Kriegsverbrechen
PKK: Menschenrechtsorganisation veröffentlicht Bericht über sexuellen Kindesmissbrauch

Dortmund (nex) – Die PKK rekrutiert kurdische und jesidische Kinder und misshandelt diese schwer, wenn sie versuchen, die Terroreinheiten zu verlassen. Dies hat die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch in einem am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Bericht bekannt gegeben. Die Menschenrechtsorganisation hat eigenen Angaben zufolge 29 Fälle im Nordirak dokumentiert, in denen kurdische und jesidische Kinder von zwei bewaffneten Gruppen rekrutiert worden seien. Dabei handele es sich um zwei militärische Ableger der von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuften PKK, die Volksverteidigungseinheiten (HPG) einerseits und die Widerstandseinheit Shingal (YBS) andererseits. HRW fordert die beiden Gruppen dazu auf, die Kinder zu demobilisieren, Misshandlungsfälle zu untersuchen, der Rekrutierung von Kindern ein Ende zu setzen und Kommandeure, die dem nicht folgen, entsprechend zu bestrafen.
(Foto: Dailysabah)
„Die PKK sollte mit Entschiedenheit die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldaten verurteilen, und die Kommandeure in den bewaffneten Ablegern sollten wissen, dass die Rekrutierung und Einsatz von Kindern unter 15 Jahren Kriegsverbrechen darstellen“, erklärte die Direktorin der Kinderrechtsabteilung von Human Rights Watch und fügte hinzu: „Jungen und Mädchen sollten mit ihren Familien zusammen sein und in die Schule gehen und nicht als Mittel für militärische Ziele eingesetzt werden.“ Kinder unter 15 Jahren, die in beiden Terrororganisationen gedient haben, erklärten gegenüber HRW, dass sie an Kämpfen teilgenommen hätten. Wieder andere berichteten, dass sie an Kontrollpunkten eingesetzt worden seien oder Waffen reinigen und für den Einsatz vorbereiten mussten. Einer der PKK-Anführer, Duran Kalkan, posiert auf einer Aufnahme mit Kindersoldaten. Auch über den sexuellen Missbrauch in PKK-Camps wurden bereits mehrere Berichte veröffentlicht. Nach internationalem Recht ist die Rekrutierung von Kindern, auch von „Freiwilligen“, durch bewaffnete Gruppen verboten. Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern unter 15 Jahren gilt als Kriegsverbrechen.

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Hobby
Tricopter – innovativer Spaß für den privaten Gebrauch

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Dortmund (nex) – Ein Tricopter ist ein ferngesteuertes Fluggerät, welche anstelle von vier Rotoren, lediglich drei davon besitzen. Diese sollen den nötigen Auftrieb ermöglichen. Am Rumpf des Tricopters sind drei lange Ausleger angebraucht, dessen Abstände 120 Grad zueinander betragen. Natürlich gibt es auch T-förmige Tricopter. Die Motoren befinden sich jeweils am Ende der Arme mit einer horizontal angebrachten Luftschraube und einem Gyro-Sensor. Dieser Sensor nimmt Lageveränderungen penibel wahr und meldet diese an die Steuerelektronik, wo schließlich Störeinflüsse korrigiert und ausgeglichen werden. Auch Tricopter werden sehr häufig mit verschiedenen Kameras ausgestattet, damit professionelle oder Hobby-Bilder während des Fluges entstehen können. Ob sie sich einen Tricopter zulegen sollten oder nicht, erfahren Sie in nachfolgendem Artikel. Vor- und Nachteile eines Tricopters Vorteile Tricopter:
  • Schwenkbarer Heckmotor macht den Tricopter sehr wendig
  • Gut im Rucksack zu transportieren, da zusammenklappbar
  • Leichter als andere Multicopter
  • Extrem bewegungsfähig
  • Großes Sichtfeld für die Kamera an der Frontseite
Nachteile Tricopter:
  • Keine Redundanz bei einem Motorausfall
  • Erlaubt nur kleine Kameras aufgrund nur geringer Last
Wie Sie sehen können, eignen sich die Tricopter eher für Fortgeschrittene Drohnenflieger. Durch das leichte Eigengewicht des Tricopters sollte die Steuerung bei unruhigeren Wetterbedingungen geübt sein. Bei Wind fliegen diese nämlich sehr unruhig. Eine gute Steuerelektronik kann diese zwar wieder ausgleichen, doch bei einem Ausfall gibt es keinerlei Redundanz. Für Einsteiger empfehlen sich daher eher die Hexacopter oder Quadrocopter. Tricopter selber bauen Mittlerweile ist das Internet voll von diversen Bauanleitungen für einen Tricopter Selbstbau. Sie können sich dafür alle Bauteile entweder selbst zusammen suchen oder aber einen komplett fertigen Tricopter Bausatz kaufen. Für alle Bauteile ohne Fernsteuerung, mit Empfänger und Akku müssen Sie in etwa 200 Euro einkalkulieren, Ladegerät, Videobrille oder Monitor kann mit 60-400 Euro berechnet werden. Keine wirklich genaue Angabe, aber Sie müssen selbst wissen, wie viel Geld Sie in Ihren Tricopter investieren wollen und was er am Ende können sollte. Entscheiden Sie zunächst aber, ob Sie sich einen Tricopter oder Quadcopter bauen möchten. Zunächst müssen Sie sich einen Tricopter Rahmen bauen, inkl. Kit, sich im Anschluss um die Stromversorgung kümmern, LED´s einbauen und eine Kamera anbringen. Die Verkabelung ist dann etwas komplizierter und Sie müssen schon ein wenig handwerkliches Geschick mitbringen und ein wenig Fuselarbeit mögen. Tricopter Frame KIT Flyingfolk hat beispielsweise einen Tricopter Frame KIT herausgebracht, welcher sich sogar genial zusammen klappen lässt und damit einen einfachen Transport möglich macht. So passt der Tricopter in jede Tasche und kann überall mit hin genommen werden. Mittlerweile ist der Tricopter Frame durch mehrere Entwicklungsstufen gelaufen, wurde mit der Zeit immer kleiner und leistungsfähiger. Schlussendlich entstand ein ultimativer faltbarer Mini Tricopter mit erweiterbarem Zubehör. Der Tricopter ist dabei ultra portabel und sehr klein. Auch interessant sind die mitgelieferten Power-Module und die Anti-Vibrationshalterungen für beispielsweise eine GoPro Kamera. Wichtig ist, dass der Tricopter in jeder Lage sehr beweglich ist und verschiedene Manöver möglich macht. Wenn Sie einen Tricopter Frame, Tricopter Rahmen oder Tricopter Bausatz günstig kaufen wollen, machen Sie vorab den Preisvergleich, lesen Sie Bewertungen, Empfehlungen und diverse andere Erfahrungsberichte. Auch Foren sind mittlerweile zahlreich im Netz zu finden und bieten auch in Sachen Tricopter selber bauen eine solide Basis für den Eigenbau. Falls Sie einen Tricopter oder Quadcopter kaufen wollen und einen eigenen Setup durchführen wollen, so machen Sie sich dort am besten schlau. Diverse Testberichte über Tricopter Bausätze können Ihnen ebenfalls helfen.
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Verbotszonen
Ministerpräsident Weil erteilt Diesel-Fahrverboten klare Absage

Niedersachsens Ministerpräsident zweifelt an kommunalen Lösungen Osnabrück (nex) – Im Streit um die Schadstoffbelastung in Städten hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kommunalen Fahrverboten eine klare Absage erteilt: „Ein kategorisches Verbot bestimmter Zonen für Millionen von Diesel-Fahrzeugen käme für mich nicht in Betracht“, sagte Weil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es muss vielmehr um realistische Grenzwerte und Zeiträume gehen, die insbesondere auch für die Autofahrer akzeptabel sind“, sagte der Ministerpräsident. Weil reagiert auf damit einen Verordnungsentwurf von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für Kommunen: Darin sind neben Verbotszonen für bestimmte Benzin- und Dieselfahrzeuge auch Komplettsperrungen für alle Diesel oder die zeitweise Fahrverbote für bestimmte Kennzeichen-Endungen vorgesehen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte die Vorschläge zuvor begrüßt: „Alles was die Luft sauberer und die Städte lebenswerter macht, muss erlaubt sein: Von Temporeduzierung über zeitweilige Sperrungen, mehr Elektrobusse und Fahrradverkehr bis zur Blauen Plakette“, hatte Wenzel gesagt. Die Zeit dränge. Das sieht Weil offenbar anders: „Die Landesregierung wird Vorschläge der Bundes prüfen, sobald es ein innerhalb der Bundesregierung ein abgestimmtes Konzept gibt. Das ist derzeit erkennbar noch nicht der Fall“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Generell hält der SPD-Politiker eine von Stadt zu Stadt unterschiedliche Lösung kritisch: „Die Verantwortung auf die kommunale Ebene abzuwälzen, ist problematisch. In diesem Fall droht ein Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen in Deutschland“, warnte Weil.

Gefährder gesichtet
Oberhausen: Polizei-Großeinsatz im Centro

Oberhausen (nex) – Seit dem frühen Donnerstagabend führt die Polizei im Centro Oberhausen einen Großeinsatz durch. „Die Polizei Oberhausen hat im Centro einen Einsatz zu ihrer Sicherheit“, twittert die Oberhausener Polizei.     Aus welchem Grund die Polizei mit einer massiven Anzahl von Kräften vor Ort war, wolle die zuständige Behörde in Essen „aus einsatztaktischen Gründen“ zunächst nicht verraten, so der Westfälische Anzeiger. Laut RP Online habe es Hinweise gegeben, dass auf dem Gelände ein sogenannter Gefährder gesehen wurde, berichtet der Westfälische Anzeiger weiter.  Ob dies tatsächlich der Fall war, bliebe am Abend unklar.

Syrienkrieg
Horror-Video aufgetaucht: IS verbrennt türkische Soldaten bei lebendigem Leib

Urla (nex) – Während die Kämpfe zwischen dem IS (Daesh) und der von den türkischen Streitkräften unterstützten Freien Syrischen Armee in der Umgebung von al-Bab andauern, hat die Terrorgruppe ein grausames Video veröffentlicht. Die IS (Daesh)-Terrormiliz hat Aufnahmen veröffentlicht, in denen zu sehen ist, wie zwei türkische bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Die Hinrichtung findet auf dem 19-minütigen Video gegen Ende der Aufnahme statt. Am Ende des Videos drohen zwei IS-Milizen der Türkei und erklären, dass weitere Aufnahmen dieser Art folgen würden, sollten sich die Soldaten nicht zurückziehen. Bei den auf grausame Weise hingerichteten Soldaten handele es sich türkischen Medienberichten zufolge um Fethi Sahin und Sefer Tas. Türkische Journalisten rufen auf Twitter dazu auf, das Video nicht zu teilen, um die Propaganda der IS (Daesh)-Terrorgruppe nicht zu unterstützen. Video- und Bilddateien liegen der NEX24-Redaktion vor.

Produktpiraterie
Erfolg für Erdogan: Parlament erlässt neues Gesetz gegen gefälschte Waren

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Ankara (nex) – Das türkische Parlament hat ein neues Gesetz zur Bekämpfung gefälschter Waren erlassen. Die Große Nationalversammlung hat am gestrigen Mittwochabend die neue Gesetzgebung über die gewerblichen Schutzrechte ratifiziert. Mit ihr werden neue Haft- und Geldstrafen für Personen, die mit gefälschter Ware handeln, eingeführt. Bei Verletzung von Markenrechten durch Herstellung oder Verkauf gefälschter Waren oder Dienstleistungen drohen Gefängnisstrafen von ein bis drei Jahren. Haftstrafen von maximal 21 Tagen sollen dabei in Geldstrafen umgewandelt werden. Im vergangenen April haben die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) und die Europäische Union (EU) bekannt gegeben, dass in einem Jahr gefälschte Waren sowie Piraterieprodukte im Wert von etwa einer halben Billion US-Dollar importiert worden seien. Das entspreche 2,5 Prozent des weltweiten Imports. US-amerikanische, italienische und französische Marken seien am schlimmsten von Produktfälschung betroffen, heißt es weiter.

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"Moralisches Status-Symbol"
Kommentar: Syrien-Solidarität auf Facebook dient oft nur noch der Selbstdarstellung

Von Fabian Köhler

Vorhin habe ich kurz mit einen Bekannten aus Aleppo geskypet. Wir hatten uns im Frühjahr 2012 vor der berühmten Zitadelle der Stadt kennengelernt. Er erzählte mir, dass er nach dem Ende der Kämpfe als erstes ein Selfie vor der berühmten Zitadelle der Stadt machte, weil er nicht geglaubt habe, sie nach vier Jahren noch einmal wiederzusehen. Dass er in Tränen ausbrach, als er die Zerstörung in der Altstadt sah. Da er sich nicht erlaube zu hoffen, weil Syrien eben ein Ort ist, in dem Hoffnung allzu oft enttäuscht wurde.

Wovon er mir hingegen nichts erzählte: Chlorhühnchen und die Homoehe. Mein syrischer Bekannter und ich diskutierten nicht darüber, wer in Deutschland der beste Linke ist oder wer zuletzt, vor welcher Botschaft demonstriert hat. Wie ich darauf komme? Weil diese Fragen hierzulande die entscheidenden zu sein schein, wenn es um die Bewertung der Ereignisse in der syrischen Millionenmetropole geht. Keine Kommentarspalte bleibt ohne Einordnung, keine Facebook-Timeline bleibt frei von Empörung über die Kämpfe in der besetzten?, befreiten?, belagerten?, auf jeden Fall belaberten Stadt. Denn stärker noch als die Rauchschwaden der Bomben und Granaten ist es eine moralisch ausgeblasene Debatte, die die Sicht auf das Geschehen vor Ort vernebelt. Eine Debatte von Kurzzeit-Moralisten, die sich oftmals weniger um das reale Leid syrischer Menschen, als um die eigenen Befindlichkeiten drehen.

Die Schlacht um Aleppo ist zum Stellvertreterkrieg geworden  – nicht nur in Syrien

Nur ein Beispiel von vielen: Jacques Schuster. „Warum ist uns dieses Huhn wichtiger als Aleppo?“, fragt der Chef-Kolumnist der Welt und beschwert sich über Demonstranten, die zwar gegen „Freihandel und Chlorhühner“ nicht aber „gegen Iran und Russland“ auf die Straße gingen. Wie viele andere dieser Tage scheint Schuster seine Liebe zum humanitären Engagement allerdings erst kürzlich entdeckt zu haben. Versucht man in seinen zahlreichen Kolumnen ein wiederkehrendes Motiv auszumachen, dann ist es sicherlich nicht die Solidarität mit leidenden Menschen. Eher schon die Antipathie gegenüber Russland. Syrer erwähnte Schuster bisher allenfalls dann, wenn er forderte, sie mittels strengerer Asylgesetze möglichst weit von ihm fernzuhalten. Wie in Syrien, ist die Schlacht um Aleppo hierzulande zum Stellvertreterkonflikt geworden. Und genauso wie im Nahen Osten geht es vielen Akteuren zu allerletzt um das Leben von Menschen. Keine Frage scheint zu abwegig um nicht auf den Rücken von geschundenen Syrern im eigenen Sinne beantwortet zu werden: Warum protestieren nicht mehr Muslime? Warum schweigt die Linke? Wo ist die Friedensbewegung? Warum protestieren mehr wegen TTIP, Vorratsdatenspeicherung, Homoehe, Israel… Die Liste kann beliebig mit dem gewünschten Feindbild ergänzt werden.

Tote Syrer werden zum Status-Symbol im Facebook-Status-Update

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt viele, die auch ernsthaft anteilnehmen. Viele Menschen wollen helfen, einige tun es sogar. Aber viele drehen das Verhältnis zwischen potenziellem Helfern und Hilfeempfängern auch einfach um. Anstatt kriegsgebeutelten Menschen beizustehen, müssen die syrischen Toten als Art moralisches Status-Symbol im nächsten Facebook-Status-Update herhalten. Früher verteilte die Bild-Zeitung „Ein Herz für Kinder“-Aufkleber für die Auto-Rückscheibe. Heute ist es der #saveAleppo-Hashtag, der den Anschein von Moralität zum Nulltarif verleiht. Der Trend zum toten Syrer als Betroffenheit-Accessoire geht bis in die Spitze der Politik. Es sei zum Schämen und breche ihr das Herz, dass „wir politisch nicht so handeln konnten wie wir gerne handeln würden.“ Das waren die Worte Angela Merkels. Warum sie nichts anderes als betroffen sein kann, sagte die mächtigste Frau Europas nicht. Übrigens dieselbe Frau, die noch vergangene Woche auf dem CDU-Parteitag in Essen versprach, in Zukunft nie wieder so viele vor Krieg und Terror fliehenden Menschen in Deutschland Schutz zu gewähren wie im vergangenen Jahr. Eine Frau, deren Herz für Syrer in den letzten Monaten offenbar nicht vorhanden war: Asylpakete, Integrationsgesetz, Vorrang des subsidären Schutzes, Schließung der Balkan-Route, Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, Rücknahmeabkommen mit Libyen, Waffenlieferung an die Saudis… Zumindest eines mag man den Politikern und Journalisten, die dieser Tage tote Syrer als Projektionsfläche für ihre eigene politische Agenda entdecken, noch zugute halten: Sie haben eine, also eine Agenda. In Sozialen Netzwerken dient die geheuchelte Syrien-Solidarität hingegen oft nur noch der Selbstdarstellung. Und wie der Krieg in und um Aleppo hat diese längst jedes Maß verloren. Zwischen Farmville-Einladung und „Welcher Fisch aus Findet Dorie bist du“-Quiz schwingen sich Leute zum moralischen Gewissen der Nation – ach, sagen wir doch gleich der Menschheit – auf, die Assad vor Kurzem noch für einen Frankfurter Sprechgesangsartisten und Ghouta für einen französischen Weichkäse hielten.

Wollen die Empörten einmal ihren Enkeln einen Stapel vergilbter Facebook-Sceenshots als Belege für ihre Widerständigkeit zeigen?

Im Ringen um die maximale moralische Empörung fallen alle moralischen Grenzen: Ist Aleppo das neue Grosny? Das neue Srebrenica? Das neue Ruanda? Das neue Auschwitz? „Sagen wir nicht, wir hätten nichts gewusst“, liest man jetzt häufig. Nur statt eines Appells zum realen politischen oder humanitären Handeln, bleibt es bei der impliziten Aufforderung zum weinenden Emoticon. Man fragt sich unweigerlich, ob jene Empörten ihren Enkeln einmal mit stolz geschwellter Brust einen Stapel vergilbter Facebook-Screenshots als Beleg für ihren Widerstandskampf gegen den #HolocaustAleppo (den Hashtag gibt es wirklich) vorlegen wollen. Mit echten Syrern, ihrem Leben und Leiden, Hoffen und Sterben hat all das wenig zu tun. Ihren Syrer mögen viele Debattenteilnehmer hierzulande offenbar am liebsten so, wie viele Konfliktparteien vor Ort: unter einem Haufen Schutt. Dann widerspricht er nicht und sorgt außerdem auch für reichlich Likes und Retweets. Echte Syrer – nicht die aus Twitter-Tweets, sondern die aus Aleppo – birgen hingegen die Gefahr hinter dem staubigen Gesicht auch noch einen eigene Meinung zu verbergen. Und die ist eben nicht immer deckungsgleich mit den Analysen deutscher Hobby-Syrienkenner: Besetzung oder Befreiung? Fall oder Glücksfall? Die Beantwortung dieser Fragen obliegt nicht deutschen Facebook-Nutzern, sondern den Menschen in Syrien. Und diese kommen offenbar zu unterschiedlichen Urteilen.

Bald werden sie fragen, warum sich Viele für frierende Syrer aber niemand für frierende Deutsche interessieren

Nur zur Sicherheit: Die Kämpfe in und um Aleppo bieten mehr als genügend Gründe für echte Empörung. Von Berichten, wonach Soldaten 82 Zivilisten getötet haben, sprach der britische Sprecher des UN-Menschenrechtsrates. Das sind 82 gute Gründe für Trauer, Wut und moralische Entrüstung. Aber selbst wenn die Opferzahl zehnmal so hoch sein sollte: Beleg für einen „Zivilisationsbruch“, von dem nun viele sprechen, um ihn morgen wieder zu vergessen, ist das nicht. Allenfalls ein Beleg für die Ahnungslosigkeit vieler darüber, wie brüchig unsere Zivilisation auch schon vor Aleppo war und wohl auch in Zukunft sein wird. Denn es wird neue Aleppos geben. Jene, die auf Twitter trenden und jene, für die niemand ein Hashtag übrig hat. Und auch Kurzzeit-Moralisten werden neue Anlässe finden, um menschliches Leid für ihre politischen Zwecke und Selbstdarstellungen zu missbrauchen. „Wieso habt ihr damals vor der russischen Botschaft demonstriert, aber diesmal nicht vor der amerikanischen?“, werden wieder Leute fragen, die noch nie für irgendwas demonstriert haben. „Wieso kümmern wir uns um frierende Syrer in Aleppo, nicht aber um frierende Deutsche“, werden Leute schreiben, deren Bilanz in Obdachlosenhilfe ähnlich bescheiden ist wie bei vielen heutigen Aleppo-Empörten die Syrien-Solidarität jenseits von Facebook-Posts und Sinnlosvergleichen. Und Menschen wie mein Bekannter von der Zitadelle werden weiter unter dem syrischen Stellvertreterkrieg leiden, auch wenn sich der deutsche Stellvertrerkrieg längst ein anderes Schlachtfeld gesucht hat.  
Erschienen auf Schantall und Scharia

Anschlag in Berlin
Anwalt: Mandant berichtete bereits im Mai von LKW-Anschlag in Berlin

Köln (nex) – Die Bundesanwaltschaft prüft Aussagen eines Rechtsanwalts, dass der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt in salafistischen Kreisen im Ruhrgebiet von langer Hand vorbereitet worden sein könnte. Die Hinweise von Strafverteidiger Burkhard Benecken, der einen der Angeklagten im Prozess um den Brandanschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen vertritt, seien „natürlich von Interesse“, teilte ein Sprecher des Bundesanwaltschaft dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. „Wir müssen das nun bewerten und entscheiden, wie wir damit umgehen.“ Benecken hatte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, dass laut Aussage seines Mandanten schon vor Monaten über einen Anschlag in Berlin gesprochen worden sei. „Mein Mandant hat mir im Mai in der Untersuchungshaft erzählt, er habe lange vor seiner Inhaftierung davon Kenntnis erlangt, dass ein Anschlag in Planung sei. Dieser solle in Berlin stattfinden. In der Ausführung solle ein LKW in eine Menschenmenge fahren. Genauso wie es jetzt passiert ist“, sagte Benecken. „In die konkreten Planungen einbezogen jedoch war er nicht.“

"Customer care agents"
Bericht: Facebook-Mitarbeiter enormen psychischen Belastungen ausgesetzt

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Groß Denkte (nex) – Wer kontrolliert Hasskommentare bei Facebook? Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat in einem Beitrag erschreckende Zustände bei Facebook aufgedeckt. Eine Kontrolle der Richtlinien des sozialen Netzwerkes findet demnach unter schlechten Bedingungen statt. Fast unbemerkt in der aufgeheizten politischen Diskussion um Fakenews und Hasskommentare sind seit gut einem Jahr »customer care agents« im Auftrag von Facebook unterwegs, um Meldungen aufzuspüren, die gegen die »Gemeinschaftsstandards« des Konzerns verstoßen. Vor knapp einem Jahr hatte das Nachrichtenmagazin SPIEGEL darüber berichtet, dass die Bertelsmann-Tochter Arvato damit beauftragt worden sei, in den unzähligen Kommentaren und Posts nach Beleidigungen und Schmähungen zu suchen. Bis dahin wurden von Nutzern gemeldete Beiträge von »communitiy operation teams« geprüft, die in den vier Facebook-Standorten in Dublin, Kalifornien, in Texas sowie dem indischen Hyderabad tätig waren. Kritiker hatten bemängelt, dass damit praktisch keine Kontrolle in den einzelnen Ländern möglich sei. Eine Handvoll Mitarbeiter, die in der irischen Hauptstadt ihren Dienst taten, waren für knapp 30 Millionen deutsche Facebook-Nutzer deutlich zu wenig. Inzwischen läuft das Projekt muttersprachliche Überprüfung der Aktivitäten im größten sozialen Netzwerk seit über einem Jahr. Entspannt hat sich die Lage indes nicht. Bei dem selbst gesteckten Ziel, eine halbwegs funktionierende Kontrolle über die Aktivitäten zu gewährleisten, scheint das allerdings auch kaum möglich zu sein. Dem Vernehmen nach sind bei Arvato rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dieser Aufgabe beschäftigt – bei 25 Millionen Nutzern und entsprechenden Posts täglich ist das fast unmöglich. Und so intransparent wie die Auffindbarkeitsalgorithmen der großen Internetanbieter Google und Facebook erscheinen, so geheimnisvoll sind die Kriterien, nach denen schließlich gelöscht wird oder nicht. Ein typisches Beispiel, das NEX24 vorliegt: Da lehnt Facebook unter Verweis auf die »Gemeinschaftsstandards« zunächst die bezahlte Anzeige eines Bäckermeisters ab. Der Name des deutschen Handwerksbetriebs, Fucke, deutet darauf hin, dass in der Taskforce von Facebook doch nicht nur Muttersprachler sitzen dürften. Stress und unklare Vorgaben Ein Blick hinter die Kulissen konnten jetzt Redakteuren des Magazins der Süddeutschen Zeitung werfen. Ihnen war es gelungen, nach monatelangen Recherchen viele aktive und ehemalige Mitarbeiter des Löschtrupps zu sprechen. Und das, obwohl Facebook es seinen Mitarbeitern untersagt, mit Vertretern der Presse zu reden. Wenn man die Ergebnisse des »SZ-Magazins« betrachtet, ahnt man, warum. Offenbar arbeiten die Mitarbeiter unter schlechten Bedingungen und sind nicht gut für ihren Job ausgebildet. Selbst denjenigen, die Hasskommentare löschen sollen, ist kaum deutlich, nach welchen Regeln das erfolgen soll. Die Vorgaben, so die Reportage, seien unübersichtlich. Zudem seien die Mitarbeiter gestresst und überlastet. 2.000 Beiträge pro Tag, so die Vorgabe, müssten geprüft werden. Gewalt und Pornografie Und was den Mitarbeitern da auf den Bildschirm kommt, das lässt diese verzweifeln. Da ist etwa von Kinderpornografie die Rede, von Gewalt und Folter. Alles Themen übrigens, die in der öffentlichen Debatte keine Rolle spielen. „Ich habe Sachen gesehen, die mich ernsthaft am Guten im Menschen zweifeln lassen. Folter und Sex mit Tieren.“ „Seit ich die Kinderpornovideos gesehen habe, könnte ich eigentlich Nonne werden – an Sex ist nicht mehr zu denken. Seit über einem Jahr kann ich mit meinem Partner nicht mehr intim werden. Sobald er mich berührt, fange ich an zu zittern.“ „Ich weiß, dass jemand diesen Job machen muss. Aber es sollten Leute sein, die dafür trainiert werden, denen geholfen wird und die man nicht einfach vor die Hunde gehen lässt wie uns“ zitiert SZ eine Mitarbeiterin, der es eigentlich verboten ist, mit Journalisten oder Behördenvertretern zu reden. Die Folgen für die Betroffenen: Psychische Probleme und Hilflosigkeit. Weder gibt es nach den Recherchen des »SZ-Magazins« eine psychologische Betreuung noch eine angemessene Bezahlung für diese Arbeit. Für den anstrengenden Job zahlt Facebook danach gerade einmal nur etwas mehr als den Mindestlohn. Auch höher gestellte Mitarbeiter hätten, etwa zur Begutachtung eines Videos, nur acht Sekunden Zeit für eine Löschentscheidung. Eine Kommunikation ist aber weder mit Avarto noch mit Facebook selbst möglich. Konkrete Antworten habe es, so das SZ-Magazin, auf Anfragen kaum gegen. Das zeigt am Ende, dass die derzeitige Diskussion um die Kontrolle sozialer Netzwerke höchstens oberflächlich geführt wird. Die Frage, was kontrolliert werden kann und vor allem wie das erfolgen soll, liegt offensichtlich in einem rechtsfreien Raum, der gerade anfängt, öffentlich zu werden.

Terroranschlag in Berlin
Bürgermeister von Nizza beglückwünscht Berliner zu ihrer Gelassenheit

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Düsseldorf (nex) – Der Bürgermeister von Nizza, Philipe Pradal, hat die Berliner Bürger zu ihrem gelassenen Umgang mit dem Terror beglückwünscht. „Man darf diesen Monstern kein Recht geben und muss weiterleben“, sagte Pradal der „Rheinischen Post“. Neben der Erinnerung solle man auch lieben, sich wertschätzen, teilen und dann lachen, singen. Das hätten die Berliner beschlossen zu tun. Auch wenn es nicht immer einfach sei, sei das die bestmögliche Antwort auf das Attentat, welches in ihrer Stadt gerade verübt wurde. „Ich beglückwünsche die Berliner dafür und bedanke mich dafür.“ Der Chef der Innenministerkonferenz, Saarlands Ressortschef Klaus Bouillon, verlangte unterdessen Gesetzesverschärfungen. „Es gibt bundesweit zahlreiche Flüchtlinge, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen und wie sie heißen – da ist ein Unsicherheitspotenzial drin“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Die Identität sei oft gefälscht, die Pässe seien verschwunden, und dann weigerten sie sich auch noch, an der Überprüfung mitzuwirken. „Wer hier einen Asylantrag stellt und an seiner Identitätsfeststellung nicht mitwirkt, muss seinen Anspruch auf Asyl verlieren“, sagte Bouillon. Dazu werde er im Januar Vorschläge unterbreiten. Änderungsbedarf sieht der Innenminister auch beim Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten. „Das müssen wir jetzt mal vorurteilsfrei diskutieren“, sagte Bouillon.

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