Wahlen
Trittin zu Merkel-Kandidatur: „Wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“
Bonn/Berlin (nex) – Grünen-Politiker Jürgen Trittin bewertet Angela Merkels Entscheidung für eine erneute Kanzlerkandidatur als „langweilig“.
„Das hat sich seit Wochen abgezeichnet“, sagte Trittin dem Fernsehsender phoenix. Mit der Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident habe die CDU zudem das Signal gesetzt, die Große Koalition fortsetzen zu wollen.
„Doch es ist nicht so, dass man Merkel einfach so bekommt. Man bekommt sie nur im Paket mit Herrn Seehofer, Herrn Söder und Herrn Scheuer“, sagte Trittin weiter.
„Das ist ein bisschen so wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde.“ Die CSU mache in seinen Augen Politik auf eigene Rechnung, die mit Verantwortung für Europa nichts zu tun habe.
Auch Merkel sei nicht gut für Europa: Sie stehe für eine Sparpolitik, die die Krise „verlängern und verschärfen werde“. „Das stärkt die zentrifugalen Kräfte in Europa“, ist Trittin sicher.
Stil- & Make-up-Beratung
Sylvie Meis lüftet ihr Beauty-Geheimnis
Baden-Baden (nex) – Wenn Sylvie Meis vor die Kamera tritt, sieht sie jedes Mal blendend aus! Wer schon immer wissen wollte, wie die beliebte TV-Moderatorin und andere Stars zu ihrem stets makellosen Äußeren kommen, der findet bei United Charity die Antwort.
Denn Europas größtes Charity-Auktionsportal versteigert in Zusammenarbeit mit dem RTL-Spendenmarathon einen unvergesslichen Beauty-Tag mit Sylvie Meis, an dem sie das Geheimnis ihres perfekten Looks lüftet. Der Auktionserlös kommt zu 100 % der Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V. zugute.
Noch bis 25. November gibt es auf www.unitedcharity.de die einmalige Chance, die Stil- & Make-up-Beratung mit Sylvie Meis und ihrer Hair & Make-up-Artistin Serena Goldbaum zu ersteigern. Der Auktionsgewinner erhält einen unbezahlbaren Tag im Beauty-Salon von Serena Goldbaum in Hamburg und kann sich dort nicht nur professionell stylen lassen, sondern sich von Stil-Ikone Sylvie Meis auch wertvolle Tipps für seine Alltags-Outfits holen.
Der RTL-Spendenmarathon startet live am 24.11. um 18:00 Uhr, das Finale strahlt RTL am 25.11. live ab 18:00 Uhr aus.
United Charity ist Europas größtes Charity-Auktionsportal und versteigert einmalige Erlebnisse und Geschenke sowie Treffen mit Prominenten für Kinder in Not. Das Internet-Bietverfahren von United Charity ermöglicht es Menschen weltweit, orts- und zeitunabhängig mitzusteigern. Die United Charity gemeinnützige Stiftungs GmbH wurde von Dagmar und Karlheinz Kögel 2009 ins Leben gerufen. Seitdem wurden mehr als 6 Millionen Euro ersteigert. Die Auktionserlöse fließen zu 100 Prozent in Projekte und Einrichtungen, die bedürftige Kinder unterstützen.
Kanzlerkanditaur
CDU-Politiker Jens Spahn: In Zeiten der Unsicherheit muss man auf Angela Merkel setzen
Berlin (nex) – Der CDU-Politiker Jens Spahn hat den Vorwurf zurückgewiesen, die CDU habe keine Alternative zu Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Im rbb-Inforadio rechtfertigte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Spahn, am Montag Merkels erneute Kanzlerkandidatur. Es gebe niemanden in Europa, der mehr Erfahrung und Kompetenz in den aktuellen politischen Fragen mitbringe.
In dieser Zeit der Unsicherheit müsse man auf Merkel setzen. Er spielt dabei auch auf die Aussage der New York Times an, Merkel sei nach dem Ende der Präsidentschaft Obamas die letzte Verteidigerin des liberalen Westens: „Niemand, auch Angela Merkel nicht […] kann alleine für Freiheit und für die westlichen Werte stehen. Das können wir nur zusammen.“
Für westliche Werte, wie Meinungsfreiheit, Pluralität, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und den Schutz von Minderheiten müsse man mit Angela Merkel zusammen kämpfen und werben. „Dinge, die wir für selbstverständlich gehalten haben, sind es nicht mehr.“
Sollte die CDU das Mandat bekommen, müsse man in den kommenden Jahren daran arbeiten, dass Deutschland wirtschaftlich stark bleibe: „Die letzten Jahre waren nicht selbstverständlich – dass die Löhne steigen, die Renten steigen, wir Überschüsse haben, weil die Wirtschaft gut läuft. Wir müssen die Basis legen dafür, dass es so weitergeht in der digitalen Welt.“ Beim Thema Integration müsse man darüber sprechen, warum sie an so vielen Stellen in der Vergangenheit nicht gelungen sei.
Es gehe darum, „aktiv zu gestalten, eine Idee davon zu haben, wie dieses Land als offene, freie Gesellschaft, aber auch mit Werten und Prinzipien“ gestaltet werden soll. „Der nächste Wahlkampf wird anders. Der wird grundsätzlicher.“
"WAP-Billing"
Jeder achte Mobilfunkkunde Opfer unzulässiger Abrechnungen
Düsseldorf (nex) – In Deutschland ist jeder achte Mobilfunkkunde bereits Opfer von unzulässigen Abrechnungen über die monatliche Telefonrechnung geworden. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Bundesjustizministeriums hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt.
Demnach habe das Problem des sogenannten „WAP-Billing“, also der Abrechnung von nicht oder nicht bewusst bestellten Leistungen von Drittanbietern über die Mobilfunkrechnung, in den vergangenen zwei Jahren „einen deutlich größeren Umfang“ angenommen, schreiben die Autoren.
Die Opfer sind der Studie zufolge zumeist junge, männliche Nutzer. Diese Gruppe ruft demnach häufiger Spiele-Apps auf, abonniert Klingeltöne oder konsumiert erotische Inhalte – die drei wichtigsten Einfallstore für „WAP-Billing“-Betrüger. Insidern zufolge entsteht jährlich ein geschätzter Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Verbraucherschützer empfehlen, beim Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten zu lassen, so dass Fremdfirmen nicht einfach über die Handyrechnungen abkassieren können.
Auch Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, empfiehlt diesen Weg, sieht jedoch auch gesetzgeberischen Handlungsbedarf: „Wir fordern eine voreingestellte Drittanbietersperre, welche die Nutzerinnen und Nutzer durch ein Opt-In-Verfahren für die Anbieter, die sie wirklich wollen, wieder aufheben können“, sagte sie der Redaktion. Zudem müsse es eine digitale Bestätigungslösung geben, „um Abzocke mit untergeschobenen Verträgen wirksam zu unterbinden“. „Hier ist Verbraucherschutzminister Heiko Maas in der Pflicht“, sagte Maisch.
"Flüssiges Gold"
Slowenien nimmt das Recht auf sauberes Trinkwasser in die Verfassung auf
Am Donnerstag beschlossen die slowenischen Parlamentsabgeordneten einstimmig, einen Zusatzartikel in die Verfassung von Slowenien aufzunehmen: „Jeder hat das Recht auf sauberes Trinkwasser“.
Zeitgleich übernimmt der Staat das Management der Wasserressourcen und verhindert somit Privatisierungen. Trinkwasser sei „keine Ware“, heißt es in dem neuen Verfassungstext. Das Wasser kann somit nicht durch privatwirtschaftlich organisierte Firmen zu überhöhten Preisen verkauft werden.
Erschienen bei Greenpeace
Wasser wird in Zeiten des Klimawandels immer wertvoller. Extreme Niederschläge oder Dürren können die Wasserversorgung genauso gefährden wie Probleme mit schädlichen Stoffen. Wasser sei das „flüssige Gold des 21. Jahrhunderts“, sagte der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar im Vorfeld der Abstimmung. Das slowenische Parlament reagiert mit dem Zusatzartikel auf eine Petition, in der 55.000 Bürger Anfang des Jahres die Regierung aufgefordert hatten, die Privatisierung des Trinkwassers zu stoppen und die Wasserversorgung zum Grundrecht der Bürger zu machen.
Nur 15 Staaten weltweit haben bisher das Recht auf Trinkwasser in ihre Verfassung aufgenommen. In Europa ist Slowenien das erste Land. Fast 1,9 Millionen EU-Bürger hatten vor zwei Jahren mit der Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht!“ auch auf EU-Ebene eine solche Regelung gefordert – die erste gültige Gesetzesinitiative europäischer Bürger. Die EU sprach sich daraufhin zwar gegen eine Liberalisierung der Wasserversorgung aus. Aber eine klare und verbindliche Vorgabe, die eine private Vermarktung des Trinkwassers verbietet, gibt es bislang nicht. Es ist jedem EU-Land selbst überlassen, wie es die Wasserversorgung regelt. In Frankreich zum Beispiel liegt sie in privater Hand. In Deutschland entscheiden die Kommunen und Bundesländer darüber. Das Trinkwasser kann somit Aufgabe eines städtischen Unternehmens wie etwa „Hamburg Wasser“ sein oder aber von einem börsennotierten Versorger wie der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) verteilt werden.
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Erschienen bei Greenpeace
Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit
EU-Beitritt: Erdogan bevorzugt Bündnis mit Russland und China
Istanbul (nex) – Wie der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am heutigen Sonntag erklärte, solle die Türkei sich nicht auf den Gedanken, der Europäischen Union beizutreten, fixieren, sondern sich vielmehr nach Alternativen wie dem von Russland angeführten Shanghai-Pakt umsehen.
Medienberichten zufolge habe Erdogan auf dem Rückflug von Usbekistan im Präsidentenflugzeug dazu geraten, dass die Türkei, was die EU betrifft, vor allen Dingen entspannt und nicht so darauf fixiert sein sollte, ihr beizutreten.
„Einige könnten mich dafür kritisieren, aber ich äußere nur meine Meinung“, betonte er. „Ich habe zum Beispiel die Frage gestellt: ‚Warum sollte die Türkei nicht auch in der Shanghai Five dabei sein?‘“
Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), auch bekannt als „Shanghai Five“, ist ein loser Sicherheits- und Wirtschaftszusammenschluss unter der Führung Russlands und Chinas. Weitere Mitglieder sind Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan. Erdogan sagte, er habe den Gedanken bereits mit seinen russischen und kasachischen Amtskollegen, Wladimir Putin und Nursultan Nasarbajew, erörtert.
Die Organisation sei zwar von fünf Mitgliedern gegründet worden, erläuterte der türkische Präsident, „aber dann sind Länder wie Usbekistan, Pakistan und Indien dazugestoßen“, fügte er hinzu.
„Auch der Iran möchte beitreten, und Herr Putin hat erklärt, dass sie die Situation evaluierten“, so Erdogan weiter. „Die Türkei wird als Mitglied der Shanghai 5 [in der EU-Beitrittsfrage] freier agieren können,“
Die Türkei hat im Jahr 1987 offiziell seinen EU-Beitrittsantrag gestellt, die Verhandlungen dazu wurden jedoch erst im Jahr 2005 aufgenommen. Eigentlich strebt Ankara seit den 1960-er Jahren an, Mitglied des Verbunds zu werden.
„Seit 53 Jahren hält uns die EU hin“, betonte Erdogan. „Wie kann das sein?“
Bereits vergangene Woche hatte Erdogan die Europäische Union aufgefordert, seine “schamlosen” Drohgebärden und Ankündigungen bezüglich einer möglichen “Überprüfung” des Beitrittsprozesses einzustellen.
“Ihr seid spät dran”, erklärte Erdogan. “Überprüft es so früh wie möglich. Aber überprüft es nicht nur, trefft eine endgültige Entscheidung.”
“Es ist nicht relevant, ob ich in Anbetracht des Gebarens der EU die Geduld verliere, es ist aber sehr wohl relevant, wenn das türkische Volk die Geduld verliert. Und von diesem Punkt sind wir nicht weit entfernt.”
Erdogan betonte auch, Brüssel solle zeitnah Farbe zu bekennen, wenn es darum geht, den Terrorismus wirksam und entschlossen zu bekämpfen.
Sollte die EU weiterhin Terroristen und Kriminellen Zuflucht gewähren, die aus der Türkei flüchten, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, dann könnte auch eine neue Flüchtlingswelle den Schengen-Raum erreichen. Vor allem Terroristen aus der PKK oder Mitglieder des Gülen-Netzwerks würden in der EU regelmäßig das maximale Ausmaß an Bewegungsfreiheit genießen.
Politiker aller Bundestagsparteien, vor allem der Linken und der Grünen, würden diese zum Teil sogar “regelrecht hofieren”, betonte Erdoğan. “Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Platz für Gauner, Putschverbrecher und Terroristen haben, auch über die erforderlichen Kapazitäten für ein paar Millionen Flüchtlinge verfügen, die vor tatsächlichen Gefahren fliehen”, machte der türkische Präsident deutlich.
World Taekwondo Junior Championships
Kanada: Fünf Medaillen für türkische Taekwondo-Kämpfer
Ankara (nex) – Die jungen Sportlerinnen und Sportler aus der Türkei haben am heutigen Sonntag bei den World Taekwondo Junior Championships in Kanada drei Medaillen gewonnen.
Seyma Nur Sögüt gewann am vierten Tag des Wettkampftages in Burnaby Gold (Frauen -63 kg).
Aysenur Özcan bekam in der Gewichtsklasse -59 kg, Frauen Bronze. Muhammet Ferhat Saroglu erhielt in der Gewichtsklasse -68 kg, Männer ebenfalls eine Bronzemedaille.
Insgesamt nahm die Türkei bei den Wettkämpfen insgesamt zwei Gold- und fünf Bronzemedaillen mit nach Hause.
Am dritten Tag gewann Hakan Recber Gold im Finale der Gewichtsklasse -59 kg, Männer. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gratulierte Recber per Telegramm zum Sieg, teilte das Präsidialamt in Ankara mit.
Philippinen
Duterte über Flüchtlinge: „Ich werde sie alle willkommen heißen“
Zamboanga City (nex) – Der philippinische Präsident Rodrigo „Rody“ Roa Duterte hat den Westen für seine Flüchtlingspolitik kritisiert und diesen in einem TV-Interview beschuldigt, Menschenrechtsfragen für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Duterte erklärte am vergangenen Freitagabend in der Al-Jazeera-Sendung 101 East, dass westliche Länder auf einige Menschenrechtsfragen sehr bedacht seien, ihren Kurs aber plötzlich wechselten und „nein sagen, wenn es darauf ankommt, jene willkommen zu heißen, die aus Konfliktgebieten fliehen“.
Duterte wies darauf hin, dass die Philippinen Flüchtlinge „bis zum Gehtnichtmehr aufnehmen“ würden und betonte, dass seine Entscheidung auf dem Versagen des Westens, Hilfe zu leisten, beruhe.
„Sie können immer herkommen“, so der Präsident. „Ich werde sie alle willkommen heißen“, fügte er hinzu, ohne darauf einzugehen, wie das Land mit 100 Millionen Einwohnern den Flüchtlingsstrom stemmen würde.
In einem Bericht vom 5. Oktober erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, dass die wohlhabendsten Länder der Welt „die wenigsten Flüchtlinge aufnähmen und am wenigsten für sie täten“.
In dem Bericht wurde des Weiteren darauf hingewiesen, dass bei den zehn Ländern, die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben, Jordanien mit mehr als 2,7 Millionen den ersten und die Türkei mit über 2,5 Millionen den zweiten Platz belegten. Pakistan komme mit 1,6 Millionen Flüchtlingen auf den dritten und der Libanon mit mehr als 1,5 Millionen auf den vierten Platz.
Seit seiner Wahl zum Präsidenten wurde Duterte international für sein hartes Durchgreifen gegen Drogen scharf verurteilt. Sowohl die EU als auch die USA haben ihn der Verletzung der Menschenrechte beschuldigt, da dieser Todesschwadronen zur Tötung von Drogendealern und -konsumenten eingesetzt haben soll. Seit Dutertes Amtsantritt am 30. Juni sind mehr als 3.680 Menschen von Polizei und unbekannten Angreifern getötet worden.
Integration
Kanadas erste Nachrichtensprecherin mit Hijab: Ginella Massa
Dortmund (nex) – Kanada hat am vergangenen Freitag eine Premiere in seiner Geschichte erlebt: Die erste Moderatorin mit Hijab hat eine Nachrichtensendung geleitet.
Die panamaischstämmige Ginella Massa schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Das ist nicht nur für mich etwas Besonderes – soviel ich weiß, hat noch nie eine Frau mit Hijab eine Hauptnachrichtensendung in Kanada moderiert.“
Massa, die für CityNews arbeitet, soll von nun an als Anchorwoman die Spätnachrichten am Freitag sprechen.
Im vergangenen Jahr machte sie von sich als erste kopftuchtragende TV-Nachrichtenreporterin reden.
Massa hat einen Bachelor-with-Honours-Abschluss der Kommunikationswissenschaften der York University. Ihr Rundfunkjournalismusstudium hat sie am Seneca College absolviert.
CityNews ist das Nachrichtenprogramm des kanadischen Fernsehnetzwerks City, das sechs Ballungsraum- sowie einen Kabelsender betreibt.
„60 Minutes“-Interview
Erdogan: Türkei enttäuscht über US-Politik
Ankara (nex) – In einem Interview mit dem bekannten US-amerikanischen Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ bringt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Enttäuschung über die US-Politik zum Ausdruck. Das Interview soll am heutigen Sonntag ausgestrahlt werden.
Auf die Frage, ob er Frustration gegenüber Washington verspüre, erwiderte er: „Nun, lassen Sie es mich offen sagen, ich bin ja bekannt für meine Direktheit. Es würde nicht der Wahrheit entsprechen, wenn ich sagte, dass ich nicht enttäuscht bin. Denn ich bin enttäuscht.“
Als es in dem Gespräch um den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli und Fetullah Gülen ging, der nach Aussagen der türkischen Regierung den gescheiterten Staatsstreich organisiert habe, sagte er: „Ich beschuldige die USA nicht. Aber so denken die Menschen in der Türkei“, und fragte: „Warum behalten Sie noch immer diesen Mann?“
Erdogan wies darauf hin, dass dies die Wahrnehmung des türkischen Staates und des türkischen Volkes sein werde, solange die USA Gülen Unterschlupf gewährten. Die Türkei hatte nach dem Putschversuch, bei dem 248 Menschen getötet worden waren, die Auslieferung Gülens verlangt.
Erdogan äußerte auch Kritik an der Syrienpolitik der USA, die mit dem scheidenden Präsidenten Obama und dem Vizepräsidenten Joe Biden erörtert worden sei. „Es gelang ihnen nicht, sich auf die Situation einzustellen und die Probleme entschlossen anzugehen“, so Erdogan. „Das finden wir ziemlich beunruhigend.“
Der designierte US-Präsident Donald Trump hat den General a. D. Michael T. Flynn zu seinem nationalen Sicherheitsberater ernannt. Dieser hatte in einem Gastkommentar in der vergangenen Woche Fetullah Gülen mit Osama bin Laden verglichen und gefordert, dass die USA ihm nicht mehr länger Unterschlupf bieten sollten.
Das Besondere an dem investigativen Nachrichtenmagazin 60 Minutes, das bereits seit fast 50 Jahren vom TV-Sender CBS ausgestrahlt wird, sind die Interviews, die ohne Kommentare ausgestrahlt werden. Das Magazin hatte beide US-Präsidentschaftskandidaten nach ihrer Nominierung im Sommer sowie Trump nach dessen überraschendem Wahlsieg in der vergangenen Woche interviewt.


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