Köln
Ex-Verfassungsrichter: NRW-Regierung verweigert zu Recht Herausgabe von Telefondaten zu Silvester-Krawallen

Köln (nex) – Die NRW-Landesregierung verweigert zu Recht die Herausgabe von Telefondaten an den Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht in Köln. Diese Auffassung vertritt der frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofs NRW, Michael Bertrams, in einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mit den Daten wollen Mitglieder des Parlaments-Ausschusses klären, wann Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) von den Exzessen erfuhr, und die Herausgabe notfalls gerichtlich erzwingen. „Ein Gang vor Gericht hätte aber meines Erachtens keine Aussicht auf Erfolg“, schreibt Bertrams. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gelte auch für Regierungsmitglieder. Auch Amtsträger könnten „selbst über die Preisgabe und Verwendung personenbezogener Daten entscheiden“. Die Kontroverse zwischen Regierung und Opposition „bestätigt aus meiner Sicht aufs Neue eine alte Erkenntnis: Untersuchungsausschüsse dienen weniger der Wahrheitsfindung als der politischen Auseinandersetzung“, so der Verfassungsrechtler.

"Neue Größenordnung des Strukturwandels"
Bauernverband rechnet mit weiteren deutlichen Milchpreissteigerungen

Krüsken erwartet „neue Größenordnung des Strukturwandels“ – Appell an Branche Osnabrück (nex) – Der Deutsche Bauernverband geht davon, dass weitere große Supermarktketten dem Beispiel Aldi folgen und die Milchpreise in Kürze deutlich anheben werden. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Verbands-Generalsekretär Bernhard Krüsken: „Das ist eine wichtige und überfällige Preiskorrektur. Wir befinden uns zurück auf dem Weg zur Normalität.“ Am Mittwoch hatten die Discounter Aldi Nord und Süd die Preise für Milchprodukte um Teils mehr als 40 Prozent erhöht. Der Literpreis für frische Vollmilch stieg beispielsweise um 19 auf jetzt 65 Cent. Laut Krüsken haben Molkereien signalisiert, dass Landwirte gegen Jahresende mit einem Auszahlungspreis von bis zu 30 Cent rechnen könnten. In den vergangenen Monaten hatten Milchviehhalter zum Teil weniger als 20 Cent für den Liter Milch bekommen. „Die Bremsspuren dieser Krise sind mehr als deutlich“, sagte Krüsken. Er sprach von einer „neuen Größenordnung des Strukturwandels“. Zum Stichtag 3. Mai 2016 gab es in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch 71.302 Milchviehhaltungen, 3460 weniger als im Vorjahr und damit so wenig wie noch nie. „Diese Krise hat darüber hinaus vielen Landwirten zu denken gegeben“, so Krüsken. Der Generalsekretär appellierte: „Die Branche muss jetzt ihre Hausaufgaben machen, sonst stehen wir in drei Jahren wieder so da.“ Molkereien und Erzeuger müssten Strukturen verbessern und zu einem neuen vertraglichen Miteinander finden. „Das wird eine schwierige Aufgabe, aber es führt kein Weg daran vorbei“, so Krüsken.

Tourismus
Deutscher Tourismustag 2016 – Destination Dortmund fit für die Zukunft

Dortmund (nex) – Mehr als 400 Reise-Profis diskutieren in Dortmund über wichtige Themen im Tourismus, sie netzwerken, sie pflegen Kontakte, und sie lernen das Reiseziel Dortmund kennen. Zum ersten Mal findet das große touristische Branchentreffen in Dortmund statt – gleich mit einem Erfolg, denn nur selten zuvor gab es so viele Anmeldungen. „obs/DORTMUNDtourismus/Hans Juergen Landes“ Dortmund ist im Reigen der Städtereiseziele angekommen, verfügt über attraktive Angebote für Freizeit- und Geschäftsreisende und kann eine hervorragende touristische Entwicklung vorweisen. Die Modernisierung des Kongresszentrums Westfalenhallen Dortmund sowie die Ansiedlung neuer Attraktionen und Hotels zeigen, dass die Destination Dortmund für zukünftige Ansprüche und Bedürfnisse fit gemacht wird. „Wir freuen uns, Ausrichter dieses wichtigen Netzwerktreffens im Tourismus zu sein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet neben der Fachtagung ein Programm mit vielen Höhepunkten.“, meint Udo Mager, Vorstandsvorsitzender von DORTMUNDtourismus. Die Tourismusexperten werden sich nicht nur auf eine außergewöhnlich inszenierte Abendveranstaltung in der Halle 1 der Westfalenhallen freuen können. Im Rahmenprogramm stehen außerdem Führungen in der Zeche Zollern, im Dortmunder U, im Brauereimuseum und im Signal Iduna Park zur Auswahl. Das Deutsche Fußballmuseum ist Ort des Get-togethers und natürlich können alle Fußballbegeisterten diese einzigartige Erlebniswelt besichtigen. Destination Dortmund auf Wachstumskurs „Mit der Ausrichtung des Deutschen Tourismustages können wir an diesem Tag den Fokus des Deutschlandtourismus auf Dortmund lenken und den Experten dieser Branche zeigen, welche herausragenden Standortvorteile Dortmund für Veranstaltungen, Kongresse und Messen bietet.“, erklärt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Denn Veranstalter wie Besucher wissen die Vorteile Dortmunds zu schätzen. Nicht umsonst werden jedes Jahr neue Rekordzahlen bei der amtlichen Übernachtungsstatistik gemeldet. Zentral gelegen, ist die Stadt von allen Punkten in Deutschland und Europa schnell zu erreichen – mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug. Dortmund bietet die passenden Veranstaltungsräume, das organisatorische Know-how und die technische Infrastruktur – ob für 10 oder 10 000 Teilnehmer. Auch wenn die Location mit einzigartigem Ambiente und besonderer Kulisse gesucht wird, findet sich immer das Richtige. Das Angebot fängt beim modernen Kongresszentrum mit der neuesten Seminar- und Kommunikationstechnik an, reicht über die einzigartige Tagungsatmosphäre im Deutschen Fußballmuseum oder in der Heimspielstätte von Borussia Dortmund hört bei der stillgelegten Zechenanlage oder den Sälen einzigartiger Ausstellungen noch lange nicht auf. „So heißt Dortmund Deutschlands Touristiker willkommen und zeigt ihnen, dass sie in einer Destination zu Gast sind, die Lust auf einen wiederholten Besuch macht. Denn unsere Erfahrung zeigt: Es braucht manchmal etwas Zeit, um Menschen zu überzeugen, Dortmund zu besuchen. Wenn sie aber einmal da waren, kommen sie gerne wieder.“, weiß Udo Mager zu berichten.    

Bundesumweltressort
Staatssekretäre wollen bei Klimaschutzplan am Freitag Durchbruch erreichen

Düsseldorf (nex) – In den festgefahrenen Koalitionsstreit um den Klimaschutzplan 2050 kommt Bewegung. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ werden sich bereits am morgigen Freitag die Staatssekretäre der beteiligten Bundesministerien am Nachmittag im Bundesumweltressort für weitere Verhandlungen treffen. Wie aus Regierungskreisen zu vernehmen war, soll es dann unter der Federführung von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth zu einem Durchbruch in den noch strittigen Fragen kommen. Besonders zwischen Bundesumweltministerium und den Ressorts für Landwirtschaft, Verkehr und Wirtschaft gebe es demnach noch Differenzen. Auch die Ressorts Finanzen und Forschung haben Änderungsbedarf angemeldet und werden mit am Tisch sitzen. Erreichen die Staatssekretäre keine Einigung, soll es am Montag, 7. November, morgens eine weitere Runde der Staatssekretäre geben. Gelingt auch da kein Kompromiss, werden sich spätestens am Dienstag die beteiligten Minister treffen, um den Klimaschutzplan am kommenden Mittwoch im Kabinett und damit rechtzeitig vor der Klimakonferenz in Marrakesch verabschieden zu können. Ob auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einem solchen Ministertreffen teilnehmen würde, blieb noch unklar.

Kommentar
Strafen gegen Apple und Deutsche Bank: Erbitterter Kampf zwischen EU und USA

Von Ernst Wolff Die Ereignisse um die Deutsche Bank sind nicht nur ein Lehrstück in Sachen Korruption, Manipulation und politischer Erpressung. Sie enthüllen auch die gewaltigen Gefahren, die derzeit hinter den Vorgängen an den Finanzmärkten lauern. Der Kurssturz der Deutsche-Bank-Aktie im September ging auf die Ankündigung des US-Justizministeriums zurück, das Geldhaus wegen illegaler Hypothekengeschäfte mit einer Rekordstrafe in Höhe von $14 Mrd. zu belegen. Bei dieser unverhüllten Drohung dürfte es sich um eine Antwort der USA auf die Ende August von der EU-Kommission wegen Steuerbetrugs gegen den US-Großkonzern Apple verhängte Strafe in Höhe von 13 Mrd. Euro handeln. Außerdem war der Schachzug eine kühle Machtdemonstration Washingtons gegenüber Berlin und ein Versuch, Öl ins Feuer der zerstrittenen EU zu gießen. Die gegen Apple und die Deutsche Bank verhängten Strafen zeigen, dass sich zurzeit hinter den Kulissen ein erbitterter Kampf abspielt: Die Kontrahenten USA und EU kämpfen beide auf eigenem Boden mit unlösbaren Problemen und versuchen daher mit allen Mitteln, dem jeweils anderen größtmöglichen Schaden zuzufügen – um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und um von den eigenen Problemen abzulenken. Dass die USA sich die Deutsche Bank als Zielscheibe ausgesucht haben, zeigt, welche Risiken Washington inzwischen im eigenen Interesse einzugehen bereit ist: Würde die Deutsche Bank nämlich fallen, bräche das gesamte Weltfinanzsystem in sich zusammen und risse auch die US-Finanzindustrie mit in den Abgrund. Kein Wunder also, dass am vergangenen Freitag das Gerücht gestreut wurde, die Strafe sei von $ 14 Mrd. auf unter $ 6 Mrd. gesenkt worden. Auf diese Weise wurden der Aktienkurs wieder in die Höhe getrieben und die Wogen zumindest vorübergehend geglättet. Was aber war das Ziel der USA bei diesem Spiel mit dem Feuer? Das Ziel der USA: Die Bundesregierung zur Rettung der Deutschen Bank zu zwingen Die Vorgänge hinter den Kulissen gleichen einem Pokerspiel, bei dem nicht nur um Geld, sondern vor allem um Macht gespielt wird. Mit ihrer hohen Strafforderung haben die USA versucht, die Regierung in Berlin zur Rettung der Deutschen Bank durch eine Verstaatlichung oder zumindest eine Teilverstaatlichung zu zwingen, um auf diese Weise einen Keil zwischen sie und ihre Wähler zu treiben und Berlin innerhalb der EU zu isolieren. Wie die „Zeit“ berichtet, verfügt die deutsche Regierung bereits über einen Notfallplan, der eine 25-prozentige Beteiligung des Staates an der Deutschen Bank vorsieht, das Problem also entgegen geltendem EU-Recht, das einen Bail-in (also die Rettung der Banken durch Anteilseigner, Sparer und Einleger) vorschreibt, erneut auf den Steuerzahler abwälzt. Dass die Regierung in Berlin nicht auf diese Pläne zurückgegriffen hat, hat seine Gründe: Zum einen würde sie innerhalb der Bevölkerung vermutlich auf solch starken Widerstand treffen, dass die Tage der Koalition gezählt wären. Zum anderen aber würde sie gegenüber Brüssel und Rom in Erklärungsnot geraten: Der italienische Premier Renzi fordert für sein Bankenproblem schon seit geraumer Zeit die Aussetzung der Bail-in-Regelung und grünes Licht für ein Bail-out, also eine staatliche Bankenrettung. Die deutsche Regierung, die innerhalb der EU die größten Bürgschaften für diese Rettung übernehmen müsste, weigert sich seit Monaten, Renzi dafür ihre Zustimmung zu geben. Da die Regierung Merkel sich durch ein Eingreifen bei den eigenen Wählern und innerhalb der EU nur vollends hätte diskreditieren können, hat sie zu einer altbekannten Taktik gegriffen: Ohren, Augen und Mund zuzuhalten und durch Aussitzen darauf zu vertrauen, dass jemand anders etwas unternimmt, um die drohende Katastrophe abzuwenden. Die USA dagegen konnten sich für einen kurzen Moment die Hände reiben: Sie haben nicht nur aller Welt die Hilf- und Machtlosigkeit der Regierung in Berlin demonstriert und sie sich damit für die anstehende TTIP-Entscheidung gefügiger gemacht, sondern auch dem Ruf der Deutschen Bank erheblich geschadet und ihren Konkurrenten an der Wallstreet damit einen nicht zu unterschätzenden Gefallen getan. Vor allem aber hat Washington das Klima zwischen Berlin und Rom weiter vergiftet. Wie Bloomberg berichtet, hat ein Gericht in Mailand am Freitag angekündigt, sechs derzeitige und ehemalige Manager der Deutschen Bank wegen des Kaschierens von Verlusten bei der bankrotten Bank Monte dei Paschi zu verklagen. Außerdem stand am 14. Oktober eine Entscheidung in einem laufenden Verfahren gegen Deutsche-Bank-Mitarbeiter in Italien an. Das juristische Trommelfeuer gegen das Geldinstitut, gegen das derzeit weltweit mehr als 6.000 Verfahren laufen, hält also an. Die Probleme der Deutschen Bank sind unlösbar Wie gefährlich das Spiel um die Deutsche Bank ist, lässt sich kaum ermessen. Sie ist nicht nur die größte in Deutschland ansässige Bank, sondern darüber hinaus das am stärksten im hochriskanten Derivate-Bereich engagierte Finanzinstitut der Welt. Zwar hat sie dieses Risiko vom Rekordhöchststandstand von $ 75 Billionen auf derzeit $ 46 Billionen reduziert, verfügt damit aber nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich immer noch über 12 Prozent aller weltweit abgeschlossenen Derivate-Verträge und somit über ein nicht einmal annähernd einschätzbares Gefahrenpotential. Sollte die Deutsche Bank zusammenbrechen, so wären die Folgen weitaus schlimmer als die der Lehman-Pleite 2008. Es würde mit Sicherheit zum Kollaps des gesamten weltweiten Bankensystems und somit zum Stillstand des globalen Handels kommen – mit unabsehbaren sozialen Konsequenzen. Eine solche Katastrophe könnte auch ein Eingreifen der deutschen Regierung nicht verhindern. Die Summen, um die es ginge, würden ihre Möglichkeiten mehrtausendfach überschreiten. Es gäbe nur eine Möglichkeit, den Fall der Bank – zumindest für eine Zeit – zu verhindern: Die EZB müsste eingreifen und riesige, bisher nie dagewesene Geldsummen aus dem Nichts schöpfen und in die Bank pumpen. Damit aber würde sie auch noch den letzten Rest an Vertrauen in das bestehende Finanzsystem zerstören, die eigene Bilanz sprengen und die Grundlage für eine Hyperinflation legen – den Zusammenbruch des Systems also im Grunde auch nur aufschieben. D.h.: Ein Zusammenbruch der Deutschen Bank wäre der Supergau. Ein solcher Crash hätte allerdings eine überaus dramatische Folge: Er würde der internationalen Öffentlichkeit hautnah klar machen, dass es weder radikale Islamisten, noch Russland oder China sind, die die Welt derzeit in den Abgrund treiben, sondern die kriminellen Machenschaften der Finanzindustrie. Das aber werden Politiker – das lehrt die Geschichte – auf jeden Fall zu verhindern versuchen, und zwar auf eine altbewährte Art: Durch das Entfachen von Kriegen. In genau diesem Zusammenhang müssen die weltweite Aufrüstung, das Säbelrasseln vor allem der USA und ihrer Nato-Verbündeten gegen China und Russland und das ständige Anfachen des Flächenbrandes im Nahen Osten gesehen werden. Dass sowohl die Finanzindustrie, als auch die von ihr abhängige Politik im Pokerspiel um die Deutsche Bank derartige Risiken eingehen, zeigt: Nicht einmal die Gefahr eines Atomkrieges hält sie davon ab, ihrer unersättlichen Gier nach Macht und Geld freien Lauf zu lassen.  
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches “Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs”, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Türkisch-afrikanischer Wirtschaftsgipfel
Erdoğan: „Ich sehe die derzeitige Globalisierung als eine neue Form des Kolonialismus, der modernen Sklaverei“

Erdoğan: Türkei und Afrika haben sich erfolgreich gegen westlichen Kolonialismus gewehrt

Istanbul (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Mittwoch die Globalisierung in ihrer heutigen Form als „neue Form des Kolonialismus“ und als „moderne Sklaverei“ bezeichnet.

Er unterstrich, dass sowohl die Türkei als auch Afrika sich jedoch geweigert hätten, zu Kolonien zu werden. Erdoğan hielt eine Grundsatzrede im Rahmen des Türkisch-Afrikanischen Wirtschafts- und Businessforums in Istanbul und kritisierte dabei den Westen für eine Kolonialpolitik im Nahen Osten und in Afrika.

„Ich sehe die derzeitige Globalisierung als eine neue Form des Kolonialismus, der modernen Sklaverei“, äußerte der türkische Präsident. Die Türkei und Afrika hätten sich jedoch dagegen gewehrt, zu Kolonien zu werden oder als „Bürger zweiter Klasse“ zu leben. „Unsere afrikanischen Freunde haben es bis heute geschafft dank tapferen und visionären Führern wie Nkrumah, Lumumba, Kenyatta oder Mandela, der leider vor drei Jahren von uns gegangen ist“, erklärte Erdoğan.

Der türkische Präsident ging auch darauf ein, wie der Terrorismus in der Welt die ökonomische Entwicklung bremse und erbat von den afrikanischen Führern und Diplomaten Unterstützung im Kampf gegen das Gülen-Netzwerk des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, die auch auf dem afrikanischen Kontinent Dutzende Schulen unterhält. Erdoğan schilderte, dass die vom türkischen Erziehungsministerium geschaffene Maarif-Vereinigung damit begonnen, Schulen, die vom Gülen-Netzwerk betrieben wurden, in aller Welt zu übernehmen.


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Erdoğan gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die afrikanischen Bildungsverantwortlichen in diesem Zusammenhang mit ihren türkischen Kollegen kooperieren werden. Die FETÖ, die im Verdacht steht, den blutigen Putschversuch am 15. Juli organisiert zu haben, betreibt ein globales Netzwerk an Schulen, um ihre illegalen Machenschaften zu verbergen und von dort aus staatliche Institutionen zu infiltrieren. Die Schulen stellen eine wichtige Einkommensquelle für das Terrornetzwerk und spielen auch bei dessen Versuchen eine Rolle, Geld zu waschen. Erdoğan kündigte auch an, dass die Türkei die Zahl von derzeit 39 diplomatischen Vertretungen in afrikanischen Ländern ebenso ausbauen wolle wie die Zahl der Handelsabkommen, deren es zurzeit 40 gibt.

Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und den Subsahara-Staaten sei von 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahre 2005 auf 6,6 Milliarden im Jahr 2015 gestiegen. Die türkischen Direktinvestitionen in der Region erreichten den Gesamtwert von 3,9 Milliarden. Das Handelsvolumen mit dem gesamten afrikanischen Kontinent sei im gleichen Zeitraum von sieben auf 17,5 Milliarden US-Dollar angewachsen. Knapp 1200 afrikanische Geschäftsleute nehmen am derzeit stattfindenden Kongress in Istanbul teil, um mit türkischen Kollegen zusammenzutreffen. Die Plattform hat zum Ziel, dauerhafte Businesskontakte zwischen der Türkei und afrikanischen Ländern herzustellen.

Türkische Minderheit
Iran: Aserbaidschaner gründen im Parlament „türkische Fraktion“

Tehran (nex/eurasia) – Zum ersten Mal in der Geschichte der Islamischen Republik Iran haben türkisch-aserbaidschanische Parlamentsabgeordnete die parlamentarische „Fraktion der türkischen Regionen“ gegründet. Angelegenheiten der türkischen Minderheit sollen künftig auch in Teheran angesprochen werden. Die Fraktion hielt ihre erste Sitzung am 30. Oktober ab. Die Fraktionsmitglieder wählten die Abgeordneten Mesut Pezeschkian aus Täbris zum Vorsitzenden und Nadir Qazipur aus Urmia zum stellvertretenden Vorsitzenden. Mindestens 100 der 290 Mitglieder des iranischen Parlaments mit verschiedenen politischen Hintergründen waren bei der ersten Zusammenkunft der „türkischen Fraktion“ zugegen. Neben 40 türkisch-aserbaidschanischen Parlamentariern aus dem Nordwesten Irans kamen Vertreter aus anderen Regionen Irans mit einer türkischen Population zusammen. Dazu gehören Volksvertreter aus Teheran, Schiraz und Qom. Die Abgeordneten stellen rund 34 Prozent aller Sitze im iranischen Parlament. Es bestehen keinerlei genauen oder offiziellen Statistiken über die Zahl der türkischsprachigen Bevölkerung Irans. Der ehemalige iranische Außenminister Ali Akbar Salehi bemerkte 2012 bei einem Arbeitsbesuch in der Türkei: „Rund 40 Prozent der Iraner sprechen Türkisch. Das ist eine Verbindung von großer Bedeutung zwischen der Türkei und Iran.“ Der Schritt, eine Fraktion auf Basis einer ethnischen Identität zu gründen, war gewagt. Die iranische Staatsführung ist in der Regel darauf besinnt, die ethnische Diversität im Land auf politischem Feld möglichst zu eliminieren. Das Angehen von politischen Fragen mit ethnischem Hintergrund ist nicht erlaubt. Die neue Initiative geht allerdings auf ethnische Türken aus dem inneren Kreis des politischen Establishments der Islamischen Republik zurück. Offiziell heißt es: Sie entschieden, eine parlamentarische Gruppe zur „strategischen Verwaltung der Probleme der Regionen, die von Türken besiedelt sind“, zu gründen. Kritiker werfen der Fraktion vor, eine Marionette Teherans zu sein, um die türkische Minderheit im Land mit symbolischen Konzessionen zu besänftigen.
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Themen hinsichtlich der über Jahrzehnte hinweg verneinten Kulturrechte der türkischen Minderheit fanden in jüngster Zeit verstärkt ihren Weg in die Politik. Wichtige Anstöße wurden bei den letzten Präsidentschaftswahlen 2013 gelegt. Der iranische Präsident Hassan Ruhani veröffentlichte während seines Wahlkampfs im Juni 2013 eine Stellungnahme,wonach er die Unterrichtung der iranischen Minderheiten in ihren Muttersprachen, darunter Türkisch, Kurdisch und Arabisch, unterstütze. Er betonte, dass der Artikel 15 in der iranischen Verfassung zur Regelung der Sprachrechte vollkommen umgesetzt werden müsse. Ruhani versprach, dass Teheran unter seiner Präsidentschaft aufhören werde, Minderheitenangelegenheiten allein aus Sicherheitserwägungen heraus zu betrachten. Bei einer wichtigen Wahlkampfrede in der mehrheitlich türkisch besiedelten Stadt Täbris 2013 versprach Ruhani, dass er in der Stadt eine aserbaidschanische Sprach- und Literaturakademie gründen werde. Es war das erste Mal, dass zwei wichtige Forderungen von aserbaidschanischen Aktivisten und Intellektuellen in konkrete Versprechen von einem Präsidialkandidaten aufgenommen wurden. Ruhani ist im Iran für seine Verbindungen zum nationalen Geheimdienst bekannt. Seine Annäherung an die türkische Minderheit könnte ein Hinweis für den sich wandelnden Umgang mit dieser sein. Die Gründung einer türkischen Fraktion im Parlament wäre demnach ein erster Schritt zur Realisierung von Schutzrechten der Aserbaidschaner im Land. Andere Fraktionen unter persischen Intellektuellen sehen den Wandel hingegen skeptisch. Sie betrachten die Stärkung von Minderheitenrechten als Bedrohung für die nationale Einheit des Iran. Befürworter argumentieren, dass eine Stärkung der einflussreichen türkischen Minderheit einer Radikalisierung ihrer politischen Forderungen präventiv entgegenwirke.  
Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews

Südostasien
Myanmar: Hilfsorganisationen beschuldigen Militär der Vergewaltigung muslimischer Frauen

Dortmund (nex) – Nur fünf Monate nach der Machtübernahme ihrer Partei in Myanmar, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sieht sich deren Vorsitzende und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi internationalem Druck ausgesetzt: In kürzlich erschienenen Berichten wird dem Land die Ermordung und Vergewaltigung von der seit Langem verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya und das Niederbrennen ihrer Häuser vorgeworfen. Das US-Außenministerium teilt die Sorge der Aktivisten und Hilfsorganisationen wegen neuer Berichte über Vergewaltigungen und Ermordungen. Human Rights Watch veröffentlichte am vergangenen Montag Satellitenbilder, auf denen zu sehen ist, wie mindestens drei Dörfer im westmyanmarischen Bundesstaat Rakhine niedergebrannt werden. Myanmarische Regierungsvertreter lehnen die Berichte über die Anschläge ab. Präsidentensprecher Zaw Htay machte am Montag den Vorschlag, dass Vertreter der Vereinten Nationen die Region besuchen und sich ein Bild von der aktuellen Situation machen sollten. Die Regierung erschwerte jedoch lange Zeit den Zugang zur Region und gewährte ausländischen Entwicklungshelfern oder Journalisten generell keinen Zutritt. Der UN-Sondergesandte für Myanmar, Yanghee Lee, erklärte, dass ernstzunehmende Übergriffe einschließlich Folter, standrechtlicher Hinrichtungen, willkürlicher Festnahmen, Zerstörung von Moscheen und Häusern, die junge Demokratie bedrohten. „Das Gesamtbild zeigt, dass die Regierung überhaupt keinen Einfluss auf das Militär zu haben scheint“, betonte Chris Lewa, die Leiterin des Arakan-Projekts, einer Gruppe von Rechtsanwälten, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Situation der Rohingya legen. Die stark kritisierte Verfassung des Landes sah die Stärkung der Macht der Armee sowie deren Unabhängigkeit vor. Nach einer drei Wochen währenden Welle der Gewalt vonseiten des Militärs wurden am 9. Oktober im Bundesstaat Rakhine, dem Heimatort der 800.000 Rohingya in Myanmar, neun Polizisten an Grenzposten getötet. Es kam zu keinen Festnahmen; eine zuvor unbekannte islamistische Milizengruppe übernahm die Verantwortung.

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Mode
Islamic Chic: Chanel bringt Haute Couture für Muslimas auf den Markt

Die französische Luxusmarke tritt in die Fußstapfen von Dolce & Gabbana Dortmund (nex) – In der vergangenen Woche haben die Schaufenster der Boutique Chanel in Beverly Hills neue Gestalt angenommen. Einige der Kunststoffpuppen des Geschäfts in der Luxus-Einkaufsmeile Rodeo Drive in der Stadt der Engel tragen nun einen Hijab – eine Strategie, das Luxulabel weiter zu globalisieren und einen florierenden Markt, der sich Islam-Mode nennt, zu erschließen. Das britische Modemagazin Dazed and Confused gibt den muslimischen Bevölkerungsanteil auf der Welt mit 23 Prozent an, was die Muslime als potenzielle Kunden äußerst interessant macht. Zudem hätten nach dem im Auftrag Dubais von Thomson Reuters veröffentlichten Bericht „Global Islamic Economy“ aus dem Jahr 2015 muslimische Verbraucher im Jahr 2013 umgerechnet 243 Milliarden Euro für Schuhe und Kleidung ausgegeben. In drei Jahren könnte diese Summe auf 442 Milliarden Euro steigen. Chanel ist bei Weitem nicht das einzige Luxuslabel, das versucht, wohlhabende Kunden aus der muslimischen Community zu erreichen. Im Januar hat Dolce & Gabbana eine exklusive Hijab- und Abaya-Kollektion herausgebracht. Auch im Prêt-à-porter-Sektor, der für die Mehrheit erschwingliche tragefertige Bekleidung bereithält, ist die Tendenz dieselbe: H&M setzte erstmals ein Model mit Hijab für seine Werbekampagne ein und Uniqlo verbündete sich mit der Anglojapanerin Hana Tajima, die Hijabmodelle für muslimische Frauen entwirft.

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Bürgerkrieg im Jemen
Jemenitischer Vizepräsident bedankt sich beim türkischen Volk

Sanaa (nex) – Der jemenitische Vizepräsident, Generalleutnant Ali Mohsen al-Ahmar, würdigte am Dienstag die Anstrengungen der Türkei zur Unterstützung der Regierung des Landes und deren Versuchen, das dort herrschende Chaos zu beenden.

„Unsere Beziehungen zur Türkei sind historisch und der jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi schätzt diese sehr hoch“, erklärte der Politiker bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter im Jemen, Levent Eler. Das Treffen fand im saudi-arabischen Riad statt.

Die jemenitische Nachrichtenagentur SABA zitierte al-Ahmar mit den Worten: „Wir würdigen die Haltung der Türkei, die das Bestreben der von Saudi-Arabien geführten Koalition unterstützt, die Legitimität im Land wiederherzustellen.“ Der Vizepräsident fügte hinzu:

„Wir bringen gegenüber dem türkischen Volk unseren Dank zum Ausdruck, das sich gegen Verschwörungen gestellt hat, die sich gegen die Legitimität in beiden Ländern, der Türkei und dem Jemen, gerichtet hatten.“ Al-Ahmar unterstrich den Willen seiner Regierung, „den Frieden im Jemen wiederherzustellen; einen Frieden, der auf den Grundlagen der Golfinitiative, den Ergebnissen des Nationalen Dialogs und der Resolution 2216 des UN-Sicherheitsrats beruht.“

Diese von der saudisch geführten Anti-Huthi-Koalition formulierte und von Jordanien eingebrachte Resolution  wurde im April 2015 im UN-Sicherheitsrat verabschiedet. In ihr werden die proiranischen Huthi-Rebellen und die dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh gegenüber loyalen Einheiten dazu aufgefordert, sich aus allen Regionen zurückzuziehen, die sie zuvor eingenommen hatten.

Außerdem sollen die Rebellen alle aus staatlichen Lagern entwendeten Waffen zurückgeben, Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi anerkennen und alle politischen Gefangenen freilassen, die sie in ihrer Gewalt haben. Botschafter Eler betonte seinerseits, dass sein Land „weiterhin eine unterstützende Rolle zu Gunsten der verfassungsmäßigen Legitimität im Jemen“ ausüben und alle Bemühungen der UNO unterstützen werde, den Konflikt zu beenden und das Blutvergießen zu stoppen.

Seit Ende 2014 versinkt der Jemen im Chaos. Damals hatten die Huthi-Milizen und deren Verbündete die Hauptstadt Sanaa und weitere Teile des Landes überrannt. Dabei zwangen sie die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung ins temporäre Exil in Riad. Im März des Vorjahres eskalierte der Konflikt weiter, als Saudi-Arabien und weitere sunnitische Verbündete mit einer massiven Militärkampagne begannen, deren Ziel es ist, die Huthis aus den von ihnen eingenommenen Gebieten zu vertreiben und die aus dem Amt vertriebene Regierung wiedereinzusetzen. Kritische Stimmen werfen der saudischen Armee vor, dabei auch rücksichtslos gegenüber Zivilisten vorzugehen.


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