Türkei
Flüchtlingsstadt Kilis kommt nicht zur Ruhe: Vier Tote nach IS-Raketenbeschuss
Türkisch als Amtssprache
Zypriotischer Politiker schlägt Türkisch als EU-Amtssprache vor – Britische Medien laufen Sturm
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Der Vorschlag, Türkisch zur Amtssprache zu erheben, kam vom griechisch-zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades. Das Europäische Parlament hat sich am 14. April mit 375 gegen 133 Stimmen für diese Initiative ausgesprochen. Zypern ist seit 1974 in einen griechischen und einen türkischen Teil gespalten, derzeit bemühen sich Unterhändler beider Seiten sowie der Schutzmächte Griechenland und Türkei, eine Wiedervereinigung der Insel auf den Weg zu bringen. Die internationale Gemeinschaft betrachtet den griechischen Teil Zyperns als Rechtsnachfolger des 1960 gegründeten und 2004 in die EU aufgenommenen Staates, der zuvor britische Kolonie war. Die Türkische Republik Nordzypern (TRNC), deren Bevölkerung sich aus 313 000 zyprischen Türken und 150 000 türkischen Staatsangehörigen zusammensetzt, wird nur von der Türkei diplomatisch anerkannt. Türkische Zyprer werden jedoch als EU-Bürger mit allen Rechten und Pflichten angesehen, obwohl ihr Territorium nicht unter der Kontrolle der griechischen Administration in Nikosia steht. Anastasiades und der türkisch-zyprische Präsident Mustafa Akinci zeigten sich zuletzt optimistisch, bis Ende des Jahres 2016 eine Vereinbarung über einen Wiedervereinigungsprozess der Insel auf den Weg bringen zu können. Die Kosten für die Erhebung des Türkischen zur Amtssprache sollen bei 31 Millionen Euro liegen, schreibt der „Daily Express“ weiter, auch das sei ein „Beweis“ dafür, dass die Türkei auf jeden Fall in die EU aufgenommen werden sollte. Der Gesamtetat der EU liegt bei 155 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten und 144 Milliarden an Zahlungen. Am 23. Juni wird Großbritannien über einen möglichen EU-Austritt abstimmen. Einen Beitritt der Türkei, die den fünftgrößten Handelspartner der EU darstellt, als Schreckgespenst zu verkaufen, soll den Austrittsbefürwortern auf den letzten Metern noch einmal zusätzlichen Auftrieb geben. Neben Millionen türkischer Einwanderern, die in den 1950er und 1960er Jahren nach Europa gekommen waren, um dem Arbeitskräftemangel gegenzusteuern, lebt eine große Anzahl an Türken als Teil der autochthonen Bevölkerung in Griechenland, Bulgarien und Rumänien sowie den möglichen Beitrittsländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien und Serbien.
Neue Tragödie im Mittelmeer
„Festung Europa“: Mehr als 400 Menschen im Mittelmeer ertrunken
Pilotprojekt gegen Steurflucht
DIHK begrüßt internationales Pilotprojekt gegen Steuerflucht
Islamverbot
Jetzt wird es ernst für Muslime: AfD will Islam aus der Öffentlichkeit verbannen
Berlin (nex) – Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, will die AfD mit einem „entschiedenen Anti-Islam-Kurs“ in die nächste Bundestagswahl gehen. Laut „FAS“ will die AfD diesen Kurs auf dem anstehenden Parteitag in Stuttgart beschließen.
Der Islam sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, so von Storch. Der Islam als Religion solle als mit der freiheitlichen Verfassung unvereinbar beschrieben, Symbole des Islams sollten aus der Öffentlichkeit verbannt werden.
„Der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“, so Vize-Parteivorsitzende und Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch gegenüber der „FAS“.
„Wir sind für ein Verbot von Minaretten, von Muezzins und für ein Verbot der Vollverschleierung“, so Storch weiter. Moscheen solle man streng kontrollieren, jedoch wegen des Rechts auf Religionsausübung nicht verbieten.Fraktionschef der AfD in Brandenburg und ebenfalls Vize-Parteichef Alexander Gauland äußerte sich ähnlich.
„Der Islam ist keine Religion wie das katholische oder protestantische Christentum, sondern intellektuell immer mit der Übernahme des Staates verbunden. Deswegen ist die Islamisierung Deutschlands eine Gefahr“, sagte Alexander Gauland der „FAS“.
Islamophobie
USA: Kopftuchträgerin wird gezwungen Flugzeug zu verlassen
"Einfrierung der Ölförderung"
DIW erwartet leichten Ölpreisanstieg
PKK-Terror
Minsterpräsident Davutoglu sagt vietnamesischer Polizistenwitwe türkische Staatsbürgerschaft zu
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Die PKK, die auch von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft ist, hat im Juli letzten Jahres ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen. Seitdem verloren mehr als 350 türkische Sicherheitskräfte ihr Leben und Tausende Terroristen wurden landesweit und im Nordirak außer Gefecht gesetzt.
Flüchtlingslösungen
Türkische Stadt Kilis für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen
Seit Kriegsbeginn suchen noch immer Tausende vom Krieg gezeichnete Menschen, Junge, Alte, Frauen, Kinder und Männer mit zum Teil weniger als der Kleidung auf ihrem Leib, zum Teil barfuß, Zuflucht in Kilis. Jeder dieser Menschen trägt seine eigene Geschichte vom Krieg in sich. Darunter auch ein achtjähriges kleines Mädchen, das sich gezwungenermaßen ohne seine Familie auf die Flucht begeben musste. Traumatisiert erzählt sie von ihren Erlebnissen wie:
“Meine Eltern waren im Zimmer nebenan, eine Bombe fiel auf unser Heim. Ich sah, wie meine Eltern und mein kleiner Bruder in den Flammen dahinschmolzen. Ich konnte nicht einmal weinen. Ich kann es immer noch nicht.”
Ein anderer Flüchtling erzählt, wie eine Bombe seinen linken Arm zerfetzte, und er zwischen all dem Rauch und Qualm nach Hause lief, aber dass da kein Zuhause mehr stand. Mit Hilfe seiner Nachbarn habe er es bis hierhin geschafft. Im Flüchtlingscamp von Öncüpınar leben mitlerweile 15 000 Flüchtlinge, zum Elbeyli-Camp haben es 25 000 geschafft, ins Zentrum von Kilis, wo 90 000 Menschen leben, haben es 130 000 Flüchtlinge geschafft. Doch das ist längst nicht alles. Der Gouverneur von Kilis hat das umgesetzt, was die Türkei seit Februar 2014 der EU vorschlägt.
Kilis hat selbst eine Schutzzone für Flüchtlinge in Syrien eingerichtet und zusätzlich zehn Flüchtlingscamps aufgebaut, die für 100 000 Menschen eine Zuflucht gewährleisten. Seit fünf Jahren schon und ohne ein großes Aufheben zu machen oder gar sich zu beklagen, kümmert sich die Bevölkerung von Kilis um 230 000 syrische Flüchtlinge.



Von unseren Ahnen haben wir gelernt und verinnerlicht, dass, wer seine eigene Würde nicht verlieren will, den Bedürftigen mit Achtung begegnen muss.”
Bitte versetzen Sie sich für nur einen Moment in die Lage dieser Menschen. Vergegenwärtigen Sie sich, Sie müssten in ein fremdes Land fliehen und Sie wären in diesem Land nicht willkommen. Sie wären rassistischen Übergriffen ausgesetzt, hätten kein eigenes Dach über dem Kopf, dürften oder könnten nicht arbeiten, weil man Ihnen schlicht keine Arbeit gäbe.
Vielleicht waren Sie in Ihrem Land ein gut situierter Bürger, vielleicht sogar ein Geschäftsmann, jetzt aber wären Sie auf Almosen angewiesen und langsam würde Sie das Gefühl beschleichen, nutzlos und ein Nichts zu sein. Wie würden Sie sich fühlen? Was würden Sie machen, wenn Sie verdammt dazu wären, hilflos, tagtäglich in die verweinten Augen Ihres Kindes blicken zu müssen?
Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie Ihr Kind verlören, nur weil keine helfenden Hände es am Leben halten konnten? Sehen Sie, und damit all das den Flüchtlingen erspart bleibt, keiner hilflos leiden oder zusehen muss, ist die Bevölkerung von Kilis fest entschlossen, tatkräftig zu helfen. Es erfreut uns, dass die Menschen in den Camps ‚Öncüpınar‘ und ‚Elbeyli‘ von Kilis nicht in einfachen Zelten leben müssen.
Sie bewohnen komfortable Container mit Warmwasserversorgung – rund um die Uhr und die Menschen werden medizinisch versorgt, erhalten drei warme Mahlzeiten am Tag und können sich weiter- und fortbilden. Hier sind wir traurige Zeugen von Assads Krieg. Unter den Verletzten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, befinden sich neben den Erwachsenen auch Kinder, die ein Bein oder einen Arm verloren haben.
Neben einem Kleinkind, das vom Knöchel ab seinen Fuß verloren hat, liegt auch eine Schwangere. Ihr Ungeborenes wurde von einer Kugel getroffen, es weiß, wie sich Krieg anfühlt, bevor es überhaupt geboren wurde. Im städtischen Krankenhaus von Kilis, das seit März 2012 über 700 000 Syrer versorgt hat, wurden unter anderem über 47 000 Flüchtlinge operiert. Neben all diesem Leid gibt es auch Erfreuliches. Elftausend syrische Babys haben hier in Kilis das Licht der Welt erblickt.
Es ist an der Zeit die Leistungen der türkischen Regierung und die der Bewohner von Kilis entsprechend zu würdigen. Das psychologisch-soziale Hilfsangebot, Kitas, Vorschulen, Grund- und weiterführende Schulen, Sprachangebote sowie Einkaufsmöglichkeiten, Waschsalons, ein Notdienst für Strom- und Wasserversorgung, Pflasterwege, sichere Ein- und Zufahrten zu den Camps, digitalisierte Personalausweise sowie das monatliche Taschengeld von immerhin 85 Lira, welches regelmäßig ausgezahlt wird, sind nur einige wenige Beispiele dafür, die dazu beitragen sollen, das Leben der Flüchtlinge zu erleichtern.
Für die gesamten Schulkosten schulpflichtiger Kinder, die verwaist oder Halbwaisen sind, kommt der Staat auf. Es wird sehr darauf geachtet, dass der Schulunterricht ohne Ausfälle stattfindet. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder, die entweder in den Camps oder im Zentrum der Stadt beschult werden, beläuft sich inzwischen auf 30 000.
Es erfüllt uns mit großer Freude, wenn ausländische Beobachter, die diese Camps besuchen, immer wieder erstaunt feststellen, dass diese Einrichtungen einmalig auf der Welt seien.
Die Türkei, die zur Versorgung dieser Menschen bislang über zehn Milliarden Dollar ausgegeben hat, hat vom Ausland nur einen Zuschuss von 417 Millionen Dollar erhalten. Somit kann man sagen, dass die türkische Bevölkerung 96% dieser Kosten selbst geschultert hat.
Leidtragende des Krieges sind jedoch nicht nur Syrer. Auch Kilis und seine Bevölkerung wurden immer wieder von Bomben und Granaten getroffen. Raketen, die ins Stadtzentrum von Kilis fielen und sogar auf den Schulhof einer Schule, haben zahlreiche Einwohner das Leben gekostet und ebensoviele Bürger verletzt.
Vermutlich wären manche anderen Länder, deren Bevölkerung durch den Krieg im Nachbarland selber zu Schaden kam, und die sogar Tote und Verletzte zu beklagen hätten, den Kriegsflüchtlingen gegenüber nicht ganz so freundschaftlich verbunden wie wir es trotz allem sind, denn das Volk von Kilis ist anders.
Kein einziger Vorwurf, kein Gräuel gegenüber den Flüchtlingen, keinerlei Schuldzuweisung, denn für uns ist es – angesichts dieser menschlichen Tragödie – eine Frage des Anstandes, diesen Menschen gegenüber solidarisch zu sein. Wer zum Leid von zig Millionen Menschen in Syrien schweigt, wer tatenlos zusieht, wie Menschen nicht einmal mehr das Geringste zum Leben haben, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, vor Krieg fliehen oder unter Trümmern sterben, von Raketen und Bomben getötet werden, macht sich mitschuldig an diesem Drama.
Wir, die Bewohner von Kilis zumindest vertreten diese Auffassung.
In dieser schwierigen Zeit ist es die Stadt Kilis, die wie keine andere Stadt dieser Erde Verantwortung gegenüber diesen Flüchtlingen zeigte. Und Kilis ist einzigartig. Die Zahl der Flüchtlinge, die sie aufgenommen hat, übersteigt längst die Zahl ihrer ursprünglichen Einwohner. Keine andere Stadt hat im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Kilis.
Die Bevölkerung von Kilis, die ihre Speisen, Häuser und Schulen, Krankenhäuser und Parkanlagen, kurz: ihre Stadt mit den syrischen Flüchtlingen teilt, zeigt in der Summe Gastfreundschaft auf höchster Ebene, denn es sind ehrwürdige Bürger.
Voltaire hatte es treffend formuliert, „Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun.”
Tausenden Menschen dieser Erde wird tagtäglich großes Leid zugefügt. Um so dringender ist es, statt zu jammern und zu klagen, endlich Gutes und Sinnvolles zu tun. Es ist längst an der Zeit, uns an das zu erinnern, was uns Menschen ausmacht, die Menschlichkeit in uns.
Es ist das Mindeste, wenn wir die integrative Leistung und den herzlichen Umgang dieser Stadt mit den Flüchtlingen entsprechend honorieren.
Sowohl im Koran, dem Buch der Muslime, als auch in der Bibel, dem Buch für die Christen und im Alten Testament, das seine Gültigkeit für Juden hat, finden wir sinngemäß ein Zitat mit allgemeingültiger Aussage. Diese lautet, “Wer auch nur ein Menschenleben rettet, hat quasi die gesamte Menschheit gerettet.”
Und genau aus diesem religiösen Grund ist unser Handeln motiviert. Dass wir den Hilfsbedürftigen – unabhängig von seiner Herkunft, seiner Sprache und seiner Religionszugehörigkeit – helfen, rührt von diesem religiösem Verständnis, das allen monotheistischen Religionen zugrunde liegt, her.
Der bekannte Künstler, Alaattin Yavaşça, der selbst aus Kilis stammt, hat es in einem Lied, das er den Bewohnern von Kilis gewidmet hat, sehr treffend formuliert, “Sie sind bekannt für ihre Großzügigkeit, sind tapfer gleich Helden, ihre Gastfreundschaft und ihre Nächstenliebe legendär.”
Einst hob auch der Gründer der Türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, das Besondere dieser Stadt hervor. In seiner Dankesrede am 28. Oktober 1918, konstatierte er, “Als ich zum ersten Mal nach Kilis kam, war ich überwältigt von der außergewöhnlichen Klugheit und Reife seiner Bewohner. Und ich versichere Ihnen, so lange es solche Menschen gibt wie Sie, wird kein Leid geschehen und dieses Volk niemals untergehen.
Mit meinen allerbesten Wünschen und Grüßen an die Bewohner von Kilis.
Gouverneur von Kilis, Süleyman Tapsız
Übersetzt aus dem Türkischen ins Deutsche, Zerrin Konyalıoğlu.


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