Katastrophe in Saudi-Arabien
Mekka: Die Zahl der Todesopfer steigt auf 717
Viertausend Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern sind derzeit vor Ort im Einsatz
Mekka (nex) – Die Katastrophe in Mina bei Mekka nimmt immer größere Dimensionen an. Bei der Pilgerfahrt sind bei einer Massenpanik 717 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des saudi-arabischen Zivilschutzes seien zudem mehr als 800 Gläubige verletzt worden, darunter einige schwer. Die saudi-arabischen Verantwortlichen erklärten, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. Bislang sei unklar, wie es zu der Massenpanik gekommen ist.
Die Massenpanik ereignete sich im Areal der Rolltreppen im Bereich der „Teufelsbesteinigung“, wegen der Massenpanik stürzten einige Pilgerer von der Brücke. Viertausend Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern sind derzeit vor Ort im Einsatz. Im Jahr 2006 waren bei einer Massenpanik während der „Teufels-Besteinigung“ 364 Menschen ums Leben gekommen. Am 11. September waren 107 Menschen ums Leben gekommen, als ein Kran zur Erweiterung des Moscheebereichs der Kaaba nach heftigen Regenstürmen umgestürzt war. In der Region befinden sich immer noch mehr als zwei Millionen Pilger.
Paragraph 29a AsylVerfG
Albanien, Kosovo und Montenegro werden „sichere Herkunftsstaaten“
Berlin (dts) – Albanien, Kosovo und Montenegro werden künftig im Asylverfahren als „sichere Herkunftsstaaten“ betrachtet. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend nach einem Treffen mit den Länderchefs mit. Bislang gelten als „sichere Herkunftsstaaten“ alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Bosnien und Herzegowina, Ghana, Mazedonien, Senegal und Serbien.
Über die Neuaufnahme der drei Länder habe Einigkeit geherrscht, sagte die Bundeskanzlerin. Der Asylantrag eines Asylbewerbers aus einem sicheren Herkunftsstaat ist nach § 29a AsylVerfG als „offensichtlich unbegründet“ abzulehnen, sofern er nicht Tatsachen oder Beweismittel angibt, welche die Annahme begründen, dass ihm abweichend von der allgemeinen Lage im Herkunftsstaat politische Verfolgung droht.
Syrien
Dschihadist bricht in Tränen aus vor Selbstmordattentat
Syrien (eurasia) – Ein Video eines jungen usbekischen Selbstmordattentäters dokumentiert hystorische Momente, in denen dieser in Tränen ausbrach, bevor er sich mittels eines mit Bomben beladenen gepanzerten Fahrzeugs in einem syrischen Dorf in die Luft sprengte. Die Mitschnitte sind Teil eines al-Qaida-Propagandavideos.
Der junge Mann im Video wurde Dschafer al-Tayyar genannt. Berichten zufolge sei er usbekischer Herkunft und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Der Selbstmordattentäter wurde nur wenige Minuten vor seiner Detonation in der eingekesselten Alawiten-Hochburg Fuaa, Provinz Idlib, aufgenommen.
Die erschütternden Bilder zeigen al-Tayyar in Tränen und andere Kämpfer einander umarmend, die den jungen Usbeken aufmunternd, zu sprechen und rufen. Einige lachten und tätschelten al-Tayyar den Rücken.
Ein Kämpfer sagte auf Usbekisch-Türkisch: „Dschafer mein Bruder, sei nicht verängstigt. Wenn du es bist, dann gedenke Allahs.“ Al-Tayyar antwortete: „Ich habe einfach nur Angst, dass es nicht gelingt.“ Ein anderer Kämpfer erhob seinen rechten Zeigefinger und andere stießen das Gotteslob aus: „Gott ist größer.“
Al-Tayyar wurde anschließend in einem unbewaffneten Panzerfahrzeug sitzend gezeigt, bis er schließlich fernab im Dorf im Detonationsqualm verschwinden sollte. Er sprengte sich in die Luft.
Der Sprecher des Propagandavideos bezeichnete al-Tayyar als den „ersten freiwilligen Mudschahid aus Mawarannahr“. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf eine von überwiegend Turkvölkern besiedelte zentralasiatische Region zwischen Usbekistan, Tadschikistan, Süd-Kirgisistan und Südwest-Kasachstan, berichtet das Nachrichtenportal Radio Liberty.
Das Video wurde von der usbekischen al-Qaida-nahen Gruppierung Imam Buchari Dschemat gedreht. Der genaue Hintergrund des Videos ist nicht klar, allerdings wird der Angriff auf Fuaa von vielen Analysten im engen Zusammenhang mit der Belagerung von Zabadani gesehen, welche von der schiitischen Hisbollah und Assad-treuen Regierungstruppen eingekesselt wurde. In Fuaa lebt Angaben zufolge eine signifikante alawitische Minderheit, die dem syrischen Präsidenten politisch verbunden sei.
Unterdessen behaupteten einige Quellen, dass der Tränenausbruch von al-Tayyar als Zeichen seines Widerwillens, einen Selbstmordanschlag durchzuführen, zu werten sei. Der Angriff wurde, wie berichtet, am 18. September durchgeführt. Es ist unklar, ob oder wie viele Menschen bei dem Schlag getötet oder verwundet wurden.
https://www.youtube.com/watch?v=OCGgv5AvEnk
(erschienen bei eurasia am 24.09.15)
Flüchtlingskrise
Städtebund fordert vollständige Erstattung der Flüchtlingskosten
Berlin (dts) – Angesichts der sprunghaft gestiegenen Kosten der Kommunen für Asylbewerber hat der Städte- und Gemeindebund Erstattung gefordert. „Der Zustrom von Flüchtlingen stellt für die Kommunen auch finanziell eine große Herausforderung dar“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“. „Wir erwarten, dass die Kommunen dafür eine vollständige Kostenerstattung erhalten. Die Städte und Gemeinden können diese zusätzlichen Lasten nicht tragen.“
Alle Länder müssten ihren Kommunen die Ausgaben für Flüchtlinge auf einem „angemessenen Niveau“ erstatten, so Landsberg weiter. Dies sei leider noch nicht der Fall. „Es gibt immer noch Länder, die nicht einmal 50 Prozent der Kosten übernehmen.“ Landsberg beziffert die Kosten der Kommunen für die Unterbringung und Versorgung eines erwachsenen Flüchtlings auf etwa 1.200 Euro im Monat. Bei unbegleiteten Jugendlichen seien es etwa 3.500 Euro im Monat.
Hinzu kämen die anstehenden Kosten für feste Unterkünfte und Integration, die noch nicht annähernd beziffert werden könnten. Landsberg forderte angesichts des Flüchtlingsandrangs zudem von Bund und Ländern, die Zahl der Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen auf mehr als 200.000 zu erhöhen und an die weiter steigenden Flüchtlingszahlen anzupassen. „Wir erwarten, dass sich der Bund dauerhaft, dynamisch und strukturell an den Flüchtlingskosten mit einer kostendeckenden Pauschale pro Kopf beteiligen wird und die Mittel für die Kommunen auch tatsächlich bei diesen ankommen“, fügte der Städtebund-Geschäftsführer hinzu. Um mehr sozialen Wohnraum zu schaffen, müssten auch die Mittel für den sozialen Wohnungsbau auf zwei Milliarden Euro aufgestockt werden.
Mysteriöser Tod
PKK-Anhänger: „Oberst Stephan Spöttel starb bei Antiterrorangriff der Türkei“
Tod in Erbil: Kontingentführer der Bundeswehr (56) stirbt in seinem Hotelzimmer im Irak
Erbil (nex) – Mysteriöser Todesfall in einem Hotel in Erbil: Der erst 56-jährige Kontingentführer des Bundeswehr-Einsatzes im Nordirak, Oberst Stephan Spöttel, wurde, wie die Bundeswehr auf ihrer Internetseite bestätigte, am Donnerstagmorgen von Soldaten tot in seinem Zimmer im Hotel „Cristal“ in der Hauptstadt der Kurdischen Autonomieregion des Irak (KRG) aufgefunden. Spöttel war damit betraut, bewaffnete irakische Kräfte für den Kampf gegen die Terrormiliz IS auszubilden.
Dabei setzte er vor allem auf Kämpfer aus der kurdischen Bevölkerungsgruppe im Norden des Landes. Die Todesursache ist noch ungeklärt. Das Einsatzführungskommando geht derzeit Medien zufolge von einer natürlichen Todesursache aus. In sozialen Medien von PKK-nahen Kreisen gestreute Gerüchte, wonach Spöttel einem türkischen Antiterrorangriff gegen PKK-Stellungen zum Opfer gefallen wäre, wie diese auch am Mittwoch wieder geflogen wurden, haben sich schnell als haltlos herausgestellt. Die türkischen Streitkräfte hatten am Mittwoch Stellungen der terroristischen PKK in der Region Harkurk angegriffen. Die 104 deutschen Soldaten in der Region werden künftig von seinem Stellvertreter Oberstleutnant Jan Heymann geführt.
Jackpot
Lottospieler aus Bayern gewinnt über 33 Millionen Euro
Saarbrücken (dts) – Bei der Mittwochziehung von Lotto 6aus49 hat ein Spieler aus Bayern den Jackpot geknackt. Mit den Gewinnzahlen 10-14-18-24-33-44 und der Superzahl 9 hat er den fünfhöchsten Jackpot in der Lotto-Geschichte gewonnen – insgesamt 33.236.872,50 Euro. Daneben haben sechs weitere Spieler den Jackpot nur knapp verfehlt.
Ihnen fehlte zu ihrem Sechser lediglich die Superzahl 9. Die Spieler haben jeweils 297.372,10 Euro gewonnen. In der Zusatzlotterie Spiel77 hat ein Spieler aus Schleswig-Holstein 677.777 Euro gewonnen. In der Zusatzlotterie Super6 haben sechs weitere Spielteilnehmer jeweils 100.000 Euro.
Saudi Arabien
Mindestens 150 Tote und 400 Verletzte bei Massenpanik nahe Mekka
Mekka (dts) – Bei der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien sind bei einer Massenpanik am Donnerstag mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen. Rund 400 Gläubige seien verletzt worden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Arabija. Die Panik war in einer Zeltstadt im Tal Minā, östlich von Mekka, ausgebrochen.
Viele Menschen seien zerquetscht worden. Die islamische Pilgerfahrt nach Mekka – auch Hadsch genannt – begann am Dienstag. Sie findet alljährlich im letzten Monats des islamischen Kalenders statt. Für viele Muslime ist die Teilnahme an der Pilgerfahrt zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka Pflicht. Jedes nehmen weit mehr als eine Million Gläubige an der Wallfahrt teil.
Syrien-Konflikt
Merkel für Gespräche mit Assad
Brüssel (nex) – Im Ringen um eine Lösung im Syrien-Konflikt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals Gespräche mit Syriens Staatschef Baschar al-Assad angeregt.
Ja, es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden. Dazu gehört auch Assad“, sagte Merkel beim EU-Sondergipfel in Brüssel anlässlich der Flüchtlingskrise. Der Konflikt könne „nicht allein von außen, aus Ländern heraus, die nicht direkt zu der Region gehören“ gelöst werden.
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen „einen UN-geführten, internationalen Prozess“ zur Befriedung Syriens unterstützen, so Merkel. „Letztendlich können wir die Flüchtlingsursachen nur richtig bekämpfen, wenn wir auch diese internationalen Krisen bewältigen.“ Wegen der Flüchtlingskrise wird die Europäische Union eine weitere Milliarde Euro zusätzlich bereitstellen. Das Geld solle unter anderem dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zugute kommen.
Flüchtlingskrise
Grünen-Politiker Habeck: Schiffe als Winterquartier für Flüchtlinge
Kiel (dts) – Unmittelbar vor dem Flüchtlingsgipfel der Ministerpräsidenten in Berlin hat der stellvertretende Regierungschef von Schleswig-Holstein, Robert Habeck (Grüne), die Einquartierung von Flüchtlingen auf Schiffen ins Gespräch gebracht. „In Schleswig-Holstein denken wir zum Beispiel darüber nach, für den Winter Schiffe zu chartern“, erklärte Habeck gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die Flüchtlingskrise sei eine historische Frage für die gesamte deutsche Politik und müsse jeden Tag konkret beantwortet werden, so Habeck.
Wie die Kanzlerin „auf die Angriffe aus der Union reagiert hat, finde ich stark“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Das Management der Krise sei allerdings „chaotisch, und das ist politisch gefährlich“. In der Union tobe ein Machtkampf um die Linie. Wenn die CSU Ungarns Regierungschef Orbán hofiere, sei das genau „das Gegenteil von dem, was die Kanzlerin in Wort und Tat signalisiert“. Da seien die Grünen „geschlossener, lösungsorientierter und unideologischer“.


