Arbeiterrechte
Entwicklungspolitikexpertin fordert Transparenz von Modeunternehmen Hugo Boss
Berlin (ots) – Die Entwicklungspolitikexpertin Gisela Burckhardt hat anlässlich der Hauptversammlung des Modeunternehmens Hugo Boss am Dienstag scharfe Kritik an der fehlenden Transparenz in dessen Lieferkette geübt.
„Wir fordern die Offenlegung der Lieferkette und zwar en detail: Wie heißt die Fabrik, welche Produkte werden dort hergestellt, wie heißt die Muttergesellschaft, wem gehört sie und wo befindet sich der Stammsitz?“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation FEMNET, die auch in der Kampagne für saubere Kleidung aktiv ist, im Interview mit der Tageszeitung „neues deutschland“.
Neben dem Textildiscounter Kik gehöre auch der Luxusmodeanbieter Boss zu den Unternehmen, die in Sachen Offenheit „noch deutlich hinterherhinken“.
Burckhardt kritisierte ferner die Orientierung des Unternehmens am Mindestlohn, sowohl in Deutschland als auch in Produktionsländern wie Bangladesch und Indien.
Gerade ein Anbieter mit gehobenem Sortiment wie Hugo Boss müsste sich aber existenzsichernden Löhnen orientieren.
Wissenschaft
Türkei: Studierende der Kayseri-Universität entwickeln mit Pupillen steuerbaren Rollstuhl
Kayseri (nex) – Drei Studierende der Universität Erciyes in der zentraltürkischen Provinz Kayseri haben einen Rollstuhl entwickelt, der sich mit den Pupillen des Nutzers bedienen lässt. Die Erfindung ist ein Hoffnungsschimmer für gelähmte Menschen.
Die drei Elektrotechnik-Studierenden Alperen Kara, Kübra Uyanik und Osman Nuri Koc sind die Erfinder des Prototypen, der sich mit den Pupillen bedienen lässt.
Das Novum wird insbesondere jenen Menschen die Lebensbedingungen erleichtern, die zwar ihre Augenlider nicht bewegen können, aber Kontrolle über ihre Pupillen haben.
Es gehe ihnen bei der Entwicklung des Projekts hauptsächlich um Menschen, die vom Nacken abwärts gelähmt seien, so die Verantwortlichen der Universität.
Und so funktioniert der Rollstuhl: Das System arbeitet parallel zu den Pupillenbewegungen des Nutzers sowie einer an einen Helm oder eine Brille angebrachten Kamera. Wenn die Kamera die Bewegung registriert, übermittelt sie dieses Signal an den speziell angefertigten Rollstuhl.
Die Arbeit am Prototypen werde nach Angaben des Studenten Alperen Kara von TÜBITAK, der Türkischen Anstalt für Wissenschaftliche und Technologische Forschung, unterstützt.
„Wir haben diesen Prototypen für Querschnittsgelähmte und Menschen mit Multipler Sklerose entwickelt“, betont er und fügt hinzu: „In der Türkei haben wir Rollstühle, die durch Augenzwinkern bedient werden, aber dieser hier wird den Patienten sogar noch mehr nützen.“
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Bundestagswahl 2017
Einwanderungsgesetz: Europaparlaments-Vize wirft Union „bockige Verweigerungshaltung“ vor
Osnabrück (nex) – Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, hat der Union beim Thema Einwanderung eine „bockige Verweigerungshaltung“ vorgeworfen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte der FDP-Politiker eine gesetzliche Regelung:
„Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz für eine intelligente Steuerung der Zuwanderung.“ Die ablehnende Haltung von CDU und CSU trenne sie von der FDP.
Angesprochen auf mögliche Koalitionen sagte Lambsdorff, in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen sowie der Energiepolitik stünden sich CDU und FDP näher, bei der Einwanderung aber SPD und FDP. Lambsdorff, der für den Bundestag kandidiert, wollte sich nicht auf Koalitionen nach der Bundestagswahl festlegen.
Das Ziel der FDP sei, im September wieder in den Bundestag einzuziehen:
„Wenn es uns gelingt, unsere Themen erfolgreich zu vertreten, kann die FDP eine Koalition eingehen. Wenn uns das nicht gelingt, machen wir Opposition.“
"Öffnung nach außen"
Wahlen in Iran: Islamwissenschaftlerin sieht Reformkurs bestätigt
Köln (nex) – Die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur sieht den Reformkurs des Iran nach der Wiederwahl von Präsident Hassan Ruhani bestätigt.
„Eine Wiederwahl ist ja in der Hinsicht noch wichtiger als eine Erstwahl, da sie einen Weg, der bereits eingeschlagen ist, legitimiert und stützt“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Ruhani habe verstanden, dass Reformen notwendig seien. Er stehe für eine Öffnung nach außen und auch im Inneren. Andererseits seien keine immens großen Veränderungen in der Politik zu erwarten.
„Denn Ruhani hat dazu nicht die Macht. Er ist nicht der mächtigste Mann im Staat, legt nicht die großen Linien der Politik fest, sondern der oberste religiöse Führer Ajatollah Chamenei“, sagte die an der Universität Hamburg lehrende Islamwissenschaftlerin.
„Chamenei kommt die Richtlinienkompetenz im iranischen System zu. Hier wird sich also nicht viel ändern.“
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Tierschutz
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer (Grüne) kritisiert Tierrechtsorganisationen
Meyer: Diffamierung eines ganzen Berufsstandes
Osnabrück (nex) – Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat Tierrechtsorganisationen wie Peta für heimliche Filmaufnahmen in Ställen kritisiert. Der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:
„Die Kontrolle von tierhaltenden Betrieben ist Sache des Staates und nicht von jedermann.“ Er nehme die Sorge von Landwirten „sehr ernst“, von „manipulierten und einseitigen Filmaufnahmen“ betroffen zu sein, so Meyer.
Zuletzt waren auch Bilder aus Betrieben veröffentlicht worden, die sich im Tierwohlbereich engagieren. Es sei ein Bärendienst für den Tierschutz gerade diese Betriebe öffentlich in Misskredit zu bringen, sagte der Minister. Der Grünen-Politiker erinnerte daran, dass es manchen Organisationen gar nicht um die Verbesserung der Tierhaltung gehe, sondern um deren Abschaffung.
Meyer: „Da sollen Skandalbilder also gar nicht dem Stopp einzelner Missstände dienen, sondern vielmehr zur Diffamierung eines ganzes Berufsstandes und vieler Anstrengungen für mehr Tierwohl missbraucht werden.“
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Wirtschaft
Konzernvorstände: 85% glauben an unveränderten Fortbestand der EU
Neue McKinsey-Studie: Unternehmen rechnen mit 2% Wachstum in der EU und Umsatzplus von 2,1%
Brüssel/Düsseldorf (ots) – Die Wirtschaft in Europa befindet sich auf Erholungskurs, entsprechend optimistisch blicken Konzernvorstände in die Zukunft. In den kommenden fünf Jahren rechnen sie in der Europäischen Union (EU) mit einem jährlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 2% und einem Umsatzplus von durchschnittlich 2,1% im eigenen Unternehmen.
Höhere Investitionen könnten Bruttoinlandsprodukt Europas bis 2030 um eine Billion Euro steigern
Deutsche Unternehmen liegen mit ihren Wachstumserwartungen für Europa im Schnitt aller befragten Firmen. Sie sind für ihren eigenen Umsatz mit einem erwarteten Plus von 2,7% aber deutlich optimistischer als ihre europäischen Wettbewerber. Dies sind Ergebnisse der Studie „European Business: Overcoming uncertainty, strengthening recovery“, die das McKinsey Global Institute (MGI) am Montag beim European Business Summit in Brüssel vorgestellt hat.
Das MGI hat für die Studie über 2.000 Vorstände von Unternehmen in den sechs bevölkerungsreichsten EU-Ländern befragt. Neben Deutschland waren dies Frankreich, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien. Die Befragung erfolgte vor der Frankreich-Wahl, als noch Unsicherheit über den neuen französischen Präsidenten herrschte.
Überwiegend Vertrauen in Fortbestand der Europäischen Union
Die große Mehrheit (85%) der Vorstände geht in der Umfrage davon aus, dass die EU als politische Institution in Takt bleibt.
Allerdings sind die Meinungen darüber geteilt, wie sich die Eurozone weiterentwickeln wird: 51% rechnen damit, dass die Eurozone in den nächsten Jahren kleiner werden oder sich gar auflösen wird. Die übrigen 49% rechnen hingegen damit, dass der Status Quo erhalten bleibt und sich die Integration fortsetzen wird.
Überwiegend Vertrauen in Fortbestand der Europäischen Union
Die Mehrheit der Befragten (55%) sieht die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Automatisierung für ihre Unternehmen positiv. 54% geben an, dass ihr Unternehmen von der EU profitiert habe. Größere Unternehmen stimmen dieser Aussage in stärkerem Maße zu als kleine. Über 60% der Befragten sprachen sich für „mehr Europa“ aus hinsichtlich zentraler politischer Entscheidungen und Ausgaben der EU.
Unternehmen halten sich mit Investitionen noch zurück
„Hinter uns liegt mit der Finanzkrise nach 2007 und der Rezession 2012 und 2013 in der EU eines der wirtschaftlich schwierigsten Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg“, stellt McKinsey-Seniorpartner Eckart Windhagen fest. Nun erhole sich die Wirtschaft zwar, die Höhe der Investitionen von Unternehmen in Europa liege mit aktuell knapp 20% anteilig gemessen am BIP allerdings immer noch historisch niedrig.
Die Umfrage zeigt, woran das liegt: Statt zu investieren, haben die befragten Unternehmen 2015 ihre Brutto-Finanzreserven auf fast 2 Billionen Euro erhöht. Die Hälfte der Unternehmen will damit Rücklagen für künftige Krisen aufbauen. Würden die Investitionen der Unternehmen wieder das Level von vor der Finanzkrise erreichen, könnte das BIP in der EU im Jahr 2030 rund 1 Billion Euro höher liegen als aktuell erwartet, rechnet McKinsey-Experte Windhagen vor.
Als Hauptgründe für die aktuelle Zurückhaltung bei Investitionen nannten die befragten Unternehmen regulatorische Hindernisse sowie generell eine zunehmende Verunsicherung über die allgemeine gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung in Europa. An erster Stelle nannten die Vorstände die Sorge über eine neue Finanzkrise oder ökonomische Rezession sowie populistische Strömungen und zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft.
Tourismus
Rekord: Turkish Airlines erwartet 2 Millionen russische Fluggäste in sechs Monaten
Moskau (nex) – Turkish Airlines wird in den kommenden sechs Monaten mehr als zwei Millionen Fluggäste von Russland in die Türkei transportieren, womit sie einen neuen Rekord aufstellen würde. Dies hat das Unternehmen nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Dogan am gestrigen Samstag mitgeteilt. Die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich nach der Kampfjetkrise vom November 2015 normalisiert.
Demnach werde die teilstaatliche Fluggesellschaft nach eigenen vorläufigen Angaben in der zweiten Jahreshälfte mehr als eine Million Fluggäste von Moskau in die Türkei transportieren.
Turkish Airlines hat mit dem Beginn der Tourismussaison zwischen dem südtürkischen Urlaubsort Antalya und Moskau zehn zusätzliche Flüge eingerichtet. Des Weiteren hat sie für das ganze Jahr über vier Direktflüge in der zwischen Ankara und Moskau gestartet. Es gibt bereits vier Direktflüge täglich zwischen Istanbul und Moskau sowie einen Direktflug pro Tag von Antalya nach Moskau.
Da Unternehmen plant, mit den zusätzlichen Flügen etwa 850.000 Menschen von Moskau nach Antalya zu transportieren. Die neu eingerichteten täglichen Flüge von St. Petersburg und Ufa nach Antalya sollen dem Transport von über einer Million Fluggästen von Moskau nach Antalya dienen.
Es wird nach Angaben des Unternehmens erwartet, dass die Zahl der von Moskau nach Antalya geflogenen Flugpassagiere 1,5 Millionen übersteigen wird. Turkish Airlines fliegt in Russland zehn Destinationen an.
Mit dem Transport von mehr als zwei Millionen Fluggästen von Russland in die Türkei würde das Unternehmen nach den vorläufigen Buchungszahlen einen neuen Rekord brechen.
Turkish Airlines EuroLeague 2017
Türkei: Fenerbahce erreicht Finale in Basketball-EuroLeague
Istanbul (nex) – Die türkische Basketballmannschaft Fenerbahce hat nach ihrem Sieg gegen Real Madrid mit 84-75 in der gestrigen Freitagnacht im Sinan Erdem Dome in Istanbul das Finale des Turkish Airlines EuroLeague erreicht.
Somit befindet sich das türkische Team beim Wettbewerb für europäische Basketball-Vereinsmannschaften der Männer bereits zum zweiten Mal im Finale und könnte erstmals die Trophäe in den Händen halten.
Ekpe Udoh erspielte für seine Mannschaft 18 Punkte (10 Rebounds, 8 Assists), die ausschlaggebend für den Sieg waren.
Bogdan Bogdanovic konnte mit 14 Punkten dienen, Jan Vesley und Nikola Kalinic lieferten jeweils 12 Punkte.
Die 21 Punkte von Jaycee Carrol und 28 von Sergion Llull reichten bei den Spaniern nicht für den Einzug ins Finale.
Das Finale gegen das griechische Team Olympiakos Piräus, das den Titelverteidiger ZSKA Moskau mit 82:78 ausgeschaltet hatte, findet am morgigen Sonntag um 21 Uhr Ortszeit statt.
Kampf gegen Terror
Razzia in Istanbul: Türkische Polizei nimmt fünf IS-Verdächtige fest
Istanbul (nex) – Die Istanbuler Polizei hat am heutigen Freitagmorgen im Zuge eines Anti-Terror-Einsatzes fünf Personen festgenommen.
Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es sich bei den Festgenommenen um Personen handele, die der Verbindungen zur Terrorgruppe IS (Deash) verdächtigt würden.
Die Operation habe in vier Landkreisen von Istanbul stattgefunden, so die anonyme Quelle weiter.
Bei Razzien seien des Weiteren 12 Ausländer gefasst worden, die verdächtigt würden, in Kriegsgebiete ausreisen zu wollen.
Umfangreiche digitale Daten und Dokumente seien ebenfalls im Zuge der Razzien beschlagnahmt worden, hieß es weiter.
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Bundestagswahlen
Wählen ab 16: Ruf nach Senkung des Wahlalters bei Bundestagswahlen wird lauter in der SPD
Partei-Vize: Schwesig: Junge Leute müssen mitentscheiden können
Osnabrück (nex) – In der SPD wirft der Ruf lauter, schon 16-Jährigen die Stimmabgabe bei der Bundestagswahl zu erlauben. Familienministerin Manuela Schwesig sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:
„Ich unterstütze, das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken. Ich sehe bei Landtagswahlen, dass die Jugendlichen das auch nutzen.“
Die stellvertretende Parteivorsitzende betonte, junge Leute müssten mitreden und mitentscheiden können, „gerade wenn es um ihre Interessen geht“.
Im Leitantrag für den Bundesparteitag im Juni schlägt die Partei eine entsprechende Absenkung des Wahlalters ab der Bundestagswahl 2021 vor.
Bislang müssen Wähler mindestens 18 Jahre alt sein. Käme es zur Senkung, wären bei der Wahl 2021 voraussichtlich 1,5 Millionen junge Menschen zusätzlich wahlberechtigt.


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