Zinspolitik
EZB-Sitzung: Jüngste Daten deuten auf eine Zinspause

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von Tomasz Wieladek

Ich gehe davon aus, dass die EZB in der kommenden Woche eine Pause einlegen wird, da die jüngsten Daten eine Entspannung zeigen.

Eine Zinserhöhung in einem Umfeld, in dem die Daten auf eine Rezession hindeuten, könnte sich kontraproduktiv auswirken: Sollte die EZB die Märkte mit einer Zinserhöhung überraschen, könnten Märkte beginnen, einen geldpolitischen Kursfehler einzupreisen, indem sie Konditionen lockern und einen schwächeren Euro einpreisen. Dies würden den geldpolitischen Kurs weniger restriktiv machen, die Inflationsentwicklung ankurbeln und das Gegenteil von dem bewirken, was die EZB eigentlich erreichen will.

Auf der Pressekonferenz im Juli stellte EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Finanzmärkten in Aussicht, dass sich die EZB bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer Zinserhöhung im September vor allem von den Daten leiten lassen werde. Die Mitglieder des EZB-Rats hielten sich im Großen und Ganzen an diese Kommunikationsstrategie, wobei die meisten Reden der Entscheidungsträger das Ergebnis im September offen ließen. Als Folge dieser Umstellung auf eine rein datengetriebene Zinsstrategie haben die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ausschließlich auf der Grundlage von Daten eingepreist.

Die jüngsten Daten deuten eindeutig auf eine Zinspause im September hin. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor schwächte sich im August deutlich ab und setzte damit die Serie negativer Überraschungen im Dienstleistungssektor fort, die im Mai begonnen hatte. Dies ist deshalb wichtig, weil der PMI für den Dienstleistungssektor auch nach der Pandemie noch stark mit dem tatsächlichen Wachstum des Dienstleistungssektors im Euroraum korreliert, während einige andere Umfragen ihre frühere Prognosekraft für die Realwirtschaft verloren zu haben scheinen.

Was die Inflation anbelangt, so überraschte die Kerninflation des VPI im Juli mit einem Anstieg, der jedoch im August sowohl im Jahresvergleich als auch in der Dynamik deutlich zurückging. Die monatliche Kerninflation des VPI im Euroraum entsprach einem normalen August vor dem jüngsten Inflationsanstieg. Schließlich wurde die Stärke des Wachstums im Euroraum im zweiten Quartal 2023 revidiert.

Das Wachstum wurde durch die Nettoexporte geschwächt und durch die Lagerbestände gebremst. Die Konsumausgaben der Privathaushalte blieben in der ersten Jahreshälfte mehr oder weniger unverändert. Angesichts dieser jüngsten Reihe von dovishen Daten preisen die Märkte nur noch eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in der nächsten Woche ein.

Die Einschätzung, dass wir in der Eurozone wahrscheinlich in eine Rezession rutschen – eine Sichtweise, die ich seit einiger Zeit vertrete – wird von den Ökonomen zwar noch nicht einhellig geteilt, gewinnt aber nach den Korrekturen der BIP-Daten in dieser Woche langsam an Akzeptanz unter den Ökonomen und an den Märkten.

In ihrer Rede in Jackson Hole nannte Christine Largarde formlos drei Bedingungen für eine Pause bei den Zinserhöhungen: Die EZB brauche eine Übertragung der Politik auf die Realwirtschaft, einen Wendepunkt bei der zugrundeliegenden (Kern-)VPI-Inflation und einen Inflationsausblick (Prognose), der mittelfristig eine Inflation von 2 % vorsieht. Die Daten zeigen, dass die ersten beiden dieser Bedingungen eindeutig erfüllt sind. Die Prognose (dritte Bedingung) wird von der EZB festgelegt. Allerdings dürften die schwächeren Wachstumsdaten in den Modellen der EZB zu einem niedrigeren projizierten Inflationspfad führen.

Tatsächlich besteht das Risiko, dass eine Zinserhöhung in der kommenden Woche nach hinten losgehen könnte. Indem sich die Entscheidungsträger nicht zur September-Entscheidung geäußert haben, haben sie die Märkte dazu ermutigt, die Politik allein anhand der Daten zu beurteilen, und die Daten deuten auf eine Pause hin.

Sollten die politischen Entscheidungsträger im aktuellen Umfeld schwacher realwirtschaftlicher Daten und einer sich abzeichnenden Rezession dennoch eine Zinserhöhung vornehmen, könnten die Märkte beginnen, einen politischen Fehler einzupreisen: Die Tatsache, dass die EZB die Zinsen in einer Situation erhöht, in der sich eine Rezession abzuzeichnen beginnt, könnte die Märkte dazu veranlassen, in ein oder zwei Jahren weitere Zinssenkungen einzupreisen.

Der Euro würde eher an Wert verlieren als gewinnen. Die finanziellen Bedingungen würden sich tatsächlich entspannen, was auf eine weniger restriktive Politik hindeutet. Der Euro würde wahrscheinlich weiter an Wert verlieren, was die importierte Inflation erhöhen würde. Es besteht also die reale Gefahr, dass sich eine Anhebung in der kommenden Woche als kontraproduktiv erweisen könnte.


Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price

Griechenland
„Antidemokratischer Kurs gegenüber türkisch-muslimischer Minderheit in Westthrakien“

Komotini/Gümülcine – Mit Beginn des neuen Schuljahres in Griechenland hat die Vorsitzende der DEB-Partei (Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden), Çiğdem Asafoğlu , die Regierung in Athen für ihren „antidemokratischen Kurs gegenüber der türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien“ scharf kritisiert.

In einer Pressemitteilung der Partei wird auf die weitere Schließung von neun Schulen der türkischen Minderheit durch die griechischen Behörden hingewiesen. Ihre Partei, so Asafoğlu, akzeptiere die Schließung der Minderheitenschulen nicht, da es Verträge zur Existenz dieser Schulen gebe

Leider werde die Minderheit nicht als Gesprächspartner akzeptiert“ und bis heute habe es keinen Dialog mit der türkisch-muslimischen Community in Nordostgriechenland gegeben.

Zum Start ins neue Schuljahr erklärte Çiğdem Asafoğlu: “Zu Beginn des neuen Schuljahres möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich die Begeisterung und den Enthusiasmus unserer Kinder, die die Garantie für unsere Zukunft sind, unserer Eltern, die versuchen, ihnen unter großen Opfern die besten Möglichkeiten zu bieten, und unserer Lehrer, die versuchen, trotz aller Unmöglichkeiten in unserer Region eine hochwertige Bildung zu vermitteln, von ganzem Herzen teile.”  

Die DEB-Partei wurde vom Arzt und Menschenrechtsaktivisten Dr. Sadık Ahmet 1991 gegründet und setzt sich für die Rechte der türkisch-muslimischen Minderheit im Nordosten Griechenlands ein. Auf dem Parteitag der DEB-Partei wurde Çiğdem Asafoğlu am 5. Januar 2019 zur neuen Parteichefin gewählt.

Kemal Bölge/Komotini

Basketball-Weltmeisterschaft
Basketball-WM: Deutschand nach Sieg gegen USA im Finale

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Manila – Die deutschen Basketballer haben die Sensation geschafft. Das Team um Kapitän Dennis Schröder besiegte am Freitag im Halbfinale-Spiel in Manila den fünfmaligen Weltmeister USA mit 113:111. Damit stehen die deutschen Basketballer erstmals im Finale der Weltmeisterschaft. Was Kampf und Intensität angeht, hat man vielleicht nie eine bessere deutsche Mannschaft gesehen. Es war der größte Sieg der Nationalmannschaft seit dem EM-Triumph im Jahr 1993. Deutschland kam mit sechs Siegen in das mit Spannung erwartete Halbfinale. „Historisch“, schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz im Kurznachrichtendienst Twitter, nun X. Im Endspiel am Sonntag (14.40 Uhr) geht es nun gegen Serbien. Die Basketball-Weltmeisterschaft 2023 findet vom 25. August bis zum 10. September in Asien statt. Japan, die Philippinen und Indonesien sind die drei Austragungsorte des Turniers.

Morca-Höhle
US-Forscher Mark Dickey dankt türkischer Regierung für Rettung

Ankara – Retter aus der Türkei und Europa eilten am Donnerstag zu einer Höhle in der Türkei und starteten eine Rettungsaktion zur Bergung eines amerikanischen Forschers, der rund 1.000 Meter unter der Oberfläche plötzlich Magen-Darm-Blutungen bekam und nun nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft die Höhle zu verlassen. Der erfahrene Höhlenforscher Mark Dickey, 40, dankte in einer Videobotschaft aus der Höhle der türkischen Regierung für ihre Bemühungen. Dickey wurde während einer internationalen Expedition in der Morca-Höhle, der dritttiefsten Höhle des Landes, im südtürkischen Taurusgebirge in der Provinz Mersin krank, wie die European Cave Rescue Association mitteilte. „Wir warten immer noch darauf, dass die Kommunikation hier unten ankommt. Im Moment dauert es also ein oder zwei Tage, bis Informationen hin und her gehen. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber ich weiß, dass die schnelle Reaktion der türkischen Regierung, die mir die benötigte medizinische Versorgung besorgt hat, meiner Meinung nach mein Leben gerettet hat. Ich war sehr nahe am Abgrund“, so Dickey in der Botschaft. Wie ein Beteiligter der Rettungsaktion im Gespräch mit dem US-Sender NBC News erklärte, habe sich Dickey am Samstag unwohl gefühlt. Er begann zu husten und habe Blut in seinem Stuhl festgestellt. Auch sei er nicht mehr in der Lage gewesen zu essen und sei drei Tage lang bewusstlos gewesen. Die türkische Katastrophenhilfe AFAD und das Rettungsteam UMKE arbeiteten zusammen mit türkischen und internationalen Höhlenforschern an einem Plan, um Dickey aus dem Höhlensystem herauszuholen, so der Rettungsverband. Ögrenecek von der türkischen Höhlenforschervereinigung sagte gegenüber The Associated Press, dass sich Dickeys Zustand stabilisiert habe und er in „guter Stimmung“ sei. „Marks Zustand verbessert sich weiter“, twitterte der Verband. „Die Ärzte werden entscheiden, ob es möglich ist, dass er ohne Bahre die Höhle verlassen kann.“

EuroVolley 2023
Volleyball-EM der Männer: Türkei besiegt Israel

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Tel Aviv – Bei der Volleyball-EM in Tel Aviv hat die türkische Herren-Nationalmannschaft im Vorrundenspiel Israel mit 3:0 (25:23, 25;13, 25:13) besiegt und ist somit ins Achtelfinale aufgestiegen. Am Samstag müssen sie sich gegen Slowenien behaupten. Auch Rumänien hat sich mit einem 3:1-Sieg gegen Olympiasieger Frankreich einen Platz im Achtelfinale gesichert. Obwohl Frankreich seinen Platz im Achtelfinale bereits sicher hatte und auf wichtige Spieler verzichten musste, gilt das Ergebnis dennoch als sensationell. Am selben Tag sicherte sich Portugal nach einem spannenden 3:2-Sieg (26-24, 21-25, 15-25, 28-26, 15-13) gegen die Türkei ebenfalls einen Platz im Achtelfinale. Das Spiel wurde durch einen erfolgreichen Spike von Alexandre Ferreira im fünften Satz entschieden. Deutschland gewann am Sonntag im italienischen Ancona gegen Belgien mit 3:2 (22:25, 17:25, 25:15, 25:22, 15:12) und drehte dabei einen 0:2-Satzrückstand. Die deutschen Volleyballer treffen im Achtelfinale auf den Weltranglistenzehnten Niederlande. Die Volleyball-Europameisterschaft der Männer 2023 findet vom 28. August bis 16. September statt. Gastgeber sind Italien, Bulgarien, Nordmazedonien und Israel. Als Titelverteidiger tritt die italienische Mannschaft an, die im Finale 2021 Slowenien besiegte.    

Volleyball EM
Turkish Airlines spendiert Urlaub für Volleyballerinnen

IstanbulSie haben am Sonntag in Brüssel Geschichte geschrieben: In einem atemberaubenden Krimi-Finale gegen den amtierenden Weltmeister Serbien, holten die türkischen Volleyballerinnen zum ersten Mal den EM-Titel in die Türkei. Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat nun angekündigt, diesen Erfolg  zu belohnen. Wie der Pressesprecher der Airlines, Yahya Üstün, mitteilte, bekommen die Spielerinnen, der Trainer und jeweils ein Mitreisender einen einwöchigen Urlaub nach ihrer Wahl in eines der 344 Ziele der Airlines geschenkt. Die türkische Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen wurde am Montag nach dem Sieg der Europameisterschaft mit großem Jubel empfangen. Der Sieg fällt mit dem 100-jährigen Bestehen der Türkei zusammen. Mannschaftskapitänin Eda Erdem Dundar sagte am Flughafen, sie seien stolz, den Titel gewonnen zu haben, da das Land den hundertsten Jahrestag der Gründung der modernen türkischen Republik feiere. „Es ist unglaublich ermutigend zu sehen, dass das Land hinter uns steht und die Menschen uns vor riesigen Leinwänden unterstützten. Wir sind allen sehr dankbar“, sagte sie vor Journalisten. Die Mannschaft besiegte Weltmeister Serbien im Endspiel am Sonntag in Brüssel mit 3:2. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gratulierte der Mannschaft in einem Telefonat. „Ich gratuliere unserer Frauen-Volleyball-Nationalmannschaft – den Sultanen der Netze – von ganzem Herzen, die uns alle stolz machen, indem sie 2023 CEV-Europameister wurden“, schrieb er später auf Twitter. Am Montagabend versammelten sich Tausende in einem Istanbuler Einkaufszentrum, wo die Spielerinnen auf der Bühne mit ihren Fans den Sieg feierten.

TV-Tipp
Dokus: Was steckt hinter den Verschwörungsmythen?

Verschwörungserzählungen haben Hochkonjunktur. Egal, ob die „BRD GmbH“, Chemtrails, QAnon, die Illuminaten oder Reptiloide – lange Zeit sind das Nischenthemen kleiner Communities. Mittlerweile sind solche Erzählungen auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff, und wir begegnen ihnen immer öfter im Alltag. Die Doku-Reihe „Verschwörungen – Die Wahrheit der Anderen“ begibt sich in das skurrile wie abgründige Paralleluniversum von Verschwörungserzählungen. Wer sind die Menschen, die an Verschwörungen glauben oder sie ausnutzen? Wie entstehen solche Erzählungen? Wie sind sie vernetzt? Welche gesellschaftlichen Schäden können sie anrichten? Jede Folge konzentriert sich dabei auf einen Verschwörungskomplex und zeigt dessen Ursprünge und Auswirkungen. Es kommen Expert:innen, Betroffene und Faktenchecker gleichermaßen zu Wort. Phoenix zeigt am Donnerstag, 7. September, um 20.15 Uhr die Folge: “ Geheimbünde, Illuminaten und Neue Weltordnung“ von Tom Ehrhardt und um 21.45 Uhr die Doku von Daniela Eberl „Klimalüge, Pandemie und 5G“ . Um 22.30 Uhr ergänzt phoenix den Doku-Abend mit dem Film „Der Fall Maaßen – Zwischen Geheimdienst und Verschwörung“. 20:15 Geheimbünde, Illuminaten und Neue Weltordnung Verschwörungen – Die Wahrheit der Anderen Film von Tom Ehrhardt, ZDFinfo 2023 Hinter den Kulissen agiert angeblich eine geheime Macht. Sie führt die neue Weltordnung ein und will uns versklaven. Doch wer steckt dahinter? Illuminaten? Rothschilds? Die Bilderberger? Das Märchen von der versteckten Elite, die die Fäden zieht, ist uralt und hat viele Versionen. Die unsichtbaren Mächtigen können viele Formen annehmen. Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es trotzdem. Sie sind hinterhältig, unantastbar und vor allem: vollkommen fiktiv. Gerade in eher unsichereren Zeiten erfahren Verschwörungsideologien vermehrt Zulauf. Die Menschen sehnen sich nach Ordnung, Sicherheit und vor allem nach Erklärungen für die vorherrschenden Missstände. https://youtu.be/Gpoz3QCUHSE 21.45 Uhr Klimalüge, Pandemie und 5G Verschwörungen – Die Wahrheit der Anderen Film von Daniela Eberl, ZDFinfo 2023 Gegen jede Logik halten Verschwörungsideologen die Pandemie und die menschengemachte Klimakrise für eine Lüge und moderne Technologie wie 5G als Mittel zur Totalüberwachung. Die Idee hinter vielen Verschwörungen ist, dass Gruppen, die als mächtig wahrgenommen werden, einen geheimen Plan hätten, um der Gesellschaft zu schaden. Neben Plandemie und Klimalüge, ist auch die Sorge der Totalüberwachung durch 5G weit verbreitet. Kurz nachdem das Coronavirus ausbrach und die ganze Welt in Atem hielt, entstanden Gerüchte, dass es sich dabei um eine große Lüge handelt, von langer Hand von der Regierung geplant. Die sogenannte „Plandemie“ oder auch „Corona-Diktatur“. Andere behaupteten, dass die Krankheit, die das Virus auslöst, viel harmloser verläuft, als Wissenschaftler und Ärzte sagen. 22.30 Uhr Der Fall Maaßen – Zwischen Geheimdienst und Verschwörung Die Spur Film von Lucas Eiler und Sebastian Galle, ZDF 2023 Als oberster Verfassungsschützer sollte Hans-Georg Maaßen die Demokratie schützen – mittlerweile trifft sich der CDU-Politiker mit internationalen Ultrarechten, teilt Verschwörungstheorien. „Die Spur“ geht der Frage nach, ob Maaßens Agenda schon während seiner Amtszeit von rechtem Gedankengut bestimmt wurde oder ob er sich erst im Laufe der Jahre radikalisierte. War seine Haltung womöglich politisch gewünscht? Der Donnerstagabend bei phoenix im Überblick: 20:15 Geheimbünde, Illuminaten und Neue Weltordnung 21:45 Klimalüge, Pandemie und 5G 22:30 Die Spur: Der Fall Maaßen – Zwischen Geheimdienst und Verschwörung

Zum Thema

– Corona-Fakenews – Zur „Pathologie-Konferenz“ der Impfgegner

Hochtrabende Namen – erfundene Fälle: So tricksen die Impfgegner. Mit diversen „Konferenzen“, „Ausschüssen“ und „Stiftungen“ versuchen Impfgegner und radikale Kritiker der Corona-Maßnahmen, die Corona-Schutzimpfung zu sabotieren. Sie werfen etablierten Medien und Wissenschaftlern vor, einseitig und manipulativ zu informieren. Ein Vorwurf, der auf sie selbst zurückfällt.

Zur „Pathologie-Konferenz“ der Impfgegner

Gastkommentar
Volleyballerin Ebrar Karakurt – ein Grauer Wolf

ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die Weltranglistenersten aus der Türkei haben sich bei der Volleyball-Europameisterschaft der Frauen den Titel nach einem Fünfsatzkrimi gesichert. Ein Grund zum Jubeln, nicht aber für Politverdrossene, die das eine wohlkalkuliert Betonen, das andere jedoch klammheimlich übergehen. Die türkischen Volleyball-Nationalspielerinnen machten durch das gesamte EM-Turnier hinweg eine gute Figur und sicherten sich am Sonntagabend in Brüssel den EM-Pokal. In der Heimat und im Ausland ist die Euphorie der Türken über den Sieg der türkischen Volleyballspielerinnen im EM-Finale selbstverständlich groß. Bis auf manche unnötigen, bisweilen unschönen Zwischenrufe, die über soziale Medien bislang geteilt wurden, bleibt alles im Rahmen, der Freude tut es keinen Abbruch. Der Fokus liegt dabei auf der Nationalspielerin Ebrar Karakurt, die einerseits eine der besten Angreiferinnen ist, andererseits offen mit ihrer Homosexualität umgeht. Das schmeckt manchen nicht.

Schnappschuss von Ebrar Karakurt mit Freundin

Der Grund: Im August 2021 machte Karakurt mit einem Foto von sich und der Freundin auf sich aufmerksam, was die konservative Zeitung Takvim zum Anlass nahm, ihre Offenheit zur sexuellen Orientierung als skandalös zu bezeichnen. Der türkische Volleyball-Verband solidarisierte sich daraufhin demonstrativ mit Ebrar Karakurt. So schnell wie der Wirbel aufkam, so schnell kehrte auch wieder Ruhe ein. Karakurt nimmt auch sonst kein Blatt vor dem Mund, vor allem wenn es um Politik geht. Vor der Parlaments- und Präsidentenwahl favorisierte Ebrar Karakurt offen das Oppositionsbündnis. Nach der Wahl erklärte sie neckisch, „wir sind jung, knackig und beginnen von vorn!“.

Erdoğan verfolgt den Sport, nicht die sexuelle Orientierung

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hält sich von solchen Geplänkeln fern, was ihn jedoch nicht davon abhielt, der Volleyball-Nationalmannschaft zum Sieg am Sonntagabend zu gratulieren. Erdoğan hält viel davon, wenn die Jugend sich für Sport begeistert. Entsprechend tatkräftig unterstützt der Staat dabei die Jugend, was auch an den internationalen Erfolgen messbar ist.

Grauer Wolf

Karakurt ist auch bekannt dafür, mit dem Symbol der Türken wettzueifern. Als Halsschmuck, in Bildern von Ihr, in sozialen Beiträgen in Form von Smileys, überall springt der Graue Wolf einem markant ins Gesicht. Aber weshalb auch immer, scheint diese Seite von Karakurt in Deutschland niemand wirklich zu interessieren.
(Screenshot/X)
Weder die aufkeimende Karakurt-Fanmeile quer durch die Anti-Türkische Front hinweg, noch der deutsche Journalistentross, wollen das kommentieren; sie übergehen es geflissentlich. Ein Paradoxon tut sich da auf.

Traum vom großtürkischen Reich vs. Homosexualität

Erst jüngst veröffentliche Marion Sendker einen Bericht im Deutschlandfunk über Ebrar Karakurt und der erlebten Angriffe aus streng islamischen Gruppen. Aber es wurde darin kein Wort darüber verschwendet, womit sich die Volleyball-Angreiferin gern schmückt und zur Schau stellt. Sendker ist eigentlich sehr interessiert daran, was die Grauen Wölfe in der Türkei wie im Ausland im Schilde führen, darunter doch den Traum vom großtürkischen Reich verfolgen. Die sexuelle Orientierung von Karakurt, die scheint aber angesichts des Nachrichtenwertes in Zusammenhang mit Erdoğan wichtiger zu sein, weil man von dieser Art der Polarisierung am meisten profitiert. Besonders interessant ist da der X-Post von Metin Gülmen, dem Funke-Medien Journalisten, der eigentlich jede Gelegenheit wahrnimmt, die Grauen Wölfe so richtig schön und bei jeder Gelegenheit ins Rampenlicht zu rücken. Aus welchen Gründen auch immer, Gülmen will partout nicht darauf eingehen, beschäftigt sich vielmehr mit Karakurt und ihrem Lesbendasein in der Türkei sowie stets in Verbindung mit Erdoğan. Karakurts Graue Wölfe stören da offensichtlich nur… Da der deutsche Journalistentross nach dem türkischen Sieg offenbar entscheiden hat, so zu tun, als hätte es diese Europameisterschaft, bei der Deutschland ja immerhin Co-Gastgeber war, gar nicht erst gegeben, können und wollen sie natürlich auch nicht auf Meldungen wie diese eingehen. Ebrar Karakurt, eine bekennende LGBT-lerin, weltanschaulich sicherlich im links-alternativen Spektrum angesiedelt, verwendet den Grauen Wolf, wie Mesut Özil. Sowas bringt deutsche Journalistendarsteller natürlich in Erklärungsnot, haben sie doch viel Aufwand betrieben, um das türkische informelle nationale Wappentier in das Monopol von Rassisten und Faschisten zu stellen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Thema

– „Graue Wölfe“ – Der große böse Wolf und Mesut Özil

Wölfe, überall Graue Wölfe! Wer in den vergangenen Wochen auch nur ab und an die Nachrichten verfolgt hat, könnte auf die Idee kommen, es wimmele nur so von Wölfen in deutschen Wäldern

Der große böse Wolf und Mesut Özil

KI
Künstliche Intelligenz: Gewinner und Verlierer

von Allan Clarke

Das alte Sprichwort über große technologische Durchbrüche – dass deren Auswirkungen kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt werden – trifft auch auf KI zu. Von der derzeitigen Aufregung sollten sich umsichtige Anleger nicht entmutigen lassen. Natürlich gibt es einen kurzfristigen Hype um KI, aber er besitzt eine solide Grundlage.

Einerseits gibt es praktikable Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie in einem Ausmaß, das bei anderen Modeerscheinungen der letzten Zeit wie Kryptowährungen und dem Metaverse fehlte. Andererseits lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau vorhersagen, wohin uns die KI führen wird. Dies ist eine attraktive Kombination.

Um es ins rechte Licht zu rücken: 16 Jahre sind seit der Einführung des iPhones vergangen – es sorgte sofort für Aufsehen, doch nur wenige konnten sich zu Beginn seiner Entwicklung vorstellen, welche Möglichkeiten es später freisetzen würde. Bei der KI wird es vermutlich ähnlich sein.

KI birgt erhebliche Chancen für wirtschaftsverändernde Entwicklungen, wobei dieses Potenzial auch erhebliche Risiken enthält, insbesondere wenn der derzeitige „Hype-Zyklus“ anhält. Es besteht ein enormes Potenzial für die Revolutionierung von Geschäftsmodellen und die Neuausrichtung von Volkswirtschaften als Folge von KI-Innovationen. Aber diese Dinge brauchen Zeit und sind oft schmerzhafte Prozesse, die auch eine politische Dimension in zukünftige Entwicklungen mit sich bringen können. Insgesamt würde es mich nicht überraschen, wenn wir eine Phase des Hypes durchlaufen, dann eine Phase, in der sich die Dynamik verlangsamt und die Dinge nicht den ursprünglichen Erwartungen entsprechen, um dann mittelfristig eine neue Welle von Facebook, Google und anderen Großkonzernen aufkommen zu lassen.

Zu den Sektoren, die von der KI-Disruption betroffen sind, wird es sowohl Gewinner als auch Verlierer geben, wobei alle Sektoren, die mit der Content-Generierung zu tun haben, besonders gefährdet sind.

Die Musikindustrie, Bilder, der Journalismus, Filme und das Fernsehen könnten alle davon betroffen sein. Es könnte sogar Auswirkungen auf die Asset Management Branche haben, und zwar in Bezug auf die Art und Weise, wie Portfolio Manager auf externe Recherchen zugreifen und Investment Notes schreiben. Längerfristig sollten wir jedoch auch über Inhalte im weiteren Sinne nachdenken. Beispielsweise erweist sich die KI als sehr geschickt im Schreiben von Computercodes – eine spezielle Fähigkeit, über die derzeit nur relativ wenige Menschen verfügen. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Softwarebranche haben.

Für Anleger, die das Thema in Betracht ziehen, ist Nvidia eine offensichtliche und bereits breit genutzte Möglichkeit. Das Unternehmen hat sich genau für die aktuelle Marktdynamik etabliert, aber es gibt viele andere Unternehmen, die ebenfalls gute Investitionsmöglichkeiten bieten. Nvidia hat sich seit etwa einem Jahrzehnt für eine neue Ära im Computerbereich positioniert und sich als einziger ‚Ökosystem‘-Akteur etabliert, ähnlich wie Apple mit dem iPhone auf dem Mobilfunkmarkt.

Netzwerkunternehmen wie Broadcom und Marvell scheinen ebenfalls gut aufgestellt zu sein, um von der KI-Disruption zu profitieren. Sie liefern die Technologie für die Verbindung von Servern in Rechenzentren und machen das Rückgrat unseres Telekommunikationsnetzes schnell und widerstandsfähig genug, um das wachsende Datenvolumen zu bewältigen.

Unabhängig davon gibt es definitiv einige Bedenken in Bezug auf das Urheberrecht und die Art und Weise, wie die Eigentümer von Originalinhalten belohnt werden. Zweifellos werden Geschäftsmodelle entstehen, die versuchen, diesem Bedarf gerecht zu werden. Adobe ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das bereits versucht, den Eigentümern von Originalinhalten dabei zu helfen, diese zu kennzeichnen und zu verhindern, dass sie in KI-Trainingsmodellen verwendet werden.

Bei den großen Playern könnten AWS von Amazon, Azure von Microsoft und GCP von Alphabet weiterhin unglaublich wichtig bleiben, da sie die Datenzentren sind, über die viele von uns auf diese KI-Dienste zugreifen werden. Sie werden wahrscheinlich ihre Rechenzentren umgestalten müssen, und es besteht ein potenzielles Risiko, wenn einer von ihnen nicht schnell genug reagiert, aber für den Moment scheinen sie sicher zu sein.


Allan Clarke, Investment Manager – Global Equities bei Aegon Asset Management      

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Die alte Ordnung, die sich nach Ost- und Westblock richtete, ist spätestens nach dem Zusammenbruch der UdSSR, der Russland folgte, längst Vergangenheit.

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Bergkarabach-Krise
Aserbaidschanische Botschaft verurteilt „einseitige und unbegründete Anschuldigungen“

Viele Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren die aus ihrer Sicht „einseitigen und unbegründeten Anschuldigungen“ der deutschen Medien und Politiker gegen Aserbaidschan zu der Situation im „Latschin-Korridor“. In einem offenen Brief hat auch die aserbaidschanische Botschaft in Berlin die Anschuldigungen scharf verurteilt. Der offene Brief im Wortlaut: 

Der so genannte „Latschin-Korridor“ ist eindeutig eine Straße, die auf aserbaidschanischem Territorium liegt und keinen extraterritorialen Status hat. Aserbaidschan hat den Verkehr auf dieser Straße gemäß seinen Verpflichtungen aus der Trilateralen Erklärung vom 10. November 2020 stets ermöglicht.

Armenien hat jedoch seit dem Ende des Krieges im Jahr 2020 diese Straße, die ausschließlich für humanitäre Zwecke bestimmt ist, immer wieder für die Rotation seiner fast 10.000 Mann starken bewaffneten Gruppen, die es illegal auf aserbaidschanischem Hoheitsgebiet unterhält, sowie für den Transfer von Waffen, Munition und Landminen in das aserbaidschanische Hoheitsgebiet und für den Schmuggel illegal abgebauter Mineralien aus dem aserbaidschanischen Hoheitsgebiet missbraucht.

Am 23. April 2023 richtete Aserbaidschan im Einklang mit dem Völkerrecht einen Grenzübergang am Eingang der Latschin-Straße an der Staatsgrenze zwischen Armenien und Aserbaidschan ein.

Bis zum 15. Juni 2023 passierten fast 2.000 Personen armenischer Herkunft diese Grenzübergangsstelle. Am 15. Juni kam der Verkehr an der Grenzübergangsstelle jedoch aufgrund eines Angriffs armenischer Streitkräfte auf aserbaidschanische Grenzschutzbeamte abrupt zum Erliegen. Bedauerlicherweise wurde ein aserbaidschanischer Grenzschutzbeamter bei diesem Angriff schwer verletzt. Aufgrund der akuten Sicherheitsbedrohung wurde der Verkehr an der Grenzübergangsstelle vorübergehend eingestellt.

Der Internationale Gerichtshof (IGH) lehnte mit Beschluss vom 6. Juli 2023 einstimmig den Appell Armeniens ab, das aserbaidschanische Personal von der Latschin-Straße abzuziehen.

Seit Dezember 2022 wurden mehr als 800 armenisch stämmige Einwohner Karabachs, die medizinische Hilfe benötigten, weiterhin ohne Hindernisse oder jegliche Probleme über die Latschin – Straße nach Armenien transportiert. Jeden Tag überqueren viele Armenier sicher die aserbaidschanische Grenzübergangsstelle, um nach Armenien und zurück zu reisen.

Darüber hinaus hat Aserbaidschan wiederholt angeboten, alle humanitären Bedürfnisse der in der Region Karabach von Aserbaidschan lebenden armenischen Einwohner zu erfüllen. Aserbaidschan hat vorgeschlagen, die Aghdam-Khankendi-Straße für Lieferungen aller Art nach Karabach zu benutzen. Die Brauchbarkeit dieser Straße wurde auch von der EU und dem Roten Kreuz anerkannt. Gleichzeitig könnte die Latschin-Straße weiterhin im Einklang mit der Souveränität und der nationalen Gesetzgebung Aserbaidschans funktionieren.

Leider hat die armenische Seite die Aghdam-Khankendi-Straße am 18. Juli 2023 mit Betonbarrieren blockiert und lässt seitdem keine Lieferungen zu, einschließlich von 40 Tonnen Mehl, das vom Roten Halbmond Aserbaidschans am 29. August 2023 an die Armenier in Karabach geschickt wurde.

Die Reintegration der Karabach-Armenier in das politische, rechtliche und sozioökonomische Leben Aserbaidschans ist für den Frieden und die Stabilität in der Region von großer Bedeutung. Aserbaidschan hat mehrfach versichert, dass die Armenier als Staatsbürger Aserbaidschans, in dem verschiedene nationale Minderheiten friedlich zusammenleben, Sicherheit und alle Rechte genießen werden.

Armenien muss seine Handlungen, die die Souveränität und territoriale Integrität Aserbaidschans untergraben, einstellen, seine illegalen Truppen aus dem souveränen Territorium Aserbaidschans abziehen, Reintegrationsprozesse nicht verhindern, und stattdessen sich aktiv an Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan beteiligen. Es ist die höchste Zeit, ein neues Kapitel in den aserbaidschanisch-armenischen Beziehungen aufzuschlagen, ein Kapitel des Friedens, harmonischen Zusammenlebens und gemeinsamen Wohlstands.

Zum Thema

– Latschin-Korridor – „Aserbaidschan verteidigt sich gegen Landraub Armeniens“

Nach internationalen Regeln hat sich Aserbaidschan in Bergkarabach aufgrund der Blockadehaltung in Zusammenhang mit dem Latschin-Korridor nichts zu Schulden kommen lassen

„Aserbaidschan verteidigt sich gegen Landraub Armeniens“