Hilfe für Gaza
Israel: Ägypten will türkische Hilfslieferungen für Gaza verhindern
Jerusalem (nex) – Wie der israelische TV-Sender Channel 10 berichtet, haben ägyptische Behörden ein Ersuchen an Israel gerichtet, keine türkischen Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen zuzulassen. Diese Note soll im Zusammenhang mit den Aussöhnungsbemühungen zwischen den Regierungen Israels und der Türkei stehen, berichtet der Middle East Monitor.
„Die Haupthindernisse innerhalb des Verhandlungsprozesses sind die türkische Forderung, einen direkten Zugang zu Gaza zu bekommen, um Hilfe für die Palästinenser schicken zu können, und Israels Forderung, die Türkei möge Hamas-Führer ausweisen und ihnen ihre Aktivitäten untersagen“, erklärte ein Offizieller, der ungenannt bleiben wollte, gegenüber dem Sender.
„Ägypten hat nun Israel ersucht, der Türkei keinerlei Aktivitäten auf Regierungsebene in Gaza zu gestatten, das von der Hamas kontrolliert wird, die ein Ableger der Muslimbruderschaft ist und offiziell Unterstützung vonseiten der Türkei genießt.“ Dem früheren israelischen Botschafter in der Türkei, Alon Liel, zufolge müssten die beiden Länder „innerhalb von drei bis vier Wochen eine Vereinbarung treffen“; sollte dies nicht gelingen, wäre mit einem Scheitern der Bemühungen zu rechnen. „Israel versucht, eine Einigung mit Ankara über die geplante Erdgaspipeline in die Türkei zu finden, bevor für den 28. Januar ein Treffen zwischen Netanyahu und seinen Amtskollegen aus Griechenland und Zypern angesetzt ist“, so der Diplomat.
Die Türkei hat für die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen mit Israel mehrere Bedingungen gestellt: Jerusalem muss sich für die Erstürmung der „Freedom Flottilla“ vor Gaza im Juni 2010 entschuldigen, Entschädigung für die Familien der neun während der Erstürmung getöteten türkischen Staatsangehörigen bezahlen und die Blockade des Gazastreifens aufheben. Bis dato hat Israel nur den ersten beiden Punkten zugestimmt. Premierminister Benjamin Netanjahu lehnt bis dato eine Aufhebung der Gaza-Blockade ab.
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Flüchtlingskrise
Oettinger: Keine Chance für hohe Flüchtlings-Verteilquoten in der EU
Brüssel (dts) – EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hält das Ziel der Bundesregierung, künftig über Kontingente große Zahlen von Flüchtlingen in der EU zu verteilen, für unrealistisch. „Einer Verteilquote in der EU, die in einer höheren Dimension läge als der vorliegende Beschluss über die Verteilung von 160.000, gebe ich keine Chance“, sagte Oettinger der „Rheinischen Post“. Polen etwa werde einer Verteilquote nicht mehr zustimmen, auch nicht wenn es wieder eine andere Regierung hätte.
Trotz seiner Skepsis sprach sich Oettinger für Kontingente von Flüchtlingen aus, die „kontrolliert“ nach Europa kämen. „Diese Kontingente müssen natürlich erheblich geringer sein als die Zahl der Flüchtlinge, die 2015 nach Europa gekommen sind.“
Heilpflanze Hanf
Forscher der Uni Rostock: „Cannabis zerstört Krebszellen“
Rostock (nex) – Cannabis ist für Politiker und Sicherheitsbehörden in den meisten Ländern der Welt immer noch Teufelszeug und der illegale Anbau, Besitz oder die Weitergabe der Pflanze kann immer noch Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen.
Nur in wenigen Ländern wie Marokko, Uruguay oder einigen Bundesstaaten der USA ist der Besitz von Cannabis unter bestimmten Umständen nicht mehr strafbar. Der Grund dafür ist neben Zweifeln daran, dass der Cannabiskonsum wesentlich schädlichere Auswirkungen als der Genuss legaler Rauschmittel wie Alkohol aufweise, vor allem auch, dass die Pflanze zahlreiche Wirkstoffe enthält, die sich unter anderem im medizinischen Zusammenhang sogar positiv auf den Organismus auswirken können.
Hatten bereits vor einigen Monaten britische Wissenschaftler nachweisen können, dass der Konsum von Cannabis das Tumorwachstum verlangsamen könne, hat nun, wie das Magazin „Forschung und Wissen“ berichtet, der Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Uniklinik Rostock, Burkhard Hinz zusammen mit seinen Kollegen herausgefunden, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze, sogenannte Cannabinoide, dem Körper sogar dabei helfen können, Krebszellen zu zerstören.
Aus dem Beitrag der Forscher im Magazin „Biochemical Pharmacology“ geht hervor, dass die Zerstörung der Krebszellen durch ein bestimmtes Protein mit dem Namen ICAM-1 ermöglicht wird. ICAM-1 überziehe die Krebszellen und ermögliche so den körpereigenen Killerzellen des Immunsystems das Anheften an die Krebszellen. Die Killerzellen arbeiteten dann ganz normal und brächten die Krebszellen zum Platzen.
Allerdings gibt Hinz zu bedenken, dass sich die bisherigen Ergebnisse vorerst nur als solche der Grundlagenforschung darstellen. „Wir sind noch weit davon entfernt, das in die klinische Therapie umzusetzen“, wird er von „Forschung und Wissen“ zitiert. „Unsere Befunde sind jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass Cannabinoide eine ganze Reihe potenziell therapeutisch nutzbarer Wirkungen vermitteln.“
Seit gut 25 Jahren wird weltweit an dem klinisch nutzbaren Potenzial von Cannabinoiden geforscht, und einige Ergebnisse seien auch bereits in die Praxis umgesetzt worden. So wird mittlerweile etwa der Hanfpflanzen-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol in Kliniken zur Milderung von Erbrechen und Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt. Cannabidiol, ein weiterer Cannabis-Inhaltsstoff, der die Psyche im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol nicht beeinträchtige, sei zudem für die Behandlung spastischer Symptome bei Patienten mit multipler Sklerose zugelassen.
Umfrage
Wahltrend: Union und SPD verlieren, FDP gewinnt
Berlin (dts) – In einer aktuellen Umfrage büßt die Union gegenwärtig erneut einen Prozentpunkt ein und kommt derzeit auf 38 Prozent. Das ist ein Ergebnis des aktuellen „stern-RTL-Wahltrends“. Demnach verliert auch die SPD im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt und kommt nun auf 23 Prozent unter den 1.500 Befragten.
Die FDP dagegen legt um einen Punkt auf 5 Prozent zu. Die Werte für die anderen Parteien bleiben unverändert: Die Grünen liegen weiterhin bei 10 Prozent, die Linke behauptet ebenfalls ihre 10 Prozent, und die AfD verharrt bei 8 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt der Umfrage zufolge gegenwärtig 33 Prozent.
Transparenz bei Produktprüfungen
Bundesregierung prüft Hersteller-Angaben zum Stromverbrauch bei Elektrogeräten
Berlin (dts) – Die Bundesregierung wird ab Januar die Angaben der Hersteller zum Stromverbrauch bei Elektrogeräten von einer eigenen Behörde, der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), untersuchen lassen. Das berichtet die „Rheinischen Post“ unter Berufung auf ein Papier des Bundeswirtschaftsministeriums. „Hiermit soll die Transparenz bei Produktprüfungen verbessert und so das Vertrauen der Verbraucher in die Produktangaben zum Energieverbrauch oder zur Energieeffizienz gestärkt werden“, heißt es vom Wirtschaftsministerium.
Für diese Art der Marktüberwachung sind eigentlich die Länder zuständig. Das Bundeswirtschaftsministerium will die Länder insbesondere bei der Überprüfung „technisch komplexer Produktgruppen“ unterstützen, wie es in dem Papier des Ministeriums heißt. So soll die Bundesanstalt für Materialforschung neben Dunstabzugshauben und Wäschetrocknern künftig auch die Energieeffizienz von Wärmepumpen und Klimaanlagen unter die Lupe nehmen. Insgesamt seien Tests bei rund 260 Modellen pro Jahr geplant. Dies entspreche etwa einem Drittel der von den Ländern durchgeführten Prüfungen. Auch der Online-Handel soll einbezogen werden.
Minderheiten in Europa
Bulgarien: Türkische Minderheit nach Jahrzehnten der Repression geehrt
Sofia (eurasia/nex) – In den 1980er Jahren verloren während der kommunistischen Herrschaft in der Balkanrepublik viele bulgarische Muslime ihr Leben Ihrer wurde erstmals in einer Zeremonie gedacht, an der auch Offizielle der türkischen Botschaft teilnahmen. Überlebende wurden geehrt.
Bulgarische Muslime haben am 28. Dezember im Rahmen einer Zeremonie zum Gedenken der getöteten muslimischen Türken teilgenommen, die zwischen 1984 und 1990 der repressiven Minderheitenpolitik und grundsätzlich anti-islamischen Haltung Sofias zum Opfer fielen. Bei der Gedenkzeremonie protestierten die bulgarischen Türken insbesondere gegen die Unterdrückungspraktiken der bulgarischen Regierung gegen die mehrheitlich türkische Bevölkerung im Dorf Mogilyane der Kardschali Provinz seit genau dem 26. Dezember 1984. Zum Anlass für ein gemeinsames Gebet nahm sich die türkische Gemeinde Bulgariens bei der gestrigen Zeremonie den tragischen Tod eines 17 Monate alten Babys mit dem Namen Turkan Feyzullah, welches bei Übergriffen bulgarischer Sicherheitskräfte gegen die Muslime des Landes seinerzeit verstorben sei.Die bulgarische Zentralregierung lehnte es seinerzeit ab, jegliche religiöse Rituale zu tolerieren und zwang die Muslime des Landes, sich in die christlich-orthodox geprägte Mehrheitsbevölkerung zu integrieren. Der Druck reichte soweit, dass das Tragen traditioneller Kleidung, die die Türken der Balkanrepublik seit osmanischen Zeiten zu tragen pflegen, verboten wurde. Muslimische oder türkische Namen wurden kurzerhand in slawische umgeändert. Schließlich wurde eine Wasserfontäne im Zentrum des Dorfes Mogilyane enthüllt, die an das getötete Baby auch in Zukunft erinnern soll. Zahlreiche Muslime aus Bulgarien, der Türkei und Griechenland nahmen laut Angaben des „World Bulletin“ an der Veranstaltung im Südosten Bulgariens teil. In der Stadt Mestan fand zum gleichen Zeitpunkt eine weitere Gedenkveranstaltung statt, an der auch Offizielle der türkischen Botschaft partizipierten und Überlebende geehrt wurden. Erschienen auf eurasianews.de Mehr zum Thema:- Erdogans Demokratiepaket: Erste kurdischsprachige Suchmaschine „Serketin“ geht in Diyarbakır online
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Berlin
AfD-Vize Gauland attestiert Wagenknecht „gestörte Moral“
Berlin (dts) – Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher der AfD, hat die Äußerungen von Sahra Wagenknecht scharf kritisiert und der Linken-Chefin sogar eine „gestörte Moral“ attestiert. „Dreister kann man Ursache und Wirkung nicht ausblenden. Sahra Wagenknecht setzt mit ihrem Vergleich Soldaten mit Terroristen gleich. Das ist ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die Soldaten, die ihr Leben für Freiheit und Demokratie aufs Spiel setzen, sondern auch für die Opfer und deren Angehörige der Anschläge von Paris“, erklärte Gauland am Dienstag.
Sie habe sich „mit dieser Äußerung komplett disqualifiziert und ihre gestörte Moral offengelegt“. Natürlich sei der Syrien-Einsatz falsch, da er noch mehr Flüchtlinge und weiteren Terror provoziere, so Gauland weiter. Deswegen jedoch die Luftangriffe mit den Terroranschlägen von Paris gleichzusetzen, sei „dumm-dreist“ und verhöhne alle Beteiligten außer die Terroristen. „Sollte die Linke sich nicht umgehend von diesem Vergleich distanzieren, ist sie gänzlich unwählbar geworden“, erklärte der AfD-Politiker.
Kampf gegen den Terror
Anschlagspläne an Silvester: Terrorverdächtige in Brüssel verhaftet
Brüssel (dts) – In der belgischen Hauptstadt sind in der Nacht zu Dienstag zwei Terrorverdächtige verhaftet worden. Zuvor waren Hausdurchsuchungen und eine Reihe von Festnahmen am Sonntag und Montag durchgeführt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Es gebe ernstzunehmende Hinweise, dass die beiden mutmaßlich Verdächtigen Anschläge rund um den Jahreswechsel in Brüssel geplant hatten.
Bei den Razzien seien unter anderem Propagandamaterial der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und Militärkleidung sichergestellt worden. Waffen oder Sprengstoff seien nicht gefunden worden. Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Pariser Terroranschlägen vom November gebe es bislang nicht. Vier weitere Festgenommene sind unterdessen wieder frei. Die Warnstufe für die Polizeidienststellen in Brüssel wurde angehoben.
Sonderteams für Knotenbahnhöfe
Bahn-Vorstand Pofalla: Pünktlichkeit soll 2016 bei 80 Prozent liegen
Berlin (dts) – Die Deutsche Bahn (DB) will mit einer Erneuerung ihrer Arbeits- und Führungsstruktur die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit ihres Angebots deutlich verbessern: Die Pünktlichkeit im Fernverkehr solle schon im Jahr 2016 80 Prozent betragen, sagte der ehemalige Kanzleramtsminister und neue Bahn-Vorstand Ronald Pofalla in einem Gespräch mit der „Neuen Westfälischen“.
„Wir stehen schlicht nicht da, wo wir stehen könnten. Wenn man sich beispielsweise die Pünktlichkeit der Züge anschaut, scheinen die Rezepte aus der Vergangenheit nicht mehr zu funktionieren. Hier brauchen wir neue Formen der Geschäftsfelder übergreifenden Zusammenarbeit“, betonte er.
„Denn Pünktlichkeit geht uns alle an.“ Künftig werde bei der Bahn nicht länger jeder nur in seinem abgesteckten Bereich versuchen Probleme zu lösen: „Ressortegoismen müssen der Vergangenheit angehören. Breit aufgestellte Teams gehen die wichtigsten Herausforderungen an. Auf unserer Prioritätenliste steht ganz oben die Pünktlichkeit. Allein 70 neue Maßnahmen sollen hier zu besseren Werten führen“, so der Bahn-Vorstand. Es werde Sonderteams zur Betreuung der zehn wichtigsten deutschen Knotenbahnhöfe geben, an denen besonders viele Verspätungsminuten anfielen. Die Bahn sei erfolgreich, „aber eben nicht so stark, wie wir es wirklich sein könnten“, kritisierte Pofalla.
Brüssel
Verheugen warnt vor schleichendem Bedeutungsverlust der EU
Brüssel (dts) – Der frühere EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) hat vor einem Zerfall der Europäischen Union gewarnt. Er fürchte nicht, dass die EU mit einem Knall aufhöre zu existieren, sagte Verheugen am Montag dem rbb-inforadio. „Meine Sorge ist, dass wir einen langen und schleichenden Niedergang erleben, einen immer größer werdenden politischen und wirtschaftlichen Bedeutungsverlust – und dass die Europäische Union ihre beiden großen Versprechen, nämlich Frieden und Wohlstand für die Menschen in Europa, nicht mehr halten kann. Und wenn ich die Zeichen der Zeit richtig deute, dann hat dieser Niedergang ja wohl schon begonnen.“
In den europäischen Gesellschaften werde der Zweifel an der Funktionsfähigkeit, ja an der Sinnhaftigkeit des ganzen Projekts immer größer. „Die Regierungen müssen begreifen, dass sie sich nicht an kurzfristigen nationalen Interessen und vor allem nicht an ihren eigenen parteipolitischen Interessen orientieren dürfen, sondern dass sie Europa wieder als eine unauflösliche Schicksalsgemeinschaft betrachten müssen und das Gemeinschaftsinteresse vor das nationale Interesse stellen müssen.“
Die vereinbarte Verteilung der Flüchtlinge nach Quoten auf die Mitgliedsstaaten bezeichnete Verheugen als gescheitert. Wenn es im selben Tempo weitergehe, dann sei die EU damit im Jahr 2100 fertig. Das Hauptproblem sei die mangelnde Solidarität innerhalb Europas. Das betreffe nicht nur die Flüchtlingsfrage. „Die anderen Länder denken beispielsweise, dass Deutschland sich unsolidarisch verhalten hat in der Frage der Währungsunion, aber auch in der Flüchtlingsfrage.“ Nach Meinung einiger Länder habe Deutschland die Flüchtlinge sozusagen eingeladen und müsse nun mit ihnen fertig werden.

