstattung gebracht hat. Der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Bill Gates bezeichnete ChatGPT sogar als die „revolutionärste“ Technologie der letzten 40 Jahre. Konkurrenz bereits in den Startlöchern Allerdings wird ein Stoppen von KI-Anwendungen nicht mehr möglich sein. Schon jetzt gibt es Dutzende Anbieter – wie etwa contents.com -, auf dem Markt, die eine umfassende Lösung für die erfolgreiche Erstellung von Inhalten bieten. Mit Hilfe der fortschrittlichen KI-Technologie von GPT-4 ermöglichen sie das Generieren von SEO-optimierten Texten, ansprechenden Bildern und verschiedenen anderen Arten von Inhalten. Diese Anwendungen ermöglichen es eine breite Auswahl an Vorlagen individuell anzupassen, um Texte für Social-Media-Beiträge, Produktbeschreibungen, informative Blogartikel und Werbeskripte für Videos zu erstellen. Man kann qualitativ hochwertige Inhalte erstellen, die eine hohe Leistung erzielen und etwa Marketingstrategien optimieren, wodurch wertvolle Zeit gespart wird.        

TOGG T10X
Erstes türkisches E-Auto TOGG an Erdogan übergeben

Ankara – Es ist das erste türkische E-Auto und mit fast 180.000 Vorbestellungen bereits ein voller Erfolg. In einer feierlichen Zeremonie im Präsidentenpalast wurden heute zwei Fahrzeuge  vom ersten Modell, SUV mit der Bezeichnung T10X, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Firstlady Emine Erdogan übergeben. Das dritte Fahrzeug soll an Erdogans aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Aliyev gehen. „Heute sind wir gemeinsam Zeugen der Verwirklichung des 60-jährigen Traums unserer Nation“, sagte Erdogan. Das Nummernschild Emine Erdogans zog die Blicke türkischer Medien auf sich. Die 2071 bezieht sich womöglich auf 1071, mutmaßen türkische Medien. Im Jahr 1017 gingen die Türken aus einer Schlacht in Manzikert, im Osten der Türkei, gegen ein viel größeres byzantinisches Heer siegreich hervor und ließen sich daraufhin in Anatolien nieder. Die Auslieferung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Käufer der ersten Charge des T10X durch eine digitale Verlosung ausgewählt worden waren. Die Nachfrage war so groß, dass der Automobilhersteller die Anzahl der Fahrzeuge erhöhen musste. Letztendlich werden ab April 20.000 statt der ursprünglich geplanten 12.000 Einheiten ausgeliefert. Innerhalb von nur 21 Tagen haben über 177.400 Menschen Vorbestellungen für das Fahrzeug abgegeben. Die Auslieferungen sollen in den kommenden Tagen beginnen. „TOGG wurde als Symbol für die technologische Entwicklung, die wirtschaftliche Entwicklung und das weltweite Ansehen unseres Landes geboren“, sagte Erdogan.
„Ab heute werden wir Togg auf den Straßen sehen.“
Erdogan hatte bereits im Dezember 2019, als er die ersten TOGG-Prototypen vorstellte, angeboten, seinen Namen auf eine mögliche Liste für Vorbestellungen zu setzen. Die derzeitige Produktionskapazität liegt bei rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr und soll auf 175.000 steigen, sobald die Gesamtkapazität des TOGG-Werks im Bezirk Gemlik in der nordwestlichen Provinz Bursa erreicht ist. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 1 Million Fahrzeuge zu produzieren.

Der Preis für das mit Spannung erwartete erste türkische E-Auto, das auch unter der Federführung Erdogans entwickelt wurde, liegt bei ca. 47.000 Euro (953.000 TL). Das Fahrzeug wird in zwei Ausstattungsvarianten und zwei Batterieoptionen erhältlich sein. Mit 160 kW/218 PS und 350 Nm Drehmoment wird der T10X RWD (Heckantrieb) eine Reichweite von 314 bzw. 523 Kilometern haben. Die Version mit der höheren Reichweite soll knapp 60.000 Euro (1.215.000 TL) kosten. Auf den SUV T10X soll noch eine Limousine folgen. Nach der noch namenlosen Limousine sollen noch ein Kombi, eine Kombilimousine und ein Cabrio kommen.

Die zweimotorige, 435 PS starke AWD-Version (Allradantrieb) des T10X, die in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 700 Nm Drehmoment erzeugt, wird ab dem 29. Oktober 2023 ausgeliefert. Für dieses Sondermodell wurde noch kein Preis bekannt gegeben. Interessenten in Deutschland müssen sich aller Voraussicht nach aber noch bis 2024 gedulden – dann soll der TOGG auch hierzulande starten.