Kommentar
Was ich mir als Deutscher mit türkischen Wurzeln von der künftigen Bundesregierung erhoffe

Von Yasin Baş Die Wahlprognosen sehen vor, dass die CDU/CSU die Bundestagswahlen gewinnt und Angela Merkel weiterhin Bundeskanzlerin bleibt. Große Koalition in Deutschland bedeutet Stillstand Ich hoffe nur, dass es nicht erneut zu einer großen Koalition kommt. Aus politikwissenschaftlicher Sicht sind große Koalitionen eigentlich positiv zu betrachten, weil damit Reformvorhaben leichter zu bewerkstelligen sind. Aber am Beispiel der gemeinsamen Regierung der Union und der SPD haben wir in den letzten Jahren eher einen Stillstand erlebt. Das tat der Entwicklung unseres Landes nicht gut. Ich hoffe, dass die Gesetzesvorhaben mit einer möglichen Beteiligung der Liberalen nun konsequent angefasst werden, appelliere aber auch an das soziale Gewissen der künftigen Koalitionspartner. FDP darf nicht nur Klientelpolitik betreiben Die FDP darf nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, indem sie als eine Klientelpartei der sog. Bessergestellten agiert. Wir haben gesehen, wozu genau das 2013 bei der FDP geführt hat. Die Entlastung der Benachteiligten und Hilfsbedürftigen, also eine solidarische Politik, täte unserem Land gut. Die schwächeren Schultern müssen u.a. bei Steuern und Sozialabgaben entlastet werden. Öffentliche Investitionen müssen konsequenter durchgeführt und gefördert werden. Entspannung der Beziehungen zur Türkei Die Generationengerechtigkeit muss im Rahmen des demographischen Wandels ebenso im Blickfeld behalten werden wie die Entspannung der Beziehungen zu Staaten wie den USA, Russland oder der Türkei. In dem eskalierenden Konflikt mit dem Land am Bosporus gelten beide Seiten als Verlierer. Das kann geändert werden, indem man zu einer „Politik der Vernunft“ zurückkehrt. Ein Schwerpunkt auf Migrations- und Integrationspolitik Außerdem hoffe ich, dass bei der Frage der doppelten Staatsangehörigkeit und des Modells des Generationenschnitts eine migrantenfreundliche Lösung gefunden wird. Auch über eine Quotenregelung – so umstritten diese in bestimmten Kreisen auch sein mag – in der Teilhabe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte sollte langsam nachgedacht werden. Überdies sollten die islamischen Religionsgemeinschaften endlich einen gesicherten Körperschaftsstatus erhalten. Die Frage der Integration der Geflüchteten, Einwanderer und Muslime verdient deshalb eine größere Bedeutung als bisher. Daher sollte es ein eigenes Ressort (ein eigenes Ministerium) geben, das sich um diese Belange kümmert. Ein aufgewertetes Migrations- bzw. Integrationsministerium würde dem Einwanderungsland Deutschland gut stehen. Das könnte vielleicht auch endlich dazu führen, dass die Themenfelder Flucht, Integration, Migration und Islam nicht in erster Linie aus dem Blickwinkel von „Ordnung und Sicherheit“, sondern aus der sozialpolitischen Perspektive betrachtet werden. Vorsicht vor Extremismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit Eine Befürchtung, nicht nur meinerseits, ist, dass die voraussichtlich in den Bundestag gewählten Rechtspopulisten ihre Stellung weiter ausbauen könnten. Schlimm wäre es, wenn die Partei sich – ähnlich wie in der Weimarer Republik die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) – weiter radikalisiert und dadurch unschöne Zeiten für den Frieden und den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland und Europa beginnen. Gegen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Rechtsextremismus muss von Beginn an hart durchgegriffen werden. Ebenso erwarten die Menschen ein stärkeres Vorgehen gegen Kriminalität und Terrorismus, egal ob von Rechts, Links oder der Mitte. Aber auch religiös motivierter Extremismus muss entschieden bekämpft werden. Die bestehenden Präventions- und Demokratisierungsprogramme sollten optimiert werden.  
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Deutsche Geschichte
Im Bauch einer Antonov: „Landshut“ wieder in Deutschland

Hamburg (ots) – Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes hat ein Team der Lufthansa Technik AG seit Ende August die ehemalige Lufthansa Boeing 737-200 D-ABCE „Landshut“ im brasilianischen Fortaleza fachmännisch zerlegt und für den Transport vorbereitet. Heute traf das Flugzeug „per Luftpost“ im Bauch einer Antonov An 124 sowie einer Ilyushin IL-76 in seiner künftigen Heimat in Friedrichshafen am Bodensee ein. Dort wird es im Dornier Museum seine künftige Heimat finden und der Öffentlichkeit als Teil der Deutschen Geschichte zugänglich gemacht. Am 22. August begann ein fünfzehnköpfiges Expertenteam der Lufthansa Technik mit den Arbeiten. Große Schritte waren dabei zunächst die Demontage der Triebwerke. Es folgten Höhen- und Seitenleitwerke. Nachdem das Flugzeug aufgebockt wurde, konnten auch die Fahrwerke entfernt werden. Der letzte aber auch aufwändigste Schritt der Demontage begann am 13. September mit der Trennung der linken Tragfläche vom Rumpf. Parallel liefen zu diesem Zeitpunkt bereits die Transportvorbereitungen. Immer wieder wurde das Projektteam von Medien begleitet und erhielt hochrangige Besuche des Diplomatischen und Konsularischen Corps. „Wir alle sind stolz, Teil der historischen Aufgabe zu sein, dieses für die Deutsche Geschichte so wichtige Flugzeug zurück in die Heimat zu holen“, sagt Martin Brandes, Projekteiter „Landshut“ bei der Lufthansa Technik. Am 13. Oktober 1977 entführten vier palästinensische Terroristen die Boeing 737-200 D-ABCE „Landshut während des so genannten „Deutschen Herbstes“. Am 18. Oktober 1977 wurde die Entführung erfolgreich durch die GSG-9 in Mogadischu beendet. Das Flugzeug flog bis 1985 für die Lufthansa und wurde dann in die USA verkauft. Nach zahlreichen weiteren Besitzern wurde es im Jahr 2008 in Fortaleza endgültig aus dem Betrieb genommen und stand seitdem am Rande des Flughafens. „4.000 spannende, herausfordernde aber auch faszinierende Arbeitsstunden liegen hinter uns. Bei über 50 Grad Innenraumtemperatur stundenlang in der Tragfläche kopfüber Nietverbindungen zu lösen, ist nicht für jeden ein Traumjob. Aber wir haben alle die nötige Motivation dafür. Die Chance, so einen Job zu übernehmen, bekommt man nicht zweimal im Leben“, beschreibt Martin Brandes die Begeisterung des Teams. „Wir haben im Umfeld einer einmaligen Kombination aus luftfahrttechnischer Perfektion, totaler Improvisation und brasilianischem Humor gearbeitet“, beschreibt Projekt-Koordinatorin Lisa Hafemann die Herausforderungen ihrer Planungsarbeit vor Ort. In jeder freien Minute legte die ausgebildete Fluggerätmechanikerin selbst Hand an und unterstützte bei der Demontage. „Gelernt ist gelernt. Die Motivation, am Flugzeug arbeiten zu können, verlässt einen nie.“ Unterstützung gab es von der gesamten Lufthansa Group – so beispielsweise beim Transport des umfangreichen Equipments durch die Lufthansa Cargo, aber auch von LSG Sky Chefs. Lufthansa Technik Logistik Services organisierte Transport und Versand. Auch Condor half unbürokratisch bei der Abwicklung von Transporten. „Bei einem solchen Projekt für uns eine Selbstverständlichkeit“, sagt Johannes Winter, Leiter Unternehmenskommunikation der Thomas Cook Group Airlines.

Zuckerquote
EU-Quote fällt: Nordzucker-Chef rechnet mit sinkenden Zuckerpreisen ab Oktober

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Osnabrück (nex) – Der Chef von Europas zweitgrößtem Zuckerproduzenten Nordzucker rechnet mit sinkenden Zuckerpreisen. Vorstandsvorsitzender Hartwig Fuchs sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf die zum Oktober fallende Zuckerquote: „Wir werden jetzt in der EU deutlich mehr Zucker produzieren, als der Markt wirklich braucht.“ Fast 50 Jahre lang hatte die Quote die Produktion in Europa gedeckelt, nun fällt die Mengenbegrenzung. In einigen Mitgliedsstaaten sei der Anbau von Zuckerrüben daher um bis zu 25 Prozent ausgeweitet worden, sagte Fuchs. Das werde für ein Überangebot sorgen, dass zu einer „kurzen Tiefpreisphase“ führe. Die Kunden im Supermarkt würden die Auswirkungen aber wohl nicht merken. „Hier setzt der Handel die Preise, das nimmt der Verbraucher kaum wahr.“ Die Zuckerrüben-Bauern stellte Fuchs aber auf härtere Zeiten ein: „Unterm Strich werden die Landwirte in der ersten Zeit der Nach-Quoten-Ära vermutlich allgemein weniger Geld für ihre Rüben bekommen.“ Insgesamt rechnet der Manager mit einem sinkenden Zuckerkonsum in Europa. „Wachstum bei Zucker findet außerhalb von Deutschland, außerhalb der EU statt.“ Daher plane Nordzucker auch, eine Produktion außerhalb Europas aufzubauen. Fuchs nannte Brasilien und das südliche Afrika als mögliche Standorte.

Business
Türkische Arçelik im Dow Jones Sustainability Emerging Markets Index notiert

Istanbul (nex) – Der globale Haushaltsgerätehersteller Arçelik A.S., für den Nachhaltigkeit zum betrieblichen Kernthema geworden ist, schreitet erneut bahnbrechend voran. Arçelik A.S., das Mutterunternehmen von Beko und Grundig, wurde gestern zum ersten türkischen Fertigungsunternehmen, das zum DJSI der Schwellenmärkte hinzustößt. Zu der Notierung äußerte sich Hakan Bulgurlu, CEO von Arçelik A.S. so: „Wir sind enorm stolz, mit der Notierung im branchenführenden DJSI der Schwellenmärkte die Früchte unserer Bemühungen zum Thema Nachhaltigkeit ernten zu können. Nicht nur sind wir das erste und einzige türkische Unternehmen, sondern zählen auch zu den Top 5 Unternehmen mit erstmaliger Notierung in der Kategorie der Schwellenmärkte. Für unser Unternehmen und unsere Stakeholder ist dies eine sehr bedeutende Entwicklung. Zum Jahresende 2016 wurde Arçelik A.S. in den internationalen FTSE4Good Börsenindex aufgenommen, wodurch wir als eines der weltweit leistungsstärksten Unternehmen in Bezug auf deren nachhaltige Entwicklungsrichtlinien, zu denen auch Umweltschutzverpflichtung, soziale Praktiken und Betriebsführung zählen, anerkannt wurden. Der DJSI und derartige Errungenschaften schaffen eine unvergleichliche Steigerung unseres Ansehens auf den Kapitalmärkten und fördern das Interesse der Investoren.“ Zum Thema der Nachhaltigkeit des Unternehmens setzte Bulgurlu hinzu: „Internationale Investoren achten akribisch genau auf Nachweise von Nachhaltigkeit bei den Unternehmen. Unternehmen mit starkem Fokus auf umweltfreundlicher Technologie, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz tragen marktführend zum Wandel in privaten Haushalten bei. Unter dem Gesichtspunkt suchen wir nach mehr Gelegenheiten zur Investition, Innovation und Zusammenarbeit.“ DJSI Emerging Markets (Dow Jones Nachhaltigkeitsindex für Schwellenmärkte) zählt zu den weltweit am höchsten angesehenen Plattformen, mit denen Unternehmen anhand ihrer globalen Nachhaltigkeitsleistung eingestuft werden. Der DJSI für Schwellenmärkte hat es sich zum Ziel gesetzt, die obersten 10 Prozent der größten 800 Unternehmen aus 23 Schwellenmärkten anhand ihrer langfristigen wirtschaftlichen, umweltschutzbetreffenden und sozialen Kriterien aufzulisten. Der DJSI für die Schwellenmärkte überwacht Unternehmen anhand von Kriterien wie Management, Buchführung, Ethik, ihrer Wertschöpfungskette in Bezug auf Leistungen für den Umweltschutz und das Sozialwesen, Risikomanagement, Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels, Transparenz, Lieferkette sowie Menschenrechte und das Arbeitsrecht. Der DJSI der Schwellenmärkte ist ein wichtiger, von internationalen Investoren berücksichtigter Faktor.

Terrorismus
Bericht: Amri wurde mehrfach von Beamten gewarnt

Dortmund (nex) – Im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri hat es offenbar weitere schwere Behördenpannen gegeben. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, warnten Beamte den Tunesier mehrfach, dass er überwacht würde. Dadurch wurden weitere Terroristen aus Amris Umfeld gewarnt und Ermittlungen des Generalbundesanwalts gefährdet. Amri fuhr im Februar 2016 mit dem Bus von Dortmund nach Berlin. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt bat die Polizei in Berlin, ihn auf keinen Fall merken zu lassen, dass er überwacht wird. Entgegen dieser Bitte habe die Berliner Polizei den Verdächtigten bei der Ankunft nicht verdeckt observiert, sondern ihn mit aufs Präsidium genommen. Dort hätten sie auch Amris Handy beschlagnahmt, obwohl die Kollegen aus NRW ausdrücklich darauf hingewiesen hätten, dass das Gerät überwacht wird. Dem „Spiegel“-Bericht zufolge zeigten bisher unbekannte Ermittlungsakten die Folgen dieses Fehlers. Demnach meldete sich Amri noch am selben Abend bei einem mutmaßlichen IS-Unterstützer aus Dortmund. Die Polizei habe in Berlin auf ihn gewartet und ihn „direkt gepackt“, berichtete Amri dem Spiegel-Bericht zufolge: „Sie haben mir das Telefon weggenommen, sie haben alles von mir beschlagnahmt.“ Der „Bruder“ solle besser alles löschen. Sein Kontaktmann habe daraufhin in Dortmund andere IS-Symphatisanten ermahnt, noch vorsichtiger zu sein und die Telefone nicht mehr mitzunehmen, wenn sie irgendwo hingingen. Amri soll bereits im März 2016 von Beamten gewarnt worden sein, so der Spiegel weiter. Ein V-Mann der nordrhein-westfälischen Polizei habe ihn begleitet. Dabei habe eine Mitarbeiterin der Stadt erzählt, dass Amri aufpassen müsse. Das Landeskriminalamt verdächtige ihn, Leistungen zu erschleichen.

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Terroranschlag: Berliner Polizei muss sich erneut schwere Versäumnisse vorwerfen lassen
   

Warnung vor AfD
Koordinierungsrat ruft Muslime in Deutschland zur Teilnahme an Bundestagswahl auf

Rund 1,5 Millionen Stimmberechtigte islamischen Glaubens Osnabrück (ots) – Der Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat die rund 1,5 Millionen in Deutschland stimmberechtigten Muslime dazu aufgerufen, an der Bundestagswahl an diesem Sonntag teilzunehmen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Mazyek, „gerade in Anbetracht des zunehmenden Einflusses rechtspopulistischer und rechtsradikaler Parteien, die durch Hetze und Ressentiments gegenüber Minderheiten in Deutschland auf Stimmenfang gehen, ist jeder gefragt, sich gegen eine Abkehr von den Grundwerten unserer Demokratie zu wenden“. Der Zentralrat der Muslime (ZMD), dessen Vorstandsvorsitzender Mazyek ist, hatte seinen Mitgliedsgemeinden darüber hinaus eine Musterpredigt für das Freitagsgebet in Deutsch und anderen Sprachen zur Verfügung gestellt. „Das Recht zu wählen ist eine Bürgerpflicht“, heißt es darin, und weiter: „Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass es Millionen von Menschen weltweit entweder verwehrt ist, frei zu wählen, oder die sich ein solches Mitbestimmungsrecht erkämpfen mussten bzw. immer noch müssen. Wie viele von den in Deutschland lebenden Muslimen stammen aus Ländern, in denen sie keine faire Chance hatten, um politisch mitzubestimmen?“ Mazyek wies darauf hin, dass die muslimische Gemeinschaft in Deutschland in besonderer Weise von der bevorstehenden Wahl betroffen sei, weil die AfD und andere rechte und extreme Parteien Islam- und Fremdenfeindlichkeit schürten. „Wir sagen unmissverständlich, dass die Wahlbeteiligung für uns eine gesellschaftliche Pflicht ist“, und „wer nicht wählt, hat andere für sich wählen lassen, und im Zweifel das Falsche“, erklärte Mazyek. Dem Koordinierungsrat der Muslime gehören die vier größten islamischen Verbände in Deutschland an, neben dem ZMD die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IR).

Mega-Deal mit Boeing
„Guter Freund geworden“: Turkish Airlines bestellt Boeing-Jets im Wert von 11 Milliarden

Istanbul (nex) – „Erdogan ist mein Freund geworden. Er bekommt sehr gute Noten“, sagte Trump am Rande der UN-Vollversammlung gestern in New York. „Ich glaube, wir stehen uns jetzt so nah wie noch nie.“ Nur einen Tag nach dem Treffen zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Donald Trump gab heute die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines den beabsichtigten Auftrag von 40 Boeing 787-9 Dreamliner Jets im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar bekannt. Die türkische Fluggesellschaft nahm sich für den Vergleich von Airbus A350-900 und Boeing 787-9 viel Zeit. Nun hat also Boeing das Rennen gemacht. Somit ist Turkish Airlines nach Malaysia Air die zweite Fluggesellschaft, die sich gegen Airbus und für Boeing entscheidet. Mit dem Kauf werde die Fluggesellschaft die Nachfrage nach Großraumflugzeugen am dritten Flughafen von Istanbul befriedigen können, ihre Flottenkapazität stärken und die Passagierzufriedenheit erhöhen, so Turkish Airlines-Chef Ilker Ayci. Durch den Kauf werde Boeing seinem langfristigen Ziel, in der Türkei zu expandieren, näher kommen, sagte Boeing Vizepräsident Ray Conner in der Stellungnahme. „Wir wissen diesen Auftrag, den wir gemeinsam mit Turkish Airlines bekannt gegeben haben, sehr zu schätzen und planen, diese erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft voranzutreiben“, so Conner. „Das ist ein sehr spannendes Thema für sie und wird viele neue Strecken öffnen“, sagte Marty Bentrott, Boeing Verkaufsleiter für die Region. Turkish Airlines ist bereits im Besitz von 75 Boeing 737 MAX. Die neuen Dreamliner werde die Fluggesellschaft am neuen Großflughafen von Istanbul stationieren, so Ilker Ayci. Das Star-Alliance-Mitglied Turkish Airlines wurde 1933 mit einer Flotte von fünf Flugzeugen gegründet und ist heute eine 4-Sterne-Fluglinie mit einer Flotte von 333 Flugzeugen (Passagier- und Frachtmaschinen), die 300 Zielorte weltweit anfliegt, darunter 251 internationale und 49 nationale Destinationen. Laut der Skytrax-Umfrage 2017 wurde Turkish Airlines zwischen 2011 und 2016 sechs Mal in Folge als “Beste Fluglinie in Europa”und gegenwärtig zum neunten Mal in Folge als “Beste Fluglinie in Südeuropa” ausgezeichnet. Turkish Airlines erhielt 2010 den Preis für das “Beste Catering in der Economyklasse”. 2013, 2014, 2016 und 2017 wurde ihr weltweit das Prädikat “Beste Catering der Businessklasse” zuerkannt. Darüber hinaus wurde der globalen Fluglinie in den Jahren 2015 und 2017 die Auszeichnung für die “Beste Businessklasse-Lounge der Welt” verliehen, und sie erhielt laut den diesjährigen Umfrageergebnissen im dritten Jahr in Folge den Preis für das “Beste Business Class Lounge Dining”.

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Istanbul: Weltgrößter Flughafen wird BIP um 79 Milliarden US-Dollar steigern

Flughafen Berlin-Brandenburg
5,4 Milliarden Euro Kosten: Piratenpartei startet Kampagne gegen BER

Berlin (ots) – Die Piratenpartei Deutschland präsentiert die Kampagnenseite www.ber-stoppen.de – zur Veranschaulichung der Steuerbelastungen durch das Milliardengrab des geplanten Flughafens BER. Du bist ein Berliner – zumindest beim Bezahlen Jeder, der in Deutschland Steuern zahlt, finanziert über den Länderfinanzausgleich den Berliner Flughafen mit. Seit 2006 regionale Baustelle und seit Jahren internationale Lachnummer. Ein „Fluchhafen“, wie er im Buche steht. Unabhängige Experten sind sich einig: Es wäre günstiger, den Bau zu stoppen und anderswo einen komplett neuen Flughafen aufzubauen, als diese Baustelle weiter zu subventionieren. Nun hat es auch noch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft AIR Berlin erwischt, ein Drehkreuz wird der BER also nicht mehr, wozu also noch an einem Masterplan 2040 festhalten, der mit 2,3 Mrd Euro zu Buche schlägt? Warum den vielen Steuergeldern noch weitere Euros hinterherschicken? Weil Deutschlands Politiker nichts tun, verbrennen täglich 1,1 Millionen Euro für einen Flughafen, der noch viele Jahre eine Baustelle bleibt, jetzt schon zu klein dimensioniert ist – und evtl. nie fertig wird, so die Piratenpartei weiter. Es geht auch anders: BER stoppen Martin Haase, Spitzenkandidat der Berliner Piraten zur Bundestagswahl, dazu: „Bereits zur Abgeordnetenhauswahl 2016 stellten die Berliner PIRATEN fest: Das Single-Airport Konzept ist gescheitert. Konsequente Forderung: Das sofortige Einstellen der Baumaßnahmen. Das noch vorhandene Geld wird für Lärmschutzmaßnahmen im erweiterten Lärmschutzbereich von Tegel und Schönefeld verwendet.“ Ein anderer Standort im nördlichen Brandenburg wird gesucht. Das geht schneller, da mit weniger Einsprüchen zu rechnen sein wird. Berlin braucht zwei Flughäfen. Schönefeld existiert bereits, ein weiterer kann hinzukommen. Tegel bleibt so lange geöffnet. Ein neuer Flughafen im nördlichen Brandenburg hat sehr viele Vorteile: Er fördert durch seine Existenz die Infrastruktur in der Region durch eine gute, schnelle Bahnanbindung an Berlin; er bedeutet schnelles Internet für eine ländliche Region und trägt damit zu größerer Wirtschaftsleistung dieser Region bei. Letztlich gibt es ein bewährtes Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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Piratenpartei klagt gegen die kommunale Sperrklausel von 2,5 Prozent
 
(Foto: BER 2010, Wikimedia)  

Digitale Transformation
Digitalisierung: Bereits jeder sechste Media Worker in branchenfremden Bereichen beschäftigt

Hamburg (ots) – Im Rahmen der Initiative #dasmitmedien legen nextMedia.Hamburg, Deloitte und XING die erste Studie zur Bestandsaufnahme der Media Worker in Deutschland vor. Im Spannungsfeld von Digitalisierung, Information und Öffentlichkeit bietet die Initiative eine Plattform zur zukünftigen Positionierung der Medien und ihrer Akteure in einem digitalen Umfeld. Denn die Studie zeigt: Die Zahl der Medienschaffenden in Deutschland nimmt zu: 2017 sind bei XING 528.000 Media Worker registriert – 8% mehr als noch 2015. Und jeder sechste Media Worker arbeitet nicht mehr in der Medienbranche. Kaum eine Branche wird derzeit so stark vom Sog der digitalen Transformation erfasst wie die Medienindustrie. Sie ist heute ein dynamisches Netzwerk mit vielen Schnittmengen zu anderen Branchen und Medienschaffende sind heute längst nicht mehr nur in Verlagen, Rundfunkanstalten oder Agenturen beschäftigt. In branchenfremden Bereichen ist die Zahl der Media Worker seit 2015 um 50% gestiegen, jeder sechste Medienschaffende ist bereits in einer anderen Branche beschäftigt. Insgesamt steigt die Zahl Media Worker in Deutschland: So sind beim beruflichen Netzwerk XING in diesem Jahr fast 528.000 Media Worker registriert – acht Prozent mehr als noch 2015. Das belegt die bundesweite Studie „#dasmitmedien – Media Worker Report“, die gemeinsam von der Medien- und Digitalinitiative nextMedia.Hamburg, Deloitte und XING durchgeführt wurde. Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien: „Die Studie zeigt, was für eine große Rolle Media Worker in den unterschiedlichsten Branchen spielen. Das ist für Hamburg besonders wichtig, denn die Hansestadt ist laut Studie die beliebteste Medienmetropole Deutschlands. Technologie und Inhalte wachsen immer enger zusammen. Von der Medienindustrie wurden die Zeichen der Zeit erkannt und so sitzen digitale Experten und IT-Profis in den großen Verlagshäusern mittlerweile Schreibtisch an Schreibtisch mit den Redakteuren.“ Felix Altmann, Manager Corporate Communications bei XING: „Der digitale Wandel der traditionellen Medienindustrie und der häufig damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen ist nur die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig ist über alle Branchen hinweg ein starker Anstieg von XING-Mitgliedern zu verzeichnen, die einer Medientätigkeit nachgehen. Das legt den Schluss nahe, dass die Bedeutung von Medienexpertise in den letzten Jahren sogar zugenommen hat und jenseits der angestammten Branchengrenzen neue Tätigkeitsfelder für Medienschaffende entstehen können.“ Egbert Wege, Lead Partner Retail der Deloitte Consulting GmbH: „Die Zeiten des nine-to-five-Arbeitstages sind vorbei: Die Zukunft ist agil und flexibel. Gerade Media Worker profitieren von maßgeschneiderten Arbeitsmodellen, von variabler Arbeitszeit und der Möglichkeit auch mal aus dem Home Office zu arbeiten.“. Die Fähigkeiten von Media Workern sind heute überall gefragt – besonders in der IT-Wirtschaft: Der Anteil der Medienexperten ist hier in den vergangenen zwei Jahren um 39 Prozent gestiegen. Gleichzeitig arbeiten auch immer mehr Digitalexperten in der Medienindustrie – seit 2015 ist die Anzahl der IT- und Software-Spezialisten in klassischen Medienunternehmen um 121 Prozent gestiegen. Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Media Worker arbeitet entweder in Berlin, Hamburg oder München – die meisten von ihnen in der größten Stadt Deutschlands, Berlin. Die beliebteste Metropole für Media Worker aber ist Hamburg: 31 Prozent bezeichnen die Hansestadt als attraktivsten Standort, gefolgt von Berlin (23 Prozent) und München (15 Prozent). Bei der Standortwahl sind nicht nur die reinen Job-Inhalte, sondern das Gesamtpaket der Stadt als Lebensraum relevant. Dabei zahlen vor allem bezahlbarer Wohnraum (23 Prozent) und gute Freizeitmöglichkeiten (22 Prozent) auf die Attraktivität des Standorts ein. Die Digitalisierung und der damit verbundene Veränderungsdruck ist in allen Sektoren das zentrale Thema, das Media Worker derzeit am meisten beschäftigt. 85 Prozent von ihnen nehmen eine stark oder sehr stark fortschreitende Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz wahr. Als Treiber der Entwicklung werden dabei, auch innerhalb der Medienbranche, die großen IT-Konzerne (45 Prozent) sowie Startups (37 Prozent) gesehen. Medienunternehmen selbst gehören nur für 14 Prozent der Befragten zu den Innovationstreibern. Die Trendthemen sind dabei vielfältig und reichen von „User-generated Content“ über „Automatisierung“ und „personelle Werbung“ bis hin zu „Artificial Intelligence“. Bei den zu erwartenden Content-Formaten liegen aus Sicht der Media Worker „Shortform-Video“, „Video-on-demand“ sowie „Virtual-“ und „Augmented Reality“ vorne. E-Books und E-Paper werden dagegen in Zukunft kaum noch eine Rolle spielen. Flexible Arbeitszeiten sind für Media Worker Standard, auch beim Arbeitsort nimmt die Agilität zu: Mehr als 80 Prozent der Media Worker arbeiten ohne feste Arbeitszeiten. Zudem sind 55 Prozent der Befragten auch bei der Wahl des Arbeitsorts flexibel. Vier von zehn Medienschaffenden (39 Prozent) arbeiten auch in flexiblen Teamkonstellationen. Zwei von drei Befragten sehen das als Trend und geben an, dass Flexibilität in den Arbeitsverhältnissen deutlich zunehmen wird. Für die Studie hat XING im August 2017 eine anonymisierte Auswertung der XING-Profile von 528.000 Media Workern durchgeführt, die entweder in einem Medienunternehmen tätig sind (in den Branchen Marketing, PR und Design; Medien und Verlage) oder als Tätigkeitsbereich in anderen Branchen die Funktion eines Medienschaffenden angeben (Tätigkeitsbereich Grafik, Design, Marketing und Werbung; PR, Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus). Parallel dazu hat Deloitte rund 1.000 Personen befragt, die sich im Selbstverständnis als Media Worker bezeichnen. Als „Media Worker“ definiert die Studie die Gesamtheit der Beschäftigten einer vielfältigen Medienszene jenseits einer statischen Clusterlogik: Menschen, die #dasmitMedien machen. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Content und Technologie – in der Medienindustrie ebenso wie in Unternehmen anderer Branchen.

Islam
Türkei: Propheten-Geburtstag von nun an nach islamischem Kalender

Ankara (nex) – Die Muslime in der Türkei werden die Geburt des Propheten Muhammad in der Woche ab dem 29. November dieses Jahres begehen. Dies teilte der neue Präsident des türkischen für religiöse Angelegenheiten (Diyanet), Prof. Dr. Ali Erbas, mit. „Die Veranstaltungen zum besseren Verständnis der Entwicklung einer Kultur durch den Propheten, die mit seiner Auswanderung [von Mekka nach Medina] begann, werden in der Türkei und auch im Ausland an Mawlid [dem Geburtstag des Propheten Muhammad] stattfinden“, gab Erbas am 21. September bekannt. Mawlid ist die Feier anlässlich des Prophetengeburtstages, der in den dritten Monat des islamischen Kalenders fällt. Die „Woche der Heiligen Geburt“ hatte seit 2008 in der zweiten Aprilwoche stattgefunden. Mit dieser Neuregelung wird die Türkei des Lebens des Propheten nach dem Mondkalender anstatt des gregorianischen Kalenders markieren. Erbas wurde am 18. September zur obersten religiösen Autorität des Landes ernannt. Er ist der Nachfolger von Prof. Dr. Mehmet Görmez.

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