Digitale Innovationen
Kate Winslet: Leute mit Smartphones sind schlimmer als Paparazzi

London (dts) – Die britische Schauspielerin Kate Winslet sieht Smartphones eher skeptisch: „Leute mit Smartphones sind viel schlimmer als es Paparazzi je waren“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Sie können dich jederzeit mit ihrem Smartphone abschießen, nur eben aus der Tasche geholt: Klick. Und dann schicken sie es sofort überall hin. Das ist eine verabscheuungswürdige, widerliche Invasion.“ Viele der digitalen Innovationen seien zwar ein Segen – „allerdings ein Segen, der süchtig machen kann. Und das finde ich gefährlich“, so Winslet. „Wir müssen ständig aufs Neue lernen, damit umzugehen. Wir müssen uns selbst beobachten, wie viel wir von diesen digitalen Dingen annehmen, aufsaugen. Ob wir es zulassen, dass sie unser Leben komplett verändern. Ich meine: Wir müssen doch auch noch fähig sein, die Bäume, die reale Welt da draußen wahrnehmen zu können“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Sie selbst sei kein Tech-Nerd. „Ich bin nicht in den Sozialen Netzwerken unterwegs. Kein Facebook! Kein Twitter! Kein Instagram!“, sagte die Schauspielerin weiter. Facebook-Accounts mit ihrem Namen seien „komplett ausgedacht“.

Wahlen in der Türkei
Türkei: Erdogans AKP gewinnt haushoch – Anhänger in aller Welt jubeln

Absolute Mehrheit für AKP: Türkei wählt Stabilität und erteilt Terrorismus eine Absage
Ankara (nex) – Der Sieger der Wahlen in der Türkei ist die regierende AKP, die ihre absolute Mehrheit zurückerlangte. Starke Verluste gab es für MHP und HDP. Die Neuwahlen zur Großen Nationalversammlung in der Türkei, die erforderlich geworden waren, nachdem der Urnengang vom 7. Juni keine regierungsfähige Mehrheit hervorgebracht hatte, sind entschieden.
Wahlergebnisse 01.11.2015 (Grafik: AA)
Wahlergebnisse 01.11.2015 (Grafik: AA)
Bei einem Auszählungsgrad von 99,12 Prozent sieht es danach aus, dass die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) mit einem Ergebnis von 49,38 Prozent die im Juni verlorene absolute Mandatsmehrheit wiedererlangen konnte. Die seit 2002 regierende konservative Partei kommt damit im neuen Parlament auf 316 Mandate. Im Juni hatte die AKP nur 40,9 Prozent und 258 Mandate erreicht.
AKP-Anhänger (Foto: Daily)
AKP-Anhänger (Foto: Daily)
Premierminister Ahmet Davutoğlu kann nunmehr alleine regieren. Um das Ziel einer neuen Verfassung verwirklichen zu können, ist er jedoch auf die Mitwirkung der Opposition angewiesen, die bei diesem Wahlgang zum Teil kräftig unter die Räder kam. Der stärksten Oppositionspartei, die linkskemalistische Republikanische Volkspartei (CHP), gelang es nur marginal, über das eigene Stammwählerpotenzial hinaus Zuspruch zu mobilisieren. Sie liegt bei 25,4 Prozent (im Juni: 25,0) und wird künftig mit 134 statt 132 Abgeordneten im Parlament vertreten sein.
Premierminister Davutoglu (Foto: AA)
Premierminister Davutoglu (Foto: AA)
Der CHP gelang es vor allem, ihre traditionellen Hochburgen im Westen des Landes zu verteidigen. Die großen Verlierer dieser Wahl waren jedoch die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP). Die aus der so genannten „Idealistenbewegung“ gewachsene nationalistische MHP verlor gegenüber Juni mehr als ein Viertel ihrer Stimmenanteile und kommt nur noch auf 11,94 Prozent gegenüber 16,3 Prozent im Juni.
Kilicdaroglu CHP (Foto:AA)
Kilicdaroglu CHP (Foto:AA)
Die MHP, die in keinem einzigen Stimmkreis mehr eine Mehrheit holen konnte, wurde vor allem für ihre Obstruktionshaltung bei der Regierungsbildung abgestraft. Nachdem Parteichef Devlet Bahçeli die Koalitionsgespräche an einer kompromisslosen Verweigerungshaltung scheitern ließ, warf er auch noch prominente Gegner dieses Kurses der Fundamentalopposition wie Tuğrul Türkeş – immerhin Sohn des langjährigen Parteiführers Alparslan Türkeş – und die Abgeordnete Meral Akşener aus der Partei. Daraufhin schloss Türkeş sich der AKP an.
Bahceli MHP (Foto: trt)
Bahceli MHP (Foto: trt)
Die MHP verlor vor allem in ihren langjährigen Hochburgen an der Schwarzmeerküste massiv an die Regierungspartei. Sie wird künftig nur noch mit 41 Mandaten vertreten sein gegenüber 80 im Juni. Aber auch die HDP musste Federn lassen. Die vor allem in westlichen Medien massiv gehypte Partei, die im Juni mit 13,1 Prozent noch zu den Überraschungssiegern zählte, blieb mit 10,69 Prozent nur noch knapp über der Zehn-Prozent-Hürde. Statt 80 wird sie künftig nur noch über 59 Mandate verfügen.
Die HDP verlor vor allem auf Grund ihres ambivalenten Kurses gegenüber der terroristischen PKK, als deren politischer Arm sie von zahlreichen Kritikern betrachtet wird. Die Verluste für die HDP, die sich auch in kurdischen Kerngebieten bemerkbar machten, können als Warnschuss interpretiert werden. Die Botschaft der Wähler lautet: Es ist erwünscht, dass auch die HDP ihre Positionen im Parlament zur Sprache bringt, gegenüber dem Terrorismus ist jedoch keine Akzeptanz innerhalb der türkischen Bevölkerung vorhanden.
Demirtas HDP (Foto: trt)
Demirtas HDP (Foto: trt)
Mit 85,96 Prozent war die Wahlbeteiligung hoch. Auch die türkischen Staatsangehörigen im Ausland zeigten reges Interesse an den Wahlen. Mit 70,01 Prozent beteiligten sich in Deutschland lebende Türken in einer Größenordnung an den Wahlen im Heimatland ihrer Altvorderen, die wohl weltweit unter Expats ihresgleichen sucht. Unter den Deutschlandtürken war die AKP mit 59,44 Prozent stärkste Partei, wobei sie in den Wahllokalen in Düsseldorf, Köln, Mainz und Stuttgart sogar über 60 Prozent der Stimmen erreichte.
Die CHP kam nur in Berlin, München und Nürnberg über 20 Prozent Stimmenanteil. Die HDP hatte ihre Hochburgen in Hannover (24,44 Prozent), Berlin (23,79) und Mainz (23,80). Die MHP kam nur in München auf ein zweistelliges Ergebnis. Am Wahlabend setzten sich nicht nur in türkischen, sondern auch in mehreren deutschen Städten mächtige Autokorsos in Bewegung,
Anhänger der AKP feierten auf den Straßen der Innenstädte. In Städten wie Nürnberg oder Dortmund kam zum Teil der Verkehr zum Erliegen. Anwesende fühlten sich an die Stimmung während der Fußball-Europameisterschaft 2008 erinnert, als nach den erfolgreichen Auftritten der türkischen Nationalmannschaft tausende türkische Einwanderer die Nacht zum Tag machten.
Präsident Erdogan (Foto: AA)
Präsident Erdogan (Foto: AA)
Premierminister Ahmet Davutoğlu sprach in seiner ersten Rede zur Wahl von einem „Tag des Sieges für die Demokratie“. Er betonte weiter, dies sei nicht ein Sieg einer Partei, sondern der gesamten Nation und rief die Anhänger der unterschiedlichen politischen Lager zur Verständigung und Zusammenarbeit auf.

Steuerfahndung
NRW kauft Steuer-CD mit Datensätzen über dubiose Aktiendeals

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Düsseldorf (dts) – Die von Nordrhein-Westfalen zum Rekordpreis von fünf Millionen Euro gekaufte Steuer-CD enthält etliche tausend Datensätze mit Informationen über dubiose Aktiendeals zu Lasten des Fiskus. Davon betroffen seien zahlreiche Banken und weitere Finanzfirmen im In- und Ausland, die bei solchen Aktiengeschäften mitgemacht haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe). Darunter seien auch große Geldinstitute. Die Auswertung des Materials, das aus mehreren Quellen stamme, dürfte mehrere Monate dauern. Banken und Kapitalfonds sollen beim Handel von Aktien mit und ohne Dividende den Fiskus über Jahre hinweg betrogen haben. Ziel der Geschäfte war es nach Erkenntnissen der Ermittler, sich eine einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrmals erstatten zu lassen. Von der jetzt in NRW gekauften CD erhoffen sich die Ermittler viele neue Erkenntnisse. Außerdem haben sich die Behörden in NRW umfangreiche Informationen über eine ausländische Bank besorgt, bei der 55.000 deutsche Kunden Schwarzgeld angelegt haben sollen. So viele Namen und Konten hat der deutsche Fiskus bei noch keiner Bank erhalten.

Flüchtlingspolitik
Merkel und Seehofer einigen sich auf Transitzonen

Berlin (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) haben sich am Sonntag auf die gemeinsame Forderung zur Einrichtung von Transitzonen geeinigt. Damit entschärften beide ihren Streit um die deutsche Asylpolitik. Zuvor war ein Gipfeltreffen im Kanzleramt zwischen Merkel, Seehofer und SPD-Chef Gabriel ergebnislos vertagt worden. In einem gemeinsamen Positionspapier bezeichneten beide Transitzonen als „vordringlichste Maßnahme zur besseren Kontrolle unserer Grenze“.

Die SPD lehnt Transitzonen ab und fordert stattdessen Einreisezentren in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hatte Transitzonen als „Haftanstalten“ bezeichnet, die weder „praktikabel noch unter humanitären Gesichtspunkten denkbar“ seien.

Gewissheit nach DNA-Analyse
Gefundene Kinderleiche ist vermisster Elias

Potsdam (dts) – Bei der Leiche, die am Freitag im Schrebergarten des Tatverdächtigen im Vermisstenfall Mohamed gefunden wurde, handelt es sich um den vermissten Elias aus Potsdam. Das habe ein DNA-Abgleich ergeben, teilten die Ermittler am Sonntag mit.

Der 32-jährige Tatverdächtige, der am Donnerstag festgenommen worden war, hatte gestanden, sowohl den seit Anfang Oktober vermissten vierjährigen Mohamed als auch den seit Anfang Juli vermissten sechsjährigen Elias getötet zu haben.

Steigende Transfersummen und Gehälter
Ex-Siemens-Chef Löscher warnt vor Kostenspirale im Profifußball

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Berlin (dts) – Peter Löscher, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Siemens-Konzerns, warnt angesichts von steigenden Transfersummen und Gehältern vor einer Kostenspirale im Profifußball. „Ich habe große Sorge, dass dieses große Geld dem Fußball enormen Schaden zufügen kann“, sagte Löscher im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). Die Preisexplosion in der englischen Premier League verändere schon jetzt den Sport.

Aufzuhalten sei die Entwicklung kaum, glaubt Löscher. Auf die Millionen, die Trikotsponsoring einbringe, könne heute kein Verein mehr verzichten. Man müsse finanzieren, um mithalten zu können. „Romantiker werden nicht Champions-League-Sieger“, erklärte Löscher.

Löscher bangt in den aktuellen Skandalen um Fifa und DFB auch um das Ansehen des Sports selbst. Er hoffe, dass kein Schatten auf das „Sommermärchen“ falle. „Was so große und so komplexe Strukturen hat, ist leider auch anfällig für negative Einflüsse verschiedenster Art“, sagte Löscher über die Häufung der Affären im Weltfußball.

Krieg gegen Terror
Türkei geht mit Razzien im Inland und Luftangriffen in Syrien gegen IS-Terroristen vor

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Istanbul (nex/AA) Die Türkei greift weiter hart gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) durch. Insgesamt 21 Personen wurden am Donnerstag im Zuge von Antiterror-Operationen in Istanbul und Kocaeli festgenommen. Sechs der Verdächtigen wurden im nordwesttürkischen Kocaeli festgesetzt, als Antiterroreinheiten der örtlichen Polizei simultane Razzien an mehreren Adressen in den Bezirken Darica und Gebze durchführten. Bereits zuvor hatten Polizeibeamte am gleichen Tag 28 Häuser und Wohnungen in Istanbuls Bezirken Bağcılar und Başakşehir gestürmt und dabei 15 Personen in Gewahrsam genommen. Auch die Luftwaffe geht erfolgreich gegen die Terrormiliz vor. So seien am Samstag in der Provinz Aleppo fünf Kilometer von der türkischen Grenze entfernt acht Ziele des IS zerstört worden, berichtet Anadolu unter Berufung auf Sicherheitskreise. Dabei seien mindestens 50 Terroristen eliminiert worden. Sechs türkische F-16-Kampfjets und eine US-Drohne seien an der Operation beteiligt gewesen, türkische Bodentruppen hätten den Einsatz unterstützt.

Keine Einigung bei Spitzentreffen
Koalitionstreffen zur Flüchtlingspolitik auf Donnerstag vertagt

Berlin (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel wollen sich am Donnerstag erneut zu einem Gespräch über die Flüchtlingspolitik treffen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag mit. Dabei sollen noch offene Punkte geklärt werden. Dazu gehöre auch das Thema Transitzonen.

Zu diesem Thema sollen zwischen den Fachleuten von Bund und Ländern bis Donnerstag weitere Gespräche stattfinden. Zuvor hatte ein Spitzentreffen im Kanzleramt stattgefunden. Dabei sei Seibert zufolge ein „konstruktives Gespräch über alle Aspekte der Flüchtlingssituation“ geführt worden. Eine Einigung gab es offenbar nicht.

Flüchtlingstragödie
Erneut mehrere Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken

Athen (dts) – In der Ägäis sind am Samstag erneut mehrere Flüchtlinge ertrunken. Vor der griechischen Insel Samos starben griechischen Medien zufolge mindestens elf Menschen, darunter sechs Kinder, als ihr Boot kenterte. 15 Flüchtlinge seien gerettet worden, zwei Menschen würden noch vermisst.

Drei weitere Flüchtlingsboote verunglückten auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos, dabei kamen mindestens vier Menschen ums Leben. Mehr als 100 Flüchtlinge seien von der türkischen Küstenwache und einem Frachtschiff gerettet worden. Trotz des schlechter werdenden Wetters versuchen immer wieder Flüchtlinge, von der türkischen Westküste aus die griechischen Inseln zu erreichen.

Flüchtlingskrise
Bayrischer Landrat droht mit Flüchtlingsbussen Richtung Kanzleramt

Berlin (dts) – Der Landshuter Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) hat in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt, im Falle einer weiteren Zunahme der Flüchtlingszahlen in seinem Landkreis Busse nach Berlin zu schicken: „Wenn Deutschland eine Million Flüchtlinge aufnimmt, entfallen rechnerisch auf meinen Landkreis 1.800. Die nehme ich auf, alle weiteren schicke ich per Bus weiter nach Berlin zum Kanzleramt“, sagte er laut eines Berichts der „Welt am Sonntag“ der Kanzlerin in dem halbstündigen Telefonat am vergangenen Mittwoch. Er warnte sie: „Der innere Friede ist bei uns in Gefahr!“ Die Kanzlerin habe gesagt, dies sehe sie auch so, schilderte Dreier. Deshalb arbeite sie Tag und Nacht an Lösungen und setze dabei vor allem auf die Türkei und europäische Partner. „Wir schaffen das!“, reiche als Parole nicht mehr aus, so der Landrat. Ja, habe Merkel zugegeben. Deshalb sage sie jetzt: „Wir schaffen das nur gemeinsam mit der EU.“ Dass er ihr Busse schicken wolle, hatte Dreier zuvor in einem Brief angekündigt. Daraufhin rief Merkel ihn an, schreibt die Zeitung. Sie sagte Dreier zufolge: „Wenn Sie Busse zu mir schicken, müsste ich die eigentlich nach Griechenland zurückschicken. Aber von dort laufen die Flüchtlinge dann wieder zu Ihnen.“