Visa-Erleichterungen
Innenstaatssekretär Krings fordert „lückenlose Registrierung der ein- und ausreisenden Personen im Schengenraum“
Düsseldorf (ots) – Als Konsequenz aus der europaweiten Vernetzung der Terroristen hat Innenstaatssekretär Günter Krings (CDU) eine „lückenlose Registrierung der ein- und ausreisenden Personen im Schengenraum“ gefordert.
„Wenn derzeit über weitere Visa-Erleichterungen nachgedacht wird, dann ist eine lückenlose und vernetzte Registrierung der ein- und ausreisenden Personen im Schengenraum eine dringend nötige Mindestvoraussetzung für solche Schritte“, sagte Krings der „Rheinischen Post“.
Es sei jetzt auch überfällig, endlich die Flugdaten der EU zu speichern, um Reisebewegungen von Terroristen nachvollziehen zu können. Zudem forderte Krings: „Wir müssen künftig alle Möglichkeiten des Ausländerrechts nutzen, dass Gefährder nach Europa nicht wieder einreisen können.“
"Terrorist safe havens"
Belgien lehnt Anträge Ankaras auf Auslieferung von Terroristen wiederholt ab
Brüssel (nex) – Im Gegensatz zur entschiedenen Haltung der Türkei in ihrem Kampf gegen die PKK und den IS (Daesh) war Belgien seinerseits schon immer ein sicherer Hafen für viele Mitglieder verschiedener Terrororganisationen und ignorierte konsequent die vielen Anträge Ankaras auf Auslieferung von Terroristen.
Ungeachtet des Statements des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, dass Ibrahim El Bakraoui, einer der Selbstmordattentäter bei den Brüsseler Anschlägen, im Juli letzten Jahres aus Gaziantep, einer Provinz im Südosten der Türkei, ausgewiesen worden war, hat Belgien immer die Auslieferungsanträge der Türkei für viele PKK-Mitglieder und Angehörige anderer Terrorgruppen abgelehnt und ist nach wie vor ein sicherer Hafen für sie.
Fehriye Erdal, Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C), die in die Ermordung eines bekannten türkischen Geschäftsmannes im Jahr 1996 verwickelt war, floh damals nach Belgien und wurde trotz aller Aufforderungen nicht an die Türkei ausgeliefert. Belgien stuft Erdal auch nicht als Terroristin, sondern lediglich als ein „Gangmitglied“ ein.
Zübeyir Aydar, ein führendes PKK-Mitglied, den das US-Finanzministerium als internationalen Drogenhändler bezeichnet, wurde 2010 in Belgien zwar verhaftet, drei Wochen später jedoch wieder freigelassen.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA), die sie vom Justizministerium erhalten habe, habe die Türkei die Auslieferung von 56 Personen, gegen die Anklage wegen kleinkrimineller Straftaten erhoben wurde, beantragt. Belgien bewilligte 45 Anträge, acht wurden abgelehnt.
Belgien hat auch Auslieferungsanträge für Terroristen abgelehnt, die kriminellen Aktivitäten nachgehen. Ankara hatte die Auslieferung von 30 Terroristen gefordert, Belgien lehnte 20 davon ab, neun sind noch in Bearbeitung und eine Terroristin, Fidan Dogan, wurde in Paris ermordet.
Bei den meisten Personen, deren Auslieferung Ankara verlangt, handelt es sich um PKK-Mitglieder. Eine Person ist Mitglied der DHKP-C, eine weitere gehört der Kommunistischen Partei der Türkei/Marxistisch-Leninistisch (TKP/ML) an. Die Übrigen sind in anderen Terrororganisationen aktiv.
Nach Informationen der AA unter Berufung auf Sicherheitsquellen, hat die Türkei 657 Suchaufträge für PKK-Aktivisten, so genannte Red Notices an Interpol gerichtet. Bei Red Notices handelt es sich um das Ersuchen um Festnahme oder vorläufige Festnahme mit dem Ziel der Auslieferung. Deutschland hat über 300 Anträge Ankaras auf Auslieferung von Terroristen abgelehnt.
Nach den letzten von den Freiheitsfalken Kurdistan (TAK) – einer PKK-Splittergruppe – durchgeführten Bombenanschlägen in Ankara und dem Selbstmordanschlag am vergangenen Samstag in der Nähe des Taksimplatzes in Istanbul haben Behörden, so heißt es, die Akten von PKK-Terroristen aktualisiert, die Anschläge auf zivile Ziele planen. Zuständige Behörden werden die Auslieferung dieser PKK-Führer in Europa im Einklang mit dem Urteil eines Bundesstrafgerichts in der Schweiz über einen Antrag aus Deutschland beantragen. Das Urteil unterstreicht den Unterschied zwischen den Methoden eines Freiheitskämpfers und denen eines Terroristen. Türkische Behörden werden dieses Urteil als Referenz für die Auslieferung von PKK- und DHKP-C-Mitgliedern nutzen.
Die von Ankara erstellten Akten gegen diese PKK-Kader und -Mitglieder enthalten die Propaganda der Organisation im jeweiligen Land, in dem sie leben, Schutzgelderpressung unter dem Deckmantel von Spenden und Drogenhandel in ganz Europa sowie Finanzierung der Terrororganisation mit durch diverse Aktivitäten gesammelten Geldern in Europa.
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Verbindung zum Terror
Türkei-Umfrage: Mehrheit für Aufhebung der HDP-Immunität
Ankara (nex) – Während die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten im türkischen Parlament noch immer diskutiert wird, hat die regierende Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) ein Forschungsinstitut beauftragt, eine Umfrage durchzuführen, um herauszufinden, wie die öffentliche Meinung zur Aufhebung der parlamentarischen Immunität von Abgeordneten der Demokratischen Partei der Völker (HDP) aussieht.
Die Umfrageergebnisse wurden mittlerweile ausgewertet und die AKP teilte diese während der Sitzung des Zentralvorstands (MYK) am vergangenen Dienstag mit.
Bei der in 81 Provinzen durchgeführten Umfrage stellte sich heraus, dass 68 Prozent der Teilnehmer für die Aufhebung der parlamentarischen Immunität der HDP-Abgeordneten wegen deren Begehung von, Unterstützung des oder Verbindung zum Terrorismus sind. Dabei sind 82 Prozent aller AKP-Wähler, 78 Prozent der Wähler der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und 47 Prozent der größten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP), für die Aufhebung der Immunität der HDP-Abgeordneten, während 95 Prozent der HDP-Wähler sich dagegen aussprechen. Die verbleibenden fünf Prozent HDP-Wähler gaben an, keine Meinung zu der gestellten Frage zu haben.
Während der Sitzung des Zentralvorstands entschied die Regierung über einen Antrag, der vorsieht, dass „alle liegenden Akten über die Aufhebung der parlamentarischen Immunität ohne parlamentarische Debatte“ in der kommenden Woche direkt der Generalversammlung vorgelegt werden sollen.
Syrienkonflikt
Türkischer Ex-Vize-Premier Gürel trifft syrischen Präsidenten Assad
Ankara (nex) – Der Ex-Außenminister und ehemalige Vize-Premierminister der Türkei, Prof. Sükrü Sina Gürel, hat den Präsidenten Syriens Bashar al-Assad in Damaskus getroffen. Der Besuch sei nicht mit der türkischen Regierung abgesprochen worden und auf eigene Entscheidung erfolgt. Wie Gürel gegenüber türkischen Medien sagte, habe Assad eine Nachricht an das türkische Volk gesendet.
Präsident Baschar Al-Assad habe das türkische Volk dazu aufgerufen, “geschwisterliche Beziehungen” zu Syrien zu pflegen. Die Botschaft sei “auf respektvolle Weise, ohne die Spur eines Ressentiments oder einer Aggression” ausgesprochen worden, so Prof. Sükrü Sina Gürel in einem Interview mit dem russischen Nachrichtenportal “Sputnik“.
Gürel merkte an: “Ich werte dies als ein wichtiges und positives Signal. Ich bin überzeugt, dass nicht nur das türkische Volk, sondern auch die Führung des Landes die Aufrichtigkeit in diesen Worten erkennen wird.”
Gürel traf sich vor Kurzem mit dem syrischen Präsidenten in Damaskus. Der Besuch war nicht mit der türkischen Regierung abgesprochen. Der ehemalige türkische Außenminister erzählte, Assad sei während ihres kurzen Treffens ruhig und zuversichtlich gewesen. Er deutete das als einen Hinweis auf eine mögliche schrittweise Lösung der Syrienkrise.
Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass die fünf Jahre der Gewalt, die 250 000 Menschenleben gefordert und 11 Millionen Syrer zur Flucht gezwungen hat, sich bald in einen dauerhaften Frieden wandeln könnte. Der landesweite Waffenstillstand wird seit dem 27. Februar weitgehend eingehalten. Die Einstellung der Feindlichkeiten trug zum Beginn der innersyrischen Friedensverhandlungen bei, die im kommenden Monat fortgesetzt werden.
Des Weiteren haben Russland und die USA nach einem Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, des russischen Außenministers Sergei Lawrow, des US-Außenministers John Kerry und des US-Botschafters in Russland John F. Tefft, sich darauf geeinigt, alle Bemühungen zur Beschleunigung des Friedensprozesses in dem kriegsgebeutelten Land zu unternehmen.
Sükrü Sina Gürel warnte vor einer Teilung Syriens oder irgendeines anderen Staates in der Region in kleinere Gebiete aufgrund konfessioneller Grenzziehungen und betonte:
“Wir sollten verinnerlichen, dass Versuche der Teilung oder des Separatismus jeglicher Art im Nahen Osten einen Dominoeffekt auslösen würden. Regionale Mächte müssen zusammenhalten und eine gemeinsame Politik mit dem Ziel der territorialen Integrität verfolgen.”
Reisen
Turkish Airlines erweitert Zielflughäfen in der Ukraine
Istanbul (nex) – Wie das Pressebüro der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines am Donnerstag bekannt gab, werde sie die Zahl ihrer Zielflughäfen in der Ukraine erweitern.

Nach Kiew, Odessa, Lwiw, Dnipropetrowsk, Herson und Zaporija soll ab dem 30. März als siebte ukrainische Stadt auch Iwano Frankiwsk täglich angeflogen werden.
Turkish Airlines werde die Flüge in die Touristenstadt ab 99 Euro incl. Steuern für Hin- und Rückflug anbieten.
Will der IS eine „schmutzige Bombe“ bauen?
Belgien: Sicherheitsmitarbeiter eines Atomkraftwerks getötet
Brüssel (nex) – Im Umfeld eines belgischen Atomkraftwerkes ist es offenbar am Donnerstagabend, zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel, zu einem Zwischenfall gekommen, der in Belgien Angst vor möglichem weiteren Terror nährt. Wie Medien berichten, soll im Bezirk Charleroi ein Mann getötet worden sein, der als Sicherheitsangestellter in belgischen Atomkraftwerken gearbeitet haben soll.
Im Anschluss an den Mord soll dem Opfer ein Dienstausweis gestohlen worden sein, mittels dessen es möglich wäre, Zugang zu den Atomanlagen zu erhalten. Der Sicherheitsbeamte soll vor dem AKW Tihange westlich von Aachen erschossen worden sein. Neben diesem gibt es in Belgien auch noch das AKW Doel an der Grenze zu den Niederlanden.
Sicherheitspolitische Beobachter befürchten nun, dass Extremisten versuchen könnten, sich entweder Zutritt zu belgischen Atomanlagen zu verschaffen, um dort Anschläge zu verüben, oder Forscher zu entführen, die beim Bau einer „schmutzigen Bombe“ helfen sollen. So wurde bereits im letzten Jahr das Haus eines Forschers von mutmaßlich an den Pariser Anschlägen vom November 2015 beteiligten Terroristen mittels einer Kamera ausgespäht. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Auvelais, etwa 60 Kilometer südlich von Brüssel, wurden dem Portal „Telepolis“ zufolge unter anderem auch Fingerabdrücke des mutmaßlichen Terroristen Monir Ahmed Alaaj (aka Amine Choukri) gefunden, der kürzlich zusammen mit dem mutmaßlich flüchtigen Paris-Attentäter Salah Abdeslam in Brüssel verhaftet worden sei.
Bereits vor zwei Jahren wurde zudem bekannt, dass ein den Behörden bekannter Dschihadist drei Jahre im Hochsicherheitsbereich des Atomkraftwerks Doel gearbeitet hatte. Dieser hatte sich 2012 nach Syrien abgesetzt, um dort für terroristische Verbände zu kämpfen. Im März 2014 soll er im Kampf gefallen sein.
Islam in den USA
USA: Erdogan eröffnet erstes Türkisch-Islamisches Zentrum
Washington (nex) – Die Eröffnung des „Diyanet Center of America“, der ersten Türkisch-Islamischen Institution in den USA, wird unter Beteiligung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan stattfinden.
Wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldet, entsteht das Diyanet Center of America in Zusammenarbeit des Türkischen Präsidiums für Religion mit der Diyanet-Stiftung. Das Zentrum, welches sich in der Nähe von Washington DC befindet, soll die Muslime in den USA unter einem Dach zusammenbringen. Es soll während des USA-Aufenthalts des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vom 29. März bis zum 2. April 2016 eröffnet und in den Dienst der Bevölkerung gestellt werden.
Das Diyanet Center of America hat sich zum Ziel gesetzt, „die Gesellschaft über die Religion durch Vermittlung authentischer aktueller Informationen, die die Primärquellen des Islams als Grundlage nehmen, aufzuklären; eine Führungsrolle in der Gesellschaft in den Bereichen Glaube, Gottesdienst und Ethik zu übernehmen; Beziehungen auf der Grundlage von Gerechtigkeit, Frieden, Toleranz und gegenseitigem Verständnis zu entwickeln.“
Erste Moschee mit Doppelminarett der USA
Das Diyanet Center of America ist ein Komplex, dessen Mittelpunkt eine Moschee bildet. Hier befinden sich ein Kulturzentrum, ein Gemeinschaftsgebäude, ein Gästehaus und traditionelle osmanische Häuser.
Den Mittelpunkt des Komplexes bildet die besagte, der osmanischen Architektur des 16. Jahrhunderts nachempfundene Moschee. Das erste Gotteshaus der USA mit zwei Minaretten bietet zusammen mit dem Innenhof Platz für 3 000 Betende. Die Moschee nimmt eine Fläche von 1 879 m² ein, im Untergeschoss befindet sich auf einer Fläche von 300 m² ein Museum für Islamische Kunst.
Das im Stil der seldschukischen Architektur konzipierte Kulturzentrum im Moscheekomplex beherbergt eine Bibliothek, einen Konferenz-, Ausstellungs- und Rezeptionssaal sowie einen Versammlungsraum. Auch ein Zentrum für Islamstudien findet hier Platz und soll Studierenden aus der Türkei, die zum Erst- oder weiterführenden Studium in die USA kommen, beratend zur Seite stehen.
Erste Moschee mit Doppelminarett der USA
Das Diyanet Center of America ist ein Komplex, dessen Mittelpunkt eine Moschee bildet. Hier befinden sich ein Kulturzentrum, ein Gemeinschaftsgebäude, ein Gästehaus und traditionelle osmanische Häuser.
Den Mittelpunkt des Komplexes bildet die besagte, der osmanischen Architektur des 16. Jahrhunderts nachempfundene Moschee. Das erste Gotteshaus der USA mit zwei Minaretten bietet zusammen mit dem Innenhof Platz für 3 000 Betende. Die Moschee nimmt eine Fläche von 1 879 m² ein, im Untergeschoss befindet sich auf einer Fläche von 300 m² ein Museum für Islamische Kunst.
Das im Stil der seldschukischen Architektur konzipierte Kulturzentrum im Moscheekomplex beherbergt eine Bibliothek, einen Konferenz-, Ausstellungs- und Rezeptionssaal sowie einen Versammlungsraum. Auch ein Zentrum für Islamstudien findet hier Platz und soll Studierenden aus der Türkei, die zum Erst- oder weiterführenden Studium in die USA kommen, beratend zur Seite stehen.
PKK-Terror
Türkei: Immer mehr Kurden kehren der HDP den Rücken
Der prokurdische HDP Co-Vorsitzende Selahattin Demirtas fordert die EU auf, im eigenen Interesse die Türkei zu Gesprächen mit der Terrororganisation PKK zu bewegen. Doch die Forderung kommt allzuspät. Im Südosten des Landes kehren viele Menschen der HDP bereits den Rücken. Die versprochene „Demokratie“ habe Elend gebracht, heißt es immer öfter.
Diyarbakir (tp/nex) – Immer wenn die Terrororganisation PKK im Südosten des Landes nicht die nötige Mehrheit innerhalb der kurdischen Bevölkerung mobilisieren kann, erklärt man sich inmitten von Kämpfen zu Gesprächen bereit. Auch jetzt, wo sich abzeichnet, dass die PKK in den Ballungszentren bei den militärischen Operationen der Regierung an Boden verliert, ja, sogar innerhalb der kurdischstämmigen Bevölkerung die Stimmung kippt, zieht die Terrororganisation PKK die Notbremse. Die prokurdische Partei HDP hat in der Kurdenmetropole Diyarbakir sogar einen sehr schweren Stand. Eine Abkehr der Bevölkerung zeichnet sich ab. Immer mehr Kurden in Diyarbakir haben schlicht und einfach die Nase voll von der vielgepriesenen „Demokratie“, die ihr die Partei verheißen und so Stimmen einkassiert hat.
Damals, bei der Parlamentswahl im Juli 2015, konnte die HDP mit 13.1 Prozent die Hürde überwinden, um kurz nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe mit der PKK im November desselben Jahres auf 10.8 Prozent zurückzufallen. Experten sind sich sicher, dass die Popularität der HDP seitdem kontinuierlich abnimmt.
In Diyarbakir ist an jeder Ecke zu hören, wie unzufrieden man mit der Politik des Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtas ist, der ihnen zwar „Demokratie“ versprochen, aber Elend und Gewalt gebracht habe. Die Bewohner beschuldigen die PKK und auch die HDP, für die Zustände in der Metropole verantwortlich zu sein. Nicht der Staat sei, wie der Co-Vorsitzende vorgibt, in die Metropole einmarschiert, um Häuser wahllos zu zerstören, Bewohner zu vertreiben, Angst und Schrecken zu säen. In TV-Interviews sprechen die Einwohner jetzt allmählich aus, was tatsächlich vorgefallen ist.
Menschen werden von „Befreiern“ und „Freiheitskämpfern“ aus strategisch wichtigen Positionen vertrieben, anderswo wiederum gezwungen, in den Häusern zu bleiben und die Türen offen zu halten. Teilweise ist zu hören, wie Menschen gezwungen würden, an „Aufständen“ teilzunehmen, ihre Kinder der YDG-H, einer bewaffneten Jugendorganisation der PKK, zur Verfügung zu stellen. Wer nicht kooperiert, gilt als Verräter. Sein Haus wird zerschossen, Raketen werden abgefeuert, ein Exempel wird statuiert. Die Einschüchterungen wirken aber nicht mehr. Immer mehr Menschen sprechen aus, was sie bedrückt.
Die Menschen haben Angst – um ihre Kinder, um ihre Zukunft. Sie haben Angst, dass die Zukunft an ihnen vorbei zieht. In Elazig, Urfa oder Gaziantep, wo die PKK bislang keinen Nährboden vorfindet, ist die Lage stattdessen nach wie vor normal. Die Städte blühen auf, wachsen mit dem Wohlstand. Das ist auch den Einwohnern von Diyarbakir nicht entgangen. Die HDP-geführte Stadtverwaltung in Diyarbakir wird immer öfter kritisiert. Sie habe die Stadt trotz Milliardensubventionen des Staates nicht auf Vordermann gebracht. Die Versorgung mit Wasser und Strom falle ständig aus, auf den Straßen häuften sich seit Wochen Müllberge und, wie es scheine, sei die HDP nicht einmal gewillt, die PKK oder die YDG-H in die Schranken zu weisen, um den Konflikt in den Ballungszentren zu beenden.
Das geht auch aus den Aussagen der Einwohner hervor. Sie beklagen, dass die HDP bei der Errichtung der Straßensperren komme, kurz vor Ausbruch der Gewalt sich aber zurückziehe und die Menschen vor Ort mit dem Konflikt und den Auswirkungen allein lasse. Manche sehen gar eine Politik darin. Die HDP, so erklären sie, wolle, dass die Menschen in Not gerieten und sich gegen den Staat erhöben. Aber statt dass die Einwohner der betroffenen Viertel gegen den Staat aufbegehren, richtet sich ihre Wut gegen die HDP selbst.
Das musste jüngst der HDP-Abgeordnete Ziya Pir am eigenen Leib erfahren. Eigentlich zu Kondolenzbesuch in Sur erschienen, bekam der Abgeordnete eine schallende Ohrfeige. Einwohner warfen ihm vor, die Situation zu verkennen. Nicht die „Demokratie“ sei gekommen, schrien die Bewohner von Sur, sondern Gewalt und Zerstörung. Der Staat habe 30, 40 Jahre keinen Fuß in diesen Stadtteil gesetzt, um Häuser zu bombardieren, Menschen zu vertreiben. Man wisse, wer es getan habe und die Einwohner zeigen auf Häuser mit Spuren von Raketenbeschuss. „Das war nicht der Staat“ schreit ein Einwohner, während Ziya Pir sichtlich überrascht innehält.
In Anbetracht der Tatsache, dass die PKK in diesen betroffenen Gebieten rapide an Zustimmung verliert und auch unter den Hardlinern immer mehr die Stimmung sinkt, bleiben der HDP nur noch wenige Optionen, um ihre Politik der „Demokratie“ und des „Friedens“ als Erfolg zu verkaufen. Doch stattdessen wenden sich immer mehr HDP-Politiker an den Westen. Man suggeriert eine humanitäre Katastrophe, die man im Grunde selbst angefacht hat. Dem Westen wird vorgeworfen, der Türkei in den Verhandlungen in der Flüchtlingskrise einen Persilschein in der Kurdenpolitik ausgestellt zu haben, um selbst vom Zustrom der Flüchtlinge verschont zu werden.
Jetzt werde man die Quittung erhalten, prophezeit Selahattin Demirtas der EU. Mehr als 500.000 Kurden könnten mit der Visafreiheit in den Westen flüchten. Ein Szenario, das die Europäer wachrütteln soll. Dabei verkennt die HDP die Situation in Diyarbakir – oder sie ist sich dessen bewusst, was ihre eigene Politik verursacht hat, die ihr die Wähler jetzt vorwerfen: „So eine Demokratie wollen wir nicht!“
In den 90ern sind tatsächlich Hunderttausende Kurden nach Deutschland gekommen, sehr viele angeblich als politisch Verfolgte. Tatsächlich war es das damals besonders durchlässige und generöse deutsche Sozialsystem, was den Zuzug von Kurden ermöglichte, die im Grunde Wirtschaftsflüchtlinge waren. Die PKK und mit ihr Selahattin Demirtas von der HDP wollen angesichts der Flüchtlingskrise in Europa die Situation ausnutzen, um die ohnehin schon prekäre gesellschaftliche Stimmung in Europa gegenüber den Flüchtlingen aufzuheizen. Als Ergebnis erhofft man sich dadurch einen gesellschaftlichen Druck auf die EU-Regierungen, die die Türkei allein aus innenpolitischen Gründen maßregeln sollen.
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Bundesliga
Bayer Leverkusen gibt Schmidt Jobgarantie
Düsseldorf (ots) – Roger Schmidt wird auch in der nächsten Saison Trainer von Bayer Leverkusen sein – selbst wenn der Klub das internationale Geschäft verpasst. „Trennung war nie ein Thema.
Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass Roger Fehler gemacht hat. Doch wenn man sieht, wie er Tag für Tag Leidenschaft vorlebt, Ansprachen hält, das Training leitet und vor allem Spieler besser macht – auch wenn das mitunter anders gesehen wird -, dann sehen wir uns bestätigt“, sagte Jonas Boldt der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Der 34-Jährige, seit 2014 als Manager Sport bei Bayer 04 für die Kader-Planung mitverantwortlich, kritisiert das falsche Bild, das in der Öffentlichkeit von Schmidt entstanden sei.
Boldt macht sich zudem für einen Mentalitätswandel im Werksklub stark. „Warum sollen wir uns kleiner machen, als wir sind? Wir haben es in den vergangenen fünf Jahren viermal in die Champions League geschafft. Das ist nicht selbstverständlich, aber wir sollten so selbstbewusst sein, dass wir auch in Zukunft dazugehören wollen. Wir dürfen uns nicht ausruhen. Sämtliche Mitarbeiter bei Bayer 04 müssen bereit sein, sich nicht immer nur in der Vergangenheit zu bewegen, sondern nach vorne zu schauen und die Ärmel hochkrempeln.“
Berlin
Daniela Schadt will nach Gaucks Amtszeit wieder als Journalistin arbeiten
Düsseldorf (ots) – Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, kann sich nach der Amtszeit des Bundespräsidenten eine Rückkehr in den Journalismus vorstellen. „Ich kann mir vorstellen, irgendwann wieder zu schreiben“, sagte Schadt der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Politik sei faszinierend. „In meinem Herzen bleibe ich aber immer Journalistin.“
Schadt arbeitete vor dem Einzug ins Schloss Bellevue als Politikredakteurin für die „Nürnberger Zeitung“. Eine eigene politische Karriere wie Hillary Clinton könne sie sich nicht vorstellen. „So reizvoll ein politisches Amt sein mag: Man würde mir einen Amtsbonus durch Joachim Gauck unterstellen. Außerdem liegt mir eher die ausgeruhte, schriftliche Analyse“, sagte Schadt. „Ich glaube, ich wäre zu langsam für die heute sehr beschleunigte aktive Politik. Ich wälze die Argumente meistens eine ganze Weile hin und her, bevor ich mich entscheide.“
Ein Buch über ihre Zeit im Amt werde sie nicht schreiben, betonte die Journalistin. „Dafür fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit, auch wenn ich das manchmal bedauere.“ In ihrer Funktion habe sie sich in den vergangenen Jahren persönlich verändert, betonte die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten. Ich erlebe eine sehr engagierte, solidarische Gesellschaft. Die Erfahrungen im Amt haben ihr zu einem offeneren und positiveren Blick auf das Land verholfen: „Ich bin weltfreundlicher geworden.“ Die Bedeutung des Amtes lasse sie nicht abheben. „Es ist ja auch nicht so, dass ich schon beim Kauf von Zahnpasta die Bedeutung des Amtes spüre“, sagte Schadt. Man müsse sich eine gewisse Distanz bewahren.


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