Ausland
Israelischer Militär: Islamischer Staatschef wie Erdogan problematisch für Israel

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Tel Aviv (nex) – Der israelische stellvertretende Generalstabschef Jair Golan warnte am Freitag , dass die Türkei „problematisch“ für Israel sei, solange ein Staatschef mit einer „stark islamischen Haltung“ das Land führe. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, muss sich Israel laut Jair Golan auf mehr „Ärger und Herausforderungen“ einstellen. Der Militär fügte hinzu, US-Präsident Obama habe jahrelang zwischen Israel und der Türkei mit dem Ziel der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vermittelt. Diese wurden 2010 infolge des israelischen Angriffs auf ein türkisches Schiff abgebrochen. Von Zeit zu Zeit äußere Ankara seine Bereitschaft zu einer Annäherung, so Golan weiter. Israelische Experten sähen jedoch keine Hoffnung auf Versöhnung. Der stellvertretende Generalstabschef brachte seine Ansichten in einer Rede im Begin-Sadat-Zentrum für Strategische Studien (BESA) an der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv zum Ausdruck. Zuvor hatte ein Sprecher des türkischen Präsidialamtes mitgeteilt, dass es ohne die Erfüllung dreier Bedingungen keine Versöhnung mit Israel geben werde: Israel muss sich für den Angriff auf Mavi Marmara entschuldigen, an die Opfer bzw. deren Angehörige Entschädigungszahlungen verrichten und die Sanktionen gegen den Gazastreifen aufheben.

#dankeschöndeutschland
Medien: Türken bedanken sich bei Deutschland

Istanbul (nex) – Wie deutsche Medien heute berichten, bedanke sich fast das gesamte türkische Volk, von Ardahan im Osten bis Istanbul im Westen, über Twitter für die Terrorwarnung bei Deutschland. Die türkische Bevölkerung traue der deutschen mehr als der eigenen Regierung. Wenn man nach den deutschen Headlines geht, könnte man meinen, die Türken hätten schon ihren Fez gegen einen Seppelhut eingetauscht und sängen die deutsche Nationalhymne. In der autochthonen Bevölkerung auf bundesdeutschem Gebiet kamen die Meldungen natürlich sehr gut an. Allein der „Welt“- Artikel von Deniz Yücel wurde gleichsam wie in einem Rauschzustand über 2000 Mal geteilt. Endlich bedankte sich der Türke auch mal. Der Grieche Lukas Axiopoulos berichtet in einer Videomeldung auf N24, dass der Hashtag in der Türkei „die Runde macht“. Deniz Yücel, der auf einer Pressekonferenz mit dem türkischen Premierminister behauptet hatte, die Türkei sei bezüglich der Pressefreiheit weltweit auf dem 195. Platz, obwohl es, wie Davutoglu anschließend richtig darauf hinwies, nur 193 Staaten gibt, schreibt in einer Meldung auf „Die Welt“: „Viele Türken trauen Deutschen mehr als eigener Regierung“. Ihrer eigenen Regierung trauten die Türken hingegen gar nicht mehr. Im Hashtag #dankeschöndeutschland drücke sich ein tiefes Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Regierung aus und das komme laut Yücel nicht von ungefähr. Mit Nachrichtensperren, die inzwischen routinemäßig verhängt würden, Sperrungen sozialer Medien und fehlerhaften oder haltlosen Erklärungen habe die Regierung selbst für dieses Misstrauen gesorgt. Die meisten deutschsprachigen Medien teilten allerdings nur einen einzigen Tweet, nämlich den einer „Ayse Sarp“, die – nach ihren bisherigen Tweets zu urteilen – auch vor dem Anschlag in Istanbul nicht gerade zu den größten Fans der jetzigen Regierung zu gehören schien.
(Foto: Twitter)
(Foto: Twitter)
(Foto: Twitter)
(Foto: Twitter)
Unsere Reporter vor Ort in der Türkei oder auch hier in deutschen Städten mit großer türkischer Bevölkerung haben ebenfalls eher den Eindruck, sie seien nicht die einzigen, die von dem angeblichen Phänomen – deutschen Medien zufolge sogar Massenphänomen –  #dankeschöndeutschland noch nichts mitbekommen hatten. Im Gegenteil fanden es Türken sehr suspekt, dass Deutschland nur ein paar Tage vor dem Attentat schon seine Botschaften und Schulen schließen ließ und große Medien wie der Spiegel ihre Mitarbeiter wie Hasnain Kazim, die zuvor viele Jahre in der Türkei tätig gewesen waren, fast schon in einer Nacht- und Nebelaktion ausfliegen ließen. Die Türken wiesen auch darauf hin, dass in Ländern wie Frankreich, Belgien oder England schon beim kleinsten Hinweis auf mögliche Anschläge der Ausnahmezustand ausgerufen wird und Straßen von schwer bewaffneten Einheiten der Sicherheitsbehörden patrouilliert werden. Vielmehr ist den Türken in der Türkei ebenso wie hier klar: Eine Verhinderung solch feiger Anschläge ist in einem freien Land kaum möglich, das geht nur in einem Polizei- oder Militärstaat unter totaler Kontrolle des zivilen Lebens, so ein Taxifahrer im Istanbuler Stadtteil Sirkeci. Offenbar ist Deniz Yücel auch der Auffassung, die türkische Bevölkerung würde Terrorwarnungen der türkischen Behörden nicht vertrauen, weil es in der Türkei ja kaum so etwas wie terroristische Risiken gebe, gleichzeitig aber trotzdem gerne im Detail vor geplanten Terroranschlägen gewarnt würden, damit man den Gang zum Bäcker danach ausrichten könnte. Nun hatte es die Terrorwarnungen aus unterschiedlichsten Quellen gegeben, türkischen und ausländischen, und die „Welt“ selbst schrieb von einer „konkreten Warnung aus türkischen Behörden“, die der deutschen Botschaft übermittelt worden sei. Die Vielzahl der Terroranschläge der letzten Wochen und die Häufigkeit der Warnungen, die einen Overkill befürchten ließen, der dazu führen würde, dass die Bevölkerung zunehmend beginnen würde, wegzuhören, und diese ignorieren könnte, machten jedoch ebenso wie die ermittlungstaktischen Erwägungen der Sicherheitskräfte ein gewisses Fingerspitzengefühl erforderlich. Die Türkei ging dabei immerhin nie so weit, bezüglich einer Terrorwarnung zu erklären, dass „ein Teil der Antworten […] die Bevölkerung verunsichern“ würde. Aber es ist – übrigens nicht nur in der Türkei – auch nicht unbedingt üblich, Name, letzte bekannte Anschrift und die voraussichtlichen Ziele von Terrorverdächtigen zur Prime Time in den Nachrichten hinauszuposaunen, weil man ja schließlich die Bevölkerung warnen möchte und nicht den potenziellen Attentäter. Der Bevölkerung in der Türkei, die Terror von verschiedenster Seite seit Jahrzehnten erlebt hat und die permanente Gefahr dadurch kennt, ist dies jedoch nicht neu – während etwa in Deutschland mehr als zehn Jahre vergehen mussten, ehe man 2011 herausfand, dass der Rechtsterrorismus mitnichten ein Relikt der frühen 1980er Jahre ist. Natürlich kann es sein, dass die Schließung der Deutschen Botschaft der Grund war, dass zum Zeitpunkt des Anschlages Gott sei Dank nicht noch mehr Menschen in der Istiklal-Fußgängerzone unterwegs waren. Vielleicht war aber einfach auch die verhältnismäßig frühe Tageszeit an einem Samstag dafür verantwortlich, zu der die meisten noch am Frühstückstisch saßen. Vielleicht auch das bewölkte Wetter? Vielleicht waren es auch attraktive Sonderangebote im Cevahir, die Leute von Istiklal abgezogen haben. Vielleicht war es auch die Verschwörung der Reptiloiden. Aber was es auch immer war: Dass Deniz Yücel das alles nicht auf dem Radar hatte, zeigt einmal mehr, dass das, was er betreibt, kein Journalismus ist. Insbesondere nicht im Sinne George Orwells, der einst sagte: „Journalismus ist, etwas zu veröffentlichen, von dem andere wollen, dass es nicht veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.“ 4RFEH – Cruisin‘ for a bruisin‘

Terror in Istanbul
Istanbul: IS-Terrorist als Attentäter von İstiklâl identifiziert

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Istanbul (nex) – Die Identität des Selbstmordattentäters, der am Samstagmorgen in der berühmten Istiklal-Fußgängerzone in Istanbul vier Menschen mit sich in den Tod gerissen hat, darunter drei israelische Staatsangehörige sowie ein Iraner, ist geklärt. Es handelt sich um einen mutmaßlichen Angehörigen der Terrormiliz IS (Daesh) namens Mehmet Öztürk. Dies berichtet die Dogan-Nachrichtenagentur. Das Innenministerium hat die Meldung bereits bestätigt. Der Vater und der Bruder des Verdächtigen sind Berichten zufolge festgenommen worden und werden zurzeit verhört. Der 1992 in Gaziantep geborene Öztürk stand auf der Terrorfahndungsliste des Innenministers als mutmaßlicher IS-Angehöriger. Die Identität des Verdächtigen wurde auf der Basis von DNA-Tests an der Leiche und deren Vergleich mit der DNA der Angehörigen festgestellt. Öztürks Vater soll erklärt haben, der Mann, der in der Videoaufnahme vom Tatort zu sehen war, sehe wie sein Sohn aus. Er habe angenommen, sein Sohn sei in Syrien vermisst gewesen, jüngst soll er sich Gerüchten zufolge bereits seit Längerem in Istanbul aufgehalten haben. Polizei und Geheimdienst hatten ihre Suche infolge der Anschläge von Istanbul auf zwei Verdächtige konzentriert, einen Verdächtigen namens Savas Yildiz, der eines von vier mutmaßlichen IS-Mitgliedern sein soll, die jüngst in der Türkei zur Fahndung ausgeschrieben wurden, der andere war Mehmet Öztürk, der im zeitlichen Umfeld des Anschlages auf den Überwachungskameras zu sehen war. Bei dem Anschlag am 19. März wurden fünf Menschen getötet und 36 weitere verwundet. Anhänger der terroristischen PKK hatten unmittelbar nach Bekanntwerden des Anschlages in sozialen Medien die Tat bejubelt. Die Örtlichkeit des Anschlages, der eigentlich als Hochburg der linken Opposition in der Türkei geltende Bezirk Beyoglu, und deren Nähe zum Gezi-Park, der 2013 zum Schauplatz regierungsfeindlicher Krawalle wurde, ließ diesen jedoch nicht unbedingt als primäres Ziel für linksextreme Anschläge erscheinen, weshalb die Sicherheitskräfte in alle Richtungen ermittelten.

Fußballrowdies
Fußball: Dynamo-Anhänger attackieren Rostock-Fans im Zug

Dresden (ots) – Am Samstagabend kam es im Zug RE 16528 von Dresden nach Leipzig verkehrend, im Bereich der Ortslage Coswig zu einer körperlichen Auseinandersetzung von Fußballanhängern der Vereine Dynamo Dresden und Hansa Rostock. Die Bundespolizei wurde durch einen Zeugen telefonisch darüber informiert, dass sich ca. 60 Personen im Zug schlagen würden. Die Situation war so eskaliert, dass der Zug nicht weiterfahren konnte. Daraufhin verlegten starke Bundespolizeikräfte der Abteilung Blumberg zum Bahnhof Coswig und unterstützten die örtlich zuständigen Bundespolizisten aus Dresden. Vor Ort wurde durch die Beamten festgestellt, dass eine sechsköpfige Gruppe Rostock Fans von einer 15 Personen umfassenden Gruppe Dynamoanhänger attackiert worden war. Es gab eine verletzte Person, die sich nicht in ärztliche Behandlung begeben wollte. Von allen Personen wurde die Identität ermittelt und die Bilder der Zugüberwachungskamera gesichert. Ein abschließendes polizeiliches Ergebnis ist noch nicht getroffen, da die Ermittlungen noch andauern.

Abgas-Skandal
VW Skandal Sensation: Gericht verurteilt Händler wegen schwerwiegender Mängel – Schadensersatz möglich

Lahr (ots) – Es ist eine juristische Bombe detoniert, die wegweisenden Charakter auch für deutsche Geschädigte hat: ein Gericht hat in Österreich festgestellt, dass ein Händler für die Manipulation durch VW im Abgasskandal einstehen muss und er die Verantwortung nicht auf den Hersteller abschieben kann. Das Gericht hat die Mängel als schwerwiegend eingestuft. Nach einem Bericht der Kronenzeitung bedeutet dies, dass Schadensersatz zu leisten ist. Die Folge soll laut der Rechtsanwälte, die das Klageverfahren führen, sein, dass Ansprüche auf Schadensersatz in Österreich eingeklagt werden können. Das Ziel des Verfahrens sei es, dass dem Kläger die entstandenen Schäden ersetzt werden. Die eingebaute Software entspreche nicht der Typisierung und deshalb stimme auch die Nova nicht. Dabei handelt es sich um die Normverbrauchsabgabe, die in Österreich einmal fällig werde bei der Zulassung eines PKW und vom Co2-Wert abhängt. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten, ob die Nachbesserung Nachteile und damit Folgeschäden wie Mehrverbrauch, Minderleistung oder eine Wertminderung mit sich bringt, fordert die Kanzlei deshalb von VW ein Anerkenntnis, dass VW für alle Schäden und Nachteile aufkommt, die entstehen können. Sollte es dazu nicht kommen, kündigt die Rechtsanwaltskanzlei bereits jetzt an, gerichtliche Hilfe gegen VW in Anspruch zu nehmen. Nach Ansicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die mehrere tausend Geschädigte des VW Abgasskandals vertritt, hat das Verfahren in Österreich auch für Geschädigte in Deutschland wegweisenden Charakter. Rechtsanwalt und Fachanwalt Ralph Sauer teilt dazu mit: „Das österreichische Kaufrecht entspricht demjenigen in Deutschland. Inhaltlich wurde das Gewährleistungsrecht in der EU durch eine Richtlinie bereits 2002 vereinheitlicht und auch in Österreich umgesetzt. Österreichische und deutsche Kunden haben daher im Wesentlichen dieselben Rechte. Das Gericht in Österreich hat festgestellt, dass ein schwerwiegender Mangel vorliegt, der die Gewährleistungspflichten des Händlers auslöst. Dies muss auch in Deutschland gelten. Auch deutsche Gerichte werden deshalb nicht umhinkommen, einen schwerwiegenden Mangel anzunehmen und den Geschädigten Recht zu geben. Wir sind hier erst am Anfang.“ Besonders gravierend sind nicht nur mögliche Folgeschäden wie Mehrverbrauch und Minderleistung, sondern vor allem auch ein möglicher Minderwert der Fahrzeuge. Rechtsanwalt Ralph Sauer teilt dazu mit: „Zahlreiche unserer Mandanten berichten, dass sie entweder das Fahrzeug überhaupt nicht oder nur mit einem erheblichen Verlust verkaufen können. So wird von Wertverlusten bis zu 20% berichtet. Auch würden teilweise Mercedes- und BMW-Händler die Fahrzeuge überhaupt nicht in Zahlung nehmen.“ Zuletzt berichtet auch Focus Online über Wertminderungen. Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF (Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e.V., sagte zu FOCUS Online: „Ein vom Hersteller durch die Manipulation ausgelöster Wertverlust betroffener Fahrzeuge führt zu einem betriebswirtschaftlichen Schaden bei den Gebrauchtwagenvermarktern. Vor allem sind die bei Vertragsbeginn kalkulierten Restwerte für alle manipulierten Fahrzeuge des Volkswagenkonzerns in der Regel nicht mehr erzielbar. Denn die möglichen Käufer können Risiken und Folgewirkungen der Abgasmanipulation immer noch nicht einschätzen und müssen beim Erwerb solcher Fahrzeuge explizit auf diesen Mangel hingewiesen werden.“ Nach der Rechtsprechung des BGH und des Oberlandesgerichts Jena berechtigt eine Wertminderung von 1% und mehr bereits zum Rücktritt vom Kaufvertrag. Nach den neusten Enthüllungen in den USA und der Verschiebung des Passat Rückrufs dürften die Rechte der VW Geschädigten einfacher durchgesetzt werden können. Das bestätigt jetzt auch das Urteil aus Österreich. Die Medien hatten berichtet, dass sich der Rückruf des VW Passats verschiebe, weil möglicherweise zu hohe Spritverbräuche durch die Nachrüstung entstehen. In den USA soll die Software noch 2015 verbessert worden sein, weil sie angeblich im normalen Fahrbetrieb zu oft in den Prüfstandmodus geschalten habe. Dadurch sei es zu einem hohen Dieselpartikelausstoß mit den entsprechenden negativen Folgen für den Dieselpartikelfilter gekommen. All dies kann negative Auswirkungen auf den Wert der Fahrzeuge haben, was deutsche Gerichte berücksichtigen müssen. Dies ist bisher noch nicht geschehen.

Christliche Werte
Evangelische Kirche: „Jesus identifizierte sich mit Fremden“

Osnabrück (ots) – Bedford-Strohm hält menschenfeindliche Positionen mit einem Amt in der Kirche für unvereinbar. Nach Ansicht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es deutliche Spannungen zwischen vielen Äußerungen aus der AfD und zentralen Werten des Christentums. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strohm, wenn in Parteiprogrammen oder von Personen offen menschenfeindliche Positionen vertreten würden, sei dies nicht mit einem Amt in der Kirche vereinbar. Der Schutz Schwacher und Fremder spiele in der Bibel eine zentrale Rolle Zum Bezug von AfD und Pegida-Bewegung auf das christliche Abendland sagte der Bischof: „Man kann sich nicht auf das christliche Abendland berufen, wenn man für die Abschottung Europas gegenüber Menschen auf der Flucht plädiert.“ Jesus Christus habe sich gerade mit den Fremden identifiziert. Der Kulturbegriff „christliches Abendland“ habe daher nur dann einen Wert, „wenn man das Wort christlich auch mit Leben füllt“. Gehe es um Menschenrechte oder um die Menschenwürde, gebe es keine Kompromisse. „Da müssen wir klar sein“, fügte Bedford-Strohm hinzu.  

World Monopoly Day
Frankfurter freuen sich über 750.000 Monopolydollar von Mr. Monopoly

Dreieich (ots) – Anlässlich des gestrigen World Monopoly Day hat Mr. Monopoly in der Frankfurter Innenstadt insgesamt 750.000 Monopolydollar unter die Leute gebracht. Weil er aufgrund der aktuellen Leitzinssenkung auch keine Zinsen mehr auf sein Geld bekommt, gibt die Hauptfigur des weltweit wohl erfolgreichsten und bekanntesten Brettspiels den Bürgern der Finanzmetropole einen aus. Von den verteilten 100 und 500 Monopolydollarscheinen konnten sich die Beschenkten einen Kaffee oder Donut „kaufen“. Am „World Monopoly Day“ feiert Hasbro alljährlich die Geburtsstunde dieses Brettspielklassikers. Mit dem Verkauf der Spielelizenz an Parker Brothers begann am 19. März 1934 der Siegeszug von Monopoly. Der Geburtstag jährt sich dieses Jahr zum 81. Mal und mittlerweile ist das Spiel in 47 Sprachen in 114 Ländern der Erde erhältlich. Würde man die Spielbretter aller bislang verkauften Einheiten aneinander legen, könnte man damit 3,5-mal den Erdball umrunden. „Wir wollen mit einem Augenzwinkern die aktuellen Geschehnisse am europäischen Finanzmarkt aufgreifen“, so Gabriel Ladwein, Brand Manager bei Hasbro Deutschland. „Dazu zählt auch die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes und weil Monopoly schon immer ein Stück weit ein Spiegelbild der Gesellschaft war, kommt im Herbst mit ‚Monopoly Banking Ultra‘ eine neue Version ohne Bargeld und mit variablen Mieten auf den Markt“, so Ladwein weiter.  

Internationaler Tag gegen Rassismus
Menschenrechtsinstitut: Politik und Behörden müssen entschieden gegen Rassismus vorgehen

Berlin (ots) – Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte: „Die Übergriffe und Brandanschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte und geflüchtete Menschen haben in den letzten zwei Jahren dramatisch zugenommen. Soweit Täter ermittelt wurden, kamen diese häufig nicht aus dem organisierten Rechtsextremismus. Auch die Einstellungsforschung zeigt seit Jahren, dass Stereotypen und negative Einstellungen gegen Juden, Sinti und Roma, Muslime, Flüchtlinge und Migranten in der deutschen Gesellschaft weit über rechtsextreme Milieus hinaus verbreitet sind. Entschiedenes Handeln gegen Rassismus und für den Schutz der Opfer rassistischer Anfeindungen und Gewalt ist dringend notwendig. Politik und Behörden sollten dabei keinesfalls die Fehler der Vergangenheit fortsetzen und ihre Maßnahmen auf die Bekämpfung des organisierten Rechtsextremismus engführen. Vielmehr muss Rassismus überall in der Gesellschaft in den Blick genommen werden. Polizei und Justiz müssen im Fall rassistischer Gewalt wirksam auf Seiten der Opfer eingreifen und effektiv gegen die Täter vorgehen. Dazu – das hat die Aufarbeitung des Behördenversagens im Fall des NSU gezeigt – müssen auch die Verfahren, Strukturen und Einstellungen in Polizei und Justiz kritisch hinterfragt werden. Der Justizgipfel des Bundes und der Länder am 17. März hat hierfür wichtige Maßnahmen verabredet, etwa die Bildung von Sonderdezernaten, das verstärkte Vorgehen gegen Hasskriminalität im Internet, die Entwicklung aussagekräftiger Statistiken zu Phänomenen der Hasskriminalität und ihrer Strafverfolgung und die Fortbildung der Justiz. Diese Maßnahmen werden jedoch nicht zum Ziel führen, wenn nicht zugleich die Engführung von Rassismus auf organisierten Rechtsextremismus aufgegeben wird.“

Glück
Bestsellerautor Manfred Lütz: „Unser Dorf ist glücklicher, seit wir Flüchtlinge haben“

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Osnabrück (ots) – Wie das Dorf des Bestsellerautors durch Flüchtlinge glücklicher wurde – Das Lesen von Glücksratgebern findet der Autor „schrecklich“ – Eigene Bücher entstehen im Urlaub in Venedig. Manfred Lütz, Psychiater und Bestsellerautor („Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“), hält die Ratgeberliteratur zum Thema „Glück“ für absurd: „Bevor ich mein Glücksbuch geschrieben habe, habe ich nicht systematisch Ratgeber gelesen, um nicht unbewusst zu plagiieren. Erst danach habe ich diese Bücher gelesen, und es war wirklich schrecklich“, sagte der 62-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Da gibt es zum Beispiel ein ,World Book of Happiness‘: 200 Glücksspezialisten aus allen Ländern der Welt beschreiben da auf jeweils zwei, drei Seiten, was sie für das Glück halten. Das sind 400 anstrengende Seiten, und zu 95 Prozent sind das reine Banalitäten. Zum Beispiel, man sollte mal ausspannen und Freundschaften pflegen.“ Problematisch sei an Glücksratgebern auch, dass diese sich auf die Produktion von Glücksgefühlen fokussierten: „Glück ist kein Ego-Trip. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Unser Dorf hier im Rheinland ist glücklicher, seit wir Flüchtlinge haben, weil viele Menschen, die bislang nur ihre Rente aufgezehrt haben, jetzt Deutschkurse geben oder Flüchtlinge zum Arzt begleiten. Es gibt viel mehr Kommunikation im Dorf, man sieht mehr lächelnde Gesichter. Menschen in Not zu helfen erlebt man als in sich sinnvoll, und das macht glücklich.“ Erfolg ist nach Meinung des Autors nicht notwendig für ein gelingendes Leben, das habe er auch seinen Töchtern mit auf den Weg gegeben: „Wir haben unseren Töchtern Glück gewünscht, aber keinen Erfolg. Man soll die Fähigkeiten, die man mitbekommen hat, fleißig einsetzen, und ob man dann damit Erfolg hat, das hängt von so vielen Zufällen ab. Das ist nicht wirklich wichtig.“ Seine Bücher schreibt Lütz im Urlaub: „Für ein Buch brauche ich so zwischen vier und sechs Wochen. Die letzten Bücher sind in Venedig entstanden. Über Tag fahre ich mit einem Boot durch Venedig, weil ich die Stadt sehr liebe. Wenn mir Ideen kommen, notiere ich sie auf einem Zettel und abends schreibe ich dann.“ Trotz seines Erfolges als Autor ist es für Lütz undenkbar, seinen Beruf als Psychiater und Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln aufzugeben. Nur noch Bücher zu schreiben sei langweilig: „Da hat man dann nichts mehr, worüber man schreiben kann, und dreht sich nur noch um sich selbst. Ich finde es immer noch interessant, im Krankenhaus tätig zu sein. Durch den Kontakt zu den Patienten behält man auch eine gewisse Erdung.

"Bürgerliche und rechtsbürgerliche Kräfte"
Kultur-Autor Christoph Hein: AfD nicht in die Nazi-Ecke stellen

Halle (ots) – Der Schriftsteller Christoph Hein („Der fremde Freund“, „Glückskind mit Vater“) warnt davor, die AfD „in die Nazi-Ecke zu stellen“, meldet die Mitteldeutsche Zeitung. „Ich halte es für falsch, sie in die Nazi-Ecke zu stellen“, sagt der Schriftsteller über die Partei im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung. „Wenn wir das lange genug machen, sind die dann tatsächlich dort. Es gibt bürgerliche und rechtsbürgerliche Kräfte in dieser Partei, die sich genau dagegen wehren, aber wenn die Presse, die Bevölkerung und die anderen Parteien sie in diese Nazi-Ecke stellen, dann werden wir erleben, dass sie auf einmal dort landen.Und da könnte es ein böses Erwachen geben, auch für die CDU.“ Über die Situation in Sachsen-Anhalt nach den Landtagswahlen sagt der 71-jährige Autor weiter: „Es gibt ein heftiges Erschrecken im Land, aber es gibt etwas an diesem Wahlergebnis, das ich nicht als schrecklich, sondern sogar als positiv bewerte: Wir wissen etwas genauer, in welchem Land wir leben. Wir hatten nach 1945 das große Problem, dass in Folge der überschweren Schuld der Deutschen etwa zum Thema Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung geschwiegen wurde. Wer sich irgendwie in diese Richtung bewegte, zumal in Ostdeutschland, war sofort ein Krimineller. Wir können mit Verboten einiges regeln, aber es geht unter der Decke weiter. Wir haben jetzt ein bisschen genauer erfahren, wo wir sind. Die Leute werden das, was sie tatsächlich glauben und meinen, jetzt offener sagen.“ Für Hein, der in Berlin und Havelberg lebt, stehe demnach fest: „Klar sehen, auch auf die politischen Verhältnisse, ist immer ein Gewinn.“ Hein stellte auf der Leipziger Buchmesse seinen neuen Roman „Glückskind mit Vater“ vor. Heute Abend wird in Magdeburg die von dem US-Amerikaner Sidney Corbett komponierte Oper „Die Andere“ uraufgeführt, zu der Hein das Libretto schrieb.