Finanzierung des Kernenergieausstiegs
Kommission will geteilte Verantwortung für Atomausstieg

Berlin (dts) – Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs schlägt eine klare Trennung der Verantwortung zwischen Staat und Konzernen vor. Im Entwurf des Abschlussberichts der Kommission, über den das „Handelsblatt“ berichtet, heißt es, die Betreiber sollten „für Stilllegung und Rückbau“ der Atomkraftwerke zuständig sein. Dagegen sollen Zwischen- und Endlagerung des Atommülls Aufgabe des Staates sein. Verfasser des Entwurfs sind die drei Kommissionsvorsitzenden Wolfgang Platzeck, Ole von Beust und Jürgen Trittin. Sie werden ihren Vorschlag am Dienstag mit den anderen Kommissionsmitgliedern besprechen und bis Ende des Monats ein Endergebnis vorlegen. Der 32 Seiten umfassende Entwurf stößt bei den Kommissionsmitgliedern überwiegend auf Zustimmung. „Auch künftig sollen die Betreiber für Stilllegung und Rückbau zuständig sein“, heißt es in dem Entwurf des Abschlussberichts. Dafür soll es eine „unbeschränkte Nachhaftung für die Unternehmen geben“. Die Kosten für Zwischen- und Endlagerung, also für die andere Hälfte der Entsorgung – sollen künftig „staatlich gesichert“ werden. „Dafür werden die Mittel der Betreiber dem Staat übertragen“, heißt es in dem Bericht. Das Risiko für den Staat wollen die Autoren begrenzen. Dafür stellen sie zwei Varianten vor: Entweder zahlen die Betreiber einen „risikogerechten Aufschlag“, über dessen Höhe noch verhandelt werden müsste, oder die Betreiber werden zu einer „zeitlich und in der Höhe begrenzten Nachhaftung“ herangezogen. Die Verantwortung für Stilllegung und Rückbau in der Hand der Betreiber zu belassen, hätte aus Sicht der Kommission einen entscheidenden Vorteil: „Die Unternehmen kennen die Anlagen und vor allem verfügen sie über qualifiziertes Personal.“ Die Kommission schlägt vor, das Atomgesetz zu ändern und die Pflicht zum Rückbau der Reaktoren gesetzlich festzuschreiben. Gleichzeitig heißt es in dem Bericht, dass der Staat durch eine Änderung des Atomgesetzes „die Verantwortung für die Zwischenlagerung und ihre finanzielle Absicherung übernimmt“. Es sei sinnvoll, „die Zwischenlager in staatliche Verantwortung zu geben“. Entscheidend sei dabei „ein klarer Verantwortungsübergang“. Das Kostenrisiko für Stilllegung und Rückbau beziffern die Autoren auf 19,7 Milliarden Euro. „Dieses Risiko bleibt bei den Unternehmen“, heißt es laut „Handelsblatt“ dazu in dem Abschlussbericht. Die Kommission schlägt vor, die für diese Arbeiten vorgesehenen Rückstellungen der Betreiber von derzeit 17,7 Milliarden Euro bei den Betreibern zu belassen. Die Betreiber sollen aber weitere Rückstellungen bilden, „um die offenen 400 Millionen Euro für den schnellen Rückbau bis zur ‚grünen Wiese‘‘ zu sichern und die 900 Millionen Euro für noch nicht abgebrannte Brennelemente zu sichern“. Die bisherige Form der Bilanzierung der Rückstellungen durch die Atomkonzerne, die sich insgesamt auf 39 Milliarden Euro summieren, reicht der Kommission nicht aus. Sie schlägt daher vor, „die Betreiber gesetzlich zu verpflichten, die Rückstellungen mit ihren tatsächlich unterlegten Werten transparent auszuweisen“, heißt es in dem Bericht. Die Kommission regt an, der Atomaufsicht ein weit reichendes Prüfungsrecht einzuräumen. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Zweifel am tatsächlichen Wert der Rückstellungen angemeldet worden. Die Rückstellungen sind zum Teil in Beteiligungen, etwa an Kohlekraftwerken, gebunden. Solche Beteiligungen haben zuletzt deutlich an Wert verloren. Nach den Vorstellungen der Kommission soll „künftig der Staat für die Transporte aus den dezentralen Zwischenlagern und für die Umkonditionierung im Endlager zuständig sein“, schreibt das „Handelsblatt“ weiter. Die Gesamtkosten für Behälter, Transporte und Betriebsabfälle werden auf 9,9 Milliarden Euro geschätzt. Die finanzielle Sicherung für Auswahl, Bau und Betrieb nuklearer Endlager soll dem Staat übertragen werden.

Kampf gegen Terror
Verbindung zwischen PKK und PYD/YPG ist seit Jahren dokumentiert

Auch wenn die terroristische PKK und die in Syrien operierende PYD seit 2012 versuchen, jedweden Hinweis auf eine organisatorische Verbindung untereinander zu verwischen – nicht zuletzt, um die Unterstützung des syrischen Ablegers durch die USA nicht zu gefährden -, sprechen Archive, Untersuchungen und Zeugenaussagen eine klare Sprache. Ein jüngst vom Atlantischen Rat publizierter Bericht hat eine hohe Präsenz türkischer Staatsangehöriger in den bewaffneten Milizen der PYD, der YPG, festgestellt. Die YPG hatte seit 2012 von der syrischen Armee geräumte kurdische Städte im Norden des Landes eingenommen. Etwa 50 Prozent der zwischen 2013 und 2016 in Kampfhandlungen getöteten YPG-Mitglieder waren türkische Staatsangehörige. Auch der derzeitige Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, äußerte sich zum hohen Anteil von PKK-Anteil unter den YPG-Angehörigen gegenüber der Londoner Zeitung Al-Quds Al-Arabi mit den Worten: „Es ist sehr natürlich für einen Kurden, der vorher in den Bergen [bei der PKK] war, jetzt sein Land zu verteidigen.“ Die enge Verbindung zwischen PKK und PYD besteht jedoch nicht erst seit dem Vormarsch der IS-Miliz auf Kobani. Es gibt bereits seit wesentlich längerer Zeit starke organische Beziehungen zwischen beiden Gruppen.

PYD von Öcalan-Bruder gegründet

Selbst die Gründung der PYD war ein Werk der PKK, nachdem die Organisation 1988 gezwungen war, infolge der türkischen Kriegsdrohungen gegen Hafez al-Assad nach 19 Jahren ihr ursprüngliches Hauptquartier in Syrien zu räumen. Die PYD wurde offiziell erstmals 2002 in der PKK-Zeitung Serxwebûn im Zusammenhang mit den Dokumenten zum 8. Generalkongress der PKK erwähnt. Bereits damals waren 20 Prozent der PKK-Kämpfer syrische Staatsangehörige und die Dunkelziffer war noch höher, weil es eine Reihe syrischer Kurden gab, die als nicht erfasst galten, da die syrische Regierung ihnen die Staatsbürgerschaft vorenthielt. Osman Öcalan, der Bruder des inhaftierten PKK-Führers, erklärte in einem 2013 geführten Interview mit dem irakischen TV-Sender Zelal, er selbst habe 2003 die PYD gegründet, ebenso wie die PJAK, den iranischen Arm der Terrororganisation. „Wir verwendeten das Wort ‚Kurdistan‘ nicht im Namen, um nicht das syrische Regime zu provozieren. Die PYD ist mit der PKK verbunden und gehorcht ihren Befehlen.“ Auch gegenüber Yeni Akit erklärte der Öcalan-Bruder, die PKK habe die Gründung der PYD beschlossen und Kader trainiert. Man habe dies auch mit Blick auf eine mögliche US-Intervention in der Region gemacht. 2004 sollte es eine massive Aktion syrischer Sicherheitskräfte gegen PKK-nahe Kreise in Syrien geben. Die heute noch in der PYD verehrten fünf Gründer waren PKK-Kader. Nach dem kompromisslosen Vorgehen der syrischen Regierung gegen die PKK-Anhänger in Syrien entschloss sich die PYD, ihre politische Führung in den Nordirak zu evakuieren. Die Protagonisten wurden jedoch später in Mosul liquidiert. Ihr Andenken wird heute noch in den Reihen der PYD gepflegt. Die PYD ist ebenso – wie auch die iranische Fassung der PKK – Teil des Dachverbandes KCK (Union der kurdischen Gemeinschaften), der im April 2007 gegründet wurde und in dem neben der PKK auch noch die ideologischen Verbündeten im Irak, in Syrien und im Iran vertreten sind, um dort eine koordinierte Willensbildung in parlamentsähnlicher Form zu gewährleisten.

KCK als Dachstruktur aller PKK-Ableger

Die PKK selbst stellte die KCK als einen Dachverband vor, der den ideologisch der PKK nahestehenden Kurden in allen Nationalstaaten aufträgt, ihre lokalen Gruppen zu gründen und unter dem Banner der KCK ein Modell für „demokratischen Konföderalismus“ zu bilden. Organisatorisch bleibt die PYD vollständig in die Hierarchie und organisatorische Struktur von KONGRA-GEL (dem „Parlament“ der KCK-Organisationen, das von der PKK dominiert wird) und die Befehlskette, an deren Spitze Abdullah Öcalan steht – den auch die PYD als ihren Führer betrachtet. Die PKK/KONGRA-GEL, die auch in dieser Form von den USA als terroristische Organisation erkannt wird, verfügt über eine direkte Autorität über die PYD. Erst 2015 wurde in einem neuen internen Papier die Referenz zu diesem „Kongress“ entfernt. Nachdem der 2010 an die Spitze der PYD gewählte Salih Muslim auf Grund des Drucks vonseiten der Regierung in Damaskus aus Syrien fliehen musste, errichteten PKK und PYD in den nordirakischen Bergen von Kandil ein gemeinsames Hauptquartier. In dieser Zeit hat er auch die Ermordung politischer Gegner durch die PKK als legitime Bestrafung von „Verrätern“ gutgeheißen. Hinsichtlich der PKK äußerte er: „Wir haben dieselbe Philosophie und Ideologie. Was wir führen, ist jedenfalls ein politischer Krieg. Wenn sich die Türkei gegen die Existenz der Kurden positioniert, werden wir nicht still bleiben.“ Dem US-Politikwissenschaftler Michael Gunter zufolge, der sich auf Informationen aus den Reihen in Deutschland lebender, PKK-naher Aktivisten aus Syrien beruft, soll die PKK 2012 Ferhat Abdi Sahin (Sahin Cilo), einen angeblichen Stiefsohn Abdullah Öcalans, zum Generalkommandanten für die YPG-Milizen gemacht haben.

Wikileaks legt Telegramme von Diplomaten offen

Im Jahr 2013 berichtete Habertürk über die syrischen Operationen der PYD und darüber, dass Sofi Nurettin und Sahin Cilo zusammen für diese verantwortlich gewesen seien. Auch aus Wikileaks-Unterlagen geht hervor, dass in diplomatischen Telegrammen auch Geschäftsträger der USA über eine organische Verbindung zwischen der PKK und der PYD informiert gewesen seien – obwohl das State Department eine solche Verbindung bis heute leugnet. Auch der deutsche Verfassungsschutz ist über die Verbindung informiert. Im Verfassungsschutzbericht des Landes Baden-Württemberg über das Jahr 2014 heißt es: „Anfang 2014 wurde in drei nördlichen Regionen Syriens, das bereits vom Bürgerkrieg geschwächt war, eine „Demokratische Autonomie“ unter der Federführung der „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) ausgerufen. Nordsyrien wird hauptsächlich von Kurden bewohnt und von diesen „Rojava“ oder „Westkurdistan“ genannt. Die PYD gilt als syrische Schwesterorganisation der PKK, weil sie u. a. den inhaftierten Abdullah Öcalan als Anführer aller Kurden anerkennt. Ihr militärischer Arm trägt die Bezeichnung „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG).   Mehr zum Thema: 

Öcalan-Bruder: “Ich lehne diesen Kampf im Namen der Kurden ab”

Bruder des inhaftierten Terroristen Abdullah Öcalan, Osman. (Foto: screenshot)
Bruder des inhaftierten Terroristen Abdullah Öcalan, Osman. (Foto: screenshot)
   

Kölner Übergriffe
Bericht: Kölner Polizei ermittelt wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses

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Köln (dts) – Die Kölner Polizei ermittelt laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in mehreren Fällen wegen einer möglichen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Polizeibeamte sollen nach der Silvesternacht Einsatzprotokolle und Fotografien von Beweismitteln weitergegeben haben. „Es wird derzeit eine Materialsammlung erstellt, die Polizei recherchiert intern“, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Die Behörden wollen prüfen, wie interne Berichte an die Öffentlichkeit gelangten, schreibt die SZ. Darunter der „Einsatzerfahrungsbericht“ eines Bundespolizisten, der explizit davon sprach, dass sich unter den Tatverdächtigen am Kölner Hauptbahnhof auch Flüchtlinge befunden haben sollen. „Im Einsatzverlauf erschienen zahlreiche weinende und schockierte Frauen/Mädchen bei den eingesetzten Beamten und schilderten von sex. Übergriffen durch mehrere männliche Migranten/ -gruppen“, schrieb der Beamte. Einer der Kontrollierten habe geäußert: „Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.“ In der Folge waren weitere Berichte an die Öffentlichkeit gelangt, darunter der Einsatzbericht eines Führers einer Einsatzhundertschaft, der davon sprach, dass bei Personalfeststellungen vor dem Bahnhof sich der „überwiegende Teil der Personen lediglich mit dem Registrierungsbeleg als Asylsuchender des Bamf“ ausweisen konnte.

Türkische Republik Nordzypern
Noch vor den „Gebrüder-Staaten“ aus Zentralasien: Google erkennt Nordzypern als Staat an

Santa Clara (nex) – „Der Türke hat keinen Freund außer Google!“, ruft ein Schmuckhändler im Istanbuler Basar. „Hoch lebe Google!“, bekräftigt sein Nebenmann. Ganz ernst gemeint ist das wohl nicht, die Türken wollen damit offenbar ihre Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Kein Land außer der Türkei erkennt bis heute offiziell den nördlichen Teil Zyperns als Staat an. Das soll sich nun ändern. Google, die größte Suchmaschine der Welt, teilte im Laufe der letzten Woche mit, dass es die Türkische Republik Nordzypern in seine Google Maps-App mit aufgenommen habe. Zuvor war in Google Maps nur der südliche griechische Teil Zyperns zu sehen. Nun zeigt die App also auch den nördlichen Teil der Insel an und bezeichnet diesen explizit als Türkische Republik Nordzypern.  Somit können Nutzer der App jetzt auch Straßen und Plätze mit türkischer Bezeichnung besichtigen und auch Wegbeschreibungen abrufen. Es wurde erwartet, dass die aktualisierte Version in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen wird. Das nördliche Drittel der Insel untersteht der türkisch-zypriotischen Regierung, der Süden hingegen wird von einer griechisch-zypriotischen Regierung beherrscht. Nach wiederholten Massakern an der türkischen Bevölkerung auf der Insel und einem Militärputsch seitens Griechenlands intervenierte die Türkei 1974 als Garantiemacht.  Im April 2003 wurde die Grenze zwischen dem türkischen Nord- und dem griechischen Südzypern geöffnet. Südzypern, das zwei Drittel der Insel ausmacht, proklamiert Souveränität über die gesamte Insel als Republik Zypern und genießt internationale Anerkennung. Es ist, trotz der Beteuerungen der EU-Gemeinschaft, dass zunächst ein bleibender Frieden auf der Insel gewährleistet sein müsse, seit 2004 EU-Mitglied. Der Nordteil, die Türkische Republik Nordzypern, wird nur von der Türkei anerkannt und ist weitgehend isoliert. Jedoch hat Nordzypern mit diesem Vorgehen von Google einen Riesenschritt in Richtung Anerkennung des Landes auf internationaler Ebene gemacht.

Friendly Fire
Syrien: Russische Luftwaffe zerstört aus Versehen YPG-Lager

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Mardin (nex) – Offenbar unter russischen Beschuss ist die von der PKK gesteuerte Terrormiliz YPG im nordostsyrischen al-Hasakah gekommen. Zuvor waren Spekulationen laut geworden, die US-geführte Anti-IS-Koalition habe die Einheiten unter Feuer genommen. Um 9:30 Ortszeit teilte das Generalkommando der YPG mit, dass ein unbekanntes Militärflugzeug eine ihrer Positionen nahe der Region Tishrin im Osten der Stadt al-Hasakah unter Feuer genommen habe. Es seien dabei Clusterbomben und schweres Gewehrfeuer zum Einsatz gekommen. Drei Kämpfer der YPG seien der Erklärung zufolge dabei ums Leben gekommen, weitere drei verletzt worden. Jüngst berichtete die Tageszeitung „Sabah“, dass die Daten unterschiedlicher militärischer Beobachtungs- und Radarstationen ergeben hätten, dass russische Kampfflugzeuge im Zuge einer Offensive gegen sunnitische Rebellen aus Versehen auch ein Lager des Frauenbataillons der YPG südlich von al-Hasakah dem Erdboden gleichgemacht habe. Die Opferzahl könnte in Anbetracht der Schäden noch wesentlich höher sein als die ursprünglich vom Generalkommando angegebene. Die russische Luftwaffe, die sehr schnell den Fehler bemerkte, erklärte, es habe Unwägbarkeiten bezüglich der Übermittlung der korrekten Koordinaten für die Piloten vonseiten Syriens gegeben. Moskau äußerte sein Bedauern über den Vorfall und stellte eine Entschädigung in Aussicht. Die syrische Luftwaffe bestritt unterdessen, mit dem Angriff etwas zu tun zu haben. Vor wenigen Tagen habe die russische Luftwaffe auch versehentlich ein wichtiges Lager der syrischen Armee getroffen. Die YPG erklärte, man erwäge eine Beendigung der Zusammenarbeit, sollte sich ein Vorfall dieser Art wiederholen.

ApolloN
Schnellstes Serienauto der Welt: Stößt Apollo N den Bugatti Veyron vom Thron?

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Genf (nex) – Der 2013 insolvent gegangene Sportwagenhersteller Gumpert scheint ein Comeback zu planen: „Today‬ we are still building the ‪‎fastest‬ road car on the planet“, heißt es auf der Facebook-Seite des Unternehmens.
Damit scheint man den aktuellen Halter des „Guinness Buch der Rekorde“-Titels, den Bugatti Veyron Supersport mit über 1.000 PS, vom Thron stoßen zu wollen. Auf der Facebook-Seite ist ein Ausschnitt des neuen Supersportlers mit dem Namen „Apollo N“ zu sehen. Abgesehen von der auffälligen Farbgebung unterscheidet sich das neue Modell kaum vom bisherigen Apollo. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der neue ApolloN mit gründlich überarbeiteter Technik in den Handel kommen wird.
(Foto: Apollo GmbH)
(Foto: Apollo GmbH)
Mit neuem Namen und Besitzer will der Hersteller wieder in der Liga der Supersportwagen mitspielen. Das neue Logo der Marke zeigt jetzt ein stilisiertes „A“ anstelle des geflügelten Pferdes. Der Extremsportler Apollo mit bis zu 861 PS, nun offenbar auch Namensgeber der Marke, war bislang das einzige Serienmodell von Gumpert. Top-Speed: 350 km/h. Laut „World Car Fans“ ist die Hong Konger Investorengruppe Ideal Team Venture neuer Besitzer des Herstellers. Das neue Unternehmen heißt nun Apollo Automobil GmbH und ist im oberbayerischen Denkendorf beheimatet. Der ehemalige Audi-Ingenieur Roland Gumpert gründete das Unternehmen 2005.
(Foto: Apollo GmbH)
(Foto: Apollo GmbH)

Fremdenfeindlichkeit
Thierse nennt „Wir sind das Volk“-Rufe von Clausnitz „Pervertierung“

Berlin (dts) – Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse nennt die „Wir sind das Volk“-Rufe von Clausnitz eine „Pervertierung“. „Diese Menge dreht den Ruf „Wir sind das Volk“ in seinem Sinn um“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. 1989 sei dies ein Ruf der Ohnmächtigen und Schwachen gegen die Mächtigen der SED-Diktatur gewesen. „Heute wird dieser Ruf gegen die Ohnmächtigen und Schwachen geschrien, gegen die Ausländer und Fremden, die zu uns kommen. Das nenne ich eine Pervertierung des Rufes ‚Wir sind das Volk‘.“ Thierse erklärte die Geschehnisse von Clausnitz und Bautzen mit den „radikalen Umbrüchen der vergangenen Jahre“. „Hass und Gewalt sind im Osten stärker sichtbar und hörbar“, sagte Thierse. Die Bevölkerung im Osten sei empfänglicher für menschenfeindliche Botschaften. „Wer in den vergangenen 25 Jahren so viele Veränderungen überstehen musste, ist offensichtlich weniger gefestigt in seinen demokratischen und moralischen Überzeugungen.“ Und das Verrückte dabei sei, dass es viel mehr Fremdenfeindlichkeit in dem Teil des Landes gebe, in dem es viel weniger Ausländer gebe.

Flüchtlingspolitik
Ökonom Fuest fürchtet Zwei-Klassen-Ausbildung durch Flüchtlingskrise

Berlin (dts) – Der Ökonom Clemens Fuest fürchtet, dass die Flüchtlingskrise in Deutschland zu einer Zwei-Klassen-Bildung führt. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere bewährten Ausbildungssysteme nicht mit einer Ausbildung Light unterminieren“, sagte Fuest der „Welt“. Politiker, Manager und Forscher hatten in der Vergangenheit davor gewarnt, die Ausbildungsstandards für Flüchtlinge abzusenken. Fuest sieht trotz dieser Gefahr in den Neuankömmlingen eine Chance. Deutschland brauche Zuwanderung, sagte er. „Jeder, der qualifiziert ist, jeder, der einen Ausbildungsplatz annimmt und behält, jeder, der in der Schule Fortschritte macht, sollte das Angebot erhalten, hier zu bleiben, selbst wenn er kein Asylrecht bekommt.“ Dort, wo das Potenzial da sei, müsse es genutzt werden. Der Wissenschaftler, der in diesem Jahr Hans-Werner Sinn als Ifo-Chef ablösen soll, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. „Wir dürfen uns keine Illusionen machen, dass daraus massenhaft hochqualifizierte Leute entstehen.“ Fuest spricht sich dafür aus, die Zuwanderung stärker zu kontrollieren. „Auf Dauer kann man entweder einen Sozialstaat haben oder ungesteuerte Zuwanderung, mit Sicherheit aber nicht beides“, sagte er. „Da kommen Leute, die nicht mehr in die öffentlichen Kassen einzahlen werden, als sie herausbekommen. Daraus folgt, dass die Inländer von diesem Zustrom nicht profitieren.“ Der Professor für Volkswirtschaftslehre fordert daher, die Bundesregierung solle eine Gruppe von Ländern zusammenzubringen, die bereit sei, die Außengrenzen stärker zu überwachen.

Rüstungshandel
Sipri: Waffenimporte Saudi-Arabiens um 275 Prozent gestiegen

Riad (dts) – Saudi-Arabien hat zwischen den Jahren 2011 und 2015 deutlich mehr Waffen importiert als in den Jahren zuvor: Im Vergleich zum Zeitraum von 2006 bis 2010 seien die Waffenimporte Saudi-Arabiens um 275 Prozent gestiegen, teilte das Friedensforschungsinstitut Sipri mit. Demnach stieg die Nachfrage nach Waffen im Mittleren Osten von 2011 bis 2015 deutlich. Im Vergleich zum Zeitraum 2006-2010 hätten die Länder der Region fast zwei Drittel mehr Waffen eingeführt. Zudem nimmt China laut Sipri bei den Exporten eine immer wichtigere Rolle ein: Die Rüstungsausfuhren des Riesenreichs seien im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum um insgesamt 88 Prozent gestiegen. Peking steigerte seinen Weltmarktanteil damit auf knapp sechs Prozent.

Fußball International
Türkei: Spieler zeigt Skandalschiedsrichter rote Karte

Trabzon (nex) – Beim Skandalspiel Galatasaray gegen Trabzonspor kam es nach Fehlentscheidungen des Schiedsrichters zu einer Szene, die es so auf Fußballplätzen beim Profifußball noch nie gab. Salih Dursun von Trabzonspor zeigte in der 86. Minute dem Schiedsrichter Deniz Ates Bitnel die rote Karte und schrieb somit Fußballgeschichte. Zuvor hatte der Schiedsrichter die beiden Trabzonsporspieler Özer Hurmaci in der 59. und Aykut Demir in der 79. Minute mit der gelb-roten Karte vom Platz verwiesen. Das nächste Opfer des Skandalschiedsrichters wurde Luis Cavada in der 86. Minute – er flog nach der roten Karte vom Platz. Bei der anschließenden Rangelei zwischen den Spielern von Trabzonspor und dem Schiedsrichter fiel die rote Karte auf den Platz, Salih Dursun hob diese auf und zeigte sie dem Schiedsrichter, woraufhin auch dieser Spieler vom Platz flog. Trabzonspor beendete das Spiel mit sechs Feldspielern. Nach der Partie protestierten zu Recht aufgebrachte Trabzonspor-Fans vor dem Gebäude des türkischen Fußballbundes. Dieser hat noch für heute 13 Uhr eine Sondersitzung seines Schiedsrichtergremiums einberufen. Und wen das Ergebnis dieses unrühmlichen Spiels noch interessiert: Es endete 2-1 für Galatasaray.