EU-Türkei-Beziehungen
Österreichs Außenminister Kurz: Türkei gehört nicht zur EU

Bielefeld (nex) – Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz geht auf Distanz zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Ich sehe die Türkei nicht als Mitglied in der Europäischen Union.  Aus meiner Sicht hat sich die Türkei zwar in den letzten zehn Jahren wirtschaftlich gut entwickelt, aber in Fragen der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenrechte hat sie sich in den letzten Jahren immer weiter weg von Europa entwickelt“, sagte Kurz der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen. Das zeige auch die Entwicklungen seit dem zu verurteilenden Putschversuch Mitte Juli. „Etwa die Überlegungen zur Einführung der Todesstrafe, die im klaren Widerspruch zu den europäischen Grundwerten steht, und auch die neuerlichen Verhaftungen von Journalisten“, so Kurz, der demnächst den deutschen Außenmminister Frank-Walter Steinmeier in der EU-Troika ablöst.

"Bedenkliche" Richtung
NRW-Ministerpräsidentin an türkischstämmige Mitbürger: Konflikte nicht nach Deutschland tragen

Berlin (nex) – Die Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft (SPD), sorgt sich angesichts der Entwicklungen in der Türkei um den sozialen Frieden in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland. Dem Berliner „Tagesspiegel“ sagte Kraft: „Die Nachrichten aus der Türkei beunruhigen und besorgen mich. Nicht zuletzt, weil in NRW viele Menschen mit türkischen Wurzeln zuhause sind.“ Sie alle erlebten tagtäglich, welch unschätzbare Vorteile eine starke Demokratie biete. „Die dafür grundlegenden Strukturen wie Pressefreiheit, Trennung von Legislative, Exekutive und Justiz gilt es immer wieder zu verteidigen“, sagte Kraft. Die jüngsten Entwicklungen in der Türkei wiesen allerdings in eine andere, „bedenkliche“ Richtung. „An die bei uns beheimateten Bürgerinnen und Bürger mit türkischer Abstammung appelliere ich nachdrücklich, inner-türkische Konflikte nicht hierher zu tragen.“

"Engelchen in Blau" der ADD rüsten sich zur Landtagswahl
Landtagswahl in NRW: Migrantenpartei ADD setzt „alle Hebel in Bewegung“

NRW: „Engelchen in Blau“ der ADD rüsten sich zur Landtagswahl

Düsseldorf (nex) – Eine Woche vor dem zweiten Parteitag in Duisburg hat der nordrhein-westfälische Landesverband der Allianz Deutscher Demokraten (ADD) bereits mit den Vorbereitungen für den Landtagswahlkampf begonnen. Parteichef Remzi Aru freut sich über den Enthusiasmus, den die Mitglieder der erst im Juni gegründeten Partei jetzt schon zeigen.

„Es sind alle fleißig dabei“, erklärt er gegenüber NEX24. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um flächendeckend präsent sein und am 14. Mai 2017 mit einem Sensationsergebnis aufhorchen lassen zu können.“ Auch eine Helferin ist zuversichtlich. „Ich bin erst seit letzter Woche Mitglied“, erzählt sie. „Ich kann mich mit keiner Partei mehr identifizieren, die haben uns alle betrogen. Und die AfD ist mir zu islamfeindlich. Die wird in einem Land mit so vielen Einwanderern wie NRW auch weniger Zuspruch bekommen als es bisher der Fall war. Eine Partei wie die ADD kommt für viele Menschen hier wie gerufen.“

Die „blauen Engelchen“, die den Wahlkampf der neuen Partei prägen sollen, sind bereits jetzt unterwegs und sollen vor allem den Bekanntheitsgrad der ADD steigern, der bis dato das größte Problem der Partei darstellt. Sobald sich in der Bevölkerung herumspricht, dass es die ADD gibt, hat die Partei Rückenwind, so Parteivorstizender Halil Ertem.

„Sobald wir es schaffen, mit den Menschen ins Gespräch über Inhalte zu kommen, stellen wir eine hohe Übereinstimmung fest. Das geht weit über die Einwanderercommunity hinaus.“ Unternehmer Remzi Aru hatte die Initiative zur Parteigründung ergriffen, nachdem am 2. Juni die umstrittene Armenier-Resolution des Bundestages mit den Stimmen aller Parteien und auch der türkischstämmigen Abgeordneten verabschiedet worden war. Aru sah darin den endgültigen Beweis dafür, dass Einwanderer für die deutschen Parteien lediglich als Wähler interessant seien.                    

Die Partei, deren politisches Vorbild die Partei „Denk“ in den Niederlanden ist, will nicht nur Einwanderer aremzi-aru-add-wahlen-partei-nex24-addshotus allen Communitys ansprechen, sondern auch „Alteingesessene“, die mit dem bisherigen politischen Angebot in Deutschland nicht zufrieden sind. Der Erstentwurf des Parteiprogramms der ADD weist einen liberal-konservativen Schwerpunkt auf, man will „Stimme der kleinen und einfachen Menschen“ sein. Neben klassischen Einwandererthemen lässt die Partei auch durch Forderungen wie jene nach einem freien Bildungssystem, einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok, einer Kopplung der Flüchtlingszahlen an den Umfang der Waffenexporte und einer Stärkung der Mehrkindfamilie aufhorchen.


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PKK bekennt sich zum Anschlag
Nach Festnahmen von HDP-Politikern: Gewaltige Autobombe fordert viele Tote und Hunderte Verletzte

Istanbul (nex) – Nach den Festnahmen hochrangiger HDP-Politiker am Freitagmorgen explodierte in Bağlar, einem Vorort der türkischen Stadt Diyarbakir, ein mit Bomben beladenes Auto und tötete zwei Polizisten sowie Zivilisten.
In Bağlar fand heute früh gegen acht Uhr ein Autobombenanschlag auf das Nebengebäude der örtlichen Polizeistation statt, das die Anti-Terroreinheit und das Sondereinsatzkommando „Çevik Kuvvet“ beherbergt. Zu der Terrorattacke unweit des Aydın-Arslan-Boulevards bekannte sich die PKK. Es befanden sich zahlreiche Zivilisten, darunter auch Schüler, in der Nähe des Anschlagsortes.
(Foto: Milli)
(Foto: Milli)

Todesopfer: Sechs Zivilisten und zwei Polizisten

Ministerpräsident Yildirim verurteilte den feigen Anschlag in einer Erklärung mit den Worten: „Heute morgen kurz nach 8 Uhr hat die feige separatistische Terrororganisation PKK erneut ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie zündete eine Bombe vor dem Gebäude des Sondereinsatzkommandos ‚Çevik Kuvvet‘, an einem Ort, an dem sich sehr viele Bürger auf dem Weg zur Arbeit und Kinder unterwegs zur Schule befinden. Auch ein Terrorist kam dabei ums Leben. 93 der mehr als 100 Verletzten wurden nach der Erstversorgung wieder aus dem Krankenhaus entlassen, 7 befinden sich derzeit im kritischen Zustand.“

Mehr als 1 Tonne explosives Material im Auto

Erste Untersuchungen ergaben, dass es im Auto mehr als eine Tonne Sprengstoff gab. Am Tatort entstand infolge des Anschlags ein Krater, zahlreiche Häuser und Geschäfte wurden durch die heftige Explosion schwer beschädigt. Medienberichten zufolge informiert sich laut Präsidialamt Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Gouverneur der Provinz Diyarbakir Hüseyin Aksoy telefonisch über den Anschlag.Das Innenministerium teilte in einer Erklärung mit, dass Politiker der Oppositionspartei HDP am frühen Freitagmorgen festgenommen worden seien, nachdem sie Vorladungen zur Aussage über die Terrororganisation PKK wiederholt unbeantwortet gelassen hätten.

Neben den beiden Parteichefs Figen Yüksekdag und Selahattin Demirtas seien auch neun weitere HDP-Mitglieder in Polizeigewahrsam. Unter ihnen befänden sich Fraktionschef Idris Baluken und der Parlamentarier Sirri Sürreya Önder. Gegen Yüksekdag und Demirtas laufen bereits seit längerem Ermittlungsverfahren wegen „Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“. Bereits vergangene Woche hatte ein türkisches Gericht Yüksekdag mit einem Ausreiseverbot belegt. Die Festnahmen fanden in den Provinzen Diyarbakir, Hakkari, Van, Sirnak und Bingöl zeitgleich statt.

Die Staatsanwaltschaft habe den Verbleib aller Festgenommenen in Untersuchungshaft für die Dauer der Gerichtsverhandlung beantragt, heißt es weiter in der Mitteilung. Gegen die Abgeordneten, deren Immunität zu Beginn dieses Jahres aufgehoben worden war, werden  Verfahren im Rahmen des Anti-Terrorgesetzes eingeleitet. Auch Abgeordnete anderer Parteien müssen sich einer Reihe von Ermittlungen stellen, doch nur die Parlamentarier der HDP hatten sich geweigert, vor den Staatsanwälten auszusagen.

„Die Co-Vorsitzenden der HDP leisteten den Vorladungen keine Folge. Die Haftbefehle entsprechen dem Gesetz der zwangsweisen Vorführung. Sie haben die Justiz nicht respektiert. Daher wurde getan, was getan werden musste. Die festgenommenen Abgeordneten haben sich geweigert, der Justiz behilflich zu sein. Sie haben die Justiz ignoriert. In den Gesetzen ist klar geregelt, was in solchen Fällen getan werden muss“, so Justizminister Bekir Bozdag.


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Seagal ist jetzt Russe
Russland: Putin verleiht Staatsbürgerschaft an Actionstar Steven Seagal

Moskau (nex) – Der US-Actiondarsteller und Filmproduzent Steven Seagal ist nun Staatsangehöriger der Russischen Föderation. Der russische Präsident Wladimir Putin hat dies mittels eines Erlasses ermöglicht, der auf der Webseite des Kremls dokumentiert ist.

Neben der US-amerikanischen Staatsangehörigkeit hatte Seagal zuvor bereits die serbische besessen. Der Schauspieler und Kampfsportler hat regelmäßig mehrere Monate im Jahr in der Russischen Föderation verbracht und sich selbst als „sibirischer Nomade“ bezeichnet.

Seagal hat sich auch vielfach politisch geäußert und ist dabei der Konfrontationspolitik des Westens gegen die Russische Föderation entgegengetreten. Im Jahr 2013 führte er eine Delegation der US-Republikaner an den Schauplatz des Geiseldramas von Beslan. Aus Protest gegen die Sanktionspolitik trat er im August 2014 demonstrativ zusammen mit einer Bluesband in der Krim-Metropole Sewastopol auf.

Seagal pflegt auch persönliche Freundschaften zu Präsident Putin und zum tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow. Die russische Nachrichtenagentur Sputnik News zitiert Kremlsprecher Dmitri Peskow mit der Äußerung, Seagal habe „mehrmals und beharrlich seine Bitte um die russische Staatsbürgerschaft zum Ausdruck gebracht“. Er sei auch „für seine warmen Gefühle unserem Land gegenüber bekannt. Er hat das auch nie verheimlicht.“

Seagal ist nicht der erste Prominente aus dem Westen, der sich Russland-affin geäußert und die Staatsangehörigkeit der Russischen Föderation beantragt hat. So wurden auch bereits der französische Filmstar Gérard Depardieu und der US-Boxer Roy Jones jr. eingebürgert. Auch der MMA-Kämpfer und bekennende Kommunist Jeff Monson hat die russische Staatsbürgerschaft beantragt.

Stiftungsförderung
Über 200.000 EUR Preisgeld für Flüchtlingsprojekte

Frankfurt/Main (nex) – Über 200.000 EUR Preisgeld für Projekte, die sich für und mit Geflüchteten engagieren – Stiftungsförderung wird erstmalig mit Crowdfunding kombiniert Mit einem völlig neuen Ansatz startet die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ein neues Projekt für Geflüchtete: Den Deutschen Integrationspreis. Die Stiftung will überzeugende Integrationsprojekte finden, ihre Umsetzung finanzieren und die besten auszeichnen. Dafür wird die Stiftungsförderung erstmalig mit Crowdfunding kombiniert. Für die Finanzierung von Projekten und das Preisgeld stellt die Hertie-Stiftung über 200.000 Euro bereit. Der Deutsche Integrationspreis beschreitet neue Wege. Denn am Anfang steht eine Finanzierungsphase, damit Projekte überhaupt realisiert werden können. Dabei arbeitet die Hertie-Stiftung mit der größten deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext zusammen. Auf dieser Plattform können sich ab heute bis zum 11. Dezember 2016 Sozialunternehmen, gemeinnützige Organisationen, Vereine und private Initiativen um die Teilnahme bewerben. Besonders gesucht: Ideen für die Integration, bei denen Geflüchtete selbst im Projekt mitwirken. Nach einer Vorauswahl werden die Projekte für den Crowdfunding-Wettbewerb, der im März startet, qualifiziert. Die 20 Projekte, die beim Crowdfunding die meisten Unterstützer gewinnen, erhalten eine Anschub-Finanzierung durch die Hertie-Stiftung von bis zu 15.000 Euro pro Projekt, um ihr Fundingziel (schneller) zu erreichen oder zu übertreffen. Alle Projekte, die die Finanzierung schaffen, gehen in die Umsetzung. Nach sechs Monaten prüft eine Jury die Erfolge und die besten drei erhalten den Deutschen Integrationspreis, der nochmals mit insgesamt 100.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung des Preises findet Ende Oktober 2017 statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher gilt: Schnell bewerben! „Mit dieser Art des Wettbewerbs wollen wir dem Thema Integration zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen, über die täglichen Schlagzeilen hinaus“, sagt John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Zudem erproben wir eine neue Systematik für Suche, Auswahl und Finanzierung von Projekten.“  

DeutschlandTrend
Umfrage: Hillary Clinton büßt an Beliebtheit in Deutschland ein

Dortmund (nex) – Wenn sich die Deutschen an der Wahl des US-Präsidenten beteiligen könnten, würden sich 75 Prozent für die Demokratin Hillary Clinton entscheiden. Das sind 11 Punkte weniger als im Vormonat. 4 Prozent (+/-0) würden den Republikaner Donald Trump wählen. 20 Prozent würden keinen von beiden wählen (+13).

Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends im Auftrag der ARD-Tagesthemen von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Zum Vergleich: Im Oktober 2012, kurz vor der letzten US-Wahl, sprachen sich 91 Prozent der Deutschen für Barack Obama und 3 Prozent für den republikanischen Herausforderer Mitt Romney aus.

12 Prozent der Befragten glauben, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA mit einer Präsidentin Clinton verbessern würden. 5 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. 80 Prozent sind der Auffassung, dass sich nicht viel ändern würde. Bei einem möglichen Präsidenten Donald Trump sieht das Bild sehr anders aus.

Zwei Prozent der Befragten gehen in diesem Fall von einer Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen aus. 77 Prozent glauben, dass sich das Verhältnis verschlechtern würde. 19 Prozent glauben, dass sich nicht viel ändern würde.

Türkei
Erdogan: Deutschland öffnet Schoß für Terrororganisationen

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland kritisiert, das Mitglieder des Gülen-Netzwerks FETÖ an die Türkei nicht ausliefert. „Wir sind besorgt, dass Deutschland, das den Schoß für Terrororganisationen wie die PKK und die DHKP-C öffnet, nun zum Hinterhof des Gülen-Netzwerks wird“, sagte er in seiner Rede während einer Preisverleihung am heutigen Donnerstag im Präsidentenpalast in Ankara. Erdogan verglich Terrorgruppen mit dem Skorpion, der mit seinem Stachel ausholt und den Frosch, der ihn trägt, in den Rücken sticht, „weil dies eben seiner Natur entspricht“. „Ich sehe die Zukunft Deutschlands, das Terroristen mit offenen Armen aufnimmt, anstatt die PKK, das Gülen-Netzwerk, den IS (Daesh) oder rassistische Gruppen zu bekämpfen, in keinem guten Licht“, so Erdogan weiter. „Deutschland ist zu einem der wichtigsten Länder geworden, in denen Terroristen Schutz suchen. Das sage ich ganz offen.“ Deutschland mit seinen etwa drei Millionen türkischstämmigen Einwohnern ist eines der Länder, in dem das vom in den USA lebenden Prediger Fetullah Gülen geführte FETÖ ein großes Netzwerk mit Dutzenden Privatschulen, Geschäften und Medienorganisationen betreibt. Mehrere wichtige Persönlichkeiten des Gülen-Netzwerks aus der Türkei, unter ihnen auch Staatsanwälte und Journalisten, sind vermutlich nach Deutschland geflohen. Im vergangenen Monat hatte die Türkei offiziell deutsche Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Staatsanwälte, Zekeriya Öz und Celal Kara, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern. Sie werden der Beteiligung an dem vereitelten Putschversuch vom 15. Juli verdächtigt. Des Weiteren spielten Öz und Kara nach Angaben der türkischen Behörden in einer Korruptionsaffäre im Jahr 2013 eine Schlüsselrolle, von der hochrangige Politiker betroffen waren. Später wurden sie der Fälschung von Beweisen als Teil des Staatsstreichs beschuldigt. In Deutschland ist das Gülen-Netzwerk nicht verboten, da nach Angaben der Behörden zu einem solchen Schritt die erforderlichen Beweise fehlten. Das Gülen-Netzwerk konzentriert sich in Deutschland auf den sogenannten interreligiösen Dialog mit der Botschaft eines gemäßigten Islams, worin viele jedoch einen Versuch, das Vertrauen der Medien und politischen Institutionen zu gewinnen, sehen. Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli, bei dem 246 Menschen getötet und fast 2.200 verletzt wurden, mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das gülennahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten.

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Antiterroristischer Schutzwall
Türkei: Mauer an der Grenze zu Syrien wird im Frühjahr 2017 fertig sein

Hatay (nex) – Der türkische Verteidigungsminister Fikri Işık hat am Mittwoch angekündigt, dass der Bau der geplanten Betonmauer entlang der türkisch-syrischen Grenze in der ersten Hälfte des Jahres 2017 abgeschlossen sein wird.

Während eines Besuchs bei Grenztruppen in der südtürkischen Provinz Hatay erklärte der Minister, dass bis dato 270 Kilometer der Mauer fertiggestellt seien. Von den restlichen 520 Kilometern, die geschützt werden sollen, hat der Bau eines 200 Kilometer langen Abschnitts bereits begonnen.

„Entlang jenen 85 Kilometern, an denen Euphrat und Tigris die Grenze beschreiben, werden wir andere Maßnahmen ergreifen“, kündigte Işık an. Die Türkei teilt mit dem seit 2011 von einem blutigen Bürgerkrieg heimgesuchten Syrien eine Grenze von 900 Kilometern Länge.

Die türkischen Streitkräfte hatten den Bau einer Mauer als Sicherheitsmaßnahme vorangetrieben, um illegale Grenzübertritte zu verhindern, insbesondere vor dem Hintergrund des Transits von Kriminellen und Terroristen. Auf syrischer Seite assistiert die Luftwaffe der Anti-IS-Koalition im Rahmen der „Operation Schild des Euphrat“ bei der Überwachung der Grenze.

Die türkische Armee errichtet derzeit die modulare Befestigungsanlage entlang der türkisch-syrischen Grenze zwischen dem Bezirk Suruç in der Provinz Şanlıurfa und dem Bezirk Karkamış in der Provinz Gaziantep. Der Krieg in Syrien tobt seit 2011, nachdem die Regierung unter Präsident Bashar al-Assad Proteste gewaltsam niedergeschlagen hatte und bewaffnete Verbände aus dem In-und Ausland seither versuchen, den Präsidenten aus dem Amt zu vertreiben.

Umstrukturierung
Qiagen schließt Standorte und baut Stellen ab

Düsseldorf (nex) – Das Biotech-Unternehmen Qiagen tritt auf die Kostenbremse. „Wir wollen möglichst viele Ressourcen für Investitionen in zukünftiges Wachstum einsetzen. Dazu werden wir unter anderem unser Call Center bei Los Angeles schließen, das wir seit 25 Jahren haben. Davon sind 70 bis 80 Mitarbeiter betroffen. Zudem werden wir einen Forschungsstandort in der Nähe von Zürich schließen und rund 100 Mitarbeiter in eine neue Gesellschaft ausgliedern“, sagte Qiagen-Chef Peer Schatz der  „Rheinischen Post“. Auch Deutschland ist von der Umstrukturierung betroffen: „In Hilden sind aufgrund der Umstrukturierungen rund 70 Mitarbeiter betroffen, ihre Stellen werden an andere Standorte verlegt oder fallen weg. Das sind sowohl Stellen in Forschung als auch im Marketing oder Vertrieb“, sagte Schatz. Der Abbau werde sozialverträglich erfolgen. Er betonte zugleich: „Qiagen bleibt natürlich weiter in Hilden.“ Weiter erläuterte Schatz: „Qiagen hatte in den vergangenen Jahren darunter gelitten, dass der US-Markt für eines unserer zentralen Produkte – den Test auf Gebärmutterhalskrebs (HPV-Test) – aufgrund massiven Preisverfalls zusammengebrochen war. Der Umsatzanteil des US-Geschäfts mit HPV-Tests sank, obwohl wir immer noch marktführend sind, von früher 20 Prozent auf heute nur noch zwei Prozent. Die Zeit des rückläufigen HPV-Geschäfts liegt jetzt hinter uns, und gleichzeitig ist es uns gelungen, das Unternehmen mit neuen Initiativen und Produkten in eine neue Wachstumsphase zu führen.“