Terroristisches Reihenhaus
Großbritannien: Polizeieinsatz gegen Zehnjährigen wegen Rechtschreibfehlers
London (nex) – Wie englische Medien berichten, soll ein Schreibfehler eines zehnjährigen muslimischen Jungen in Lancashire dazu geführt haben, dass dieser am darauf folgenden Tag zu Hause von der Polizei aufgesucht und verhört worden sei. Der Schüler hatte von einem „terroristischen“ („terrorist“) Haus geschrieben, in dem er leben würde, wobei er jedoch offenbar ein „Reihenhaus“ („terraced“) House gemeint hatte.
Bereits einen Tag später standen Polizeibeamte vor seiner Haustür, verhörten ihn und untersuchten den Familien-Computer. Die Familie des Jungen, die nun eine Entschuldigung vonseiten der Schule und der Behörde fordert, führt den Vorfall auf die Neufassung der britischen Antiterrorgesetze vom Juli letzten Jahres zurück. Seit dieser Zeit werden Lehrer dazu verpflichtet, verdächtiges Verhalten zu melden, um einer Radikalisierung entgegenzusteuern.
Der stellvertretende Generalsekretär der muslimischen Dachorganisation, Miqdaad Versi, erklärte, es habe seitdem dutzende ähnliche Fälle wie in Lancashire gegeben. Die Polizei bestreitet einen Zusammenhang ihres Besuchs mit dem Rechtschreibfehler und erklärte BBC zufolge, der Besuch sei nicht auf der Basis eines Terrorismusverdachts erfolgt. Es wären vonseiten der hierfür angemessenen Kanäle andere Sorgen bezüglich des Verhaltens des Jungen in der Schule an sie herangetragen worden.
Flüchtlingspolitik
Drei Bundesländer nehmen die Hälfte der Asylsuchenden auf
Berlin (dts) – Etwa die Hälfte aller Asylsuchenden ist laut Berechnungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in nur drei Bundesländern registriert. So nehmen Nordrhein-Westfalen 21 Prozent, Bayern 16 Prozent und Baden-Württemberg 13 Prozent der im sogenannten EASY-System registrierten Asylsuchenden auf. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Auswertung der IOM hervor, die der „Welt“ vorliegt und die sich auf Zahlen von Januar bis September des vergangenen Jahres bezieht.
Auch für das laufende Jahr prognostiziert die Organisation eine ähnliche Verteilung. Bei der Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas gibt es laut IOM kaum Fortschritte. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission vom September sollten 160.000 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Irak, die sich bereits in Europa befinden, auf alle Mitgliedsstaaten nach einer freiwilligen Quote umverteilt werden. Bisher wurden aber erst 272 Personen umverteilt. Deutschland hat bisher 40 Umverteilungsplätze angeboten, elf Schutzsuchende aus Italien und zehn aus Griechenland wurden tatsächlich nach Deutschland geholt, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) der „Welt“ mitteilte.
Trauerfall in Koç Holding
Türkei: Industriemagnat Mustafa Koç stirbt 55-jährig in Istanbul
Istanbul (nex) – Wie aus dem Amerikanischen Hospital in Istanbul mitgeteilt wurde, ist der Leiter des bedeutendsten türkischen Industriekonglomerats, der Koç Holding, Mustafa Koç, am Donnerstag im Alter von 55 Jahren an den Folgen eines zu Hause erlittenen Herzanfalls gestorben.
Der Vorfall habe sich Medien zufolge ereignet, während Koç trainiert habe. Der Industriemagnat hat die Koç Holding, deren Tätigkeitsgebiet von Automobilen über Bauunternehmen bis hin zur Energiewirtschaft reicht, seit 2003 geleitet.
Er hatte die Unternehmensgruppe damals von seinem Vater Rahmi Koç, dem 84-jährigen Patriarchen der Familie, übernommen. Gegründet hatte die Gruppe sein 1996 verstorbener Großvater Vehbi im Jahre 1926. Mustafa Koç hinterlässt seine Frau Caroline und zwei Töchter.
Istanbul
Ein Herz für Streuner: Istanbuler Moschee öffnet ihre Tore für Katzen
Istanbul (eurasia) – Mit dem Ausbruch des Winters in der türkischen Metropole Istanbul haben es streunende Tiere schwerer als sonst, einen warmen und schützenden Platz zu finden. Der Imam und religiöse Prediger Mustafa Efe hat deshalb entschieden, die Türen seiner Moschee für die Katzen der Umgebung geöffnet zu lassen.

Mieterbund
Regierungspläne für Wohnungsbau-Offensive unzureichend
Berlin (dts) – Der Deutsche Mieterbund (DMB) hält die Wohnungsbau-Offensive der Bundesregierung für unzureichend. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Präsident des Mieterbundes, Franz-Georg Rips, die Verdoppelung der Gelder des Bundes für den sozialen Wohnungsbau auf zwei Milliarden Euro jährlich genügten allein nicht. „Wir brauchen auch zusätzliche Finanzmittel für den sozialen Wohnungsbau von den Ländern“, forderte Rips.
Die Ankündigung von Bauministerin Barbara Hendricks (SPD), mit Steueranreizen Investoren anzulocken, sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Der Mieterbund fordert aber auch die schnellere Erschließung von Baugrundstücken, schnellere Bau- und Genehmigungsverfahren und die Bereitstellung von Bauland.
Mit Blick auf die aktuelle Wohnungsnot und die Unterbringung von Flüchtlingen sagte Rips: „Uns brennen die Wohnungsprobleme unter den Nägeln.“ Aktuell fehlten bereits 800.000 Wohnungen. „Der jährliche Neubau von etwa 25.000 bis 270.000 Wohnungen reicht bei weitem nicht aus, die seit Jahren ansteigende Nachfrage zu befriedigen.“ Nach Ansicht des Mieterbundes müssten jedes Jahr mindesten 400.000 Wohnungen neu gebaut werden.
Das ist deutlich mehr als die Bundesregierung schätzt, die den Bedarf auf 350.000 Wohnungen jährlich beziffert. Nach Auffassung von Rips werden vor allem Mietwohnungen gebraucht, also bezahlbare Wohnungen für mittlere Einkommen und Sozialwohnungen. „Die Politik muss jetzt endlich handeln“, forderte der Präsident des Mieterbundes.
Terminservicestellen
Gesundheitswesen: Arzthopping trägt zu langen Wartezeiten bei
Berlin (dts) – Drei Jahre nach Abschaffung der Praxisgebühr gibt es neue Vorschläge, den Zugang zu Arztpraxen zu regulieren – dieses Mal kommen sie von den Ärzten selbst: „Wir brauchen eine stärkere Steuerung und eine Schwelle beim Zugang zum Arzt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Anlass für Gassens Vorschlag ist der Start der so genannten Terminservicestellen am kommenden Montag. Sie sollen in dringenden Fällen einen Termin beim Facharzt binnen vier Wochen vermitteln.
„Wir brauchten die Terminservicestellen nicht, wenn viele Patienten nicht wahllos Termine bei Ärzten vereinbaren würden“, sagte Gassen. „Wir brauchen Steuerungsinstrumente.“ Die Wartezeiten entstünden, weil es zu viele Patienten gebe, die wegen derselben Beschwerden zu zwei, drei oder sogar noch mehr Fachärzten gingen.
Man könne diesen „ungehinderten und beliebigen Zugang zum Arzt auf Dauer nicht aufrechterhalten.“ Der Behandlungsbedarf werde wegen der älter werdenden Bevölkerung größer, aber die Zahl der Ärzte sei endlich. Konkret schlug der KBV-Chef deshalb vor: „Es sollte einen Arzt geben, der für den Patienten immer der erste Ansprechpartner ist, und der ihn dann weiterleitet.“ Dies könne der normale Hausarzt sein, aber auch der Frauenarzt oder bei chronisch Kranken der behandelnde Facharzt. Damit die Patienten ihre Ärzte in systematischer Reihenfolge besuchen, solle es finanzielle Anreize geben. Krankenkassen sollten verschiedene Versicherungstarife anbieten können.
DDR 4
Klotzen statt Kleckern: Arbeitsspeicher Kits von Corsair bis 128 GB
Dortmund (nex) – Der Speicher Hersteller Corsair bringt mit der neuen Serie Vengeance LPX, DDR 4 Kits mit einer Kapazität von 32 bis 128 GB raus.
Die Taktfrequenzen von 3000 bis 3600 dürften Overclocker-Herzen höher schlagen lassen. Die optionalen 40 mm Lüfter lassen sich wie gewohnt nachrüsten. Der Vengeance LPX Speicher ist für das Übertakten von Hochleistungs-PCs konzipiert. Der Wärmeverteiler besteht aus reinem Aluminium, um die Wärme schneller abzuleiten, und der achtschichtige PCB steuert die Wärme und bietet ausgezeichneten Spielraum fürs Übertakten.
Die Preise für die 4 Riegel liegen zwischen 350 und 1060€. Der Premium Hersteller gewährt wie gewohnt 10 Jahre Garantie.
Gamer Enthusiasten müssen sich beeilen, aktuell ist der RAM wegen der großen Nachfrage kaum lieferbar.
„Rettung der dänischen Esskultur“
Dänemark: In Kindergärten ab sofort Schweinefleisch-Zwang
Kopenhagen (nex) – Die Stadtgemeinde im dänischen Randers wird künftig mit Argusaugen über die Ernährung von Kindern an kommunalen Kindertagesstätten wachen. Anders als beispielsweise bei den Schwerpunktprogrammen für US-amerikanische Schulen, denen First Lady Michelle Obama Pate steht und bei denen es hauptsächlich um ausreichend Obst und Gemüse für die Kinder geht, ist in Randers das Hauptaugenmerk ein anderes.
Hier soll künftig Schweinefleisch zwingend mit auf den Teller. Der Antrag, der im Stadtrat von der rechten Dänischen Volkspartei (DF) eingebracht wurde, fand mit den Stimmen der im Bund regierenden Partei Venstre eine Mehrheit.
Die Initiative, so wird beteuert, richte sich „nicht gegen Muslime“, sondern sei zur „Rettung der dänischen Esskultur“ gedacht. Um diesem Anliegen Genüge zu tun, sind offenbar auch Gemeinderäte der als liberal firmierenden Venstre bereit, den Kindern über die Köpfe der Einrichtungsleitungen und Elternräte hinweg ein Angebot zu machen, das sie nicht ausschlagen können. Bei der Leiterin der kommunalen Kindertagesstätte in Randers, Bente Gråkjær, erntete der Vorschlag hingegen Kopfschütteln. Sie erklärte gegenüber den Medien:
„Es gibt keinen Grund, hier unnötige Probleme zu schaffen. Die Kinder bekommen dänisches Obst und Gemüse. Darüber hinaus ist dänisches Vollkornbrot ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung. Es muss nicht unbedingt Schweinefleisch sein, um dänisch zu sein.“
Neben Muslimen lehnen auch Juden den Verzehr von Schweinefleisch aus religiösen Gründen ab. Daneben gibt es auch eine Reihe gesundheitsbewusster Familien, die Schweinefleisch durch leichtere Alternativen wie Geflügel oder Fisch ersetzen oder sich zur Gänze vegetarisch oder vegan ernähren wollen.
Dass es auch mit solchen Entwicklungen zu tun haben könnte, wenn, wie es die Rechten beklagen, in immer mehr Kindergärten und Schulen das Schweinefleisch von der Karte verschwindet, ficht die Befürworter der paternalistischen Maßnahme nicht an. Das Beispiel von Randers soll nun auch in anderen dänischen Kommunen Schule machen. Die DF hat angekündigt, in weiteren Städten ähnliche Initiativen zu starten.
Wildbad Kreuth
Flüchtlingspolitik: Merkel hält an ihrem Kurs fest
Wildbad Kreuth (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hält an ihrem Kurs in der Flüchtlingspolitik fest: Am Rande eines Besuchs bei der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth ging Merkel erneut nicht auf Forderungen nach einer nationalen Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. „Worin wir uns einig sind, ist, dass wir die Zahl der ankommenden Flüchtlinge spürbar und nachhaltig reduzieren wollen“, sagte Merkel am Mittwoch. „Ich glaube, dass wir hierfür bei den Fluchtursachen ansetzen und eine europäische Lösung finden sollten.“
Dabei würden in den kommenden Tagen drei Ereignisse eine Rolle spielen: Die Regierungskonsultationen mit der Türkei am Freitag, eine Geberkonferenz in London am 4. Februar, und ein EU-Rat Mitte Februar. „Danach können wir eine weitere Zwischenbilanz ziehen und dann sehen, wo wir stehen“, so die Bundeskanzlerin. Die CSU hatte zuletzt eine Obergrenze von maximal 200.000 Flüchtlingen pro Jahr gefordert. Am Mittwoch hatte Österreich bereits eine Obergrenze eingeführt: In diesem Jahr sollen 37.500 Flüchtlinge aufgenommen werden, im kommenden Jahr sollen 35.000 Menschen aufgenommen werden, 2018 dann 30.000 und 2019 noch 25.000.




