Bundeswehrskandal
Umfrage: Deutsche sehen Rechtsradikalismus-Problem in der Bundeswehr

Mehrheit für öffentliche Debatte statt bundeswehrinterner Lösung

Berlin (ots) – Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen geht im Skandal um den rechtsextremen Bundeswehroffizier Franco A. mit der eigenen Truppe hart ins Gericht und unterstellt ihr öffentlich ein weitreichendes Gesinnungsproblem. Was sagen die Deutschen dazu? In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage attestiert fast die Hälfte der Befragten der Bundeswehr ein Rechtsradikalismus-Problem: 49 Prozent der Deutschen sehen ein grundsätzliches Problem mit rechter Gesinnung in der Bundeswehr, 43 Prozent stimmen dem nicht zu. Unter den über 50-jährigen der Befragten glauben 60 Prozent an weitverbreitete rechtsradikale Tendenzen innerhalb der Truppe. 48 Prozent der Deutschen meinen, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen trage eine Mitverantwortung für die Gesinnungslage in der Bundeswehr, 45 Prozent sehen das nicht so. Grundsätzlich finden 67 Prozent der Deutschen Ursula von der Leyens offensiven Umgang mit dem Thema „Rechte Gesinnung in der Truppe“ richtig. Nur 28 Prozent der Befragten meinen, die Verteidigungsministerin hätte das Problem ausschließlich innerhalb der Bundeswehr ansprechen sollen. Die Bundeswehr solle im Umgang mit ihrer Gesinnungslage selbstkritischer sein, fordern 60 Prozent der Deutschen; die Truppe sei selbstkritisch genug, finden 32 Prozent der Befragten.

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Bundeswehrsoldat Franco A. war Teil eines rechtsextremistischen Netzwerks

Sicherheitstechnologie
Das „Adlerauge“ der türkischen Sicherheitskräfte erkennt Gesichter auf 3 km Entfernung

Ankara (nex) – Die „Kanat“ (Flügel) genannten Helikopter der Türkischen Sicherheitskräfte wurden mit einer neuen Generation von Kameralinsen ausgestattet, die in der Lage sind, Gesichter aus einer Entfernung von 3 Kilometern scharf abzubilden, teilten türkische Sicherheitskreise mit. Entwickelt wurde das Gerät in der Türkei. In der offiziellen Erklärung heißt es, die Helikopter, die über 550 PS-Motoren verfügen, könnten Aufnahmen aus 20 Km Entfernung machen und aus 8 Kilometern Autokennzeichen identifizieren. Neben ihrer extremen Bildschärfe aus großer Entfernung kann die eingesetzte Kamera auch Personen über eine Wärmebild-Darstellung lokalisieren und bei schlechten Sichtverhältnissen noch verwertbare Bilder liefern. Die Schärfe wird durch die Kombination von 4 Linsen erzielt. Derzeit sind 6 dieser „Adleraugen“ wie die eingesetzten Kameras auch genannt werden, im Einsatz. 4 davon werden im Westen der Türkei eingesetzt und die beiden anderen im Osten der Türkei bei Anti-Terror-Einsätzen. Eine der jeweils 1 Mio Dollar teuren Linsen ging an die Sicherheitskräfte in der Mittelmeerprovinz Antalya und wird dort von der Küstenwache zur maritimen Sicherheitskontrolle eingesetzt. Ein an dem Projekt teilnehmender Polizeioffizier, Hilmi Fedai, teilte mit, dass der Helikopter eine Kapazität von 6 Personen habe und auch nachts fliegen könne. „Wir haben starke Scheinwerfer. Die Aufnahmen werden automatisch an die Überwachungs-Zentren in Ankara gesendet, wo spezialisierte Techniker sofort mit der Auswertung der übermittelten Daten beginnen können, noch während der Helikopter in der Luft ist.“ so Fedai weiter. Die Techniker seien in der Lage, aus 8 Kilometern Entfernung eine Person auf dem Bürgersteig zu identifizieren. „Kanat“ könne außerdem mit ausgeschalteten Scheinwerfern fliegen und eine lange Zeit in der Luft bleiben. Auf diese Weise könne man Kriminelle und potentielle Terroristen effektiv überwachen, so Fedai.

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Pharmaindustrie
Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken

Hamburg (ots) – Große Pharmahersteller tragen offenbar dazu bei, dass gefährliche, multi-resistente Erreger entstehen und sich global ausbreiten. Das zeigen Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Die Reporter haben gemeinsam mit einem Infektionsmediziner vom Universitätsklinikum Leipzig Proben aus Gewässern rund um Pharmafabriken in der indischen Stadt Hyderabad genommen. Dort lassen laut den Recherchen auch fast alle großen Generika-Hersteller – wie Ratiopharm, Hexal oder Stada – Wirkstoffe produzieren. Extreme Verschmutzung durch Abwässer der Pharma-Industrie Die Wissenschaftler und Reporter sind dem Verdacht nachgegangen, dass Pharmafabriken große Mengen an Antibiotika illegal entsorgen. Die Proben wurden im November 2016 genommen und vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg auf Rückstände von insgesamt 25 verschiedenen Medikamenten untersucht. Die Ergebnisse nähren diesen Verdacht. Denn tatsächlich fanden die Wissenschaftler Antibiotika in den Gewässern. Die Konzentrationen lagen teils hundertfach oder gar mehrere Tausend Mal über vorgeschlagenen Grenzwerten für die jeweiligen Substanzen. Der renommierte, schwedische Umweltpharmakologe Prof. Joakim Larsson sagt, viele der gemessenen Werte seien so hoch, dass es keine andere vernünftige Erklärung dafür gebe als Industrie-Abwässer. Antibiotika in der Umwelt sind eine „Zeitbombe“ Der Leiter des IBMP, Prof. Fritz Sörgel, spricht von einer „Zeitbombe“. Denn wenn Antibiotika in die Umwelt gelangen, entwickeln Bakterien, die dort leben, Abwehrmechanismen gegen die Mittel. Sie werden also resistent und breiten sich verstärkt aus, da sie gegenüber anderen Bakterien einen Überlebensvorteil haben. Es sei noch viel schlimmer als erwartet, sagt Dr. Christoph Lübbert. Der Infektionsmediziner vom Universitätsklinikum Leipzig war mit nach Hyderabad gereist. Im mikrobiologischen Institut seines Klinikums wiesen die Forscher in allen Proben gefährliche, multi-resistente Erreger nach. Dies sei sehr beängstigend, so Dr. Lübbert – auch, weil die Bakterien nicht vor Ort bleiben, sondern sich ausbreiten. Multi-resistente Erreger breiten sich global aus Klinikärzte wie Dr. Lübbert berichten von einer zunehmenden Zahl an Patienten, die aus anderen Regionen der Welt multi-resistente Bakterien mitbringen. Die Erreger können zu Infektionen führen. Auch Operationen und Chemotherapien können äußerst gefährlich verlaufen, wenn Antibiotika gegen die hoch resistenten Bakterien nicht mehr wirken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet multi-resistente Erreger als eine der größten globalen Bedrohungen. Schon jetzt sterben weltweit 700.000 Menschen jedes Jahr an Infektionen, bei denen Medikamente versagen. Pharma-Unternehmen verweisen auf Standards und Kontrollen Nach Schätzungen werden mittlerweile mindestens 80 bis 90 Prozent aller Antibiotika in China und Indien hergestellt. Nach den Recherchen von NDR, WDR und SZ beziehen fast alle großen Pharmakonzerne in Deutschland Antibiotika und Pilzmittel aus Hyderabad. Aber alle lehnten Interviews zu dem Thema ab. Stada sowie Teva als Mutterkonzern von Ratiopharm bestätigten schriftlich, dass sie Antibiotika aus der indischen Metropole beziehen. Die konkreten Zulieferer nannten sie jedoch nicht. Sandoz, das ebenso wie Hexal und 1A Pharma zu Novartis gehört, betreibt noch eigene Werke in Österreich und Slowenien. Mehr als 90 Prozent ihrer antibiotischen Wirkstoffe kämen von dort, schrieb eine Sprecherin auf Anfrage. Sie hätten aber selbstverständlich auch andere Lieferanten. „Unabhängig davon, wer diese Lieferanten und wo ihre Standorte sind, gelten weltweit unsere gleichen Standards“, so Sandoz/Hexal. Auch die anderen Unternehmen verwiesen auf die geltenden Standards sowie auf eigene Kontrollen beziehungsweise auf Inspektionen durch die zuständigen Behörden. Verband kritisiert Preisdruck Der Herstellerverband Pro Generika teilte zudem mit, er habe bereits vor einigen Monaten öffentlich auf die Abhängigkeit Deutschlands hingewiesen, „die durch den sehr hohen Anteil der Produktion von antibiotischen Wirkstoffen außerhalb der EU entstanden ist“, sowie auf die damit verbundenen Risiken. Die Konzerne fordern eine Debatte über die geringen Preise für Antibiotika, die teils nur bei wenigen Cent pro Tagesdosis lägen. „Bei diesem Preisniveau kann die Produktion in Deutschland bzw. der EU nicht kostendeckend stattfinden“, schreibt Pro Generika. Der Verband kritisiert die Krankenkassen. Diese würden bei Ausschreibungen von Rabattverträgen stets nur nach dem niedrigsten Preis gehen. Stattdessen sollten sie auch soziale und Umweltaspekte berücksichtigen. Die Krankenkassen wehren sich gegen diese Kritik. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln. Die Barmer, als einer der größten Versicherer, schreibt, sie erwarte von ihren Vertragspartner – also den Herstellern – dass sie umweltfreundlich produzierten. Für die Aufsicht seien die Unternehmen und Behörden zuständig. Die Kassen wären dazu überhaupt nicht in der Lage, so die Barmer. Sie beurteilt es als „alarmierend, wenn an irgendeiner Stelle in der Welt Produktionsbedingungen herrschen, die auf mehr oder weniger lange Sicht das Problem der Antibiotika-Resistenzen nur noch verstärken.“ Umweltbundesamt fordert Verschärfung der EU-Vorschriften Das Umweltbundesamt (UBA) fordert eine Erweiterung der Vorschriften zur „Guten Herstellungspraxis“ („Good Manufacturing Practice“ (GMP)). Diese Richtlinien müssen alle Hersteller von Arzneimitteln und Wirkstoffen erfüllen, die nach Europa importieren. Ihre Einhaltung wird von europäischen Behörden überwacht, die vor Ort – etwa in Indien – die Fabriken kontrollieren. Alle paar Monate sind auch deutsche GMP-Inspektoren in Hyderabad. Dabei geht es allerdings ausschließlich um die Qualität der Arzneimittel und den Schutz der EU-Bürger. Umweltaspekte spielen keine Rolle. Die Kontrolleure dürfen die Entsorgung der Abwässer derzeit gar nicht in Augenschein nehmen. Dafür fehlt ihnen die Rechtsgrundlage. Das UBA fordert deshalb, auch Umweltkriterien in die GMP-Richtlinien einzubeziehen. Die schwedische Regierung hat dies bereits vor einigen Jahren vorgeschlagen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) lehnt eine solche Verschärfung der Vorschriften und EU-Kontrollen jedoch ab. Er will die GMP-Regularien nicht ändern. Gröhe sagt in der ARD, „mit einem erhobenen Zeigefinger“ und der Androhung, die Hersteller vom europäischen Markt auszuschließen, werde man das Problem nicht lösen. Indien und China müssten „ein eigenes Interesse bekommen, die Wirksamkeit der medizinischen Versorgung ihrer großen Bevölkerung nicht zu gefährden“, so Gröhe. Indische Hersteller bestreiten Verantwortung Die meisten indischen Hersteller reagierten auch auf mehrfache schriftliche Anfragen nicht. Nur wenigen Firmen haben geantwortet, unter anderem MSN, ein wichtiger Zulieferer deutscher Pharma-Unternehmen. In Proben, die in unmittelbarer Nähe zu zwei der Fabriken des Unternehmens genommen wurden, fanden die Forscher hohe Konzentrationen an Medikamenten. MSN bestreitet dafür verantwortlich zu sein und zweifelt die Untersuchungsergebnisse an. Auch andere Firmen teilten mit, es sei nicht möglich, dass die gefundenen Substanzen aus ihren Werken stammen würden, sie würden keine Abwässer in die Umwelt lassen. Hyderabad selbst preist sich als „Pharma-Hauptstadt Indiens“ mit mehr als 200 Produzenten und wirbt in einem Video für den Standort mit dem Slogan „Minimum Inspection, Maximum Facilitation“ – „Minimale Kontrolle, Maximale Förderung“. Die Dokumentation Der unsichtbare Feind – Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken ist am Montag, 8. Mai, ab 22.45 Uhr im Ersten zu sehen.

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Skandal: Medikamentenversuche an Säuglingen und Kindern

Cybercrime
Michele Marsching: NRW-Verfassungsschutz falsche Behörde für Cybersicherheit

Düsseldorf/Bonn (ots) – Der Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen Piratenpartei, Michele Marsching, fordert ein verstärktes Vorgehen gegen Cyberkriminalität: „Die Prävention wurde jahrelang vernachlässigt. Das ist ein großes Problem. Da hätte man früher ranmüssen. Und spätestens jetzt, wo man es erkannt hat, muss man auf jeden Fall massiv dagegen steuern“, sagte Marsching im phoenix-Interview. In Nordrhein-Westfalen sei der Verfassungsschutz für Prävention und Aufklärung bei den Firmen zuständig, was mit den Daten passieren könne und wo die Gefahren lägen. Laut Marsching ist der Verfassungsschutz die falsche Behörde: „Wir haben das jahrelang moniert. Leider haben wir es nicht geschafft, dass die anderen Parteien auf uns gehört haben. Erst jetzt, wo die Schäden größer werden, wachen die anderen Parteien langsam auf und sagen, wir müssten da mal was machen. Das ist einfach vier, fünf Jahre zu spät“, so Marsching.

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Bundeswehr wirbt mit „Cyber Days“ um IT-Spezialisten

Kampf gegen Terror
Türkei: Geheimdienst MIT verhaftet Planer des Kayseri-Bombenattentats

Istanbul (nex) – Der Anführer der PKK-Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) wurde Medienberichten zufolge in einer gemeinsamen Operation des türkischen Geheimdienstes MIT und eines Teams des Sondereinsarzkommandos im irakischen Erbil gefasst. Haci Türmak, der für 59 blutige Anschläge in türkischen Städten verantwortlich gemacht wird, wurde ausfindig gemacht, nachdem der MIT eine von seinem Kurier von einer Schläferzelle aus benützte E-Mail-Adresse entdeckt hatte. Nach intensiver technischer und physischer Observierung des Kuriers fanden die Sicherheitskräfte anhand der Kommunikationsdaten heraus, dass sich Haci Türmak in der nordirakischen Stadt Erbil aufhält. Türmak soll Medienberichten zufolge in die Türkei gebracht worden sein. Ihm wird vorgeworfen, das Mastermind hinter dem Autobombenanschlag auf einen Bus mit Soldaten vom 17. Dezember 2016 in der zentraltürkischen Provinz Kayseri zu sein, bei dem 17 Menschen getötet und 55 weitere verletzt worden waren. Ein weiterer Anschlag, für den Haci Türmaks TAK verantwortlich ist, ist der blutige Terroranschlag vom 10. Dezember 2016 im Istanbuler Landkreis Besiktas, bei dem 44 Menschen ihr Leben verloren und 157 verletzt wurden. Medienberichten zufolge ist Türmak seit 19 Jahren in der Terrorgruppe aktiv und ist auf Bombenbau spezialisiert. Zwischen 2009 und 2012 war er für die Finanzen der TAK verantwortlich und erpresste Geld aus der Cannabisproduktion in der Region.

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Kurden demonstrieren gegen PKK-Terror

Digital
Messengerdienst Whatsapp weltweit down

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Dortmund (nex) – Die Störung von Whatsapp, die gerade das Thema in den sozialen Medien ist, betrifft nach Infomationen britischer Medien weltweit große Bereiche, unter anderem in Europa, Südamerika und Teile der USA. Aber auch User aus Nordafrika, Tansania, Saudi-Arabien, Indien und Pakistan melden „Whatsapp down“ Aus informierten Kreisen heisst es, dass ein angekündigtes grösseres Update anstand. Es ist anzunehmen, dass der Ausfall damit zusammenhängt. Weitere Informationen liegen derzeit nicht vor.

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Wirtschaft
Türkischer Vize-Premier: „Bis Ende des Jahres einstellige Inflationsrate möglich“

Ankara (nex) – Die Inflationsrate in der Türkei werde bis zum Ende des Jahres in den einstelligen Bereich sinken. Dies hat am heutigen Mittwoch der türkische Vizepremier Nurettin Canikli bekannt gegeben.

„Wir werden diesen Rückgang zum Ende des Jahres nicht nur bei der Inflation, sondern auch bei der Arbeitslosigkeit erleben“, erklärte Canikli gegenüber Journalisten in London, wo er Medienberichten zufolge eine Reihe von Meetings abgehalten habe.

„Die Türkei, die vor 2002 es nicht schaffte, Direktinvestitionen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar an Land zu ziehen, ist nun zu einem Land geworden, in dem sich nach dem Stand von Ende 2016 12 Milliarden US-Dollar an Direktinvestitionen befinden“, führte Canikli weiter aus.

Der türkische Vizepremier wies des Weiteren darauf hin, dass die Direktinvestitionen, die in manchen Jahren 22 Milliarden US-Dollar erreicht hatten, wegen geopolitischer und regionaler Risiken zurückgegangen seien, betonte jedoch, dass die Türkei nach wie vor ein Land mit einer großen Anziehungskraft für Geschäfte sei..

Canikli ging auch auf das neue Präsidialsystem in der Türkei ein. Die Märkte begrüßten die Kontinuität der Stabilität, merkte er an und fügte hinzu:

„Der steigende Wert der Türkischen Lira sowie die historischen Werte an der Istanbuler Börse sind Indikatoren dafür, dass das Präsidialsystem die richtige Regierungsform für die Türkei und die Wirtschaft ist.“

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Terrorismus
Bundeswehrsoldat Franco A. war Teil eines rechtsextremistischen Netzwerks

Dortmund (nex) – Laut Informationen des Bundesverteidigungsministeriums wurden im Zuge der Ermittlungen gegen den verdächtigen Bundeswehroffizier Franco A. Hinweise auf ein „kleines“ rechtsextremistisches Netzwerk bestehend aus bis zu 5 Personen innerhalb der Bundeswehr gefunden. Die Bundesstaatsanwaltschaft habe unterdessen die Ermittlungen „wegen einer schweren staatsgefährdenden Straftat gem §89a StGB“ gegen Franco A. und einen weiteren Verdächtigen an sich gezogen, heißt es auf eine Anfrage der „Bild“ Redaktion. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen reiste mit Generalinspekteur Volker Wieker nach Illkirch, um sich ein Bild von der ehemaligen Dienststätte des Soldaten zu machen. Dort waren Wehrmachtsbilder und ein Sturmgewehr mit eingeritztem Hakenkreuz gefunden worden. Auch eine handgeschriebene Todesliste mit potentiellen Anschlagsopfern soll Franco A. geführt haben, auf dieser stünden nach Angaben aus Sicherheitskreisen unter anderem der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und die Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus Anne Helm (Die Linke). Diese Todesliste soll er zusammen mit einem weiteren Verdächtigen, der mit ihm zusammen in Illkirch stationiert gewesen sein soll, erstellt haben. Auch ein Reservist, der im Ausland lebe, solle inzwischen zu den Tatverdächtigen aus dem Dunstkreis von Franco A. gehören. Darüber hinaus steht der Verdacht im Raum, dass Franco A. Munition gestohlen haben könnte, die zu einer Schießübung, die dieser geleitet hatte, verwendet werden sollte. Doppelleben und Hartz 4 Seit Dezember 2015 soll sich Franco A. als „syrischer Flüchtling David Benjamin“ getarnt haben und darüber hinaus auch Sozialleistungen wie Hartz4 bezogen haben, teilte der Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Detlef Scheele, in Nürnberg mit. Bewilligt habe die Leistungen die Arbeitsagentur in Erding. Mittlerweile seien die Zahlungen aber eingestellt worden. Einige Monate hatte er 405 Euro pro Monat erhalten, was dem Regelsatz für anerkannte Flüchtlinge entspreche. Die Bundesagentur habe sich auf die Richtigkeit der Unterlagen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge verlassen, so Scheele. Er betonte, dass die ausgezahlten Leistungen nunmehr zurückgefordert würden.

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Annäherung Russland-Türkei
CDU-Außenexperte: Türkei ist ökonomisch von Europa abhängig

Brok fordert Gelassenheit von Europäern Osnabrück (ots) –  Vor dem Treffen von Kremlchef Wladimir Putin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok vor Hysterie gewarnt. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament: „Die Europäer sollten nicht in Nervosität verfallen, nur weil die beiden Präsidenten sich wieder mal verbrüdern und das als öffentliches Theater inszenieren.“ Brok riet allen, die einen neuen Machtblock zwischen den starken Männern in Russland und der Türkei gegen Europa fürchten: „Wir sollten alle gelassen bleiben.“ Die Türkei sei aus ökonomischen Gründen abhängig von Europa, zwei Drittel aller Direktinvestitionen in der Türkei stammten aus der EU. Der CDU-Abgeordnete sagte: „Russland kann in wirtschaftlicher Hinsicht Europa nicht ersetzen.“ Zudem habe Europa gegenüber der Türkei ein wichtiges Druckmittel in der Hand, nämlich die Zollunion, die Erdogan erweitern wolle. Sollte die Türkei Europa mit der Annäherung an Russland erpressen wollen, werde dies wirkungslos sein: „Das bringt gar nichts außer Propaganda.“ Die Drohung Erdogans, die Türkei werde sich von der EU abkehren, sollte die EU nicht beim Beitrittsprozess voran machen, sieht Brok gelassen. Er betonte: „Die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei finden seit einem Jahr nicht statt. Und sie werden auch nicht wieder aufgenommen – außer die Türkei macht wesentliche Zugeständnisse bei den Grund- und Menschenrechten und bei der Gewaltenteilung.“ Auch sicherheitspolitisch habe die russisch-türkische Annäherung keine Nachteile für Europa. „Sollte die Türkei aus der Nato herausgehen und sich an Russland annähern, muss sie wissen, in welche Hände sie sich gibt. Erdogan wird dann abhängig von Russland, das wird er nicht mögen“, sagte Brok.

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Treffen in Rusland
Putin: „Türkei ist ein wichtiger und vertrauenswürdiger Partner Russlands“

Moskau (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist am heutigen Mittwoch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau zusammengekommen. Erdogan, der vor seiner Abreise am Flughafen Ankara-Esenboga eine Pressekonferenz abhielt, wies darauf hin, dass „weder Russland noch die Türkei eine Sekunde Zeit für Bürokratie haben.“ Beide Länder würden sich auf Lösungen in den verschiedenen Angelegenheiten konzentrieren, so Erdogan weiter. „Unsere gemeinsame Arbeit zeigt, dass die russisch-türkischen Beziehungen einen besonderen Charakter sowie eine Sonderstellung haben und vollständig wiederhergestellt werden“, erklärte Putin bei einem Treffen mit Erdogan in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Die Türkei sei ein wichtiger und vertrauenswürdiger Partner Russlands, betonte Putin und fügte hinzu: „Die Normalisierungsphase liegt hinter uns. Jetzt sind wir dabei, unsere Beziehungen weiterzuentwickeln.“ Der russische Präsident gratulierte Erdogan zu dem Ergebnis des am 16. April abgehaltenen Referendums über Verfassungsänderungen, die die Befugnisse des Präsidenten ausweiten. Erdogan wird auf seiner Russlandreise von Außenminister Mevlüt Cavusoglu, dem Vizegeneralsekretär im Präsidialamt Ibrahim Kalin sowie dem Leiter des Inlandsgeheimdienstes (MIT) Hakan Fidan begleitet.

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